Söders moderne Atomreaktoren: Made in 1959

Bayern Ministerpräsident Söder (CSU) hat sich in den letzten Jahren immer wieder durch eine eher nicht so an Fakten orientierte Pro-Atom-Haltung ausgezeichnet. Während er die Wiederinbetriebnahme von längst abgeschalteten Atomreaktoren für möglich und sinnvoll hielt, hatten die Betreiber längst abgewunken. Zuletzt hatte er sich für die neuen „Mini-Atomreaktoren“ called Small Modular Reactors (SMR) aus dem Fenster gehängt. „Es geht nicht darum, dass wie früher große Meiler hochgezogen werden. Ich spreche von kleineren, smarten Reaktoren, wie es sie in Kanada bereits gibt.“ So Söder in der Welt. Ein Grüner in Bayern hat mal nachgefragt.

Eine Nachfrage des grünen Landtagsabgeordneten Martin Stümpfig führt zum Beispiel zu dieser Aussagen bei „ingeneur.de„: „Söder möchte kleine Atomkraftwerke, „wie es sie bereits in Kanada gibt“. Doch dort befindet sich nach Angaben der kanadischen Regierung noch gar kein SMR im Betrieb. Es laufen nur vorbereitende Arbeiten für mögliche Anlagen. Realistisch gesehen könnte frühestens 2030 ein Reaktor ans Netz gehen.“ Frühestens!

  • Die Antwort aus dem Hause des bayerischen Wirtschaftsministeriums siehe gleich unten als Dokumentation.

Auch ntv reagiert mit Verweis auf dpa und berichtetBayern. Grüne: Söders kanadischer Wunsch-Atommeiler ist 66 Jahre alt. „“Markus Söder hat wieder einmal den Menschen im Land und auch dem Bayerischen Landtag bewusst Märchen erzählt. Er spricht von mehreren wundersamen smarten kanadischen Minireaktoren. In der Realität bleibt dann nur ein einziger kanadischer Reaktor, der so alt ist wie die ersten Farbfernseher und bis heute keine einzige Kilowattstunde Strom erzeugt hat“, sagte Stümpfig.“

66 Jahre alter Reaktor, der bis heute noch keinen Strom erzeugt hat. Ein solcher Umgang, wie ihn Söder hier betreibt, sollte alarmieren, denn auf der Grundlage sollten politische Entscheidungen zu Lasten von Mensch, Umwelt und Steuerzahler*innen und eigentlich auch für die Wirtschaft nicht getroffen werden. Doch in etwas nach diesem Prinzip werden inzwischen zusätzliche Milliarden-Beträge von Bund und Ländern in die Fusionstechnik gesteckt.

Auch zur Wirtschaftlichkeit der Atomenergie und neuer Reaktoren ist dort etwas zu lesen: „Söder hatte sich in den vergangenen Jahren immer wieder gegen einen Ausstieg aus der Kernkraftnutzung ausgesprochen. Er begründete dies immer wieder mit dem Bedarf an kostengünstiger Energie. Selbst die früheren Betreiber der Atommeiler erklären aber seit langem, dass Atomstrom die teuerste Form der Stromerzeugung mit bis zu 49 Cent pro Kilowattstunde ist.“

Und auch die Süddeutsche hat den dpa-Bericht über die Nachfragen der Grünen online.

In der Welt am Sonntag behauptete er, dass in Kanada bereits ein SMR in Betrieb wäre. Auf eine Anfrage zum Plenum von Martin Stümpfig, MdL, wo denn dieser SMR stehen würde, konnte die Staatsregierung nur einen Uraltreaktor aus dem Jahr 1959 benennen, der nicht mal zur Stromerzeugung geeignet ist.

