Auch Johnny Cash mischt jetzt beim Volksentscheid gegen Vattenfall mit – Die Buchschwestern bringen den Man in Black!

Kannte er schon Vattenfall? Johnny Cash als musikalische Lesung für den Volksentscheid in Hamburg.

Volksentscheid meets Johnny Cash! Die Werkstatt3 teilt mit: „Die Buchschwestern präsentieren The Man in Black – Johnny Cash! Mit wach­sendem Fankreis betreiben die beiden ihre Lesereise zu Musikerbiographien seit 2011 in Hamburg. Wir freuen uns, dass sie nun auch in der W3 Halt machen und uns Gänsehautmomente mit dem großen ameri­ka­ni­schen Sänger Johnny Cash verschaffen. Im Wechsel zitierten sie aus seiner Auto­bio­grafie und Songtexten. Dazu lassen Videoeinspielungen seiner legen­därer Knast­konzerte und Fotos den Sänger wieder aufleben. Begleitet werden sie vom wunderbaren Hannes Klock mit Gesang und Gitarre.

„Ich trage immer noch schwarz, und es hat noch eine Bedeutung für mich. Es ist immer noch mein Symbol der Rebellion gegen den Stillstand und die Verlogenheit, gegen Leute, die sich fremden Ideen gegenüber verschließen.“ Johnny Cash

Die Buchschwestern und die W3 unterstützen mit dieser Veranstaltung die Kampagne „Unser Hamburg – Unser Netz“, die einen Tag vor dem Volksentscheid noch einmal über ihre Ziele informiert und letzte Fragen beantwortet.“

++ Sa 21. Sep 2013, 20:00, Musikalische Lesung, mit den Buchschwestern (Susanne Pollmeier und Marion Gretchen Schmitz) und Hannes Klock (Gitarre und Gesang): Johnny Cash, The Man in Black. Eintritt 5 Euro, Werkstatt3, Nernstweg 32/34.

Volksentscheid Hamburg: Keine Transparenz und Geheimhaltung – Vattenfall-Wirtschaftsdaten under cover – Initiative vor Gericht – Grüner fragt nach

Auch der NABU Hamburg unterstützt den Volksentscheid.
Wirtschaftsdaten weiter unter Verschluss. Mit Vattenfall und E.on geht Transparenz nicht von allein.

Die Volksentscheids-Initiative „Unser Hamburg – Unser Netz“ hat heute eine einstweilige Anordnung auf die Herausgabe von Gutachten zur Wertermittlung der Vattenfall- und E.on-Netzgesellschaften beantragt. (Die PM folgt unten in voller Länge). Der Senat hatte die Einsicht verweigert, nachdem die beiden Konzerne die Herausgabe der Gutachten verweigert hatten. Auch der Grüne Fraktionsvorsitzende Jens Kerstan fragt jetzt nach weiteren Details über die wirtschaftliche Situation. In einer Kleinen Anfrage (PDF) fragt er nach den Geschäftsberichten der Vattenfall-Netzgesellschaften für das Geschäftsjahr 2012 und dem Wissen der HGV über diese Berichte. Die HGV ist die städtische Holding, in der alle Hamburger öffentlichen Unternehmen und Beteiligungen zusammen gefasst werden.

Die Geschäftsberichte der HGV werden in der Regel jeweils Ende September/Anfang Oktober des nachfolgenden Jahres veröffentlicht und sie basieren natürlich auf den Abschlüssen der jeweiligen Unternehmen. Der Bericht der gemeinsamen Gas-Gesellschaft mit E.on liegt längst vor, nicht aber die Berichte der beiden Vattenfall-Gesellschaften. Jetzt will Kerstan wissen, warum diese Vattenfall-Berichte immer noch fehlen und was in ihnen steht.

