KI und ChatGPT: Neue Atombrennstoffe – Informiert umweltFAIRaendern.de über HALEU?

Informiert umweltFAIRaendern.de über HALEU?, will ich von ChatGPT35 wissen. Wie antwortet diese alte KI? „HALEU steht für „High-Assay Low-Enriched Uranium“ und bezeichnet Uran, das einen Anreicherungsgrad von Uran-235 zwischen 5 und 19,75 Prozent aufweist. Dies ist höher als bei herkömmlichem niedrig angereichertem Uran (LEU), das typischerweise für kommerzielle Kernkraftwerke verwendet wird, aber knapp unterhalb der Schwelle von 20 Prozent, ab der Uran als waffentauglich eingestuft wird.“ Und umweltFAIRaendern?

Teilt der Algorithmusmit: „Laut umweltFAIRaendern.de hat HALEU sowohl zivile als auch militärische Anwendungen, was es besonders umstritten macht. Es wird für neue Reaktorkonzepte wie kleine modulare Reaktoren (SMRs) sowie für militärische Anwendungen wie nukleare Antriebe von U-Booten genutzt. Kritiker befürchten, dass die Produktion und Verbreitung von HALEU die Schwelle zur Herstellung von Atomwaffen senken könnte, da das Material sehr nah an waffentauglichem Uran liegt. Zudem werfen sie Fragen zur rechtlichen Zulässigkeit und den sicherheitspolitischen Implikationen der Urananreicherung auf, insbesondere im Hinblick auf bestehende internationale Verträge und die mögliche militärische Nutzung in Ländern wie den USA, Großbritannien und Frankreich​(UmweltFairaendern, UmweltFairaendern, UmweltFairaendern).

Kein Atommüll-Endlager in Sicht: BMU antwortet linkem Bundestagsabgeordneten: „Keine wesentlichen Änderungen“ beim Nationalen Entsorgungsprogramm

Die Suche nach einem Endlager wird sich für Jahrzehnte verschieben. Eigentlich nicht neu, aber Medien und Bundestags-Mehrheiten mögen es, wenn man Meldungen als News verkauft, auch wenn es eigentlich „kalter Kaffee“ ist. Wenn ein unterirdisches Endlager sich verzögert, muss die oberirdische Zwischenlagerung länger dauern. Ist ja klar. Aber auch da müssen wir uns keine Sorgen machen, denn wir haben Behörden und Unternehmen, die für die Entsorgung von Atommüll zuständig sind. Und weil die staatlich sind, haben die natürlich alles im Griff. Na gut, ein bißchen Forschung muss schon sein, ob die Behälter und das Inventar eine um Jahrzehnte verlängerte Zwischenlagerung auch aushalten. Nicht dass Behälter undicht werden oder es in den Behälter durch Schäden an den hoch radioaktiven Brennelementen zu nukleare Kettenreaktion kommt (Kritikalität, Explosion). Aber alles in allem: Im Gesetz steht, dass die Atommülllagerung sicher sein muss. Wie es mit allen Arten von Atommüll in den EU-Staaten so läuft, will die EU wissen. Über das jeweilige „Nationale Entsorgungsprogramm“ muss im nächsten Jahr auch Deutschland wieder erklären, wie es laufen soll. Victor Perli, Haushälter bei der Linken Gruppe im Bundestag hat das zuständige Bundesumweltministerium befagt „„Wie ist der Erstellungsstand und der aktuelle Zeitplan beim zweiten Nationalen Entsorgungsprogramm?“

Die Antwort des BMU auf die Berichtsbitte des Bundestagsabgeordneten lautet: „Das Nationale Entsorgungsprogramm wird derzeit aktualisiert. Es sind keine wesentlichen Änderungen bei den vorgesehenen Entsorgungswegen im Vergleich zu der Fassung von 2015 geplant; allerdings werden die veränderten Zeitbedarfe berücksichtigt. Zur aktualisierten Fassung wurde eine Abstimmung innerhalb der Bundesregierung und mit den Bundesländern durchgeführt.

Derzeit werden die Scoping-Unterlagen für die Durchführung der Strategischen Umweltprüfung (SUP) nach dem UVP-Gesetz erarbeitet; die SUP ist auch das Instrument für die Beteiligung der Öffentlichkeit.

