Jürgen Habermas
Kategorie: Spurensuche
Atomforschung in Deutschland für neue Reaktorkonzepte
Atomenergie ist Geschichte in Deutschland? Nun könnte man mit Blick auf die großen Mengen von Atommüll sagen: Noch lange nicht. Auch um die Uranfabriken, die weltweit im Geschäft und geopolitisch bedeutsam sind, geht es nicht. Vielleicht ist das schon Hintergrund der aktuellen Kampagnen von von der Leyen in der EU und Söder in Deutschland. Die AfD will das Thema in jedem Fall. Aber: Vor dem Neubau steht die Forschung und Entwicklung. Konkret: Atomforschung für neue Reaktorkonzepte. Wird gemacht: „Flüssiges Salz für neue Reaktorkonzepte“ heißt es beim Atomforschungsreaktor FRM II in München Garching, der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRMII) – Technische Universität München. (Foto: © Laura Richter, TUM/FRM II – Titel: „Kick-off des Forschungsprojekts in Garching: Prof. Dr. Christian Reiter, TUM, Frank Blömeling und Frank Meissner, beide TÜV NORD EnSys, Liliana Quintero Zambrano, am TUM CNSI, und Tilmann Schlitt, wissenschaftlicher Mitarbeiter, TUM (v.l.n.r.).“)
- Atomforschung mit bestrahlten Uranbrennstoffen: BGZ, TU München Garching, JRC Karlsruhe und anderswo – verlängerte Zwischenlagerung und Endlagerung
- Atomenergie: Bundesamt legt Studie zu alternativen Reaktorkonzepten vor – Nicht verfügbar – Keine Hilfe beim Klimaschutz
- Neue Atomreaktoren? Formulierte Erwartungen können „insgesamt nicht als realistisch eingeschätzt werden“ stellt neue Studie fest
- DIW legt Studie vor: Atomenergie ist nicht nachhaltig und zukunftungsfähig – Es braucht Klima- und Plutoniumneutralität!
- Kleine SMR Atomreaktoren machen sehr viel Atommüll
So leitet die vom Bund und vom Land Bayern geförderte Einrichtung das Thema ein: „Flüssige Salzschmelzen könnten künftig dazu beitragen, Energie effizienter und klimafreundlicher zu erzeugen. Am FRM II erforscht die Doktorandin Liliana Quintero Zambrano, wie sich das flüssige Salz als Kühl- und Wärmetransportmedium in neuen Reaktorkonzepten einsetzen lässt. Das Projekt wird von TÜV NORD gefördert. …. Weltweit wird an Technologien gearbeitet, um CO2-Emissionen zu senken. Dazu zählen auch innovative Reaktorkonzepte, z. B. Small Modular Reactors (SMR). Eine Untergruppe sind Molten Salt Reactors, die flüssiges Salz statt Wasser zur Kühlung nutzen. „Salzschmelzen als Wärmeträger bieten großes Potenzial, Energiesysteme effizienter und leistungsfähiger zu gestalten – und das zugleich umweltfreundlich und wirtschaftlich. Durch die Weiterentwicklung dieser Technologien können wir einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Energiesektors und damit zum Klimaschutz leisten“, sagt Liliana Quintero Zambrano, die als Doktorandin am TUM Center for Nuclear Safety and Innovation des FRM II an dem von TÜV NORD geförderten Projekt forscht.“ Ausdrücklich wird darauf verwiesen: „Mehr Informationen: Das Forschungsprojekt „Untersuchung von neuartigen Salzschmelzen für Anwendungen mit hohen Wärmeflüssen“ wird durch die TÜV Nord-Vereine und die RWTÜV-Stiftung finanziert, die Anteilseigner der TÜV NORD GROUP sind. Die fachliche Begleitung leistet TÜV NORD EnSys als kerntechnische Gutachterorganisation. Die Laufzeit der Promotionsförderung durch die TÜV NORD-Vereine und die RWTÜV-Stiftung beträgt drei Jahre; das Projekt startete im Oktober 2025.“
To Neil Armstrong and Buzz Aldrin. Artemis2 auf der Startrampe
Es ist die Reflektion von Neil Armstrong im Visier von Buzz Aldrin. Der erste Mann auf dem Mond fotografiert den zweiten Mann auf den Mond. Gerade hatte Buzz Aldrin von Apollo 11 seinen 96. Geburtstag begangen. Die Crew von Artemis2 gratulierte. Fly me to the moon Michael Collins. Es begann bei der Saturn-Rakete der Apollo-Mission mit der V2-Rakete der Nazis. Nun steht wieder ein Flug von Menschen zum Mond auf der Startrampe. Am Anfang war Dürer. Am ersten Ende: Armstrong, Aldrin und Collins. Wohin geht die Reise, Heise:
Spurensuche: „Der Anfang“ – Alternative Zeitung im Kreis Pinneberg
Eigentlich gehört das hier nicht hin. Aber irgendwie doch. Und diese Zeit „zwischen den Jahren“ ist einfach ideal. Weil: Beiträge zur Geschichte der alternativen und sozialen Bewegungen gehen bestimmt weg wie warme Semmeln. In jedem Fall! Die Jahre um und bei 1980. Neue deutsche Welle. Allemal, wenn es um den Kreis Pinneberg geht. Autokennzeichen PI. Die taz war grad mal erfunden.
