Die AfD-Fraktion hat im Bundestag einen Antrag gestellt, der direkt auf die Äußerungen der EU-Präsidentin Ursula von der Leyen (CDU) in der letzten Woche Bezug nimmt. Sie hatte davon gesprochen, dass der Atomausstieg in Deutschland ein Fehler war. Und auch die Forderungen eines bayerischen Ministerpräsidenten Söder sind mit drin, wenn es um neue Reaktorkonzepte called SMR geht. Am 19. März 2026 geht der Antrag ins Plenum des Bundestags. Außerdem hat die AfD für die Aktuelle Stunde eine Aussprache über den von Macron initiierten Atomenergiegipfel in Paris auf die Tagesordnung setzen lassen. Titel des Antrags ist: „Wieder in die Kernkraft einsteigen und strategische Fehler korrigieren“ (21/4749) vor. „Afd nutzt nukleare Vorlagen der CDU/CSU im Bundestag – Antrag und Aktuelle Stunde“ weiterlesen
Kategorie: Klimakatastrophe
Atomforschung in Deutschland für neue Reaktorkonzepte
Atomenergie ist Geschichte in Deutschland? Nun könnte man mit Blick auf die großen Mengen von Atommüll sagen: Noch lange nicht. Auch um die Uranfabriken, die weltweit im Geschäft und geopolitisch bedeutsam sind, geht es nicht. Vielleicht ist das schon Hintergrund der aktuellen Kampagnen von von der Leyen in der EU und Söder in Deutschland. Die AfD will das Thema in jedem Fall. Aber: Vor dem Neubau steht die Forschung und Entwicklung. Konkret: Atomforschung für neue Reaktorkonzepte. Wird gemacht: „Flüssiges Salz für neue Reaktorkonzepte“ heißt es beim Atomforschungsreaktor FRM II in München Garching, der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRMII) – Technische Universität München. (Foto: © Laura Richter, TUM/FRM II – Titel: „Kick-off des Forschungsprojekts in Garching: Prof. Dr. Christian Reiter, TUM, Frank Blömeling und Frank Meissner, beide TÜV NORD EnSys, Liliana Quintero Zambrano, am TUM CNSI, und Tilmann Schlitt, wissenschaftlicher Mitarbeiter, TUM (v.l.n.r.).“)
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So leitet die vom Bund und vom Land Bayern geförderte Einrichtung das Thema ein: „Flüssige Salzschmelzen könnten künftig dazu beitragen, Energie effizienter und klimafreundlicher zu erzeugen. Am FRM II erforscht die Doktorandin Liliana Quintero Zambrano, wie sich das flüssige Salz als Kühl- und Wärmetransportmedium in neuen Reaktorkonzepten einsetzen lässt. Das Projekt wird von TÜV NORD gefördert. …. Weltweit wird an Technologien gearbeitet, um CO2-Emissionen zu senken. Dazu zählen auch innovative Reaktorkonzepte, z. B. Small Modular Reactors (SMR). Eine Untergruppe sind Molten Salt Reactors, die flüssiges Salz statt Wasser zur Kühlung nutzen. „Salzschmelzen als Wärmeträger bieten großes Potenzial, Energiesysteme effizienter und leistungsfähiger zu gestalten – und das zugleich umweltfreundlich und wirtschaftlich. Durch die Weiterentwicklung dieser Technologien können wir einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesektors und damit zum Klimaschutz leisten“, sagt Liliana Quintero Zambrano, die als Doktorandin am TUM Center for Nuclear Safety and Innovation des FRM II an dem von TÜV NORD geförderten Projekt forscht.“ Ausdrücklich wird darauf verwiesen: „Mehr Informationen: Das Forschungsprojekt „Untersuchung von neuartigen Salzschmelzen für Anwendungen mit hohen Wärmeflüssen“ wird durch die TÜV Nord-Vereine und die RWTÜV-Stiftung finanziert, die Anteilseigner der TÜV NORD GROUP sind. Die fachliche Begleitung leistet TÜV NORD EnSys als kerntechnische Gutachterorganisation. Die Laufzeit der Promotionsförderung durch die TÜV NORD-Vereine und die RWTÜV-Stiftung beträgt drei Jahre; das Projekt startete im Oktober 2025.“
Nukleare Abschreckung: Frankreich und Deutschland haben eine hochrangige Steuerungsgruppe eingerichtet
Atomwaffen und Abschreckung: Ein Statement von Frankreichs Staatspräsident Macron und dem deutschen Bundeskanzler Merz – PM der Bundesregierung – cvd@bpa.bund.de – www.bundesregierung.de – www.bundeskanzler.de – Pressemitteilung Nummer 41/26 vom 2. März 2026 oder auch direkt hier als PDF.
