Volksentscheid Energienetze Hamburg: Oops, sie tun es schon wieder. SPD-Linke für JA zum Volksentscheid. Diskurs Teil 2

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Sie tun es schon wieder: SPD-Linke widersprechen der Obrigkeit in der SPD Hamburg

Sie tun es schon wieder. Der Hamburger Diskurs – Teil 2 ist erschienen und erneut widersprechen SPD-Linke der offiziellen Politik des großen Vorsitzenden Olaf Scholz. Also der Obrigkeit. Grenzt das an Gotteslästerung? Dabei hatte die Parteispitze alles aufgefahren, um die SPD-GenossInnen nach dem Erscheinen der Nummer 1 des Hamburger Diskurses klein zu machen: Das Headquarter setzte die Akteure, die es wagten, öffentlich ihre Namen zu nennen, nicht nur intern massiv unter Druck. In der Bild-Zeitung und anderen Hamburger Medien wurden sie auch zum Abschuss freigegeben, da durften sie so richtig unter der Gürtellinie beschimpft werden. Siehe hier: Volksentscheid Energienetze Hamburg – SPD-Spitze zeigt dünne Nerven

Doch sie tun es wieder und veröffentlichen nun eine weitere Ausgabe des Diskurs. Hier ist die Ausgabe 2 als PDF.

Darin u.a. ein Interview mit Franz Alt, der sich entschieden für die Energiewende einsetzt. Darin auch die Frage, wie schlau es von der Hamburger SPD ist, sich mit einem breiten Bürgerbündnis anzulegen und stattdessen das Super-Bündnis mit der CDU und FDP anzustreben, um die Scholz-Linie zum Volksentscheid durchzusetzen. Die SPD-GenossInnen gehen auf Sachargumente ein, sie diskutieren die vielen Aspekte zum Volksentscheid „Unser Hamburg – unser Netz“, informieren über die neue Energiegenossenschaft, die sich – gegen Vattenfall und damit gegen die SPD-Scholz-Linie – um die Stromnetze bewerben will.

Vor allem aber: Trotz der massiven Einschüchterungen durch die SPD-Führung, zeigen die Initiatoren der zweiten Ausgabe des Hamburger Diskurses, dass ein Contra gegen die Macht der Scholz-Politik möglich ist.

Mehr zur SPD und dem Diskurs über den Volksentscheid und die Energienezte hier

Zukunft – Rekommunalisierung – Daseinsvorsorge: Verdi – Hamburg diskutiert über „Zukunft des Öffentlichen Dienstes“

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Öffentlich statt Privat: Verdi Hamburg (Fachbereich) diskutiert.

Der Hamburger Verdi Fachbereich Bund/Länder und Gemeinden hat Prof. Heinz Bontrup zu einer Veranstaltung über die Zukunft des Öffentlichen Dienstes eingeladen. Bontrup ist Direktor am Westfälischen Energieinstitut an der Westfälischen Hochschule sowie Mitglied im Expertenrat zur Reform der Wirtschafts- und Währungsunion der Europaministerin des Landes Nordrhein-Westfalen. Außerdem ist der Wirtschaftswissenschaftler Bontrup Mitverfasser und Herausgeber der jährlichen Memoranden der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik (Memorandum-Gruppe) sowie deren Sprecher.

Die Verdi-Veranstaltung soll vor dem Hintergrund von Privatisierungen wichtiger öffentlicher Bereiche die Diskussion über die Zukunft des Öffentlichen Dienstes zwischen Daseinsvorsorge, Rekommunalisierung und starkem Sozialstaat vertiefen.

