Geschichte Atomenergie: Plutonium – Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung

plutoniumIm Zeitalter des Internets ist der Glaube weit verbreitet, alles wäre Online zu finden. Leider ist dem nicht so und deshalb widmet sich umweltFAIRaendern immer wieder der Aufgabe, alte Materialien zur Geschichte der Atomenergie zu digitalisieren und online zu bringen. Diesmal mit einer Greenpeace-Broschüre (*) aus dem Jahr 1989, die in der Reihe „Restrisiko“ als Nr. 5 unter dem Titel „Das lebensbedrohliche Vermächtnis der Wiederaufarbeitung – Plutonium – Reichtum und Tod“ erschienen ist. AutorInnen waren Dipl-Ing. Lutz Gärtner und Ulrike Fink von Rabenhorst, die damals beide bei der Gruppe Ökologie (heute Intac) in Hannover tätig waren.

Die Greenpeace-Broschüre stellt die Risiken durch Plutonium vor, beschreibt die Geschichte des Plutonium-Pfads und setzt sich mit dem „Bombenstoff aus dem Reaktor“ auseinander. (*) Ich hoffe sehr, dass Greenpeace keine Probleme hat, wenn ich diese nach meinen Recherchen sonst online nicht mehr verfügbare Broschüre ohne Erlaubnis online zur Verfügung stelle. Wenn doch: Bitte melden! Greenpeace informiert hier aktuell über das Thema Plutonium und Wiederaufarbeitung! Außerdem hier alles bei Greenpeace unter der Tag „Wiederaufarbeitung

Bei den Auseinandersetzungen gegen die Nutzung der Atomenergie spielte vor allem die Plutoniumwirtschaft eine besondere Rolle, denn es war nicht nur ein Ultragift, sondern auch unmittelbar für den Bau von Atomwaffen geeignet. Unter verharmlosenden Bezeichnungen wie „Wiederaufarbeitung“ /WAA) oder gar „Recycling“ galt die Technik der Plutoniumabtrennung aus bestrahlten Brennelementen jahrzehntelang als Ausweg für die bis heute nicht gelösten Probleme der „Endlagerung“. Erste Pläne für eine deutsche Wiederaufarbeitungsanlage in Gorleben scheiterten bereits Ende der 1970er Jahre. Nachdem in den 1980er Jahren auch die Pläne zum Bau einer deutschen „Wiederaufarbeitungsanlage“ in Wackersdorf am massiven Widerstand aus der Bevölkerung und aus wirtschaftlichen Gründen scheiterten, wurde die Plutoniumabtrennung aus bestrahlten Brennelementen aus deutschen AKWs ausschließlich in Chemiefabriken im französischen La Hague und im britischen Sellafield fortgesetzt. Erst im Jahr 2005 kam es durch die erste rot-grüne Bundesregierung zu einem Verbot der WAA und der damit verbundenen Atomtransporte. An den AKW-Standorten wurden neue Zwischenlager für die hochradioaktiven Brennelemente errichtet, in denen dieses brisante Material seitdem in Castor-Behältern aufbewahrt wird.

Der Abfall rollte dann später erneut per Castor zurück nach Deutschland: Vor allem in das Zwischenlager Gorleben, aber auch nach Ahaus. Noch eine Vielzahl von Atommüll-Transporte aus La Hague und Sellafield stehen bis heute aus.

Das abgetrennte Plutonium und Uran aus den bestrahlten Brennelementen wurden anschließend entweder in sogenannte Mischoxid-Brennelemente (MOX, Uran-Plutonium-Gemisch) oder in sogenannte WAU-Brennelemente (WAU: Wiederaufgearbeitetes Uran) eingebaut. Inzwischen geht der MOX-Einsatz in Deutschland seinem Ende entgegen. Fast das gesamte abgetrennte Plutonium ist inzwischen zu solchen MOX-Elementen verarbeitet und an die AKWs ausgeliefert. Dort erfolgt noch für einige Jahre der erneute Reaktor-Einsatz. Anschließend sollen auch diese MOX-Brennelemente per Castor in die Zwischenlager gebracht werden.

Rücknahme des Atommülls aus der Wiederaufarbeitung im Ausland – Öffentlichkeitsbeteiligung und mehr Sicherheit

Über die internationalen Rechtsgrundlagen und „Noten“ in Sachen Atommüll-Rückführung aus der Wiederaufarbeitung (WAA) mit den Regierungen von Frankreich und England und zu den Lagerkosten für den Atommüll wollte der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel mit einer Kleinen Anfrage Einzelheiten von der Bundesregierung erfahren. Insgesamt 26 Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente sollen bis spätestens 2020 aus Frankreich und England zurück in die Bundesrepublik transportiert werden. Zdebel fordert im Zusammenhang mit den Castor-Rücktransporten eine Öffentlichkeitsbeteiligung und mehr Sicherheit an den ausgewählten Standort-Zwischenlagern.

