LINKE: Kein Geld mehr ins Milliardengrab Stuttgart 21 – Bahnstrecke Münster-Lünen zweispurig ausbauen!

Nach den jetzt bekannt gewordenen Kostensteigerungen plädiert der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) für ein Ende des Bahnprojekts Stuttgart 21. „Durch die fatalen Mehrkosten beim Projekt Stuttgart 21 von jetzt mehr als einer Milliarde Euro fehlt das Geld an anderer Stelle, beispielsweise für den dringend notwendigen zweispurigen Ausbau der Strecke Münster-Lünen-Dortmund. Die steigenden Kosten werden zudem weitere negative Folgen für Bahnnutzerinnen und -nutzer in ganz Deutschland haben, wie weitere Kürzungen beim Wagen- und Lokmaterial.“

Zdebel weiter: „Auch jetzt gilt noch immer, dass ein Ausstieg aus Stuttgart 21 billiger wäre als der Weiterbau – besonders wenn man bedenkt, dass der neue Bahnhof weniger leistungsfähig wäre als der alte. Sinnvolle Alternativen sind jetzt noch möglich: Dafür liegt ein ausgearbeitetes Konzept der Protestbewegung (http://www.umstieg-21.de) vor. Das müssen die Verantwortlichen jetzt endlich ernsthaft angehen!“

Vattenfall AKW Krümmel: Verunreinigte Brennelemente sollen in die USA

Vattenfall will zwölf Brennelemente aus dem abgeschalteten AKW Krümmel in die USA transportieren. Die Brennelemente waren zwar nicht im Reaktoreinsatz, sind aber mit Kobalt 60 belastet. Vattenfall hatte geplant, diese Brennelemente einzusetzen und hatte sie dafür bereits in das Nasslager eingestellt, welches oberhalb des Reaktordruckbehälters liegt. Die im Reaktor befindlichen hochradioaktiven Brennelemente haben somit durch das umfließende Wasser für die Kontaminierung gesorgt. Ende 2018, so die Bergedorfer Zeitung, soll der Transport in die Brennelementefabrik von Richland im Nordwesten der USA (Bundesstaat Washington) erfolgen.

Rechtlich dürfte die Frage eines Exports in die USA nicht ganz einfach sein, denn auch zur Wiederverwertung darf Kernbrennstoff und Atommüll nach dem Atomgesetz nicht einfach ins Ausland gebracht werden. Die Frage ist, wie diese kontaminierten Brennelemente und ihre Bearbeitung im Ausland rechtlich zu bewerten sind. Dieses angereicherte und kontaminierte Uran (Kernbrennstoff) kann vermutlich auch nicht einfach wie z.B. schwachtaktiver Atommüll (kein Kernbrennstoff) zur Konditionierung ins Ausland gebracht werden. Es dürfte interessant sein, wie das Bundesamt für kerntechnische Entsorgung als zuständige Behörde diese geplanten Atomtransporte bewerten wird.

Für den Umgang mit derartig belasteten Uran-Brennelementen gibt es in Deutschland laut Vattenfall keine Möglichkeit. Die Brennelementefabrik der AREVA in Lingen darf nur mit frischem angereichertem Uran hantieren. Ob auch Anlagen in Frankreich oder Belgien geprüft wurden, ist unklar. Mit dem Transport in die USA will Vattenfall erreichen, dass nach einer Reinigung der Brennelemente das darin enthaltene Uran verkauft und erneut zu Brennelementen verarbeitet werden kann. Aufgrund der besonderen Spezifikationen des AKW Krümmel können für diese Anlage gefertigte Brennelemente nicht in anderen Reaktoren eingesetzt werden. Lediglich in Gundremmingen werden derzeit noch vom Krümmel-Typ zwei Siedewasserreaktoren betrieben. Andere unbenutzte Brennelemente, die in einem separaten Trockenlager aufbewahrt wurden, werden – wie auch bei anderen abgeschalteten AKWs – z.B. nach Lingen transportiert und das Uran dort für andere Reaktoren neu verarbeitet.

Laut Bergedorfer Zeitung erklärte eine Vattenfall-Sprecherin, dass die Brennelemente vor dem Transport in die USA gereinigt würden. Allerdings sei es anschließend jedoch wegen der Eigenstrahlung des Brennstoffs nicht möglich, nachzumessen, ob sich kein Kobalt 60 mehr auf der Oberfläche befindet.

„Herkömmlich“ abgebrannte Brennelemente aus dem Reaktorbetrieb von Krümmel sind inzwischen in das benachbarte Standort-Zwischenlager transportiert. Dort befinden sich nun 41 Castor-Behälter mit 1093 abgebrannten Brennelementen.