Hier die Einladung zur Veranstaltung am 10. September ab 16.30 Uhr als PDF und hier direkt zum Nachlesen:

+++ Zukunft +++ Öffentlicher Dienst +++ Zukunft +++ Daseinsvorsorge +++ Zukunft +++ starker Sozialstaat +++ Zukunft +++ Rekommunalisierung +++ Zukunft +++ Chance +++ Zukunft +++ Öffentlich ist Wesentlich +++ Zukunft +++

Einladung zur Veranstaltung
„Zukunft des Öffentlichen Dienstes“
mit Prof. Heinz Bontrup – am 10. September 2013, 16.30 Uhr in der Halle 13, Hellbrookstr. 2, 22305 Hamburg

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Thema ist nicht neu, aber doch immer wieder neu und für die Menschen in unserer Stadt ein wichtiger Zukunftsgarant.

Wir würden und deshalb über euer Kommen und eure Beteiligung sehr freuen.

Sieglinde Frieß, Doris Heinemann-Brooks, Andreas Scheibner

Wind-Offshore – 400 Beschäftigte demonstrieren – IG Metall Küste: „Planungschaos der Bundesregierung gefährdet tausende Arbeitsplätze“

Windrad_Mallorca2013Rund 400 Beschäftigte der Windkraftindustrie demonstrieren in Cuxhaven. Die IG Metall Küste teilt dazu mit: „Zu Beginn der Konferenz der norddeutschen Wirtschafts- und Energieminister in Cuxhaven hat die IG Metall Küste verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau der Windkraftindustrie gefordert. Rund 400 Beschäftigte aus Bremerhaven und Cuxhaven sowie Delegationen aus anderen Regionen beteiligten sich an einer Demonstration der Gewerkschaft für die Energiewende und für die Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Branche. “

Siehe auch: IG Metall: “200.000 Arbeitsplätze sind in Gefahr – Deutschland braucht die Energiewende jetzt!”

Weiter heißt es in der Meldung der IGM Küste: „Von Cuxhaven geht ein deutliches Signal aus: Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften im Norden ziehen an einem Strang und machen sich gemeinsam für den weiteren Ausbau der Windkraftindustrie stark“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste. Der Gewerkschafter kritisierte die schwarz-gelbe Bundesregierung für die zögerliche Umsetzung der Energiewende: „Mit dem Planungschaos muss endlich Schluss sein, sonst bleiben weitere Investitionen in die Offshore-Industrie aus. Mehrere tausend Arbeitsplätze stehen dadurch an der Küste auf dem Spiel.“

Im heute vorgestellten Cuxhavener Appel (Deutschlands Windstärke – Chancen nutzen, jetzt handeln! PDF) fordern Landesregierungen, Industrie und IG Metall Küste die Bundesregierung auf, noch in 2013 planungsverlässliche gesetzliche Grundlagen zu schaffen, sei es im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) oder durch ein zeitlich vorgeschaltetes Übergangsgesetz, damit die notwendigen Investitionen in 2014 und 2015 ausgelöst werden können. „Um die Energiewende und die Zukunftsbranche Windkraft nicht zu gefährden, darf die Bundesregierung keine weitere Zeit verlieren. Die Lage hat sich in den vergangenen Monaten dramatisch zugespitzt: Insolvenzen, Entlassungen und Standortschließungen sind schon jetzt Realität“, sagte Bezirksleiter Geiken.“

Weitere Artikel auf dieser Seite zu offshore – Wind – IG Metall

Durchgezappt: NDR Magazin berichtet über Vattenfalls Rechtsverstöße und den Hamburger Volksentscheid

logo_rgb_balkenDas Medienmagazin Zapp berichtet über Vattenfall und die wiederholten Rechtsverstöße des Stromkonzerns. Wie hier auf umweltfairaendern.de bereits berichtet, ermittelt die Bundesnetzagentur in mehreren Fällen gegen Vattenfall. Nun widmet sich der NDR den Vorfällen. Mit massivem Werbeaufwand kämpft das Unternehmen gegen die drohende Rekommunalisierung der Energienetze für Strom und Fernwärme nach einem erfolgreichen Volksentscheid am 22. September in Hamburg.

Der (gesendete) Bericht aus dem NDR-Magzin Zapp steht hier online.