Dokumentation – Die Antwort: 

Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
27. November 2025, Anfrage zum Plenum des Herrn Abgeordneten Martin Stümpfig (BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN)

Aussage von Dr. Markus Söder zu „Mini(Atom)-Meiler“ (SMR)

Ich frage die Staatsregierung,

ist nach ihrer Kenntnis in Kanada ein Atomreaktor nach der Bauweise eines „Small
Modular Reactors“ (SMR) in Betrieb, nachdem Ministerpräsident Dr. Markus Söder im
Welt-Interview vom 15.11.25 dies mit den Worten „ich spreche von kleineren, smarten
Reaktoren, wie es sie in Kanada bereits gibt“ ausgesprochen hat, falls ja, wann wurde
dieser sogenannte Mini-Meiler nach Kenntnis der Staatsregierung in Kanada in Betrieb
genommen und ab welchen Stückzahlen würden diese Atomreaktoren nach Schät-
zung der Staatsregierung wirtschaftlich werden?

Antwort des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung
und Energie

U.a. betreibt Kanada mit dem McMaster Nuclear Reactor (MNR) an der McMasterUni-
versity einen Forschungsreaktor, der technisch und organisatorisch in mehreren As-
pekten in die Kategorie „Small Modular Reactor“ fällt (vgl. bspw. https://nuclear.mcmaster.ca/facilities-equipment/facility-list/mcmaster-nuclear-reactor, https://nuclear.mcmaster.ca/smr-research-development/#tab-content-news).. Im Übrigen wird auf die allgemeine Berichterstattung Bezug genommen.

Strahlende Welten: Neue SMR Atomreaktoren in der EU – BUND erwidert

Gegen jede wirtschaftliche Vernunft, aber mit mächtiger Lobby und möglicherweise auch militärischen Hintergründen wird in der EU an einem Ausbau der Atomenergie gearbeitet. Nicht nur Frankreich hat daran ein massives Interesse. Obwohl Risiken von Super-GAU, Gefahren von Terror und Krieg und große Mengen Atommüll dauerhafte Belastungen für Mensch und Umwelt zur Folge haben, wird die Atomenergie als Ausweg aus der Klimakrise behandelt. Im Rahmen der sogenannten „EU SMR Initiative“ (Small Modular Reactor) hat der BUND eine Stellungnahme abgegeben.

  • umweltFAIRaendern hat über das Thema SMR, neue Atomreaktoren vielfältig in den letzten Jahren berichtet. Hintergründe und Studien sowie politische und wirtschaftliche Prozesse sind mit der Suchfunktion leicht zu finden. Besondere Risiken bei den SMR-Reaktoren wären die dafür erforderlichen höher als bisher angereicherten Uranbrennstoffe LEU+ oder auch HALEU.

Die Initiative der EU ist hier zu finden. Dort heißt es in der Zusammenfassung: „Im Februar 2024 startete die Kommission die Europäische Industrieallianz für kleine modulare Reaktoren (SMR), um den erfolgreichen Einsatz der ersten SMR-Projekte in Europa bis Anfang der 2030er Jahre sicherzustellen. Diese Initiative wird auf die Veröffentlichung des strategischen Aktionsplans der Allianz folgen und wichtige Rahmenbedingungen, potenzielle Hindernisse und konkrete Meilensteine im Hinblick auf die künftige Entwicklung und den Einsatz von SMR in Europa hervorheben.“ Dort ist die Aufforderung zur Stellungnahme online.

Der BUND Bundesverband hat dazu eine Stellungnahme eingereicht, die hier online ist. Dort heißt es zur Einleitung: „Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) begrüßt die Möglichkeit zur EU SMR Initiative Stellung zu nehmen. Insgesamt lehnt der BUND die Nutzung der unkontrollierbaren Hochrisikotechnologie Atomkraft ab und fordert die Einstellung der EU Initiative. Neben den inhärenten Gefahren ist Atomkraft nicht wirtschaftlich, sondern bedarf massiver Subventionen. Die Bauzeit von Atomkraftwerken (AKW) dauert mehrere Jahrzehnte und bindet unnötig Gelder und andere Ressourcen, die für den zeitnahen naturverträglichen Ausbau erneuerbarer Energien fehlen. Dementsprechend ist Atomkraft, inklusive der SMR-Technologie, ein Hemmnis auf dem Weg hin zu europäischer Energiesicherheit, Unabhängigkeit und Klimaneutralität. Detaillierte Ausführungen werden mit dem angehängten Dokument übersandt.“

