Klima killt Atomstrom – Wärmebelastung der Flüsse extrem

Das Klima schaltet die Atomenergie ab. In der Schweiz und in Frankreich werden die ersten Atomkraftwerke wegen der hohen Temperaturen der Flüsse und Meere abgeschaltet oder die nukleare Stromerzeugung zumindest deutlich reduziert. Immer höhere Temperaturen und auch die anhaltende Dürre und Wassermangel führen immer öfter dazu, dass die Flüsse als Kühlmittel nicht mehr in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Die hohen Temperaturen in den Flüssen senken den Sauerstoff-Gehalt und werden so auch zur weiteren Gefahr für Fische und andere Lebewesen. Der Betrieb großer Kraftwerke entlang der Flüsse stellt auch ein enorm großes Problem für die Wasserversorgung der jeweiligen Länder dar. Zuletzt hatte der „Verband deutscher Ingenieure“ auf den enormen Wasserverbrauch (bzw. richtiger Wassernutzung, siehe unten) der konventionellen und nuklearen Kraftwerke hingewiesen. (Foto: KI)

  • Über die Abschaltung und Drosselungen des Betriebs von Atomkraftwerken berichten z.B. die Berliner Zeitung, die Tagesschau, solarify und IWR.
  • (Wenn ich recht erinnere, hat z.B. Frankreich aufgrund der seit vielen Jahren sich zuspitzenden Wärmebelastung der Flüsse die Regeln zur Wasserentnahme und Kühlung für die Atommeiler „angepasst.“ Wer dazu mehr weiß, gern Mail schicken (siehe Kontakt) oder unten per Kommentar! Danke.

Bereits jetzt, Anfang Juli, berichtet die Tagesschau: „In der Schweiz ist wegen des warmen Flusswassers einer der Reaktoren des Kernkraftwerks Beznau abgeschaltet worden. Der zweite Reaktor arbeite mit halber Leistung, teilte die Betreibergesellschaft Axpo mit. Die Maßnahmen dienten dem Schutz des Ökosystems des Flusses Aare und der Einhaltung der strengen umweltrechtlichen Vorgaben.“

Das ARD-Nachrichtenmagazin erwähnt auch, dass die beiden AKWs in Beznau zu den ältesten Atommeilern der Welt gehören. Für unterschiedliche Lastanforderungen bzw. Steuerungen sind die Atommeiler eher schlecht geeignet. Ihre technische Grundidee ist der Dauerbetrieb. Steuervorgänge erhöhen grundsätzlich die Risiken von Störfallen.

Mit Blick auf Frankreich heißt es bei Tagesschau weiter: „Angesichts der extremen Hitze in Frankreich hatte der staatliche Stromkonzern EDF bereits vorgestern das Kernkraftwerk Golfech im Süden des Landes heruntergefahren. Dies sei am späten Sonntagabend geschehen, um ein Aufheizen des Flusses Garonne zu verhindern, aus dem das Kraftwerk sein Kühlwasser bezieht. Wie lange das Kraftwerk ausgeschaltet bleibt, teilte EDF nicht mit. Die Wassertemperatur der Garonne könnte durch die Hitze auf 28 Grad steigen.“

Damit nicht genug: „Auch im westfranzösischen Atomkraftwerk Blayais wurde die Leistung am Sonntag reduziert, um ein Aufheizen der Mündung der Gironde zu verhindern. Für das im Süden gelegene AKW Bugey, das sein Kühlwasser aus der Rhône bezieht, wurde ein Herunterfahren ins Auge gefasst.

Das Problem mit den AKW bei Hitze ist nicht neu und dürfte durch die Erderwärmung noch häufiger auftreten. Frankreich hat 57 Atomreaktoren. In den vergangenen Jahren führten Hitzewellen immer wieder zu Problemen. Die Produktion von Atomstrom musste gedrosselt werden, weil sich die Flüsse, die das Kühlwasser aufnehmen, sonst zu sehr erhitzt hätten.“

„Deutschland spart durch Abschaltung der Atomkraftwerke viel Wasser“ hatte im Februar 2025 Forschung und Wissen mit Hinweis auf die Ingenieure verwiesen. Dort heißt es: „Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) ist der Wasserverbrauch der Wirtschaft im Zeitraum von 2019 bis 2022 deutlich gesunken (- 16,7 %). Ein Großteil dieser Einsparungen geht auf die Energieversorger zurück.“

Und die VDI-Nachrichten melden in einer korrigierten Textfassung im März 2025: „Die deutsche Wirtschaft hat 2022 gegenüber 2019 gut 17 % Wasser gespart. Ursache ist vor allem der Ausstieg aus der Kernenergie, bei dem mehrere AKW endgültig vom Netz gingen.“ (Die Autoren verweisen darauf, dass das Wort Verbrauch in der ersten Meldung nicht korrekt war, sondern dass von Wassernutzung gesprochen werden muss.)

