„Nuklearer Tabubruch: USA wollen atomwaffenfähiges Uran in Forschungsreaktoren einsetzen“

Weltweit haben die USA und der Atomwaffensperrvertrag Maßstäbe im Umgang mit der Atomenergie gesetzt, um die Verbreitung von Atomwaffen massiv zu erschweren. So jedenfalls die westlichen Frames. Aber es waren auch die USA, die gegen Japan (statt Deutschland) von der Atomwaffe im Krieg – erstmals – und zuletzt – im Krieg gebrauch machten. Die Technik der Kernspaltung war in der Welt. Nicht Deutschland, aber Frankreich, Großbritannien, Russland, China, – Pakistan, Indien, Nordkorea, Israel folgten mit Atomwaffen – und demnächst oder schon Iran und andere. Und mehr Staaten streben das an, ohne es zu sagen: Vereinigte Arabische Emirate,  Türkei, Polen, Saudi-Arabien. Nun leisten die USA mit einem weiteren Schritt einen Beitrag, die Grenzen zwischen militärischer und ziviler Atomenergie weiter aufzuheben.

Für einen neuen Forschungsreaktor soll seit Jahrzehnten erstmals wieder Uran mit einer atomwaffenfähigen Anreicherung direkt eingesetzt werden. Im Iran wird man diese Meldung sehr aufmerksam registrieren. Die USA unternehmen ein Schritt, der westliche Glaubwürdigkeit massiv untergraben wird. Eine Perspektive auf Europa und die USA, die mit Widersprüchen zwischen Moral und Werten einerseits und konkreten Realitäten anderseits zu tun hat.

Weltweit hatten sich die USA bislang mit massiven ökonomischen und praktischen Maßnahmen eingesetzt, dass im Atomforschungsbereich Kernbrennstoff nur unterhalb der als Schwelle zur Atomwaffenfähigkeit geltenden Anreicherung des spaltbaren Uran235 von 20 Prozent genutzt werden dürfte. Ausgerechnet die Bundesrepublik hat diese bisherige Richtlinie der USA in Sachen Verhinderung der Ausbreitung von Atomwaffen-Technik ignoriert und in München Garching einen Atomforschungsreakor in Betrieb genommen, der mit atomwaffenfähigem Uran betrieben. Weil die USA das Uran nicht liefern wollte, bestellte die Bundesrepublik und die Univerisität in München das Atomwaffen-Uran in Russland, und ließ das in Frankreich zu den benötigten Brennelementen zusammen bauen. Atomenergie und Bombe sind verdammt kompliziert, aber extrem gefährlich.

Der DLF berichtet in einem Beitrag von Dagmar Röhrlich konkret: https://www.deutschlandfunk.de/us-fluessigsalzreaktoren-hoch-angereichertes-uran-in-zivilen-meilern-dlf-a73c96d5-100.html

  • Zum Thema Atomwaffen auf UmweltFAIRaendern (zivil-militärische Nutzung, Dual-Use)
  • Atomenergie-Anlagen sind immer mehr in den Focus möglicher Terroranschläge geraten. Schon seit über einem Jahrzehnt haben die Sicherheits- und Atombehörden für erhöhte Schutzmaßnahmen und Nachrüstungen bei bundesdeutschen Atomanlagen gesorgt. Mehr Beton und Stahl gegen Raketenangriffe. Staatlich werden diese Abwehr- bzw. Sicherungsmaßnahmen als „SEWD“ gekürzelt – Schutz gegen Störmaßnahmen
    und sonstige Einwirkungen Dritter. Dazu hier!
  • Brunsbüttel Vattenfall und unzureichender Terrorschutz. Ein Urteil. Stichwort Brunsbüttel Terror Zwischenlager

 

 

Gewinn fürs Gemeinwohl und die Energiewende: Rekommunalisiertes „Stromnetz Hamburg“ investiert.

