Rösler und seine Bande im Kampf gegen die Energiewende. Foto: REGIERUNGonline/Chaperon
Bundeswirtschaftslobbyist und Freidemokrat Rösler ist offenbar nicht mehr zu stoppen. Schon seit Wochen erklärt er immer wieder – ohne jede Fachkompetenz durchblicken zu lassen, dass Bürgerrechte und Naturschutz der Energiewende entgegen stehen. Die FDP scheint sich im Sommerloch so richtig in Rage zu reden.
Die FAZ berichtet: „Wirtschaftsminister Rösler hat sich nun abermals für einen Systemwechsel ausgesprochen. Nordrhein-Westfalens FDP-Chef Christian Lindner fordert gar, das Erneuerbare-Energien-Gesetz abzuschaffen“. In einem Interview mit der F.A.Z. im Juni bezeichnete Rösler das Erneuerbare-Energien-Gesetz als die Wurzel vieler Energiemarktprobleme und forderte mehr Wettbewerb und mehr Marktintegration.
Derweil feiern die Atomkonzerne ihre Gewinne: E.on zeigt sich über sich selbst begeistert und hat einen Nettogewinn von über drei Milliarden Euro für das erste Halbjahr zu verzeichnen. Und auch der etwas kleinere Konzern Vattenfall ist in Partylaune, weil er seinen Aktionären wieder Gewinne vorzeigen kann.
E.on strahlt: 6000 Arbeitsplätze werden abgebaut, die Gewinne steigen
Allein in Deutschland wird E.on in den nächsten Jahren 6.000 Arbeitsplätze abbauen, angeblich, weil der Atomausstieg das Unternehmen so hart getroffen habe. Doch im ersten Halbjahr 2012 stehen wieder fette Gewinne des Konzerns an: „Nachhaltiger Konzernüberschuss im ersten Halbjahr mit rund 3,3 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr“. Quelle: E.on)
Wie schon Vattenfall beklagt auch E.on Einnahmerückgänge wegen der gesunkenen Strompreise! Unglaublich, wenn man die öffentliche Debatte ansieht, in der permanent vor der teuren Energiewende gewarnt wird. E.on: „Im Bereich der Stromerzeugung musste der Konzern auf Grund gesunkener Preise und Mengen einen Ergebnisrückgang von rund 0,4 Milliarden Euro verzeichnen.“ Es ist offenkundig, dass die großen Stromkonzerne diese gesunkenen Strompreise nicht an die Privatkunden weiter geben!
Entsprechend steigt der Aktienkurs von E.on. Laut FTD hat Vorstandssprecher „Teyssen … in der vergangenen Woche bereits einige vorläufig Zahlen vorgelegt und die Prognose für 2012 bekräftigt“. Danach soll der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zwischen 10,4 und 11,0 Mrd. Euro liegen. Im Vorjahr waren es 9,3 Mrd. Euro. Den nachhaltigen Überschuss will Teyssen auf 4,1 bis 4,5 Mrd. Euro nach oben schrauben nach (2,5 Mrd. Euro im Jahr zuvor).
Auch bei RWE werden tausende von Arbeitsplätzen gestrichen. Informationen hier.
EBITDA1 im ersten Halbjahr mit rund 6,7 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr
Nachhaltiger Konzernüberschuss im ersten Halbjahr mit rund 3,3 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr
Für das Jahr 2012 EBITDA zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro und nachhaltiger Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro erwartet
Die E.ON AG setzt ihre positive Entwicklung fort und bestätigt die Erwartungen mit einem starken ersten Halbjahr 2012. Das EBITDA lag im ersten Halbjahr mit rund 6,7 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Der nachhaltige Konzernüberschuss stieg im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Milliarden Euro auf rund 3,3 Milliarden Euro an.