Kerstan nennt in der Anfrage die E.on-Daten: „Des Weiteren liegt der Jahresabschluss der e.on-hanse-Tochter Hamburg Netz GmbH, an der die Freie und Hansestadt ebenfalls seit 2011 mit 25,1 Prozent beteiligt ist, im Bundesanzeiger seit Anfang August 2013 vor. Dem ist zu entnehmen, dass in dem Geschäftsjahr 2012 ein Ergebnis aus gewöhnlichem Geschäftsbetrieb in Höhe von 17,6 Millionen Euro erzielt wurde und eine Gewinnabführung in Höhe von 13,6 Millionen Euro erfolgte.“

Allein das Gasnetz von E.on erbringt also offenbar einen Gewinn von fast 18 Millionen Euro. Die Gewinne aus dem Vattenfall-Stromnetz dürften um einiges höher ausfallen und bei der besonders wirtschaftlichen Fernwärme könnte der Gewinn bei ca. 60 Millionen Euro liegen. Gute Gewinne, die künftig die Stadt machen könnte, wenn der Volksentscheid am 22. September erfolgreich ist.

Der Verdacht, den Kerstan nicht ausspricht, der sich aber aufdrängt: Werden die Daten aus den Vattenfall-Geschäftsberichten möglicherweise zurückgehalten, um zu verhindern, dass bekannt wird, wie hoch die Gewinne tatsächlich sind? Diese Zahlen könnten der SPD in ihrer Regie gegen den Volksentscheid unangenehm sein, denn sie versucht die Rekommunalisierung als unkontrollierbar und risikoreich darzustellen.

PM der Volksentscheids-Initiative von heute:

Transparenzgesetz: Einstweilige Anordnung beantragt / Klärung noch vor dem Volksentscheid möglich

UNSER HAMBURG – UNSER NETZ hat beim Verwaltungsgericht Hamburg eine einstweilige Anordnung beantragt, um die Herausgabe der Bewertungsgutachten und Vertragsanlagen zur Beteiligung der Stadt an den Vattenfall- und E.on-Netztöchtern zu erreichen. Diese Gutachten haben letztlich rechnerisch den vermeintlichen Kaufpreis für die Energienetze ergeben, der von der Gegenseite massiv für eine Angstkampagne genutzt wird.

Bereits im Oktober 2012 hatte die Volksinitiative einen Antrag nach dem Transparenzgesetz gestellt, damit die Unterlagen öffentlich gemacht werden. Auf welcher genauen Grundlage die Unternehmen, für deren Anteile die Stadt 543 Mio. Euro ausgegeben hat,  bewertet  worden sind, verschweigt der Senat bis heute.

Die Finanzbehörde hatte nach einem langwierigen Schriftwechsel erst vor kurzem einen endgültigen abschlägigen Bescheid erteilt, gegen den die Initiative Widerspruch eingelegt hat.

Der aktuelle Antrag auf eine einstweilige Anordnung ermöglicht es nun, ggf. noch vor dem Volksentscheid am 22.09.2013 eine Offenlegung gerichtlich zu erzwingen. Insbesondere bei der Fernwärme ist nicht klar, wie der hohe Preis eigentlich zustande gekommen ist. So wurde ein noch nicht einmal genehmigtes Kraftwerk einbezogen und möglicherweise ein zu hoher Ansatz bei der Ertragsprognose aus dem Stromverkauf angesetzt. 

Die Einschätzung, dass es hier um sensible Unternehmensdaten geht, wird von UNSER HAMBUTRG – UNSER NETZ nicht geteilt. Bei den Strom- und Gasnetzen handelt es sich um Monopole, aber auch bei der Fernwärme hat Vattenfall eine monopolartige Stellung und keine direkten Marktkonkurrenten. Genau für diesen Fall sieht das Transparenzgesetz vor, dass das Öffentliche Interesse überwiegen muss.

„Wir hoffen auf eine schnelle Prüfung durch das Gericht und eine Veröffentlichung noch vor dem Volksentscheid. Dies brächte Klarheit in die Kaufpreisdiskussion“, so Manfred Braasch, Vertrauensperson von UNSER HAMBURG – UNSER NETZ.

Volksentscheid Energienetze Hamburg und Sicherung von Arbeitnehmer-Rechten: Linke stellt Bürgerschaftsantrag

Windanlage_09Während Betriebsräte von Vattenfall und E.on vor der Rekommunalisierung der Energienetze warnen, hat die Links-Fraktion in der Hamburgischen Bürgeschaft jetzt einen Antrag eingebracht, mit dem sie die Rechte für die betroffenen KollegInnen nach einem erfolgreichen Volksentscheid sicherstellen will. Die Linken wollen damit den SPD-Senat darauf verpflichten, dass nach einem erfolgreichen Volksentscheid sowohl die vom Übergang betroffenen Arbeitsplätze als auch die Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie die geltenden Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung in vollem Umfang gewährleistet werden.