Allerdings ist damit der Reaktor bzw. das Nasslager immer noch nicht frei von Kernbrennstoffen, wie die Bergedorfer Zeitung schreibt: „Laut Vattenfall befinden sich im Brennelementelagerbecken noch 78 Sonderbrennstäbe sowie ein Brennelement, das wiederum in 76 dieser Sonderbrennstäbe zerlegt werden müsse. Um diese Brennstäbe in Castoren unterzubringen, würden sogenannte Köcher benötigt, für die es noch keine Zulassung gebe. Deshalb rechnet der Kraftwerksbetreiber nicht vor 2019 damit, das Lagerbecken endgültig geleert zu haben.“ Auch in anderen bundesdeutschen Reaktoren gibt es mit diesen Sonderstäben bislang Probleme.

Bettina Boll von den Grünen in Geesthacht kritisiert das geplante Vorgehen von Vattenfall: Die Grünen „hätten immer deutlich gemacht, dass es kurze Wege bei Atomtransporten geben müsse“, heißt es hier bei der BZ.

Glyphosat: „Sich aufregen allein reicht nicht“

Deutschland hat vorgestern auf EU-Ebene der Zulassung des schädlichen und wahrscheinlich krebserregenden Unkrautgifts Glyphosat des Agrar-Konzerns Monsanto für weitere fünf Jahre zugestimmt. Weil die Zustimmung in der geschäftsführenden Bundesregierung offensichtlich nicht Konsens war, gibt es jetzt große Aufregung.

„Sich aufregen über den vermeintlichen Alleingang des zuständigen Agrarministers Schmidt (CSU) allein reicht nicht”, meint der münstersche Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE). „Und es ist auch nicht damit getan, Schmidt auszutauschen. Der berüchtigte Gen-und Giftkonzern Monsanto, der kurz vor der Übernahme durch Bayer steht, hat in der Vergangenheit mit den miesesten Methoden kräftig für die Verlängerung der EU-Genehmigung für Glyphosat lobbyiert. Die Verlängerung der Glyphosat-Zulassung um fünf Jahre ist unverantwortlich, sie stellt ein enormes gesundheitliches und ökologisches Risiko dar. Solche krankmachende Lobby-Politik im Interesse von Großaktionären und Konzernchefs darf sich nicht durchsetzen.“

Zdebel weiter: „Der deutsche Bayer-Konzern ist gerade dabei, den Glyphosat-Hersteller Monsanto zu übernehmen und so zu einem internationalen Champion in der Unkrautvernichtungs- und Saatgut-Industrie aufzusteigen. Mit einem solchen Chemieriesen geriete die Bundesregierung noch stärker unter Druck, die Produktion und den Einsatz gesundheitsgefährdender Stoffe wie Glyphosat zuzulassen. Auch hinsichtlich möglicher Zusammenhänge zwischen dieser Übernahme mit der jetzt erfolgten Zustimmung zur Glyphosat-Verlängerung bedarf es weiterer Aufklärung. Für DIE LINKE ist klar: Großkonzerne in der Chemieindustrie gehören unter demokratische Kontrolle. In einem ersten Schritt sollten alle Chemiekonzerne wenigstens den Regeln der Montanmitbestimmung unterworfen werden.“

DIE LINKE fordert in einer Anfrage Auskunft von der Bundesregierung über den Vorgang: “Auf der Grundlage welcher neuen Sachgründe hat die Bundesregierung am 27.11.2017 bei der erneuten Abstimmung im EU-Vermittlungsausschuss über eine Zulassung des Unkrautvernichters Glyphosat ihr bisheriges Votum von Enthaltung auf Zustimmung geändert und welche konkreten Argumente der Mitgliedstaaten, die eine Zulassung abgelehnt haben, hat die Bundesregierung verworfen?” Die Antwort steht aus.

