„Die Genossen, die Energiekonzerne und andere Freundschaften mit und gegen Vattenfall“ – Ein Kommentar im Abendblatt

Hauke Wagner, Amtierendes SPD-Vorstandsmitglied und Vattenfall-Manager.
Hauke Wagner, Amtierendes SPD-Vorstandsmitglied in Hamburg und Vattenfall-Manager.

„Nein, diesen Vorwurf kann man den Sozialdemokraten nun wirklich nicht machen: dass sie eine krankhaft große Distanz zu den Energiekonzernen dieser Welt halten. Im Gegenteil: Viele führende Genossen engagieren sich sogar beruflich für die Belange der Gas-, Strom- und Wärmelieferanten, meist nach dem Ausstieg aus der Politik, manchmal aber auch schon vorher.“ Das schreibt Jens Meyer-Wellmann. Der Autor ist stellvertretender Leiter der Hamburg-Redaktion des Abendblatts und hat in den letzten Wochen u.a. den Faktencheck zum Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ in der Welt und im Abendblatt geschrieben. Meyer-Wellmann betreibt einen eigenen Blog hier.

Siehe auch hier: Faktencheck Teil 2 – Ohrfeige für die SPD und Volksentscheids-Gegner – “Es geht um eine politische Entscheidung”

In seinem aktuellen Kommentar schreibt Meyer-Wellmann über die Verflechtungen zwischen der SPD und den Energiekonzernen, besonders dem Atom- und Kohlekonzern Vattenfall. Aber auch von Altkanzler Schröder und Gazprom ist die Rede, von Wolfgang Clement und RWE, von Hamburgs Ex-Umweltsenator Fritz Vahrenholt und wiederum RWE, vom Hamburger Ex-Juso-Chef und noch amtierenden SPD-Vorstandsmitglied Hauke Wagner.

Siehe auch hier: Die freizeitlichen Kamingespräche des Hauke Eugen Wagner (HEW)

Meyer-Wellmann schreibt – zu lesen in seinem Blog – auch über: „Ivo Banek, einst Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion ist mittlerweile Leiter der Konzernkommunikation beim schwedischen Energieriesen Vattenfall, der dieser Tage zusammen mit SPD-Bürgermeister Scholz dafür kämpft, die Energienetze behalten zu dürfen. 2011 wechselte mit Hans-Joachim Klier (SPD) kurz nach seiner Pensionierung der wohl kenntnisreichste Hamburger Beamte des Bereichs Energiewirtschaft als Berater zu Vattenfall. Er nahm sein Insiderwissen aus der Verwaltung mit, der neue SPD-Senat untersagte den Wechsel kurz vor Beginn der Verhandlungen über den Teilrückkauf der Energienetze trotzdem nicht — obwohl dies laut Beamtenrecht möglich gewesen wäre.“

Siehe auch hier: Volksentscheid Energienetze Hamburg: Immer mehr Filz bei der SPD

und: Volksentscheid Energienetze Hamburg: Die Mächtigen fühlen sich sehr bedroht.

Künstler und Prominente für Hamburger Energienetze: JA zu 100 %

220_PromisÜber 40 Künstlerinnen und Künstler und Prominente bekunden öffentlich ihre Unterstützung für die Initiative UNSER HAMBURG – UNSER NETZ.

Die Schauspieler Peter Lohmeyer, Rolf Becker und Marion Gretchen Schmitz, die Musiker Jan Delay und Bela B (Die Ärzte), Corny Littmann, Rocko Schamoni und Kabarettist Henning Venske sowie viele weitere Künstlerinnen und Künstler halten es für wichtig, dass die für die Versorgung aller Hamburger so wichtigen Energienetze nicht mehr rein kommerziellen Interessen überlassen werden. Die Stadt kann sich stärker für das Gemeinwohl einsetzen, für mehr Klimaschutz sorgen und Verbrauchertransparenz herstellen.

Christoph Twickel, Autor: „Wenn das Hamburger Netz für Vattenfall ein gutes Geschäft ist, warum soll es das nicht auch für die Stadt Hamburg sein? Den Ausverkauf des Gemeinwesens im Feuilleton zu beklagen reicht eben nicht – wir müssen die falschen Privatisierungen rückgängig machen. Geschichte wird gemacht.“

Peter Lohmeyer, Schauspieler: „Diesem Filz zwischen dem SPD-Senat und Vattenfall traue ich einfach nicht. Und wenn Vattenfall das ganze Deutschlandgeschäft verkauft, was dann? Wir brauchen klare Verhältnisse und ein unabhängiges Hamburg. Ich will mitentscheiden, wo es mit der Energiewende hingeht.“

Jan-Peter Petersen, Kabarettist und Mitinhaber des Lustspielhauses Alma Hoppe: „Ein profitables Netz den Konzernen zu überlassen, ist ja wohl ein schlechter Witz“.