Dokumentation – und die deutsche Fassung des Textes:
Joint declaration of President Macron and Chancellor Merz
In the spirit of their close partnership as set out in Article 4 of the Treaty of Aachen, France and Germany have decided to enter into closer cooperation in the field of deterrence in response to the evolving threat landscape.
France and Germany have established a high-ranking nuclear steering group that will act as a bilateral framework for doctrinal dialogue and the coordination of strategic cooperation, including consultations regarding the appropriate mix of conventional, missile defence and French nuclear capabilities. France and Germany have agreed to take first concrete steps beginning this year, including German conventional participation in French nuclear exercises and joint visits to strategic sites as well as development of conventional capabilities with European partners. France and Germany will also increase their ability, as Europeans, to manage escalation beneath the nuclear threshold – in particular in the fields of Early Warning and Air Defense and Deep Precision Strike.
This Franco-German cooperation is based on the shared understanding that the nuclear dimension of deterrence remains a cornerstone of European security, relying on US extended deterrence, including US nuclear weapons forward-deployed to Europe, and on the independent strategic nuclear forces of France and the United Kingdom, which have a deterrent role of their own and contribute significantly to the overall security of the Alliance. This Franco-German cooperation will add to, not substitute for, NATO’s nuclear deterrence and NATO’s nuclear sharing arrangements, to which Germany contributes and will continue to contribute. France and Germany will continue to comply with their obligations under international law including the Treaty on the Non-Proliferation of Nuclear Weapons.
In light of their strong commitment to Article 5 of the North Atlantic Treaty and Art. 42 (7) of the Treaty on European Union, Franco-German cooperation aims at strengthening the systems of collective security both countries belong to. It aims at enhancing Europe’s security as a whole.
Special attention will be given to coordination with the United States, the United Kingdom, other Allies and NATO.
Höflichkeitsübersetzung
Gemeinsame Erklärung von Staatspräsident Macron und Bundeskanzler Merz
Im Geiste ihrer engen Partnerschaft, wie sie in Artikel 4 des Vertrags von Aachen niedergelegt ist, haben Frankreich und Deutschland angesichts der sich wandelnden Bedrohungslage beschlossen, auf dem Gebiet der Abschreckung enger zusammenzuarbeiten.
Frankreich und Deutschland haben eine hochrangige Nuklear-Steuerungsgruppe eingerichtet, die als bilateraler Rahmen für den verteidigungspolitischen Austausch und die Koordinierung strategischer Maßnahmen dienen soll. Hierzu gehören Konsultationen über die geeignete Mischung aus konventionellen Fähigkeiten, Raketenabwehr sowie französischen Nuklearfähigkeiten. Frankreich und Deutschland haben vereinbart, in diesem Jahr erste konkrete Schritte in diese Richtung zu unternehmen, darunter die konventionelle Beteiligung Deutschlands an französischen Nuklearübungen, gemeinsame Besuche strategischer Einrichtungen sowie Weiterentwicklung konventioneller Fähigkeiten mit europäischen Partnern. Frankreich und Deutschland werden als Europäer zudem ihre Fähigkeit zum Eskalationsmanagement unterhalb der nuklearen Schwelle verbessern – insbesondere in den Bereichen Frühwarnung, Luftverteidigung und „Deep Precision Strike“.
Diese deutsch-französische Zusammenarbeit beruht auf dem gemeinsamen Verständnis, dass die Nukleardimension der Abschreckung ein Eckpfeiler der europäischen Sicherheit bleibt. Diese stützt sich auf die erweiterte Abschreckung der USA, einschließlich der in Europa stationierten US-amerikanischen Nuklearwaffen, sowie auf die unabhängigen strategischen Nuklearstreitkräfte Frankreichs und Großbritanniens, die eine eigene Rolle bei der Abschreckung spielen und bedeutend zur Sicherheit des Bündnisses insgesamt beitragen. Diese deutsch-französische Zusammenarbeit wird die nukleare Abschreckung der NATO sowie die nukleare Teilhabe, zu der Deutschland einen Beitrag leistet und auch weiterhin leisten wird, ergänzen, nicht ersetzen. Frankreich und Deutschland werden ihren Verpflichtungen nach dem Völkerrecht, einschließlich des Vertrags über die Nichtverbreitung von Kernwaffen, weiterhin nachkommen.
Im Lichte ihres klaren Bekenntnisses zu Artikel 5 des Nordatlantikvertrags und Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union zielt die deutsch-französische Zusammenarbeit darauf ab, die Systeme der kollektiven Sicherheit zu stärken, denen beide Länder angehören. Ihr Ziel ist die Stärkung der europäischen Sicherheit insgesamt. Besonderes Augenmerk gilt der Abstimmung mit den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich und weiteren Alliierten sowie der NATO.
