Präsentation Welt-Atom-Industrie-Status-Report 2025 in Berlin

Save the Date: Der World Nuclear Industry Status Report für das zurückliegenden Geschehen in 2025 wird am 21. Januar in der Berlin live und in Farbe vorgestellt. Dazu versammeln sich unter der Leitung des Initiators und Herausgeber Mycle Schneider weitere hochkarätige internationale Experten in Sachen Atomenergie. Nach einer Pressekonferenz am Vormittag folgt am Nachmittag eine Veranstaltung. Der WNISR ist einer der wenigen unabhängigen Berichte über den Status der Atomenergienutzung in der Welt und analysiert auf Basis vielfältiger Informationen auch mögliche zukünftige Entwicklungen. Natürlich hat auch umweltFAIRaendern.de immer wieder über die Jahresberichte informiert.

Weitere Informationen und Anmeldung zu den genannten Terminen:

Bei der Anmeldung zur Veranstaltung bei der Böll-Stiftung heißt es zur Studie auch: „Nur wenige Fragen in der Energie- und Klimapolitik sind so umstritten wie die Rolle der Atomkraft. Während Befürworter zunehmend Kernenergie als Klimalösung betrachten – eine globale „nukleare Renaissance“ und technologische Versprechen wie Small Modular Reactors (SMRs) -, verweisen Kritiker auf anhaltende strukturelle Herausforderungen: hohe Kosten, lange Bauzeiten, ungelöste Abfallwirtschaft und den schnellen Ausbau erneuerbarer Energien.

Vor diesem Hintergrund bietet der World Nuclear Industry Status Report 2025 (WNISR2025) eine kritische, unabhängige und datengesteuerte Bewertung des globalen Nuklearsektors. Der Bericht untersucht den aktuellen Stand und die langfristigen Trends der Kernenergie weltweit, einschließlich des Reaktorbaus und der Abschaltungen, der Stromerzeugung, der Investitionsmuster und des globalen Zustands der nuklearen Stilllegung. Sie stellt die Kernenergie im direkten Vergleich mit dem Einsatz erneuerbarer Energien und analysiert geopolitische Abhängigkeiten – einschließlich der dominierenden Rolle der russischen Atomindustrie.

Gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit der Nuklearabfallwirtschaft (BASE), der Friedrich-Ebert-Stiftung, der TU Berlin und dem Autorenteam der WNISR freut sich die Heinrich-Böll-Stiftung, die wichtigsten Ergebnisse der WNISR2025 in Berlin zu präsentieren.

WNISR2025 – Die unabhängige Bewertung der nuklearen Entwicklungen in der Welt

Mehr Informationen“

Gericht urteilt gegen BUND NRW: Hochgefährliche Atomtransporte aus Jülich dürfen nach Ahaus rollen

Das Berliner Verwaltungsgericht hat die Eilklage des BUND NRW abgelehnt, mit der der Umweltverband gegen die Genehmigung der über 150 geplanten Atomtransporte mit hoch radioaktiven Abfällen aus Jülich in das Zwischenlager Ahaus vorgegangen ist. Nach dem Urteil wäre der BUND NRW nicht Klagebefugt, heißt es. Die Genehmigung hatte zuvor das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung BASE auf Antrag der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) erteilt. Der Streit über den Umgang mit diesen hochbrisanten Atomabfällen dauert schon weit über ein Jahrzehnt. Zuletzt wurden auch finanzielle Argumente für den Transport nach Ahaus ins Spiel gebracht, statt wie von vielen gefordert, in Jülich ein neues, verbessertes Zwischenlager zu errichten. Behörden, Betreiber und andere Verantwortliche hatten sich jahrelang auch entlang von Parteizugehörigkeiten immer wieder die Verantwortung zugeschoben und damit einen Neubau immer wieder verzögert. Anti-Atom-Inititiven nicht nur in NRW rufen zu Protesten gegen diese Atomtransporte auf. Auch die Polizeigewerkschaft hat sich wiederholt gegen diese Atomtransporte als unverhältnissmäßige Maßnahme ausgesprochen.