Hark Bohm, Regisseur: “Es kommt drauf an, wer die Verfügungsmacht über die Netze besitzt. Die Energieversorgung ist für alle Menschen entscheidend. Der Schlüssel für die Energienetze gehört in die Hände einer demokratisch gewählten Bürgerschaft”

Alle KünstlerInnen finden Sie hier: http://unser-netz-hamburg.de/kunstlerinnen-und-prominente-fur-den-volksentscheid/

„Wir freuen uns über die breite Unterstützung aus dem Kreis der Hamburger Kulturschaffenden. Dies verstärkt noch einmal unser gesellschaftliches Bündnis aus über 50 Organisationen. Jetzt entscheiden die Hamburgerinnen und Hamburger: Allgemeinwohl statt rein kommerzielles Interesse – um diese Grundsatzfrage geht es beim Volksentscheid“, so die drei Vertrauenspersonen von UNSER HAMBURG – UNSER NETZ; Manfred Braasch, Günter Hörmann und Theo Christiansen.

Weitere Infos: www.unser-netz-hamburg.de

Dokumentation der Seite von UHUN

KünstlerInnen und Prominente für den Volksentscheid

‚Die Netze sollen zurück in die Öffentliche Hand‘. Hamburger Künstler, Künstlerinnen und andere Prominente Hamburger sagten JA zu 100 % beim Volksentscheid UNSER HAMBURG – UNSER NETZ. Auf den Bühnen und hier im Netz.

Jan Plewka

Musiker, Selig

Bela B

Musiker, Die Ärzte

Antje von Stemm

Illustratorin

 

Marion Gretchen Schmitz

Schauspielerin

Monique Schwitter

Autorin

Adrienne Goehler

Publizistin und Kuratorin

 

Kai Degenhardt

Liedermacher

Antje Hubert

Antje_Hubert

Filmemacherin

Rocko Schamoni

Autor

 

Jan Delay

Musiker

Peter Lohmeyer

Schauspieler

Nils Loenicker

Kabarettist, Alma Hoppe

 

Schorsch Kamerun

Theatermacher, Musiker

Rolf Becker

Schauspieler

Hark Bohm

Regisseur und Drehbuchautor

 

Corny Littmann

Theaterbesitzer

Christoph Twickel

Autor

Thomas Sannmann

Biokiste

 

Michael Weber

150_Michael Weber

Schauspieler

Torben Meisner

Musiker, Rantanplan

Henning Venske

Kabarettist

 

Hanna Mittelstaedt

Mitelstaedt

Verlegerin

Le Fly

Musik-Band

Marco Schmedtje

Musiker

 

Petra Maitz

Malerin

Rita Baukrowitz

Metropolis Kino

Abi Wallenstein

Musiker

 

Buddy Lüders

Fabrik Hamburg

Curt Claussen

Musiker

Eddy Winkelmann

Musiker

 

Axel Pätz

Kabarettist

Jan-Peter Peterssen

Kabarettist, Alma Hoppe

Niels Boeing

Autor

 

Ulrich Kodjo Wendt

Musiker und Komponist

Theo Bruns

Verleger

Danube`s Banks

Musik-Band

 

Gudrun Hammer

Autorin

Tania Kibermanis

Tania Kibermanis

Autorin

Ingo Pohlmann

Ingo Pohlmann für JA zu 100%

Musiker

 

Christian Rudolf

Christian Rudolf

Schauspieler

Karin Missy Paule

Karin-Missy-Paule

Künstlerin

Außerdem unterstützen uns:

– Thomas Ebermann
– Lisa Politt, Kabarettistin
– Gunter Schmidt, Kabarettist

Statements der KünstlerInnen

Christoph Twickel, Autor: „Wenn das Hamburger Netz für Vattenfall ein gutes Geschäft ist, warum soll es das nicht auch für die Stadt Hamburg sein? Den Ausverkauf des Gemeinwesens im Feuilleton zu beklagen reicht eben nicht – wir müssen die falschen Privatisierungen rückgängig machen. Geschichte wird gemacht.“

Peter Lohmeyer, Schauspieler: „Diesem Filz zwischen dem SPD-Senat und Vattenfall traue ich einfach nicht. Und wenn Vattenfall das ganze Deutschlandgeschäft verkauft, was dann? Wir brauchen klare Verhältnisse und ein unabhängiges Hamburg. Ich will mitentscheiden, wo es mit der Energiewende hingeht.“

Jan-Peter Petersen, Kabarettist und Mitinhaber des Lustspielhauses Alma Hoppe: „Ein profitables Netze den Konzernen zu überlassen, ist ja wohl ein schlechter Witz“.