Bei VDI ist zu lesen: „Die Wassernutzung der Wirtschaft in Deutschland ist zwischen den Jahren 2019 und 2022 deutlich gesunken – laut Statistischem Bundesamt (Destatis), das alle drei Jahre diese Daten ermittelt. Demnach haben 2022 die Betriebe in Deutschland rund 12,75 Mrd. m3 Wasser eingesetzt. Das waren rund 2,56 Mrd. m3 oder 16,7 % weniger als im Jahr 2019. Dies gehe hauptsächlich auf die Energieversorger zurück, so Destatis: „Vor allem durch die zwischenzeitliche Stilllegung dreier Kernkraftwerke wurden in der Energieversorgung im Jahr 2022 rund 2,02 Mrd. m3 Wasser weniger genutzt als bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2019.““

Und: „Die Ende 2021 abgeschalteten AKW Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C sind nicht die letzten im Rahmen das Atomausstiegs (s. Kasten). Am 15. April 2023 wurden Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2 vom Netz genommen. Es lässt sich also erwarten, dass die Wassernutzung in der nächsten Erhebung noch einmal deutlich zurückgehen könnte.“

Die Wassernutzung bei der Energieerzeugung mit Kondensationskraftwerken ist ein oftmals wenig beachtetes Problem. Vattenfall bekam das vor einigen Jahren beim Bau und Betrieb des Kohlekraftwerks in  Hamburg Moorburg an der Elbe zu spüren. Der immer noch Atomkonzern wollte billig billig mit dem Elbwasser die Kühlung für die zwei 800 MW-Blöcke realisieren. Eine Klage des BUND führte dann dazu, dass die Kühlung mindestens in den Sommermonaten auf einen Kühlturm umgeschaltet werden musste, um die ohnehin hoch belastete Elbe nicht weiter aufzuheizen. Vattenfall musste aufgrund des Urteils diesen Kühlturm bauen, ins System integrieren. Das erhöhte die Kosten beim Bau und auch beim Betrieb und verteuerte die ohnehin klimaschädliche Kohle-Stromproduktion deutlich. Einer der Gründe, warum das Mooburger Kraftwerk zu einem Milliardengrab für Vattenfall wurde.

Aktuell zu der Wassernutzung ergänzt VDI in seinem Bericht: „Energieversorgung und verarbeitendes Gewerbe verwenden am meisten Wasser“ und erklärt: „Die Betriebe der Energieversorgung setzten in Deutschland trotz dieses Rückgangs weiterhin das meiste Wasser von allen Wirtschaftssegmenten ein. 2022 benötigten sie laut Erhebung insgesamt 6,59 Mrd. m3 Wasser. Dieser Wert wird – im Gegenteil zum verarbeitenden Gewerbe – nicht weiter differenziert, auch aufgrund der Tatsache, dass es sich hier um den Bereich der kritischen Infrastruktur handelt. Danach folgte das verarbeitende Gewerbe mit 5,15 Mrd. m3, der Großteil davon entfiel auf die chemische Industrie. Die Landwirtschaft nutzte im Jahr 2022 rund 0,48 Mrd. m3.“

 

Uralte Schweizer Atomkraftwerke: Radioaktive Bedrohung auch für Bevölkerung in Deutschland

Die Schweiz verfügt über die älteste Atomkraftwerksflotte und will diese möglichst lang weiter betreiben. Trotz diverser Nachrüstungen oder Modernisierungen. Einen Reaktor, das Herzstück eines Atommeilers, in dem die Kettenreaktion stattfinden und Uran in den Brennstäben gespalten wird, kann man nicht austauschen. Klar ist: die vier jetzt noch in Betrieb befindlichen AKWs sind derart veraltet, dass sie unter heutigen Sicherheitsanforderungen an Material und Anlage keine Chance auf eine Genehmigung hätte. Um die öffentlichen Diskussionen über Sicherheitsmängel und Alterung möglichst klein zu halten, weigert sich die Schweiz von „Laufzeitverlängerung“ zu sprechen, weil damit nach internationalem Recht auch eine umfassende Prüfung mit internationaler Öffentlichkeitsbeteiligung erforderlich wäre (Espoo-Abkommen, Aarhus-Konvention). .ausgestrahlt, der „Trinationale Atom-Schutzverband“ (TRAS) sowie die IPPNW warnen mit wissenschaftlicher Unterstützung: Ein Unfall in einem der Uralt-Reaktoren unweit der deutsch-schweizer Grenze entlang des Rheins hätte in jedem Fall katastrophale Folgen für Mensch, Tier und Umwelt vor allem auf der bundesdeutschen Seite.
Dokumentation der Gemeinsame Pressemitteilung von .ausgestrahlt, TRAS und hier auch beiIPPNW.