Siehe auch: Legal – Illegal: Vattenfall – Gezielter Rechtsverstoß? Die Hamburger SPD schweigt

Außerdem online verfügbar das Interview mit Carola Ensslen (SPD), die in den Medien (Bild etc.) und aus den eigenen Partei-Reihen heftig unterhalb der Gürtellinie angegriffen wurde, nachdem sie sich öffentlich für den Volksentscheid und in der SPD für eine offene Debatte ausgesprochen hatte. Das Interview des ZAPP-Magazin ist hier online.

Siehe auch: Volksentscheid Energienetze Hamburg – SPD-Spitze zeigt dünne Nerven

Ebenso online steht das Interview mit Günther Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg und Vertrauensperson des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“. Hörmann erläutert darin, wie Vattenfall permanent gegen Rechtsvorschriften verstößt und warum der Volksentscheid ein gutes Geschäft für Hamburg wäre. Hier online.

Siehe auch: SPD und Energienetze Hamburg – Machtpolitik statt gute Geschäfte für die Stadt Hamburg und die BürgerInnen!

Außerdem:

SPD und Energienetze Hamburg – Machtpolitik statt gute Geschäfte für die Stadt Hamburg und die BürgerInnen!

logo_rgb_balkenHinter vorgehaltener Hand ist allen Beteiligten – auch im Senat und bei den öffentlichen Unternehmen –  klar: Die vollständige Übernahme der Energienetze von Vattenfall und E.on nach einem erfolgreichen Volksentscheid wäre für die Stadt Hamburg ein sehr gutes Geschäft. Neuere Schätzungen gehen davon aus, dass nach Abzug der Kreditkosten zur Finanzierung der vollständigen Übernahme rund 50 Millionen Euro für den Hamburger Haushalt als Gewinn übrig blieben. Vor allem die Fernwärme gilt als „Sahnestück“, denn zu ihr gehören sowohl die Kraftwerke, damit verbunden nicht nur die erzeugte Wärme, sondern auch der Strom. Außerdem die KundInnen. Damit sind hohe und sichere Gewinne erzielbar, denn alle müssen diese monopolartigen Netze benutzen.

Nur öffentlich sagen mag das keiner, weil SPD-Bürgermeister Olaf Scholz sich bereits frühzeitig darauf festgelegt hat, das Engagement der öffentlichen Hand auf eine Beteiligung von 25,1 Prozent an den Netzgesellschaften zu begrenzen. Eine Festlegung, die Scholz in der SPD durchgesetzt hat, noch bevor überhaupt Verhandlungen mit den Konzernen aufgenommen wurden!

Sachargumente spielen keine Rolle – es geht um Olaf Scholz

Nur vor diesem Hintergrund ist auch zu verstehen, warum die SPD in einer solchen Schärfe gegen den Volksentscheid und gegen seine Initiatoren und UnterstützerInnen vorgeht.

Sachargumente spielen daher in der Debatte um den Volksentscheid und für die vollständige Rekommunalisierung für die SPD-Führung auch keine wirkliche Rolle. Es geht darum, die frühzeitige Festlegung und Entscheidung von Olaf Scholz machtpolitisch durchsetzen. Schaut man in die Stadt, dann bekommt man fast den Eindruck, als würde die SPD vergessen, dass am 22. September auch die Bundestagswahl stattfindet. Überall plakatiert sie vor allem gegen den Volksentscheid – und damit gegen ein breites Bündnis aus der Bürgergesellschaft. Absurd – eigentlich.

Aus welchem Grund beteiligt sich die gesamte SPD daran, nur die Kosten einer vollständigen Übernahme zum Thema zu machen, aber unter allen Umständen zu verschweigen, wie hoch die Gewinne durch die Netze sind? Gutachten und Expertisen dazu hat der Senat! Er kennt die Umsatz-Daten in den Netzgesellschaften ebenso wie die Gewinnmargen von Vattenfall und E.on.

