Transport von hochaktivem Atommüll ins Zwischenlager Brokdorf 2026 # Rückbau des AKW Brokdorf: Läuft

Update: (Eigentlich war zuletzt die Rede, dass die für das Zwischenlager Brokdorf bestimmten hochaktiven Atomabfälle aus der Plutoniumfabrik im britischen Sellafield im Jahr 2025 auf die strahlende Reise gehen sollten. Das hat sich offenbar inzwischen erneut verschoben.*) Die sieben Castor-Behälter mit verglasten hoch radioaktiven Abfällen werden nach Aussagen der Bundesgesellschaft für Zwischenlager (BGZ) – nach aktuellem Stand – 2026 erfolgen. Das teilte die BGZ in einer Presseerklärung im Dezember mit. Was den Rückbau des benachbarten stillgelegten AKW Brokdorf angeht, teilt Betreiber E.on / PreussenElektra mit, dass nun mächtig rückgebaut wird. Was – nebenbei – der E.on Chef zum Thema AKW auch noch sagte: Kein privates Unternehmen würde in Kernkraftwerke investieren(Handelsblatt, ähnlich hat auch der RWE-Vorstand sich jüngst geäußert.)

  • * Die BGZ hatte offenbar bereits 2023 angegeben, dass der Brokdorfer Rücktransport 2026 erfolgen würde. Damit wäre es falsch aktuell von „verschoben“ zu sprechen. Eine andere Quelle für das Datum 2025 (von dem ich ausgegangen war) kann ich grad selbst nicht nachrecherchieren. Daher ist diese „Einleitung“ für diesen Text möglicherweise nicht zutreffend (und die Hinweise auf 2025 auf früheren Texten). Nach Hinweisen heißt es in einer PM der BGZ von Juni 2023: „Mit der eigentlichen Rückführung, für die das Energieversorgungsunternehmen verantwortlich ist, rechnen wir nicht vor 2026“, so BGZ-Hauptabteilungsleiter Sandro Ringel.“

Die Einlagerungsgenehmigung für diese brisanten Abfälle in Brokdorf ist bereits Anfang 2024 vom zuständigen Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erteilt worden. Eine Transportgenehmigung liegt noch nicht vor. Im Rahmen der Rücktransporte von Atommüll deutscher Herkunft im Ausland stehen ab April 2025 vergleichbare Castor-Transporte aus Sellafield nach Niederaichbach bei Landshut (Isar) in Bayern an. Zuvor waren Atomtransporte aus Sellafield nach Biblis ins dortige Zwischenlager gebracht worden und zuletzt vergleichbare Abfälle aus der französischen Plutoniumfabrik in LaHague nach Philippsburg.

Der Atommüll ist bei der Wiederaufarbeitung der Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken im Ausland entstanden. Der Betreiber des stillgelegten AKW Brokdorf teilte derweil mit, dass der Rückbau nun in die heiße Phase startet.  (Foto: Kalthandhabung Castorbehälter in Brokdorf. BGZ)

Gleich um die Ecke des Zwischenlagers in Brokdorf läuft nun die erste intensive Phase des Rückbaus des abgeschalteten Atomreaktors an. Im letzten Jahr hatte die Atombehörde in Kiel die Stilllegung des Reaktors genehmigt. Damit ist die Betriebsgenehmigung endgültig erloschen. Dennoch gibt es im deutschen „Medien“Wald immer wieder absurde Meldungen, z.B. dass dänische Politiker das AKW Brofdorf kaufen wollten, um es vor dem Abriss zu retten. Ein Faktencheck ist bei diesen Meldungen meistens nicht enthalten.

Der NDR schreibt zum Thema weitgehend aus einer Pressererklärung des Betreibers Preussen Elektra (E.on) ab. Daher hier die Meldung im Original als Dokumentation:

18. Dezember 2024 – Rückbau des Kernkraftwerks Brokdorf beginnt

Seit Ende letzter Woche befindet sich das Kernkraftwerk Brokdorf nun offiziell im Rückbau. Nach Erfüllung aller dafür notwendigen Auflagen konnte die 1.  Stilllegungs- und Abbaugenehmigung durch die PreussenElektra GmbH in Anspruch genommen werden. Der entsprechende Bescheid war bereits am 23. Oktober 2024 vom Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein erteilt worden.