Der Scoping-Termin zur Festlegung des Untersuchungsrahmens für die SUP ist noch in diesem Jahr vorgesehen. Das BMUV plant, den für die SUP erforderlichen Umweltbericht mit Unterstützung der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) und dem Öko-Institut fertigzustellen und die Öffentlichkeit über die Beteiligungsmöglichkeit im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung 2025 zu unterrichten. Daran anschließend soll die Beteiligung der zuständigen Behörden und der Öffentlichkeit erfolgen. Das Nationale Entsorgungsprogramm und der zugehörige Umweltbericht sollen hierzu im Internet veröffentlicht und Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben werden. Zum Abschluss der Öffentlichkeitsbeteiligung ist eine öffentliche Veranstaltung geplant. Nach einer dann ggf. durchzuführenden Überarbeitung muss das Nationale Entsorgungsprogramm von der Bundesregierung beschlossen werden. Im Anschluss erfolgt die Übermittlung an die EU-Kommission.“

Mensch Meier … Rauch-Haus… für Alle. Immer wieder! Aufhören, mit Hetze!

Weil es immer noch wichtig ist. Weil es immer noch drängt. Weil Rio Reiser. Weil Ton Steine Scherben. Weil wir Neues Glas aus alten Scherben brauchen. Weil sie da sind:

Ein Video auf Youtube. Schaut selbst, wie datensicher und ohne Werbung das geht: Invidious ist eine Plattform, die Youtube nicht mag.

Wie schön: Wutzrock! Panteon Rococo – Immer gegen Faschismus – Immer umsonst, zusammen, draußen – und so tolle Musik

Wie gut, dass es das immer noch gibt. Grad wieder! Alt und Frisch und Neu aus Bergedorf. Das sind die, die nach Hamburg fahren! Wenn die S-Bahn funktioniert. Absolut kein Flop! In jedem Fall umsonst zusammen draußen und gegen Nazis und alles was nicht solidarisch ist. Danke an all die Wutzrocker:innen vom Anfang bis heute und bis noch viel länger! Da wurde sogar für den Netze-Chor geworben. Direkt von Wutzrock ins Tonstudio, wo Rantanplan auf einem Scherben-Cover für Gemeinwohl und Rekommunalisierung den „Netze-Song“ einspielte. (Siehe unten) Und in jedem Fall: Hier ist Wutzrock immer wieder. Und diesmal war da auch Panteon Rococo – Mexico. Die Welt am Eichbaumsee in Allermöhe – gleich bei Dove-Elbe! Ein Video auf Youtube. Schaut selbst, wie datensicher und ohne Werbung das geht: Invidious ist eine Plattform, die Youtube nicht mag. Aber klar! Wutzrock 2024

Und natürlich: umweltfairaendern hat über Wutzrock auch schon berichtet. Und davor im Grunde auch schon: Im Jahre 2000 wurde Wutzrock 22 Jahre alt. In „ak – analyse und kritik“ schrieb damals Harald Holzmann über das Festival: „22 Jahre Schweinerock – Wutzrock 2000 – Umsonst & Draußen“ – Mein alter Blog ROCK-LINKS hält den Text aus der Zeitung hier online. Im AK war ich seinerzeit Teilzeit-Redakteur, auch mit kulturellem musikalischen Auftrag. Texte, vom Anfang des Jahrtausends, die über meinen Schreibtisch und Mailaccount liefen, sind hier immer noch online zu finden und im Archiv des AK wohl auch. Ein Versuch, im AK Kultur Musik Pop zu etablieren.

Auch das gehört irgendwie zu Wutzrock – Bergedort und Volksentscheid Unser Hamburg Unser Netz: https://umweltfairaendern.de/2013/08/20/der-sound-der-netze-rantanplan-und-der-netze-chor-das-ist-unser-netz/ und dieser Song:

Einfach weiter lesen: ak – analyse & kritik, Zeitung für linke Debatte und Praxis, Zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 439 / 08.06.2000

22 Jahre Schweinerock – Wutzrock 2000 – Umsonst & Draußen

Mammutveranstaltungen wie „Rock am Ring“ oder die zweijährlich stattfindenden Rolling Stones Welttourneen sind deutliches Zeugnis der vollständigen Kommerzialisierung der Ware Rockmusik. Als Ausdruck von Gegenkultur ist sie nur noch in wenigen Nischen zu finden. Eine dieser verborgenen Ecken ist ein kleines, meist nicht sehr spektakuläres Musikfestival mit dem Namen Wutzrock im Osten Hamburgs.