Schweizer AKW: Gefahr für ganz Deutschland.

Deutschland bei einem Schweizer Atomunfall stärker betroffen als die Schweiz

26. Juni 2025, Stuttgart. Ein schwerer Atomunfall in einem der vier Schweizer AKW würde Deutschland stärker treffen als die Schweiz selbst. Das zeigt eine neue Studie, die der Trinationale Atomschutzverband (TRAS) heute auf der Landespressekonferenz in Stuttgart vorgestellt hat. „Das von den Schweizer Atomkraftwerken für Deutschland ausgehende Risiko wird systematisch und dramatisch unterschätzt. Städte und Gemeinden werden nicht einmal annähernd adäquat auf die Unfallszenarien vorbereitet“, so Stefan Auchter, Vize-Präsident des TRAS: „Bundes- und Landesregierung müssen die Bedrohung durch die Schweizer AKW endlich ernst nehmen und darauf hinwirken, dass der Überzeitbetrieb der Reaktoren in naher Zukunft verbindlich beendet wird.“ 

Gefährlich alte Atomkraftwerke
Die Schweiz betreibt nahe der deutschen Grenze den weltweit ältesten Reaktorpark. Die vier Anlagen, 40 bis 56 Jahre in Betrieb, sind von aktuellen Sicherheitsstandards weit entfernt. Keines würde heute noch eine Genehmigung bekommen. „In der Öffentlichkeit soll auch heute nicht über Sicherheitsdefizite der Kernkraftwerke und erst recht nicht über deren mögliche Folgen diskutiert werden. Dieses Tabu wird durch die Studie eindrucksvoll – und dabei zugleich faktenorientiert und sachlich – durchbrochen.“, so Dr. Wolfgang Renneberg, ehemaliger Abteilungsleiter für Reaktorsicherheit im Bundesumweltministerium, in seinem Vorwort.

Unzureichende Schweizer Referenzszenarien
Aus der Studie geht hervor, dass die Schweizer Atomaufsicht ENSI Referenzszenarien publiziert, die weit von einem Fukushima- oder Tschernobyl-Ereignis entfernt sind. „Zahlreiche Simulationen auf Basis realer Wetterdaten belegen, dass bei einem schweren Atomunfall mit Auswirkungen weit über die offiziellen Katastrophenschutzzonen hinaus zu rechnen ist“, so Armin Simon, Referent für Atompolitik und Reaktor-Risiken bei .ausgestrahlt und einer der Autoren der Studie: „Unter Umständen müssten mehrere deutsche Großstädte binnen weniger Stunden evakuiert werden. Große Gebiete in Süddeutschland, je nach Wetter auch weit darüber hinaus, könnten für Jahrzehnte unbewohnbar werden.“

Auswirkungen eines Schweizer Super-Gau auf Deutschland
Mitautorin Dr. med. Angelika Claußen, Co-Vorsitzende der Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), wies auf die nach einem schweren Atomunfall zu erwartenden massiven Gesundheitsschäden hin. „Es ist unmöglich, die Bevölkerung insbesondere vor den Langzeitfolgen der radioaktiven Strahlung zu schützen. Sicherheit schafft lediglich ein Ausstieg aus der Atomenergie.“ Aufgrund der grenznahen Lage der Schweizer AKW ist selbst mit akuten Strahlenschäden wie Strahlenkrankheit, Unfruchtbarkeit und Fehlbildungen bei Neugeborenen zu rechnen.