Am Freitag, dem 13. Dezember 2024, waren mit der Inkraftsetzung der letzten zustimmungspflichtigen Unterlagen alle Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Genehmigung erfüllt. Noch am selben Tag zeigte PreussenElektra die Nutzung der Genehmigung bei der Behörde an. Damit ist die Phase des Nachbetriebs beendet.

Das Kernkraftwerk Brokdorf war das letzte Kernkraftwerk in Deutschland, das sich bislang nicht im Rückbau befand. Tammo Kammrath, Leiter der Anlage und Programmleiter Rückbau, sagt zu diesem bedeutenden Schritt: „Wir erwarten, dass wir nun zügig die erste Stillsetzung eines Systems im Kraftwerk umsetzen können und damit den Rückbau noch in diesem Jahr auch physisch beginnen können.“

Als erste Maßnahme soll die Stillsetzung von Bestandteilen der nuklearen Zwischenkühlung erfolgen. Während des Leistungsbetriebs diente das System der Versorgung von Wärmetauschern nuklearer Hilfs- und Nebenanlagen sowie als Barriere gegen die Abgabe von Radioaktivität an die Umgebung.

Der Rückbauprozess wird unter strenger Einhaltung aller gesetzlichen und sicherheitstechnischen Vorgaben durchgeführt. Nach Ende aller Rückbauarbeiten soll eine sinnvolle und nachhaltige Nachnutzung des Standorts erfolgen.

Gemeinsam mit E.ON-Konzerngesellschaften beabsichtigt PreussenElektra, auf dem Gelände des abgeschalteten Kernkraftwerks den bislang größten Batteriespeicher in der EU zu errichten. Der Speicher soll nach den Plänen des Unternehmens in mehreren Stufen und abhängig vom Rückbaufortschritt auf bis zu 800 Megawatt Leistung und einer Speicherkapazität von bis zu 1.600 Megawattstunden ausgebaut werden.

Nuklearer Wirklichkeitsverlust eines Ministerpräsidenten: Söders Strahlenschäden

Bereits im März 2024 genehmigte die Bayerische Staatsregierung unter Führung von Söder (CSU) die Stilllegung und den Rückbau des im April 2023 abgeschalteten Atomkraftwerks Isar 2 bei Ohu. Andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein brauchen für derartige Genehmigungen oftmals viele Jahre. Und während unter Söders Führung die schnellsten deutschen Stilllegungsgenehmigungen erteilt werden, sabbelt der Ministerpräsident weiter davon, eben dieses AKW wieder in Betrieb nehmen zu wollen?

Sogar die Münchener Abendzeitung zweifelt an Söder und notiert unter der Überschrift: „Kernkraft-Krimi um Isar 2: Söder will Rückbau-Stopp, doch die Turbinen sind schon abgebaut“ folgendes: „Wer dieser Tage Ministerpräsident Söder lauscht, hört auch viel zum Atommeiler Isar 2. Was der Politiker in seinen Reden behauptet, kann der Betreiber des Kraftwerks nicht mit Fakten unterfüttern.“

Und weiter ist dort zu lesen: „Entgegen anderslautender Einschätzungen aus der Staatsregierung kann das Atomkraftwerk Isar 2 bei Landshut aus Sicht des Betreibers nicht mehr in Betrieb genommen werden. „Wir konzentrieren wir uns voll und ganz auf den zügigen Rückbau der beiden Kraftwerksblöcke 1 und 2 am Standort. Vor diesem Hintergrund ist eine Wiederinbetriebnahme von KKI 2 für Preussen Elektra kein Thema“, teilte eine Sprecherin auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur in München mit.“

Noch deutlicher: „Explizit bestätigte die Sprecherin dabei, dass die zum ersten Jahrestag des deutschen Atomausstiegs am 15. April 2024 von Preussen Elektra Geschäftsführer Guido Knott gemachte Aussage zur technisch unmöglichen Reaktivierung des Kraftwerks weiter gelte. Konkret sagte er damals: «Für uns gibt es als kein Zurück mehr: Das Thema Wiederinbetriebnahme ist für uns damit definitiv vom Tisch.»