Kommunal, Öffentlich und Gemeinwohl statt Konzern und Privat. Zehn Jahre nach der Rekommunalisierung per Volksentscheid hat „Stromnetz Hamburg“ einen Gewinn von fast 90 Millionen Euro in die Gemeinschafts-Kasse der Hansestadt Hamburg eingezahlt und mit fast 500 Millionen Euro ein hohen Betrag zum Ausbau des Stromnetzes investiert. Damit trägt das kommunale Stromnetz-Unternehmen – früher im Besitz von Vattenfall – nicht nur zur Energiewende bei, sondern deutlich auch zur regionalen Wertschöpfung. Angebunden an Senat und Bürgerschaft hat Hamburg nach der Rekommunalisierung sowohl beim Stromnetz als auch in den weiteren Unternehmen für das Gasnetz und die zuletzt von der Stadt übernommenen Hamburger Energie Werke – vor allem mit der Fernwärme und den dazu gehördenden Kraftwerken samt Strom – erheblichen Gestaltungsraum in der Energie- und Klimapolitik zurückgewonnen. Damals gegen Mehrheiten in der Bürgerschaft (SPD, CDU, FDP) sowie der Handelskammer.

Selbst die Tagesthemen berichten über das Thema Stromnetz Hamburg: „Die Stadt hatte das Stromnetz nach einem Volksentscheid rückwirkend zum 1. Januar 2014 wieder komplett von dem Versorger Vattenfall übernommen und dafür mehr als 610 Millionen Euro gezahlt. Seither seien insgesamt gut 434 Millionen Euro an Gewinnen an die Stadt geflossen.“ Weiter berichtet das ARD-Format: „Die Stadt Hamburg investiert Rekordsummen, um das Stromnetz in der Hansestadt fit für die Energiewende zu machen. Für 2022 weist der am Freitag veröffentlichte Geschäftsbericht Investitionen von fast 320 Millionen Euro aus. Das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr und 171 Prozent mehr als noch 2016. Unter dem Strich blieb im vorigen Jahr ein Gewinn von 89,8 Millionen Euro, der an die Hansestadt abgeführt wird.“ Hamburg strebe an, die Leitungskapazität zu verdoppeln, um den notwendigen Hochlauf für die Erneuerbare Energiewende zu bewerkstelligen.

Nicht nur wirtschaftliche Impulse sind nach der Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg zu verzeichnen, nachdem Vattenfall und E.on 2013 nach den Volksentscheid „Unser Hamburger Unser Netz“ verloren hatten. Mit der Rekommunalisierung haben Senat und Parlament bei der Energiepolitik auch wichtig Instrumente zur Steuerung und Gestaltung zuückgewonnen, die allein mit gesetzgeberischen Möglichkeiten auf Landesebene nicht machbar wären. Vor allem wird damit die Energie- und Klimapolitik in Hamburg auch wieder einer demokratischen Gestaltung und Mitsprache unterzogen, die nach der Privatisierung von Strom- und Gas-Geschäft mit den damaligen HEW und HeinGAS abhanden gekommen waren.

Nach dem Volksentscheid, der massiv bekämpft worden war, hatte der Senat schrittweise zunächst das Stromnetz von Vattenfall und das Gasnetz von E.on wieder übernommen. Erst 2019 folgte dann die Übernahme der Fernwärme von Vattenfall. Zuvor hatte SPD-Finanzsenator Andreas Dressel (früherer Fraktionsvorsitzender unter dem damaligen Bürgermeister Olaf Scholz) noch mal für massive Konflikte gesorgt, weil es unmittelbar vor dem Rückkauf auf vermeintliche Haushalts-Probleme hingewiesen hatte, die sich aber als vollkommen Haltlos erwiesen. Schon in der Auseinandersetzung über die Rekommunalisierung hatte die damalige SPD-Spitze und Scholz und Dressel immer wieder Kostenargumente ins Feld geführt, um die Netze bei Vattenfall und E.on zu belassen.

Dokumentation: 26.05.2023 – Stromnetz Hamburg präsentiert positives Ergebnis für 2022

Das ambitionierte Investitionsprogramm setzt sich auch in den kommenden Jahren fort. Veränderte Kundenanforderungen verbunden mit einem zukünftig erhöhten Strombedarf durch neue Verbraucher, zeigt die Dringlichkeit zukünftiger Infrastrukturprojekte in Hamburg

  • 89,8 Millionen Euro Geschäftsergebnis
  • 496,9 Millionen Euro in Erhalt und Ausbau der Netzinfrastruktur und Messeinrichtungen
  • Neuer Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2022

Gutes Geschäftsergebnis für 2022

Das letzte Geschäftsjahr war aufgrund bekannter Rahmenbedingungen, wie Pandemie, Ukraine-Krieg und der damit verbundenen Energiekrise herausfordernd, verlief aber wirtschaftlich für Stromnetz Hamburg positiv. Das Unternehmen führt seinen Gewinn von 89,8 Millionen Euro in vollem Umfang an die Hamburg Energienetze GmbH und somit an die Stadt Hamburg ab. Ein besonderes Augenmerk liegt weiterhin auf dem Mittel- und Hochspannungsnetz. 496,9 Millionen Euro flossen im letzten Jahr in den Erhalt und den Ausbau der Netzinfrastruktur sowie deren Digitalisierungsgrad. Der neue Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht spiegeln hierzu bedeutende Aktivitäten aus dem Jahr 2022 wider und zeigen die Veränderungen im Verteilungsnetz und damit im Energiesektor allgemein auf.