Aber es gab viele Versuche, unsere Sicht der Welt zu erzählen, – weil wir die herrschenden Medien nicht „so ideal“ fanden. Da fragen sich doch sofort alle: was geht?
„Der Anfang“ war eine „Alternative Zeitung für den Kreis Pinneberg“, die selbstverwaltet erstellt wurde und weil das alles damals noch kompliziert und teuer war, außerdem noch in schwarz-weiß. Wir hatten Schreibmaschinen, ey!
Ach ja: Die Zeitung drehte irgendwie immer um etwas, was mit Jugendzentrumsbewegung zu tun hatte. Ok. Kennt heute niemand mehr. Doch da ging es auch schon um Politik, die bis heute wirkt. Hier ein paar Ausgaben, die ich beim Aufräumen gefunden habe und zu PDFen gemacht habe:
- Der Anfang – Nr. 2 – Juli August 1979 -Alternative Zeitung Kreis Pinneberg
- Der Anfang – Nr. 6 – September 1980 – Alternative Zeitung Kreis Pinneberg
- Der Anfang – Nr. 7 – Dezember 1980 – Alternative Zeitung Kreis Pinneberg
- Der Anfang – Nr. 9 – Juni 1982 – Alternative Zeitung Kreis Pinneberg
- Der Anfrag – Nr. 13 – Okt-Nov 1982 – Alternative Zeitung Kreis Pinneberg
Theo Christiansen – ein Begleiter
Theo Christiansen ist tot. Eine der für mich intellektuell, politisch und moralisch wichtigsten Personen ist kurz vor seinem 68. Geburtstag gestorben. Viel zu früh und viel zu überraschend. Immer für Gerechtigkeit und Anteilnahme. Immer für das Wohl aller, Gemeinwohl. Mit so viel Vorsicht und Brüchen. Es sind so viele Spuren, die sein Leben in meinem hat. Und von so vielen von uns. Da bin ich sicher. Dafür bin ich dankbar. Und traurig. Theo Christiansen!
Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen, Freudinnen und Freunden.
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# Das Komitee für Grundrechte und Demokratie, für das Theo lange Jahre im Vorstand und Geschäftsführung aktiv war, hat diesen Nachruf veröffentlicht.#
Von Brokdorf und Anti-AKW, von Antimilitarismus und Raketen, von Plutonium und Hanau, von Apartheid und Südafrika (Kein Geld für Apartheid, ein Alternativer Geschäftsbericht zur Hauptversammlung der Dresdner Bank in Hamburg, siehe auch hier ein weiterer Text in der Taz.), von Atomausstieg, HEW/Vattenfall, E.on und die Rekommunalisierung Hamburger Energienetze (Unser Hamburg Unser Netz) und noch so viel mehr, davor, dazwischen, für immer! Seine Beiträge zu G20 in Hamburg. Sein Blog mit Uli Hentschel gemeinsam. Linksabbieger. Was sonst. Da war immer und immer die Kirche. Die Opposition.
- Hier zwei „Alternative Geschäftsberichte“ über die Finanzierung der Apartheid in Südafrika durch die Dresdner Band – „Kein Geld für Apartheid“ Bericht 1986 (PDF) und zur Hauptversammlung in Hamburg der Bericht von 1987.
