Atommüll-Castor-Lager Nord: „Atomlager Lubmin nicht mehr optimal geschützt“

Castorbehälter für hochradioaktiven Atommüll. 80 Stück davon baut die GNS pro Jahr. Foto: GNS
Castorbehälter für hochradioaktiven Atommüll. Wohin und wie sicher? Foto: GNS

„Horrorszenario: ein gezielter Angriff mit einem Flieger oder einer Drohne auf die Castoren-Halle der Energiewerke Nord. Der Bund geht offenbar davon aus, dass am Greifswalder Bodden nachgerüstet werden muss.“ So berichtet der Kurier über geplante Nachrüstmaßnahmen am Atommmüll-Castor-Lager in Lubmin, Mecklenburg-Vorpommern. „Das atomare Zwischenlager Nord (ZLN) bei Lubmin ist nicht mehr ausreichend gegen Terroranschläge und Flugzeugabstürze gesichert. Eine Sprecherin des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bestätigte jetzt, dass die Betreiber des ZLN einen Antrag gestellt haben, erweiterte Schutzanlagen auf dem neuesten Stand von Wissenschaft und Technik zu bauen. Der Antrag werde noch geprüft. Das ZLN wird durch die bundeseigenen Energiewerke Nord (EWN) betrieben. „Die Nachrüstung dient der Optimierung der Sicherungsmaßnahmen und damit auch dem Schutz vor Terrorangriffen“, sagte die Sprecherin.“

Während offiziell die Bundesbehörden oder auch die grünen Umweltminister von Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg betonen, dass die Castor-Lager allesamt sicher seien, machen diese Nachrüstungsmaßnahmen klar, dass das nicht so unumstritten ist. Vor wenigen Wochen hatte das OVG Schleswig mit einem Urteil dafür gesorgt, dass die Genehmigung für das Castor-Lager am Vattenfall-AKW Brunsbüttel aufgehoben wurde. Zahlreiche Sicherheitsnachweise seien nicht erbracht, hatte das Gericht festgestellt.

Das Castor-Lager in Lubmin ist das einzige im Besitz der Bundes. Im Rahmen der Debatte um den künftigen Verbleib des Atommülls aus der Wiederaufarbeitung im Ausland, der nicht mehr nach Gorleben gehen soll, ist von Seiten z.B. des grünen Umweltministers Franz Untersteller (BaWü) Lubmin als einer der möglichen neuen Standorte genannt worden.

Der Kurier berichtet über die geplanten Maßnahmen in Lubmin weiter: „EWN-Sprecherin Marlies Philipp räumte ein, dass das Zwischenlager nicht optimal geschützt ist: „Das kann man so sehen. Sonst würde das Bundesumweltministerium eine solche Überprüfung auch nicht fordern.“ Sie betonte aber auch, dass der Bund alle Zwischenlager aufgefordert habe, einen solchen Antrag zu stellen. Schließlich entwickle sich auch die Terrorszene immer weiter – und damit müsse man Schritt halten. Das Bemerkenswerte dabei: Die Anträge wurden schon 2011 gestellt – in den vergangenen knapp vier Jahren ist also keineswegs Schritt gehalten worden. Welche Um- oder Neubauten konkret vorgesehen seien, werde geheim gehalten, sagte Philipp. Eine Mauer werde man jedenfalls nicht bauen.“

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