Risiko Atomtransporte – Radioaktiv quer durch Städte und Häfen

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Strahlende Fracht blockiert: Hafen Hamburg 1989.

Welche Risiken gegen von der Vielzahl von Atomtransporten aus, die täglich über Seewege und Flüsse, über die Landstraßen und Autobahnen und durch Städte und Dörfer rollen? Nur ein Teil dieser Atomtransporte ist genehmigungspflichtig durch das Bundesamt für Strahlenschutz. Diese werden als so genannte Kernbrennstofftransporte bezeichnet, weil ihr spaltbarer Anteil an URAN 235 höher als im Naturzustand ist. Dazu zählen frische und abgebrannte Brennelemente, angereichertes Uranhexafluorid und Urandioxid und einiges mehr. Eine große Zahl von Atomtransporten fällt nicht unter dieses Kriterium: So können zahlreiche radioaktive Materialien für die Ver- und Entsorgung von Atomkraftwerken ohne Genehmigung durch das BfS transportiert werden. Natürliches Uran und abgereichertes Uran in Form von Uranhexafluorid (UF6) gehören zu den häufigsten dieser Transporte.

Die Grüne Bundestagsfraktion hatte 2011 die Intac aus Hannover (früher Gruppe Ökologie) mit einer Studie über  “Transporte radioaktiver Stoffe in der Bundesrepublik Deutschland” (PDF) beauftragt, die einen Überblick über die Herkunft und Ziele sowie die Anzahl der Atomtransporte gibt.

Bereits 1990 hatte die Gruppe Ökologie am konkreten Beispiel Hamburg im Auftrag der Hansestadt detailliert den Transport von Kernbrennstoffen untersucht und dabei auch die Risiken beschrieben. Die Zusammenfassung der Studie steht hier als PDF bereit: GruppeOekologie-Zur Sicherheit von Kernbrennstofftransporten auf dem Gebiet der Freien und Hansestadt Hamburg, 1990. (Transporte mit hochradioaktiven Brennelementen per Castor aus den AKWs Brunsbüttel, Krümmel und Brokdorf finden wegen dem Ende der Wiederaufarbeitung seit 2005 nicht mehr statt.) Siehe dazu auch die Broschüre: Die große Verlade – Atommüll auf Geisterfahrt (1990, PDF) und hier zu zwei weiteren Info-Broschüren: Keine Atomtransporte durch Hamburg – 1989/90.

Mehr Infos auf umweltFAIRaendern.de zum Thema:

Skandale der Atomwirtschaft – Der Castor-Skandal 1998

Atommüll unterwegs in Hamburg – 44 Atomtransporte seit Anfang August

Die Hansestadt Bremen hat ihre Häfen im Frühjahr 2012 für den Umschlag von bestimmten Atomtransporten gesperrt. Siehe dazu: Hansestadt Bremen lehnt Atomtransport-Anträge ab!

MOX-Transporte über Nordenham: Plutonium-Transporte zum AKW Grohnde unterwegs – Sicherheitsrisiken auf Wasser und Straße

Uranfabrik Gronau – Atomtransporte per LKW unterwegs

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