Auch andere Stellungnahmen sind dort online. Kleine modulare Reaktoren – klimatische Entwicklung und Nutzung in Europa

Atomausstieg: AKW Doel 2 – Belgien schaltet weiteres Atomkraftwerk ab

Bei jeder passenden oder meist unpassenden Gelegenheit wird eine weltweite Renaissance der Atomenergie herbeigeredet und neben Super-GAU-Risiken, ungelöster Atommülllagerung sogar die gigantischen Kosten ignoriert. Belgien schaltet nun mit dem Block 2 des AKWs Doel bereits seinen dritten Atomreaktor in diesem Jahr ab. Von den ehemals sieben Leistungsreaktoren bleiben dann Doel 4 und Tihange 3 am Netz. Und diese Meiler bleiben nur deshalb, weil der Staat die Kosten für die notwendigen Nachrüstungen und Umbauten mit Steuergeldern bezahlt. Der Betreiber hatte eigentlich vor, auch diese Meiler mittelfristig stillzulegen. (Foto: Von LimoWreck, CC BY-SA 3.0)

„In Belgien geht der Atomausstieg weiter. Am 30. November 2025 wird das Kernkraftwerk Doel 2 endgültig stillgelegt. Im Februar 2025 wurde bereits der Zwilling Doel 1 und im Oktober das AKW Tihange 1 abgeschaltet. Damit verbleiben nur noch zwei AKW, deren Betrieb bis 2035 mit staatlicher Unterstützung gesichert ist.“ Das berichtet IWR auf seiner Seite. Weiter ist dort zu lesen: „Laufzeitverlängerung für Doel 4 und Tihange 3: Staatliche Subventionen sichern Betrieb“.

Volksentscheid: Hamburger Zukunftsentscheid gewinnt – Mehrheit will schneller Klimaschutz und das demokratischer und sozial!

Der Hamburger Zukunftsentscheid gewinnt klar die notwendige Mehrheit im Volksentscheid. In den letzten Wochen war die Debatte immer intensiver und Medien mischten sich massiv ein. Der rot-grüne Senat war dageben, nicht nur, aber auch weil die SPD keinen Spaß an dem Thema hatte. Von CDU und AfD nicht zu reden. Die Linksfraktion war die einzige Parlamentskraft, die den Entscheid intensiv unterstützte. Nicht nur Umwelt- und Klimaschutz-Verbände und Organisationen unterstützten den Volksentscheid. Auch z.B. die Mieterverbände in Hamburg standen hinter der Zukunftsentscheid. Der Sozialverband Hamburg nicht. Der Erfolg ist – wieder einmal in Hamburg – Ergebnis einer engagierten Bürgergesellschaft und vielen Aktiven gegen SPD, CDU, AfD und Handelskammer und in diesem Feld inzwischen verklebten Grünen. Er ist ein Gewinn für die Beschleinigung und Demokratisierung beim Klimaschutz. Der Entscheid ist rechtlich verbindlich. Senat und Bürgerschaft müssen das nun umsetzen. Kein Problem vielleicht: Finanzsentor Dressel erlebt diese elementare Scheitern nicht zum ersten mal. Ein zweiter Volksentscheid, der sich dafür einsetzte, dass die Hansestadt eine belastbaren Versuch zur Einfühurung eines Grundeinkommens „Volksentscheid Hamburg testet Grundeinkommen“ durchführen sollte, ist deutlich gescheitert. Klar auch: Die notwendige Wahlbeteiligung für das Erreichen des erforderlichen Quorums ist vor allem auf die Möglichkeit einer (automatischen) Briefwahl zurückzuführen. Das Ergebnis bedeutet also auch: Hohe Verantwortung, dass der Umbau transparent und verantwortungsvoll bleibt. Sozial.Ökologisch.Demokratisch. Klima

Mit dem Wahlergebnis dürfte nicht nur die Klima-Thematik neuen Schwung in Hamburg erhalten. Die laufende Olympia-Bewerbung der Hansestadt Hamburg für die Jahre 2036, 2040 oder 2044 fällt damit nun mitten die Zeitspanne, in der Hamburg sich als Austragungsort bewirbt. Ungeachtet aller bisheriger Planungen ist nun klar: Klimaschutzziele, die nun bereits 2040 erreicht sein müssen, und Olympische Spiele. Das dürfte sich ausschließen.

