Moorburg: Vattenfalls Kohlemonster steht teilweise auf öffentlichem Grund

Kaum noch 500 Millionen Euro ist nach wiederholten Verlustabschreibungen das Vattenfall Kohlekraftwerk Moorburg wert. Jetzt teilt der Hamburg Senat auf eine Anfrage des Linken-Abgeordneten Stephan Jersch mit (Drucksache 22/861, siehe auch hier (PDF)), dass Teile des Kraftwerks auf öffentlichem Grund und Boden errichtet sind. Die rot-grüne Koalition in Hamburg hatte im Koalitionsvertrag (hier als PDF) angekündigt, zu prüfen, wie das 1.600 MW Vattenfall-Kraftwerk bis 2025 abgeschaltet und teilweise auf einen anderen Brennstoff umgerüstet werden könnte. Außerdem hatte der Bürgerschaftsabgeordnete zur Klage des BUND Hamburg gegen das Kraftwerk Moorburg nachgefragt. Gemeinsam mit Vattenfall steht die Grün geführte Umweltbehörde gegen das BUND-Anliegen, die Kühlung des Kohlekraftwerks mit Elbwasser zu untersagen, um den Fischbestand und den Zustand der ohnehin schwer belasteten Elbe nicht weiter zu gefährden: „Die FHH führt das Klageverfahren nicht „im Sinne des Energiekonzerns“ weiter, sondern erfüllt ihre Aufgaben nach Recht und Gesetz und unter sorgfältiger Abwägung aller öffentlichen und privaten Interessen. Hierzu gehören namentlich auch die wirtschaftlichen Interessen der Antragstellerin,“ heißt es u.a. in der Antwort des rot-grünen Senats.

  • Vattenfall Chaos: Herbe Verluste mit Moorburg-Kohlestrom – Chef-Etage geht – Kommt rot-grüne Rettung?
  • Vattenfalls Klimakiller Moorburg muss weg!
  • Das Hamburger Abendblatt berichtet in seiner Ausgabe vom 11. August 2020 unter der Überschrift: „Linke fordert Härte gegen Vattenfall – Teile des Kraftwerksgeländes in Moorburg gehören Stadt. Das müsse Hamburg nutzen.“ Darin zitiert Jens Meyer-Wellmann den Linken-Politiker Jersch: „Einer der größten Klimasünder Hamburgs, das Kohlemonster in Moorburg, steht teilweise auf Grund und Boden im Eigentum der Hansestadt. Zuvor hieß es noch, der Senat habe keinen Einfluss auf das Vattenfall gehörende Kraftwerk“ , so Jersch. Und außerdem: „Es sei nun wichtig, „dass die Stadt auch in den Gesprächen mit Vattenfall diesen Punkt zur Durchsetzung der Energiewende auf den Tisch bringt“, so der Linken-Politiker … Dass dieser Punkt bisher nicht kommuniziert wurde, ist erneut ein Zeichen für eine viel zu defensive Haltung gegenüber Vattenfall. Wer die Energiewende ernst nimmt, muss auch gewillt sein, seine Joker auszuspielen.“

„Das Betriebsgelände des Heizkraftwerks Moorburg umfasst zahlreiche Flurstücke; ein Großteil dieser Flurstücke gehört der Vattenfall Europe Nuclear Energy GmbH, einige wenige Teilflächen/Flurstücke gehören der Hamburg Port Authority AöR und der Stromnetz Hamburg GmbH.“ So antwortet der Senat auf die entsprechende Frage 5 des Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten Stefan Jersch. Diese Eigentumsverhältnisse machen auch klar, dass der Hamburger rot-grüne Senat bei den auch nach Vattenfall Ankündigungen anstehenden Veränderungen in Moorburg ein gewichtiges Wort mitzureden hat. Das klimaschädliche Kohlekraftwerk ist für Vattenfall zu einem wirtschaftlichen Desaster geworden. Immer neue Bauverzögerungen und der enorme Preisdruck durch die günstige Stromerzeugung mit den Erneuerbaren Energien haben zu immer neuen Verlustabschreibungen geführt. Auch wenn der Senat gegen Jersch behauptet, keine konkreten Informationen „zur aktuellen betriebswirtschaftlichen Situation des Kraftwerkes Moorbug“ zu haben, teilt der mit, „dass sich die wirtschaftliche Situation von Kohlekraftwerken bei steigenden Kosten für CO2 und zunehmender Einspeisung Erneuerbarer Energien allgemein ungünstig entwickeln wird.“

Die rot-grüne Koalition hat eine Machbarkeitsstudie vereinbart (PDF, siehe auch hier), mit der die Umrüstung und Stilllegung von Moorburg bis zum Jahr 2025 geprüft werden soll. „Die Bekanntmachung der Ausschreibung für eine „Machbarkeitsuntersuchung zur Umwandlung des Kraftwerkes Moorburg und Aufbau einer großen Elektrolyseanlage“ wurde am 21. Juli 2020 in der EU veröffentlicht. Die Ausschreibung sieht als Termine für die Vergabe den 30. November 2020 und für den Abschluss der Machbarkeitsuntersuchung Mitte des Jahres 2021 vor. Die Kosten für die Machbarkeitsuntersuchung trägt die zuständige Behörde.“ (Die umfangreichere EU-Ausschreibung ist hier als PDF.)

Dass die Stadt Hamburg eine Studie finanziert, wie ein Kraftwerk, das ihr gar nicht gehört, umgebaut werden kann, ist schon interessant und ein Hinweis, dass die Eigentumsverhältnisse der Stadt offenbar mehr Einfluss gegenüber Vattenfall ermöglichen, als bislang bekannt war. Diese Eigentumsverhältnisse dürften vermutlich auch mit dem Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ in Verbindung stehen, denn laut Senatsantwort gehört ein Teil der Flurstücke in Moorburg dem inzwischen von Vattenfall rekommunalisierten Stromnetz Hamburg. Jersch hat angekündigt, diesen Sachverhalten in einer weiteren Kleinen Anfrage nachzugehen. Der BUND in Hamburg hat den Senat aufgefordert, die Karten auf den Tisch zu legen und für Transparenz zu sorgen.