  • Mehr Geisterdebatte um die stillgelegten deutschen Atommeiler geht kaum. Was AfD, CDU/CSU und auch Teile der FDP über eine Reaktivierung der AKWs predigen, ginge nur auf der Basis einer Atomgesetzänderung und einem Neu-Genemigungsverfahren nach Stand von Wissenschaft und Technik. Davon ab wären enorme Nachrüstungen und Sicherheitsprüfungen der stillgelegte und längst im Rückbau befindlichen Anlagen. Nicht mal mehr das Personal für einen Betrieb wäre derzeit noch reaktivierbar bzw. vorhanden. Die enormen Kosten würde kein Betreiber mehr übernehmen, da wirtschaftlich vertretbare Stromerlöse angesichts des enormen Preisvorteils bei den Erneuerbaren nicht zu realisieren wären. Auch AKW-Neubauten hätten keine Chance. Es bräuchte dafür eine von konservativen und liberalen so gefürchtete „Zwangswirtschaft“ mit massiver staatlicher Kostenübernahme zu lasten der öffentlichen Haushalte. Siehe: Unabhängiger World Nuclear Industry Status Report 2024 in Wien veröffentlicht. Siehe außerdem hier zur nuklearen Ökonomie.

Daher wird auch anderenorts über den jede Wirklichkeit ignorierenden Spalter Söder und seine Atomfantasie geschrieben. Die FR: „Hauptkühlmittelpumpen und Dampfleitungen zur Turbine sind schon abgebaut“ und konkretisiert: „In Isar 2 haben wir bereits eine Reihe von Systemen dauerhaft außer Betrieb genommen und still gesetzt, das heißt von der Anlage getrennt“, so die Sprecherin. Beispielsweise wurden alle vier Hauptkühlmittelpumpen, die im Betrieb das Wasser durch den primären Kühlkreislauf beförderten, und Frischdampfleitungen zur Turbine bereits demontiert. Der Rückbau soll bis 2040 vollendet sein.“

Und mit Blick auf die genannte dpa-Meldung schreiben auch andere Medien über Söder Wirklichkeitsverlust und den von anderen Ideologen: „Im Gegensatz zur klaren Absage des Betreibers geistert die Renaissance der Kernkraft in Isar 2 derzeit wieder durch die Politik und könnte auch im anstehenden Bundestagswahlkampf eine relevante Rolle einnehmen. Neben der Union sprechen sich etwa FDP und AfD für eine Rückkehr zur Kernenergie aus.“

Dabei wird auch erinnert: „Jüngst förderte auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Debatte zutage, als er im Anschluss an die Haushaltsklausur des Kabinetts einmal mehr – aber durchaus überraschend – „dringend einen Stopp des Rückbaus bei Isar 2“ einforderte: „Noch ist es reversibel. Noch. Es ist nicht irreversibel. Ist mit Aufwand verbunden, keine Frage.““

Dokumentation:

22. März 2024

Rückbau kann starten: PreussenElektra erhält Genehmigung zur
Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks Isar 2

Knapp ein Jahr nach Abschaltung des Kernkraftwerks Isar 2 (KKI 2) kann in Kürze der Rückbau beginnen: Am 21. März 2024 hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz die hierzu erforderliche Genehmigung nach § 7 Abs. 3 des Atomgesetzes erteilt.

„Sieben unserer acht Kraftwerksblöcke befinden sich nun im Rückbau. Mit dem Wissen aus diesen Rückbauprojekten und unserem flottenoptimierten Ansatz sorgen wir dafür, dass der Rückbau am Standort Essenbach Ende der 2030er Jahre abgeschlossen und das Kraftwerksgelände für neue Nutzungsmöglichkeiten bereitstehen wird“, sagt Guido Knott, Vorsitzender der Geschäftsführung der PreussenElektra.