In der Sache urteilt das Gericht, dass der BUND NRW nicht klagbefugt wäre. Allerdings wäre ein Hauptsacheverfahren noch zulässig. Der BUND NRW hat erkärt, zu prüfen, ob er weiter gegen die Genehmigung vorgehen wird. Mit der Entscheidung des Gerichts im Eilverfahren bleibt der sogenannte Sofort-Vollzug, den die Genehmigungsbehörde auf Antrag von JEN (bzw. dem Autragsunernehmen ORANO NCS) erteilt hatte, rechtswirksam. Hätte der BUND NRW in diesem Eilverfahren recht bekommen, wäre der Sofort-Vollzug aufgehoben worden und die Transporte hätten bis zum Abschluss des Hauptsacheverahrens nicht rollen können.

UmweltFAIRaendern.de hat vielfältig über die Jahre zu vielen Hintergründen dieser Atomtransporte und der Herkunft dieser Abfälle informiert. Einfach über die Suchfunktion nach Stichworten wie AVR, Jülich, Zwischenlager Ahaus, Atomtransporte, JEN etc. suchen.

Weitere Atomtransporte sollen auch aus München vom Atomforschungsreaktor in Garching nach Ahaus rollen. Die praktische und rechtliche Lage ist hier aber anders, als in Sachen Jülich. Dennoch: Das BASE hat zuletzt einen Widerspruch gegen diese Atomtranporte abgelehnt, weil die Grünen Abgeordneten aus Sicht des Bundesamts nicht Widerspruchsfähig sind. Das Verfahren, in dem auch der BUND Bundesverband beteiligt ist, läuft noch. Transporte stehen aber unmittelbar nicht an, weil der Rektor weiterhin nicht in Betrieb ist. Siehe zu dem Verfahren auch die Süddeutsche Zeitung.

Im folgenden Dokumentation den Pressemeldung des Verwaltungsgerichts, der Reaktion des BUND NRW sowie die PM von der Genehmigungsbehörde:

Dokumentationen: 

Pressemitteilung vom 09.01.2026

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen des BUND für Umwelt- und Naturschutz e.V. kann eine Genehmigung für den Transport von CASTOR-Behältern von Jülich nach Ahaus nicht gerichtlich angreifen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin in einem Eilverfahren entschieden.

Das in Berlin ansässige Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Bundesamt) hat am 25. August 2025 die atomrechtliche Genehmigung erteilt, 288.161 bestrahlte Brennelemente aus dem Forschungsreaktor Jülich in das ca. 170 km entfernt liegende Zwischenlager in Ahaus zu transportieren. Die Aufbewahrung in Jülich entspricht nicht mehr den nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima aktualisierten Sicherheitsanforderungen, unter anderem mit Blick auf Erdbeben und Flugzeugabstürze. Die Transportgenehmigung sieht vor, dass die Brennelemente in insgesamt 152 CASTOR-Behältern per Lkw auf der Straße transportiert werden. Hiergegen legte der Antragsteller Widerspruch ein. Er hält die Genehmigung für rechtswidrig, weil der CASTOR-Transport erhebliche Sicherheitsrisiken berge. So sei nicht auszuschließen, dass die CASTOREN infolge maroder Brücken, unfallbedingter Brände oder eines Drohnenangriffs beschädigt werden. Mit dem gerichtlichen Eilantrag möchte der Antragsteller den Transport vorerst stoppen.

