Atommüll, eine Kommission und Gorleben: Alles falsch gemacht?

In Berlin tagt die Atommüll-Kommission, angeblich auf dem Weg, ein „ergebnisoffenes Suchverfahren“ samt Alternativenvergleich für die dauerhaft möglichst sichere Lagerung hochradioaktiver Abfälle vorzubereiten. Ziel sei es, dieses in einem gesellschaftlichen Konsens zu erreichen. Doch ausgerechnet der seit jahrzehnten umstrittene Standort Gorleben ist weiter im Verfahren. „Alles falsch gemacht!“ stellt die Bürgerinitiative Lüchow Dannenberg daher fest und veranstaltet dazu am kommenden Samstag eine Tagung, an der auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE.

In einer Pressemeldung zu dieser Veranstaltung schreibt die BI Lüchow Dannenberg: „Über die Frage, was aus den Fehlern, die es in Gorleben gegeben hat und was nach Abschluss der Arbeit der Endlagerkommission des Deutschen Bundestages kommt, werden nun die Bundestagsabgeordneten Hiltrud Lotze (SPD), Eckhard Pols (CDU) und Hubertus Zdebel (Linke) mit dem niedersächsischen Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) debattieren.

Eingeladen wurden auch die Kommissionsmitglieder. Landrat Jürgen Schulz wird die Seminarteilnehmer, Referenten und Parteienvertreter_innen begrüßen.

In der Kommission selbst geht es derzeit in die vorentscheidende Phase. Die Frage, ob die “Fehler”, die es in Gorleben gab, aufgearbeitet werden, ist dabei von erheblicher Bedeutung.“

Gorleben steht wie nur wenige andere Atomstandorte als Symbol für die heftigsten Auseinandersetzungen um die unverantwortliche Atomenergienutzung in Deutschland. Die größten Polizeieinsätze aus Anlaß der damaligen Castor-Transporte, keine Beteiligung der Öffentlichkeit, das außer Kraft setzen von Grundrechten und immer wieder Tricksereien und der Einsatz politischer Macht haben tiefe Spuren des Mißtrauens weit über die Region Gorleben hinaus hinterlassen. Gorleben sei politisch verbrannt, sagte Sigmar Gabriel zutreffender Weise vor einiger Zeit.

Die Glaubwürdigkeit des neuen Sucherverfahrens wird also in der Tat auch davon abhängen, ob und wie die Fehler der Vergangenheit aufgearbeitet werden. Nur so bestünde die Chance, dass diese in Zukunft nicht wiederholt werden. Und in der Tat: Es gibt kaum Anlaß, optimistisch zu sein, dass die laufende Kommission eine ehrliche Aufarbeitung der in Gorleben und anderswo begangenen Fehler, Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen und Rechtsbrüche leisten wird. Eine wirkliche Fehleranalyse könnte nur zu dem Schluß kommen: Gorleben muss aus dem Verfahren genommen werden, wenn es gelingen soll, einen gesellschaftlichen Konsens für die dauerhafte und möglichst sichere Atommülllagerung zu erreichen.

Wolfgang Ehmke, Sprecher der BI betont: „“Diese ‘Fehler’ aber waren aus unserer Sicht nicht nur Fehler, sondern es handelte sich um einen politisch bewusst gesteuerten Prozess, Gorleben als Endlager zu realisieren, wobei die störende Öffentlichkeit, Klagen etc. ausgebremst wurden und stattdessen pseudowissenschaftlich die ‘Eignungshöffigkeit’ und später sogar die ‘Eignung’ begründet wurden – die Aktenlage ist erdrückend, eine große Hypothek und verstellt den klaren Blick auf die Nichteignung Gorlebens.”

Die BI setzt sich auch aktuell mit dem geplanten Leitbild auseinander, das in dem geplanten Bericht der Kommission enthalten sein soll. Siehe dazu hier mehr: Lernen aus Erfahrung?

Kommt ein Castor gefahren… Hochradioaktiver Erörterungstermin am Neckar

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Jede Menge Atommüll beim Rückbau des AKW Obrigheim: Castoren mit hochradioaktivem Atommüll sollen zum AKW Neckarwestheim verschifft werden.

