Atomtransporte in NRW verhindern – vor einer Entscheidung: Auch Verbände und Initiativen wollen mit Bundesumweltminister reden

Nachdem Linke und Grüne Vorstandsmitglieder aus NRW sowie zwei Bundestagsabgeordnete den Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) in einer gemeinsamen Initiative eingeladen haben, vor einer Entscheidung vor Ort noch einmal mit den Betroffenen gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, die die Durchführung von über 150 Atommülltransporten von Jülich nach Ahaus vor Ort überflüssig machen, unterstützen nun auch Verbände und Initiativen diesen Vorschlag. Der BUND in NRW hat sich ebenfalls per Brief an Carsten Schneider gewandt. Auch die BI Ahaus hat sich für einen Dialog ausgesprochen. Verwiesen wird aber auch darauf, dass sowohl Betreiber als auch das zuständige Wirtschaftsministerium in NRW dazu einen Beitrag leisten müssen.

Neben der Einladung an den Bundesumweltminister, noch vor der Entscheidung über den weiteren Umgang mit dem Atommüll in Jülich zu Gesprächen nach NRW zu kommen, sorgt ein Antrag der Linksfraktion im Bundestag dafür, dass das Thema möglicherweise im September nach der Sommerpause auch noch auf die Tagesordnung des Umweltausschusses kommet. Offen ist, ob das Bundesumweltministerium auch dem Parlament noch mal die Möglichkeit gibt, einen Verbleib des Atommülls zu beraten.

Dokumentationen der Presseerklärungen: 

Die PM der BI Ahaus: Ahaus, den 31.07.25 – Pressemitteilung:

Einladung des Bundesumweltministers nach Ahaus wegen drohender Castor-Transporte: BI begrüßt parteiübergreifende Initiativen von Abgeordneten aus dem Münsterland – Gespräche müssen aber auch mit Finanz- und Forschungsministerium stattfinden!

Die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ begrüßt die Initiative zweier Bundestagsabgeordneter aus dem Münsterland, Bundesumweltminister Carsten Schneider nach Ahaus einzuladen, um mit ihm und Betroffenen über Alternativen zu den drohenden Atommüll-Transporten aus Jülich nach Ahaus zu sprechen. Die Abgeordneten Jan-Niklas Gesenhues (Grüne) und Mareike Hermeier (Die Linke) hatten sich letzte Woche parteiübergreifend zu dieser Initiative entschlossen. Die BI würde es auch begrüßen, wenn sich weitere Abgeordnete aus der Region diesen Bemühungen anschließen würden.

Allerdings: Wenn die angestrebten Gespräche zum Erfolg führen sollen, müssen zeitnah weitere Gespräche stattfinden. Denn der Bundesumweltminister hat nur begrenzten Einfluss auf die möglichen Alternativen: Der Neubau einer zeitgemäßen Zwischenlagerhalle in Jülich selbst kann nur von der dortigen Entsorgungsgesellschaft JEN in die Wege geleitet werden. Und deren Aufsichtsrat wird dominiert von anderen Bundesministerien: denen für Finanzen sowie für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die aber weigern sich bisher unter Berufung auf wenig seriöse Kostenrechnungen, die nötigen Schritte für einen Neubau in Jülich zu genehmigen. Hier müssten dringend die notwendigen Gespräche geführt werden. Wenn die Bundestagsabgeordneten aus der Region hierbei aktiv würden, hätte dies die volle Unterstützung der BI.

i.A. und Kontakt in dieser Angelegenheit:

Hartmut Liebermann

PM des BUND NRW

Sichere Lagerung statt riskanter Atommülltransporte

31. Juli 2025 | Atomkraft, AVR Jülich, Energiewende

BUND lädt Bundesumweltminister Carsten Schneider zum Vor-Ort- Gespräch über geplante Atomtransporte

    • Atommülltransporte sind gefährlich und nicht zielführend
    • Debatte über Alternativen zur Verlagerung des Atommülls gefordert
    • Kritik auch seitens der Landesregierung und Polizei-Gewerkschaft

Düsseldorf | Nach den Vorstellungen des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) sollen bald mehr als 300 000 radioaktive Brennelemente aus dem Forschungsreaktor AVR Jülich mit LKWs über Autobahnen und Landstraßen in das Zwischenlager Ahaus transportiert werden. Diese 152 Transporte sind aus Sicht des nordrhein-westfälischen Landesverbands des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nicht nur hochgefährlich, sondern angesichts der befristeten Genehmigung des Zwischenlagers auch nicht zielführend. Deshalb hat der BUND Bundesumweltminister Carsten Schneider vor der Entscheidung über diese Transporte zu einem Vor-Ort-Termin nach NRW eingeladen.

Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND: „Die Zeit drängt – und es braucht jetzt einen offenen Dialog mit allen Beteiligten. Deshalb fordern wir Bundesumweltminister Schneider auf, sich direkt vor Ort ein Bild zu machen und sich die Ängste und Sorgen der von den nuklearen Risiken betroffenen Menschen anzuhören. Nur wer mit den Betroffenen, Fachleuten und politisch Verantwortlichen in dieser Region spricht, kann eine verantwortungsvolle Entscheidung treffen.“

Ziel ist es, Alternativen zum geplanten Abtransport zu diskutieren und mögliche Wege aufzuzeigen, wie eine sichere Lagerung in Jülich ermöglicht werden kann. Denn das Vorhaben stößt nicht nur aufgrund der hohen Risiken auf massive Kritik, sondern ist auch nach Ansicht der Landesregierung NRW „unnötig“. Stattdessen fordert der BUND einen Verbleib des Atommülls am Standort Jülich und den Neubau eines geeigneten Zwischenlagers. Die Gewerkschaft der Polizei bezeichnete den Aufwand, der mit der enormen Anzahl der Transporte und ihrer hochgefährlichen Fracht verbunden ist, zudem als „unverhältnismäßig“.