Hark Bohm, Regisseur: “Es kommt drauf an, wer die Verfügungsmacht über die Netze besitzt. Die Energieversorgung ist für alle Menschen entscheidend. Der Schlüssel für die Energienetze gehört in die Hände einer demokratisch gewählten Bürgerschaft”

Fotos von KünstlerInnen und Prominente:

Foto von Christoph Twickel: Stefan Barkhoff
Foto von Corny Littmann: Stefan Malzkorn
Foto von Jan Plewka: Sven Sindt
Foto von Monique Schwitter: Florian Thiele
Foto von Gudrun Hammer:  Silke Goes
Foto von Tania Kibermanis: Thomas Müller

Volksentscheid Energienetze Hamburg: „Netzverträge der Stadt sind illegal“ – LichtBlick prüft Klage

logo_rgb_balkenDie Hamburger Morgenpost berichtet über die Vorwürfe des Ökostrom-Unternehmens „LichtBlick“. Das Unternehmen hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass es die zwischen der Stadt Hamburg und den Konzernen E.on und Vattenfall ausgehandelten Verträge über eine Minderheitsbeteiligung der Stadt an den Netzen für Strom, Fernwärme und Gas für rechtswidrig hält. Siehe dazu hier: Netz-Volksentscheid in Hamburg: Verträge zwischen Senat und Konzernen rechtswidrig

Der Deal mit den Konzernen enthalte viele Aspekte, die so nicht zulässig seien. Z.B. werde bei der Fernwärme jeder Wettbewerb unterbunden. Die Morgenpost wird deutlich: „Wie wettbewerbsverzerrend die Allianz mit Vattenfall und E.on sein kann, beweist ein aktuelles Beispiel in Hummelsbüttel. Dort hat der Senat die stadteigenen Unternehmen SAGA und Hamburg-Energie ausgebremst, die am Tegelsbarg ein Blockheizkraftwerk bauen wollten. Offenbar, um Vattenfall nicht auf die Füße zu treten.“

Siehe dazu hier: Lieber Vattenfall statt Energiewende: Verhindert Hamburg Ausbau dezentraler Energie?

Weiter berichtet die Morgenpost: „Für „Lichtblick“ jedenfalls ist klar: „Wir unterstützen die Initiative ‚Unser Hamburg – unser Netz‘ und werben für ein Ja zum Netzrückkauf“, sagt Gero Lücking. Denn zum einen müsse die Verquickung von Stadt und Konzernen aufgehalten werden, zum anderen sei das Fernwärmenetz extrem rentabel. „Wenn es so unwirtschaftlich wäre, wie die Stadt behauptet, dann würde Vattenfall die Netze doch mit Kusshand abgeben“, sagt „Lichtblick“-Sprecher Ralph Kampwirth.“

Immer deutlicher wird, dass die Auseinandersetzung um die Zukunft der Energienetze in Hamburg auch nach dem 22. September in keinem Fall vorbei sein wird – egal wie der Volksentscheid ausgeht.  Zum einen, weil z.B. die EnergieNetzHamburg als Genossenschaft sich um die Konzession für das Stromnetz bewerben wird. Zum anderen weil LichtBlick jetzt ankündigt: „Das Unternehmen will zunächst den Volksentscheid am 22. September abwarten. Sollte er für die Initiative verloren gehen, „entscheiden wir, ob wir rechtliche Schritte gegen die Verträge der Stadt einleiten“, so Kampwirth.“

Gutachten bleiben unter Verschluss – Vattenfalls Geschäftsinteressen wichtiger als Information der Öffentlichkeit

logo_rgb_balkenDas Verwaltungsgericht hat den Antrag der Volksentscheids-Initiative „Unser Hamburg – Unser Netz“ auf Herausgabe der Wertermittlungsgutachten für den Netzkauf des Senats abgelehnt. Der NDR und das Hamburger Abendblatt berichten, dass das Geheimhaltungsinteresse der Stadt bzw. der Unternehmen Vattenfall und Eon höher zu bewerten sei, als das öffentliche Interesse. Hintergrund ist, dass die Stadt Hamburg für ihre Minderheitsbeteiligung von 25,1 Prozent an den drei Netzen Strom, Fernwärme und Gas etwas über 500 Millionen Euro gezahlt hat und auf dieser Basis behauptet, dass der gesamte Rückkauf rund zwei Milliarden Euro kosten wird.

