Endlagersuche: Wächtergremium für BürgerInnen unterbesetzt

Wohin mit den hochradioaktiven Abfällen? „Es ist schon sehr misslich, dass das NBG als wichtiges Wächtergremium bei der Endlagersuche nun seit längerer Zeit nicht in der vorgeschriebenen Personalstärke arbeiten kann und damit seine wichtige Funktion geschwächt ist.“ So kommentiert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) im „Tagesspiegel Background“ die Probleme von Bundesrat und Bundestag sich endlich auf eine Personalliste für diese Gremium zu verständigen. (Foto: Hubertus Zdebel und einige Mitglieder des Nationalen Begleitgremiums)

Der Background erklärt in dem Artikel hinter einer Paywall die Bedeutung des Gremiums im Verfahren zur Suche eines Endlagers für hochradioaktive Atomabfäle udn nennt einige der Gründe, die zu diesem Mißstand geführt haben. Auch die Anti-Atom-Initiativen .ausgestrahlt und BI Lüchow Dannenberg hatten dies jüngst thematisiert.

Nicht nur bei den zu wählenden Mitgliedern habert es seit Monaten. Auch bei den per Losverfahren ermittelten Mitgliedern des NBG, die von der Umweltministerin ernannt werden, ist es zu heftigen Problemen gekommen, die die Arbeit des Gremiums belastet haben.

Ein besonders gravierendes Problem für ein geschwächtes NBG ist, dass Gesetze und Verordnungen für die laufende Endlagersuche anstehen und bereits im dritten Quartal 2020 erste Entscheidungen über weitere Untersuchtungsgebiete anstehen.

Der Tagesspiegel Background berichtet daher: „Längst haben Abgeordnete auch die Verabschiedung des Geologiedatengesetzes im Blick. „Gerade jetzt, wo es um die Verabschiedung des Gesetzes geht, braucht es ein vollbesetztes, funktionsfähiges Begleitgremium“, sagte der Linken-Abgeordnete Zdebel. Tatsächlich ist die Verabschiedung des Gesetzes eine heikle Wegmarke. Denn: Wenn im Herbst erstmals Regionen genannt werden, die als Endlagerstandort infragekommen, sollen Entscheidungen transparent erklärt werden. So wurde es beim Neustart der Suche vor wenigen Jahren gesetzlich verankert. Das Gesetz soll die Bereitstellung geologischer Daten regeln. Es wird für den Bericht dringend benötigt. Am Mittwoch ist es erstmals im Bundestag. “

 

Endlagersuche: Zugang zu den geologischen Daten – Anhörung zum Gesetzentwurf

Transparent für alle BürgerInnen soll die neue Endlagersuche sein. Eine Voraussetzung: Der Zugang zu den geologischen Daten, auf denen die Entscheidungen der Verantwortlichen basieren, wenn Regionen aus dem Suchverfahren ausgeschlossen oder für eine detailliertere Prüfung ausgewählt werden. Seit 2017 ist klar, dass es dazu eine Gesetzesänderung braucht, aber erst jetzt, kurz vor Toresschluss, kommt die Regierungsfraktion mit einem Entwurf um die Ecke: Das Geologiedaten­gesetz soll jetzt das Lager­stättengesetz (Bundestagsseite inkl. Drucksache) ablösen und eine Veröffentlichung der Geo-Daten möglich machen. Der Bundesrat hatte bereits vor zwei Wochen beraten. Am Mittwoch (4.3.) wird der Entwurf mit einer Debatte in den Bundestag eingebracht. Am kommenden Montag (9.3.) wird er im Wirtschaftsausschuss beraten. Auch das Nationale Begleitgremium hat sich intensiv mit dieser wichtigen Gesetzesänderung und den Geodaten befasst. (Foto: Aussicht auf Geodaten)

Endlagersuche: Zugang zu den geologischen Daten – Anhörung zum Gesetzentwurf

Transparent für alle BürgerInnen soll die neue Endlagersuche sein. Eine Voraussetzung: Der Zugang zu den geologischen Daten, auf denen die Entscheidungen der Verantwortlichen basieren, wenn Regionen aus dem Suchverfahren ausgeschlossen oder für eine detailliertere Prüfung ausgewählt werden. Seit 2017 ist klar, dass es dazu eine Gesetzesänderung braucht, aber erst jetzt, kurz vor Toreschluss, kommt die Regierungsfraktion mit einem Entwurf um die Ecke: Das Geologiedaten­gesetz soll jetzt das Lager­stättengesetz (Bundestagsseite inkl. Drucksache) ablösen und eine Veröffentlichung der Geo-Daten möglich machen. Der Bundesrat hatte bereits vor zwei Wochen beraten. Am Mittwoch (4.3.) wird der Entwurf mit einer Debatte in den Bundestag eingebracht. Am kommenden Montag (9.§) wird er im Wirtschaftsausschuss beraten. Auch das Nationale Begleitgremium hat sich intensiv mit dieser wichtigen Gesetzesänderung und den Geodaten befasst.

