Vattenfall – Ganze Dörfer müssen weg

Für die Braunkohle und noch mehr Klimakatastrophe vernichtet Vattenfall in der Lausitz auch ganze Dörfer. Foto: Dirk Seifert

Wenn Vattenfall um seine wirtschaftlichen Interessen kämpft, wird vor nichts halt gemacht. Auch nicht davor, ganze Dörfer zu vernichten, wenn mit dem weiteren Einsatz von Braunkohle Vollkurs auf die Klimakatastrophe gehalten wird. „Der Energiekonzern Vattenfall will den auslaufenden Tagebau Jänschwalde ab 2020 in nördlicher Richtung weiterführen. Das hätte weitreichende Konsequenzen. Die zur Gemeinde Schenkendöbern gehörenden Ortschaften Atterwasch, Grabko und Kerkwitz würden abgebaggert, über 900 Einwohner müssten ihre Heimat verlassen“, kann man auf T-Online News lesen.

Auch weitere Dörfer sind betroffen, weil diese dann nur noch wie Inseln zwischen den großen Tagebaugruben über schmale Zugänge „überleben“ würden.

Gegen den Meister des Fegefeuers formiert sich in der Lausitz rund um Cottbus Widerstand: „Mit einer Mahnglocke will der Ort Taubendorf bei Guben (Landkreis Spree-Neiße) ab dem ersten Advent gegen den geplanten Braunkohlentagebau Jänschwalde-Nord protestieren. „Die kleine Bronzeglocke soll täglich zur gleichen Zeit etwa fünf Minuten erklingen“, kündigte Ortsvorsteher Jürgen Handreck (parteilos) an.“

Umweltbundesamt – Deutschland braucht keine neuen Kohlekraftwerke

Mit einem neuen Hintergrundpapier stellt sich das Umweltbundesamt gegen den Bau von neuen Kohlekraftwerken. In Deutschland gibt es derzeit genügend Kraftwerkskapazitäten, so das UBA. Es besteht kein Bedarf an zusätzlichen Kohlekraftwerken über die bereits im Bau befindlichen Anlagen hinaus. Eine Erkenntnis, die sich langsam auch bei Unternehmen durchsetzt, die bislang neue Kraftwerke bauen wollten. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Neubauprojekt in Mainz beendet und in den nächsten Tagen dürften auch die Pläne für ein neues Kohlekraftwerk in Brunsbüttel eingemottet werden (siehe: Die Klimaretter).

Der Zuwachs erneuerbarer Energien, die effizientere Stromnutzung und die bereits im Bau befindlichen fossilen Kraftwerke können die wegfallende Kernenergie auch in den nächsten Jahren kompensieren, teilt das UBA mit. In den kommenden 3 Jahren werden zwar voraussichtlich ca. 6,6 Gigawatt der vorhandenen Kraftwerksleistung stillgelegt, im gleichen Zeitraum werden jedoch Kraftwerke mit einer Leistung von ca. 12,5 Gigawatt in Betrieb genommen. Erst gegen Ende des Jahrzehnts besteht ein Bedarf von rund 8 Gigawatt an neuen fossilen Kraftwerken. Diese sollten als klimafreundliche und flexible Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerke oder Gasturbinen-Kraftwerke realisiert werden.

 

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