Die 10. Kammer hat den Eilantrag als unzulässig zurückgewiesen, weil der Antragsteller als Verband nicht antragsbefugt sei und deshalb die Genehmigung gerichtlich nicht angreifen könne. Nach der einschlägigen Vorschrift des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes könne der Verband nur gegen ein so genanntes anlagebezogenes Vorhaben vorgehen. Die Beförderung der CASTOR-Behälter sei als vorübergehender Transportvorgang jedoch weder eine Anlage, noch eine sonstige in Natur und Landschaft eingreifende Maßnahme, die deren Zustand verändert. Unabhängig von der fehlenden Zulässigkeit sei der Antrag auch aus inhaltlichen Gründen zurückzuweisen. Die durch den Antragsteller bemängelte Risikobewertung des Transportes liege vorrangig in der Verantwortung der Sicherheitsbehörden und sei daher nur dahingehend gerichtlich überprüfbar, ob die Beurteilung auf einer ausreichenden Datenbasis beruhe und dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik Rechnung trage. Hieran gemessen dränge sich die Rechtswidrigkeit der Genehmigung nicht auf. Die im Eilverfahren vorzunehmende Interessenabwägung falle zugunsten der Durchführung der Transporte aus. Angesichts der schon seit 2013 abgelaufenen Genehmigung der Lagerung in Jülich bestehe ein hohes öffentliches Interesse an einer zeitnahen Verbringung in das genehmigte Zwischenlager Ahaus.

Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg erhoben werden.

Beschluss der 10. Kammer vom 8. Januar 2026 (VG 10 L 474/25)

09. Januar 2026 | Atomkraft, AVR Jülich, Atompolitik, Klima & Energie

Beschluss stößt bei Umweltverband auf völliges Unverständnis

Gericht lehnt Antrag aus formalen Gründen ab – Erfolgsaussichten eines Hauptsacheverfahrens laut Gericht offen -BUND entscheidet über weitere Schritte

Berlin/Düsseldorf | Im juristischen Streit um die Rechtmäßigkeit der Genehmigung der CASTOR-Transporte von Jülich nach Ahaus hat das Verwaltungsgericht Berlin den Antrag des NRW-Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) angeordnete sofortige Vollziehung der Transportgenehmigung auszusetzen, abgelehnt. Die 10. Kammer des VG Berlin erklärte den Antrag am 8. Januar für unzulässig. Offen ließ das Gericht die Erfolgsaussichten eines etwaigen Hauptsacheverfahrens. Beim BUND stößt das Urteil auf völliges Unverständnis. Der Umweltverband kündigt an, den Beschluss eingehend juristisch zu prüfen und innerhalb der vom Gericht gesetzten Zweiwochenfrist über eine mögliche Beschwerde beim VG zu entscheiden.

Kerstin Ciesla, stellvertretende Landesvorsitzende des BUND: „Für uns ist der Gerichtsbeschluss in keiner Weise nachvollziehbar. Trotz der unbestreitbaren Risiken für die Umwelt im Falle einer Havarie verneinen die Richterinnen und Richter eine mögliche Verletzung umweltbezogener Rechtsvorschriften. Gleichzeitig hält das Gericht die Erfolgsaussichten eines etwaigen Hauptsacheverfahrens für offen. Im Klartext: Es kann zwar sein, dass der BUND Recht hat, der Zugang zu einer umfangreichen Prüfung der Transportgenehmigung soll uns aber nicht gewährt werden.“ 

Das Gericht kommt in seinem Beschluss zu dem Ergebnis, dass der Antrag des BUND auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung des Widerspruchs gegen die Beförderungsgenehmigung zwar statthaft sei, aber unzulässig. Begründet wird dies damit, dass die Beförderungsgenehmigung nach der im Eilverfahren erfolgten summarischen Prüfung keine verbandsklagefähige Entscheidung darstelle. Darüber hinaus erfülle diese Beförderung als vorübergehender Vorgang auch nicht den Tatbestand eines sonstigen Eingriffs in die Natur.
Allerdings führt das Gericht auch aus, die Erfolgsaussichten des auf die Aufhebung der Beförderungsgenehmigung gerichteten Widerspruchs des BUND seien – eine Widerspruchsbefugnis unterstellt – zum gegenwärtigen Zeitpunkt als offen zu beurteilen. Die Beförderungsgenehmigung entziehe sich insoweit einer vollen rechtlichen Überprüfung, als diese teilweise und auch Teile des übermittelten Verwaltungsvorgangs lediglich geschwärzt vorgelegt wurden.

„Angesichts der möglichen Risiken des Transports von nahezu 300 000 radioaktiven Brennelementen durch halb Nordrhein-Westfalen halten wir es für unabdingbar, dass die Rechtmäßigkeit der Transportgenehmigung vollständig geprüft wird. Darauf haben Menschen und die Umwelt einen Anspruch“, sagt Ciesla.