Zur Rückführung der radioaktiven Abfälle aus dem Ausland erklärt Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE und Mitglied der Atommüll-Kommission: „Die Rücknahme des Atommülls aus der Wiederaufarbeitung bundesdeutscher Brennelemente ist entsprechend dem Verursacherprinzip richtig. Diesen Atommüll nicht mehr in das Zwischenlager Gorleben zu transportieren, ist ebenfalls zu begrüßen. Bei den nun kommenden Genehmigungsverfahren für die Zwischenlagerung an den AKW-Standorten müssen das Bundesamt für Strahlenschutz nun auch die Öffentlichkeit umfassend beteiligen! Wer die Bevölkerung ausschschließt, muss sich nicht wundern, wenn es Widerstände gegen die Transporte gibt. Forderungen, das Sicherheitsniveau in den Standort-Zwischenlagern zu erhöhen, müssen jetzt endlich aufgegriffen werden. “

  • In Verbindung mit den Rücktransporten des Atommülls aus der WAA hat Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion die LINKE Sicherheits-Nachrüstungen an den Standort-Zwischenlager gefordert. Insbesondere die Nachrüstung von „heißen Zellen“ zur Reparatur defekter Castor-Behälter sei aufgrund der Besonderheiten der in Glas eingeschmolzenen radioaktiven Abfälle aus der WAA erforderlich. Auch Greenpeace hält diese Maßnahme für erforderlich. Siehe dazu: Atommüll: Bundestagsabgeordneter Zdebel fordert Nachrüstung „Heißer Zellen“ an den Castor-Zwischenlagern
  • Auch in Bayern wird die Nachrüstung einer „heißen Zelle“ im Zischenlager des AKW Isar(Ohu) gefordert. Siehe aktuell die Süddeutsche.

Im Rahmen des Standortauswahlgesetzes zur Suche nach einem dauerhaften Atommülllager sollen die radioaktiven Abfälle aus der Auslands-Wiederaufarbeitung nicht mehr in das Zwischenlager nach Gorleben rollen. Nach langen Verhandlungen mit den Bundesländern und massiven Widerstand aus Bayern ist vor wenigen Tagen ein Einigung erfolgt. Demnach sollen die Castor-Behälter nun auf die Standort-Zwischenlager an den AKWs Isar/Ohu, Neckarwestheim, Biblis und Brokdorf verteilt werden.

Insgesamt 21 der Castoren mit Atommüll stammen aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield, die auf die Standort-Zwischenlager in Brokdorf, Biblis und Isar/Ohu verteilt werden sollen. Fünf weitere Behälter kommen aus der WAA im französischen La Hague. Diese sollen in das Standort-Zwischenlager nach Neckarwestheim. Die Anträge der Standort-Betreiber sollen im Jahr 2016 gestellt werden. Bis 2020 soll der Rücktransport abgeschlossen werden. Die konkreten Transporttermine sollen von bilateralen Arbeitsgruppen jeweils mit Frankreich und England festgelegt werden.

Zu den Kosten der Atommülllagerung in den Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und England, die von den Atomunternehmen zu zahlen sind, liegen der Bundesregierung laut der Antwort auf die aktuelle Kleine Anfrage von Hubertus Zdebel „keine Informationen“ vor. Auch zu den Vereinbarungen mit den Regierungen in Frankreich und England zur Rückführung der Atomabfälle per Castor-Transporten verweist die Bundesregierung auf Nachfragen zu den entsprechenden „Notenwechseln“ vor allem auf „Vertraulichkeit“. Diese Noten regeln u.a. die Rücknahmeverpflichtung der Atomabfälle durch die Bundesrepublik.

Die Bundesregierung räumt in ihrer Antwort ein, dass gegenüber Frankreich mitgeteilt wurde, dass die ehemals in 2008 vereinbarten Fristen nicht eingehalten werden können. Dies habe man der französischen Regierung in „Verbalnoten“ am 27. Februar 2013 und am 1. Dezember 2014 mitgeteilt. „Neue Fristen wurden bisher nicht vereinbart“, heißt es dazu weiter. Außerdem teilt die Bundesregierung mit, dass gegenüber England „in dem angesprochenen Zeitraum keine Noten ausgetauscht“ wurden. Mehr Angaben macht die Bundesregierung nicht und verweist auf die „Vertraulichkeit der Schriftstücke und der amtlichen Korrespondenz diplomatischer Missionen“.

