Brokdorf: Transporte mit hoch radioaktivem Atommüll aus britischer Plutoniumfabrik ins Zwischenlager genehmigt

Die zuständige Behörde BASE hat nach Mitteilung der Gesellschaft für Nuklearservice (GNS) die Genehmigung für den Transport von sieben Castor-Behältern mit hoch radioaktivem Atommüll aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield in das Zwischenlager am AKW Brokdorf an der Elbe erteilt. umweltFAIRaendern hatte letzte Woche über das Thema und die Hintergründe informiert. Anti-Atom-Initiativen kritisieren die hochgefährlichen Atomtransporte. „Brokdorf: Transporte mit hoch radioaktivem Atommüll aus britischer Plutoniumfabrik ins Zwischenlager genehmigt“ weiterlesen

Hamburg und Atomtransporte: Sicherheitsrelevanter Mangel im Umgang mit radioaktiven Stoffen – Quartalsabfrage der linken Bürgerschaftsfraktion

Insgesamt 43 Atomtransporte in nur knapp drei Monaten über Hamburgs Straßen und im Hafen. Vor allem aber: Bei Kontrollen der Atomtransporte ist in einem Fall im Bereich Seeverkehr ein sicherheitsrelevanter Mangel im Umgang mit radioaktiven Stoffen festgestellt worden. Die Wasserschutzpolizei hat für das betroffene Schiff ein Beförderungsverbot verhängt und angeordnet, die radioaktive Fracht von einer Fachfirma umzuladen. Das teilt der Senat in einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der Linken Bürgerschaftsabgeordneten Stephan Jersch und Kay Jäger mit. In der Anlage 4 der Senatsantwort heißt es: „Schwerwiegender struktureller Mangel durch Verformung/Beschädigung des oberen Querträgers der Güterbeförderungseinheit auf einer Länge von ca. 25 cm.“ Angaben welches Schiff mit welcher Ladung betroffen war, sind den Angaben nicht zu entnehmen. „Hamburg und Atomtransporte: Sicherheitsrelevanter Mangel im Umgang mit radioaktiven Stoffen – Quartalsabfrage der linken Bürgerschaftsfraktion“ weiterlesen

Afd nutzt nukleare Vorlagen der CDU/CSU im Bundestag – Antrag und Aktuelle Stunde

Die AfD-Fraktion hat im Bundestag einen Antrag gestellt, der direkt auf die Äußerungen der EU-Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU) in der letzten Woche Bezug nimmt. Sie hatte davon gesprochen, dass der Atomausstieg in Deutschland ein Fehler war. Und auch die Forderungen eines bayerischen Ministerpräsidenten Söder sind mit drin, wenn es um neue Reaktorkonzepte called SMR geht. Am 19. März 2026 geht der Antrag ins Plenum des Bundestags. Außerdem hat die AfD für die Aktuelle Stunde eine Aussprache über den von Macron initiierten Atomenergiegipfel in Paris auf die Tagesordnung setzen lassen. Titel des Antrags ist: „Wieder in die Kernkraft einsteigen und strategische Fehler korrigieren“ (21/4749) vor. „Afd nutzt nukleare Vorlagen der CDU/CSU im Bundestag – Antrag und Aktuelle Stunde“ weiterlesen