BUND Baden-Württemberg: „Schippert bald Atommüll über den Neckar? Zumindest hat das Landratsamt Heilbronn bereits ein Planfeststellungsverfahren für den Bau und den Betrieb einer Umschlaganlage für Atommüll am Neckarufer eingeleitet und die EnBW Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) 10.000 Quadratmeter Wald roden lassen. Der BUND in Baden-Württemberg kritisiert das Vorgehen der EnBW: Der Konzern schafft Fakten, ohne dass eine Genehmigung für den Transport der hoch radioaktiven Brennelemente vorliegt. Außerdem lässt das Landratsamt keine Umweltverträglichkeitsprüfung durchführen und keine alternativen Wege für den Transport des Atommülls prüfen. Der Erörterungstermin zur Umschlaganlage für Atommüll am Neckar findet am 20. Januar 2016 im Landratsamt Heilbronn statt.“

Das meldet der BUND in Baden-Württemberg heute auf seiner Homepage. Hintergrund für das kommende Verfahren ist der Rückbau des vor einigen Jahren stillgelegten AKW in Obrigheim. Weil der Betreiber E.on vor Ort den Bau eines Zwischenlagers sparen will, sollen Castor-Transporte mit hochradioaktiven Brennelementen zum AKW Neckarwestheim gebracht werden. Über alle weiteren Dinge ist auf der Homepage des BUND mehr zu lesen. Weitere Castor-Transporte wird es demnächst auch zum AKW in Philippsburg durchs Ländle geben. Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague sollen dort eingelagert werden. Auch dafür wird in diesem Jahr noch ein Genehmigungsverfahren auf den Weg gebracht. Allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Atommüll-Protest – Ein bebilderter Nachmittag am Schacht Konrad

19012016-Gesicht zeigen-Konrad stoppen314Umweltministerin Barbara Hendricks am Schacht Konrad in Salzgitter. „Gesicht zeigen – Konrad stoppen“ hieß es und von der AG Schacht Konrad über Landräte, Bürgermeister, IG Metall, Landvolk, Bundestags- und Landtagsabgeordnete sowie viele Anti-Atom-Aktive folgten viele Hundert diesem Aufruf. umweltFAIRaendern zeigt ein wenig von dem Tag am Schacht in Bildern….

UPDATE: Die Taz berichtet unter diesem Link über den Tag am Schacht Konrad und der DLF per AUDIO (MP3) hier.

 

 

Hotel California bleibt: You can check-out any time you like, but you can never leave!

glenn freyWas waren das für Zeiten, als der West-Coast-Sound erfunden wurde und eine Musik-Ära prägte. Jackson Brown (Lives in the balance) und Glenn Frey schrieben Songs wie Take it easy. Irgendwo lungerte immer Joe Walsh (Turn to Stone) rum. Irgendwie in den Fußstapfen von Crosby, Stills, Nash and Young, weniger politisch, aber irgendwie … Es folgten ein zwei Alben später das fantastische Lyin Eyes oder auch One of these Nights. So viele, so schöne Songs.  Da war The new Kid in town. Und dann dieses eine, dieses ganz einzigartige, dieses mit dem irren Text und der Zeile, die jetzt für Gleny Frey gelten mag. Hotel California. You can check-out any time you like, but you can never leave! Eine der sicher besten und ausgereiftesten Fassungen dieses Songs brachten Glenn Frey und die Eagles jenseits der 70er Jahre auf der Tour Farewell. Ja, Farewell! „Hotel California bleibt: You can check-out any time you like, but you can never leave!“ weiterlesen

Geplante Atommülllagerung? Gesicht zeigen am Schacht Konrad

P1020367Gesicht zeigen – Konrad stoppen. Auch die drei Bundestagsabgeordneten der Fraktion DIE LINKE, Hubertus, Zdebel, Jutta Krellmann und Pia Zimmermann waren heute vor Ort, als Bundesumweltministerin Barbara Hendricks den weiteren Umgang mit dem geplanten Atommüllstandort P1020496darstellte. Die LINKE fordert, keine Erweiterung des Schachts und eine umfassende Überprüfung nach Stand von Wissenschaft und Forschung für den Schacht. Es braucht eine neuen umfassenden Neustart auch in Fragen der Sicherheit bei der Lagerung der leicht- und mittelradioaktiven Abfälle.

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