Atomdrehscheibe Hamburg: Radioaktive Weltreisen

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Uran aus Namibia im Hamburger Hafen (die blauen Container). Foto: Dirk Seifert

Strahlende Weltreisen des Uran: Aus den Uranminen in Namibia zum Hafen von Walvish-Bay, per Schiff in die Elbmetropole Hamburg, weiter auf der Schiene quer durch Westdeutschland und Frankreich nach Narbonne. Zwischenstop zur Weiterverarbeitung, anschließend nach Pierrelatte an der Rhone oder nach Gronau in Westfalen. Erneute Weiterverarbeitung. Von z.B. Gronau aus geht es weiter zu den Brennelemente-Fabriken in alle Welt, nach Lingen im Emsland, nach Belgien, Japan, Schweden, Südkorea, Russland oder die USA – teilweise dann wieder über den Hamburger Hafen. Von diesen Anlagen gehen die fertigen Brennelemente an die Atomkraftwerke – wiederum teilweise über den Hamburger Hafen. Bereits auf diesem Weg ist jede Menge Atommüll angefallen. Die strahlenden Uran-Geschäfte sind immer noch ein großes Geschäft – und voller Risiken.

Fast jeden zweiten Tag ist Hamburg von solchen Uran-Transporten betroffen. Über 180 waren es im Jahr 2013. Auch am letzten Donnerstag ging erneut Uran aus Namibia durch Hamburg. Per Zug ging die Reise über Osnabrück, Münster und weiter Richtung Hamm mit dem Ziel Narbonne in Frankreich.

Mit der „Golden Karoo“ kam das Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) am 14. Mai im Hamburger Hafen an. „In Namibia wird das Uran in Tagebauen abgebaut, dabei entstehen große Mengen radioaktiven und giftigen Staubs sowie flüssige radioaktive Abfälle. Diese werden meist unter freiem Himmel in Becken gelagert. Die Bevölkerung profitiert nicht von dem Uranabbau, sondern leidet unter den gesundheitlichen Folgen der Radioaktivität, der verseuchten zurückbleibenden Erde und dem hohen Wasserbedarf der Uranminen, der zu weniger genießbarem Trinkwasser in den sowieso schon wasserarmen Regionen führt“, teilt der BBU in einer Presseerklärung zu dem Atomtransport mit.

Mehr Informationen: Uranbergbau in Namibia

Atomtransporte und Hamburger Hafen

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