Der Kampf um ein autonomes, selbstverwaltetes Jugendzentrum war die Geburtsstunde dieses wohl zu den ältesten zählenden „Umsonst & Draußen“-Festivals in der BRD. Um die Idee eines autonomen Jugendzentrums („JUZ, aber dalli“ lautete die damalige Parole) zu transportieren, wurde 1979 im Billtalstadion des Hamburger Stadtteils Bergedorf das erste Wutzrock-Festival veranstaltet. Man wollte Öffentlichkeit bzw. Gegenöffentlichkeit zum Angebot des Hitparadenmiefs eines Dieter Thomas Heck. Vor allem aber sollte die eigene kulturelle Identität schon mal im Vorwege ausprobiert und vorgelebt werden. Das kulturrevolutionäre Element war Wegbegleitung zumindest in der ersten Phase der Realisierung der Festivals. Es ging nicht um eine Art Masterplan zur Erringung der lokalen kulturellen und politischen Hegemonie, sondern im Vordergrund stand die Idee der konkreten Umsetzung eines alternativen, immer politisch infizierten Lebens.

Bemerkenswert ist vor allem, dass Wutzrock nach diversen Höhen und Tiefen und trotz eines bis heute vollständig gewandelten Zeitgeistes und trotz eines abhanden gekommenen revolutionären Subjekts, immer noch sehr lebendig jedes Jahr auf dem Gelände am Eichbaumsee wieder aufersteht. In diesem Jahr findet das Open-Air-Festival nun schon zum 22. Mal statt. Darüber hinaus ist das damals durch u.a. mehrere Hausbesetzungen erkämpfte autonome Jugendzentrum noch existent bzw. funktioniert immer noch im Sinne seiner Mütter und Väter. Indikator für den unangepassten, immer noch aufrührerischen Geist mag sein, dass das JUZ „Unser Haus“ in CDU-Anfragen an den Hamburger Senat schon mal als Dependance der „Roten Flora“ bezeichnet wird.

Idee eines alternativen, politischen Lebens

Bundesweit gibt es noch einige andere Orte wie z.B. Vlotho oder Würzburg, an denen die Idee der „Umsonst & Draußen“ Festivals weiterlebt. Vlotho errang Anfang der 80er Jahre auf Grund seiner Woodstock ähnlichen Größenverhältnisse von schon mal 70.000 ZuhörerInnen und den unvergessenen Schlammschlachten mehr als regionale Aufmerksamkeit. Neben der Idee, unkommerzielle Nonprofit-Veranstaltungen als authentischen Ausdruck des (damaligen) Lebensgefühls zu organisieren, war der Regen das einzige, das Wutzrock und Vlotho einte. In Vlotho gelang es nach den äußerst erfolgreichen Veranstaltungen von 1975 bis 1979 nicht, das Festival jährlich zu organisieren. Erst 1990 ging es weiter. 1993 waren wieder 70.000 nichtzahlende ZuhörerInnen erreicht. Danach gab es noch 1997 ein Festival. In diesem Jahr sollen nun vom 1. – 3. September wieder drei Tage alternativ gefeiert, Musik gehört und Drogen konsumiert werden. Vlotho war, anders als Wutzrock, immer eher ausschließlich das Festival des authentischen Lebensgefühls und nicht Ausdruck des politischen Widerstands.

Die ökonomische Umsetzung und Realisierung der Festivals ist überall gleich. Die Bands spielen zu Konditionen, die es nicht erlauben, Superstars zu holen. Der Verkauf der legalen Drogen bleibt in der Hand der Veranstalter, Stände werden gegen Gebühren vermietet, gearbeitet wird von vielen Leuten viel und umsonst.

In den Anfangstagen des Wutzrockfestivals sorgte das Bezirksamt Bergedorf bzw. die Hamburger Kulturbehörde über den jugendpolitischen Geldtopf noch für eine Ausfallbürgschaft. Nachdem diese Mittel bis 1995 mit nur noch 7.500 DM einen Tiefstand erreichten, stand aufhören oder anders weiter zur Debatte. Nach einigen Streitereien mit dem Hausrat vom JUZ gründete die Veranstaltungsgruppe den eingetragenen Verein „Galatic Entertainment“ und setzte sich vorübergehend ein wenig vom Jugendzentrum ab. Sponsoring durch den in Bergedorf inzwischen entstandenen alternativen Mittelstand sollte nun die erforderlichen Geldmittel bringen: Der regionale Müsliladen, bzw. Fahrradschrauber um die Ecke und vielleicht sogar der Autodealer wurden zum Objekt der Begierde. Das Konzept ging auf und der Müsli-orientierte Bergedorfer Mittelstand half, das erforderliche Geld zusammenzubringen. Als einziges Großunternehmen, Das in dieser Szene Kultursponsoring für zweckmäßig hielt – ist Langnese dabei.