Der NDR informiert hier: „Nach Angaben des Statistikamtes Nord stimmten 303.936 Hamburgerinnen und Hamburger für den „Zukunftsentscheid“, das entspricht 53,2 Prozent. 46,8 Prozent oder 267.495 Menschen sprach sich dagegen aus. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 43,6 Prozent.“ Siehe Statistikamt.

Neben vielen anderen Akteuren aus Umwelt – und Klimaschutzbewegung haben sich zuletzt auch noch mal Wissenschaftler:innen klar und deutlich zu dem Volksentscheid geäußert. Dokumentation von der ASTA HH Seite:

Offener Brief aus der Wissenschaft zum Zukunftsentscheid

7. Oktober 2025

Wir als AStA der Universität Hamburg weisen auf den offenen Brief aus der Wissenschaft hin, der von Professor:innen unserer Uni mitunterzeichnet wurde:

Liebe Hamburgerinnen und Hamburger,

derzeit wenden sich Klimaforschende mit Warnungen an die Politik, dass bereits 2050 eine globale Erwärmung von 3° erreicht werden könnte. Eine solche Entwicklung hätte gravierende Auswirkungen für unser Zusammenleben: eine Zunahme von Extremwetterereignissen, wirtschaftliche Schäden und gesundheitliche Risiken. Vor diesem Hintergrund appellieren wir als Wissenschaftler*innen aus unterschiedlichen Disziplinen an die Hamburger Bevölkerung, die Bemühungen des Hamburger Zukunftsentscheids für einen verlässlichen und überprüfbaren Klimaschutz zu unterstützen.

Aktuell passiert zu wenig – wir brauchen Verbindlichkeit.

Die geltende Gesetzgebung in Hamburg ist nicht ausreichend, um sicherzustellen, dass die Stadt die notwendigen Maßnahmen für den Klimaschutz umsetzt. Der Hamburger Klimabeirat weist schon länger auf die “eklatante Regelungslücke in Bezug auf eine Nachsteuerung bei Zielverfehlung” hin und unterstreicht die Notwendigkeit, Klimaschutzmaßnahmen stärker sozial zu flankieren.

Klimaschutz bietet konkrete Vorteile

Die aktuelle Auseinandersetzung um den Zukunftsentscheid konzentriert sich besonders auf die Kosten von Klimaschutzmaßnahmen. Dabei kann aus dem Blick geraten, dass Klimaschutz insbesondere auf lokaler Ebene Vorteile auch für unsere Gesundheit und Lebensqualität bietet, etwa durch eine saubere Luft, einen besseren Zugang zu Mobilität und eine moderne Infrastruktur. Der Zukunftsentscheid ist eine Chance für unsere Stadt und ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Während Metropolen wie Stockholm, Kopenhagen oder Paris daher die Klimaneutralität als Chance für Innovation und Lebensqualität begreifen, droht Hamburg ins Hintertreffen zu geraten. Doch gerade als internationale Hafen- und Wirtschaftsmetropole kann Hamburg von einer frühen Klimaneutralität profitieren und trägt außerdem eine besondere Verantwortung: gegenüber ihren Bürger*innen, der regionalen Wirtschaft und der Rolle Deutschlands im globalen Klimaschutz.

Wir möchten Sie daher ermutigen, den Hamburger Zukunftsentscheid als Chance für verlässlichen, überprüfbaren und sozial ausgewogenen Klimaschutz zu verstehen. Mit Ihrem Ja kann Hamburg die Weichen für eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung stellen.