Netzseitige Umsetzung der Energie- und Wärmewende

Als kommunales Unternehmen unterstützt Stromnetz Hamburg die energie- und umweltpolitischen Ziele der Stadt Hamburg. Dazu gehört auch die städtische Klimaschutz-Strategie, die weiterhin eine Anpassung der gegenwärtigen Stromnetzstruktur erfordert. Um der energiepolitischen Entwicklung gerecht zu werden, treibt das Unternehmen, als wesentlicher Akteur der urbanen Energiewende, den Aus- und Umbau auf allen Spannungsebenen voran. Die Prognosen für die nächsten Jahren zeigen einen deutlichen Lastanstieg über alle Kundengruppen hinweg. Die Laststeigerungen werden einerseits getrieben durch die Umsetzung einer nachhaltigen Mobilitäts- und Wärmewende, insbesondere durch den Anschluss von Ladesäulen sowie Wärmepumpen. Andererseits sieht das Unternehmen bereits heute im größeren Umfang Anfragebegehren von Großkunden für hohe Leistungen: Flottenbetreiber, Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, Elektrolyseanlagen. Diesem enormen Lastanstieg begegnet das Unternehmen weiterhin durch kontinuierlich steigende Investitionen in das Netz.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft: “Auch in diesem Jahr kann die Stromnetz Hamburg erneut ein sehr gutes Jahresergebnis vorweisen.
Passend zum zehnjährigen Jubiläum des Volksentscheides zum Rückkauf der Netze unterstreicht dieses Ergebnis die damalige Entscheidung zum Rückkauf der Energieinfrastrukturen. Mit dem kommunalen Unternehmen Stromnetz Hamburg haben wir einen zuverlässigen Partner an unserer Seite, der die Bedeutung und Dringlichkeit der Energiewende in unternehmerisches Handeln umsetzt und bereit ist, sich den energiepolitischen Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Stromnetz Hamburg ist mehr denn je ein unverzichtbarer Partner für unsere Stadt und sichert nachhaltig das Wachstum und den Wohlstand Hamburgs. Im vergangenen Jahr haben wir erhebliche Investitionen in den Erhalt und Ausbau unserer Netzinfrastruktur getätigt – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu 2021. Dieses Klima- bzw. Energiewendenetz der Zukunft muss in der Lage sein, den zunehmend dezentral erzeugten Strom aufzunehmen und zu transportieren. Es muss außerdem in der Lage sein, Lastspitzen, die beispielsweise durch E-Mobilität, Wärmepumpen oder die Wasserstoffwirtschaft entstehen, intelligent zu steuern. Der andauernde Konflikt in der Ukraine mahnt uns, weiterhin Energie zu sparen und uns durch die Nutzung erneuerbarer Energien unabhängiger von Energieimporten zu machen. Die Begrenzung des Klimawandels und die Bewältigung seiner Folgen sind unsere zentralen Herausforderungen für die Zukunft.“

Dr. Andreas Cerbe, Geschäftsführer und Sprecher der Stromnetz Hamburg GmbH: „Auch in diesem Jahr können wir uns über solide Bilanzzahlen freuen. Unser Ergebnis zeigt, dass wir auf einem robusten Fundament stehen und für eine erfolgreiche Zukunft gerüstet sind. Dabei sind die getätigten Investitionen ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass wir den Anforderungen an die zukünftige Energieversorgung gerecht werden können. Die Energielandschaft befindet sich auf allen Ebenen im Umbruch und hat mit der Energie- und Wärmewende noch einmal einen deutlichen Schub erfahren. Das bedeutet für uns als netzverantwortliches Unternehmen eine enorme Herausforderung und ein Kraftakt für unsere Belegschaft und Dienstleistungspartner. Wir benötigen für den Transformationsprozess die Unterstützung sämtlicher Akteure, die notwendig ist, um die richtige Balance zwischen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit zu finden. Die jetzigen ambitionierten Aufgaben können aber nur gemeinschaftlich gestemmt werden. Noch vorhandene Hürden und Hemmnisse müssen wir gemeinsam aus dem Weg räumen. Planungs- und Umsetzungsprozesse müssen flexibilisiert werden. Nur mit einem breiten gesellschaftlichen Konsens wird der Umbau der Stromnetze gelingen.“