Dabei soll das „neue“ Moorburg auch in der Wärmeerzeugung eine Rolle spielen: „Die leitungsgebundene Wärmeversorgung ist eine wesentliche Maßnahme des Hamburgischen Klimaplans. Ohne diese Maßnahme lassen sich die Klimaschutzziele der Stadt nicht realisieren. Ziel des Klimaplans ist es, bis 2030 mindestens 35 Prozent des Nutzwärmebedarfs über leitungsgebundene Wärmeversorgung zu decken. Ausgehend von der derzeitigen Nutzung von 25 Prozent bedeutet das in den nächsten zehn Jahren ein Wachstum der leitungsgebundenen Wärmenutzung von einem Prozentpunkt pro Jahr.“

In seiner Antwort auf die Fragen von Jersch macht der Senat aber auch klar, dass die Planungen für den im Dradenau-Hafen geplanten „Energiepark“, der das veraltete Kohle-Heizkraftwerk Wedel ersetzen soll, von den angestrebten Veränderungen für Moorburg nicht betroffen sind: „Die Planungen für den Energiepark Hafen als Ersatz für das Kraftwerk Wedel sind weit fortgeschritten und gehen noch 2020 in die Umsetzung.“

Am 1. September wird vor dem Oberverwaltungsgericht in Hamburg erneut eine Klage des BUND Hamburg verhandelt. Der Verband hatte geklagt, um die enorm große Wasserentnahme aus der Elbe zur Kühlung des Kohlekraftwerks Moorburg zu verhindern. Beim Ansaugen des Wassers würden Fische „geschreddert“, vor allem aber würde das ohnehin vorbelastete Elbwasser weiter aufgeheizt, was wiederum den Sauerstoffgehalt absenke. Gerade in den wärmeren Sommermonaten würde das die Lebewesen in der Elbe massiv gefährden. Der BUND hat zunächst durchgesetzt, dass Vattenfall diese Art der Kühlung vom Gericht untersagt wurde. Stattdessen musste ein Hybrid-Kühlturm gebaut und eingesetzt werden. Der schont zwar Umwelt und Elbe, geht aber zu lasten der Wirtschaftlichkeit für Vattenfall, denn der hohe Eigenstromverbrauch reduziert die Effizienz des Kraftwerks. Gemeinsam mit Vattenfall hat die Umweltbehörde dem Anliegen des BUND widersprochen und den Vorgang vor das Bundesverwaltungsgericht gebracht. Diese höchste Gericht hat das Verfahren zur erneuten Prüfung an das OVG zurücküberwiesen.

Auf Nachfragen von Jentsch, warum die Umweltbehörde diesen umweltschädlichen Anliegen von Vattenfall gegen den BUND Hamburg unterstützt, teilt der Senat nun mit: „Nach dem Umweltrechtsbehelfsgesetz führt eine Verletzung von bestimmten Rechtsvorschriften nur dann zur Aufhebung einer Erlaubnis, wenn der Fehler nicht durch Entscheidungsergänzung oder ein ergänzendes Verfahren behoben werden kann. Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat in seinem Urteil vom 29. Mai 2018 festgestellt, dass der vom Europäischen Gerichtshof gerügte Fehler geheilt werden kann (BVerwG, Urteil vom 29. Mai 2018 – 7 C 18/17 (7 C 7/16, 7 C 6/13) –, juris, Rn. 35). Das BVerwG hat deshalb das Urteil des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Hamburg vom 28. Januar 2013, mit dem die Erlaubnis zur Wasserentnahme für die Durchlaufkühlung aufgehoben wurde, aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das OVG zurückverwiesen.“

Und außerdem antwortet der Senat: „Die FHH führt das Klageverfahren nicht „im Sinne des Energiekonzerns“ weiter, sondern erfüllt ihre Aufgaben nach Recht und Gesetz und unter sorgfältiger Abwägung aller öffentlichen und privaten Interessen. Hierzu gehören namentlich auch die wirtschaftlichen Interessen der Antragstellerin. Das OVG Hamburg hatte die wasserrechtliche Erlaubnis im Jahr 2013 zum Teil aufgehoben, weil es einen Verstoß gegen Wasserrecht angenommen hatte. Das BVerwG hat das Urteil des OVG Hamburg aufgehoben, soweit es der Klage des BUND stattgegeben hatte, und die Sache, wie in der Antwort zu 9 ausgeführt, zur erneuten Verhandlung und Entscheidung an das OVG zurückverwiesen. Die mündliche Verhandlung vor dem OVG ist auf den 1. September 2020 angesetzt.“

So oder so: Der grünen Behörde ist derzeit nicht anzumerken, ob sie sich in irgendeiner Weise gegen die weitere Elbe- und Umweltschädigung durch Vattenfall stemmt. Auch konkret zum Thema Fische und Moorburg-Kraftwerk kommt mit Blick die Folgen, sollten die FFH und Vattenfall gegen den BUND gewinnen, eher nichtssagende Hinweise. Jersch fragt: „Laut BioConsult-Gutachten zur Situation des Stints in der Tideelbe vom Februar 2020 wurden 2015 durch den Betrieb des Kraftwerks Moorburg unter Nutzung der zulässigen Durchlaufkühlung Fischverluste in einer Größenordnung von circa 87 t (vor allem Fischlarven und junge Stinte) festgestellt. Hält die BUKEA eine Durchlaufkühlung trotzdem für zulässig im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie?“

