Plutonium in Lingen: Letzter MOX-Einsatz im AKW Emsland

Die letzten 12 Plutonium-Brennelemente (sogenannte Mischoxid-Brennelemente) sind im Januar während der Revision im AKW Emsland eingesetzt worden. Damit befinden sich derzeit 40 solcher Plutonium-Brennelemente im Reaktor. Das Plutonium in diesen Brennstäben stammt aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente in Frankreich und England. Mit dem Einsatz in Lingen ist laut Behördenangaben nunmehr das gesamte Plutonium erneut im Einsatz. Weitere werden für deutsche Reaktoren nicht mehr hergestellt, sodass es auch keine weiteren derartiger Atomtransporte geben wird. Insgesamt, so die niedersächsische Atomaufsicht, wurden während des Stillstands 24 der insgesamt 193 Brennelemente gegen neue ausgetauscht. Auch der Betreiber RWE informierte in einer PM am 21. Dezember über den MOX-Einsatz (siehe auch hier Osnabrücker Zeitung). Der Brennelementewechsel Ende Dezember/Anfang Januar wurde erforderlich, damit RWE soweit möglich die Uran-Brennelemente-Steuer, die Ende 2016 auslief, sparen konnte. Bereits Ende Mai 2016 war der Reaktor zur Revision runtergefahren worden. Dabei wurden lediglich 16 Brennelemente (davon vermutlich 12 MOX) ausgetauscht.

Bereits im Juli 2015 hatte die Osnabrücker Zeitung über die MOX-Brennelemente für das AKW Emsland berichtet: „Osnabrück. Transporte von umstrittenen Mischoxid-Brennelementen (MOX) soll es laut dem niedersächsischen Umweltministerium künftig nicht mehr geben: Der Behörde zufolge sei die letzte Ladung des plutoniumhaltigen Materials Ende Juni zum Atomkraftwerk Emsland geliefert worden. Das AKW Emsland habe insgesamt 24 der MOX-Brennelemente erhalten, teilte das Ministerium am Donnerstag mit. Demnach habe die Herstellerfirma Areva angekündigt, nach der erfolgten Auslieferung die Montagestätte im belgischen Dessel zu schließen. Um den Einsatz der Elemente, die unter anderem Plutonium enthalten, hatte es in der Vergangenheit immer wieder Streit gegeben.“ (Bereits 2014 wurden letztmalig MOX-Brennelemente im AKW Grohnde eingesetzt.)

In dem eingangs erwähnten Bericht der OZ heißt es zu BE-Wechsel auch: „Beim zweiten Wechsel von Brennelementen in diesem Jahr werden laut Kraftwerksleiter Jürgen Haag 24 der 40 Brennelemente ausgetauscht. Mitte dieses Jahres hatte RWE im Zuge der turnusmäßigen Kraftwerksrevision die übrigen 16 Elemente gewechselt. Als Grund für den „Doppelwechsel“ nannte Haag eine bessere Ausnutzung der Elemente: „Wir können die Einsatzplanung für die letzten sechs Betriebsjahre des Kraftwerkes auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten optimieren.““

Plutonium-Fabrik USA: Kostenexplosion – Money for nothing?

MOX-SRS-Schild34Für fünf Milliarden Dollar sollte in South Carolina auf dem Gelände der Savannah River Site eine Plutonium-Fabrik entstehen, die aus dem Plutonium überzähliger Atomwaffen von Russland und den USA Brennelemente für den Einsatz in Atomkraftwerken herstellen sollte – sogenannte Mischoxid-Brennelemente, kurz MOX. Der Plan: So soll Waffen-Plutonium in ziviles Plutonium umgewandelt und in einer hochradioaktiven Matrix für den (terroristischen) Missbrauch unbrauchbar gemacht werden. 2007 begann der Bau, an dem der französische Atomkonzern AREVA beteiligt ist. Heute ist die Anlage immer noch nicht fertig und die Kosten explodieren. Inzwischen werden allein bis zur Fertigstellung zusätzliche 12 Mrd. Dollar veranschlagt. Hinzu kämen dann noch die Betriebskosten für einen etwa 20-jährigen Betrieb, die sich dann in der Summe auf bis zu 50 Mrd. Dollar summieren können. Präsident Obama und Bundespolitiker in der USA wollen daher das Projekt beenden. Lokale Größen allerdings wollen mit dem Argument der Arbeitsplätze weiter machen. Auch deutsches und schweizerisches Plutonium lagert in den USA.