Handlungsschwerpunkte

Die wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Transformation einer übergreifenden Energieversorgung sind ein intelligentes, leistungsfähiges und sicheres Netz. Dazu gehört seit einigen Jahren auch die genaue Betrachtung von Folgen des Klimawandels und die Auswirkungen von Extremwetterereignissen auf das Stromnetz. Hierzu sind bereits Strategien und Maßnahmen entwickelt worden, um das Netz resilient aufzustellen. Damit rückt eine noch vorausschauendere Netzausbaustrategie ins Zentrum der künftigen Ausrichtung. Demzufolge müssen proaktive Erweiterungsinvestitionen, insbesondere im Hoch-spannungsnetz, vorgenommen werden, damit ein höherer Energietransport aus dem Übertragungs- ins Verteilungsnetz möglich wird. Als Schlüsselkomponenten sind die zahlreichen Umspannwerke zu benennen. Sie ermöglichen mit ihrer Funktion, auf den dynamisch wachsenden Energiebedarf in der Mittel- und Niederspannungsebene ausreichend zu reagieren. Darüber hinaus erfordert das neue Energiesystem deutlich mehr intelligente Steuerungsmöglichkeiten im Netz als bisher. Stromnetz Hamburg hat das vor vielen Jahren erkannt und arbeitet sehr erfolgreich an entsprechenden Lösungsansätzen, wie z. B. automatisierte und intelligente Netzstationen.

Fachkräftesicherung

Für einen sicheren Betrieb des Stromverteilungsnetzes bedarf es ausreichend qualifizierten technischen Personals. Derzeit ist der Personalbestand weiterhin steigend, obwohl sich die Besetzung freiwerdender Stellen zunehmend schwierig darstellt.  Um dem Fachkräftemangel begegnen zu können, haben wir unsere Ausbildungsplätze pro Jahr von 35 auf 43 Plätze aufgestockt. Dazu sind neue Berufsbilder entstanden, wie der Industrieelektriker*in mit Qualifikation zur Fachkraft für Solartechnik. Das heißt, dringend benötigtes Personal für das Solarhandwerk und den deutlich höheren Bedarf im Bereich der erneuerbaren Energien.

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2019 Fernwärme wieder kommunal – Dokumentation:

Wärme Hamburg als städtische Fernwärmegesellschaft gestartet

Hamburg, 03.09.2019

Vor dem Rathaus: Andreas Dressel, Isabella Niklas, Jens Kerstan, Michael Beckereit, Christian Heine vor Elektrofahrzeugen aus dem Fuhrpark der Wärme Hamburg

Bild: Vor dem Rathaus: Andreas Dressel, Isabella Niklas, Jens Kerstan, Michael Beckereit, Christian Heine vor Elektrofahrzeugen aus dem Fuhrpark der Wärme Hamburg

Die Wärme Hamburg ist am 3. September offiziell als Fernwärmegesellschaft der Stadt Hamburg gestartet. Zuvor hatte die HGV Hamburger Gesellschaft für Vermögens- und Beteiligungsmanagement mbH (HGV) am 2. September den notariellen Kaufvertrag über den Erwerb der restlichen 74,9 Prozent der Anteile an der Vattenfall Wärme Hamburg GmbH unterzeichnet. Damit ist der Fernwärmekauf vollzogen – mit wirtschaftlicher Rückwirkung zum 1. Januar 2019. Mit den Unterschriften unter den Kaufvertrag ist die Umsetzung des Volksentscheids von 2013 abgeschlossen. Alle drei Netzgesellschaften für Strom, Gas und Wärme sind damit in den Konzernverbund der HGV integriert.

