FDP: Forschen für neue Atomenergie – mit den Grünen?

Nach fünfzig Jahren Atomstrom ist noch nicht ein Gramm Atommüll aus deutschen Atomkraftwerken in irgendeinem sicheren Endlager. Die letzten drei Atommeiler sind grad in einer zunächst bis April befristeten und absolut sinnlosen Laufzeitverlängerung und nun will die CDU/CSU und der grüne Regierungspartner FDP eine weitere nukleare Verlängerung bis 2024. Die FDP plant nun laut Medienberichten auch die Forschung für neue Atomenergie in Deutschland wieder ausbauen (siehe gleich unten) Eine entsprechendes Papier wird die FDP laut t-online am Montag präsentiereen.

Die AfD hatte das schon länger im Bundestag immer wieder gefordert. Doch: Nur wer die Kernspaltung für Atomstrom oder Atomwaffen will,  braucht Forschung für neue Reaktoren. Auch die sogenannte „Mutation“, die angeblich Atommüllberge wegzaubern kann, braucht eines: Neue Atomreaktoren. Klar wird: Die CDU/CSU und auch die FDP erhöhen den Druck, um einen Wiedereinstieg in die Atomenergie zu erzwingen, – auch wenn alle Fakten zeigen, dass damit weder die Klimakrise in den Griff zu bekommen ist, noch wirtschaftlich bei der Stromerzeugung ein Vorteil damit verbunden wäre. Im Gegenteil: Kein ziviler Nutzen steht enormen neuen militärischen Risiken gegenüber. Was nun, Grüne? Macht oder Wahrheit?

  • Dieser Kommentar bezieht sich auf einen Bericht auf T-Online: „FDP-Vorstoß für neues Gesetz bei Kernkraft“.

T-online berichtet: „Die FDP plant ein neues Gesetz, das unter anderem die Forschung in der Kernkraft erleichtern soll. Den Vorschlag dafür soll das Parteipräsidium am morgigen Montag beschließen. Der Entwurf für den Beschluss liegt t-online vor.“

Demnach will die FDP ein Technologiefreiheitsgesetz auf den Weg bringen. „Es geht dabei vor allem um die Techniken von Fracking, Kernfusion und Gentechnik. Über die Kernkraft heißt es in dem Papier, man wolle „gesetzgeberische Möglichkeiten für die Entwicklung der Kernfusion schaffen und die Förderung der Fusionsforschung gezielt stärken“.“

Die FDP will damit also riskante Technologien, die gesellschaftliche und menschliche Grundladen berühren, dem weiteren Diskurs entziehen und den Schutzcharakter privater Technologieentwicklung weiter ausdehnen. Die FDP will das als Beitrag zum Klimaschutz verstanden wissen.

Weitere Informationen:

(Fotos von)Protestaktionen gegen Weiterbetrieb des AKW Emsland – Runterfahren ist angesagt!

Heute ist das AKW Emsland für einen Umbau der Brennelemente im Reaktor runtergefahren worden. Zwar braucht den Strom aus dem Alt-Reaktor niemand, aber dennoch haben die Grünen einer Verlängerung der Betriebszeit vom 31.12.22 auf Mitte April 2023 zugestimmt, weil sie die eigenen Sachargumente gegen das politisch-ideologische Trommelfeuer von CDU/CSU und FDP unterordneten. Deswegen demonstrierten heute etwas über 100 Aktivist:innen am AKW Emsland – für die dauerhafte Stilllegung. In der nächsten Woche startet dann die Aktion „Runterfahren“, die zu einer Aktion des zivilen Ungehorsams für den Samstag und Sonntag aufgerufen hat. Inzwischen über 800 Personen haben eine Erklärung unterzeichnet, dass sie für den Fall, dass Mitte April nicht die endgültige Abschaltung erfolgt, sich ebenfalls an Aktionen des zivilen Ungehorsams beteiligen werden. Einige Bilder von heute weiter unten ….

«Wir erleben in Lingen das Gegenteil vom Atomausstieg: Anstatt das AKW wie versprochen sofort stillzulegen, werden jetzt aufwendig nochmal Brennelemente umgruppiert. Nebenan soll die Brennelementefabrik fatalerweise sogar noch erweitert werden», sagte Alexander Vent vom Bündnis «Atomkraftgegner:innen im Emsland», heißt es in der dpa-Meldung.

 

Danke David Crosby – Allmost cut my hair

David Crosby + Da geht so viel Leben, so viel von und für Musik. Und es bleibt so viel. Auch für eine bessere Welt – ohne Krieg! Wikipedia informiert natürlich. Danke David!