Die Zeitung „The State“ berichtet über die seit langem andauernden Auseinandersetzungen um den Bau der MOX-Fabrik in der Nähe von Aiken. Statt weiterhin enorme Steuergelder zu verschwenden, soll das Plutonium nicht mehr zu MOX verarbeitet werden, sondern mit hochradioaktiven Abfällen, von denen es mehr als reichlich in der alten nuklearen Militär-Anlage Savannah River Site gibt, vermischt und in Behältern verpackt dann in einem Salzstock in New Mexico eingelagert werden. Diese Möglichkeit wäre nicht nur schneller, sondern auch um ein Vielfaches preiswerter, als die MOX-Anlage weiter zu bauen, heißt es.

„Money for nothing“ könnte es am Ende für die SteuerzahlerInnen in den USA heißen. Das jedenfalls  befürchtet John MacWilliams laut The State: „“We are confident it is not feasible in this environment,’’ associate deputy energy secretary John MacWilliams said of the MOX project. “We are going down a road spending money on something that will never happen. Unfortunately, that seems to us to be a very large waste of taxpayer money.’’“

Über die Absicht von Präsident Obama, den Weiterbau der MOX-Anlage zu stoppen, berichte WNN bereits im Frühjahr: „Obama seeks to terminate MOX project at Savannah River“.

Zwar wird dabei ausgeblendet, dass es um die Sicherheit des Lagers in New-Mexico nicht sonderlich gut bestellt ist und es immer wieder gravierende Störfälle gegeben hat. Aber auch andere Probleme mit der MOX-Strategie gibt es. Nicht nur, weil immer mehr AKWs in den USA vom Netz gehen (werden). Die Betreiber haben im Grunde kein Interesse, MOX einzusetzen, weil dies technisch höhere Anforderungen stellt, auch was die Sicherheitsfragen angeht. Sogar E.on hatte vor einigen Jahren in der Debatte um einen MOX-Einsatz in us-amerikansischen Reaktoren eher abgewunken.

The State berichtet von einer Presse-Tour an der Anlage und Darstellungen des Department on Energy, nach denen es schon jetzt neben den Verzögerungen auch massive Baumängel gibt oder Materialbestellungen erfolgten, für die gar keine Verwendung bestand. Gestritten wird nicht nur über derartige Mängel und Schlampereien, sondern auch über die Einschätzung, wie weit das Projekt eigentlich derzeit ist: Während Bundesbehörden davon ausgehen, dass derzeit lediglich 27 Prozent der Anlage errichtet sind, behaupten AREVA und Co einen Umsetzungsgrad von etwa 70 Prozent.

In Deutschland hat man MOX-Brennelemente in den vergangenen Jahren in einigen AKWs eingesetzt. Das Plutonium stammte aus der Wiederaufarbeitung von abgebrannten Uran-Brennelementen in Frankreich und England. Inzwischen geht dieses MOX-Programm seinem Ende entgegen. Die letzten dieser gefährlichen Brennelemente befinden sich bereits in den AKWs.

Gefertigt wurden diese MOX-Elemente in Frankreich, England und Belgien und in geringem Umfang in Deutschland. Eine eher Versuchs-MOX-Anlage in Hanau war dafür zuständig. Der geplante Bau einer größeren Plutonium-Fabrik von Siemens an dem hessischen Standort wurde nach mehreren Störfallen schließlich eingestellt. Alte Plutoniumbestände sind erst jüngst auch aus Karlsruhe in die USA exportiert worden.