Den Antrag zur Stilllegung und zum Abbau des KKI 2 hatte PreussenElektra bereits im Juli 2019 gestellt. Standortleiter Carsten Müller freut sich, dass der Genehmigungsprozess nunmehr abgeschlossen ist und sich die Mannschaft neben Block 1 (KKI 1) nun auch auf den Rückbau des zweiten Kraftwerksblocks konzentrieren kann: „Wir haben uns auf diesen Augenblick sehr intensiv vorbereitet und werden uns nun vollkommen dem Abbau beider Blöcke widmen.“ Mit Blick auf den nahenden Rückbaustart von Isar 2 wurde die Rückbaustrategie am Standort angepasst. Dazu erklärt Müller: „Wir haben unsere Kräfte gebündelt, indem wir unsere Organisation konsequent auf die kommenden Herausforderungen ausgerichtet haben. Außerdem nutzen wir unsere Standortvorteile mit der sehr effizient arbeitenden Rückbaufabrik im KKI 1.“

Seit der Abschaltung des KKI 2 am 15. April 2023 wurden alle 193 Brennelemente aus dem Reaktordruckbehälter entnommen und in das Brennelemente-Lagerbecken eingestellt. Außerdem konnte zu Beginn dieses Jahres der primäre Kühlkreislauf dekontaminiert werden. Erste Arbeiten im Rückbau werden Demontagemaßnahmen im Bereich der Hauptkühlmittelpumpen sein. Außerdem werden die Hauptkühlmittelleitungen vom Reaktordruckbehälter getrennt, um mit dem ersten Rückbau-Großprojekt, der Demontage der Reaktordruckbehältereinbauten, beginnen zu können.

AKW Brokdorf: Stilllegung und Rückbau sind endlich genehmigt

Eine der vielleicht nicht schnellsten Atombehörden in Deutschland hat es nun vollbracht: Das AKW Brokdorf hat von dem zuständigen Ministerium in Schleswig-Holstein in rekordverdächtiger Frist von nur sieben Jahren eine Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau erhalten. Für das AKW Krümmel hatte das grün-geführte Umwelt- und Atomministerium noch neun Jahre gebraucht. Nur bei Interimsgenehmigungen ist das Haus an der Kieler Förde manchmal schneller. Voller Hoffnung dürfte man nun in der ehemaligen Atomforschungsanlage der GKSS, dann Helmholtz und inzwischen irgendwie Hereon oder so sein: Dort wartet man noch immer auf die Stilllegungsgenehmigung für die Forschungsreaktoren, seit weit mehr als nur zehn Jahren. Gut aber ist: Der bereits laufende Rückbau in Brokdorf kann jetzt endlich forciert werden, auch wenn es bei vielen Aspekten im Umgang mit den radioaktiven Hinterlassenschaften vor allem darauf ankommt, genau hinzuschauen, zu kontrollieren und zu prüfen.

ChatGPT antwortet: „Im Oktober 2024 genehmigte das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur Schleswig-Holstein der Betreiberin PreussenElektra die erste Phase des Abbaus, die sich auf die Entfernung der meisten Anlagenkomponenten konzentriert, jedoch noch nicht auf den Reaktordruckbehälter und den biologischen Schutz. Diese zweite Genehmigung wurde bereits beantragt und befindet sich im Prüfverfahren. Die Vorbereitungen für die Stilllegung des Kraftwerks hatten bereits nach der Abschaltung im Dezember 2021 begonnen, einschließlich der Dekontaminierung und der Vorbereitung der Baustruktur für den Rückbau.“

Wenn ich das richtig sehe, sind damit alle AKWs mit einer Stilllegungsgenehmigung ausgestattet. Damit müsste eine Wiederinbetriebnahme nach geltendem Atomrecht ein komplettes neues Genehmigungsverfahren umfassen, nach heutigen Sicherheitsstandards bei Atomkraftwerken. Wirtschaftlich wäre das angesichts der Kosten der Erneuerbaren Energie völliger Unsinn und daher finden solche Szenarien bei den Stromkonzernen keinerlei Unterstützung. Die Kosten für solche Überlegungen, wie sie bei AfD, CDU/CSU und auch bei der FDP auftauchen, sind nur dann möglich, wenn der Staat die Kosten für diese unsinnige Entscheidung übernimmt. Auch mit Forschungsfreiheit, wie sie FDP und CDU/CSU in den letzten Jahren immer wieder fordern, ist Atomstrom keine Option.