Anteil-EVU-WAA-Atommuell-Kokillen

  • Anmerkung zur Tabelle: Neben dem Atommüll aus der Verarbeitung von abgebrannten Brennelementen aus den bundesdeutschen Atomkraftwerken der Betreiber EnBW, E.on, RWE und Vattenfall enthalten die Castoren zwei Glaskokillen mit Atommüll aus dem ehemaligen Atomforschungszentrum in Karlsruhe. Das teilt die Bundesregierung in der Antwort auf  eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel mit: „Eine Kokille mit verglasten hochaktiven Abfällen (CSD-V) der in 21 Behältern aus dem Vereinigten Königreich zurück zu nehmenden Kokillen ist der Wiederaufarbeitungsanlage Karlsruhe Rückbau und Entsorgungs-GmbH (WAK) zuzuordnen. Sie stammt aus Verträgen mit der Wiederaufarbeitungsanlage in Dounreay (UK). Aus Frankreich ist im Rahmen der Rückführung der hochdruckkompaktierten Abfälle (CSD-C) eine Kokille der WAK aus der Entsorgung der Mehrzweckforschungsreaktor (MZFR)-Brennelemente zuzuordnen.“

Zur Abwicklung der Rückführung des radioaktiven Abfälle aus der Wiederaufarbeitung gibt es „bilaterale Arbeitsgruppen“ jeweils mit Frankreich und England. Mit Frankreich bestehen zwei solcher Arbeitsgruppen, eine „hochrangige“ und eine „technische“.

Über deren Sitzungen und der Vertreter auf der bundesdeutschen Seite enthält die Antwort der Regierung einige Aussagen. Demnach hat die „hochrangige“ deutsch-französische Arbeitsgruppe zuletzt am 26. November 2015 getagt. „Zu den Sitzungen der hochrangigen Arbeitsgruppe werden auf deutscher Seite Vertreter des Auswärtigen Amts (AA), des Bundeskanzleramts (BK), des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), des Bundesministeriums des Innern (BMI), des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) sowie der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH (GNS) vom federführenden Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) eingeladen.“

Am 9. Juli 2015 hat die „technische“ deutsch-französische Arbeitsgruppe zuletzt getagt, zu der auf „deutscher Seite Vertreter des AA, BK, BMWi, BMI, BfS, der Bundespolizei (BPol), des Eisenbahnbundesamts (EBA), der Bundesanstalt für Materialforschung und –prüfung (BAM), der Umweltministerien der Länder Baden-Württemberg bzw. Niedersachsen sowie der GNS vom federführenden BMUB eingeladen“ waren.

Thema war „insbesondere der jeweilige Stand bzw. die Planungen zu den Rückführungen der CSD-V-, CSD-B- (verglaste mittelaktive Abfälle) bzw. CSD-C-Kokillen sowie zu den entsprechenden Behälterzulassungen und Genehmigungsverfahren.“

„Die gemeinsame technische deutsch-britische Arbeitsgruppe tagte am 20. März und am 3. September 2013. Zu den Sitzungen der Arbeitsgruppe werden auf deutscher Seite BMI, das Innenministerium des Landes Niedersachsen, BfS, BPol, EBA, ein Sachverständiger des BMUB sowie GNS vom federführenden BMUB eingeladen. Inhalt der Gespräche waren der Stand der beidseitigen Vorbereitungen der Rückführungsprojekte und der Stand der Genehmigungsverfahren.“

Atommüll: Bayern lässt ausländische Castoren rein

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Demnächst wieder Castor-Transporte aus Frankreich und England. Diesmal nicht nach Gorleben, sondern nach Brokdorf, Biblis, Neckarwestheim und Ohu. Foto: Screenshot plusminus.

Bayerns Ministerpräsident Seehofer macht den Weg für die Rückkehr von Atommüll aus dem Ausland frei. Insgesamt sieben der 26 Castor-Behälter mit radioaktiven Abfällen sollen nun zwischen 2017 – 2020 nicht wie ehemals geplant ins Zwischenlager Gorleben, sondern an die AKW-Standorte Isar/Ohu (Bayern), Philippsburg Neckarwestheim (Baden-Württemberg), Biblis (Hessen) und Brokdorf (Schleswig-Holstein). Das Verbot weiterer Castortransporte nach Gorleben war eine der Forderungen von Niedersachsen für die Zustimmung zum Standortauswahlgesetz, mit dem ein Dauerlager für die hochradioaktiven Abfälle in einer vergleichenden Suche gefunden werden soll.

Über zwei Jahre hat es nun gebraucht, bis Bundesumweltministerin Hendricks, die rot-grünen Bundesländer, die Atomunternehmen und nun auch das CSU-regierte Bayern zu einer gemeinsamen Verabredung über die Rücktransporte von Atommüll aus La Hague (Frankreich) und Sellafield (England) gekommen sind und damit eine der Anforderungen nach dem Standortauswahlgesetz – zumindest was die Zielorte der Castor-Transporte angeht – abgestimmt haben. Widerstand hatten vor allem die CDU/CSU-Länder geleistet.