Wenn Senat und SPD darüber schweigen, dann aus dem Grund, die Entscheidung von Olaf Scholz zu schützen. Mit Energiewende und Sachlichkeit hat das nichts zu tun. Es ist reine Machtpolitik.

Die Welt hat vor kurzem auf dieses Problem indirekt hingewiesen: „Auffällig an der 25,1-Prozent-Lösung: Sehr verbreitet ist diese Variante bisher nicht. Bei der Expertenanhörung in der Bürgerschaft unterstützte keiner der Sachverständigen direkt das Scholz-Modell. Entweder die Fachleute sprachen sich gegen jegliche Beteiligung an den Netzen aus oder sie plädierten dafür, eine Mehrheit von mindestens 50,1 Prozent zu erwerben.“ (siehe dazu: Volksentscheid Energienetze Hamburg – Ein Faktencheck der “Welt”)

Nicht erwähnt bei der Welt: Auch die von der SPD-Fraktion selbst benannten Sachverständigen teilten diese Auffassung und widersprachen damit dem SPD-Modell! (Das Modell mit einer 50,1 Lösung ist real nicht möglich, weil Vattenfall sich nicht als Minderheit an Gesellschaften beteiligt!)

Hohe und sichere Gewinne aus dem Betrieb der Netze!

Der Umsatz der drei Netze für Strom, Fernwärme und Gas beläuft sich Schätzungen zufolge auf rund eine Milliarde Euro pro Jahr. Die Gewinne liegen bei jährlich rund 100 Millionen Euro. Angesichts dieser Wirtschaftsdaten wäre eine vollständige Übernahme der Energienetze nicht nur kein Risiko für die Stadt – wie es die SPD-Führung ständig wider besserem Wissen behauptet, sondern ein echter Gewinn.

Zuletzt hat Ben Schlemmermeier von der LBD Beratunsgesellschaft vorgerechnet (PDF), dass die Stadt einen Netto-Gewinn von ca. 50 Millionen Euro jährlich erzielen würde, wenn sie die Netze zu 100 Prozent übernehme. Die Kosten für die Finanzierung der Kredite sind bei dieser Zahl bereits rausgerechnet. Schlemmermeier und die LBD sind spezialisierte Experten in der Energiewirtschaft, beraten Städte und Kommunen bei der Rekommunalisierung und sind jahrelang auch für die Hamburger Umweltbehörde tätig gewesen.

Schlemmermeier in einem Vortrag: „Ausgehend vom Wert der 25,1%-igen Anteile liegt der Kaufpreis bei einer vollständigen Rekommunalisierung bei ca. 2,2 Mrd. Euro. Dabei ist der Kommunalkredit in Höhe von rund 47 Mio. Euro zu verzinsen. Darüber hinausgehend ist ein Überschuss für die Gewinnthesaurierung, Bürgschaften der FHH und Risikoprämie von rund 52 Mio. Euro abgeschätzt.“ (siehe dazu ausführlich bei www.unser-netz-hamburg.de)

Allein die Fernwärme in Hamburg dürfte Gewinne bis zu 60 Millionen jährlich einbringen. (Siehe dazu hier auf den Seiten der Umweltbehörde Hamburg)

Aus Berlin ist bekannt, dass Vattenfall dort allein mit dem Stromnetz jährlich rund 700 Millionen Euro Umsatz und einen Gewinn von 30 Millionen Euro pro Jahr macht. Siehe hier: Vattenfall Berlin: Mindestens 30 Millionen Euro Gewinn beim Stromnetz-Betrieb.

Überträgt man diese Zahlen auf Hamburg, dann dürften Umsätze um 500 Millionen Euro beim Vattenfall-Stromnetz durchaus realistisch sein.

Wirtschaftsdaten, über die die SPD-Führung nicht spricht, die sie verschweigt und über die sie nicht debattieren will.

Siehe auch hier:

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