Pres­se­kon­fe­renz im Rathaus – Stadt Hamburg, Vatten­fall und Arbeit­neh­mer­seite ziehen posi­tive Bilanz

In einer Landespressekonferenz gaben die Senatoren Andreas Dressel und Jens Kerstan von Seiten der Stadt Hamburg die Unterzeichnung und den Vollzug des Kaufvertrags bekannt. Finanzsenator Dressel betonte, dass mit der Unterschrift unter den Kaufvertrag der Volksentscheid von 2013 nun vollständig umgesetzt sei. Er dankte den Verantwortlichen bei Vattenfall – die er als harte und faire Verhandlungspartner im Prozess einer insgesamt anspruchsvollen Übernahme kennengelernt habe. An die Adresse der „sehr engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ richtete er herzliches Willkommen im Konzern Hamburg. Für die Weiterentwicklung der Fernwärmeversorgung gebe es zwar noch eine Menge Arbeit, das Haus sei aber gut aufgestellt.

Umweltsenator Jens Kerstan fasste die Entwicklung der letzten Jahre so zusammen: Nach vielen Wendungen in der Geschichte der Umsetzung des Volksentscheids gebe es nun ein Happy End. Das Engagement vieler Menschen für den Rückkauf habe diesen wichtigen Erfolg möglich gemacht und ermögliche nun zugleich auch die Chance, mit dem Strom- und Gasnetz zusammen eine kommunale Energiepolitik aus einem Guss zu gestalten.

Die Umstellung auf eine erneuerbare und CO2-ärmere Wärmeerzeugung hätte das Unternehmen gern weiterhin gemeinsam mit der Stadt Hamburg gestaltet, betonte Tuomo Hatakka, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vattenfall GmbH. Zwar sei das jetzt nicht mehr möglich – Hamburg bleibe aber Kernmarkt für Vattenfall. Neben der dezentralen Wärmeerzeugung werde das Wind- und das Handelsgeschäft weiter von Hamburg aus gesteuert und die Hamburger Kunden mit Strom und Gas versorgt. Das Unternehmen werde weiter Partner der Metropolregion bleiben.

In einer Informationsveranstaltung wurden am Morgen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tiefstack, Wedel und der CityNord über den Start der neuen städtischen Gesellschaft informiert.

 

PM Start Fernwärme LPK Podium

Bild: Landespressekonferenz im Rathaus in Hamburg (von links nach rechts): Isabella Niklas, HGV, Michael Beckereit und Christian Heine, Wärme Hamburg, Tuomo Hatakka, Vattenfall, Jens Kerstan, BUE , Andreas Dressel, Finanzbehörde

Bis die Kühlung versagt: Warten auf den Super-GAU in den sechs AKWs von Saporischschja?

Mitten im Kriegsgebiet in der Ukraine stehen die sechs Atomreaktoren von Saporischschja. Die Anlage produziert keinen Strom mehr. Die Reaktoren müssen aber mit Strom versorgt werden, damit die hochradioaktiven Brennelemente nicht überhitzen. Wasser muss als Kühlung mit (elektrischen) Pumpen durch die sich aufheizenden Uranbrennelemente gedrückt werden. Klappt das nicht, glühen die Brennelemente durch und es könnte zu Wasserstoffexplosionen und auch Atomexplosionen kommen. Nicht vergleichbar mit Tschernobyl. Aber eine Katastrophe von nicht nur lokaler Bedeutung. Russische Truppen halten die AKWs besetzt. Bedient werden die Atommeiler durch ukrainisches Personal – unter extremste Bedindungen. Versagt die (Not-Diesel-)Stromversorgung für die Kühlung der Reaktoren kommt es möglicherweise zu massiven Freisetzungen radioaktiver Strahlung. Aber auch ein direkter Raketeneinschlag könnte katastrophale radioaktive Folgen haben. Die atomenergiefreundliche Internationale Atom-Energie Agentur warnt massiv, vor den drohenden Gefahren.

Siehe zur Situation in der Ukraine rund um die Atomanlagen in Saporischscha auch diesen Artikel der Tagesthemen: Dort werden viele Kriegsereignisse der letzten Monate aufgeführt, die immer wieder zu einer massiven Bedrohung für das Personal der Atomanlagen und die Menschen und Umwelt geführt haben. Selbst die atomfreundliche IAEA ist im Alarm-Zustand, nicht zuletzt, weil Saporischschja mitten in dem Kampfgebiet liegt, in dem die vielzitierte Gegenoffensive der Ukraine gegen die russische Intervention stattfinden wird. Die IAEA hatte auf entsprechende Bewegungen rund um die Atomanlagen berichtet und – ohne große Reaktion der „Staatengemeinschaft“ – eine Schutzzone eingefordert.