Keinerlei Äußerungen gibt es zu den Kosten, die mit diesem Deal verbunden sind. Die Atomunternehmen haben gegen die Bestimmungen des StandAG in Sachen Rücktransporte Klage eingereicht. Aus ihrer Sicht spricht aus technischer Sicht nichts gegen das Zwischenlager in Gorleben. Dass dieses nun nicht weiter genutzt werden soll, sei eine politische Vereinbarung. Die damit verbundenen Mehrkosten an den Standort-Zwischenlagern der AKWs, die den Atomunternehmen gehören und die nach StandAG für die Kosten zuständig sind, wollen die Konzerne aber nicht tragen.

Interessant wird sein, ob und wie dieses Thema in der neuen Atomkommission zur Sicherung der Atom-Rückstellungen zur Finanzierung des Abriss der AKWs und der Lagerung der Abfälle zur Sprache kommen wird. Die Rechtsposition der Konzerne ist klar formuliert: Sie sind nicht verantwortlich, sie zahlen nicht.

Eine Sichtweise, mit der die Konzerne sich insgesamt von den politischen bzw. gesellschaftlichen Kosten der Atomenergienutzung verabschieden wollen. Dass sie einen maßgeblichen Anteil an den massiven Protesten im Zusammenhang mit Castor-Transporten nach Gorleben haben, wird von ihnen schlicht ausgeblendet: Sie haben ja die Genehmigungen, in deren Rahmen sie ihre Geschäfte betreiben. Wenn das enorme politische und gesellschaftliche Konflikte verursacht, ist das nicht ihr Problem, sondern das des Staates. So einfach ist das!

Für die Einlagerung der Castoren in die jetzt festgelegten Zwischenlager sind Genehmigungen durch das Bundesamt für Strahlenschutz erforderlich. Dafür müssen die Betreiber jetzt entsprechende Anträge auf den Weg bringen. Eine Beteiligung der Öffentlichkeit ist dabei offenbar nicht vorgesehen, d.h. die Behörden gehen nicht davon aus, dass es sich bei den verglasten Abfällen aus der Wiederaufarbeitung um eine nach Atomrecht „wesentliche Änderung“ bei den Zwischenlagern handelt.

Das könnte man in Zweifel ziehen. Immerhin verhalten sich die verglasten Abfälle doch anders, als die bestrahlten Brennelemente, für die die Lager bislang genehmigt sind. Nicht nur Greenpeace fordert an den Zwischenlagern Nachrüstmaßnahmen wie z.B. heiße Zellen, in denen defekte Castor-Behälter repariert werden könnten. Da die verglasten Abfälle aus La Hague und Sellafield nicht mit Wasser in Kontakt kommen dürfen, wäre eine Reparatur in den unter Wasser stehenden Abklingbecken in den Reaktoren nicht möglich.

Eine Einordnung als „wesentliche Änderung“ und damit ein Genehmigungsverfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung wollen die Betreiber und Behörden aber unter allen Umständen auch verhindern. Nicht nur, weil diese Verfahren natürlich länger dauern würden, sondern weil nach der Aufhebung der Genehmigung für den Betrieb des Castor-Zwischenlagers am AKW Brunsbüttel unklar ist, wie die erforderlichen Sicherheitsnachweise „gerichtsfest“ erfolgen können. Der Grund: Immer mehr Sicherheitsmaßnahmen werden jenseits der Öffentlichkeit vorgenommen, als Maßnahmen des Anti-Terror-Schutzes. Dadurch sind nicht mal Gerichte in der Lage, die staatlichen Maßnahmen zu überprüfen.

Aus der gemeinsamen Erklärung von Seehofer und Hendricks ist zu entnehmen, dass die Abwicklung der Rücktransporte nun möglichst eilig durchgezogen werden soll. Bereits für Ende 2016 werden die entsprechenden Genehmigungen erwartet, heißt es dazu.

Bei der Vereinbarung mit Bayern waren auch einige der betroffenen Landkreise beteiligt. Die führen nun als „kleinen Erfolg“ an, dass mit der Einlagerung der sieben Castoren aus Sellafield in Isar/Ohu auch eine weitere Genehmigung vorliegen müsse: Die Genehmigung zum Abtransport dieser Castoren in ein Endlager. Eine irgendwie kuriose Vereinbarung, denn klar ist, dass ein solcher Transport erst frühestens Anfang der 2050er Jahre oder auch erst viel später erfolgen dürfte.

Bislang sind die Standort-Zwischenlager allesamt mit einer Laufzeitbefristung von 40 Jahren ausgestattet. Etwa 2047 würden diese Atommülllager illegal und bräuchten nicht nur eine neue Genehmigung, sondern dazu auch die Zustimmung des Deutschen Bundestages.