Mangelnder Katastrophenschutz in Deutschland
Dies gilt insbesondere, als nach den Recherchen von TRAS nicht einmal die 2015 als Reaktion auf die Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossene Ausweitung der Evakuierungszonen um AKW umgesetzt ist. „In einer solchen Situation sind geordnete Maßnahmen aller staatlichen Ebenen zum Schutz der Bevölkerung so fast unmöglich.“, warnt Harald Lotis, Bürgermeister der Gemeinde Bahlingen a.K., die mit zu den ersten Betroffenen eines Atomunfalls in der Schweiz gehören könnte. „Als Bürgermeister einer baden-württembergischen Kommune empfehle ich allen Verantwortlichen schnellstmöglich, ihre Schlüsse aus der Studie zu ziehen.“

Oder hier als ZIP-Datei mit allen Unterlagen, die zur Pressekonferenz gehörten. 

Kontakt

Hoch radioaktive Atomtransporte: Linksfraktion sorgt für Einmischung im Bundestag

Im vierten Quartal 2025 könnten Atomtransporte mit hoch radioaktivem Müll per LKW von Jülich und München Garching nach Ahaus (NRW) in das dortige Zwischenlager rollen. Dazu muss nur noch das Bundesumweltministerium (BMU) noch dem Vorschlag des für die Atomtransporte zuständigen Bundesamts BASE zustimmen. Um diese 152 gefährlichen Atomtransporte aus Jülich noch zu stoppen, hat die Linksfraktion am Donnerstag einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der nach Debatte in den Umweltausschuss überwiesen wurde.

Das Thema Atomtransporte Jülich nach Ahaus ist seit über einem Jahrzehnt auf der politischen Agenda. Zuletzt hatten Grüne in NRW (Landesregierung, Wirtschaftsministerium) und im Bund (Ampel-Regierung, Umweltministerium, Parlament) das Thema in ihrer Zuständigkeit. Ehemals hatten die Grünen sich dafür eingesetzt, dass der hoch radioaktive Atommüll in Jülich nur noch einmal bewegt werden dürfte, nämlich in ein Endlager. Doch als regierungsbeteiligte im Bund in NRW haben die Grünen eher gegeneinander als miteinander gearbeitet.

Siehe auch: Neues Deutschland: Atommülltransporte nach Ahaus werden konkreter

Kommentar: Der Beschluss des Haushaltsausschusses im Herbst 2022, die Atomtransporte aus Jülich nach Ahaus aus Kostengründen zu favorisieren und die Lösung per Neubau eines Zwischenlagers in Jülich zu verzögern und vor allem dem Land NRW einseitig vollständig aufzubürden, war mit den Stimmen der Grünen und mit Zustimmung des BMU unter Ministerin Steffi Lemke zustande gekommen, die heute im Umweltausschuss des Bundestags sitzt. Über zwei Jahre weitgehender Untätigkeit ließen die Grünen in NRW unter der zuständigen Wirtschaftsministerin Mona Neubaur  ins Land ziehen, bis diese ihre Aktivitäten wieder verstärkten, um „unnötige Atomtransporte“ in NRW – wie es im schwarz-grünen Koalitionsvertrag von NRW heißt – doch noch zu verhindern, indem in Jülich ein neues Zwischenlager gebaut wird. Allerdings: Auch SPD und vor allem die FDP haben seit vielen Jahre eine Lösung mit Neubau  in Jülich verzögert und behindert. Über viele Jahre war die NRW-SPD-Spitze sogar beteiligt, als Kreise aus dem Bundes-Forschungsministerium und dem Betreiber der ehemaligen Atomforschungsanlage in Jülich als irren Plan des Exports dieses hochgefährlichen Atommüll per Schiff in die USA favorisierten.

Dokumentation von HiB (siehe oben)

Linke: Keine Atomtransporte aus Jülich nach Ahaus

Berlin: (hib/SAS) Die Fraktion Die Linke wendet sich in einem Antrag (21/586), über den der Bundestag am Donnerstagabend erstmalig debattiert, gegen „unnötige Atomtransporte mit hoch radioaktivem Abfall aus Jülich in Zwischenlager Ahaus“.

Konkret fordert die Fraktion von der Bundesregierung unter anderem, „alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, dass die Verantwortung für die langfristige Lagerung und Vorbereitung des Atommülls für die Endlagerung bei den Verursachern in Jülich verbleiben wird“. Außerdem solle sie sich für eine Verständigung mit allen Betroffenen und Beteiligten aus den Ministerien, den involvierten Unternehmen und der Umweltverbände in Nordrhein-Westfalen einsetzen. Diese Verständigung müsse „Sicherheit und gesellschaftliche Unterstützung der Vereinbarungen zur Zukunft der AVR-Castoren“ ermöglichen sowie unnötige Atomtransporte vermeiden.