„Das gute Halbjahresergebnis zeigt, dass wir die bestehenden Herausforderungen entschlossen angegangen sind. Wir haben unsere Gaslieferverträge erfolgreich neu verhandelt und kommen beim Umbau des Unternehmens mit unserem Effizienzsteigerungsprogramm E.ON 2.0 planmäßig voran“, so Johannes Teyssen, Vorstandsvorsitzender der E.ON AG, bei der Vorstellung des Ergebnisses.
Der Umsatz lag im ersten Halbjahr mit 65,4 Milliarden Euro um 23 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Wie bereits in den Vorquartalen, ist dabei insbesondere der Umsatz des Segments Optimierung und Handel stark angewachsen. Hierbei setzten sich die Effekte aus einer Ausweitung der Handelsaktivitäten im Bereich der Optimierung konzerneigener Kraftwerke und insbesondere einer veränderten Absicherungsstrategie im Gasbereich weiter fort. In den Segmenten Erneuerbare Energien und Russland stiegen die Umsätze auf Grund erhöhter Kapazitätsmengen ebenfalls an. Negativ entwickelten sich im Vergleich die Umsätze im Segment Erzeugung. Hier wirkten hauptsächlich fehlende Mengen aus den im Jahr 2011 stillgelegten deutschen Kernkraftwerken sowie eine insgesamt geringere Produktion der europäischen Kraftwerksflotte umsatzmindernd.
Das EBITDA lag im ersten Halbjahr mit rund 6,7 Milliarden Euro um 2,4 Milliarden Euro über dem Vorjahr. Dieser Anstieg hatte im Wesentlichen die folgenden Gründe:
Der Wegfall des negativen Einmaleffekts aus dem deutschen Kernenergieausstieg im zweiten Quartal 2011 wirkte mit 1,5 Milliarden Euro positiv auf das Halbjahresergebnis.
Aus der erfolgreichen Neuverhandlung aller aktuell ölpreisgebundenen Mengen in unseren langfristigen Gaslieferverträgen verzeichneten wir gegenüber dem Vorjahr einen positiven Ergebniseffekt von 1,2 Milliarden Euro.
In Russland stieg das Ergebnis auf Grund gestiegener Kraftwerkskapazitäten um 39 Prozent auf rund 0,4 Milliarden Euro an.
Das Ergebnis im Bereich Erneuerbare Energien lag rund 0,1 Milliarden Euro unter dem Niveau des Vorjahres. Hier wirkten sich insbesondere ein erhöhter Rückstellungsbedarf für Reparaturarbeiten im Pumpspeicherkraftwerk Happurg sowie gesunkene Transferpreise im Wasserkraftbereich aus. Im Geschäft mit Wind- und Solarenergie verzeichnete E.ON auf Grund gestiegener Erzeugungskapazitäten operativ einen Ergebnisanstieg von rund 15 Prozent.
Im Bereich der Stromerzeugung musste der Konzern auf Grund gesunkener Preise und Mengen einen Ergebnisrückgang von rund 0,4 Milliarden Euro verzeichnen.
Negative Ergebniseffekte gegenüber dem Vorjahr von rund 0,4 Milliarden Euro ergaben sich zudem aus höheren Belastungen durch die deutsche Kernbrennstoffsteuer.
Auf Grund geringerer Produktionsvolumina in den Nordseefeldern, bedingt durch die Ausfälle in den Feldern Njord und Elgin, ging auch das E&P-Ergebnis von E.ON gegenüber dem ersten Halbjahr 2011 um rund 0,1 Milliarden Euro zurück. Positive Preiseffekte sowie das Ergebnis aus dem russischen Gasfeld Yushno Russkoje konnten die Produktionsverluste nur teilweise kompensieren.