Atomforschung in Deutschland für neue Reaktorkonzepte

Atomenergie ist Geschichte in Deutschland? Nun könnte man mit Blick auf die großen Mengen von Atommüll sagen: Noch lange nicht. Auch um die Uranfabriken, die weltweit im Geschäft und geopolitisch bedeutsam sind, geht es nicht. Vielleicht ist das schon Hintergrund der aktuellen Kampagnen von von der Leyen in der EU und Söder in Deutschland. Die AfD will das Thema in jedem Fall. Aber: Vor dem Neubau steht die Forschung und Entwicklung.  Konkret: Atomforschung für neue Reaktorkonzepte. Wird gemacht: „Flüssiges Salz für neue Reaktorkonzepte“ heißt es beim Atomforschungsreaktor FRM II in München Garching, der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRMII) – Technische Universität München. (Foto: © Laura Richter, TUM/FRM II – Titel: „Kick-off des Forschungsprojekts in Garching: Prof. Dr. Christian Reiter, TUM, Frank Blömeling und Frank Meissner, beide TÜV NORD EnSys, Liliana Quintero Zambrano, am TUM CNSI, und Tilmann Schlitt, wissenschaftlicher Mitarbeiter, TUM (v.l.n.r.).“)

So leitet die vom Bund und vom Land Bayern geförderte Einrichtung das Thema ein: „Flüssige Salzschmelzen könnten künftig dazu beitragen, Energie effizienter und klimafreundlicher zu erzeugen. Am FRM II erforscht die Doktorandin Liliana Quintero Zambrano, wie sich das flüssige Salz als Kühl- und Wärmetransportmedium in neuen Reaktorkonzepten einsetzen lässt. Das Projekt wird von TÜV NORD gefördert. …. Weltweit wird an Technologien gearbeitet, um CO2-Emissionen zu senken. Dazu zählen auch innovative Reaktorkonzepte, z. B. Small Modular Reactors (SMR). Eine Untergruppe sind Molten Salt Reactors, die flüssiges Salz statt Wasser zur Kühlung nutzen. „Salzschmelzen als Wärmeträger bieten großes Potenzial, Energiesysteme effizienter und leistungsfähiger zu gestalten – und das zugleich umweltfreundlich und wirtschaftlich. Durch die Weiterentwicklung dieser Technologien können wir einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesektors und damit zum Klimaschutz leisten“, sagt Liliana Quintero Zambrano, die als Doktorandin am TUM Center for Nuclear Safety and Innovation des FRM II an dem von TÜV NORD geförderten Projekt forscht.“ Ausdrücklich wird darauf verwiesen: „Mehr Informationen: Das Forschungsprojekt „Untersuchung von neuartigen Salzschmelzen für Anwendungen mit hohen Wärmeflüssen“ wird durch die TÜV Nord-Vereine und die RWTÜV-Stiftung finanziert, die Anteilseigner der TÜV NORD GROUP sind. Die fachliche Begleitung leistet TÜV NORD EnSys als kerntechnische Gutachterorganisation. Die Laufzeit der Promotionsförderung durch die TÜV NORD-Vereine und die RWTÜV-Stiftung beträgt drei Jahre; das Projekt startete im Oktober 2025.“

 

Nukleare Abschreckung: Frankreich und Deutschland haben eine hochrangige Steuerungsgruppe eingerichtet

Atomwaffen und Abschreckung: Ein Statement von Frankreichs Staatspräsident Macron und dem deutschen Bundeskanzler Merz – PM der Bundesregierung –  cvd@bpa.bund.de – www.bundesregierung.de – www.bundeskanzler.de – Pressemitteilung Nummer 41/26 vom 2. März 2026 oder auch direkt hier als PDF.

Dokumentation – und die deutsche Fassung des Textes: 

Joint declaration of President Macron and Chancellor Merz

In the spirit of their close partnership as set out in Article 4 of the Treaty of Aachen, France and Germany have decided to enter into closer cooperation in the field of deterrence in response to the evolving threat landscape.

France and Germany have established a high-ranking nuclear steering group that will act as a bilateral framework for doctrinal dialogue and the coordination of strategic cooperation, including consultations regarding the appropriate mix of conventional, missile defence and French nuclear capabilities. France and Germany have agreed to take first concrete steps beginning this year, including German conventional participation in French nuclear exercises and joint visits to strategic sites as well as development of conventional capabilities with European partners. France and Germany will also increase their ability, as Europeans, to manage escalation beneath the nuclear threshold – in particular in the fields of Early Warning and Air Defense and Deep Precision Strike.