 

Geschichte Atomenergie: Plutonium – Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung

plutoniumIm Zeitalter des Internets ist der Glaube weit verbreitet, alles wäre Online zu finden. Leider ist dem nicht so und deshalb widmet sich umweltFAIRaendern immer wieder der Aufgabe, alte Materialien zur Geschichte der Atomenergie zu digitalisieren und online zu bringen. Diesmal mit einer Greenpeace-Broschüre (*) aus dem Jahr 1989, die in der Reihe „Restrisiko“ als Nr. 5 unter dem Titel „Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung – Plutonium – Reichtum und Tod“ erschienen ist. AutorInnen waren Dipl-Ing. Lutz Gärtner und Ulrike Fink von Rabenhorst, die damals beide bei der Gruppe Ökologie (heute Intac) in Hannover tätig waren.

Die Greenpeace-Broschüre stellt die Risiken durch Plutonium vor, beschreibt die Geschichte des Plutonium-Pfads und setzt sich mit dem „Bombenstoff aus dem Reaktor“ auseinander. (*) Ich hoffe sehr, dass Greenpeace keine Probleme hat, wenn ich diese nach meinen Recherchen sonst online nicht mehr verfügbare Broschüre ohne Erlaubnis online zur Verfügung stelle. Wenn doch: Bitte melden! Greenpeace informiert hier aktuell über das Thema Plutonium und Wiederaufarbeitung! Außerdem hier alles bei Greenpeace unter der Tag „Wiederaufarbeitung

Bei den Auseinandersetzungen gegen die Nutzung der Atomenergie spielte vor allem die Plutoniumwirtschaft eine besondere Rolle, denn es war nicht nur ein Ultragift, sondern auch unmittelbar für den Bau von Atomwaffen geeignet. Unter verharmlosenden Bezeichnungen wie „Wiederaufarbeitung“ /WAA) oder gar „Recycling“ galt die Technik der Plutoniumabtrennung aus bestrahlten Brennelementen jahrzehntelang als Ausweg für die bis heute nicht gelösten Probleme der „Endlagerung“. Erste Pläne für eine deutsche Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben scheiterten bereits Ende der 1970er Jahre. Nachdem in den 1980er Jahren auch die Pläne zum Bau einer deutschen „Wiederaufarbeitungsanlage“ in Wackersdorf am massiven Widerstand aus der Bevölkerung und aus wirtschaftlichen Gründen scheiterten, wurde die Plutoniumabtrennung aus bestrahlten Brennelementen aus deutschen AKWs ausschließlich in Chemiefabriken im französischen La Hague und im britischen Sellafield fortgesetzt. Erst im Jahr 2005 kam es durch die erste rot-grüne Bundesregierung zu einem Verbot der WAA und der damit verbundenen Atomtransporte. An den AKW-Standorten wurden neue Zwischenlager für die hochradioaktiven Brennelemente errichtet, in denen dieses brisante Material seitdem in Castor-Behältern aufbewahrt wird.

Der Abfall rollte dann später erneut per Castor zurück nach Deutschland: Vor allem in das Zwischenlager Gorleben, aber auch nach Ahaus. Noch eine Vielzahl von Atommüll-Transporte aus La Hague und Sellafield stehen bis heute aus.

Das abgetrennte Plutonium und Uran aus den bestrahlten Brennelementen wurden anschließend entweder in sogenannte Mischoxid-Brennelemente (MOX, Uran-Plutonium-Gemisch) oder in sogenannte WAU-Brennelemente (WAU: Wiederaufgearbeitetes Uran) eingebaut. Inzwischen geht der MOX-Einsatz in Deutschland seinem Ende entgegen. Fast das gesamte abgetrennte Plutonium ist inzwischen zu solchen MOX-Elementen verarbeitet und an die AKWs ausgeliefert. Dort erfolgt noch für einige Jahre der erneute Reaktor-Einsatz. Anschließend sollen auch diese MOX-Brennelemente per Castor in die Zwischenlager gebracht werden.