Der Anstieg des nachhaltigen Konzernüberschusses um 2,4 Milliarden Euro auf rund 3,3 Milliarden Euro lag im Wesentlichen am Anstieg des EBITDA. Leicht gesunkene Abschreibungen und ein leicht verbessertes Zinsergebnis wirkten zudem positiv. Ein gestiegener Steueraufwand wirkte gegenläufig. Die Investitionen in Sachanlagen, immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen lagen im ersten Halbjahr mit 2,7 Milliarden Euro 10 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Der operative Cashflow stieg gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Dem starken Anstieg des EBITDA und positiven Effekten aus einem Rückgang des Working Capital stehen unter anderem negative Effekte aus hohen Kapitalertragssteuern gegenüber. Zudem wird der Zahlungseingang aus der Einigung mit Gazprom erst im dritten Quartal erfolgen. Der Wegfall der negativen Einmaleffekte aus der deutschen AtG-Novelle in 2011 wirkte darüber hinaus zwar entlastend auf das EBITDA, hat aber keine Cashwirkung.
Die wirtschaftliche Nettoverschuldung betrug zum Ende des ersten Halbjahres 41,1 Milliarden Euro und lag damit 4,7 Milliarden Euro höher als zum Jahresende 2011. Hierbei wirken zum einen die Dividendenzahlungen und Investitionen negativ. Zum anderen haben sich die Pensionsverpflichtungen auf Grund eines gesunkenen Abzinsungssatzes deutlich erhöht. Positiv auf die Nettoverschuldung wirkten die Erlöse aus Desinvestitionen sowie der operative Cashflow. Wie bereits im operativen Cashflow ist dabei zu beachten, dass für das zweite Halbjahr erwartete Zahlungen einen deutlich positiven Effekt auf die Verschuldung des Konzerns haben werden.
Auf Basis des heutigen Geschäftsportfolios geht E.ON weiterhin von einem EBITDA zwischen 10,4 und 11,0 Milliarden Euro und einem nachhaltigen Konzernüberschuss zwischen 4,1 und 4,5 Milliarden Euro für das Gesamtjahr 2012 aus.
1bereinigt um außergewöhnliche Effekte
Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON AG beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
E.on verdient nicht mehr beim Ökostrom von Entega mit.
Der Atomkonzern E.on ist nicht länger an der in Darmstadt ansässigen HSE beteiligt. Bereits im Juni hat die HSE die bislang von E.on gehaltenen Anteil von 40 Prozent der Aktien zurück gekauft. Zur HSE gehört auch das Ökostromunternehmen Entega.
In einer Pressemitteilung der HEAG Südhessische Energie AG vom 21. Juni heißt es: „Mit dem Vollzug des seit langem geplanten Rückkaufs eines vierzigprozentigen Aktienpakets vom Energiekonzern E.ON hat die HEAG nun einen Beschluss des HEAG-Aufsichtsrats vom Februar 2012 umgesetzt. Sie nutzt damit ein einmaliges Vorkaufsrecht und erhöht ihren Aktienanteil an der HSE auf rund 93 Prozent. Die übrigen Anteile gehören Landkreisen, Städten und Gemeinden in der Region, Mitarbeitern sowie der HEAG Pensionszuschusskasse. “
Damit verdient der Atomkonzern E.on künftig auch nicht mehr am Ökostrom-Vertrieb der HSE-Tochter Entega mit.
„Für die Daseinsvorsorge in Darmstadt bedeutet es einen wichtigen Schritt nach vorne, dass wir die HSE-Anteile zurück unter das Dach der Stadt holen konnten“, sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch.