Der BUND warnt davor, aus politischen oder logistischen Gründen auf eine Lösung zu setzen, die weder sicherheitstechnisch noch gesellschaftlich tragfähig ist. „Wir brauchen eine nachhaltige Lösung. Ein Besuch des Ministers in NRW wäre ein wichtiges Zeichen für Transparenz, Dialogbereitschaft und Verantwortung“, so Sticht. Bis zu einem solchen Gespräch bleiben die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) und die Atomaufsicht NRW gefordert, die Voraussetzungen für eine weitere sichere Zwischenlagerung in Jülich zu schaffen.

Grüne und Linke in NRW: Gemeinsam Atomtransporte stoppen – Einladung an Bundesumweltminister Schneider

Unnötige Atomtransporte aus Jülich quer durch NRW nach Ahaus doch noch verhindern? Das wollen die aus NRW stammenden Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier (Linksfraktion) und Jan-Niklas Gesenhus (Fraktion Grüne) sowie die beiden Landesvorstandsmitglieder Hubertus Zdebel (Linke) und Alexandra Schoo (Grüne) erreichen. In einem gemeinsamen Brief haben sie den Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zu Gesprächen nach Ahaus eingeladen. Vor der Entscheidung des Ministeriums soll noch einmal gemeinsam mit den betroffenen Kommunen und Bürger*innen und Initiativen versucht werden, Wege zu finden, damit auf die 152 überaus gefährlichen Atomtransporte verzichtet werden kann. Das Bundesland NRW setzt sich laut Koalitionsvertrag für einen Verbleibt des Atommülls in Jülich und den Neubau eines Zwischenlagers ein.

Möglicherweise ab Oktober könnten Atommülltransporte Woche für Woche über die Autobahnen in NRW rollen, wenn der Bundesumweltminister auf Vorlage durch die zuständige Genehmigungsbehörde in den nächsten Wochen grünes Licht gibt. Außerdem hat die neue Linksfraktion einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der im September auf der Tagesordnung des Umweltausschusses stehen könnte.

Die Frage zum Umgang mit dem Atommüll in Jülich ist schon über ein Jahrzehnt auf der Tagesordnung. Zugespitzt wurde das Thema, als der Nachweis der Erdbebensicherheit in Jülich nicht erbracht werden könnte und das Land NRW daher als Atomaufsicht (Wirtschaftsministerium) eine Räumungsverfügung aussprach. Viele Jahre vertrödelten dann beteiligte Ministerien und auch der Betreiber der ehemaligen Atomforschungsanlage in Jülich mit so sinnreichen „Lösungen“, wie einen Export der 152 Atombehälter in die USA. Nicht nur Geld, sondern eben auch Zeit wurden mit der derartigen „Planungen“ vertan.

Hätten damals alle Beteiligten sich auf den zur Vermeidung von Atomtransporten notwendigen Neubau eines Zwischenlagers in Jülich verständigt, wäre das heute bereits gebaut und genehmigt und das Thema wäre hinfällig. Aber auch andere Akteure müssen sich hier die Frage gefallen lassen, warum den trotz entsprechender Zuständigkeiten Klärungen im Sinne eines Verzichts von Atomtransporten als die sicherste Variante nicht zielstrebig herbeigeführt wurden.

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU und Grünen in NRW spricht von „unnötigen Atomtransporten“ nach Ahaus und will ein neues Zwischenlager in Jülich. Bundesbehörden und Parlament hatten aber Ende 2022 gemeinsam erklärt, dass NRW dann allein für die Kosten aufkommen müsste. Sonst gilt eine Kostenaufteilung beim Umgang mit dem Jülicher Atommüll von 70 Prozent vom Bund und 30 Prozent vom Land. So oder so: Alles wird von den Steuerzahlenden bezahlt, weil der Atommüll als „staatlicher“ Atommüll behandelt wird.

Bürgerinitiativen und Betroffene nicht nur in NRW machen mit Aktionen und Protesten Druck, um die Atomtransporte noch zu verhindern. Auch Demonstrationen sind geplant. Am 14. September 2025 finden in NRW Kommunalwahlen statt. Vermutlich soll es auch deshalb erst ab Oktober zu den Atomtransporten kommen. Der Landesverband NRW des BUND hat angekündigt, gegen die Genehmigung dieser Atomtransporte zu klagen. Wichtig vor Gericht wäre dafür, dass die Bundesregierung bzw. das Genehmigungsbehörde BASE den Sofort-Vollzug nicht erteilt. Diese Entscheidung ist eine Ermessensentscheidung.

Es wäre auch denkbar, dass die JEN den Antrag auf Sofort-Vollzug zurückzieht.

Dokumentation:

Die PM ist auf der Seite der NRW-Linken bereits online. Presse-Seite der NRW-Grünen

Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus: Grüne und Linke laden Umweltminister Schneider ein und fordern gemeinsame Gespräche mit Betroffenen

Über 150 Atommülltransporte mit hochradioaktivem Abfall aus dem AVR-Reaktor in Jülich sollen per LKW und Castor quer durch NRW in das Zwischenlager nach Ahaus durchgeführt werden. Mit einem gemeinsamen Brief haben Grüne und Linke Bundestagsabgeordnete und Parteivorstände aus NRW deshalb Bundesumweltminister Carsten Schneider eingeladen, vor einer Entscheidung nach NRW zu kommen. Bei seinem Besuch sollen Möglichkeiten diskutiert werden, diese gefährlichen und auch aus Sicht der Landesregierung in NRW unnötigen Atommülltransporte zu vermeiden.