Die Kosten für die zahlreichen Atomruinen und Atomunfälle und -Katastrophen führen dazu, dass extreme Kosten an die Steuerzahler:innen übertragen werden. Allein in Deutschland beträgt der Etat des Bundesumweltministeriums deutlich über 50 Prozent der Kosten für das atomare Erbe. Erhebliche Kosten sind beim Bundesforschungsministerium eingestellt, wo das Erbe der staatlichen Atomforschung mit erheblichen Belastungen für die nächsten Jahrzehnte verwaltet wird. In allen Bereichen steigen die Kosten und die Probleme. Die Zeche zahlt das Gemeinwohl.

Das AKW Brokdorf ist eines der wichtigsten Atomprojekte in der Geschichte der Bundesrepublik und mit Blick auf den Atomkonflikt. Wyhl, Wackersdorf, Kalkar, Hanau und natürlich Gorleben waren weitere Orte von großer Bedeutung. Über viele Jahre hinweg fokussierten sich hier die  gesellschaftlichen Kontroversen um die Grenzen der industriellen Entwicklungen und einer wachsenden Umweltzerstörung und Ausbeutung der natürlichen Ressourcen mit immer grenzenloser werdenden Katastrophenszenarien.

Noch heute sind die Proteste gegen das AKW Brokdorf für das Demonstrationsrecht in Deutschland von maßgeblicher Bedeutung, da das Bundesverfassungsgericht und andere Gerichte mit den Kontroversen und brutalen Polizeieinsätzen mehrfach eingreifen musste, um demokratische Verfassungsgrundsätze gegenüber machtpolitischen Interessen durchzusetzen.

Das AKW ging mit fast zehn Jahren Verspätung als erster Atomreaktor nach der Katastrophe von Tschernobyl im Herbst 1986 ans Netz. Ende 2021 wurde es dann nach der Atomkatastrophe von Fukushima endgültig abgeschaltet. Jetzt liegt die Stilllegungsgenehmigung vor.

Auch die SHZ in Schleswig-Holstein berichtet über die Stilllegungsgenehmigung. Der Kommentar glänzt vor allem darin, dass er Jahrzehnte der Atomkontroverse in Deutschland ignoriert und ausblendet, den ersten Atomausstieg der ersten rot-grünen Regierung – und alles, was damit zu tun hatte – gleich auch noch. Tschernobyl und Fukushima? Muss man nicht erinnern? Absurderweise eingeleitet vom Kommentator mit dem Satz: …“ein ungutes Gefühl bleibt“… von einem Ausstieg aus dem Ausstieg mit einer nuklearen Laufzeitverlängerung durch die Regierung Merkel, – nach der mehrfachen Fukushima-Katastrophe zum schrittweisen Ausstieg als „emotional gefühlt – und nur selten faktenorientiert“(e) Reaktion diffamiert. Aber nur so „als ungutes Gefühl“ schreibt dieser Kommentar, wo fängt faktenfrei an?

Dokumentation: Erste Genehmigung für Stilllegung und Abbau des Kernkraftwerks Brokdorf erteilt

Umweltminister Goldschmidt: „Der Atomausstieg in Brokdorf geht weiter voran“ 23.10.2024

BROKDORF/KIEL. Schleswig-Holstein hat einen weiteren Meilenstein auf dem Weg des Atomausstiegs erreicht. So konnte heute (23.10.2024), die erste Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau (Abbauphase 1) des Kernkraftwerks Brokdorf erteilt und an die Betreibergesellschaften PreussenElektra GmbH und Kernkraftwerk Brokdorf GmbH & Co. oHG übergeben werden.