Siehe hier: Volksentscheid Hamburg: Keine Transparenz und Geheimhaltung – Vattenfall-Wirtschaftsdaten under cover – Initiative vor Gericht – Grüner fragt nach

Volksentscheid Energienetze Hamburg: Warum Greenpeace Energy den Rückkauf der Stromnetze unterstützt

Windanlage_04Auch das Ökostrom-Unternehmen Greenpeace Energy gehört zu den Unterstützern des Volksentscheids Hamburg, der das Ziel verfolgt, die noch zu Vattenfall und E.on gehörenden Energienetze vollständig zu rekommunalisieren. Hier die Begründung von GPE, warum die Netze in öffentliche Hand müssen:  „Wie in Hunderten von Städten und Gemeinden, laufen in Hamburg und Berlin die Konzessionsverträge mit den derzeitigen Inhabern und Betreibern der Netze aus. Doch wem sollen die Netze gehören? Wer soll den Zuschlag bekommen? Ein Großkonzern, ein kommunales Stadtwerk oder gar eine Genossenschaft?

Vor allem die Stromnetze sorgen im buchstäblichen Sinne für Spannung, obwohl es vielerorts ebenso um die Gas- und die Fernwärmenetze geht.Greenpeace Energy gibt kein Geld aus, um die Netze zurück zu kaufen. Gleichwohl unterstützen wir Initiativen wie in Hamburg oder Berlin, die den Rückkauf der Stromnetze voran treiben.

Dafür sprechen aus Sicht von Greenpeace Energy zwei Gründe: Zum einen sind Netze in Bürgerhand eine gute Idee, da Stromnetze ein wichtiges Element der Daseinsvorsorge sind, bei dem demokratische Kontrolle und Mitsprache der Bürger gegeben sein sollten.

Zum anderen sind die Netze ein Schlüssel zum Gelingen der dezentralen Energiewende, denn in Zukunft werden statt weniger große Kraftwerke viele kleine Öko-Kraftwerke angeschlossen werden müssen, etwa Solaranlagen auf Dächern oder Windräder. Es macht deshalb einen deutlichen Unterschied, ob ein Netzbetreiber nur Dienst nach Vorschrift macht oder ob der Netzbetreiber der Energiewende verpflichtet ist und den Ausbau der Stromnetze für regenerative Energien fördert.

Netzbetreiber erhalten für den Erhalt und den Ausbau der Netze die sogenannten Netzentgelte, die die Bundesnetzagentur festlegt und die jeder Stromkunde – auch jeder Ökostrom-Kunde zahlt. Solange also die alten Atom- und Kohlekonzerne zu großen Teilen an den Netzen beteiligt sind, verhilft auch jeder Ökostrom-Kunde diesen Großkonzernen zu Profiten. Umgekehrt bedeuten Netze in Bürgerhand also, dass die Gewinne durch den Netzbetrieb in die richtigen Taschen und Energiewende-Projekte fließen.

Natürlich sollen die Konzerne ihr Geld in die Energiewende stecken, aber ebenso bedeutsam ist eine Bandbreite von kleinen und mittelständischen Akteuren sowie engagierten Privatpersonen, um nicht wieder in Zeiten zurück zu fallen, wo wenige Großkonzerne die Macht auf den Energiemärkten unter sich aufteilten.

Heute kommen die Investitionen in erneuerbare Energien zu 75 Prozent von Bürgern sowie kleinen und mittleren Unternehmen – dieser Trend zur Bürgerbeteiligung sollte auch die Netze umfassen. Die Zeit ist insofern günstig, als das laut Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) 2015-2016 bundesweit die Mehrzahl aller existierenden Konzessionsverträge mit den derzeitigen Inhabern und Betreibern der Stromnetze auslaufen.

In Berlin und Hamburg haben sich für diese Konzessionen frisch gegründete Genossenschaften beworben, was Greenpeace Energy begrüßt. Dort können Bürgerinnen und Bürger wie bei Greenpeace Energy Anteile zeichnen. Solche Genossenschaften sind ein Stück gelebte Demokratie und ermöglichen eine breite Streuung von Besitz.

Gerade in den vergangenen drei Jahren hat die Zahl von Energie-Genossenschaften schnell zugenommen: Aktuell gibt es650 Energie-Genossenschaften, in denen mehr als 130.000 Mitglieder organisiert sind, die rund 1,2 Milliarden Euro in die Energiewende investiert haben.

Die Erfolgsgeschichte von Greenpeace Energy ist wesentlich länger. Gegründet 1999 hat die Genossenschaft heute über 22.000 Mitglieder und verfügt über ein Eigenkapital von 12,5 Millionen Euro. Dabei gab es in der Gründungsphase viele Zweifler, ob die Genossenschaft erfolgreich sein würde. Doch die Idee, dass engagierte Privatleute die Sache selbst in die Hand nehmen, ihren Stromversorger selbst besitzen, en passant auch noch ihr Geld gut und sicher anlegen und die Energiewende fördern, hat sich durchgesetzt und ist ein Vorbild für viele Genossenschaften, die sich gerade gründen.“

×