Unterzeichnende:

Prof. Dr. Jörg Knieling, HCU Hamburg (Stadtplanung & Regionalentwicklung)

Prof. Dr. Hans Schäfers, HAW Hamburg (Intelligente Energiesysteme und Energieeffizienz)

Prof. Dr. Daniela Jacob, GERICS-HEREON (Climate Service Center Germany) und Leuphana Universität Lüneburg

Prof. Dr. Claudia Kemfert, Leuphana Universität Lüneburg

Prof. Dr. Anita Engels, Universität Hamburg (Soziologie, Klimaforschung)

Prof. Dr. Martin Wickel, HafenCity Universität Hamburg (Recht und Verwaltung)

Prof. Dr. Heinke Schlünzen, Universität Hamburg (Meteorologie)

Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Dickhaut, HCU Hamburg, (Umweltgerechte Stadt- und Infrastrukturplanung)

Prof. Dr. Grischa Perino, Universität Hamburg (Volkswirtschaftslehre) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Jochem Marotzke, Max-Planck-Institut für Meteorologie und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Dirk Notz, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Kai-Uwe Schnapp, Universität Hamburg (Politikwissenschaft, insbesondere Methoden)

Prof. Dr. Stefan C. Aykut, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Felix Hanschmann, Bucerius Law School Hamburg (Rechtswissenschaft)

Prof. Dr. Anke Gerber, Universität Hamburg (Volkswirtschaftslehre)

Prof. Dr. Johanna Baehr, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Tatiana Ilyina, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Annette Eschenbach, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Carsten Frank, HAW Hamburg (Umwelttechnik, Ozeanografie)

Vertr.-Prof.. Dr. Eduardo Gonçalves Gresse (Soziologie/CLICCS)

Prof. Dr. Frank Adloff, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Robi Banerjee, Universität Hamburg (Physik)

Prof. Dr. Antje Wiener, Universität Hamburg (Politikwissenschaft)

Prof. Dr. Christine Hentschel, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Sighard Neckel, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Achim Oberg, Universität Hamburg (Soziologie) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Michael Brüggemann, Universität Hamburg, Journalistik und Kommunikationswissenschaft (JKW)

Prof. Dr. Nina Perkowski, Universität Hamburg (Soziologie)

Prof. Dr. Michael Hirschbichler, HCU Hamburg (Kunst & Architektur)

Prof. Dr. Carolin Floeter, HAW Hamburg, Fakultät Life Sciences, Umwelttechnik (Biologie, Umweltrisikobewertung und Umweltrecht)

Prof. Dr.-Ing. Torsten Birth-Reichert, HAW Hamburg, Fakultät Nachhaltige Ingenieurwissenschaften (Anlagenbau und Prozesssimulation in der Energietechnik)

Vertr.-Prof. Dr. Mirjam Braßler, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Psychologie)

Prof. Dr. Simon Güntner, HAW Hamburg (Sozialwissenschaftler)

Prof. Dr. Tilman Lutz, HAW Hamburg (Sozialarbeitswissenschaftler)

Prof. Dr. Ursula Schröder, Universität Hamburg (Politikwissenschaft) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Prof. Dr. Wolfgang Renz, HAW Hamburg (Informatik – Verteilte Adaptive Systeme),

Prof. Dr. Kolja Eger, HAW Hamburg (Informationstechnik für verteilte Energiesysteme)

Prof. Dr. Jens-Eric von Düsterlho, HAW Hamburg (Betriebswirtschaftslehre)

Prof. Antje Stokman, HafenCity Universität Hamburg (Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung)

Prof. Reinhard Schulz-Schaeffer, HAW Hamburg (Wissenschaftsillustration)

Prof. Dr. Hanna Göbel, HafenCity Universität Hamburg, (Soziologie/ Methoden urbaner Praxis)

PD Dr. Jobst Augustin, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

Prof. Dr. Stefan C. Weber, Fachhochschule Wedel (Sustainable & Digital Business Management)