Weil ein Endlager bis dahin nicht in Betrieb sein dürfte, hatte die Bundesregierung in dem im August beschlossenen „Nationalen Entsorgungsprogramm“ erstmals ein Eingangslager am Standort des zu findenden „Endlagers“ ins Gespräch gebracht. Bis zu 500 Castoren sollen in diesem neuen Lager oberirdisch abgestellt werden können. Dieses Eingangslager, das faktisch für Jahrzehnte zu einem zentralen Zwischenlager würde, soll mit der ersten Teilerrichtungsgenehmigung entstehen und noch vor dem geplanten „Endlager“ in Betrieb gehen.

Atom-Deals: Deutsches und schwedisches Plutonium wird britisch

MOX-Fertigung in Sellafield, FOTO PA - Sellafield
Heiße Zellen in der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield. Hinter dem Glas wurde Plutionium verarbeitet. Foto: Betreiber

Rund 140 Kilogramm Plutonium einer „deutschen Forschungsorganisation“ gehen in den Besitz von Großbritannien über. Das auch für Atomwaffen taugliche Plutonium dürfte aus Wiederaufarbeitungsverträgen deutscher Forschungszentren mit entsprechenden britischen Anlagen in Sellafield oder Dounreay stammen. Näherer andere dazu macht der Bericht des „nuklearforum.ch“ dazu leider nicht. Ebenso wechseln weitere 800 Kilogramm eines „nicht näher benannten schwedischen Stromerversorgers“ den Besitzer. In Frage kommen dabei u.a. die Atomkonzerne Vattenfall oder E.on, die eine Großteiler der schwedischen Atomkraftwerke betreiben.

Das „nuklearforum.ch“ teilt dazu insgesamt mit: „Die britische Nuclear Decommissioning Authority (NDA) darf zwei weitere Plutoniumtauschgeschäfte mit ausländischen Wiederaufarbeitungskunden tätigen. Dies hat die Regierung Grossbritanniens Anfang Juli 2014 genehmigt.

Im Auftrag des Department of Energy and Climate Change (DECC) übernimmt die NDA in Tauschgeschäften rund 800 kg Plutonium eines nicht näher benannten schwedischen Stromversorgers und rund 140 kg Plutonium einer deutschen Forschungsorganisation.

Laut DECC werden diese Transaktionen kein neues Plutonium nach Grossbritannien bringen und die Plutoniumbesitzstände des Landes nicht vergrössern, denn es geht im Wesentlichen um einen Eigentümertausch ziviler Plutoniumvorräte, die bereits in Grossbritannien eingelagert sind. Somit sei eine physische Verschiebung des Materials nicht notwendig und Grossbritannien erhalte bessere Kontrolle über diese Bestände im eigenen Land. Die finanziellen Vorteile der Übernahme seien ausreichend, um die geschätzten langfristigen Kosten für die Handhabung des Plutoniums in Grossbritannien auszugleichen.“

Plutoniumfabrik Dounreay: Strahlende Strände und deutscher Atommüll.

dounreay Beach © Plattbridger
Verstrahlter Strand: Radioaktive Hotspots und deutscher Atommüll im schottischen Dounreay. © Plattbridger

Dounreay im äußersten Norden von Schottland. Einer der dreckigsten Atomstandorte der Welt. Die Strände sind verstrahlt, seit Mitte der 90er Jahre werden radioaktive Hotspots gefunden. Kleine Teilchen, die hochgradig strahlen. Teilchen, die möglicherweise auch aus der Aufarbeitung von hochradioaktiven Brennelementen aus deutschen Atomforschungsreaktoren stammen. Zwischen 1992 und 1996 wurde in der Plutoniumfabrik in Dounreay der Strahlenmüll aus diesen Reaktoren wiederaufgearbeitet. Der gesamte Atommüll aus dieser Aufarbeitung lagert noch dort,  muss aber von Deutschland zurück genommen werden. Dass soll bald passieren, aber ganz anders als gedacht. Der Müll wird „geswapt“, verwandelt sich von viel leichtaktiv zu weniger hochradioaktiv und wird nicht aus Dounreay sondern aus Sellafield kommen. Eine komplizierte Geschichte aus der unendlichen Serie ungelöster Atommüllprobleme.

Immer wieder tauchen diese radioaktiven Hotspots an der Küste von Dounreay auf, auch unter Wasser in der Nähe der Küste. Von den Unmengen radioaktiver Ableitungen in die Nordsee ist hier gar nicht die Rede. Warnschilder entlang des Küstenvorlandes weisen auf radioaktive metallische Partikel hin, erklären, dass man diese nicht mit den Augen erkennen könne und dass man besser weder Sand noch Steine einsammeln sollte. Atomare Hinterlassenschaften der besonderen Art – verstrahlt mit deutscher Unterstützung.