Die wenig engagierte Antwort aus dem Hause eines grünsen Umweltsenators: „Die Frage wird gegebenenfalls Gegenstand der behördlichen Prüfung im Rahmen des in der Antwort zu 9 genannten ergänzenden Verfahrens sein. Eine Wasserentnahme zum Zwecke der Durchlaufkühlung findet derzeit nicht statt, weil die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) die sofortige Vollziehung der wasserrechtlichen Erlaubnis aufgehoben hat. Der Senat hat sich mit der Frage noch nicht befasst.“

Angeblich müsse die Umweltbehörde so handeln, weil Vattenfall sonst die Stadt wegen Unterlassung auf Schadensersatz verklagen könnte. Selbst wenn das so wäre: Ein grüner Umweltsenator sollte hier eine härtere Gangart gegen ein Unternehmen an den Tag legen, welches Umwelt und Klima schädigt. Ein solches Unternehmen sollte – auch für die SPD – derzeit schlicht kein „Partner der Stadt“ mehr sein. Und klar ist auch: Ein Unternehmen wie Vattenfall ist vom Good-Will einer Stadt wie Hamburg äußerst abhängig. Das zeigt sich ja erneut an den Eigentumsverhältnissen beim Grund und Boden des Klimakillers in Moorburg. Von Filz will da natürlich niemand sprechen.

Nach Volksentscheid in Hamburg: Rekommunalisiertes Gasnetz: Ein Gewinn – In Euro und mehr Demokratie

Nach dem Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz„, der mit einer Mehrheit der Hamburger Stimmen gegen eine massive Kampagne der SPD, der CDU bis hin zur Handelskammer den Energiekonzernen E.on das Gasnetz und Vattenfall das Stromnetz und die Fernwärme abgenommen und rekommunalisiert hat, ist nicht nur eine wichtige Infrastruktur für das Gemeinwohl und die Darseinvorsorge wieder unter demokratische Mitbestimmung gestellt worden. Auch die wirtschaftlichen Zahlen sind ordentlich und spülen Geld in den Haushalt der Hansestadt. Fast 20 Millionen Euro gehen nicht mehr an E.on und unbekannte Investmentfonds. Mit dem Gasnetz unter demokratischer Kontrolle verfügt Hamburg als Stadt über ein wichtiges Instrument in der Klimapolitik. Verbunden mit den weiteren öffentlichen Netzen für Strom, Fernwärme und auch Wasser.

Ein Kernbereich menschlichen Lebens, der gerechte und sichere Zugang zu Energie, wurde aus der Privatentscheidung einiger Konzerne wieder in eine Sphäre demokratischen Vielfalt und Öffentlichkeit von gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Akteuren unter staatlicher Kontrolle einbezogen, auf deren Basis eine für alle und für die Umwelt faire und gerechte Energiepolitik entwickelt werden kann. Das ist eine Chance, kein Dogma. Der rot-grüne Senat muss zeigen, ob der dieser Aufgabe und Verantwortung gerecht wird und Vorbildfunktion einnehmen wird. Dabei ist die SPD bis heute eine Erklärung schuldig, warum sie vor einigen Jahren in massiver Weise gegen den Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ vorgegangen ist und bis heute engstens mit Vattenfall verbunden wirkt. Jedenfalls bei den Führungspersonen. Gegen ein Herzstück sozialdemokratischer Identität hatte die SPD noch vor nicht langer Zeit gegen das gemeinwohlorientiere Anliegen des Volksentscheid mit äußerst „kritischen“ Argumenten Kampagne gemacht: Der kommunalen bzw. staatlichen Verantwortung für relevante Bereiche der Daseinsvorsorge und des Gemeinwohls, die nicht privatwirtschaftlicher Interessen unterworfen werden dürfen. Und nicht vergessen: Auch zwei Gewerkschaften hatten mit dem Volksentscheid Probleme und wollten die Kolleg*innen im Fall der IG Metall lieber in privaten Aktiengesellschaften statt in der öffentlichen Hand beschäftigt wissen, während Ver.di sich nur aufgrund seiner pluralen Struktur eher „neutral“ verhielt, mit einem Bereich Ver- und Entsorgung gegen die Rekommunalisierung.

Richtig aber auch: Wie diese Demokratie denn in guter Weise strukturiert werden kann, ist weiterhin eine Aufgabe in Hamburg. Da gibt es zwischen einem Energienetzbeirat oder der neuen Gruppe mit Blick auf den Kohleaussstieg in der rekommunalisierten Fernwärme (Tiefstack) noch sehr viel Luft nach oben. Aber niemand hat gesagt, Demokratie wäre einfach.

  • UmweltFAIRaendern dokumentiert:

Pressestelle des Senats <pressestelle@sk.hamburg.de> 05.08.2020 14:33, August 2020

Gasnetz Hamburg erwirtschaftet im zweiten Jahr seines Bestehens bereits fast 20 Millionen Euro Gewinn

In Rekordzeit hat Gasnetz Hamburg eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht: Bereits im zweiten Jahr seines Bestehens hat das Unternehmen einen Gewinn von 19,8 Millionen Euro erwirtschaftet, den das Unternehmen an die Stadt Hamburg abführt. Umweltsenator Jens Kerstan sowie die Geschäftsführer Christian Heine und Udo Bottlaender blickten jetzt auf den Jahresabschluss 2019 zurück und stellten wichtige Projekte für Hamburgs Klimaschutz und für den Service vor, mit dem das seit 2018 wieder stätische Unternehmen nah an den Bürgerinnen und Bürgern agiert.

Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie: „Unsere Stadt braucht für die Hamburger Klimaziele starke Energienetzbetreiber, wie die Gasnetz Hamburg GmbH. Der Rückkauf des Gasnetzes war nicht nur richtig für die Daseinsvorsorge, sondern ist eine Erfolgsgeschichte. Gasnetz Hamburg hat bereits im zweiten Jahr seines Bestehens als städtische Gesellschaft ein sehr gutes, positives Ergebnis erzielt. Gasnetz Hamburg zeigt bereits heute, dass kluges Wirtschaften einhergeht mit nachhaltigen Investitionen in die Versorgungssicherheit und die Transformation des Energiesystems unserer Stadt. Unser neuer Klimaplan und das Klimaschutzgesetz fordern, dass die Stadt als Vorbild handelt. Mit Investitionen in sichere Arbeitsplätze und Aktivitäten bei neuen Technologien agiert Gasnetz Hamburg zugleich als verantwortungsvolles und weitblickendes Unternehmen. Vom Klima-Bonus-Programm profitieren bereits über 2.000 Haushalte: Ölheizungen werden auf Gas umgestellt. Bei der Wasserstoff-Technologie zeigt der städtische Gasnetzbetreiber Lösungen für die Hansestadt auf. Die Energienetze in städtischer Hand schaffen als dynamische Akteure durch enge Zusammenarbeit und höchste Kompetenz gemeinsam eine Energieversorgung zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft zum Schutz unseres Klimas.“

In seinem Geschäftsjahr 2019 hat Gasnetz Hamburg 54 Millionen Euro investiert. Ein Großteil floss in eine vom früheren Eigentürmer E.ON abgetrennte und neu aufgebaute IT-Landschaft, die seit dem letzten Jahr gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Stromnetz Hamburg GmbH betrieben wird. Zudem entstand ein eigener Kundenservice in der Schackenburgallee. Die operativen Investitionen von 27,5 Millionen Euro flossen unter anderem in den Austausch alter Stahlleitungen durch moderne Kunststoffrohre. Bei der Modernisierung des Netzes steht aber auch die Einspeisungen erneuerbarer Energien im Mittelpunkt, wie die kürzlich eingeweihte Bio-Methan-Anlage im Hafen und der Einsatz von Netzkomponenten, die für den künftigen Wasserstoff-Mischbetrieb geeignet sind. Mit der wachsenden Stadt Hamburg erweiterte das Unternehmen auch sein Gasnetz.

„Bei unseren Investitionen in eigene IT-Systeme und den Aufbau eines eigenen Kundenservice in der Schnackenburgallee lagen die Kosten unter Plan“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine. „Die hohe Wirtschaftlichkeit erreichten wir vor allem durch die enge Kooperation mit der Stromnetz Hamburg GmbH, mit der wir die IT-Systeme in einem Gemeinschaftsbetrieb eingerichtet haben.“

Gute Erfolge erzielte auch das 2019 gestartete Klima-Bonus-Programm, das Hamburgs Haushalten Anreize zum Umstieg von Öl- auf Gasheizungen gibt: Weit über 2.000 Haushalte der Stadt haben die Subvention für den Gasanschluss in Höhe von über 1.000 Euro bereits in Anspruch genommen. 64 Prozent der Anschlüsse verbinden Altbauten mit dem Gasnetz. Deren neue Gasheizung spart damit rund ein Viertel der bisherigen CO2-Emissionen ein, die Stickoxidbelastung sinkt um 62 Prozent, der Feinstaub sogar um 93 Prozent. Beim Projekt mySMARTLife in Bergedorf will Gasnetz Hamburg ab September die Beimischung von bis zu 30 Prozent Wasserstoff bei der Energieversorgung eines Neubauquartiers testen. Weil Erneuerbare Energien wie Bio-Methan und Wasserstoff künftig eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der Gasversorgung spielen werden, bereitet Gasnetz Hamburg sein Netz für das grüne Gas vor.

Um beim Wasserstoff als agiler Technologiepartner bereit zu stehen, kümmert sich ein Team aus hochkompetenten Fachleuten um die technische Weiterentwicklung des Netzes. „Unser Leitungsnetz kann einen wichtigen Beitrag leisten, um das klimafreundliche Gas für Hamburgs Industrie und Haushalte an fast jedem Ort unserer Stadt nutzbar zu machen“, betont Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg. „Daher arbeiten bei uns erfahrene Fachleute kontinuierlich an Konzepten zur zukünftigen Produktion, Verteilung und Verwendung von Wasserstoff.“ Auch kooperiert das Unternehmen eng mit Stromnetz Hamburg und Hamburg Wärme, um sich auf Themen wie eine integrierte Netzplanung und ein zukunftsfähiges Energiesystem für die Sektorenkopplung vorzubereiten.

Eine digitale Infrastruktur spielt im Zusammenspiel der Energienetze eine Schlüsselrolle. „Durch den mit Stromnetz Hamburg gegründeten IT-Gemeinschaftsbetrieb haben wir eine ideale Ausgangsbasis geschaffen, um neben wirtschaftlichen Vorteilen künftig auch alle Chancen zur technischen Integration der Netze optimal zu nutzen“, betont der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine. „Schon jetzt arbeiten wir an gemeinsamen Projekten zum digitalen Erfassen von Zählerständen und Energieströmen.“

Kundinnen und Kunden profitieren bereits heute von digitalen Projekten des Unternehmens. Das zeigt das jetzt erweiterte gemeinsame Hausanschlussportal, bei dem Bauherren zentral Anschlüsse für Wasser, Strom, Gas und Wärme beantragen können. Aber auch der neue Chatbot auf der Website des Gasnetzbetreibers schafft sofortige Antworten auf die wichtigsten Kundenfragen.

In seiner Personalarbeit will Gasnetz Hamburg bestehende Mitarbeiter an sich binden und neuen Fachkräften interessante Perspektiven bieten. Weil rund 300 der insgesamt rund 540 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommenden 15 Jahren das Rentenalter erreichen, hat das Unternehmen seine Sichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöht. Gegenüber 16 dualen Studierenden und Auszubildenden im Jahr 2019 wurden 2020 schon 25 Nachwuchskräfte eingestellt. Neben technischem Personal zum Netzbetrieb wirbt das Unternehmen nun verstärkt auch um erfahrene Fachleute für die Wasserstoff- und Digitalprojekte. Dass Gasnetz Hamburg sichere Arbeitsplätze bietet, beweist der Verzicht auf Kurzarbeit während der Corona-Krise. Mit umfassenden Schutzkonzepten führt ein Unternehmenskrisenstab das Unternehmen und seine Kunden seit Frühjahr sicher und zuverlässig durch die Pandemie.