Inzwischen hat das Festival am Eichbaumsee einen festen Veranstaltungsort. Seit dem steigen die Besucherzahlen langsam aber stetig von früher vielleicht maximal 3.000 auf heutige 7-10.000 Menschen an.

Sponsoring für die linke Subkultur

Erst seit ca. vier Jahren ist dieser Veranstaltungsort unumstritten. Davor hatte der Ortsausschuss „Vier- und Marschlande“ in Form von einer CDU-FDP-Initiative ständig versucht, das Festival von diesem Platz zu vertreiben. Unvergessen ist die Drohung mit dem Volkszorn durch den FDP-Abgeordneten Hansen vom September 1991: „Müssen die Leute erst mit dem Güllewagen dort hinfahren …“, war seine Aufforderung zu Bauernriots.

Wutzrock hat sich inzwischen etabliert. Als ein eher regionales Musikfest hat es in den Anfängen die Jugendlichen der kleinen subkulturellen Szene Bergedorfs in ihrer Positionierung im politischen Koordinatensystem unterstützt. Über den Hebel der Musik wurde im kleinbürgerlichen Speckgürtel der Metropole Hamburg kulturpolitische Orientierung geboten, die zumindest in der jährlichen Realisierung des Festivals bis heute trägt. Eine frühzeitige Umsetzung des Mottos „Think global, Act lokal“.

Als gegenkulturelle Veranstaltung war Wutzrock auch ein Angriffspunkt der Neo-Nazis. 1988 plakatierten Neo-Nazis im Hamburger Schanzenviertel Wutzrockplakate mit dem Text „Unser Haus spielt Bimbomusik“ über. Das JUZ „Unser Haus“ war damals noch identisch mit der Wutzrock-Veranstaltungsgruppe.

Bei diversen Festivals musste mit Provokationen durch die Nazis gerechnet werden, zumal Wutzrock immer auch aktiv politische Gegenkultur unterstützte. Seit 1998 hat die deutsche Sektion von ICAD (International Comitee against Disapperance) ein Infozelt auf dem Festivalgelände. ICAD problematisiert weltweit das staatlicherseits organisierte Verschwindenlassen kritischer, engagierter Menschen. Dieses Jahr wird das Festival um ein weiteres Infozelt unter dem Motto „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen“ ergänzt. Inhalt ist der antifaschistische Widerstand gegen das immer offenere Auftreten der Neo-Nazis auf Hamburger Straßen.

Wutzrock und Gegenkultur gegen Nazis

Zu hoffen bleibt, dass diese real gelebte Alternative weiterhin als Orientierungsrahmen im Kampf um die Köpfe bleibt, dass es auch in Zukunft gelingt, das Staffelholz an die nachwachsenden Generationen Jugendlicher zu überreichen, um weiter gesellschaftliche Räume zu besetzen.

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Wutzrock 2000: 14.-16. Juli in Hamburg am Eichbaumsee, Programm unter: www.bergedorf.de/kulturost


© a.k.i Verlag für analyse, kritik und information GmbH, Rombergstr. 10, 20255 Hamburg

 

Atomenergie im Krieg: Kampfhandlungen um AKWs Saporischschja und Kursk – Ärztinnenorganisation IPPNW schlägt Alarm