Vor allem der hochgiftige Bombenstoff Plutonium war jahrzehntelang das Hauptgeschäft der Atomanlagen in Dounreay. Jahrelang wurden hier schnelle Brüter getestet und eine Wiederaufarbeitungsanlage betrieben. Dounreay gehört zum militär-zivilen Kernbereich des britischen Atomprogramms zwischen Atomwaffen, Stromerzeugung und atomar angetriebenen U-Booten. Jahrzehntelang wurde der Umgang mit den radioaktiven Abfällen nicht sonderlich ernst genommen (Spiegel 1997). Anfang der 2000er sind die Anlagen schließlich aus „wirtschaftlichen“ Gründen stillgelegt worden (Die Zeit). Nicht nur in Dounreay, auch in Windscale/Sellafield zeigt sich, wie leichtfertig die britische Regierung mit dem Atommüll hantierte.

Return to sender: Deutscher Atommüll aus Schottland

In dieser Plutoniumfabrik ließen die deutschen Forschungsreaktoren jahrelang ihre hochradioaktiven Brennelemente aufarbeiten (siehe dazu unten). Dazu mussten sie sich verpflichten, auch die radioaktiven Abfälle die dabei entstehen, zurück zu nehmen. In einem Bericht (PDF) aus dem Jahr 2012 teilt das Bundesamt für Strahlenschutz mit: „Bestrahlte Brennelemente aus deutschen Forschungsreaktoren (PTB Braunschweig, TU München, GKSS Geesthacht, HMI Berlin, FZJ und FZK) mit einer Gesamtmenge von ca. 1810 Mg wurden zur Wiederaufarbeitung in die britische Anlage in Dounreay, Schottland, verbracht und zwischen 1992 und 1996 aufgearbeitet. Die nach Auflösung in Salpetersäure entstandenen flüssigen Abfälle werden in Dounreay durch UKAEA mittels Zementierung konditioniert. Diese zementierten Abfälle müssen nach Deutschland zurücktransportiert werden.“

Klingt einfach, ist es aber nicht. Wie das ganze mit den Rücktransporten laufen sollte, hatten Marion Tholen und Wilhelm Bollingerfehr von der DBE in einer „Vorstudie über die Rückführung der Wiederaufarbeitungsabfälle von Brennelementen deutscher Forschungsreaktoren aus der WA in Dounreay, Schottland (RETURN)“ (PDF) aufgeschrieben. Die Studie stammt vermutlich aus dem Jahr 2007, eine Datumsangabe fehlt allerdings. Dort berichteten die AutorInnen, dass der flüssige Atommüll in unterirdischen Tanks lagere, aber im Jahr 2008 fertig verpackt sein würde. Zwischen 2018 und 2022 müssten dann die Rücktransporte stattfinden.

Diese strahlenden Abfälle aus Dounreay sollten im Schacht Konrad eingelagert werden. Doch das geplante Atommülllager steht wegen immer neuer Probleme beim Ausbau nicht zur Verfügung. Vor 2024 rechnet auch niemand mehr mit einer Inbetriebnahme. Abgesehen von diesem „kleinen Problem“ war sich das BfS aber offenbar nicht ganz sicher, ob die geplanten Verpackungsmaßnahmen und die zur Abschirmung eingesetzten Behälter auch wirklich ausreichend für eine Lagerung im Schacht Konrad wäre. In der RETURN-Studie hieß es daher: „Das BfS weist im Zusammenhang mit der Freigabe des Ablaufplans u. a. darauf hin, dass die Beurteilung des Verfahrens auf Basis der vorläufigen Endlagerungsbedingungen Konrad erfolgte und dass vor dem Hintergrund einer zukünftigen Einlagerung in ein Bundesendlager weitere Anforderungen an endzulagernde radioaktive Abfälle nicht auszuschließen sind, beispielsweise zusätzliche Deklarationspflichten für langzeitrelevante Radionuklide oder andere wasserrechtlich relevante Stoffe.“

Die Studie zeigt eigentlich, dass es noch jede Menge Probleme mit dem Atommüll aus den deutschen Forschungsreaktoren in Dounreay gibt, bzw. gegeben hat. Die Wissenschaftler waren optimistisch: „In der Vorstudie wurde gezeigt, dass die Rückführung der Abfallgebinde mit zementierten WA-Abfällen aus dem schottischen Dounreay aus technischer und genehmigungstechnischer Sicht prinzipiell machbar ist.“ Gott sei Dank! Dann aber heißt es weiter: „Mit Blick auf die von UKAEA (Berteiber, Anm. UFAE) angekündigte Bereitstellung der Abfallgebinde zum Rücktransport ab dem Jahr 2008 und der erforderlichen Dauer für Entwicklung und Fertigung von Behältern sowie Einholung zugehöriger Genehmigungen wird empfohlen, zügig die notwendigen Entscheidungen hinsichtlich des Standortes für die Zwischenlagerung der Abfallgebinde bis zur Ablieferung an das Endlager Konrad zu treffen. Es sind die Voraussetzungen zur Einholung der erforderlichen Genehmigungen für Beförderung und Lagerung abzuklären. Im nächsten Schritt sollten die technischen Planungen (Konzept- und Entwurfsplanung) für Transport- und Endlagerbehälter begonnen werden. Weiterhin sind konkrete technische und logistische Beförderungsmöglichkeiten zu erarbeiten und die wirtschaftlichste Transportroute zu ermitteln.“