„Der Atomausstieg in Brokdorf geht weiter voran und sorgt in Schleswig-Holstein für einen ganz besonderen Moment: Mit der heute erteilten Genehmigung kann endlich das letzte von insgesamt drei Kernkraftwerken in den Abbau gehen. Schleswig-Holstein macht damit einen großen Schritt in die Richtung einer klimaneutralen Zukunft“, sagte Umweltminister Tobias Goldschmidt.

Da im Lagerbecken des Kernkraftwerks noch Brennelemente und Sonderbrennstäbe vorhanden sind, die in das Zwischenlager am Standort verbracht werden sollen, musste im Rahmen des Genehmigungsverfahrens auch die sogenannte Abbauphase 1 berücksichtigt werden. „Die drei Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein sind abgeschaltet und das ist vor dem Hintergrund der großen Gefahren, die von der Technologie ausgehen eine gute Nachricht für die Sicherheit der Menschen in Schleswig-Holstein. Aber auch der Rückbau der Anlagen ist mit hohen Risiken verbunden. Mit der jetzt genehmigten Vorgehensweise ist der sichere Abbau des Kernkraftwerks gewährleistet. Ich wünsche den Kolleginnen und Kollegen der Anlage sichere und erfolgreiche Rückbauarbeiten. Sie leisten den Menschen in unserem Land einen wichtigen Dienst“, so Minister Goldschmidt.

Die Abbauarbeiten im Kernkraftwerk Brokdorf werden voraussichtlich rund 15 Jahre in Anspruch nehmen. Die ersten vorbereitenden Maßnahmen konnten bereits im Nachbetrieb des Kraftwerks durchgeführt werden. So wurde bereits ein Teil der Brennelemente in das Zwischenlager am Standort Brokdorf gebracht und eine umfangreiche Systemdekontamination zur Strahlenminimierung durchgeführt.

Der Strahlenschutz besitzt während des gesamten Abbaus oberste Priorität. Alle Abbauschritte des Kernkraftwerks werden daher eng von der atomrechtlichen Aufsicht überwacht. Auch viele Teilschritte, wie beispielsweise die Stillsetzung von Systemen und der Abbau von Großkomponenten bedürfen einer Zustimmung der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde, damit die Rahmenbedingungen und das Ziel der Strahlenminimierung bestmöglich eingehalten werden.

Weitere Informationen zum Genehmigungsbescheid:

Der Genehmigungsbescheid für die Stilllegung und den Abbau des Kernkraftwerks Brokdorf (Abbauphase 1) umfasst die Stilllegung und den Abbau der nicht mehr benötigten, der atomrechtlichen Überwachung unterliegenden, Anlagenteile mit Ausnahme des Reaktordruckbehälters sowie des biologischen Schildes.

Der Genehmigungsbescheid regelt zudem die nötigen Rahmenbedingungen für atomrechtliche Freigaben. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, nach dem Stoffe, die als potenziell radioaktiv gelten, aus dem Bereich des Strahlenschutzrechts entlassen werden können. An dieser Stelle benötigt es einen Nachweis darüber, dass von den Stoffen lediglich eine zu vernachlässigende Strahlung ausgeht, die deutlich unterhalb der natürlichen Schwankungsbreite liegt. Jede einzelne Freigabe bedarf dabei einer ausdrücklichen Zustimmung der Reaktorsicherheitsbehörde, die wiederum unabhängige Sachverständige hinzuzieht.

Bekanntmachung des Genehmigungsbescheids:

Die Reaktorsicherheitsbehörde wird den Genehmigungsbescheid gemäß Atomrechtlicher Verfahrensverordnung im Amtsblatt und in den örtlichen Tageszeitungen bekanntmachen. Zudem wird der Bescheid vor Ort (Kreisverwaltung Steinburg und Amtsverwaltung Wilstermarsch) sowie im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur für zwei Wochen ausgelegt. Im Anschluss haben alle Personen, die Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben haben, die Gelegenheit zur Klage.