Die beiden aus NRW stammenden Bundestagsabgeordneten Mareike Hermeier (Linke) und Jan-Niclas Gesenhues (Grüne) wollen erreichen, dass die Atommülltransporte mit ihrer hochbrisanten Fracht nicht stattfinden und vor einer endgültigen Entscheidung mit allen Betroffenen vor Ort nach einem Ausweg gesucht wird, der eine sichere Lagerung in Jülich weiterhin ermöglicht. Die beiden Abgeordneten werden durch Alexandra Schoo (Grüne) und Hubertus Zdebel (Linke) aus den Landesvorständen in NRW in diesem Anliegen unterstützt.

Nach Auffassung von Gesenhues und Hermeier ist das nukleare Mammut-Projekt auch deshalb fragwürdig, weil bereits 2036 die derzeitige Genehmigung für das Zwischenlager in Ahaus ausläuft. Ein neues Genehmigungsverfahren nach Stand von Wissenschaft und Technik wird erforderlich. „Wohin werden die Castoren dann verschoben? Sicherheit muss unter allen Umständen vor Kostenargumenten gelten.“

Gemeinsam stellen die Initiator*innen fest: „Ansätze für den Verzicht auf die Atommülltransporte sind erkennbar. Eine Lösung ohne Transporte ist möglich.“

Überall liegt Atommüll rum – „Endlagerung“ weit weg

Als wäre es nichts. Während alle möglichen Medien mehr oder weniger einseitig von wundersamen neuen Atomreaktoren schwadronieren, liegen die bisher erzeugten, teils hoch radioaktiven Atommüllabfälle meist in oberirdischen Lagerhallen quer über die ehemaligen Atomforschungsanlagen, Atommeiler oder einfach nur in Kartoffelscheunen rum, wie man es salopp im Wendland/Gorleben sagt. Fast alle Atommüll-Zwischenlager für hochaktiven Atommüll sind befristet und müssen demnächst nach Stand von Wissenschaft und Technik neu genehmigt werden. Wenn das mal klappt. Auch dort, wo leicht- und mittelradioaktive Atomabfälle mal unter die Erde gebracht wurden, in Morsleben und in der ASSE, gibt es massive Sicherheits-Probleme. Von all dem ist im Entwurf des „Nationalen Entsorgungsprogramm“ (NAPRO) der Bundesregierung nicht viel zu finden.

Dabei hat sich nun auch gezeigt, dass die Suche nach einem möglichst sicheren unteriridischen Endlager für die hochaktiven Abfälle jahrzehnte länger brauchen wird, als neulich noch vollmundig angekündigt. Atomkritische Verbände und Gruppen warnten davor schon länger. Nun wird auch im Bundesumweltministerium gesetzgeberisch an „Beschleunigung“ gearbeitet. Damit hat sich auch das Nationale Begleitgremium (NBG) zuletzt auf einer Sitzung beschäftigt und z.B. ein Gutachten präsentiert. (Foto: Betreiber)

Dokumentation von der Homepage des NGB:

Schlag­lich­ter von der 98. NBG-Sit­zung

Die Endlagersuche ist komplex und vielschichtig. Das zeigte sich einmal mehr in der letzten NBG-Sitzung vor der Sommerpause. Es ging nicht nur um Geologie, sondern auch um rechtliche, technologische und gesellschaftliche Fragen, mit denen sich das NBG als kritischer und vermittelnder Begleiter regelmäßig befassen muss. Das produktive Ergebnis: ein neues Gutachten, ein frisch abgestimmtes Positionspapier und eine detaillierte Stellungnahme.

Nationales Entsorgungsprogramm: Bitte mehr Tiefe und Vorausschau

Das NBG sieht in der aktuellen Fortschreibung einige Defizite und formuliert zentrale Kritikpunkte nebst Verbesserungsvorschlägen. Als mangelhaft angesehen werden die bisher angebotenen Möglichkeiten der Beteiligung für die Öffentlichkeit bei der Aufstellung des NaPro. Auch die Prüfung von Alternativen und möglichen Zukunftsszenarien bei der Entsorgung der radioaktiven Stoffe vermisst das Gremium. Ebenso sollten die programmatischen Ziele und Maßnahmen klarer dargestellt werden, etwa zur dezentralen oder zentralen Zwischenlagerung. Schließlich fehlt in dem Entwurf eine Bewertung neuer Sicherheitsrisiken, beispielsweise durch Drohnentechnologie oder geopolitische Spannungen.

Das NBG fordert deshalb mehr Tiefe, Transparenz und vorausschauende Planung. Nur so kann Vertrauen in die nationale Entsorgungsstrategie und somit auch in das Standortauswahlverfahren entstehen. Die finale Stellungnahme reicht das Gremium zeitnah beim Bundesumweltministerium ein.

Info –  Auch die Öffentlichkeit ist noch bis zum 5. August 2025 aufgerufen, Stellungnahmen zum NaPro einzureichen. Dies geht postalisch ans Bundesumweltministerium oder per E-Mail unter siii2@bmukn.bund.de.

Klare Kante zur Transmutation: Eine sichere Lösung hat Vorrang!

Können wir uns das alles sparen und stattdessen das Endlagerproblem mit neuen Technologien zeitnah lösen? Das verspricht zumindest eine Technik namens Partitionierung und Transmutation (kurz „P&T“). Sie zielt darauf ab, hoch radioaktive Abfälle in weniger gefährliche Stoffe umzuwandeln, indem alte Brennstäbe mit Neutronen beschossen werden. Bereits seit Jahrzehnten in der Diskussion, hat die Idee von P&T aktuell wieder viel Aufmerksamkeit bekommen, insbesondere durch eine Studie von der Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND mit einer sehr optimistischen Schätzung für den Bau einer solchen Anlage an ehemaligen deutschen AKW-Standorten.