Theoretisch alles lösbar, nur praktisch hat man einfach über ein Jahrzehnt eigentlich nichts vorwärts gebracht. So könnte man das obige auch zusammen fassen.

Alte Pläne – neue Pläne – Atommüll verwandelt sich

Wie gesagt, das – wenn man das so nennen kann – war der Plan! Inzwischen soll es aber alles anders kommen. Seit 2012 wurde der „Plan“ entwickelt, den Atommüll aus Dounreay gegen Atommüll aus Sellafield zu tauschen. Statt einer großen Anzahl von Atommüllbehältern mit mittelradioaktiven Abfällen soll nun lediglich eine hochradioaktive Glaskokille aus Sellafield nach Deutschland gebracht werden. In der Summe hat dieser „Swap“ das gleiche Aktivitäts-Inventar, vermeidet aber zahlreiche Atomtransporte.

Offiziell heißt es, dass die Briten mit diesem Angebot auf die Bundesregierung zu gekommen seien. Dass dieser Vorschlag eine Menge technische und logistische Probleme und vor allem auch weitere Kosten vermeiden dürfte, dürfte der Bundesregierung dabei wunderbar in den Kram passen.

Im Mai 2012 reagiert das Forschungszentrum Jülich auf eine Meldung der Aachener Zeitung mit dem folgenden Statement: „Die zementierten Fässer der deutschen Forschungsreaktoren sollen gegen eine volumenmäßig erheblich kleinere Glaskokille mit entsprechender Aktivität aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (England/UK) getauscht und mit anderen Abfällen eines deutschen Energieversorgers in ein entsprechend genehmigtes Zwischenlager transportiert werden. Es ist nicht vorgesehen, diese Glaskokille in das Forschungszentrum Jülich zu verbringen, da hier keine entsprechenden Lagermöglichkeiten existieren.

Die Verhandlungen über einen „Waste-Tausch“ werden in den kommenden Monaten beginnen, nachdem ein öffentliches Beteiligungsverfahren zum Thema „Waste-Tausch“ in Schottland im Frühjahr positiv ausgefallen ist.“

Atommüll und die Forschungsanlage Jülich:

Online verfügbare Informationen über die Verhandlungen und das Ergebnis gibt es offenbar nicht (??). Aber ein Ergebnis scheint vorzuliegen: Aus den insgesamt rund 86 m3 leicht-radioaktiver Abfälle aus Dounreay ist nun eine Kokille hochradioaktiven Mülls aus Sellafield geworden.

Diese Kokille ist Bestandteil der geplanten Rücktransporte aus Sellafield, die ehemals in das oberirdische Zwischenlager nach Gorleben sollten. Insgesamt 21 Castorbehälter, darunter eben die eine „Austausch-Kokille“ aus dem Deal zwischen den Forschungsreaktoren und der Plutoniumfabrik Dounreay.

Diese „Dounreay-Austausch-Kokille“ soll nun mit den insgesamt 21 ausstehenden Castor-Transporten aus Sellafield nach Deutschland zurückkommen. Wohin genau ist offen. Ein Endlager gibt es nicht und das ehemals vorgesehene oberirdische Zwischenlager in Gorleben soll nicht mehr genutzt werden, um mit der vermeintlich „ergebnisoffenen“ Endlagersuche voran zu kommen.

Entsorgungs-Notstand führte nach Schottland

Dieser ganze Atommüll-Wahnsinn samt verstrahlter Strände ist aus deutscher Sicht zustande gekommen, weil die deutschen Forschungsreaktoren Anfang der 90er Jahre vor dem Aus standen. In den USA, die bislang die bestrahlten Brennelemente aus den deutschen Forschungsanlagen zurück genommen hatten, waren neue Umweltgesetze in Kraft getreten, die zu erheblichen Nachrüstungen führten. Die USA waren einstweilen nicht in der Lage, den Atommüll aus diesen Anlagen anzunehmen. Damit drohte die Abschaltung der Forschungsreaktoren, denn ohne Entsorgungsnachweis kein Betrieb einer Atomanlage, so heißt es klar im Atomgesetz. Vor diesem Hintergrund wurden schließlich die Wiederaufarbeitungs-Verträge mit der Anlage in Dounreay geschlossen.