Nachdem die ukrainischen AKWs in Tschernobyl und vor allem in Saporischschja unmittelbar in die Kriegshandlungen seitens Russlands in der Ukraine einbezogen waren und sind, rücken nun auch die grenznahen Atommeiler auf russischem Gebiet in den Focus der Kämpfe. Ukrainische Truppen sind auf russischem Gebiet Richtung Kursk vorgerückt. Verbunden mit der Drohung, dass das dortige AKW möglicherweise zur Zielscheibe werden könnte? Die internationale Ärzt*innen-Organisation IPPNW, wegen ihres Engagements gegen Atomgefahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, reagiert mit Sorge auf die Meldungen und warnt vor den drohenden Gefahren einer Eskalation rund um die Atommeiler. In Saporischschja ist es offenbar direkt am abgeschaltetem AKW mit sechs Reaktorblöcken zu einem Feuer gekommen – möglicherweise in Verbindung mit Angriffshandlungen. Dieses Feuer soll gelöscht sein. Aufgrund der Kämpfe, aber auch im Zusammenhang mit der Trockenheit brennen Wälder in der Umgebung des AKW. (Foto: Präsidialamt Ukraine, Feuer am AKW Saporischschja, inzwischen gelöscht.) Auch das für Atomenergie-Anlagen zuständige „Bundesamt für Atommüll“ BASE berichtet über die wachsende Gefahrenlage.

umweltFAIRaendern.de dokumentiert die PM der IPPNW von heute:

Drohende gesundheitliche Katastrophe: Ärzt*innenorganisation schlägt Alarm

Kampfhandlungen um AKWs Saporischschja und Kursk

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW äußert sich sehr besorgt über den Brand auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja in der Ukraine und die anhaltenden Kampfhandlungen in der Nähe des AKW Kursk in Russland. Aufgrund des Risikos eines schweren AKW-Unfalls fordert die IPPNW eine sofortige Einrichtung einer entmilitarisierten Zone um die beiden Atomanlagen.

„Alle Angriffe müssen sofort aufhören. Diese menschengemachte nukleare Bedrohung im Krieg ist für die betroffene Zivilbevölkerung nicht länger hinnehmbar“, mahnt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. „Ein beschädigtes Atomkraftwerk im Krieg kann auf diese Weise schnell zu einer Massenvernichtungswaffe werden. Die internationale Gemeinschaft muss endlich handeln und sich um eine entmilitarisierte Zone um AKWs in Kriegszonen bemühen“, so Claußen.

Die Ärzt*innen warnen vor möglichen Folgen der derzeitigen Kämpfe zwischen ukrainischen und russischen Truppen in der Nähe des AKW Kursk. Das AKW Kursk in der russischen Stadt Kurtschatow beherbergt vier Blöcke aus der Reaktorbaureihe, die in Tschernobyl verbaut wurde und besonders störungsanfällig ist. Zwei der Reaktoren sind bereits stillgelegt. Die beiden noch in Betrieb befindlichen sind deutlich weniger geschützt gegen externe Angriffe als das AKW Saporischschja. Der IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief am Wochenende beide Konfliktparteien dazu auf, sich an die Regeln für nukleare Sicherheit in Konfliktgebieten zu halten. In der Stadt Kurtschatow und dem Umland fiel wegen eines ukrainischen Drohnentreffers bereits der Strom aus, teilte der kommissarische Gouverneur von Kursk mit.

Die Internationale Atombehörde IAEA teilte am Sonntagabend mit, es habe auf dem Areal des AKW Saporischschja mehrere Explosionen gegeben. Das von russischen Truppen kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja gab bekannt, eine Drohne habe einen Kühlturm auf dem nördlichen Teil des Areals getroffen. Die IAEA sieht in ihrer Mitteilung zum AKW Saporischschja zwar keine unmittelbare Gefahr gegeben, allerdings berge jede Art von Feuer auf dem Gelände oder in seiner Nähe die Gefahr, dass es auch auf sicherheitsrelevante Einrichtungen übergreift.

Sollte ein Brand auch einen der Reaktoren erfassen, könnte im schlimmsten Fall eine Kernschmelze drohen. Die in diesem Fall austretende atomare Strahlung hätte verheerende Folgen für die Umwelt und Ernährungssicherheit sowie die Gesundheit der Bevölkerung, welche sich unter Kriegsbedingungen noch einmal verschärfen. Zudem würden sich die Folgen voraussichtlich nicht auf ukrainisches Staatsgebiet beschränken. Russland und die Ukraine machten sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Russischen Nachrichtenagenturen zufolge ist der Brand auf der Anlage inzwischen gelöscht.

Seit der russischen Invasion kommt es immer wieder zu Angriffen auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Im August 2022 kam es zu Luftangriffen. Zudem berichtete die IAEA im Juli 2023, Mitarbeiter*innen hätten auf dem Gelände Minen entdeckt.

Kontakt:
Lara-Marie Krauße (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), E-mail: krausse@ippnw.de, Tel.: 030  698074 15

 

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