Die Hamburger SPD kann nun zeigen, ob sie die Interessen der ArbeitnehmerInnen ernst nimmt und den Antrag unterstützt.

Der Antrag steht hier zum download bereit (PDF).
Hier der Text, der in der Bürgerschaft beschlossen werden soll:

Antrag der Links-Fraktion Hamburg: „Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird für den Fall, dass der Volksentscheid zur hundertprozentigen Rekommunalisierung erfolgreich ist, aufgefordert, dafür zu sorgen, dass:

1. die langfristige Sicherung aller durch einen Betriebsübergang gemäß § 613a BGB betroffenen Arbeitsplätze der Unternehmen;
a) Stromnetz Hamburg GmbH,
b) Vattenfall Wärme Hamburg GmbH und
c) Hamburg Netz GmbH
gewährleistet wird;

2. sichergestellt wird, dass die Lohn- und Arbeitsbedingungen sowie die geltenden Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung der oben genannten Unternehmen weiterhin bestehen bleiben;

3. die derzeitigen Ausbildungskapazitäten und Übernahmeregelungen der oben genannten Unternehmen sichergestellt bleiben.“

Hark Bohm und der Hamburger Volksentscheid – ROBIN WOOD im Gespräch mit dem Regisseur und Drehbuchautor

Hark Bohm meint, dass die Energienetze in die öffentliche Hand gehören. Warum? Darüber spricht und diskutiert der Regisseur und Drehbuchautor am kommenden Donnerstag auf einer Veranstaltung der Umweltschutzorganisation ROBIN WOOD in der „Hamburger Botschaft“. Damit startet ROBIN WOOD seine Reihe zur Energiewende und zur Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg: Tschüss Vattenfall sagen. Anlass ist der Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“ am 22. September.

Hark Bohm gehört zu jenen Künstlern, die sich immer wieder auch in wichtige gesellschaftliche und soziale Fragen einmischen; nicht nur mit seinen Filmen. Es sind eher die stillen, aber umso eindringlicheren Töne, mit denen Hark Bohm auf seine Anliegen aufmerksam macht. So engagiert er sich gemeinsam mit Hardy Krüger und Klaus Bednarz z.B. für Projekte gegen Rechts und hat gemeinsam mit Ex-SPD-Bürgermeister Henning Voscherau für den Volksentscheid über die Energienetze unterschrieben.

In einer Einladung von ROBIN WOOD sagt Hark Bohm: „Es kommt drauf an, wer die Verfügungsmacht über die Netze besitzt. Die Energieversorgung ist für alle Menschen entscheidend. Der Schlüssel für die Energienetze gehört in die Hände einer demokratisch gewählten Bürgerschaft.“

Der Journalist und Autor David Siems wird den Abend mit Hark Bohm und Dirk Seifert, dem Energiereferenten von ROBIN WOOD, moderieren und kritische Nachfragen stellen.

Donnerstag, 5. September: „Die Netze sind für alle da – Gemeinwohl statt Rendite“, mit Hark Bohm (Regisseur) und Dirk Seifert (ROBIN WOOD), Kritische Fragen stellt: David Siems (Journalist).

Eine Veranstaltung von ROBIN WOOD in der HAMBURGER BOTSCHAFT, Sternstr. 67, Nähe U/S Bahn Sternschanze oder U-Bahn Feldstr., Beginn: 19.30 Uhr, www.robinwood.de/unser-netz-hamburg

Weitere Veranstaltungen von ROBIN WOOD zur Energiewende, Klimaschutz und den Energienetzen:

Montag, 9. September: „Klimakatastrophe Vattenfall“, mit: Verena Kern  (Klimaretter) und Daniel Häfner (ROBIN WOOD).

Donnerstag, 12. September: „Energiewende braucht Netze“, mit: Michael Sladek, (Stromrebell EWS Schönau) und Florian Kubitz (ROBIN WOOD), Kritische Fragen stellt: David Siems (Journalist), Als Gäste: EnergieNetz Genossenschaft Hamburg.