Das NBG sendet mit einem Positionspapier zum Thema Transmutation ein eindeutiges Signal: Es wäre unverantwortlich, das laufende Standortauswahlverfahren zu stoppen oder die Bemühungen zu reduzieren, bis Transmutationstechnologien verfügbar sind. Denn die Technologie ist bisher nur im Labormaßstab erprobt. Eine funktionierende Gesamtanlage existiert nicht. Die versprochenen Effekte – etwa 80 Prozent weniger Abfallvolumen – bleiben spekulativ. Auch die wirtschaftliche Machbarkeit wird bezweifelt. Zusätzlich würde P&T neue, ebenfalls zu entsorgende Abfallmengen erzeugen und ein Endlager wäre weiterhin notwendig.

Klar ist: Forschung ist fundamental und neue Ansätze sind erstrebenswert, doch das darf keine Ausrede für Stillstand sein. Eine vage Hoffnung auf künftige Durchbrüche darf nicht die sichere Lösung von heute verzögern. Die tiefengeologische Endlagerung bleibt international die am besten bewertete Entsorgungsoption und sollte konsequent weiterverfolgt werden.

Vergleich ist Pflicht – und zwar durchgängig

Um für dieses tiefengeologische Lager den sichersten Standort zu finden, müssen in jeder Phase des Verfahrens systematische Vergleiche durchgeführt werden.

Zu diesem Thema gab das NBG ein Gutachten beim renommierten Rechtsexperten Dr. Ulrich Wollenteit in Auftrag. Im Kern ging es um die Frage, wann und wie das Standortauswahlverfahren ein vergleichendes Verfahren sein muss – wann also zum Beispiel Teilgebiete oder Standortregionen verglichen werden müssen und wann dabei auch zwischen den verschiedenen Wirtsgesteinen (kristallines Gestein, Steinsalz und Tongestein) abgewogen werden muss. Denn keines der Wirtsgesteine ist per se sicherer als das andere, daher sind sie gleichrangig zu behandeln.

Wollenteits wesentliche Erkenntnis auf die Frage, wann ein wirtsgesteinsübergreifender Vergleich stattfinden muss: Das Gesetz schreibt keinen konkreten Zeitpunkt dafür vor. Zu vergleichen sind nicht einfach „nur“ die Wirtsgesteine. Sondern verglichen werden die konkreten Gebiete, verbunden mit dem jeweiligen dort vorgesehenen Endlagersystem. Darin begründe sich die Komplexität bei der Entwicklung einer geeigneten Methodik für diesen Vergleich: Gewissermaßen müsse man hier Äpfel mit Birnen vergleichen. Zum derzeitigen Stand des Verfahrens wäre nicht erkennbar, dass die gesetzlich geforderte Prüftiefe für einen wirtsgesteinsübergreifenden Vergleich unterschiedlicher Endlagersysteme gegeben wäre.

Das NBG betont die dringende Notwendigkeit, die Vergleichsmethodik so früh wie möglich zu entwickeln und offenzulegen. Nur so kann vermieden werden, dass der Eindruck einer Beeinflussung zugunsten eines favorisierten Ergebnisses erfolgt. Denn feststeht, dass eine unterbliebene vergleichende Bewertung einen Verfahrensfehler darstellt, der das Verfahren angreifbar macht – und es müsste unter Umständen in frühere Phasen zurückgesetzt werden.

Wiedersehen im Wendland

Die Sitzung schloss mit einem Ausblick auf die 99. Sitzung, die nach der kurzen Sommerpause am 9. September in Lüchow-Dannenberg stattfinden wird – einem Ort, der wie kein anderer für gelebte Teilhabe und ein lernendes Verfahren steht. Die Gelegenheit lässt sich das Gremium nicht entgehen und möchte mit den Menschen vor Ort ins Gespräch kommen. Die Sitzung wird deshalb flankiert von der Veranstaltung „NBG vor Ort: Mit Gorleben für die Regionalkonferenzen lernen?“, zu der sich alle Interessierten ab sofort hier anmelden können.

All diese Aspekte und weitere Diskussionspunkte der themenreichen 98. NBG-Sitzung finden Sie auch im Video-Mitschnitt auf unserem YouTube-Kanal.

YouTube-Mitschnitt 98. NBG-Sitzung (17.7.2025)

Ellen Boettcher

Ausführliche Informationen finden Sie bald in einem Ergebnisprotokoll.

Ausführliche Informationen finden Sie bald in einem Ergebnisprotokoll.

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Gedenken: 80 Jahre Hiroshima und Nagasaki – Atomwaffenverbot fordert die UN!

Die US-Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 waren verheerend. Geschätzt 240.000 Menschen starben bis Ende des Jahres 1945. Die Überlebenden, die Hibakusha, tragen bis heute die traumatischen Erinnerungen und gesundheitlichen Folgen der Strahlung. Gerade deshalb haben sie es sich zur Aufgabe gemacht, vor den Gefahren von Atomwaffen zu warnen. Die Geschichten der Hibakusha lebendig zu halten, sei eine „Zukunftsaufgabe“, so der Hiroshima-Überlebende Kunihiko Sakuma kürzlich bei seinem Besuch in Deutschland.

https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2025/07/11/gedenken-80-jahre-hiroshima/#more-40060

Wir lassen in diesem Heft 80 Jahre nach der Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki ihn und weitere Überlebende zu Wort kommen. Ebenfalls im Mai besuchten uns Überlebende von Atomwaffentests, die bei Veranstaltungen in verschiedenen Städten von den Folgen für sich und ihre Gemeinschaften berichteten. Eindrücke von der Reise schildert Antonia Hoffmann.