Gegen den Beschluss des VG Berlin kann innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg eingereicht werden.

Beschluss der 10. Kammer vom 8. Januar 2026 (VG 10 L 474/25)

Hintergrund: 
Der BUND hatte gegen die am 25. August 2025 vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilte Beförderungsgenehmigung für 152 Castor-Behälter Widerspruch eingelegt. Dieser richtete sich auch dagegen, dass die Behörde den Sofortvollzug der Genehmigung angeordnet hatte. Nachdem der Widerspruch abgelehnt wurde, stellte der Verband beim Verwaltungsgericht Berlin einen Eilantrag. Ziel war es, die aufschiebende Wirkung des Widerspruchs zu erreichen, um die Transportgenehmigung bis zur Klärung der zahlreichen offenen Sicherheits- und Rechtsfragen auszusetzen. Denn der BUND ist davon überzeugt, dass der Transport der Brennelemente nicht hinreichend sicher ist und deren Verbringung von Jülich nach Ahaus insbesondere auch keinen Sicherheitsgewinn bringt.

3. PM der Genehmigungsbehörde BASE: Gericht bestätigt die Arbeit des BASE zum Jülich-Ahaus-Transport

Meldung, Stand: 09.01.2026

Das BASE begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Berlin, den Antrag des Landesverbands NRW der Umweltorganisation BUND abzulehnen. Der BUND wollte mit dem Antrag erreichen, dass die Castortransporte aus dem Zwischenlager Jülich in das Zwischenlager Ahaus vorerst nicht stattfinden.

„Wir begrüßen die Ablehnung des Antrags durch das Verwaltungsgericht Berlin. Die Expert:innen unseres Hauses haben die Transporte ausführlich in Bezug auf die gesetzlichen Vorgaben geprüft. Diese Einschätzung wurde durch das Gericht nun bestätigt“, sagt BASE-Präsident Christian Kühn.

Das BASE hält fest, dass die Genehmigung die relevanten Sicherheitsaspekte hinreichend berücksichtigt und das öffentliche Interesse, der komplexe Planungsprozess sowie die erheblichen finanziellen Aufwendungen der öffentlichen Hand den sofortigen Vollzug der Transporte rechtfertigen.

Die rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung der Transporte sind somit gegeben. Der Anordnung der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde (NRW-Wirtschaftsministerium) aus dem Jahr 2014, das Zwischenlager Jülich zu räumen, kann damit umgesetzt werden.

Atomenergie ist kein Beitrag zum Klimaschutz – Stellungnahme Hamburger Klimabeirat

Am besten fängt man das Jahr 2026 mit einer Meldung aus dem Sommer 2025 an. Oder wenn man so will: Schon im Sommer machte der Klimabeirat in Hamburg klar, dass die bayerische CSU-Vorstellung von neuer Atomenergie nicht nur klimapolitisch nichts bringt, sondern auch noch überteuert ist und voll weiterer Risiken und Nebenwirkungen steckt:  „Atomenergie ist keine Lösung für die Klimapolitik“ hatte der bei der Hamburger Umweltbehörde angesiedelte Klimabeirat in einer Stellungnahme im Juni festgestellt.

Mit einer PM im Juli 2025 hatte der Klimabeirat die Stellungnahme veröffentlicht, die PM ist hier online und auch hier (jeweils PDF) und hier im Anschluss als Dokumentation. Weiter unten auch Informationen über die Mitglieder des Beirats.

Pressemeldung

Hamburg, 3. 7. 2025

Atomenergie ist keine Lösung – Klimabeirat setzt auf Erneuerbare

Atomenergie kann zum Erreichen der Klimaschutzziele keinen nennenswerten Beitrag leisten. Klimapolitisch sinnvoll sind der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Umbau des Energie-
systems zur Anpassung an regenerative Erzeugung, einschließlich des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft. Hier liegen für Hamburg auch große wirtschaftliche Chancen. Zu diesem Ergebnis kommt der Klimabeirat Hamburg in seiner heute veröffentlichten Klimapolitischen Stellungnahme „Atomenergie ist keine Lösung für die Klimapolitik“.

