Angereichertes Uran im Krisengebiet: URENCO beliefert die Ukraine mit Brennstoff für AKWs

URENCO-Ukraine-VertragTrotz der anhaltenden, zum Teil bewaffneten Konflikte, wird der Uran-Konzern URENCO künftig die Ukraine mit dem erforderlichen angereicherten Brennstoff für den Einsatz in den dortigen Atommeilern beliefern. URENCO ist im Besitz der Niederlande und Großbritannien sowie der deutschen Konzerne E.on und RWE. Das Unternehmen betreibt Anreicherungsanlagen u.a. im westfälischen Gronau. Deren Betrieb ist vom Atomausstieg ausgenommen und ohne jede Befristung. Ein entsprechender Liefervertrag ist im Beisein der britischen Botschafterin zwischen URENCOs CEO Thomas Haeberle und dem Präsidenten Yuriy Nedashkovskyider von der ukrainischen Energoatom in Kiew unterzeichnet worden. Angaben zum finanziellen Umfang des neuen Liefervertrages wurden offenbar nicht gemacht. Die Fertigung der Brennelemente für die ukrainischen Atommeiler erfolgt bei Westinghouse im schwedischen Västeras.

  • Weitere Informationen zur URENCO auf umweltFAIRaendern.de
  • URENCO beliefert laut eigenen Angaben des Unternehmens in Gronau auch die umstrittenen belgischen Reaktoren Tihange und Doel mit Uran. Das hatte jüngst der URENCO-Chef Deutschland gegenüber dem WDR bestätigt. (Quelle)
  • UPDATE 23/8/2016: Die Taz berichtet über diesen Deal hier.

Die “National Nuclear Energy Generating Company “Energoatom”“ der Ukraine ist ein staatliches Unternehmen und für den Betrieb aller laufenden AKWs zuständig. An vier Standorten werden insgesamt 15 AKW-Blöcke betrieben. Meldungen über diesen Deal verbreiten Word-Nuclear News, die Energoatom und Ukrain-Today.

Bis 2015 wurden sämtliche AKWs der Ukraine mit Brennstoff aus Russland versorgt. Seit den kriegerischen Auseinandersetzungen im Osten der Ukraine und nach der Besetzung der Krim durch Russland hat die Ukraine Verhandlungen mit westlichen Unternehmen über Uranlieferungen aufgenommen. Bereits im Juni 2016 sollen Uran-Brennelemente von Westinghouse im Block 5 des AKW Zaporizhia eingesetzt worden sein, berichtete Ukraine-Today vor einiger Zeit. Außerdem soll im März 2015 im AKW Yuzhnoukrainsk Block 3 „TVS-WR“ Brennstoff von Westinghouse eingesetzt worden sein.

Dokumentation über den Uran-Deal zwischen URENCO und Energoatom: Die PM von Energoatom, 18.08.2016

URENCO and Energoatom sign contract on supply of enriched uranium

Ukraine’s national nuclear energy generating company Energoatom and the Anglo- German-Dutch company URENCO have signed a contract on supply of the enriched uranium for Ukraine.

URENCO’s CEO Mr Thomas Haeberle and Energoatom’s President Mr Yuriy Nedashkovskyi signed the contract at a ceremony in Kyiv.  Present at the event was also the British Ambassador to Ukraine Ms Judith Gough.

Speaking at the signing ceremony, Thomas Haeberle, CEO/URENCO, said: “In 2016, URENCO was invited to submit an offer for supply of Enriched Uranium as part of Energoatom’s competitive procurement exercise. URENCO is pleased that Energoatom is once again part of its global portfolio of customers and looks forward to making deliveries under the new contract in due course.”

Underlining the steps that Energoatom is consistently taking to strengthen Ukraine’s energy security, its president Yuriy Nedashkovskyi said: “The contract signed today will allow us to cooperate, on a mutually beneficial basis, with one of the world leaders in production and supply of the nuclear materials – URENCO. The enriched uranium which the company will provide will be used to produce nuclear fuel at a facility of Westinghouse Company in Sweden for the purposes of Ukrainian nuclear power plants. This contract is another consistent step by Energoatom to diversify nuclear materials and fuel supply to meet the needs of Ukrainian NPPs.”