Foto: Attribution :  © Glenn Francis, www.PacificProDigital.com – (Email: glennfrancis@pacificprodigital.com)

Allmost cut my hair – vom Album Déjà Vu, auf dem Neil Young zu Stephen Stills, Graham Nash und David Crosby hinzu kam. Auf Youtube:

Fukushima mahnt: Anti-Atom-Demonstration in Neckarwestheim im März

In den von mehrfachen Explosionen zerstörten Atomkraftwerken von Fukushima läuft die Vorbereitung, extrem große Mengen mit radioaktivem Tritium belasteten Kühlwassers in den Ocean abzuleiten. Die Folgen der Atomkatastrophe von Japan sind auch über zehn Jahre danach noch immer nicht im Griff. Vor dem Hintergrund der befristeten Laufzeitverlängerung für die letzten drei in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke sind Anti-Atom-Organisationen alarmiert, dass CDU/CSU, FDP und AfD eine weitere Fristverlängerung politisch durchsetzen könnten. Bereits am kommenden Wochenende und im Februar wird an den AKWs in Lingen und in Landshut bei Isar 2 protestiert. Zum 11. März rufen die Anti-Atom-Initiativen rund um Neckarwestheim zu einer Kundgebung auf. BUND und .ausgestrahlt haben angekündigt, für Aktionen im März zum Fukushima-Jahrestag und zum neuen Abschalttermin Mitte April 2023 zu mobilisieren. Vor allem rund um Neckarwestheim sorgen sich Atom-Kritiker:innen, weil es in den Dampferzeugern in den letzten Jahren immer wieder Rissbefunde gegeben hat, die sicherheitsrelevant sein könnten.

Die Deutsche Umwelthilfe hat sich zum Betrieb des AKW Neckarwestheim in dieser Weise geäußert. Anlass für die Stellungnahme ist, dass das AKW nach Umbauten im Reaktorkern wieder ans Netz geschaltet wurde, obwohl der Strom in keiner Weise benötigt wird: „Deutsche Umwelthilfe: Neckarwestheim 2 für sichere Stromversorgung nicht notwendig“.

umweltFAIRaendern dokumentiert den Aufruf zur Aktion im März:

Fukushima mahnt!

+++ 11. März 2011 Atomunfall in Fukushima +++ 3 Atomreaktoren betroffen, radioaktiver Fallout über Ostjapan und überwiegend über dem Pazifik +++ Kernschmelze hat Betonfundament des Reaktors 1 teils aufgelöst +++ Jedes Erdbeben kann potenziell zum Reaktor-Einsturz mit erneuter hochradioaktiver Verstrahlung führen +++ März 22: Erdbeben der Stärke 7,4 +++ Im Inneren der 3 Reaktorkerne weiter tödliche Strahlung +++  Ununterbrochene Wasser-Kühlung notwendig +++ Lage in Fukushima weiter gefährlich +++ Durch unterirdische Tunnelröhre sollen ca. 1,3 Millionen Tonnen an verstrahltem Kühlwasser (Stand Juni 2022) in Pazifik verklappt
werden +++ 32.000 Menschen weiter evakuiert +++ Zwang zur Rückkehr in verstrahlte Gebiete wird oft verweigert +++ Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern und Jugendlichen weiter 15-fach erhöht +++ Laufzeitverlängerung der bestehenden AKWs auf 70 Jahre +++ Keine Verklappung von kontaminiertem Kühlwasser in den Pazifik!

Solidarität mit den von Strahlung betroffenen Menschen! Schluss mit Atom! Energiewende jetzt – weltweit!

Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP ist angetreten, die Energiewende zu beschleunigen und den überfälligen Atomausstieg zu vollziehen. Seit Putins Krieg gegen die Ukraine sind viele der im Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben und Ziele der Regierung „zerstoben“. Es rächt sich jetzt bitter, dass die Energiewende seit vielen Jahren politisch ausgebremst wurde.

Mit den Laufzeitverlängerungen für die letzten drei Atomkraftwerke bis zum 15.04.2023 wurde die Tür weit aufgemacht für einen AKW-Weiterbetrieb über mehrere Jahre, den FDP und CDU/CSU unbedingt wollen.

Mit vielen Milliarden Euro soll eine neue fossile Infrastruktur für Jahrzehnte geschaffen und neue Öl und Gasfelder mit langfristigen Verträgen erschlossen werden! Auch das umweltschädliche Fracking wird in Kauf genommen! Zusätzlich sollen weitere Milliarden Euro für klimaschädliches Flüssiggas, mehrere LNG-Terminals und umweltschädlich produzierten Wasserstoff fließen. Dieses Geld fehlt für die erneuerbaren Energien, die klimafreundlich und kostengünstiger sind.

Protest ist angesagt – rasche weitere Energiewende jetzt!

Flyer & Plakate bestellen: demo-material@online.de
Infos: www.endlich-abschalten.de

Aktionen kosten Geld.
Wir freuen uns daher über finanzielle Unterstützung (steuerlich abzugsfähige Spenden): BBMN (Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e. V.) · VR Bank Ludwigsburg eG IBAN: DE04 60491430 0471790001 ·BIC: GENODES1VBB ·Stichwort: Fukushima ViSdP: Bund RV Heilbronn-Franken, c/o Fukushima-Bündnis, Lixstr. 10, 74072 Heilbronn

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