  • In Deutschland hat sich dieinternationale Ärtz:innenorganisation IPPNW immer wieder für eine entmilitarisierte Zone rund um die Atomanlagen ausgesprochen.

Tagesthemen schreibt über die nukleare Bedrohung unter der Zwischenüberschrift „Wolke könnte Hunderte Kilometer weit ziehen“ folgendes: „Welche Gefahr von einem Atomkraftwerk ausgeht, hängt von der Menge an radioaktivem Material ab und der Art des Angriffs. Das AKW Saporischschja hat sechs Reaktoren. Jeder Reaktor ist mit 163 Brennelementen bestückt. Daneben gibt es immer auch ein Kühlbecken für verbrauchte Brennstäbe. Außerdem gibt es ein Trockenlager mit 174 mit Beton ummantelten Stahlbehältern mit alten Brennelementen. Insgesamt sind es 8700 Brennstäbe.“

umweltFAIRaendern dokumentiert: Update 159 – IAEA Director General Statement on Situation in Ukraine

43/2023, Vienna, Austria

Ukraine’s Zaporizhzhya Nuclear Power Plant (ZNPP) lost all external power for several hours this morning, underlining the extremely precarious nuclear safety and security situation at the facility and the urgent need to protect it and prevent an accident, Director General Rafael Mariano Grossi of the International Atomic Energy Agency (IAEA) said today.

It was the seventh time Europe’s largest nuclear power plant (NPP) was completely disconnected from the national electricity grid since the military conflict in Ukraine began 15 months ago, once again forcing it to rely on emergency diesel generators for the power it needs for reactor cooling and other essential nuclear safety and security functions, Director General Grossi said.

The ZNPP’s only remaining external 750 kilovolt (kV) power line was cut around 05:30am local time and re-connected after more than five hours, according to IAEA experts present at the plant.

“This morning’s loss of all off-site power demonstrates the highly vulnerable nuclear safety and security situation at the Zaporizhzhya Nuclear Power Plant. As I’ve said repeatedly, this simply can’t go on. We’re playing with fire. We must act now to avoid the very real danger of a nuclear accident in Europe, with its associated consequences for the public and the environment,” Director General Grossi said.

“I’m continuing to engage in intense negotiations with all the involved parties to secure the protection of the Zaporizhzhya Nuclear Power Plant. I will not stop until this has been achieved,” he said.

The Director General said he aimed to secure agreement on a set of principles to protect the ZNPP during the armed conflict, covering also the availability and security of external power supplies at all times.

The seven indispensable pillars for nuclear safety and security outlined by the Director General early during the conflict also stress the need for secure off-site power supplies from the grid for nuclear sites.

The ZNPP does not have any operational back-up power lines since the last functioning 330 kV power line was damaged on the right bank of the Dnipro River on 1 March. This back-up power line has still not been repaired, meaning that when the 750 kV line is lost the plant immediately depends on its diesel generators which are its last line of defence for electricity supplies, Director General Grossi said.

“For more than two and a half months, this major nuclear power plant has only had one functioning external power line. This is an unprecedented and uniquely risky situation. Defence-in-depth – which is fundamental to nuclear safety – has been severely undermined at the ZNPP,” he said.

Director General Grossi called for stepped-up efforts to restore the ZNPP’s back-up power lines and reiterated the need for the IAEA team at the site to gain access to the nearby Zaporizhzhya Thermal Power Plant (ZTPP), which has yet to be granted despite assurances by Russian state nuclear company Rosatom. The ZTPP operates its 330 kV open switchyard, through which back-up power has in the past been provided to the ZNPP.

Initially after this morning’s off-site power cut, all the ZNPP’s 20 diesel generators started operating, but 12 of them were later switched off. This left eight running, which is sufficient to operate all systems safely. The IAEA experts at the site were informed that there is enough diesel fuel for 23 days. After the 750 kV line was restored, the diesel generators were gradually turned off.

Five of the ZNPP’s six reactors were already in a cold shutdown state before today’s power outage, and preparations were under way to transfer also Unit 5 from hot to cold shutdown. Following the restoration of off-site power, Unit 5 is being returned to hot shutdown.

Elsewhere in the country today, a team of IAEA experts at the South Ukraine NPP said an emergency shutdown had occurred at one of its three reactor units.  Plant management informed the IAEA team that the automatic shutdown took place due to grid disturbance or instability. The SUNPP still has off-site power available.

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