Weitere Hintergrundinformationen und den Genehmigungsbescheid finden Sie hier.

Informationen zur Abbaugenehmigung 2:

Für den Abbau des Reaktordruckbehälters und des biologischen Schildes ist eine 2. Abbaugenehmigung erforderlich. Diese setzt den Abtransport aller Brennelemente und Sonderbrennstäbe voraus, die voraussichtlich im Jahr 2025 in das Zwischenlager am Standort abtransportiert werden sollen. Den Antrag für die 2. Abbaugenehmigung haben die Betreibergesellschaften am 30.08.2024 gestellt. Dieser wird aktuell von unabhängigen Sachverständigen geprüft.

 

Vorbereitungen angelaufen: Castor-Transporte von Sellafield zum Zwischenlager in Brokdorf

Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) in Brokdorf bereitet sich auf den Antransport und die Einlagerung von Castor-Behältern aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield vor. Dorthin waren vor 2005 bestrahlte Brennelemente auch aus Brokdorf zur Abtrennung von Plutonium und Uran geliefert worden. Der dabei angefallene Atommüll muss mit Castor-Behältern und den darin eingelagerten Glaskokillen laut internationaler Verträge von der Bundesrepublik zurückgenommen werden. Vermutlich 2025 könnten die erforderlichen Castor-Transporte dann per Schiff aus Großbritannien über die Nordsee und die Elbe angeliefert werden. Die BGZ meldet jetzt per PM (siehe unten), dass die sogenannte Kalthantierung erfolgt ist, bei der die Abläufe der Anlieferung und Einlagerung im Zwischenlager Brokdorf geprobt werden. (Foto: BGZ, Zwischenlager Brokdorf)

Auf Nachfrage von umweltFAIRaendern teilte die BGZ mit, dass der Behälter, der jetzt in Brokdorf genutzt wurde, ein Leerbehälter aus dem Lager in Isar/Ohu war. Dort war er bereits 2023 für die Kalthandhabung genutzt worden. Der Antransport nach Brokdorf erfolge über Schiene und Straße in das Zwischenlager nach Brokdorf.

Die Einlagerungsgenehmigung, dass die hochaktiven Abfälle in Brokdorf künftig aufbewahrt werden dürfen, ist vor wenigen Wochen erteilt worden. Eine Transportgenehmigung ist noch nicht erteilt. Zuletzt war von einem Anlieferungstermin in 2025 gesprochen worden, allerdings sind diese sogenannten Rücktransporte aus Sellafield bereits mehrfach verschoben worden. Rücktransporte stehen noch für Isar/Ohu und Philippsburg (aus La Hague) an. Die Rücktransporte aus Sellafield nach Biblis haben bereits stattgefunden.

Weitere Castortransporte stehen vermutlich nach der Europameisterschaft aus der nuklearen Agenda: Über 150 Behälter mit hochradioaktivem Abfall soll aus Jülich in das Zwischenlager nach Ahaus per LKW rollen. Aufgrund der enormen Transport-Risiken protestieren Anti-Atom-Gruppen dagegen. Der BUND in NRW und die Stadt Ahaus haben Klagen gegen den Transport und die Einlagerung der brisanten Abfälle angekündigt. Auch bei den Grünen im Bund und Land NRW ist man sich nicht einig, wie mit dem Atommüll umzugehen ist. So steht der Neubau eines Zwischenlagers in Jülich auch als Alternative im Raum, um auf Transporte zu verzichten. Alles zum Atomtransporte von Jülich nach Ahaus auf umweltFAIRaendern.de

Dokumentation der PM der BGZ vom 27.06.2024 – Zwischenlager Brokdorf: Probelauf erfolgreich durchgeführt

BROKDORF – Die BGZ hat im Zwischenlager Brokdorf erfolgreich einen Probelauf für die vorgesehene Einlagerung von CASTOR-Behältern mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente durchgeführt. Dieser ist Teil der Vorbereitungen für die Rücknahme dieser Abfälle. Ein Termin für den Transport steht noch nicht fest.