Die Notlage bestätigt das heutige Forschungszentrum Jülich auch in der erwähnten PM aus dem Jahr 2012: „Wegen fehlender Entsorgungsmöglichkeiten musste das Forschungszentrum Jülich zur Erfüllung der atomgesetzlichen Vorgaben 1992/93 176 abgebrannte Brennstäbe aus den beiden Forschungsreaktoren (DIDO und Merlin) zur Wiederaufarbeitung nach Dounreay (Schottland/UK) bringen. Neben dem Forschungszentrum Jülich haben auch die meisten anderen Betreiber deutscher Forschungsreaktoren ihre abgebrannten Brennstäbe nach Dounreay abgegeben.“

Über den Atommüll-Anteil aus Dounreay für die Jülicher heißt es dort: „Entsprechend der Verträge zwischen der Wiederaufarbeitungsanlage und den Betreibern müssen die in 560l-Fässer einzementierten Wiederaufbereitungsabfälle der deutschen Forschungsreaktoren von Deutschland zurückgenommen werden. Der Anteil der Jülicher Forschungsreaktoren beläuft sich voraussichtlich auf 55 Fässer. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung koordiniert die Aktivitäten zur Rückholung der entsprechenden Abfälle.“

Konflikte um Entsorgungswege

Als die US-Amerikaner schließlich 1996 erklären, künftig den verbrauchten Brennstoff wieder anzunehmen, kommt es offenbar zu Auseinandersetzungen unter den Forschungseinrichtungen. Mit dem neuen Forschungsreaktor in Garching kommt es nach einem Spiegel-Bericht (Mitte 1996) zu Versorgungsproblemen mit hochangereichertem Uran, das in Garching eingesetzt werden soll. Aus Dounreay könnte durch die Wiederaufarbeitung solches Uran aber beschafft werden.

Während andere Forschungsreaktoren entweder bereits auf hochangereichertes Uran verzichten bzw. die Umstellung gerade planen, soll Garching trotz massiver Proteste mit waffenfähigem Uran betrieben werden.

Im Spiegel heißt es: „In einer Entscheidungsvorlage für Forschungsstaatssekretär Gebhard Ziller von Anfang April votiert das zuständige Referat 415 („Reaktorsicherheit und Entsorgung“) folgerichtig dafür, die angehäuften Brennelemente aus deutschen Wissenschaftsreaktoren in der schottischen Wiederaufarbeitungsanlage Dounreay zu recyceln. Ausdrückliche Begründung: Flaute auf dem Brennstoffmarkt.“
Um die Versorgung mit Brennstoff sicher zu stellen, plädiert die Bundesregierung offenbar für die Fortsetzung der Verträge mit Dounreay und zeigt sich wenig interessiert für das Angebot der USA.

Der Spiegel: „Damit ist offener Zwist innerhalb der Forschergemeinde ausgebrochen. Die Reaktorplaner von Garching geraten in Gegensatz zu ihren Kollegen von den bereits bestehenden Forschungsreaktoren. „Wir sehen die US-Option als erste Priorität“, versichert etwa Gerd Thamm vom Forschungszentrum Jülich.

Gründe dafür gibt es genug: Die Reaktoren in Berlin, Jülich und Geesthacht sind schon oder werden demnächst auf nicht waffentaugliches Uran umgestellt. Aus Dounreay käme HEU-Uran zurück, für das dort keine Verwendung mehr besteht.

Außerdem fürchten sie die Lieferungen des Strahlenmülls, der beim Recycling anfällt und dann in Zementfässern oder Glaskokillen eingeschweißt wird. Für die Entsorgung müßten die deutschen Forschungszentren geradestehen. Der Akzeptanz an den Standorten, fürchtet Thomas Robertson vom Hahn-Meitner-Institut in Berlin, täte eine derart „unklare Entsorgungsoption“ nicht gut.“

Doch auch die hohen Kosten für die Wiederaufarbeitung in Dounreay werden laut Spiegel kritisiert: „Zudem ist die Wiederaufarbeitung teuer: „20 Kilogramm hochangereichertes Uran aus Dounreay“, schimpft Wilfried Krull, Leiter des Forschungsreaktors im GKSS-Forschungszentrum in Geesthacht, „verursachen gegenüber der US-Option Zusatzkosten in einer Größenordnung von zehn Millionen Mark.“ 20 Kilo reichen gerade mal für einen etwa halbjährigen Betrieb des FRM II.“

Trotz der Widerstände der Forschungszentren gegen eine Fortsetzung der Verträge mit Dounreay setzt sich das Forschungsministerium zunächst darüber hinweg. Erst später muss das Ministerium sich dem auch internationalen Druck beugen. Die Verträge mit Dounreay wurden schließlich beendet, die hochradioaktiven Brennelemente aus den Forschungsreaktoren wieder in die USA geliefert.

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