„Die Kaufsumme für das Aktienpaket beträgt 280 Millionen Euro, die die HEAG über Rücklagen und Kreditaufnahmen finanziert. Die Summe teilt sich auf in einen Basiskaufpreis von 234 Millionen Euro sowie nicht vermeidbare Verpflichtungen von 46 Millionen Euro. Abgesichert ist der Kauf über eine Bürgschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt in Höhe von 205 Millionen Euro. Bei der Finanzierung des Rückkaufs profitiert die HEAG auch von den historisch günstigen Zinskonditionen.“
Ob die jetzt zurückgekauften Anteile von E.on aber in vollem Umfang bei der HSE bleiben, wird in Darmstadt derzeit noch sondiert. In der Pressemitteilung heißt es dazu: „Nach der Abwicklung des Rückkaufs prüft die HEAG nun verschiedene Optionen, wie sie mit dem Aktienpaket weiter verfahren möchte. „Wir möchten die HSE-Anteile nicht zwingend behalten“, erläutert HEAG-Vorstand Dr. Markus Hoschek. „Deshalb denken wir darüber nach, die Kommunen zu beteiligen oder gegebenenfalls einen strategischen Partner ins Boot zu holen. Wichtig ist uns dabei aber, dass mögliche Teilhaber im Sinne der Stadt und ihrer Bürger mit ihren Anteilen umgehen.“ Von großer Bedeutung sei vor allem, dass diese Optionen nun in Ruhe geprüft werden können.“
Vor dem Verkauf hatte es in Darmstadt schwere Auseinandersetzungen gegeben. Zum Jahreswechsel 2012 war die ehemalige Grüne Bundestagsabgeordnete Christine Scheel in den Vorstand der HSE gewechselt. Kaum im Amt, widersprach Christine Scheel mehrfach den Absichten, die Anteile von E.on zurückzukaufen. Sie plädierte dafür, den Atomkonzern im Unternehmen zu belassen, um einen finanzkräftigen Partner an der Seite zu haben. Damit kollidierte sie mit bereits länger andauernden Planungen der Stadt Darmstadt. Daher kam es zu einem schweren Konflikt mit dem Parteikollegen und Oberbürgermeister Jochen Partsch. Der Aufsichtsrat des Hauptanteilseigners HEAG – zu dem Partsch gehört – beschloss daher im April 2012, Christine Scheel das Vertrauen zu entziehen. Partsch: „Ziel ist die schnellstmögliche Trennung.“
AKW Grohnde: Mängel am Reaktordruckbehälter auch hier? Foto: Dirk Seifert
Der Sender N-TV meldet, dass die belgische Atomaufsicht einen der vier Reaktorblöcke im Atomkraftwerk Doel bei Antwerpen bis auf weiteres stillgelegt hat. Auch beim deutschen Atomkraftwerk Grohnde gibt es seit Jahren Hinweise, dass der Reaktordruckbehälter nicht ausreichend sicher ist.
Die belgische Aufsichtsbehörde AFCN hat festgestellt, dass es feine Risse im Reaktorbehälter des Kraftwerksblocks 3 von Doel gebe. Vom gleichen Typ existierten weltweit noch 21 weitere Reaktorbehälter. Sie wurden von einer seit 1996 nicht mehr bestehenden Firma in Rotterdam gefertigt. Außerdem heißt es bei N-TV, dass in der kommenden Woche auch das Atomkraftwerk Tihange 2 südlich von Lüttich für Kontrollen abgeschaltet werden soll. Welchen Umfang die Schäden haben, ist derzeit noch unklar.
Das AKW Doel 3 wurde 1982 in Betrieb genommen, der Reaktorbehälter ist aber bereits Anfang der 70er-Jahre von der niederländischen Werft Rotterdamsche Droogdok Maatschappij gebaut worden.
Verschiedenen Meldungen zufolge, soll die französische Zeitung „Le Monde“ davon berichten, dass von den 21 anderen Reaktorbehältern zehn nach Europa geliefert worden seien, darunter jeweils zwei nach Deutschland, Spanien, die Niederlande und in die Schweiz. Für zwei RDBs bleibt unklar, wohin diese geliefert wurden. Aber: Diese Informationen hat die Sprecherin der AFCN, Karina De Beule, bislang nicht bestätigt: „Da die Herstellerfirma nicht mehr besteht, wissen wir nicht, welche Kunden es gab. Wir haben alle anderen Atomaufsichtsbehörden über unseren Fall informiert und gebeten zu prüfen, ob in ihrem Land ebenfalls ein solcher Reaktorbehälter existiert“, sagte sie.