Welcoming the signature, Judith Gough, British Ambassador to Ukraine, said: “The UK welcomes steps by Ukrainian authorities to strengthen the country’s energy security and diversity its energy supplies. The British government will continue to work with URENCO and Energoatom in the area of nuclear energy to achieve that aim.”

Additional information. URENCO is a provider of uranium enrichment services to the world’s nuclear energy industry.  The URENCO Group head office is located close to London, UK. With plants in Germany, the Netherlands, the UK and the USA, it operates in a pivotal area of the nuclear fuel supply chain which enables the sustainable generation of electricity for consumers around the world.  Utilising URENCO’s own centrifuge technology, URENCO provides safe, cost-effective and reliable uranium enrichment services for civil power generation within a framework of high environmental, social and corporate responsibility standards.

State Enterprise “National Nuclear Energy Generating Company “Energoatom” is the operator of all running nuclear power plants of Ukraine. Its main task is to increase electricity production and the NPPs’ capacity factor while ensuring continued improvement of the operational safety. Energoatom provides about 55% of Ukraine’s total power output; in autumn/winter, this indicator reaches 70%.

The British Embassy Kyiv supports bilateral trade links between UK and Ukraine, provides consular support for British nationals in Ukraine and pursues broad-ranging and productive bilateral security cooperation work.

Austern, Krieg und Joan Baez

Joan Baez - Lorient - France - Bretagne 2016Da war ich ja nun mal endlich Sommerurlaub machen in der Bretagne oder Breizh, wie die Einheimischen sagen. Nicht nur wunderschön dort. Nicht nur, dass ich endlich die Gelegenheit genutzt habe, das bedrohte Exemplar der Gattung Meeresfrüchte sprich Auster (Welt) am Wegesrand genauer zu studieren. Nicht nur, weil an vielen touristischen Orten und auf Veranstaltungen der Ausnahmezustand durch Polizei- und Militärpräsenz deutlich wahrnehmbar ist. Nicht nur, dass mir in erschreckendem Maße bei der Durchreise über die Normandie in die Bretagne mehr als deutlich wurde, in welcher Weise Deutschland mit seinen zwei Weltkriegen bis heute Spuren hinterlassen hat, die nicht nur in Friedhöfen, sondern auch unendlich vielen Bunker-Anlagen bis heute eine Mahnung gegen Krieg, Nationalismus und Faschismus sind. Beeindruckend auch das „Interceltic-Festival“ in Lorient, wo ich endlich auch ein Konzert mit Joan Baez (Youtube, ihre Homepage hier) erleben konnte: Ein vielleicht altmodisches, aber schönes Plädoyer für eine „andere Welt“ ohne Kritik, Rassismus und Ausbeutung! Leider reichte die Zeit nicht mehr für die Corrs. „Austern, Krieg und Joan Baez“ weiterlesen

Vattenfall: Finanz-Vorstand geht

Bond-Vattenfall-Vorstand
Künftige Ex-Finanz-Vorständlerin von Vattenfall: Ingrid Bonde, Chief Financial Officer (CFO) and Deputy Chief Executive Officer. Foto: Vattenfall/Jeanette Hägglund

Bekommt da etwa irgendwer kalte Füße? Vattenfall braucht zum Jahresende eine neue Person im Vorstand für die Finanzen. Wie das Unternehmen mitteilt, wird die bisherige Finanzchefin Ingrid Bonde im Gesamtkonzern in Schweden das Unternehmen nach „fantastischen Jahren“ verlassen. EinE NachfolgerIn gibt es bislang noch nicht.

Vattenfall hat diesen Schritt per PM mitgeteilt, die umweltFAIRaendern hier dokumentiert: Vattenfalls Finanzchefin in Schweden gibt Rücktritt bekannt

„Seit Mai 2012 ist Ingrid Bonde bei Vattenfall AB als CFO im Amt. Nun wird sie sich anderen Herausforderungen stellen.