Sonntag, 15. September: Eine musikalische Lesung mit Ruth Marie Kröger, Michael Weber, Radek Stawarz: IN DIESEM DRECKSNEST GIBT ES NUR EINE VERNÜNFTIGE FRAU, Calamity Jane`s Briefe an ihre Tochter, Eintritt: 10 Euro. MEHR INFOS zu dieser Veranstaltung.

++ Alle Veranstaltungen in der HAMBURGER BOTSCHAFT, Sternstr. 67, Nähe U/S Bahn Sternschanze oder U-Bahn Feldstr., Beginn jeweils: 19.30 Uhr

Außerdem:
ROBIN WOOD in Kooperation mit den „Unternehmen gegen Atomkraft“:

Freitag, 20. September: Hommage an Franz Joseph Degenhardt, Rolf Becker liest + Kai Degenhardt singt, außerdem: Falco Trio (Duo Session), mehr Infos hier, ORT: KNUST, Neuer Kamp 30, 20 UHR, Eintritt: SPENDE

Volksentscheid Energienetze Hamburg: Gewerkschaften und Betriebsräte schalten auf „Blind“ und folgen SPD-Bürgermeister Scholz

einbahnstrassenNun haben sie ihr Nein zur vollständigen Rekommunalisierung der Energienetze von Vattenfall und E.on auch noch mal „erklärt“. Die Betriebsräte aus den Energieunternehmen – darunter auch „energieempfindliche Unternehmen“ (ja, so nennen die das) – hatten sich letzten Freitag in Wilhelmburg unter der Überschrift “Hamburger Arbeitnehmer im Energiedialog” getroffen. Gemäß §37(7) Betriebsverfassunggesetz wurde die „Schulung“ für die Betriebsräte von den Unternehmen bezahlt. Dialog? Schulung? Egal. Anwesend und eingeladen waren ohnehin nur diejenigen, die sich klar und deutlich gegen den Volksentscheid „Unser Hamburg  – Unser Netz“ positionieren wollten.

Der Chronisten-Pflicht sei hier genüge getan: 100 Prozent-Nein-zum -Rueckkauf (PDF) und Wilhelmsburger Energiedialog (PDF).

Siehe auch: Volksentscheid Energienetze in Hamburg – “Verdi-Fachbereich Versorgung” legt Positionspapier vor

Zum laufenden Arbeitsplatzabbau schweigen die Gewerkschaften

Während die Betriebsräte öffentlich gegen den Volksentscheid auftreten, schweigen sie und ihre Gewerkschaften weiterhin zur Krise bei Vattenfall und was das für die Beschäftigten bedeutet.

Sie schreiben in der Wilhelmsburger Erklärung u.a.: „Für uns Betriebsräte und Vertrauensleute ist jedoch die Absicherung der Arbeits- und Einkommensbedingungen für die betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von herausragender Bedeutung.“ Wer jetzt aber glaubt, sie sprechen über den begonnenen Kahlschlag bei Vattenfall und auch E.on, irrt gewaltig!

Der Feind ist der Volksentscheid, nicht etwa das laufende Arbeitsplatz- und Kosteneinsparprogramm bei Vattenfall: Allein in Deutschland wird Vattenfall zum jetzigen Stand 1.500 Arbeitsplätze abbauen. Das ist in vollem Gange, KollegInnen werden gedrängt, Abfindungen anzunehmen und ihren Arbeitsplatz abzugeben.

Ein weiterer Stellenabbau dürfte folgen, denn Vattenfall hat nach der Krisen-Sitzung vor wenigen Monaten angekündigt, noch mehr Kosten einsparen zu wollen. Außerdem wird der Verkauf des Deutschland-Geschäfts vorbereitet. Alle Experten – selbst die IG BCE – gehen davon aus, dass sich Vattenfall in den nächsten Jahren aus Deutschland zurück ziehen wird. Und das – sollten GewerkschafterInnen eigentlich wissen – wird in fast allen Fällen mit einem weiteren Arbeitsplatzabbau durchgeführt.

E.on ist derzeit dabei, 6.000 Arbeitsplätze im Konzern abzubauen. Davon sind bereits 3.000 weg: Energiekonzern E.on – Höhere Gewinne und Chefgehälter – 3000 Arbeitsplätze weniger.