Prof. Dr.-Ing. Görschwin Fey, Technische Universität Hamburg (Technische Informatik)

Prof. Dr. Dieter Röh, HAW Hamburg (Sozialarbeits- und Gesundheitswissenschaftler)
Prof. Dr. rer. nat. Peter Langendörfer (BTU Cottbus-Senftenberg, Wireless Systems)

Prof. Dr.-Ing. Anna K. Usbeck, HAW Hamburg (Maschinenbau, Fakultät “Nachhaltige Ingnieurwissenschaften)

Prof. Dr. Monika Grubbauer, HafenCity Universität Hamburg (Geschichte und Theorie der Stadt, Sprecherin Graduiertenkolleg Urban Future-Making)

Apl. Prof. Dr. habil. Joachim Thiel, HafenCity Universität Hamburg, Stadt- und Regionalökonomie, Graduiertenkolleg Urban Future-Making

Prof. (em.) Dr. Claus-Dieter Wacker (HAW Hamburg)

Prof. Dr. Kirsten Wiese (HAW Hamburg)

Prof. Dr. Tessa T. Taefi, Fakultät Informatik und Digitale Gesellschaft, HAW Hamburg (Smart Sustainable Systems) und Competence Center Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz (CC4E)

Prof. Dr. Hartwig Spitzer, Universität Hamburg (Physik)

Prof. Dr.-Ing. Eva-Maria Königsheim (HAW Hamburg, Energietechnik)

Prof. Dr. Jan Sudeikat, HAW Hamburg (Cyber-physische Systeme)

Prof. Dr.-Ing. Carsten Gertz, Technische Universität Hamburg (Verkehrsplanung)

Prof. Dr.-Ing. Carolin Liedtke, HAW Hamburg, Fakultät Elektro-, Medien- und Informationstechnik (Lichttechnik)

Prof. Dr.-Ing. Sebastian Timmerberg, HAW Hamburg (Energie und Nachhaltigkeit)

Prof. Dr.-Ing. Jan Mietzner, HAW Hamburg (Nachrichtentechnik)

Prof. Dr. Sarah Hallerberg, HAW Hamburg, Fakultät Nachhaltige Ingenieurwissenschaften (Informatik)

Dr. Jan Wilkens, Universität Hamburg (Politikwissenschaft/Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Martin Semmann, Universität Hamburg (Informatik)

Dr. Ernest Aigner, Leuphana Universität Lüneburg (Wirtschaftswissenschaften)

Dr. Sebastian Dorsch, Hamburg (Historiker, Global- & Wissenschaftsgeschichte)

Dr.-Ing. Manuel Gottschick, Hamburg, GF OCF Consulting GmbH (Kommunalberatung für Klimaschutz, Wärmeplanung und Anpassung an den Klimawandel)

Dr. Lukas Bäuerle, Universität Hamburg (Sozialökonomie)

Dr. Britta Lübke, Universität Hamburg (Didaktik der Biologie)

Dr. Claudia Konnopka, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)

Dr. David-Willem Poggemann, Co-CEO Zeiten°Grad – Krug und Poggemann eGbR Kiel, (Beratungsdienstleistungen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit für Kommunen, Unternehmen und Institutionen)

Dr. Delf Rothe, IFSH (Politikwissenschaft) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Sandra Off, HAW Hamburg (Intelligente Energiesysteme und Energieeffizienz)

Dr. Lisa Griem, Senior Consultant, Zeiten°Grad – Krug und Poggemann eGbR Kiel, (Beratungsdienstleistungen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit für Kommunen, Unternehmen und Institutionen)

Dr. Laura Affolter, Universität Hamburg (Soziologie)

Dr. Kerstin Jantke, Universität Hamburg (Erdsystemwissenschaften) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Pierre Sfendules, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (Ev. Theologie)

Dr. Mrunali Damania Universität Hamburg (Sozialpsychologie) und Exzellenzcluster Klima, Klimawandel und Gesellschaft (CLICCS)