„Nach fantastischen Jahren wird es für mich Zeit, neue Wege zu gehen“, so Ingrid Bonde über ihren Weggang von Vattenfall. „Ich hoffe, dass meine berufliche Zukunft genauso spannend wird, wie die Zeit, die ich bei Vattenfall erlebt habe.“

Sechs Monate bleibt Bonde dem Unternehmen noch erhalten. Vattenfalls President und CEO Magnus Hall bedauert ihre Entscheidung, respektiert jedoch ihren Wunsch, sich zu verändern. Die Suche nach einer Nachfolgerin oder einem Nachfolger beginnt. Lebenslauf (engl.)“

Uranfabriken: Handlungsdruck steigt – „Brennelemente am laufenden Band“

Trotz der schrittweisen Abschaltung der hiesigen AKWs gibt es „Brennelemente am laufenden Band“, schreibt die Zeitung „Das Parlament“ in ihrer Sommerausgabe, in der sie sich vielschichtig in einem Schwerpunkt dem Thema Atomenergie widmet (hier als Epaper). Gemeint sind die Uranfabriken in Gronau und Lingen, die vom Atomausstieg bislang nicht betroffen sind. „Kapazitäten bei Urenco wurden sogar noch aufgestockt“, heißt es richtigerweise in dem Text, der auch die zahlreichen Anfragen des MdB Hubertus Zdebel (Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE) aufgreift. Und auch der FREITAG widmet sich diesen Uranfabriken, mit denen Deutschland weiterhin einen wichtigen und gefährlichen Beitrag für die Atomenergienutzung leistet.

Der politische Druck steigt, dass die beiden Uranfabriken in Gronau und Lingen nicht länger vom Atomausstieg verschont bleiben und ihr unbefristeter Betrieb nicht das letzte Wort in der Sache bleibt. Darüber berichtet der FREITAG in einem Artikel von Anika Limbach unter der Überschrift: „Uranfabriken unter Druck – Atomkraft Deutschland beliefert ausländische Reaktoren mit Brennstoff. Wie lange noch?

Vor allem die Uranlieferungen aus Gronau und Lingen für die maroden AKWs in Belgien (Doel, Tihange) und Frankreich (Fessenheim, Cattenom) haben in den letzten Wochen dafür gesorgt, dass die Stilllegung dieser Anlagen Schritt für Schritt auf die Tagesordnung kommt. Eine neue Studie der internationalen Ärzteorganisation IPPNW zeigt auch Handlungswege auf, zumindest einen Teil der Atomtransporte und Uranlieferungen einzuschränken. Maßnahmen, die die Bundesregierung trotz mehrfacher Nachfragen des MdB Zdebel bislang nicht ergreifen will. Allerdings: Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks stellte jüngst in Aussicht, sie könne sich die Stilllegung dieser Anlagen vorstellen.

„Wir werden die Bundesregierung weiter unter Druck setzen, damit die Uranfabriken in Gronau und Lingen endlich in den Atomausstieg einbezogen werden“, kündigte Zdebel auch mit Blick auf das neue Gutachten an.

Hartnäckig weisen Anti-Atom-Gruppen immer wieder darauf hin, dass aus diesen bundesdeutschen Uranfabriken weltweit die Versorgung von Atomkraftwerken mit Brennstoff organisiert wird. Allein aus Gronau wird jedes zehnte AKW in der Welt mit Uran beliefert. Unterstützt werden diese Aktivitäten seit Jahren auch von Hubertus Zdebel, der mit parlamentarischen Initiativen immer wieder darauf verweist, dass es hier dringlichen Handlungsbedarf gibt. Zuletzt im Juni 2016 hat die LINKE.NRW die Stilllegung dieser Uranfabriken gefordert.

 

 

Systemwandel: Klimacamp im Rheinland

„Wir brauchen den Systemwandel, damit der Klimaschutz gelingt. Braunkohle ist ein Klimamonster und muss Geschichte werden“, sagt der LINKE Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel und wird sich auch in diesem Jahr an dem Klimacamp im Rheinland beteiligen, das vom 19.-29. August stattfinden wird. Erst vor wenigen Wochen hatte die LINKE sich auf einer Fachtagung in Bergheim für den Ausstieg aus der Braunkohle in NRW ausgesprochen.

Auf dem Klimacamp findet wie im letzten Jahr die Degrowth-Sommerschule vom 19.-23.08.2016 statt. Im Anschluss daran ist das Aktionslabor vom 24.-29.08.2016 zu Gast auf dem Klimacamp. Das Klimacamp und die Degrowth-Sommerschule stehen dieses Jahr unter dem Motto „Skills for System Change“.

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