Es ist schon mehr als nur beeindruckend, wie sehr die Betriebsräte hier die Augen zu machen und schweigen – und nach außen der Linie von SPD-Bürgermeister Scholz hinterherlaufen.

Dazu mehr:

Verdi hat Probleme – Nicht nur zum Volksentscheid

Vor allem bei Verdi Hamburg hatte diese Veranstaltung zu heftigen Debatten geführt. Die Einladung zu dieser Schulung war eindeutig unter den Logos der drei Gewerkschaften IG Metall Hamburg, IG BCE und Verdi veröffentlicht worden. Ohne jede Einschränkung. Das hatte der seit etwas über einem Jahr amtierende neue Verdi-Chef Wolfgang Abel veranlasst. Dabei weiß Abel, dass der Volksentscheid für die Rekommunalisierung der Energienetze in vielen der 13 Fachbereiche von Verdi große Unterstützung genießt und die GewerkschafterInnen bereits das Volksbegehren massiv unterstützt hatten. Eindeutig gegen den Volksentscheid ist im Grunde nur der betroffene Fachbereich 02, bei dem vor allem die KollegInnen von E.on organisiert sind.

Als die Veranstaltung durch eine Veröffentlichung (siehe oben) auf dieser Seite innerhalb von Verdi bekannt wurde, gab es heftigen Streit. Mit einer Presseerklärung donnerten die drei Gewerkschaften gegen meinen Artikel.

Dennoch: Innerhalb von Verdi wurde Abel aufgefordert: Entweder die Veranstaltung auch für z.B. die Initiatoren des Volksentscheids zu öffnen, um einen tatsächlichen Dialog zu ermöglichen – oder Verdi müsse seine Teilnahme zurückziehen.

Weder das eine noch das andere passierte, aber Abel musste heftig zurück rudern. Natürlich sei das ganze keine Veranstaltung von Verdi insgesamt, sondern lediglich eine Veranstaltung des betroffenen Fachbereichs 02, hieß es dann nach einer Landesbezirksvorstandssitzung Anfang August.

Die Konflikte um den Kurs von Wolfgang Abel, der natürlich SPD-Mitglied ist, haben sich in den letzten Monaten immer mehr zugespitzt. Erste öffentlich sichtbare Auseinandersetzungen gab es nach dem Urteil zur Elbvertiefung. Der BUND hatte vor Gericht im Eilverfahren erreicht, dass die geplante Vertiefung der Elbe vorerst nicht stattfinden dürfe, weil die ökologischen Folgen zu gravierend wären. Auch die Verdi-Spitze beteiligte sich darauf hin an einer mächtigen Schlammschlacht von SPD, CDU über die Unternehmensverbände gegen den BUND, mobilisierte die HafenarbeiterInnen und malte ein Horrorszenario, nachdem viele tausende Arbeitsplätze verloren gehen würden. Viele Fachbereiche innerhalb von Verdi widersprachen (einer auch öffentlich) dieser Linie, wollten den Dialog.

Wie absurd die Konflikte sind: Seitdem darf man bei Verdi nicht mehr von „Elbvertiefung“, sondern nur noch über „Fahrrinnenanpassung“ sprechen. Wenn das man hilft.

Für eine weitere Kontroverse bei Verdi sorgte auch der Umgang mit den Lampedusa-Flüchtlingen. Verdi Hamburg – Die Flüchtlinge und der Volksentscheid “Unser Hamburg – Unser Netz”.

Der mit großer Mehrheit gefasste Beschluss des Landesbezirksvorstands von Verdi (siehe unter dem Link gleich hier oben) macht deutlich, dass es im Hause Verdi offenbar hoch her geht.  Nach einer detaillierten Positionierung und Vereinbarung zur weiteren Vorgehensweise mit Blick auf die Flüchtlinge, heißt es dann sehr knapp:

„3. Der Landesbezirksvorstand fordert die Landesbezirksleitung auf, in Zusammenhang mit „Lampedusa“ arbeitsrechtliche Maßnahmen jeglicher Art zu unterlassen.

4. Der Mitgliederstatus wird mittels eines Antrags an den kommenden Bundeskongress konkretisiert.“

Da steckt einiges drin, was offenbar mit schweren Konflikten zu tun hat.

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