Der „Noch-Staatskonzern“ Uniper sichert die langfristige Energieversorgung Deutschlands mit Erdgas. 15 Jahre Laufzeit von 2027 bis 2041 für eine Gasmenge von jährlich mehr als 30 TWh Erdgas. Trotz Hitzewellen, Waldbränden, Flutkatastrophen und Wassernotstand: Kritik aus den Reihen der Klimaschutzbewegung scheint es an diesem fossilen Deal bislang kaum zu geben. Uniper wurde in Folge des Ukraine-Kriegs verstaatlicht und ist einer der mächtigsten Energiekonzerne in Deutschland.
Das Unternehmen ist entstanden als Ausgründung einer Art Bad-Bank vom damaligen Atom- und Fossilkonzern E.on und ist Deutschlands wichtigster Gasimporteur mit intensiven Verbindungen zu den Stadtwerken und Regionalversorgern, Kraftwerksbetreiber und Eigentümer von Gasspeichern – das volle fossile Programm. Auch schwedische Atommeiler gehören zu Uniper. Damit ist Unipeter also sowas wie „kritische Infrastruktur von strategischer Bedeutung“. Nicht nur für die Energieversorgung, sondern auch für den Klimaschutz. Daher gehört so etwas grundsätlich in die öffentiche Hand. Und: Mit der sozialen und ökologischen Relevanz gehört Uniper damit auch in den Bereich, der der Daseinsvorsorge zuzuordnen ist. Damit sollten keine Profite gemacht werden! Jetzt soll der Konzern, der ein extrem wichtiges Steuerinstrument für die Erneuerbare Energiewende sein könnte, wieder privatisiert werden. Keine gute Idee!
Die Tagesschau berichtet über den fossilen Deal von Uniper mit dem norwegischen Staatskonzern Equinor. Zur Dimension des Vertrages erklärt Tagesschau: „Dies entspreche grob dem Gasverbrauch von mehr als zwei Millionen Haushalten in Deutschland pro Jahr. Das Gas soll über bestehende Pipelines nach Deutschland kommen.“ Weiter heißt es: „Insgesamt bezieht Deutschland nach Angaben der Bundesnetzagentur rund 44 Prozent seines Gases aus dem skandinavischen Land. Damit ist Norwegen der größte Gas-Lieferant Deutschlands. Ein kleiner Teil des Gases kommt auch über LNG-Terminals nach Deutschland, hier sind die USA mit Abstand der größte Lieferant.“
- Konzerne in öffentlicher Hand: Greenpeace hatte im Juni eine Klage gegen Uniper gewonnen: „Energiekonzern Uniper muss nach Umweltinformationsgesetz Auskunft geben“ Musterklage von Greenpeace erfolgreich. Zuletzt nahmen die Kritischen Aktionäre im Mai auf der Hauptversammlung von Uniper Stellung: Uniper: Fossile Expansion trotz Klimakrise und Milliardenrisiken. Daran beteiligt u.a. auch die Deutsche Umwelt Hilfe (DUH und urgewald. Siehe dazu die Dokumentation der PM mit weiterführenden Links)
In Verbindung mit dem Gas-Deal verweist das ARD-Nachrichtenmagazin auf Umweltprobleme, weil Norwegen trotz „der Haltung der EU an seinen Plänen zur Öl- und Gasförderung in der arktischen Barentssee festhalten (will), wie Energieminister Terje Aasland der Nachrichtenagentur Reuters sagte.“ Und: „Ohne die Erschließung neuer Vorkommen droht die Förderung nach offiziellen Prognosen jedoch nach 2030 stark zu fallen. Norwegen gehört nicht der EU an, aber dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR).Die EU befürwortet aus Umweltschutzgründen eigentlich ein Verbot neuer Bohrungen in der Arktis. Sie erwägt jedoch angesichts von Sorgen um die Energiesicherheit eine Neubewertung ihrer Politik.“
- Siehe das Bundeswirtschaftsministerium hier zu „Maßnahmen zur Sicherung der Erdgasversorgung„. Unten die Dokumentation der PM von Uniper zu dem hier diskutierten Gasliefer-Vertrag mit Norwegen.
umweltFAIRaendern hatte zu dem Thema Uniper zuletzt berichtet:
- Klimakrise: Uniper muss in öffentlicher Hand bleiben. Keine rePrivatisierung
- Energiepolitik in öffentlicher Hand: Klimakatastrophe und Reprivatisierung von UNIPER und SEFE? Kann der Verkauf gestoppt werden? Fragen und Fordungen im Bundestag
- Klimakatastrophe, Gasgeschäfte und Atomstrom: Bundesregierung strebt Reprivatisierung von Uniper an
- Uniper: Von wegen Ökostrom: Vattenfall setzt auf Atomenergie
Dokumentation der PM von Uniper:
Norwegisches Erdgas für Deutschland: Uniper und Equinor vereinbaren langfristige Gaslieferungen
- Langfristige Partnerschaft: Uniper und Equinor haben eine Vereinbarung über die Lieferung von Erdgas nach Deutschland mit einer Laufzeit von 15 Jahren ab 2027 geschlossen.
- Versorgungssicherheit: Die Partnerschaft unterstützt die zuverlässige Versorgung Deutschlands mit mehr als 30 TWh Erdgas pro Jahr und trägt zur weiteren Diversifizierung des Uniper-Portfolios bei.
- Norwegisches Erdgas mit geringeren Emissionen: Uniper und Equinor wollen ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen und gemeinsam den Markt für Erdgas mit geringeren Emissionen weiterentwickeln.