  • Dokumentation: Presseerklärung Gasnetz Hamburg, 05. August 2020

Fast 20 Mio. Euro für Hamburg erwirtschaftet

 

Gasnetz Hamburg stellt Zahlen und Klimaschutzprojekte vor

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Pressekonferenz bei Gasnetz Hamburg: Technischer Geschäftsführer Udo Bottlaender (von links), Senator Jens Kerstan und der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine gaben einen Überblick über das Geschäftsjahr 2019 und einen Ausblick auf Klimaschutzprojekte. Foto: Gasnetz Hamburg

5. August 2020

• Bürgernähe durch eigenen Kundenservice

• Herauslösen aus Konzernverbund abgeschlossen

• Aktiver Partner für Hamburgs Klimapolitik

Hamburg. In Rekordzeit hat Gasnetz Hamburg eine hohe Wirtschaftlichkeit erreicht: Bereits im zweiten Jahr seines Bestehens hat das Unternehmen einen Gewinn von 19,8 Millionen Euro erwirtschaftet, den das Unternehmen an die Stadt Hamburg abführt. Umweltsenator Jens Kerstan sowie die Geschäftsführer Christian Heine und Udo Bottlaender blickten jetzt auf den Jahresabschluss 2019 zurück und stellten wichtige Projekte für Hamburgs Klimaschutz und für den Service vor, mit dem das seit 2018 wieder stätische Unternehmen nah an den Bürgerinnen und Bürgern agiert.Jens Kerstan, Senator für Umwelt und Energie, betont: „Unsere Stadt braucht für die Hamburger Klimaziele starke Energienetzbetreiber, wie die Gasnetz Hamburg GmbH. Der Rückkauf des Gasnetzes war nicht nur richtig für die Daseinsvorsorge, sondern ist eine Erfolgsgeschichte. Gasnetz Hamburg hat bereits im zweiten Jahr seines Bestehens als städtische Gesellschaft ein sehr gutes, positives Ergebnis erzielt. Gasnetz Hamburg zeigt bereits heute, dass kluges Wirtschaften einhergeht mit nachhaltigen Investitionen in die Versorgungssicherheit und die Transformation des Energiesystems unserer Stadt. Unser neuer Klimaplan und das Klimaschutzgesetz fordern, dass die Stadt als Vorbild handelt. Mit Investitionen in sichere Arbeitsplätze und Aktivitäten bei neuen Technologien agiert Gasnetz Hamburg zugleich als verantwortungsvolles und weitblickendes Unternehmen. Vom Klima-Bonus-Programm profitieren bereits über 2.000 Haushalte: Ölheizungen werden auf Gas umgestellt. Bei der Wasserstoff-Technologie zeigt der städtische Gasnetzbetreiber Lösungen für die Hansestadt auf. Die Energienetze in städtischer Hand schaffen als dynamische Akteure durch enge Zusammenarbeit und höchste Kompetenz gemeinsam eine Energieversorgung zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger und der Wirtschaft zum Schutz unseres Klimas.“In seinem Geschäftsjahr 2019 hat Gasnetz Hamburg 54 Millionen Euro investiert. Ein Großteil floss in eine vom früheren Eigentürmer E.ON abgetrennte und neu aufgebaute IT-Landschaft, die seit dem letzten Jahr gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Stromnetz Hamburg GmbH betrieben wird. Zudem entstand ein eigener Kundenservice in der Schackenburgallee. Die operativen Investitionen von 27,5 Millionen Euro flossen unter anderem in den Austausch alter Stahlleitungen durch moderne Kunststoffrohre. Bei der Modernisierung des Netzes steht aber auch die Einspeisungen erneuerbarer Energien im Mittelpunkt, wie die kürzlich eingeweihte Bio-Methan-Anlage im Hafen und der Einsatz von Netzkomponenten, die für den künftigen Wasserstoff-Mischbetrieb geeignet sind. Mit der wachsenden Stadt Hamburg erweiterte das Unternehmen auch sein Gasnetz.„Bei unseren Investitionen in eigene IT-Systeme und den Aufbau eines eigenen Kundenservice in der Schnackenburgallee lagen die Kosten unter Plan“, erläutert der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine. „Die hohe Wirtschaftlichkeit erreichten wir vor allem durch die enge Kooperation mit der Stromnetz Hamburg GmbH, mit der wir die IT-Systeme in einem Gemeinschaftsbetrieb eingerichtet haben und gemeinsam betreiben.“Wichtige Akzente beim Klimaschutz
Gute Erfolge erzielte auch das 2019 gestartete Klima-Bonus-Programm, das Hamburgs Haushalten Anreize zum Umstieg von Öl- auf Gasheizungen gibt: Weit über 2.000 Haushalte der Stadt haben die Subvention für den Gasanschluss in Höhe von über 1.000 Euro bereits in Anspruch genommen. 64 Prozent der Anschlüsse verbinden Altbauten mit dem Gasnetz. Deren neue Gasheizung spart damit rund ein Viertel der bisherigen CO2-Emissionen ein, die Stickoxidbelastung sinkt um 62 Prozent, der Feinstaub sogar um 93 Prozent.Beim Projekt mySMARTLife in Bergedorf will Gasnetz Hamburg ab September die Beimischung von bis zu 30 Prozent Wasserstoff bei der Energieversorgung eines Neubauquartiers testen. Weil Erneuerbare Energien wie Bio-Methan und Wasserstoff künftig eine zentrale Rolle bei der Dekarbonisierung der Gasversorgung spielen werden, bereitet Gasnetz Hamburg sein Netz für das grüne Gas vor.Wasserstoff, Digitalisierung und Demografie im Fokus
Um beim Wasserstoff als agiler Technologiepartner bereit zu stehen, kümmert sich ein Team aus hochkompetenten Fachleuten um die technische Weiterentwicklung des Netzes. „Unser Leitungsnetz kann einen wichtigen Beitrag leisten, um das klimafreundliche Gas für Hamburgs Industrie und Haushalte an fast jedem Ort unserer Stadt nutzbar zu machen“, betont Udo Bottlaender, technischer Geschäftsführer von Gasnetz Hamburg. „Daher arbeiten bei uns erfahrene Fachleute kontinuierlich an Konzepten zur zukünftigen Produktion, Verteilung und Verwendung von Wasserstoff.“ Auch kooperiert das Unternehmen eng mit Stromnetz Hamburg und Wärme Hamburg, um sich auf Themen wie eine integrierte Netzplanung und ein zukunftsfähiges Energiesystem für die Sektorenkopplung vorzubereiten.
Eine digitale Infrastruktur spielt im Zusammenspiel der Energienetze eine Schlüsselrolle.„Durch den mit Stromnetz Hamburg gegründeten IT-Gemeinschaftsbetrieb haben wir eine ideale Ausgangsbasis geschaffen, um neben wirtschaftlichen Vorteilen künftig auch alle Chancen zur technischen Integration der Netze optimal zu nutzen“, betont der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine. „Schon jetzt arbeiten wir an gemeinsamen Projekten zum digitalen Erfassen von Zählerständen und Energieströmen.“Kundinnen und Kunden profitieren bereits heute von digitalen Projekten des Unternehmens. Das zeigt das jetzt erweiterte gemeinsame Hausanschlussportal, bei dem Bauherren zentral Anschlüsse für Wasser, Strom, Gas und Wärme beantragen können. Aber auch der neue Chatbot auf der Website des Gasnetzbetreibers schafft sofortige Antworten auf die wichtigsten Kundenfragen.In seiner Personalarbeit will Gasnetz Hamburg bestehende Mitarbeiter an sich binden und neuen Fachkräften interessante Perspektiven bieten. Weil rund 300 der insgesamt rund 540 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den kommenden 15 Jahren das Rentenalter erreichen, hat das Unternehmen seine Sichtbarkeit auf dem Arbeitsmarkt deutlich erhöht. Gegenüber 16 dualen Studierenden und Auszubildenden im Jahr 2019 wurden 2020 schon 25 Nachwuchskräfte eingestellt. Neben technischem Personal zum Netzbetrieb wirbt das Unternehmen nun verstärkt auch um erfahrene Fachleute für die Wasserstoff- und Digitalprojekte. Dass Gasnetz Hamburg sichere Arbeitsplätze bietet, beweist der Verzicht auf Kurzarbeit während der Corona-Krise. Mit umfassenden Schutzkonzepten führt ein Unternehmenskrisenstab das Unternehmen und seine Kunden seit Frühjahr sicher und zuverlässig durch die Pandemie.
Pressefoto

