Atommüll-Alarm: Salzgitter schockiert über neue Atommüllpläne

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Seit Jahren verzögert sich der Ausbau des Schacht Konrad. Frühestens 2022 soll nach derzeitigen Planungen der Ausbau fertig sein. Kritiker bezweifeln das. Foto: Dirk Seifert

Ursula Schönberger von der AG Schacht Konrad aus Salzgitter warnt vor Taschenspielertricks der Bundesregierung in Sachen Atommüll. Das sehen offenbar auch andere in der Region so: Der Oberbürgermeister, die IG Metall Salzgitter-Peine, das Landvolk und die AG haben jetzt gemeinsam in Briefen ihre Forderungen an die Bundesumweltministerin in Berlin und den Niedersächsischen Umweltminister in Hannover auf den Weg gebracht. Die PM und die Briefe gleich unten…

Vorgestern wurde bekannt, dass die Bundesregierung nun endlich bereit ist, auch offiziell Atommüllmengen zur Kenntnis zu nehmen, die bislang ignoriert wurden. Danach würde sich die bisherige Menge von leicht- und mittelradioaktiven Atomabfällen etwa verdoppeln. Deren Endlagerung ist vollkommen ungeklärt.

Die Bundesregierung spricht davon, diese irgendwann später im Schacht Konrad versenken zu wollen. Der Schacht Konrad ist für rund 300.000 Kubikmeter leicht- und mittelradioaktiven Atommüll genehmigt. Mit einem Trick, will die Bundesregierung ein nun eigentlich fälliges neues Genehmigungsverfahren umgehen. Mehr zum Hintergrund unter den folgenden beiden Links:

(Dokumentation): Stadt Salzgitter: Vertreter fordern von Umweltminister Wenzel Konsequenzen aus Nationalem Entsorgungsprogramm

In zwei Briefen haben der Oberbürgermeister der Stadt Salzgitter, Frank Klingebiel, die IG Metall Salzgitter-Peine, das Landvolk Braunschweiger Land und die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD die Umweltminister des Bundes und des Landes Niedersachsen heute aufgefordert, aus dem jetzt vorliegenden Entwurf zum Nationalen Entsorgungsprogramm Konsequenzen zu ziehen,

Der Niedersächsische Umweltminister Wenzel wird aufgefordert, als zuständige Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde Schacht KONRAD neu zu bewerten. Es sei nicht hinzunehmen, dass mit KONRAD ein Atommülllager auf dem Stand von Wissenschaft und Technik von vor 25 Jahren eingerichtet wird, wenn absehbar und erklärtermaßen nach Inbetriebnahme mehr und anderer Müll dort eingelagert werden sollen als genehmigt. Solange das niedersächsische Umweltministerium noch Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde ist, sei es auch gefordert zu handeln und absehbaren Schaden abzuwenden.
[Brief an den Niedersächsischen Umweltminister]

Frau Bundesumweltministerin Hendricks wird aufgefordert, ihre Überlegungen bezüglich der Erweiterung von Schacht KONRAD persönlich und öffentlich in einen Veranstaltung in Salzgitter Anfang 2015 zu erläutern.
[Brief an die Frau Bundesumweltministerin Dr. Hendricks]

Im dem diese Woche bekannt gewordenen Entwurf des nationalen Entsorgungsprogramms wird erstmals auch von der Bundesregierung eingeräumt, dass es große Mengen radioaktiver Abfälle gibt, die bisher nicht berücksichtigt worden sind. Diese sollen gegebenenfalls Schacht KONRAD zugeschlagen werden. Allerdings erst wenn KONRAD in Betrieb ist, wenn also Fakten geschaffen und die Zuständigkeit für Genehmigungen auf das Bundesamt für kerntechnische Entsorgung übergegangen ist.

Peter Dickel,
Mehr Infos über noch mehr Atommüll und Standorte In Deutschland finden sie auf der Online-Datenbank
www.atommuellreport.de

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