Es wird nun zu prüfen sein, in welchen deutschen Atomreaktoren die Reaktordruckbehälter vom gleichen Typ sind, wie die in Belgien. Allerdings: Auch in deutschen Atomreaktoren hat es immer wieder Hinweise auf Risse in den Reaktordruckbehältern gegeben, z.B. in den inzwischen stillgelegten AKWs Stade und Krümmel (siehe auch hier, PDF), aber auch bei dem in Betrieb befindlichen AKW Grohnde. „So hat unter anderem die Gruppe Ökologie (GÖK) – Institut für ökologische Forschung und Bildung in Hannover e. V. infrage gestellt, dass der Bau des Sicherheitsbehälters und der Rohrleitungen des primären Kühlkreislaufs nach Stand von Wissenschaft und Technik durchgeführt wird und bemängelte dabei u. a. die Verwendung der eingesetzte Stahlsorte Wst E 51, die laut Aussage der GÖK für den Bau von Atomkraftwerken nicht geeignet sei“ (zitiert nach: Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken im Bundestag)
Demnach hat auch der Spiegel über Mängel am Reaktordruckbehälter in Grohnde berichtet: „Weiter äußerte sich im „DER SPIEGEL“ ein Jahrzehnt später ein Arbeiter, der beim Bau des AKW Grohnde mitgewirkt hat, kritisch über den Bau des Sicherheitsbehälters des AKW Grohnde (vgl. DER SPIEGEL 7/93) und hat starke Zweifel an der Korrektheit der Verschweißungen am Sicherheitsbehälter aufkommen lassen.“
Ein großes Problem sei der beim Bau verwendete Stahl: „Die Teilnehmer der Reaktorsicherheitskommission haben damals schon kritisch angemerkt, dass dieser Stahl zu spröde ist und zu Rissen neigt und deswegen eigentlich gar nicht hätte eingebaut werden dürfen.“
Der NDR berichtete im September 2011 ebenfalls über Probleme mit dem Stahl des AKW Grohnde und zitiert Ralf Strobach, Geschäftsführer der Bürgerinitiative Umweltschutz Hannover: „Die Betreiber hätten damals gesagt, wenn der Stahl verarbeitet werde, dann werde es vielleicht gehen … Aber es gibt Hinweise darauf, dass die Schweißnähte dort sehr schlampig verarbeitet wurden. Von daher kann man also davon ausgehen, dass dieser Sicherheitsbehälter sehr stark gefährdet ist.“ Das Risiko steige, wenn die Leistung des Reaktors erhöht würde. Genau das habe die Betreiberfirma aber 2007 beantragt. Daher sei die Minimalforderung des Protests, diese Leistungserhöhung nicht zu genehmigen.
Auch der BUND Niedersachsen berichtet über Mängel am RDB: „Im Sommer 2001 kam der Bericht eines ehemaligen Mitarbeiters der Qualitätssicherung an die Öffentlichkeit, nach denen im AKW Grohnde diverse Qualitätsprüfungen – etwa an Schweißnähten beim Reaktorbau – mit echten Prüfstempeln vom TÜV oder abgeänderten Prüfprotokollen gefälscht wurden. Außerdem wurden Qualitätsprüfungen mittels Röntgenstrahlen ohne Schutz für die Arbeiter durchgeführt.“
Was hat Vattenfall damit zu tun? Foto: Dirk Seifert
Vattenfall sinkt immer tiefer: Weil eine Drückerkolonne von Vattenfall in Neuss von Haustür zu Haustür zog und behauptete, von den örtlichen Stadtwerken zu kommen, hat jetzt das Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen das Unternehmen Vattenfall Europe Sales GmbH aus Hamburg erlassen. Offenbar versprachen sich die Hausierer größeren Erfolg beim Verkauf von Stromverträgen, da ja der eigene Ruf als Atomkonzern schon ruiniert ist und Vattenfall nach den Pannenserien in den AKWs Brunsbüttel und Krümmel im Jahr 2007 mehrfach der Lüge bzw. Falschdarstellung überführt wurde. Die Stadtwerke in Neuss hatten gegen den Atomkonzern die einstweilige Verfügung erfolgreich beantragt.