Protestaktion des BUND für einen nationalen Ausstieg aus Glyphosat:
https://aktion.bund.net/gemeinsam-gegen-glyphosat

Atommülllager ASSE II: Kontroverse um neue Struktur der Öffentlichkeitsbeteiligung

Seit längerem verläuft der öffentliche Begleitprozess beim Atommülllager ASSE II unrund. Verschiedene Sachprobleme im Zusammenhang mit der geplanten Rückholung der dort eingelagerten Atommüllfässer haben zu Kontroversen nicht nur mit dem ASSE-Betreiber (ehemals Bundesamt für Strahlenschutz, jetzt Bundesgesellschaft für Endlagerung) geführt. Nicht nur Maßnahmen zur Verfüllung von Stollen, sondern z.B. auch die Frage, wo ein Zwischenlager für die zu bergenden Abfälle entstehen sollte, waren heftige Streitpunkte. Dabei ist es auch zwischen den beteiligten Initiativen zu Auseinandersetzungen gekommen. Zahlreiche Versuche, im Rahmen der bisherigen Strukturen zu einer Lösung der Konflikte zu kommen – inklusive einer Mediation – schlugen fehl. Jetzt kommt es zu einer Neuordnung der Beteiligungsstrukturen, die von einigen Gruppen bzw. Akteuren abgelehnt wird, aber beispielsweise von der AG Schacht Konrad aufgrund der bislang völlig verfahrenen Situation begrüßt wird.

Auf der Homepage der Asse-II-Begleitgruppe finden sich unter der Überschrift „Stellungnahmen zum Strukturvorschlag für die angepasste Weiterentwicklung und Fortsetzung der Asse2 Begleitgruppe“ jede Menge Papiere, die sich mit dem „Strukturvorschlag der Bürgermeisterinnen der Samtgemeinde Elm-Asse und Sickte, des Bürgermeisters der Stadt Wolfenbüttel sowie der Landrätin des Landkreises Wolfenbüttel für die angepasste Weiterentwicklung und Fortsetzung der Asse2 Begleitgruppe“ auseinandersetzen. Der Vorschlag war bereits am 27.02.2017 den politischen Gremien vorgestellt worden und ist inzwischen auf vielen Treffen und Veranstaltungen diskutiert und vor wenigen Wochen in veränderter Form verabschiedet worden.

Auf der Seite ASSE-Watch findet sich die Kritik aus einem Teil der Initiativen vor Ort gegen diesen Strukturvorschlag (eine aktuelle Seite des ASSE-2-Koordinationskreises habe ich leider nicht gefunden). (Siehe hier zum A2K bei der AG Schacht Konrad)

Die AG Schacht Konrad hat auf die Neustrukturierung des ASSE-Begleitprozesses inzwischen mit zwei Stellungnahmen grundsätzlich positiv reagiert und „wirbt für Neuanfang der ASSE II-Begleitgruppe (24.11.)“. Zuvor hatte die AG am 17.11. gefordert:“Für einen Neuanfang des ASSE II-Begleitprozesses„.

Schon seit Jahren verläuft der Prozess im Koordinationskreis A2K schwierig. Darauf verweist die AG Schacht Konrad, wenn sie über den Kreis schreibt: „Die zunächst sehr erfolgreiche Arbeit des A2K bekam einen ersten Knick nach der Zustimmung der A2K-Vertreter in der ASSE II-Begleitgruppe (a2b) zu der durchaus umstrittenen „Lex ASSE“. Sie hatten sich dem Druck von Landrat Jörg Röhmann gebeugt und entgegen ihrer eigenen vorher im A2K geäußerten Position gestimmt.

In der Folge haben sich mehrere Gruppen, so auch die AG, aus dem Briefkopf des A2K entfernen lassen. Um die Zusammenarbeit trotzdem weiterhin aufrecht zu erhalten, hat der ASSE-Beauftragte der AG, Claus Schröder, weiterhin im A2K und auch als A2K-Vertreter im a2b mitgearbeitet.

Ab Anfang 2015 gab es zunehmend inhaltliche Differenzen zu der Frage der Standortsuche für ein Zwischenlager für den zu bergenden Müll. Die Zusammensetzung der Treffen veränderte sich (es gibt keine festen Delegierten; jedeR Anwesende hat eine Stimme) und die Mehrheit entfernte sich von der Position, die eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe noch im Februar 2014 erarbeitet hatte. Von einigen Mitgliedern wurde sogar explizit die Forderung „Kein Zwischenlager an der ASSE“ erhoben.