Nein zum menschenverachtenden Prinzip der nuklearen Abschreckung: Die Weltgesundheitsversammlung hat im Mai 2024 die Resolution „Effects of Nuclear War on Public Health“ verabschiedet. Die WHO hat nun den Auftrag, die Auswirkungen eines Atomkrieges systematisch zu untersuchen und die Forschung auf diesem Gebiet auszuweiten. Angelika Claußen und Lars Pohlmeier berichten.

Dr. Masao Tomonaga, Hibakusha aus Nagasaki, ist Gründungsmitglied der IPPNW in seiner Heimatstadt. In einem Interview berichtet er über seine langjährige Forschung zu den Gesundheitsfolgen von Atomwaffen und die Vorbereitungen zum IPPNW-Weltkongress in Nagasaki, an denen er sich beteiligt.

„Kasachstans nukleares Erbe. Die vergessenen Stimmen der sowjetischen Atomtests“ heißt ein neues Buch, das im Juni 2025 erscheint. Auf dem Atomtestgelände Semipalatinsk (Semei) hatte die Sowjetunion zwischen 1949 und 1989 insgesamt 456 Atomwaffen getestet. Der Herausgeber Yannick Kiesel berichtet über das Buch, das eindrucksvolle Berichte von Zeitzeug*innen, wissenschaftliche Analysen und persönliche Reiseeindrücke versammelt.

Juliane Hauschulz, Editorial für das Heft, Juni 2025

Siehe auch hier bei IPPNW!

Urandeals: Lieferketten und Verarbeitung – Wie die Europäische Union den Brennstoff-Nachschub für den Betrieb von Atomkraftwerken organisiert

In Deutschland muss die Bundesregierung demnächst entscheiden, ob sie zulässt, dass künftig in einer Uranfabrik im westfälischen Lingen der russische Atomgigant Rosatom beteiligt werden darf, um die Herstellung von Uran-Brennelementen für den Einsatz in osteuropäischen Atommeilern zu ermöglichen. Die Uranfabrik in Lingen gehört ausgerechnet dem französischen Atomkonzern Framatome. Denn sonst könnte der zu den USA zählende Konzern Westinghouse (mit seinem Sitz in Schweden) den Deal allein machen. Und wie ist das mit Sanktionen und Krieg Russlands in der Ukraine? Wie sieht es in der EU mit der Uranversorgung und mit dem Brennstoff für die Atommeiler aus? Die „Agentur der Europäischen Atomenergiegemeinschaft“ hat den Jahresbericht 2024 vorgelegt.

In 2024 stammen immer noch  „mehr als 40 % der Importe weiterhin aus GUS‑Ländern, insbesondere Russland und Kasachstan“, so die Agentur. Ein Uran-Deal in Lingen mit der Beteiligung Russlands würde diesen Trend sicher nicht umkehren. Zumal Lieferländer wie der Niger nicht mehr zur Verfügung stehen.

Der jetzt neue Bericht für das Jahr 2024 liefert viele Informationen über den Stand und die Entwicklungen in Sachen Uranbeschaffung und Kernbrennstoffversorgung für die Atommeiler innerhalb der EU. Gern wird das ganze auch als Lieferkette bezeichnet. Seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist die gesamte Energieversorgung der EU und der Welt ins Rutschen bekommen.

Öl, Gas, andere Brennstoffe und natürlich auch die Atomenergie mitsamt der Uran-Erz-Minen, der Verarbeitung zu Yellow-Cake, der Umwandlung in mehreren Schritten zu Uranhexafluorid, die danach notwendige Anreicherung des spaltbaren Isotops Uran235 bis hin zur Fertigung von Brennstoff-Tabletten und den Einbau und Montage in die jeweils erforderlichen und speziell an die Reaktoren angepassten Brennelemente, all das ist Thema in dem Bericht. Auch Plutonium in Form von MOX oder bereits bestrahltes und rezykliertes Uran kommen innerhalb der EU in Atomreaktoren zum Einsatz.

Die ESA betrachtet allerdings hierbei nur den zivilen Teil, denn nur dafür ist sie zuständig. Ein Atomwaffenstaat wie Frankreich wird in seinen militärischen Aktivitäten mit Kernbrennstoffen nicht in der Weise überwacht.

Die Zusammenarbeit von Frankreich mit Russlands Rosatom basiert auf 2021 unterzeichneten Verträgen. Bei der Unterzeichnung waren Macron und Putin persönlich anwesend. Darin wird eine Ausweitung aller nuklearer Aktivitäten zwischen den beiden Atom-Staaten vereinbart.

Zu aktuellen Debatte über eine engere Zusammenarbeit Deutschlands mit Frankreich bzw. innerhalb der EU mit Blick auf Atomwaffen siehe auch:

Dokumentation: 

umweltFAIRaendern hat die englische Zusammenfassung des ESA-Berichts für 2024 per KI übersetzen lassen. Das unbearbeitete und damit möglicherweise auch nicht immer korrekte Übersetzungsergebnis ist hier gleich als Dokumentation. Darunter findet sich das englische Original. 

1. Deutsche unkontrollierte Übersetzung:

Zusammenfassung

Dieser Bericht bietet einen umfassenden Überblick über den Markt für Kernbrennstoffe in der Europäischen Union, beleuchtet zentrale Trends, Herausforderungen und strategische Entwicklungen vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Spannungen. Vor dem Hintergrund der Bemühungen der EU, ihre Energiequellen zu diversifizieren und die Abhängigkeit von russischen Nuklearimporten zu verringern, untersucht der Bericht den aktuellen Stand und die zukünftigen Aussichten des Kernbrennstoffmarkts. Er analysiert Verbrauchsmuster, Beschaffungsstrategien und Marktdynamiken und stellt die wichtigsten Aktivitäten der Agentur für 2024 sowie Empfehlungen zur Aufrechterhaltung einer stabilen und sicheren Versorgung mit Kernbrennstoffen vor.

