Holger Strohms gewaltige Katastrophe: Mit Nazis gegen Atomenergie? NEIN DANKE!

Auch in der Anti-Atom-Bewegung: Keinen Fussbreit den Faschisten!

Wie hält es die Anti-Atom-Bewegung mit Neo-Nazis? Eigentlich ist in weiten Teilen klar: Mit braunem Heimat- und Umweltschutz hat sie nichts gemein. Jetzt hat Holger Strohm, Autor des Anti-Atom-Klassikers „Friedlich in die Katastrophe“ und aktuell mit seinem neuen Film unter gleichem Titel in vielen Kinos am Start, dem der NPD nahestehenden rechtsextremen Magazin „Umwelt & Aktiv“ ein Interview gegeben. Darin macht er unmißverständlich klar, dass Nazis für ihn als Gesprächpartner im Kampf gegen die Atomenergie willkommen sind.  Herr Strohm: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!

(UPDATE: Inzwischen (4.12.) hat Holger Strohm einen offenen Brief an die Taz geschrieben. Siehe dazu Anmerkungen hier.)

Die taz berichtet mit einem Artikel von Andreas Speit darüber in ihrer Ausgabe vom Samstag: „In dem langen Gespräch wird die Anti-Atom-Ikone Holger Strohm sehr deutlich. „Ich habe mich immer dagegen gewehrt, dass man sagt: ’Mit den Schmuddelkindern, mit den Kommunisten, den Nazis oder den den, darfst du nicht spielen!“, sagt er.“ Und außerdem laut taz: „Es gebe „selbst unter Nazis gute Menschen“. Für ihn sei vielmehr „ein Maßstab, ob man gegen Atomenergie ist, ob man für die Menschheit ist“. Das Tun sei wichtig „und nicht, was man sagt“.“

Was Holger Strohm hier macht, ist zu verurteilen und zurückzuweisen – ohne wenn und aber! Was Nazis tun ist wichtig? Nicht was sie sagen? Gegen die Atomenergie und für die Menschheit? Wie bitte: Hat der Mann irgendwie Auschwitz, den zweiten Weltkrieg und alle die anderen Verbrechen der Faschisten vergessen? Hat er vielleicht nicht mitbekommen, dass die NSU mit Morden gegen Migranten auf ihre Weise „Umweltschutz“ im Dienste der „deutschen Bewegung“ betrieben hat? Und all die „guten Menschen“ bei den Neo-Nazis, die tagtäglich AusländerInnen und Andersdenkende überfallen oder dies billigen oder verharmlosen? Wer damit nichts zu tun haben will – aktiv oder passiv – muss sich distanzieren und verurteilen! Da gibt es nichts zu reden!

Herr Strohm: Es geht genau darum, was man tut und was man sagt! Wer Neo-Nazi ist und sich daran beteiligt, die Verbrechen der Nazis zu verharmlosen, zu relativieren oder zu leugnen, hat nichts in der Anti-Atom-Bewegung zu suchen! Faschismus ist und bleibt ein Verbrechen! Und wer im Angesicht von Auschwitz, den Morden der NSU oder auch den täglichen Übergriffen heute bei den Nazis „gute Menschen“ sieht, der beteiligt sich daran, diese Verbrechen zu verharmlosen! NO GO, Herr Strohm! In der Anti-Atom-Bewegung haben Sie nichts mehr zu suchen!

Faschismus ist keine Meinung – sondern ein Verbrechen!

Ist leider wahr: Es gibt noch viel zu tun – Irie Revoltes

Und außerdem: Die Schmetterlinge: Drei rote Pfiffe!

 

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2 Gedanken zu „Holger Strohms gewaltige Katastrophe: Mit Nazis gegen Atomenergie? NEIN DANKE!

  1. Na lieber Dirk, nun mal nicht die eigene Rolle überschätzen.
    Ich schätze Dich und Deine Arbeit sehr, aber als selbsterkorener „Sprecher der Anti-Atom-Bewegung“ jemanden aus dieser öffentlich auszuschließen mit „…hier haben Sie nichts mehr zu suchen!“ ist doch ein bisschen zu dick. Gerade, wenn man sich den Werdegang des Mannes mal genauer anguckt. Hast Du denn mal mit dem Strohm gesprochen? Ich glaube ja, dass der sich etwas tölpelhaft missbrauchen ließ (siehe seinen Brief an die taz) und jetzt pickt sich jeder was aus seinen paar veröffentlichten Buchstaben heraus, um ihn als Sarrazin der Grünen zu stilisieren.
    Lieber inszenierte Empörung, als genau zu recherchieren? Oh je, es lebe das Internet und so schafft es die taz auch nicht auf den grünen Zweig.
    Sowas ist für mich ein NO GO. Wer den braunen Schafen predigt ist ja nicht gleich selber eins, aber das gute Schaf, das den Prediger sofort als Wolf darstellt, bestätigt lediglich sein eigenes Schafsein.

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