Dr. Peter Hoffmann, GERICS-HEREON (Climate Service Center Germany)

Dr. Sebastian Krug Co-CEO Zeiten°Grad – Krug und Poggemann eGbR Kiel, (Beratungsdienstleistungen zu Klimaschutz, Klimaanpassung und Nachhaltigkeit für Kommunen, Unternehmen und Institutionen)
Dr. Daniel Thewes, Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (Ozeanographie)

Dr. Benjamin Jacob, HEREON (Küstenforschung)

Risiko Nuklearkatastrophe Ukraine: Nur noch Notstromversorgung für Kühlung der AKWs in Saporischschja

Auch wenn die sechs Reaktoren des größten europäischen Atomkraftwerks schon seit Jahren wegen des Kriegs in der Ukraine abgeschaltet sind. Für die Kühlung der hoch radioaktiven Brennelemente in den Reaktoren und auch in den Lagern, in denen verbrauchte Brennelemente aufbewahrt werden, muss unbedingt die Stromversorgung sichergestellt sein. Ohne eine gesicherte Kühlung könnten die aktiven Brennelemente überhitzen, in der Folge schmelzen, mir dem Risiko, dass es zu unkontrollierten kommen könnte. Seit einer Woche ist der Atomkomplex von der externen Stromversorgung abgetrennt und nur noch Not-Strom-Generatoren versorgen die Pumpen und Maschinen. Auch im havarierten und stillgelegten AKWs Tschernobyl herrscht eine angespannte nukleare Risikolage. Das Versagen der Not-Kühlung löste nach dem Tsunami in Japan die mehrfache Reaktorkatastrophe von Fukushima mit Wasserstoffexplosionen und Kernschmelze aus.  (Foto: NN)

Die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS), die für die Bundesregierung als Sachverständige tätig ist, meldet: „Aktuelle Ereignisse & Entwicklungen – 02.10.2025; Am 1.10. kam es am Standort Tschernobyl kurzzeitig zu einem vollständigen Stromausfall, nachdem eine 330-kV-Leitung durch Beschuss eines Umspannwerkes nahe der Stadt Slawutytsch ausgefallen war. Nach Angaben der IAEO konnten Teile des Standorts nach Umschalten auf andere Netzanbindungen kurzfristig wieder mit Strom versorgt werden, die Stromversorgung des New Safe Confinements (NSC) und des Nasslagers für abgebrannte Brennelemente (ISF-1) konnte allerdings erst nach rund 16 Stunden am Morgen des 2.10. wiederhergestellt werden. Es ist nicht davon auszugehen, dass es durch den Stromausfall zu radiologischen Auswirkungen auf die Umgebung gekommen ist. Die Messwerte in der Umgebung der Anlage sind unauffällig.

Der Standort Saporischschja ist weiterhin – seit dem 23. September – ohne externe Netzanbindung und wird über Notstromaggregate mit Strom versorgt. (Weitere Informationen zur Auslegung Notstromversorgung der Anlage finden sich hier.)“

Die Internationale Atomenergie Agentur IAEA ist alarmiert über die Lage in der Ukraine und hat nunmehr ein „Update 317 – Erklärung des IAEA-Generaldirektors zur Lage in der Ukraine“ herausgegeben. „Der Generaldirektor hat sich in den letzten Tagen mit führenden Politikern und hochrangigen Beamten aus der Russischen Föderation und der Ukraine getroffen, um die nukleare Sicherheitslage im ZNPP zu besprechen, das am 23. September während des Konflikts seinen zehnten vollständigen Ausfall der externen Stromversorgung (LOOP) erlitt.

“Europas größtes Kernkraftwerk ist nun seit mehr als einer Woche ohne externen Strom, was das mit Abstand am längsten andauernde Ereignis dieser Art während mehr als dreieinhalb Jahren Krieg ist. „Ich stehe in ständigem Kontakt mit beiden Seiten mit dem Ziel, eine schnelle Wiederanbindung des Kraftwerks an das Stromnetz zu ermöglichen“, sagte” Generaldirektor Grossi.