Prof. Dr. Jörg Knieling, Stellvertretender Vorsitzender des Klimabeirats und Leiter des Fachgebiets Stadtplanung und Regionalentwicklung an der HafenCity Universität, fasst die Bewertung des Klimabeirats zusammen:

„Unser Fazit ist eindeutig: Beim Erreichen der Klimaziele wird uns die Atomenergie nicht helfen. Im Gegenteil, wie anfällig Atomkraftwerke für die Folgen des Klimawandels sind, können wir aktuell in Frankreich beobachten, wo in der Hitzewelle Atomkraftwerke ihre Leistung drosseln oder gleich ganz herunterfahren müssen. Selbst im störungsfreien Betrieb sind Atomkraftwerke weder frei von Umweltbelastungen noch garantieren sie eine sichere Versorgung.

Statt sich an rückwärtsgewandten Diskussionen zu beteiligen, sollten wir uns darauf konzentrieren, die Energiewende weiter voranzubringen und die wirtschaftlichen Chancen ergreifen, die sich damit gerade für Hamburg eröffnen“.

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Mitglied des Klimabeirats und Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erklärt: „Die wenigen Projekte für Atomkraftwerke, die in Europa noch verfolgt werden, kämpfen alle mit erheblichen Verzögerungen und teils exorbitanten
Kostensteigerungen. Keines dieser Projekte kommt ohne staatliche Absicherung aus, weil Atomstrom mit Erneuerbaren Energien nicht konkurrenzfähig ist. Die jahrzehntelangen Bauzeiten bedeuten auch, dass in dem Zeitraum, der bis zum Erreichen der Klimaziele noch bleibt, Atomstrom gar nicht in nennenswertem Umfang zur Verfügung stehen könnte.“

Beiratsmitglied Prof. Dr. Hans Schäfers, Professor für intelligente Energiesysteme und Energieeffizienz und Leiter des Competence Center Erneuerbare Energien und Energieeffizienz CC4E an der HAW, ergänzt:

„In einer von Erneuerbaren Energien geprägten Stromversorgung brauchen wir als Ergänzung flexible Kapazitäten, die Spitzenlasten abdecken und Dunkelflauten überbrücken können. Atomkraftwerke mit ihrer schlechten Regelbarkeit und ihren hohen Investitionskosten sind dafür denkbar ungeeignet.
Vielmehr ist absehbar, dass neben Gaskraftwerken mehr und mehr Batteriespeicher diese Funktion zu günstigen Kosten übernehmen werden.“

Neben schlechter Wirtschaftlichkeit und mangelnder Systemdienlichkeit spricht gegen die erneute Nutzung der Atomenergie auch, dass sie anstelle von Energiesouveränität neue Abhängigkeiten von Uranförderländern schaffen würde. Nicht zuletzt ist auch die Entsorgungsfrage global weiterhin ungeklärt.

Die aktuelle Empfehlung des Klimabeirats Hamburg finden Sie hier: www.klimabeirat.hamburg.
Telefon-Kontakt Geschäftsstelle: 040 428 40-27 58.

 

 

 

Der Hamburger Klimabeirat berät – angesiedelt bei der Umweltbehörde – den Hamburger Senat in Sachen Klimaschutz.