Die Aktivitäten des A2K erschöpften sich im gesamten Jahr 2015 im Wesentlichen in der öffentlichen Auseinandersetzung mit der Vorsitzenden der a2b, Landrätin Christiana Steinbrügge. Manche Maßnahmen der Landrätin fand auch die AG kritikwürdig; die öffentliche Auseinandersetzung schadete jedoch der Begleitgruppe insgesamt. Parallel wurden Positionen per Mehrheitsentscheidung durchgedrückt, obwohl die ursprüngliche Aufgabe des A2K lediglich war, die Aktivitäten zu koordinieren. In der Folge traten AG, Sickter BASA und die GRÜNEN KV Wolfenbüttel aus dem A2K aus und setzen zukünftig ihre ASSE-Arbeit außerhalb des A2K fort.“

An diese und aktuellere Konflikte knüpft die AG an, wenn sie nun in Reaktion auf einige andere Initiativen aus dem A2K feststellt: „Ein Treffen am „runden Tisch“ führe nicht automatisch dazu, dass die Region in Sachen Rückholung mit einer Stimme spricht“, erklärt Claus Schröder, ASSE-Beauftragter der Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und Mitglied der ASSE-II-Begleitgruppe (a2b). „Der Vorschlag des ASSE-II-Koordinationskreises (A2K) ignoriere schlichtweg die Erfahrungen in der Begleitgruppe. Die befürchtete Zersplitterung sei seit knapp drei Jahren bereits Realität“, so Schröder weiter. „Damit die Region mit einer Stimme spreche, sei es vielmehr nötig, dass alle Beteiligten inhaltlich kompromissbereit seien.“

Zu den Kritisierten gehört u.a. auch aufpASSEn.org. RegionalWolfenbüttel berichtet über deren Kritik z.B: „Kritische Stimmen unerwünscht? „Kritische Mitglieder der Asse 2 Begleitgruppe, die genauer hinschauen und Fehler aufzeigen, sind wohl nicht mehr erwünscht. Die Politik schafft sich nun einen politisch gesteuerten Begleitprozess, der jederzeit veränderbar ist“, so die Einschätzung von Asse II Koordinationskreis und AufpASSEn e.V.. Der Schein der Bürgerbeteiligung solle so erhalten bleiben. Dies geschehe wie zufällig in einer Zeit, in der der Betreiber den Standort zum Zwischenlager festlege. Eine starke regionale Asse 2 Begleitgruppe, die fachlich arbeitet und möglichst mit einer Stimme spricht, sei hier im Weg.“

Ganz anders betrachtet die AG Schacht Konrad die Situation. In der Presseerklärung vom 17. November ist zu lesen: „Kreistag spricht sich für Änderungsvorschlag der AG aus – Bei nur einer Gegenstimme hat der Kreistag Wolfenbüttel auf seiner Sitzung am 13.11.17 mit breiter Mehrheit das Modell der Hauptverwaltungsbeamten (HVBs) für eine neue Struktur der ASSE II-Begleitgruppe (a2b) mit dem Änderungsvorschlag von Claus Schröder (für die AG) beschlossen. Es folgen noch bis zum 20.12.17 die Ratssitzungen der Samtgemeinden Sickte und Elm-Asse, sowie der Stadt Wolfenbüttel, auf denen ebenfalls über die neue Struktur beraten wird. Wenn es auch dort entsprechende Mehrheiten gibt – was zu erwarten ist -, kann es im Februar/März nächsten Jahres mit der Gründungsversammlung einer „Zivilgesellschaftlichen Kammer“ zu einem Neuanfang der Begleitgruppenarbeit kommen.

Warum ist ein Neuanfang nötig?

Die in den ersten Jahren durchaus erfolgreiche Arbeit der a2b war in den letzten knapp drei Jahren geprägt von einer nicht sachorientierten Auseinandersetzung zwischen dem ASSE II-Koordinationskreis (A2K) und den HVBs. Auch zwei Mediationen konnten die Probleme in der Art der Zusammenarbeit nicht lösen, die immer wieder aufflammten, sobald es um strittige Themen ging. Die AG hatte – aus ähnlichen Gründen – vor zwei Jahren den A2K verlassen und einen Antrag auf einen eigenen Sitz in der a2b gestellt, der bis heute nicht abschließend behandelt wurde. Die AG hat beide Seiten kritisiert und zu einer gemeinsamen Arbeit aufgerufen, bei der auf die Empfindlichkeiten der jeweils anderen Seite Rücksicht genommen wird; leider ohne Erfolg. Aus sich heraus war die a2b nicht in der Lage, die Krise zu lösen.

Warum wurde der Kreistag eingeschaltet?

Es gibt keine gesetzlichen Regelungen für derartige Problemfälle der a2b. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang ein Blick auf den Ursprung dieses Begleitprozesses: 2008 wurde die a2b aufgrund entsprechender Forderungen der Samtgemeindebürgermeisterinnen der umliegenden Kommunen durch die beteiligten Behörden installiert. Für die AG ist es nachvollziehbar, wenn das demokratisch gewählte Gremium der Region über einen Ausweg aus der Sackgasse berät; besser, als wenn das Land oder der Bund ein neues Modell vorsetzen würden.