Weiter verlangen die Abgeordneten, dass jede Maßnahme „gemeinsam wie bisher finanziell im Verhältnis 70 zu 30 von Bund und Land getragen wird“. Dies solle vor allem mit Blick auf die Bereitstellung der Gelder für einen Zwischenlagerneubau in Jülich und die dafür notwendigen Grundstückskäufe gelten, heißt es im Antrag.

Die Fraktion verweist zur Begründung für ihren Vorstoß auf im Sommer „drohende Atomtransporte“. Hintergrund ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster. Dieses hatte im Dezember 2024 die Einlagerung von 152 Castorbehältern mit rund 300.000 hochradioaktiven Brennelementen aus dem ehemaligen Versuchsreaktor in Jülich im Zwischenlager in Ahaus für zulässig erklärt und damit eine Klage der Stadt Ahaus abgewiesen. Sollte nun der Transport genehmigt werden, sei mit „152 Schwerlasttransportern mit bestrahlten Brennelementen auf den Straßen und Brücken Nordrhein-Westfalens“ zu rechnen, heißt es im Antrag. Da pro Sattelzug nur ein Castorbehälter befördert werden könne, müsse von einer Gesamtdauer der Transporte von zwei Jahren ausgegangen werden.

Die sicherheitspolitische Begründung der „gefährlichen Castor-Transporte quer durch NRW“ sei jedoch bereits 2022 entfallen, schreibt die Linksfraktion, seit feststehe, dass der Standort Jülich – entgegen früheren Annahmen – doch erdbebensicher sei. Aufgrund kurzfristig nicht zu erbringender Nachweise zur Erdbebensicherheit hatte das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium 2014, nach dem Auslaufen der Genehmigung des bestehenden Behälterlagers in Jülich, eine atomrechtliche Anordnung zur unverzüglichen Räumung ausgesprochen.

Urangeschäfte mit nuklearem Brennstoff – Geopolitik: USA, Frankreich, Russland …

Gerade hat Westinghouse erstmals neue Brennelemente für das AKW Temelin in der Tschechischen Republik geliefert. Das Unternehmen mit seiner Produktionsanlage in Schweden will damit osteuropäische AKW russischer Bauweise von Lieferungen des Staatskonzerns Rosatom unabhängig machen. Im Schatten des Krieges in der Ukraine ist eine globale geostrategische Neuordnung der Uranmärkte unterwegs. Mit Atomausstieg hat das allerdings nichts zu tun. Beispiel Deutschland: Zuletzt am 13. März hat die in Lingen ansässige Uranfabrik Uranbrennstoff zur weiteren Verarbeitung aus Russland erhalten. Und eben in dieser Anlage will der französische Atomkonzern Framatome künftig mit Unterstützung Russlands Westinghouse Konkurrenz machen. Ukraine-Krieg hin oder her: es geht um Geschäfte. Trotz Russlands Krieg in der Ukraine sind die Urangeschäfte mit der EU weiterhin von Sanktionen nicht betroffen. In Lingen will Frankreich für seine Urandeals eine weitere Kooperation mit Russland genehmigen lassen. Brennelemente für den Einsatz in Atomkraftwerken russischer Bauart zu ermöglichen. Ein Kunde soll künftig auch Temelin sein, wenn die deutschen Atombehörden den Deal zulassen. Dazu haben die Grünen grad einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Die Ursprünge der Zusammenarbeit, zu der auch Verträge mit Framatome gehören, gehen auf das Jahr 2018 zurück, also noch vor dem Ukraine-Krieg. Framatome will derartige Brennelemente für Reaktoren des russischen Typs VVER künftig in Lingen in Niedersachsen herstellen. Ein entsprechender Ausbau-Antrag liegt der Atombehörde in Hannover zur Genehmigung vor. Anderes als Westinghouse will Framatome die Brennelemente künftig in einer Zusammenarbeit mit Rosatom in Lingen zusammenarbeiten, weil dadurch Betriebsgenehmigungen und Lizenzen für den Einsatz in Ost-Reaktoren übernommen w

The first new Westinghouse nuclear fuel arrived at Czechia

Westinghouse supplied thirty fuel assemblies to the Temelín nuclear power plant (NPP), replacing the current Russian supplier TVEL.

The NPP operator, ČEZ, started diversifying nuclear fuel suppliers at the end of the last decade. Based on a tender launched in 2018, it signed a contract in 2022 with Westinghouse and Framatome for the supply of fuel assemblies for the Temelín power plant.

