Hoch radioaktiver Atommüll nicht nur über die Nordsee ins Zwischenlager Brokdorf. Noch sollen fast 150 Atomtransporte mit extrem gefährlichem Strahlenmüll von Jülich in das Zwischenlager nach Ahaus innerhalb von NRW per gepanzertem Tieflader rollen. Tausende Polizist*innen und deren Begleitfahrzeuge überwachen jeweils den Transport. NRW? Gesperrte Brücken, marode Bauwerke und all das? Die Linksfraktion will jetzt von der Bundesregierung wissen, wie es um den Zustand von Brücken und Überquerungen steht, die der hoch radioaktive Atommülltransport durch NRW ist.
Die fahrtechnische Ausgangslage für die Atomtransporte von Jülich nach Ahaus: Die Gesamtlänge der Transporteinheit beträgt rund 30 Meter, das Gesamtgewicht (mit Castor) beträgt ca. 130 Tonnen (ohne Castor rund 100 Tonnen), verteilt auf 13 Achsen. Die Zugmaschine ist keine Sonderanfertigung, sie wurde jedoch nach der Anschaffung gemäß der Anforderungen aus der SEWD-Transport gehärtet. (Terrorschutz). Der 9-achsige Sattelauflieger wurde speziell für den besonderen Einsatzzweck entwickelt. In Transportkonfiguration befindet sich eine „Schutzhaube“, die aber wohl eher optische Bedeutung hat. (siehe ausführlicher: Hochradioaktiv auf Geisterfahrt: 152 gepanzerte Atomtransporte x 130 Tonnen auf 13 Achsen, auf der Reise von Jülich nach Ahaus – oder wie weiter?)
Mareike Hermeier und die Linksfraktion wollen jetzt genauer wissen, wie das mit der Verkehrssicherheit bei diesen Atomtransporten aussieht. Insgesamt 18 Fragen zum Thema: „Baulicher Zustand der Brückeninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen im
Zusammenhang mit Castortransporten zwischen Jülich und Ahaus“ werden gestellt. Die Anfrage ist hier als PDF in der Parlamentsdatenbank des Deutschen Bundestags (Drs. 21/6376. Die Antwort der Bundesregierung wird eine andere Nummer haben!)
Es wird interessant sein, ob die schwarz-rote Bundesregierung ernsthaft auf diese Fragen eingeht oder sich möglicherweise mit Hinweis auf die Zuständigkeit der NRW-Landesbehörden aus der Affäre zieht. Dann sollte die schwarz-grüne Landesregierung in NRW so umsichtig sein, diese Fragen vollumfänglich zu beantworten.
Bei Heute im Bundestag (HiB) ist dazu am 15. Juni zu lesen: „Castortransporte: Linke fragt nach Bauzustand von Brücken – Berlin: (hib/SAS) Vor dem Hintergrund der Atommülltransporte von Jülich nach Ahaus thematisiert Die Linke den baulichen Zustand der Brückeninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen. In einer Kleinen Anfrage (21/6376(Dokument, öffnet ein neues Fenster)) erkundigt sie sich bei der Bundesregierung nach den konkreten Strecken für den Transport der bis zu 130 Tonnen schweren Castoren, den dabei passierten Brücken sowie dem Sanierungs- und Erneuerungsbedarf dieser Brücken.“
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