Pressefoto: Konferenz im neuen Schulungsraum von Gasnetz Hamburg

Technischer Geschäftsführer Udo Bottlaender (von links), Senator Jens Kerstan und der kaufmännische Geschäftsführer Christian Heine gaben einen Überblick über das Geschäftsjahr 2019 und einen Ausblick auf Klimaschutzprojekte. Foto: Gasnetz Hamburg

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Pressefoto: Senator Jens Kerstan bei Gasnetz Hamburg

Senator Jens Kerstan, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der Gasnetz Hamburg GmbH ist, sprach während der Pressekonferenz. Foto: Gasnetz Hamburg

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Vattenfall Chaos: Herbe Verluste mit Moorburg-Kohlestrom – Chef-Etage geht – Kommt rot-grüne Rettung?

Für das Klima-Monster-Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg muss Vattenfall schon wieder eine heftige Wertkorrektur vornehmen. Vermutlich weniger als 500 Millionen dürfte das ehemals über drei Milliarden teure „modernste europäische Kohlekraftwerk“ nur noch Wert sein. Kein Wunder also, wenn es (z.B. bei Finanztreff) heißt: „Vattenfall prüft Exit-Optionen für Steinkohlekraftwerk Moorburg“. Außerdem wurde jetzt öffentlich: Vattenfall braucht eine neue Führung – Hall und Hatakka ziehen sich zurück, berichtet der Tagesspiegel. Der rot-grüne Senat in Hamburg hat auf seiner Agenda das Ziel formuliert, dass mindestens einer der beiden 800 MW Kohle-Blöcke von Moorburg noch in dieser Legislatur stillgelegt werden soll, der andere Block irgendwie umgerüstet werden könnte. Wirtschaftlich dürfte das nicht zu machen sein. Kurios auch: Anteile am Eigentum der Anlage hält der Senat zwar nicht, aber die SPD-Spitze und die Grünen sind offenbar schon seit einigen Monaten im Gespräch mit Vattenfall. Rettet jetzt der rot-grüne Senat Vattenfall mit der Übernahme von Moorburg vor weiteren Verlusten?

Zur Krise von Vattenfall, Moorburg und Verluste siehe auch hier und z.B. diese Texte auf umweltFAIRaendern:

Schon vor den Wahlen hatte Bürgermeister Tschentscher Andeutungen über einen Moorburg-Ausstieg gemacht (SPD präsentiert Vorschlag zum Kohleausstieg), während Vattenfall erstaunlicherweise dazu einfach schwieg. Seit Jahren versucht Vattenfall – erfolglos – das Kraftwerk Moorburg zu verkaufen. Die Gründe, dass das bislang nicht geklappt hat, liegen nicht so sehr an der Art der Stromerzeugung. Es sind vor allem konkrete Standort-Probleme, die Vattenfalls Spielraum einschränken. Außerdem hat der Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ und die damit verbundenen Veränderungen in der Hamburger Energiepolitik dafür gesorgt, dass der Klimakiller Moorburg seine Wirtschaftlichkeit nicht dadurch verbessern konnte, dass das Kraftwerk – wie ehemals von der SPD unter dem heutigen Finanminister Scholz unterstützt – in die inzwischen komplett rekommunalisierte ehemalige Vattenfall-Fernwärme einspeisen kann.