Marktanalyse und Empfehlungen

Im Jahr 2024 zeigte sich der europäische Markt für Kernbrennstoffe bemerkenswert widerstandsfähig gegenüber anhaltender geopolitischer Instabilität und Unsicherheiten in den Lieferketten. Kernenergie behielt ihre strategische Bedeutung im europäischen Energiemix bei und trug weiterhin knapp 25 % zur Stromerzeugung und -nutzung in der EU‑27 bei. Im Rahmen der Bemühungen um stärkere Energiesouveränität und Dekarbonisierung luden die Betreiber 1 761 Tonnen Uran in ihre Reaktoren, gewonnen aus 12 120 Tonnen Natururan. Ein wachsender Anteil dieses Bedarfs wurde durch den Einsatz von Mischoxid-Brennstoff (MOX) und wiederaufbereitetem Uran gedeckt, was einer Einsparung von fast 5 % des jährlichen Natururanbedarfs entspricht.

Die Uranbeschaffung der europäischen Betreiber blieb stark und belief sich auf insgesamt 13 667 Tonnen – etwa ein Fünftel der weltweiten Nachfrage –, überwiegend über mehrjährige Verträge gesichert. Diese Strategie unterstreicht die Bedeutung einer stabilen Versorgung, auch wenn mehr als 40 % der Importe weiterhin aus GUS‑Ländern, insbesondere Russland und Kasachstan, stammen, trotz anhaltender Diversifizierungsbemühungen. Die Importe aus Afrika gingen zurück. Ende 2024 verfügten die europäischen Betreiber über Bestände von fast 40 000 Tonnen Uranäquivalent, was einen Puffer für durchschnittlich mehr als drei Nachladezyklen darstellt – ein wichtiges Maß für die Resilienz bei Versorgungsrisiken.

Der Bericht betont, dass die Stärkung der Lieferkettenresilienz durch langfristige vertragliche und politische Zusagen, Diversifizierung, strategische Vorratshaltung und Recycling entscheidend für die langfristige Versorgungssicherheit mit Kernbrennstoffen ist. Russlands Krieg gegen die Ukraine hat die Notwendigkeit, die Abhängigkeit von russischen Nuklearlieferungen zu reduzieren, noch verstärkt. Während die EU bisher keine direkten Maßnahmen gegen russische Nuklearmaterialien ergriffen hat, zielt die Politik auf einen vollständigen Ausstieg ab. Der REPowerEU‑Plan beschleunigte Diversifizierungsinitiativen, den Ausbau europäischer Produktionskapazitäten und internationale Kooperationen, obwohl diese Bemühungen weiterhin vor logistischen und regulatorischen Herausforderungen stehen.

Das Risikomanagement bleibt ein zentrales Instrument der Versorgungssicherheit. Regulierungsbehörden, Industrie und Betreiber sind aufgerufen, Anfälligkeiten durch geopolitische Risiken, Eigentumsverhältnisse der Lieferanten und Transportrouten zu bewerten und zu mindern. Strategische Vorratshaltung gewinnt an Bedeutung, mit Empfehlungen, Bestände für mehrere Nachladungen vorzuhalten und einen EU‑weiten Koordinierungsmechanismus zu prüfen.

Für die Zeit bis 2033 wird ein leichter Rückgang des Brennstoffbedarfs erwartet, während der Beitrag heimischer Quellen – insbesondere MOX und wiederaufbereitetes Uran – steigen dürfte. Diese Entwicklung unterstützt die EU‑Bestrebungen nach größerer Autonomie bei der Brennstoffversorgung. Beschaffungsstrategien sollten weiterhin auf Lieferantenvielfalt setzen, idealerweise unter Einbeziehung mindestens eines EU‑basierten Anbieters.

Im Bereich der medizinischen Radioisotope bleibt die Abhängigkeit der EU von ausländischen Lieferketten eine erhebliche Schwachstelle. Der Bericht empfiehlt eine rasche Diversifizierung, den Aufbau inländischer Produktionskapazitäten und die Sicherung nuklearmedizinischen Know‑hows, wie es das Projekt „European Radioisotopes Valley“ (ERVI) vormacht.

Während die kurzfristige Versorgungssicherheit stabil erscheint, wird nach 2028 ein deutlicher Rückgang der vertraglichen Abdeckung für Uran und Brennstoffkreislaufleistungen erwartet. Daher sind der Abschluss neuer langfristiger Verträge und Anreize für Investitionen in Konversions‑ und Anreicherungskapazitäten entscheidend. Die Erweiterung der französischen Anlage George Besse II könnte den inländischen Konversionsbedarf decken, doch bestehen auf dem westlichen Markt weiterhin erhebliche Kapazitätslücken.

Angesichts der wachsenden strategischen Bedeutung der Kernenergie sind die Mitgliedstaaten aufgerufen, klare nationale Nuklearstrategien zu definieren, Kreislaufwirtschaftspraktiken zu fördern und die Diversifizierung der Brennstoffversorgung sicherzustellen – insbesondere für neue Reaktoren auf Basis nicht‑europäischer Technologien. Diese Schritte sind entscheidend, um die Kernenergie als sicheren, nachhaltigen und CO₂‑armen Bestandteil des europäischen Energiemixes zu verankern.