Schwach- und mittelradioaktive Abfälle: Unterschätzte Risiken – gefährliche Flickschusterei

Von „Unterschätzten Risiken – gefährlicher Flickschusterei“ bei der Lagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle handelte am 21. Februar in Hannover eine Fachtagung des Atommüllreports. Immer wieder hat es enorme sicherheitsrelevante Probleme bei der Lagerung dieser Abfälle gegeben, deren gesundheitliche und umweltrelevanten Auswirkungen und Risiken oftmals gegenüber dem hochradioaktiven Atommüll verharmlost werden. Doch auch diese Abfälle müssen für eine Million Jahre sicher von der Umwelt abgeschottet sicher gelagert werden.

In Morsleben und Asse  sind Endlagerversuche dieser Abfälle weitgehend gescheitert. Die bis heute über 40 Zwischenlager laufen bundesweit über, immer neue Lager müssen gebaut werden. Falsch deklarierte und rostende Fässer und veraltete Sicherheitsanforderungen kennzeichnen die Probleme beim Umgang mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen. Ab 2027 sollen die Abfälle in das alte Eisenerzbergwerk Schacht KONRAD endgelagert werden, obwohl es in keiner Weise dem heutigen Stand von Wissenschaft und Technik entspricht. Viele Fachleute bezweifeln, dass das gelingen wird. Immer wieder ist es zu erheblichen Verzögerungen gekommen. Grund genug also, sich mit der Problematik intensiv zu befassen. UmweltFAIRaendern dokumentiert die Fachvorträge von der AMK-Tagung.

Welche Gefahren gehen von den Abfällen aus?
Woher kommt der Müll?
Unter welchen Bedingungen lagern die radioaktiven Abfälle heute und wie kann die Sicherheit verbessert werden?
Welche Kritik am Projekt Schacht KONRAD gibt es?
Welches Risiko soll die Bevölkerung akzeptieren?
Warum müssen die Sicherheitsanforderungen aktualisiert werden?

Die Antworten auf diese und weitere Fragen wollen wir im Rahmen der Fachtagung diskutieren.
Programm

11.00 Uhr Spezifische Gefahren schwach- und mittelradioaktiver Abfälle (PDF), Dr. Hauke Doerk, Physiker, Umweltinstitut München

12.00 Uhr Neumann-Vom Akw zum Vom Atomkraftwerk zum Atommüllfass – Probleme beim Rückbau und bei der Behandlung radioaktiver Abfälle-02-21 (PDF), Wolfgang Neumann, Physiker

13.00 Uhr Mittagessen

14.00 Uhr Aktuelle Situation und Probleme der Zwischenlagerung schwach– und mittelradioaktiver Abfälle (PDF), Oda Becker, Physikerin

14.45 Uhr Aus der Zeit gefallen – Das Atommüllprojekt Schacht KONRAD (PDF), Ursula Schönberger, Politologin, Atommüllreport

15.30 Uhr Kaffeepause

16.00 Uhr Sicherheitsanforderungen an die tiefengeologische Lagerung schwach– und mittelradioaktiver Abfälle (PDF), Jürgen Kreusch, Geologe

17.00 Uhr Ende der Fachtagung

Atomkatastrophe Fukushima und Olympische Spiele Tokio 2020

Atomkatastrophe Fukushima? Am 11. März 2011 explodierten drei Reaktoren, hunderttausende Menschen mussten evakuiert werden. Große Mengen Radioaktivität wurden in den Ozean abgeleitet. Bis heute sind große Gebiete radioaktiv belastet, noch auf Jahrzehnte wird Japan mit Aufräumarbeiten und der Sicherung der radioaktiven Ruinen beschäftigt sein.

Doch wenn die „Jugend der Welt“ im Sommer 2020 zu den Olympischen und Paralympischen Spielen nach Japan kommt, dann will das High-Tech-Land Normalität demonstrieren, will zeigen, alles im Griff zu haben. Deshalb sollen ohne jede Not, SportlerInnen und BesucherInnen in der Hauptstadt der Präfektur Fukushima an olympische Wettkämpfen teilnehmen: Baseball und Softball-Spiele sollen in Fukushima Stadt ausgetragen werden – 50 km vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi entfernt. Außerdem soll der Fackellauf in den verstrahlten Gebieten der Präfektur beginnen. Die internationalen ÄrztInnen der atomkritischen IPPNW (dort auch zahlreiche weitere Informationen), aber auch Verbände wie .ausgestrahlt fordern daher: Keine Wettkämpfe in der Region Fukushima! Eine Forderung, der sich auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) anschließt.  Unterschriftenaktion sind auf beiden genannten Seiten online.

Außerdem ruft der Abgeordnete dazu auf, rund um den anstehenden Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima für den weltweiten Atomausstieg zu demonstrieren. Sei es gegen den immer noch in Betrieb befindlichen Atomreaktor 2 in Neckarwestheim oder anderswo bei Mahnwachen, Kundgebungen und Protesten.

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