Klimabeirat Hamburg – Mitglieder

Prof. Dr. Daniela Jacob (Vorsitz) · Climate Service Center Germany (GERICS)
Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling (stellv. Vorsitz) · HafenCity Universität Hamburg (HCU)
Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut · HafenCity Universität Hamburg (HCU)
Prof. Dr. Anita Engels · Universität Hamburg (UHH)
Prof. Dr.-Ing. Manfred N. Fisch · Steinbeis-Innova�onszentrum energieplus, Stutgart
Prof. Dr.-Ing. Peter Fröhle · Technische Universität Hamburg (TUHH)
Dr. Philine Gaffron · Technische Universität Hamburg (TUHH)
Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn · Technische Universität Hamburg (TUHH)
Prof. Dr. Claudia Kemfert · Deutsches Ins�tut für Wirtscha�sforschung (DIW Berlin)
Prof. Dr.-Ing. Kers�n Kuchta · Technische Universität Hamburg (TUHH)
Prof. Dr. rer. nat. Barbara Lenz · Humboldt Universität zu Berlin (HUB)
Prof. Dr. Mar�n Pehnt · Ins�tut für Energie- und Umwel�orschung (IFEU)
Prof. Dr. Hans Schäfers · Hochschule für angewandte Wissenscha� (HAW)
Prof. Dr. Heinke Schlünzen · Universität Hamburg (UHH)
Prof. Dr. Mar�n Wickel · HafenCity Universität Hamburg (HCU)
Der Hamburger Klimabeirat berät auf Grundlage von § 7 des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes
den Hamburger Senat.

Geschäftsstelle Klimabeirat Hamburg
c/o BUKEA
Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg

 

Neue SMR-Atomreaktoren für Europa? Bundesamt nimmt Stellung

Die Europäische Kommission will 2026 eine EU-weite Strategie für den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) veröffentlichen. Dazu war auch ein formalisiertes Öffentlichkeitsverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen Stellungnahmen zu den Plänen mitgeteilt werden konnten. Unter anderen der Umweltverband BUND und auch Greenpeace. Eine weitere Stellungnahme zur den Risiken und Nebenwirkungen der Modul-Atommeiler hat nun auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung – BASE – bei der EU abgegeben.

„Kleine modulare Reaktoren (SMR) – künftige Entwicklung und Nutzung in Europa“, so lautet der Titel der Stellungnahme des Bundesamts, welches in Deutschland für den Umgang mit nuklearen Brennstoffen und radioaktiven Abfällen aller Art zuständig ist. In der Pressemeldung zur Stellungnahme an die EU-Kommission heißt es dazu auch: „Die nukleare Sicherheit muss bei der Entwicklung von Small Modular Reactors (SMR) oberste Priorität haben. Auch Fragen der nuklearen Entsorgung müssen schon in der Designphase und für den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden.“

Alles über die sogenannten SMR – Atomreaktoren auf umweltFAIRaendern.de

Dokumentation von der Seite von BASE, link siehe oben:

BASE äußert sich zum geplanten Einsatz von SMR in Europa

Die Europäische Kommission will 2026 eine EU-weite Strategie für den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) veröffentlichen. Diese hat zum Ziel, die Entwicklung und den Einsatz von SMR in Europa in den nächsten zehn Jahren zu beschleunigen.

SMR werden dabei als komplementäre Lösung zu den herkömmlichen großen Leichtwasserreaktoren gesehen, mit Leistungen in der Größenordnung von über 1000 MWe. Die Bezeichnung „klein“ bezieht sich damit mehr auf die im Vergleich dazu deutliche geringere Leistung und weniger auf die eigentliche Größe der Reaktoren.

„Bei SMR gibt es eine ganze Reihe an ungeklärten Sicherheitsfragen. Die Anlagen erzeugen hochradioaktive Abfälle, die tiefengeologische Endlager benötigen. Viele SMR produzieren neuartige radioaktive Abfälle, für die es heute keine Entsorgungslösung gibt“, so BASE-Präsident Christian Kühn zum geplanten Einsatz von kleinen modularen Reaktoren.

Das BASE ist der Aufforderung der EU-Kommission gefolgt und hat eine Stellungnahme eingereicht. Es weist darauf hin, dass nationale Sicherheitsstandards mit der Einführung der SMR-Technologie nicht unterschritten werden dürfen.

In seiner Stellungnahme hat das BASE folgende Bereiche beleuchtet:

  • Definition
  • Sicherheit
  • Abfallmanagement und -entsorgung
  • Transport
  • Stilllegung
  • Sicherung und Safeguards

Empfehlungen des BASE

Das BASE fordert die Europäische Kommission auf, Aspekte der nuklearen Sicherheit und der Abfallentsorgung zu Eckpfeilern ihrer geplanten Strategie für die Entwicklung und die Nutzung von SMR in Europa zu machen.