Nukleare Katastrophen und Krieg: 15 Jahre Fukushima, 40 Jahre Tschernobyl und heute Krieg um Atomanlagen
Am 11. März jährt sich die mehrfache Atomkatastrophe von Fukushima in Japan zum 15. Mal. Am 26. April ist der Super-Gau von Tschernobyl 40 Jahre her. Und noch immer sind beide Atomruinen hoch radioaktiv verstrahlt und stellen weiterhin ein immenses Gefahrenpotential für Mensch und Umwelt dar. Noch für weitere Jahrzehnte werden Milliarden-Summen für die Aufräumarbeiten und die Sicherung vor weiteren radioaktiven Freisetzungen ausgegeben werden müssen. Hunderttausende Menschen haben durch die Katastrophen ihr Leben verloren, erkrankten an den Folgen der Strahlung, mussten ihre Heimat verlassen oder haben in anderer Weise massive Eingriffe in ihr Leben durch die nuklearen Katastrophen durchmachen müssen.
Dennoch setzen Selbstvergessene und politisch oder wirtschaftlich Interessierte weiterhin auf diese unverantwortliche Technologie. Nicht nur Katastrophen. Atomstrom heißt auch im unfallfreien „Normalbetrieb“ jede Menge Atommüll, dessen Lagerung tausende Generationen funktionieren muss, was weltweit ungeklärt ist.
„Technologieoffen“ geht anders!
Und dann ist da noch die Sache: Wer Atomkraftwerk sagt, muss auch Atombombe sagen. Denn genau das ist es, was die nukleare Maschine antreibt und wozu es einen Atomwaffensperrvertrag braucht. Doch der wird immer fragiler. Und dann sind Atomanlagen heutzutage Angriffsziele. In der Ukraine, wieder Tschernobyl, und Saporischschja, Europas größtes Atomkraftwerk. Oder die Atomanlagen im Iran. Bald sollen 25 Staaten über Atomwaffen verfügen, sagt die Agentur, die deren Verbreitung verhindern soll. Atomkraft? NEIN DANKE!
Vereinte Nationen: Wird Chef der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) neuer UN-Generalsekretär?
Die Rolle und Bedeutung der Vereinten Nationen ist schwer in der Krise. Nicht erst seit die USA unter Donald Trump massiv die Möglichkeiten der UN untergraben und viel dazu beitragen, dass die Organisation möglicherweise zahlungsunfähig wird. Damit würden auch zahlreiche internationale Abkommen und Verträge der Völkergemeinschaft und ihre Kontrollsysteme gefährdet, darunter auch der Atomwaffensperrvertrag und der Atomwaffenverbotsvertrag. Zusätzlich destabilisieren die USA mit Trump und einem fragwürdigen Friedensrat das universale Konzept der Vereinten Nationen, – mit Unterstützung einiger autoritärer Staaten. Anfang 2027 endet die Amtszeit des jetzigen UN-Generalsekretärs Gutteres. Er wünscht sich, dass erstmals eine Frau dieses Amt bekommen sollen. Geht es nach dem bisherigen Verfahren, dann sollte künftig eine Person aus Lateinamerika das Amt übernehmen.
Da wäre z. B. die Chilenin Michelle Bachelet, die jede Menge Erfahrung mitbringt und ihre Bewerbung bereits signalisiert hat. Da ist aber auch der amtierende Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Rafael Grossi, der aus Argentinien stammt und sein Interesse an dem Posten des UN-Generalsekretärs bekundet hat. Seine Amtszeit bei der IAEA läuft am 2. Dezember 2027 aus. Im April sollen die Bewerber*innen vorgestellt werden. (Foto: Photo Credit: Dean Calma / IAEA – Copyright ©IAEA Images)
- Nobelpreisträger warnen vor wachsenden Risiken eines Nuklearkonflikts – IAEA-Chef befürchtet künftig bis zu 25 Atommächten
- Über die Lage und das Gerangel um die Nachfolge von Guterres berichtet u.a. der SRF „UNO-Generalsekretär Das Gerangel um Guterres’ Nachfolge hat begonnen – Wer folgt 2027 auf den Portugiesen? Viele fordern erstmals eine Frau an der UNO-Spitze. Mächtige Länder sehen das anders.“ Siehe auch hier bei der UN
Mit Blick auf den Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat der IAEO-Chef Grossi gerade festgestellt: IAEA-Chef zu Iran: Keine Anzeichen für Atomwaffen-Programm