Auch eine Klage vom BUND, die noch in der Hauptsache ansteht, hat im Eilverfahren den Betrieb des umweltschädlichen Kraftwerks Moorburg über Jahre verteuert, weil ein Gericht einstweilen anordnete, dass für die Kühlung in Moorburg kaum Elbwasser, dafür aber ein zusätzlicher Hybrid-Kühlturm eingesetzt werden muss. Statt die Elbe aufzuheizen, musste Vattenfall Einbußen bei der Stromerzeugung und der Effizienz hinnehmen. Das geht ins Geld. Bis heute ist das Verfahren in der Hauptsache aber nicht entschieden. Die grüne Umweltbehörde hat bis heute den Genehmigungsbescheid nicht geändert und steht in dem Verfahren immer noch an der Seite mit Vattenfall gemeinsam gegen den BUND. Bitte?

Statt das wirtschaftliche Desaster mit einem Schnitt zu beenden und das Kraftwerk endlich stillzulegen (Hallo Vattenfall: Das wäre doch endlich mal eine wirklich gute Investition in ein neues Image!), könnte Vattenfall möglicherweise einen Deal mit dem rot-grünen Senat anstreben. Ausgerechnet der grüne Senator Kerstan hatte jüngst ja auch erklärt (NDR), Moorburg notfalls kaufen zu wollen.

So könnte Vattenfall aus der wirtschaftlichen Misere und weiteren Verlusten mit Moorburg zu Lasten der Steuerzahler*innen befreit werden. Das Absurde ist allerdings: Auch der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Kohleausstieg könnte für Vattenfall zu einer Art Entschädigung führen, obwohl das Kraftwerk Moorburg einfach überflüssig ist und aus wirtschaftlichen Gründen – wie war das jetzt mit dem Markt? – ohnehin vom Netz gehen dürfte.

Der Tagesspiegel berichtet zu den Vattenfall-Verlusten mit dem Kohlekraftwerk Moorburg: „„Wir schauen uns verschiedene Optionen an“, sagte Unternehmenschef Magnus Hall während einer Telefonkonferenz anlässlich der Vorstellung der Halbjahreszahlen. Diese seien eine Teilnahme an der geplanten Steinkohle-Auktion, ein Verkauf der Anlage, oder ihre Umwandlung in andere Brennstoffe. „Wir wissen noch nicht wirklich genau, welchen Weg wir einschlagen“, so Hall. Vattenfall hat infolge eines schwierigen Marktumfeldes in der Corona-Krise deutlich weniger mit seinen Kohlekraftwerken verdient. In Hamburg belief sich der Wertverfall im ersten Halbjahr 2020 wegen der niedrigen Margen auf 9,1 Milliarden schwedische Kronen, umgerechnet 883 Millionen Euro. Auch sinkende Strompreise haben sich schlecht auf das Geschäft ausgewirkt.“

In einer DPA Meldung vom 21. Juli heißt es in Sachen Verluste und Wertberichtungen bei Vattenfall auch: „Die Wertminderung des Moorburg-Werks bezifferten die Schweden auf satte 9,1 Milliarden Kronen.“ Das wäre eine Wertminderung um runde 900 Millionen Euro. Und das vor dem Hintergrund, dass Kohle auch gegenüber den Gaspreisen verliert, die CO2-Kosten steigen … Investment-Fonds wie Blackrock sehen bis Ende des Jahrzehnts keine Kohlekraftwerke mehr am Markt! Nur die Bundesregierung mit ihrem Begriff von „Kohleausstieg“ sorgt möglicherweise dafür, dass einige Kohlemeiler noch etwas länger am Netz bleiben. Moorburg? Selbst die Ende 2021 anstehende Stilllegung des 1.400 MW AKW Brokdorf dürfte für Vattenfall und Moorburg keine wirkliche Entlastung bringen, wenn die Preisentwicklungen so bleiben oder sich nur wenig erholen. (Klimaschutz? Macht der Markt! 🙂 ok Quatsch.)

Eine schnelle Abschaltung von Moorburg käme dem rot-grünen Hamburg sehr zupass und hätte indirekt auch etwas für die Klimabilanz (Moorburgs Emissionen sind trotz des Standorts nicht „hamburgisch“). Denn bei dem seit Jahren geplanten Ersatz des Heizkohlekraftwerks in Wedel kommt es zu immer neuen Verzögerungen, sodass eine Abschaltung vermutlich erst noch einmal verspätet 2026 (Stephan Jersch, MdBü) statt wie mal erwartet 2021/22 erfolgen wird.

Auch für das kohlebefeuerte Fernwärmewerk Tiefstack, das aufgrund der Volksinitiatiative Tschüss Kohle schneller als bis spätestens 2030 abzuschalten ist, sieht es mit Ersatzlösungen – jenseits von Gas oder fragwürdiger Buschholz-Brennstofflieferungen von Großgrundbesitzern aus dem fernen Namibia – nicht sonderlich vielversprechend aus. Da würde es auch mit Blick auf einen sehr dürftigen Klimaplan der rot-grünen Regierung ziemlich gut kommen, wenn der rot-grüne Senat, egal unter welchen Umständen, feiern könnte, Moorburg abgeschaltet zu haben (auch wenn es eben wirtschaftlich ohnehin am Ende war und es im Grunde auf Beihilfe zugunsten von Vattenfall hinaus läuft). Aber über 8 Millionen Tonnen CO2 (im kaum erreichten Vollbetrieb) weniger. Das sieht gut aus.