Plutonium in Atommeilern: MOX-Einsatz soll 2017 im AKW Emsland letztmalig erfolgen

Auf Fragen zum Plutonium-Einsatz in den bundesdeutschen Atomkraftwerken hat jetzt die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dem Abgeordneten Hubertus Zdebel von der Fraktion DIE LINKE geantwortet. Demnach ist der Einsatz der sogenannten Mischoxid-Brennelemente (MOX) mit Plutonium aus der Wiederaufarbeitung kurz vor dem Abschluss. Vermutlich 2017 sollen im AKW Emsland die letzten dieser gefährlichen Brennelemente eingesetzt werden. Zuletzt wurden im Jahr 2015 MOX-Brennelemente in Brokdorf, Isar II und Emsland eingesetzt. Diese müssten sich demnach noch im Reaktor befinden. Auch in den AKWs Grohnde und Neckarwestheim müssten noch derartige MOX-Brennelemente im Einsatz sein.

  • Hinweis: Vermutlich wegen der Uranbrennelementesteuer sind in 2016 mindestens im AKW Brokdorf bei der jährlichen Revision keine neuen Brennelemente eingesetzt worden. Die Brennelementesteuer läuft nach dem derzeitigen Stand Ende 2016 aus. Die Fraktion DIE LINKE wird daher einen Antrag zur Verlängerung dieser Steuer bis zum Ende der AKW-Laufzeiten in den Bundestag einbringen.

Die Bundesumweltministerin reagiert mit den Antworten auf eine Bundestags-Fragestunde am 22. Juni zum „Übereinkommen über nukleare Sicherheit“. (Plenarprotokol 18/178, der neue Bericht zum Übereinkommen ist hier als PDF online.)

Dort hatte Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE zum Thema MOX-Einsatz wissen wollen: „Werden in dem neuen Bericht bessere Angaben dazu gemacht, und können Sie, Frau Ministerin, sagen, wie sich der Einsatz von MOX-Brennelementen in den verbliebenen Reaktoren seitdem entwickelt hat und ob dem Bericht zu entnehmen sein wird, wann der Einsatz von MOX-Brennelementen in den Reaktoren abgeschlossen sein wird?“

Mit Schreiben vom 1.7.2016 teilte die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks dem Abgeordneten Zdebel dazu mit:

„Der § 9a des Atomgesetzes (AtG) fordert von den Betreibern der Kernkraftwerke einen Verwertungsnachweis für das bei der Wiederaufarbeitung gewonnene Plutonium. Dabei werden jährlich Angaben unter anderen zum Einsatz von MOX-Brennelementen (MOX = Mischoxid) im zurückliegenden Kalenderjahr gemacht.

Für den Zeitraum ab dem Jahr 2014 wurden, aufgeschlüsselt nach Kernkraftwerken und Energieversorgungsunternehmen, folgende Mengen an MOX-Brennstoff in den jeweiligen Reaktorkern nachgeladen:

MOX-AKW-Einsatz

 

Voraussichtlich im Jahr 2017 werden im Kernkraftwerk Emsland (KKE) die letzten 12 MOX-Brennelemente (241 Kilogramm Pu-fiss) eingesetzt; danach wird die Plutoniumrezyklierung des bei der Wiederaufarbeitung angefallenen Plutoniums abgeschlossen sein. Als Thema der nuklearen Ver- und Entsorgung wird über die Plutoniumverwertung grundsätzlich nicht im Rahmen des Übereinkommens über die nukleare Sicherheit, sondern im Rahmen des Gemeinsamen Übereinkommens über die Sicherheit der Behandlung abgebrannter Brennelemente und über die Sicherheit der Behandlung radioaktiver Abfälle berichtet.“ (Dr. Barbara Hendricks, Bundesministerin)

Hamburg radioaktiv: 160 Atomtransporte in 2015 und kein Ende – Aktionen angekündigt

AtomtransporteAtlanticCartier-HH-Hafen03052014-FotoDirkSeifert-20
In bester Hafenlage: Atomtransporte finden wie hier u.a. mit der Atlantic Cartier statt. Im Mai 2013 kam es an Bord des Schiffes im Hafen zu einem Großbrand – an Bord: Munition und radioaktive Container.