Subsequently, in 2023, it concluded a contract with Westinghouse for Dukovany, with the first deliveries also expected this year. At the same time, it is also negotiating supplies for Dukovany with Framatome.

The new fuel must meet the strictest safety requirements. The acceptance was preceded by a five-year series of analyses and tests. “Loading must be preceded by a permit from the State Office for Nuclear Safety. We are currently preparing the documents for submitting the application,” said Bohdan Zronek, Member of the Board of Directors of ČEZ and Director of the Nuclear Power Engineering Division.

The new fuel will also enable longer fuel cycles: 18 months at Temelin and 16 months at Dukovany.

Grüner Antrag im Bundestag gegen Atomkooperation mit russischem Konzern in Lingen – Westinghouse beliefert AKW Temelin

Gegen die geplante Erweiterung der Produktionspalette der Uranfabrik in Lingen hat die Grüne Bundestagsfraktion einen Antrag auf den Weg gebracht. Damit wollen sie verhindern, dass künftig bei der geplanten neuen Fertigungslinie von Uran-Brennelementen osteuropäische Atomkraftwerke der russische Atomkonzern Rosatom beteiligt wird. „Sicherheit stärken – Russische Atomgeschäfte in der Brennelementfabrik Lingen unterbinden“ ist der Antrag überschrieben.

Im Zentrum stehen in dem Antrag die Befürchtungen, dass Russland über die geplante Kooperation Zugriff auf sicherheitsrelevante Infrastruktur erhalten könnte und diese für Sabotagezwecke nutzen könnte. Auch die wirtschaftlichen Vorteile einer solchen Uran-Kooperation zugunsten Russlands sollen wegen des Angriffs auf die Ukraine unterbunden werden. Dazu soll einerseits die atomrechtliche Genehmigung für den geplanten Erweiterungsausbau der ANF Lingen nicht erteilt werden. Andererseits soll die Bundesregierung in der EU dafür sorgen, dass auch die Uranverbindungen mit Russland sanktioniert werden. (Was den Grünen in der Ampel nicht wirklich gelungen ist.) In Punkt 4. des Antrags verlangen die Grünen auch „ein Gesetz auf den Weg zu bringen, um den Ausstieg Deutschlands aus der nuklearen Wertschöpfungskette zu vollenden.“

Die Uranfabrik in Lingen produziert bislang Brennelementen für westliche Reaktoren. Die Anlage in Lingen ist – wie auch eine benachbarte Uranfabrik in Gronau – vom Atomausstieg ausgenommen: Beide verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen. Die Advanced Nuclear Fuels (ANF) in Lingen gehört dem französischen Atomkonzern Framatome. Gemeinsam mit Rosatom wollen die Betreiber nun auch Brennstäbe für die osteuropäischen Reaktoren russischer Bauweise herstellen. Dazu soll Rosatom mit Maschinen und Lizenzen helfen.

Das Umweltministerium in Niedersachsen untersteht als Atombehörde dem Bundesumweltministerium und kann in letzter Konsequenz vom Bund zu einer Entscheidung gezwungen werden, weil Atomrecht Bundessache ist und die Länder nur in Auftragsverwaltung für den Bund zuständig sind.

Der Atomgenehmigungsbehörde in Niedersachsen liegt ein entsprechender Antrag der ANF Lingen vor. Dagegen hatte es Proteste und viele Tausende Einwendungen gegeben. ANF wartet dringlich auf die Erteilung der Genehmigung, denn Framatome hat bereits Verträge für die Lieferung der neuartigen Brennelemente abgeschlossen.

Auch Uran bezieht die Anlage in Lingen weiterhin. Zuletzt kam im März eine Lieferung von Uranbrennstoff aus Russland in Lingen an. Trotz des Krieges in der Ukraine ist Frankreich an vielen Stellen in Kooperation mit Rosatom. Die EU bezieht trotz zahlreicher Sanktionen im Energiebereich weiterhin Uran in großen Mengen aus Russland.

Während Framatome mit der Kooperation mit Rosatom in das Geschäft mit den osteuropäischen AKWs russischer Bauweise einsteigen will, hat der Westinghouse Konzern mit seine Fabriken in Schweden längst begonnen, AKWs in der Ukraine und anders mit den sogenannten VVER-Brennelementen zur beliefern. Die Brennelemente unterscheiden sich in der Bauweise deutlich von den westlichen Modellen.

Zu diesen VVER/WWER Brennelementen auf umweltFAIRaendern.

 

 

 

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