Die Maßnahmen der Kommission sollten das Ziel verfolgen, ein Höchstmaß an Sicherheit für den Betrieb, den Transport, die Abfallentsorgung und die Stilllegung von SMR zu gewährleisten und so sicherzustellen, dass die Risiken und Kosten für die heutige und zukünftige Generationen in Europa minimiert werden.

Bei der Ausarbeitung einer Strategie für die Entwicklung von SMR müssen die Grundprinzipien der Europäischen Union wie das Vorsorgeprinzip und das Verursacherprinzip berücksichtigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, richtet das BASE folgende Empfehlungen an die Europäische Kommission:

  • Übernahme der IAEO-Definition für SMR, um konzeptionelle Klarheit zu schaffen und definitorische Hindernisse für die Entwicklung oder Anpassung von Sicherheitsregulierungen zu beseitigen;
  • Sicherstellung, dass die nukleare Sicherheit bei den Bemühungen um eine Harmonisierung der Rechtsrahmen in allen europäischen Ländern oberste Priorität hat und dass nationale gesetzliche Anforderungen nicht umgangen oder abgeschwächt werden;
  • Angehen neuer Herausforderungen im Zusammenhang mit (neuartigen) Abfällen aus SMR durch Einbeziehung von Abfallentsorgungsaspekten in die frühe Entwicklung und Konzeption von SMR;
  • Appell an die IAEO, fundierte und angemessene Vorschriften für den Transport von SMR zu entwickeln;
  • Sicherstellung, dass Herausforderungen bei der Stilllegung von SMR bereits bei der Standortwahl, der Planung, dem Bau, der Inbetriebnahme und dem Betrieb von SMR berücksichtigt werden;
  • Unterstützung der Entwicklung eines wirksamen Schutzsystems, das den physischen Schutz von Kernmaterial und kerntechnischen Anlagen vor Sicherheits- und Proliferationsrisiken gewährleistet.

Hintergrund

Das BASE berät das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) in Fragen der Entsorgung radioaktiver Abfälle und der nuklearen Sicherheit. Es betreibt und koordiniert Forschung in Bereichen, die für den Entsorgungsaspekt neuer Reaktortechnologien relevant ist.

 

Theo Christiansen – ein Begleiter

Theo Christiansen ist tot. Eine der für mich intellektuell, politisch und moralisch wichtigsten Personen ist kurz vor seinem 68. Geburtstag gestorben. Viel zu früh und viel zu überraschend. Immer für Gerechtigkeit und Anteilnahme. Immer für das Wohl aller, Gemeinwohl. Mit so viel Vorsicht und Brüchen. Es sind so viele Spuren, die sein Leben in meinem hat. Und von so vielen von uns. Da bin ich sicher. Dafür bin ich dankbar. Und traurig. Theo Christiansen!

Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen, Freudinnen und Freunden.

++

UPDATE: Siehe hier: Stiftung Dialoge und Begegungen „Mit großer Trauer nehmen wir Abschied von Theo Christiansen, unserem Vorstandsmitglied der Stiftung Dialoge & Begegnungen. Sein Tod hinterlässt eine tiefe Lücke, fachlich, menschlich und in der inneren Architektur unserer gemeinsamen Stiftungsarbeit.“ GANZ WICHTIG und Theo: Wi.e.dersprechen“ (Ferien vom Krieg) https://wiedersprechen.org/

# Das Komitee für Grundrechte und Demokratie, für das Theo lange Jahre im Vorstand und Geschäftsführung aktiv war, hat diesen Nachruf veröffentlicht.#

Von Brokdorf und Anti-AKW, von Antimilitarismus und Raketen, von Plutonium und Hanau, von Apartheid und Südafrika (Kein Geld für Apartheid, ein Alternativer Geschäftsbericht zur Hauptversammlung der Dresdner Bank in Hamburg, siehe auch hier ein weiterer Text in der Taz.), von Atomausstieg, HEW/Vattenfall, E.on und die Rekommunalisierung Hamburger Energienetze (Unser Hamburg Unser Netz) und noch so viel mehr, davor, dazwischen, für immer! Seine Beiträge zu G20 in Hamburg. Sein Blog mit Uli Hentschel gemeinsam. Linksabbieger. Was sonst. Da war immer und immer die Kirche. Die Opposition.