„Mindestens 160 Atomtransporte sind im letzten Jahr durch Hamburg gegangen, darunter 88 mit Kernbrennstoff, zwei mit Mischoxidbrennelementen und drei mit bestrahlten Brennstäben. Uranhexafluorid macht weiterhin einen Großteil dieser Transporte aus.“ So fassen Stephan Jersch und Norbert Hackbusch von der Hamburger Linksfraktion in einer PM die Ergebnisse ihrer regelmäßigen Kleinen Anfragen zum Thema Atomtransporte durch Hamburg zusammen. Die aktuellste Drucksache hat die Nr: Drs. 21/3338 (PDF). AtomkraftgegnerInnen kündigen weiteren Protest an.

Erst gestern hatten AtomkraftgegnerInnen erneut gegen einen Urantransport über den Hamburger Hafen quer durch Deutschland nach Südfrankreich protestiert (siehe hier). Mit Blick auf den kommenden Fukushima-Jahrestag kündigten sie eine Mahnwache im Hafen gegen die Atomtransporte an. „Es wird in Hamburg Mahnwachen am 11.3. (ab 16 Uhr) und am Tag X (Ab Verladung der Urancontainer auf den Zug, voraussichtlich an einem Mo. oder Do. Nachmittag) vor den Toren von C. Steinweg im Hafen und am Tag X zusätzlich zwischen „Am Saalehafen“ und „Veddeler Damm“, südlich der Bushaltestelle “S Veddel (Westseite)“ geben.“ (Siehe auch hier)

Die vielen Transporte mit Uranhexafluorid stehen im Zusammenhang mit der Urananreicherungsanlage der URENCO in Gronau. Die Brennelemente kommen entweder aus der Fabrik in Lingen oder z.B. aus Schweden für deutsche, französische oder schweizerische Atommeiler. Die Anlagen in Gronau und Lingen versorgen mit ihren Uranprodukten den Weltmarkt und sind vom bundesdeutschen Atomausstieg ausgenommen. Sie verfügen über völlig unbefristete Genehmigungen.

Die Links-Fraktion erinnert daran, dass der rot-grüne Senat in Hamburg im Koalitionsvertrag erklärt hat, einen freiwilligen Atomtransporte-Verzicht mit den Hafenunternehmen verhandeln zu wollen. Einige der Betriebe sind ganz oder mehrheitlich im Besitz der Stadt Hamburg. Geschehen ist aber in dieser Sache bis heute nichts. Jersch stellt fest: „Doch weder was die Anzahl noch was die Art der Atomtransporte angeht gibt es einen Wandel: Die HHLA Container Terminal Altenwerder GmbH hat im August 2015 eine neue Umschlaggenehmigung erhalten, damit haben weiterhin fünf Hafenbetriebe eine Genehmigung nach §7 StrlSchV. Wo bleiben da die versprochenen Vereinbarungen der Stadt mit den Terminalbetreibern?“

In Bremen hat der ebenfalls rot-grüne Senat schon vor einigen Jahren zumindest die sogenannten Kernbrennstoff-Transporte auf rechtlichem Weg untersagt. Unternehmen versuchen dieses Verbot seitdem mit Klagen zu Fall zu bringen. Bislang jedoch ergebnislos. Hamburg will diesen Weg jedoch nicht gehen und damit den BremerInnen nicht zur Seite springen. Deswegen erneuert die Hamburger Linksfraktion ihre Forderung, „den Hamburger Hafen für Atomtransporte zu sperren, wie dies bereits in Bremen umgesetzt ist.“ Bereits in der letzten Legislatur sind entsprechende Anträge vom damaligen SPD-Senat abgelehnt worden. Die Grünen hatten sich enthalten und die freiwillige Vereinbarung ins Spiel gebracht.

Außerdem verweisen die Linken mit Blick auf die Senatsantworten zu Sicherheitsmängeln bei den Atomtransporten darauf, dass diese weiterhin auf hohem Niveau sind. Vor allem Transporte mit Thorium überschreiten oft die Grenzwerte und sind falsch deklariert.

×