“Während das Kraftwerk derzeit dank seiner Notdieselgeneratoren – der letzten Verteidigungslinie – zurechtkommt und keine unmittelbare Gefahr besteht, solange sie weiterarbeiten, handelt es sich im Hinblick auf die nukleare Sicherheit eindeutig nicht um eine nachhaltige Situation. Keine der beiden Seiten würde von einem Atomunfall profitieren”, sagte er.

Nach Angaben des ZNPP ereignete sich der jüngste Stromausfall außerhalb des Standorts am Dienstag letzter Woche um 16:56 Uhr, als die einzige verbliebene Stromleitung etwa 1,5 Kilometer vom Kraftwerk entfernt durch militärische Aktivitäten beschädigt wurde. Danach nahmen Notdieselgeneratoren (EDGs) automatisch ihren Betrieb auf, um die Sicherheitssysteme des Standorts mit Strom zu versorgen und die sechs Reaktoren sowie den abgebrannten Brennstoff zu kühlen.“ Weitere Informationen unter dem o.g. Link. Das Original der Meldung ist auf englisch und wurde hier als Übersetzung aus dem Firefox-Browser mit einem automatisierten Übersetzungstool durchgeführt! 

  • Die FR berichtet unter dieser Titelzeile: „„Bedrohung für absolut alle“ – In der Ukraine wächst Angst vor Nuklearkatastrophe
  • Auch Tagesschau berichtet über die Lage um Saporischschja, in Verbindung mit einem Statement von Selensky und auch denen der IAEA. „Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor der Gefahr einer nuklearen Katastrophe im von russischen Truppen besetzten Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine gewarnt. Die Lage sei kritisch, weil die Anlage seit einer Woche nicht mehr am Stromnetz hänge, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. „Dieselmotoren gewährleisten die Stromversorgung“, sagte er. Über einen so langen Zeitraum sei das bislang noch nie getestet worden. Zudem gebe es Informationen darüber, dass einer der Generatoren nicht richtig funktioniere.“

Der russische Präsident Putin setzt die Atomanlagen in der Ukraine immer wieder auch als nukleares Warnpotential ein. Mit Blick auf die Situation in Saporischschja hatte er auch auf die anderen Atomkraftwerk in der Ukraine verwiesen. Die GRS verbreitet auch auf Mastondon, „(25.9.) zur Situation an den ukrainischen Kernkraftwerken informiert die IAEA über den Abschuss einer Drohne in der Nähe des #AKW Südukraine. Zudem sei das AKW Saporischschja nach wie vor ohne externe Netzanbindung. https://www.iaea.org/newscenter/pressreleases/update-316-iaea-director-general-statement-on-situation-in-ukraine. Die IAEO teilt in dieser Meldung mit: „Etwa 800 Meter vom ukrainischen Kernkraftwerk Südukraine entfernt sei über Nacht eine Drohne abgeschossen und gezündet worden. Dies sei der jüngste Nahkampf gewesen, der die ständigen Gefahren für die nukleare Sicherheit während des militärischen Konflikts unterstrichen habe, sagte Generaldirektor Rafael Mariano Grossi, nachdem er vom IAEA-Team vor Ort Informationen über den Vorfall erhalten hatte.“

Auch auf russischer Seite wurde das AKW Kursk in die Kriegshandlung verwickelt, nachdem die Ukraine in 2024 überraschend eine Offensive gegen den russischen Angriff in der Region Kursk startete und in die Nähe des dortigen Atomkomplexes vorrückte.

Immer wieder werden in den letzten Monaten und Jahren Drohnen-Überflüge gemeldet, die auch kritische Infrastruktur betraf. Nicht nur in der Nähe von Flughäfen, wie zuletzt in Skandinavien und auch anderswo. Für Atomanlagen auch in Deutschland gelten erhöhte Sicherungsbedingungen. Trotzdem planen der Bund und das Land NRW hochgefährliche Atomtransporte von Jülich und München-Garching in ein Zwischenlager nach Ahaus.

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