  • Hier zwei „Alternative Geschäftsberichte“ über die Finanzierung der Apartheid in Südafrika durch die Dresdner Band – „Kein Geld für Apartheid“ Bericht 1986 (PDF) und zur Hauptversammlung in Hamburg der Bericht von 1987.
  • Rede von Theo bei der Menschenkette mit 120.000 Teilnehmenden zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel zum Atomausstieg,
Taz-Anzeige vom 24. Januar 2026

Da war mehr, dass er mit sich trug: Die Beerdigung von Georg von Rauch, erschossen in Berlin. Beerdigt in Kiel. Von seinem Vater Theodor. „Grabrede für Georg von Rauch: Anstößige Predigt – Ist Pastor Christiansens Laufbahn gefährdet?“ Die Zeit spricht 1972 von „Anstössiger Predigt“. Als Schulpastor mit dem Dienstherrn Schleswig-Holstein erhielt er als Reaktion ein Berufsverbot. Ein Skandal. Georg von Rauch Haus – der Mariannenplatz war blau – ein paar Millimeter zu Rio Reiser und Ton Steine Scherben. Das war lange, bevor ich Theo kennenlernen durfte, in Pinneberg bzw. Eimsbüttel. Aber das dürften Erlebnisse und Erfahrungen gewesen sein, die in maßgeblich geprägt haben. Immer war er einer, der politischen Druck mit klarer Analyse entgegentrat, aufrecht und immer mit Rückgrat.

Da war Dorothee Sölle, für die er arbeitete, der Student der Theologie. Kirche von unten. Die Befreiungstheologie. Dorothee Sölle im Gespräch – Herausgegeben von Theo Christiansen und Johannes Thiele. (PDF) und auch hier.

(Nachtrag Januar 2026) Da war auch diese Geschichte, die sich die offizielle Kirche und der Verfassungsschutz „erlaubten“. Als sich Spitzel unter gläubige Friedensfreunde mischten: „Unter den im Geheimdienstbericht erwähnten kirchlichen Aktivisten ist der damals 24-jährige Theo Christiansen.“ Was für ein Elend der Demokratie.

Der Theo Christiansen, der später die Ökumenische Arbeitsstelle für Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Ahrensburg (oder so) übernahm, die vorher Uli Hentschel innehatte. Hentschel war vorher Pastor in Rellingen und wegen seiner Kritik an Militarisierung und Nachrüstung für die herrschende Kirche „unangenehm“ aufgefallen war. Der Pastor bleibt im Dorf, hieß es gegen die Kirchenoberen. Damals, immer wieder. Kein Wunder, dass Theo an seiner Seite war und blieb.

Im Ev.-Luth. Kirchen Kreis Hamburg-Ost leitete er lange Jahre den Arbeitsbereich Diakonie & Bildung und war für die diakonischen Einrichtungen dieses Kirchenkreises. Da war Theo auch später – nach seiner Postion als Vertrauensperson für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze und in Verbindung mit dem Atomausstieg in Deutschland. Und da auch und besonders: Das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Was auch sonst? Na klar. Da war er lange im Vorstand. Es war immer sein Thema, die Sache mit den Grundrechten und der Demokratie. Seine online lesbaren Beiträge dort.

Davor war auch ein Hamburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen. „Die große Verlade – Atommüll auf Geisterfahrt“. Nach der BUU Pinneberg und der Inbetriebnahme von Brokdorf, nach der Katastrophe von Tschernobyl.  Hier ist die Geschichte dazu: Keine Atomtransporte durch Hamburg – 1989/90

Theo Christiansen auf umweltFAIRaendern.de

Theo Christiansen bei einer Aktion auf dem Rathausmarkt Markt für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze im September 2013. Fotos: Dirk Seifert

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