Was ändert sich mit dem neuen Modell?

Statt einer Begleitgruppe mit 17 Mitgliedern soll es zwei Kammern geben:  „KommunalvertreterInnen“ (HVBs und Fraktionen im Kreistag) und „Zivilgesellschaftliche VertreterInnen“ (ZGV). Die VertrerInnen der ZGV sollen auf einer Gründungsversammlung gewählt werden. Das Gremium soll deutlich breiter aufgestellt sein als bisher; z.B. mit Landvolk, Gewerkschaften, Landeskirche und VertreterInnen der jungen Generation. Es wird keine Mehrheitsentscheidungen mehr geben. Das folgt der – aus AG-Sicht – richtigen Erkenntnis, dass die a2b nichts zu entscheiden hat (Entscheidungen trifft allein der Betreiber). Trotzdem sollte natürlich um gemeinsame Forderungen an den Betreiber gerungen werden. Bei Mehrheitsentscheidungen würde man der unterlegenen Gruppierung zumuten, nach außen Forderungen zu vertreten, die sie selbst inhaltlich nicht richtig findet. Die AG verweist in diesem Zusammenhang immer auf das gelungene Beispiel des Salzgitter-Bündnisses gegen Schacht KONRAD.

Was hat die AG vorgeschlagen?

Die AG akzeptiert die Aufspaltung auf zwei Kammern, da so die zerstrittenen Blöcke erstmal getrennt werden und eine sachgerechte Arbeit wieder möglich wird. Der Vorschlag der AG, dem der Kreistag zugestimmt hat, ist, dass sich die beiden Kammern vier Mal pro Jahr zu gemeinsamen Sitzungen treffen. Auf diesen Sitzungen stellen die Wissenschaftler, die die a2b beraten, ihre Stellungnahmen vor. Die Positionsfindung erfolgt dann in den getrennten Sitzungen der beiden Kammern.

Wann geht es wie weiter?

Ab sofort sind alle Gruppen und Organisationen aufgerufen, für die Mitarbeit in der Kammer der Zivilgesellschaft zu werben. Anfang des Jahres wird es vermutlich eine Infoveranstaltung des Landkreises über die neue Struktur des Begleitprozesses geben. Im Februar/März nächsten Jahres wird dann die Gründungsversammlung der Zivilgesellschaftlichen Kammer stattfinden. Moderiert wird diese Versammlung -wie auch die anderen Sitzungen – von dem Umweltbeauftragten der Landeskirche Hannover, Pastor Rolf Adler. Bis dahin soll dann auch die Forderung der AG nach korrekter Auflösung der bisherigen a2b gemäß §10 der jetzigen Geschäftsordnung erfüllt sein. Die neue Struktur ist sicherlich nicht der Weisheit letzter Schluss. Geplant ist schon jetzt eine Evaluation nach zwei oder drei Jahren mit der Möglichkeit einer erneuten Anpassung.“

LINKE beantragt im Bundestag: Atomwaffenverbotsvertrag beitreten – Atomwaffen abziehen

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel und die Fraktion DIE LINKE. im Bundestag fordern die Bundesregierung auf, den Atomwaffenverbotsvertrag der UN umgehend zu unterzeichnen und dem Parlament zur Ratifizierung vorzulegen. Mit ihrem Antrag greift die Fraktion auch die Forderungen des Friedensnobelpreisträgers ICAN (Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen) auf.

„Mit dem Beschluss der UN-Vollversammlung über den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen vom 7.7.2017 hat die überwältigende Mehrheit der Staaten (122 Länder) ein deutliches Zeichen für eine nuklearwaffenfreie und friedlichere Welt gesetzt. Es ist höchste Zeit, dass auch Deutschland den Atomwaffenverbotsvertrag unterschreibt und die US-Atomwaffen aus Büchel abgezogen werden.

Die teils im Besitz von E.on und RWE befindliche Firma URENCO macht Geschäfte mit der Modernisierung der US-Nuklearwaffen. Mit einem Veto der Bundesregierung im Kontrollgremium über die URENCO muss sichergestellt werden, dass das Unternehmen kein Uran an Atomreaktoren liefert, die am US-Atomwaffenprogramm beteiligt sind“, sagte der Abgeordnete Hubertus Zdebel zu dem Antrag seiner Fraktion.

  • Dem Atomwaffenverbotsvertrag beitreten – Atomwaffen abziehen – Antrag – Drucksache Nr. 19/98 (PDF)

Siehe auch:

 

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