Markt‑ und Nuklearpolitik in der EU und weltweit

2024 erzielte die EU im Rahmen der REPowerEU‑Initiative erhebliche Fortschritte bei ihrer Klima‑ und Energiestrategie. Die Europäische Kommission und die Euratom‑Versorgungsagentur unterstützten aktiv die Diversifizierung der Brennstoffquellen für Betreiber russischer VVER‑Reaktoren. Zudem wurden Abhängigkeiten von russischen Quellen für nicht‑energetische Zwecke wie Radioisotope und Forschungsreaktoren adressiert, mit Fortschritten im Rahmen des SAMIRA‑Aktionsplans.

Die Strommarktreform war 2024 ein Meilenstein: Kernenergie wurde ausdrücklich als wesentlich für die Dekarbonisierung anerkannt. Erleichtert wurden Stromabnahmeverträge (PPAs) und Differenzverträge (CfDs), um Investitionen in Nuklearprojekte zu fördern, während die Mitgliedstaaten aufgefordert wurden, rechtliche Hindernisse für langfristige Verträge zu beseitigen.

Die Kommission startete zudem die „Europäische Industrieallianz für Small Modular Reactors“ (SMRs), mit dem Ziel, SMRs bis Anfang der 2030er Jahre in Europa zu entwickeln und einzusetzen.

Darüber hinaus setzte die EU ihre Rolle als globaler Akteur fort: Zusammenarbeit mit der Ukraine und der IAEO zur Notfallvorsorge, Überwachung ukrainischer Anlagen, Abschluss der Stresstests für das türkische AKW Akkuyu sowie Fortschritte bei ITER, wo 2024 die bislang höchste Umsetzungsrate erreicht wurde.

Euratom‑Forschung und Ausbildung erhielten 121 Mio. € für 21 Projekte, darunter EU‑CONVERSION und PreP‑HALEU für Versorgungssicherheit in Forschung und Medizin. Neue Partnerschaften wie EURAD‑II und CONNECT‑NM stärken Forschung und strategische Autonomie.

Wichtige Ergebnisse und Management 2024

Die ESA meisterte 2024 interne und externe Herausforderungen erfolgreich: effiziente Mittelverwendung, hohe Budgetausführung (99,53 %), verbesserte interne Sicherheit und Risikomanagement, positives Audit. Trotz Fachkräftemangel konnte die Agentur ihre Mandate erfüllen und eine inklusive, resiliente Belegschaft erhalten.

Fazit: Die ESA hat ihre Fähigkeit unter Beweis gestellt, sich an veränderte externe Bedingungen anzupassen und weiterhin die Versorgungssicherheit, Diversifizierungsstrategie und Energieziele der EU zu unterstützen.

2. Englische Zusammenfassung aus dem ESA-Bericht für 2024:

Executive summary
This report provides a comprehensive overview of the European Union’s nuclear fuel market, highlighting key trends, challenges, and strategic developments in the context of evolving geopolitical tensions. Against the backdrop of the EU’s efforts to diversify its energy sources and reduce dependence on Russian nuclear imports, the report examines the current state and future outlook of the nuclear fuel market, including consumption patterns, procurement strategies, and market dynamics, and outlines the agency’s 2024 key activities and recommendations to maintain a stable and secure nuclear fuel supply.

Market analysis and recommendations
In 2024, the European nuclear fuel market displayed notable resilience in the face of sustained geopolitical instability and supply chain uncertainty. Nuclear energy maintained its strategic importance in the EU’s energy landscape, contributing nearly 25% of electricity generation and consumption in the EU-27. Amid efforts to reinforce energy sovereignty and meet decarbonization goals, utilities loaded 1 761 tonnes of uranium into reactors, drawn from 12 120 tonnes of natural uranium. A growing share of this demand was met through the use of mixed oxide (MOX) fuel and reprocessed uranium, for savings equivalent to almost 5% of annual natural uranium requirements.

Uranium procurement by EU utilities remained strong, totalling 13 667 tonnes—about one-fifth of global demand-primarily secured through multi-year contracts. This procurement strategy reflected the importance of supply stability, although more than 40% of uranium imports still originated from CIS countries, notably Russia and Kazakhstan, despite ongoing diversification efforts. Imports from African producers declined. By the end of 2024, European utilities held close to 40 000 tonnes of uranium equivalent in inventories, providing a buffer sufficient for more than three reload cycles on average—an important measure of resilience in the face of supply disruption risks.

The report emphasizes that enhancing supply chain resilience through long-term contractual and political commitments, diversification, strategic stockpiling, and recycling is essential for long-term nuclear fuel security. Russia’s ongoing war in Ukraine has intensified the urgency of reducing dependency on Russian nuclear supplies. While the EU has not taken any direct measures on Russian nuclear materials, the policy direction aims toward full phase-out. The REPowerEU Plan has accelerated diversification initiatives, expansion of European production capacities, and international collaboration, though these efforts continue to face logistical and regulatory challenges.

Risk management remains a central tool in the nuclear fuel security of supply. Regulatory authorities, the nuclear industry and utilities are encouraged to assess and mitigate vulnerabilities stemming from geopolitical risks, ownership of suppliers, and transportation routes. Strategic stockpiling is increasingly vital, with recommendations to maintain inventories sufficient for multiple reloads and to explore an EU-wide coordination mechanism.
Looking ahead, a slight decline in reactor fuel demand is projected through 2033, while domestic fuel sources-particularly MOX and reprocessed uranium—are expected to play a larger role. This trend supports the EU’s ambitions to reinforce fuel autonomy. To safeguard fuel security, sourcing strategies must continue to prioritize supplier diversity, ideally involving at least one EU-based source.