- Rede von Theo bei der Menschenkette mit 120.000 Teilnehmenden zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel zum Atomausstieg,

Da war mehr, dass er mit sich trug: Die Beerdigung von Georg von Rauch, erschossen in Berlin. Beerdigt in Kiel. Von seinem Vater Theodor. „Grabrede für Georg von Rauch: Anstößige Predigt – Ist Pastor Christiansens Laufbahn gefährdet?“ Die Zeit spricht 1972 von „Anstössiger Predigt“. Als Schulpastor mit dem Dienstherrn Schleswig-Holstein erhielt er als Reaktion ein Berufsverbot. Ein Skandal. Georg von Rauch Haus – der Mariannenplatz war blau – ein paar Millimeter zu Rio Reiser und Ton Steine Scherben. Das war lange, bevor ich Theo kennenlernen durfte, in Pinneberg bzw. Eimsbüttel. Aber das dürften Erlebnisse und Erfahrungen gewesen sein, die in maßgeblich geprägt haben. Immer war er einer, der politischen Druck mit klarer Analyse entgegentrat, aufrecht und immer mit Rückgrat.
- Die Behrens-Stiftung, bei der Theo in den letzten Jahren gearbeitet hat und wo er zum Schluss für Housing First aktiv war, hat hier einen Nachruf veröffentlicht. Siehe außerdem hier zwei Traueranzeigen von der Stiftung und von dem Kirchenkreis, für den Theo bis 2017 tätig war.
Da war Dorothee Sölle, für die er arbeitete, der Student der Theologie. Kirche von unten. Die Befreiungstheologie. Dorothee Sölle im Gespräch – Herausgegeben von Theo Christiansen und Johannes Thiele. (PDF) und auch hier.
(Nachtrag Januar 2026) Da war auch diese Geschichte, die sich die offizielle Kirche und der Verfassungsschutz „erlaubten“. Als sich Spitzel unter gläubige Friedensfreunde mischten: „Unter den im Geheimdienstbericht erwähnten kirchlichen Aktivisten ist der damals 24-jährige Theo Christiansen.“ Was für ein Elend der Demokratie.
Der Theo Christiansen, der später die Ökumenische Arbeitsstelle für Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Ahrensburg (oder so) übernahm, die vorher Uli Hentschel innehatte. Hentschel war vorher Pastor in Rellingen und wegen seiner Kritik an Militarisierung und Nachrüstung für die herrschende Kirche „unangenehm“ aufgefallen war. Der Pastor bleibt im Dorf, hieß es gegen die Kirchenoberen. Damals, immer wieder. Kein Wunder, dass Theo an seiner Seite war und blieb.
Im Ev.-Luth. Kirchen Kreis Hamburg-Ost leitete er lange Jahre den Arbeitsbereich Diakonie & Bildung und war für die diakonischen Einrichtungen dieses Kirchenkreises. Da war Theo auch später – nach seiner Postion als Vertrauensperson für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze und in Verbindung mit dem Atomausstieg in Deutschland. Und da auch und besonders: Das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Was auch sonst? Na klar. Da war er lange im Vorstand. Es war immer sein Thema, die Sache mit den Grundrechten und der Demokratie. Seine online lesbaren Beiträge dort.
Davor war auch ein Hamburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen. „Die große Verlade – Atommüll auf Geisterfahrt“. Nach der BUU Pinneberg und der Inbetriebnahme von Brokdorf, nach der Katastrophe von Tschernobyl. Hier ist die Geschichte dazu: Keine Atomtransporte durch Hamburg – 1989/90
Theo Christiansen auf umweltFAIRaendern.de
- 10 Jahre Volksentscheid Unser Hamburg Unser Netz – Theo Christiansen – ehemals Vertrauensperson für „Diakonie und Bildung des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Hamburg-Ost“
- Volksentscheid Unser Hamburg – Unser Netz: Vertrauenspersonen fordern Rückkauf der Fernwärme
- G20@Hamburg: Um welche Haltung geht es? Die Nordkirche und der Gipfel

Theo Christiansen bei einer Aktion auf dem Rathausmarkt Markt für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze im September 2013. Fotos: Dirk Seifert