This Franco-German cooperation is based on the shared understanding that the nuclear dimension of deterrence remains a cornerstone of European security, relying on US extended deterrence, including US nuclear weapons forward-deployed to Europe, and on the independent strategic nuclear forces of France and the United Kingdom, which have a deterrent role of their own and contribute significantly to the overall security of the Alliance. This Franco-German cooperation will add to, not substitute for, NATO’s nuclear deterrence and NATO’s nuclear sharing arrangements, to which Germany contributes and will continue to contribute. France and Germany will continue to comply with their obligations under international law including the Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons.

In light of their strong commitment to Article 5 of the North Atlantic Treaty and Art. 42 (7) of the Treaty on European Union, Franco-German cooperation aims at strengthening the systems of collective security both countries belong to. It aims at enhancing Europe’s security as a whole.

Special attention will be given to coordination with the United States, the United Kingdom, other Allies and NATO.

Höflichkeitsübersetzung

Gemeinsame Erklärung von Staatspräsident Macron und Bundeskanzler Merz

Im Geiste ihrer engen Partnerschaft, wie sie in Artikel 4 des Vertrags von Aachen niedergelegt ist, haben Frankreich und Deutschland angesichts der sich wandelnden Bedrohungslage beschlossen, auf dem Gebiet der Abschreckung enger zusammenzuarbeiten.

Frankreich und Deutschland haben eine hochrangige Nuklear-Steuerungsgruppe eingerichtet, die als bilateraler Rahmen für den verteidigungspolitischen Austausch und die Koordinierung strategischer Maßnahmen dienen soll. Hierzu gehören Konsultationen über die geeignete Mischung aus konventionellen Fähigkeiten, Raketenabwehr sowie französischen Nuklearfähigkeiten. Frankreich und Deutschland haben vereinbart, in diesem Jahr erste konkrete Schritte in diese Richtung zu unternehmen, darunter die konventionelle Beteiligung Deutschlands an französischen Nuklearübungen, gemeinsame Besuche strategischer Einrichtungen sowie Weiterentwicklung konventioneller Fähigkeiten mit europäischen Partnern. Frankreich und Deutschland werden als Europäer zudem ihre Fähigkeit zum Eskalationsmanagement unterhalb der nuklearen Schwelle verbessern – insbesondere in den Bereichen Frühwarnung, Luftverteidigung und „Deep Precision Strike“.

Diese deutsch-französische Zusammenarbeit beruht auf dem gemeinsamen Verständnis, dass die Nukleardimension der Abschreckung ein Eckpfeiler der europäischen Sicherheit bleibt. Diese stützt sich auf die erweiterte Abschreckung der USA, einschließlich der in Europa stationierten US-amerikanischen Nuklearwaffen, sowie auf die unabhängigen strategischen Nuklearstreitkräfte Frankreichs und Großbritanniens, die eine eigene Rolle bei der Abschreckung spielen und bedeutend zur Sicherheit des Bündnisses insgesamt beitragen. Diese deutsch-französische Zusammenarbeit wird die nukleare Abschreckung der NATO sowie die nukleare Teilhabe, zu der Deutschland einen Beitrag leistet und auch weiterhin leisten wird, ergänzen, nicht ersetzen. Frankreich und Deutschland werden ihren Verpflichtungen nach dem Völkerrecht, einschließlich des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, weiterhin nachkommen.

Im Lichte ihres klaren Bekenntnisses zu Artikel 5 des Nordatlantikvertrags und Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union zielt die deutsch-französische Zusammenarbeit darauf ab, die Systeme der kollektiven Sicherheit zu stärken, denen beide Länder angehören. Ihr Ziel ist die Stärkung der europäischen Sicherheit insgesamt. Besonderes Augenmerk gilt der Abstimmung mit den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und weiteren Alliierten sowie der NATO.

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