In the field of medical radioisotopes, the EU’s dependency on foreign supply chains remains a major vulnerability. The report recommends urgent diversification, establishment of domestic production capabilities, and preservation of nuclear medicine expertise, as exemplified by ongoing initiatives like the European Radioisotopes Valley (ERVI).
While short-term supply security appears stable, a noticeable drop in contractual coverage for uranium and fuel-cycle services is expected after 2028. This highlights the importance of concluding new long-term contracts and incentivising investment in conversion and enrichment capacity. France’s George Besse II facility, if expanded, could cover domestic conversion needs, but significant capacity gaps remain in the Western market. Supplier due diligence and long-term contracting will be essential to close these gaps.
With nuclear energy regaining strategic relevance, EU Member States are encouraged to define clear national nuclear strategies, promote circular fuel practices, and ensure fuel diversification—especially for new nuclear reactors based on non-EU technologies. These steps are key to embedding nuclear energy within the EU’s secure, sustainable, and low-carbon energy mix.

Market and nuclear policy developments in the EU and worldwide

The European Union made substantial policy advances in 2024 in its climate and energy strategy, particularly in implementing the REPowerEU initiative. The European Commission and the Euratom Supply Agency played key roles in supporting and monitoring diversified nuclear fuel sources of the utilities operating VVER, Russian-designed reactors. Additionally, the EU is looking into the dependency on Russian sources for non-power uses, such as medical radioisotopes and research reactor fuel, advancing the SAMIRA action plan to enhance resilience in these critical sectors.

The electricity market reform marked a major milestone in 2024. Revised rules explicitly recognized nuclear energy as essential to decarbonization. The changes facilitated the use of power purchase agreements (PPAs) and contracts for difference (CfDs) to support investment in nuclear projects, while urging Member States to eliminate legal and regulatory barriers to long-term contracting. This development creates a more stable investment framework for nuclear projects, including life extensions and new builds.

The Commission also launched the European Industrial Alliance on Small Modular Reactors (SMRs), aimed at accelerating the development and deployment of SMRs across Europe by the early 2030s.
Work continued on ensuring full implementation of the Euratom legal framework. The Commission adopted a new Recommendation on dose coefficients and published the third implementation report of the Radioactive Waste Directive. A pilot project for a joint European radioactive waste management approach was launched, while decommissioning assistance programs in Bulgaria, Lithuania, and Slovakia continued to mitigate long-term safety risks at former nuclear power sites.

In emergency preparedness, the European Commission ensured the ongoing operation of the ECURIE and EURDEP systems, and reinforced cooperation with Ukrainian authorities and the IAEA to handle potential nuclear or radiological emergencies. Internationally, the EU engaged with major organizations including the IAEA and OECD/NEA, and with partners such as the US, UK, Japan, Canada, Kazakhstan, and Australia to reinforce supply chain resilience and promote high standards of nuclear safety and security.
Monitoring of Ukraine’s nuclear facilities remained a high priority, with particular attention to the Zaporizhzhia plant. The EU also finalized post-Fukushima stress tests for Türkiye’s Akkuyu nuclear power plant and continued discussions with other non-EU countries. These efforts reflect the EU’s role as both a regional and global standard-setter in nuclear safety and cooperation.
The EU, through Euratom, also continued its leadership role in the ITER fusion project. In 2024, ITER achieved its highest execution rate to date, with the EU supporting critical installations and addressing outstanding technological challenges. These steps marked substantial progress toward realizing fusion as a long-term carbon-free energy source.

Nuclear safeguards remained robust in 2024.

Euratom safeguards covered 99.94% of over 539 000 tonnes of civil nuclear material in the EU, with physical verification and accountancy procedures ensuring no diversion from peaceful uses. A political agreement was reached on an updated Euratom safeguards regulation, further strengthening legal compliance and international credibility.

The Euratom research and training programme allocated €121 million to 21 projects focused on nuclear safety, waste management, and innovative technologies. Highlights included EU-CONVERSION and PreP-HALEU, which aimed at securing fuel supplies for research reactors and medical radioisotope production. The SAVE project supported fuel diversification for VVER reactors in Europe and Ukraine. Two new co-funded partnerships—EURAD-II and CONNECT-NM—were launched to address radioactive waste and develop advanced nuclear materials. These projects underpin the EU’s commitment to research excellence and strategic autonomy in the nuclear field.

Key achievements and management in 2024

ESA successfully navigated complex external and internal challenges in 2024, demonstrating sound financial management, operational efficiency, and institutional resilience. The Agency simplified its budget structure, improving operational transparency and flexibility. It achieved a high budget execution rate of 99.53% for commitment appropriations, with effective internal budget transfers helping to respond to dynamic needs. Financial reports and accounts were submitted on time and received a positive audit outcome, underscoring sound financial governance.

To enhance internal operations and security, ESA finalized the NOEMI security plan, completed the development of a data reporting tool, and appointed a Local Information Security Officer (LISO) to strengthen cybersecurity. A comprehensive risk assessment was carried out, and internal controls were refined. A self-assessment confirmed the effectiveness of the internal control system, reinforcing ESA’s commitment to good governance and risk mitigation.

Amid growing workload due to geopolitical instability and market complexities, ESA optimised the use of shared resources in collaboration with other European Commission departments and partner agencies. The Agency met its objectives despite resource pressures, maintaining its focus on nuclear fuel supply security and stakeholder engagement. While recruitment remained a challenge, ESA preserved a diverse and gender-balanced workforce, reinforcing its commitment to inclusivity and resilience.

In summary, ESA’s performance in 2024 reflects its ability to adapt to evolving external conditions and to continue fulfilling its mandate in support of the EU’s nuclear supply security, diversification strategy, and broader energy objectives.

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