Düsseldorf/Stavanger, 24. August 2026 – Uniper und Equinor haben eine Vereinbarung über die Lieferung von Erdgas nach Deutschland mit einer Laufzeit von 15 Jahren unterzeichnet. Im Rahmen der Vereinbarung wird Equinor Uniper von 2027 bis 2041 jährlich mehr als 30 TWh Erdgas liefern. Die Vereinbarung stärkt die langfristige Erdgasversorgung des deutschen Marktes und trägt zur weiteren Diversifizierung des Uniper-Portfolios bei. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit der Uniper-Kunden in Deutschland. Der Vertrag wurde am Montag, 24. August 2026, in Stavanger unterzeichnet.
Diese langfristige Vereinbarung ist ein wichtiger Schritt für die Zukunft des europäischen Energiesystems. Sichere und wettbewerbsfähige Energiemärkte brauchen verlässliche und langfristige Partnerschaften. Mit dieser Vereinbarung stärken wir die langfristige Gasversorgung Deutschlands und vertiefen zugleich unsere Zusammenarbeit mit Equinor. Gemeinsam wollen wir Lösungen für Erdgas mit geringeren Emissionen für Kunden in Deutschland weiterentwickeln. Norwegen ist ein wichtiger Partner für die Energieversorgung Europas. Mit Equinor arbeiten wir seit vielen Jahren vertrauensvoll zusammen und bringen unsere gemeinsame Erfahrung und Expertise im europäischen Energiemarkt in diese Partnerschaft ein.
Wir freuen uns, unsere langjährige Partnerschaft mit Uniper weiter auszubauen. Diese Vereinbarung unterstreicht die starke Nachfrage nach zuverlässigen, langfristigen Gaslieferungen vom norwegischen Kontinentalschelf, die Energie und industrielle Rohstoffe mit geringeren CO₂-Emissionen als alternative Gaslieferquellen bereitstellen. Sie stärkt zudem die Rolle von Equinor als verlässlicher langfristiger Energiepartner für Europa.
Equinor ist einer der wichtigsten Erdgaslieferanten Europas. Als überwiegend staatliches norwegisches Energieunternehmen stellt es eine direkte Verbindung zwischen dem europäischen Energiemarkt und den bedeutenden Erdgasressourcen Norwegens her.
Für Uniper ist die Vereinbarung ein weiterer wichtiger Baustein zur Sicherung zuverlässiger Bezugsquellen für den deutschen Markt und zur weiteren Stärkung der langfristigen Versorgungssicherheit seiner Kunden in Deutschland. Langfristige und zuverlässige Lieferbeziehungen mit etablierten europäischen Produzenten sind vor dem Hintergrund der anhaltenden Volatilität an den globalen Energiemärkten von besonderer Bedeutung. Sie sind eine wichtige Säule für die Energieversorgungssicherheit Deutschlands und tragen zu einem funktionierenden und wettbewerbsfähigen europäischen Gasmarkt bei.
Gleichzeitig wollen Uniper und Equinor ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen, um die Entwicklung von Erdgas mit geringeren Emissionen voranzutreiben. Norwegisches Erdgas weist im europäischen Vergleich eine geringe Emissionsintensität auf. Dazu trägt unter anderem die direkte Anbindung Norwegens an den europäischen Markt über die bestehende Pipeline-Infrastruktur bei. Mit der langfristigen Liefervereinbarung unterstreichen Uniper und Equinor ihre gemeinsame Rolle bei der Sicherstellung einer zuverlässigen Erdgasversorgung Europas und schaffen zugleich eine Grundlage für die weitere Zusammenarbeit bei Erdgas mit geringeren Emissionen.
Über Equinor
Equinor ist ein internationales Energieunternehmen mit Aktivitäten in mehr als 30 Ländern. Das Unternehmen verbindet Öl und Gas, erneuerbare Energien und CO₂-arme Lösungen, um den weltweiten Energiebedarf zu decken. Equinor ist einer der größten Erdgaslieferanten Europas und baut sein Portfolio im Bereich erneuerbare Energien, insbesondere Offshore-Windenergie, weiter aus. Der Hauptsitz von Equinor befindet sich in Stavanger, Norwegen; die Mehrheit der Anteile befindet sich im Besitz des norwegischen Staates.
Über Uniper
Uniper mit Sitz in Düsseldorf ist ein europäisches Energieunternehmen mit globaler Reichweite. Mit rund 7.000 Mitarbeitern spielt das Unternehmen eine zentrale Rolle bei der Sicherung der Energieversorgung in Europa – insbesondere in seinen Kernmärkten Deutschland, Großbritannien, Schweden und den Niederlanden. Mit 18,5 Gigawatt Erzeugungskapazität ist Uniper das Rückgrat einer zuverlässigen Stromerzeugung. Als führender Gashändler und einer der wichtigsten LNG-Importeure Nordwesteuropas stärkt Uniper die Versorgungssicherheit mit einem breiten Beschaffungsportfolio. Durch Investitionen in erneuerbare Energien, Wasserstoff und andere kohlenstoffarme Energieträger treibt Uniper zudem die Transformation der Energiewirtschaft voran.
In seinem Heimatmarkt Deutschland versorgt Uniper rund 1.000 Kommunen und Industrieunternehmen mit Energie und Dienstleistungen. Darüber hinaus ist Uniper Deutschlands größter Betreiber von Gasspeichern und Wasserkraftwerken.
Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung der Uniper SE und anderen derzeit für diese verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die Uniper SE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren oder an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
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