„Unser Team absolvierte mit einem leeren, knapp 100 Tonnen schweren CASTOR-Behälter erfolgreich alle Arbeitsschritte, die zur Einlagerung der beladenen Behälter erforderlich sind“, erläutert Marco Paschen, Leiter des Zwischenlagers Brokdorf. Die BGZ habe dadurch gezeigt, dass sie die hochradioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung sicher annehmen und aufbewahren kann.

Unabhängige Sachverständige überwachten im Auftrag des Ministeriums für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) als für das Zwischenlager Brokdorf zuständige Aufsichtsbehörde den mehrtägigen Probelauf.

Ende März erteilte das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) der BGZ die Genehmigung, sieben CASTOR-Behälter mit verglasten hochradioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung im Zwischenlager Brokdorf aufzubewahren. „Die Behälter sollen in den nächsten Jahren vom britischen Sellafield in das Zwischenlager Brokdorf gebracht werden. Ein Termin für den Transport steht noch nicht fest“, informiert Jonas Wingert, verantwortlich für die BGZ-Kommunikation am Standort Brokdorf.

Eine noch ausstehende Voraussetzung für die Rückführung ist eine Transportgenehmigung nach dem Atomgesetz, die ein von der Energiewirtschaft beauftragtes Unternehmen beim BASE beantragen wird.

Hintergrund:

Bis 2005 wurden Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken zur Wiederaufarbeitung nach Großbritannien und Frankreich transportiert. Die dabei angefallenen, hochradioaktiven Abfälle müssen die Abfallbesitzer, die Betreiber der Atomkraftwerke, gemäß ihren vertraglichen Verpflichtungen nach Deutschland zurückführen. Zur Rücknahme dieser Abfälle hat sich die Bundesrepublik Deutschland auch völkerrechtlich verpflichtet.

Im Jahr 2015 ist ein Konzept zur Verteilung der noch im Ausland lagernden Abfälle aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente mit breitem politischem Konsens verabschiedet worden. Dieses sieht eine bundesweit ausgewogene Verteilung der Behälter vor. Damals sind vier Standorte für die Rückführung festgelegt worden: Biblis in Hessen, Brokdorf in Schleswig-Holstein, Isar in Bayern und Philippsburg in Baden-Württemberg.

Nach Hessen ist die Rückführung bereits abgeschlossen: Im November 2020 wurden sechs Behälter mit hochradioaktiven Abfällen aus der britischen Wiederaufarbeitung zum Zwischenlager Biblis transportiert. Für Deutschland war dies der erste große Rücktransport von Atommüll in CASTOR-Behältern seit 2011. Er verlief reibungslos und ohne Störungen.

18 weitere CASTOR-Behälter müssen in den kommenden Jahren noch nach Deutschland zurückgeführt werden, davon sieben Behälter in das Zwischenlager Brokdorf. Nach Abschluss der Rückführung werden die Behälter dann in den Bundesländern aufbewahrt, aus deren Atomkraftwerken anteilig die größte Menge an Kernbrennstoff ins Ausland gebracht wurde.

Die BGZ hat von Beginn an proaktiv über die Rückführung informiert, unter anderem auch bei öffentlichen Veranstaltungen vor Ort in Brokdorf. Sie wird diese Kommunikation fortsetzen. Weitere Informationen finden sich auch hier: https://rueckfuehrung.bgz.de

Wo FFF F3 3F oder friday for future herkommt? Eine Idee und Schmetterlinge im Bauch: Die Proletenpassion by Knarf Rellöm

Kennt ihr das von den Schmetterlingen? Eine wahnsinnig gute Neu-Interpretation hat der Hamburger Knarf Rellöm zu verantworten. Hier über eine datenfreundliche Instanz von Invidious, nicht immer verfügbar. HIER . Sonst eben doch Yotube: – Auch und besonders ÖRF, die das irgendwie nicht kommerziell für Demokratie zeigt.

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