Zu seinem Rückzug als Konzernchef sagte Hall der Deutschen Presse-Agentur, es handele sich um eine persönliche Entscheidung, die er komplett selbst getroffen habe. Die vergangenen sechs Jahre seien sehr intensiv gewesen, der Job des Vattenfall-Chefs immer einer, in dem man 150 Prozent geben müsse, was er sehr genossen habe. „Wir haben uns in eine Position gebracht, die mir wirklich gefällt. Wir stehen an der Spitze der Energiewende“, sagte der 60-Jährige. Der Konzern habe eine klare Strategie für die Zukunft.“ Ach so.

Da passt es, wenn man daran erinnert: Vattenfall betriebt in Schweden immer noch Atomkraftwerke, ist am hiesigen AKW Brokdorf noch mit 20 Prozent beteiligt und klagt vor einem internationalen Schiedsgericht in Washington gegen die Bürger*innen der Bundesrepublik Deutschland auf Schadensersatz für die damals schon schrottreifen Atommeiler Brunsbüttel und Krümmel, die nach der Fukuschima-Katastrophe 2011 endgültig stillgelegt wurden. Bereits seit 2007 hatten beide AKW wegen einer Serie von Störfällen und einem Brand am AKW Krümmel keinen Atomstrom mehr erzeugt. Die Schadensersatzsumme, die Vattenfall samt der fälligen Millionen-Beträge für die Anwälte verlangt: So irgendwas bei inzwischen 5,5 Mrd. Euro!

 

Wärmeleitung unter der Elbe für Klimaschutz – Ersatz für das Kohle-Heizkraftwerk Wedel wird vorbereitet

Seit langem wird geplant, jetzt startet der rot-grüne Senat in Hamburg mitten in die Sommerferien hinein die Öffentlichkeitsbeteiligung für die Modernisierung der Fernwärmeversorgung in Hamburg, die zum Ersatz des maroden kohlebefeuerten Heizkohlekraftwerks in Wedel führen soll. Demokratische Beteiligung geht irgendwie anders! Die Unterlagen für das „Planfeststellungsverfahren nach § 65 UVPG i.V.m. Anl. 1 Nr. 19.7.1. UVPG für die Errichtung und den Betrieb der Fernwärmeleitung „Fernwärmesystemanbindung-West“ (FWS-West) i.S.d. Anl. 1 Nr. 19.7.1. UVPG“ sind nun hier online gestellt. Die beantragte Fernwärmeleitung FWS-West soll vom Dradenau-Hafen unter der Elbe hindurch eine Verbindung in das westliche Fernwärmenetz herstellen. Vor dort aus sollen ebenfalls noch zu errichtende neue klimafreundlichere Anlagen die Wärme einspeisen, um so, vermutlich noch mal später als ehemals geplant (nun erst nach 2025, siehe auch hier), das Wedeler Kohlewerk abschalten zu können.

Die Unterlagen können auch hier als zip-Datei heruntergeladen werden (700 MB).

Eventuell geht die Abschaltung von Wedel aber auch schneller. Eine Bürgerinitiative hat per Eilverfahren aufgrund wiederkehrender und möglicherweise gesundheitschädlicher Emissionen aus dem Heizkraftwerk Wedel die Stilllegung vor Gericht gefordert (NDR oder hier Welt). Gearbeitet wird derzeit auch daran, das Wedeler Kohle-Werk zumindest teilweise in den Sommerurlaub zu schicken. Gutachten hatten Möglichkeiten aufgezeigt, dass damit CO2-Emissionen eingespart werden könnten. Gegen eine sommerliche Totalabschaltung gibt es aber technische Bedenken, da das alte Kraftwerk mit zu hohem (Kosten-)Aufwand verpackt werden müsste und dann evt. aus Altersgründen später trotzdem nicht wieder anspringt.

Ohne Wedel müsste Ersatzwärme per Gas eingespeist werden. Hamburg Wärme hat infolge des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“ erst vor kurzem das Fernwärmenetz samt der dazu gehörigen Heizkraftwerke Tiefstack und Wedel wieder von Vattenfall übernommen. Zwar schreibt die Wärme Hamburg derzeit grüne Zahlen, aber Vattenfall hat viel unternommen, um den maximalen Nutzen für Vattenfall vor der Übergabe an Hamburg rauszuziehen und Investitionen wo möglich zu vermieden.

DOKUMENTATION DER SEITE mit den Unterlagen: Achtung – Datum beachten: 26.6.2020!

Allgemeine Vorhabenbeschreibung

Mit der FWS-West wird eine Verbindung zwischen der neu geplanten Erzeugungsanlage am Standort Dradenau (KWK-Anlage Dradenau) und dem Weststrang, der Fernwärmetransportleitung Wedel, in Hamburg-Bahrenfeld geschaffen.

Die FWS-West hat folgende technische Kenngrößen:
• Leitungslänge der Fernwärmeleitung ca. 7,6 km
• Nennweite der Fernwärmeleitung DN 800 (jeweils Vor- und Rücklauf)
• Transportmedium: vollentsalztes und sauerstoffarmes Wasser gem. TAB-HW
• Auslegungsdruck 25 bar(ü)
• Auslegungstemperatur Vor- und Rücklaufleitung 140 °C
• Maximale Betriebstemperatur 133 °C

Der Verlauf der FWS-West beginnt südlich der Elbe am Werkzaun der KWK-Anlage Dradenau. Sie verläuft erdverlegt in der Dradenaustraße und Antwerpenstraße. Am Ende der Antwerpenstraße zweigt sie in den Tankweg ab und wird entlang des Gehölzes bis zum Jachtweg geführt. Dort entsteht der Startschacht für die Elbquerung, die durch den Bau einer begehbaren Tunnelanlage realisiert wird. Der Tunnel unterquert zunächst den Köhlfleethafen, anschließend die Elbe und endet nördlich der Elbe mit dem Zielschacht im südöstlichen Bereich des Hindenburgparks. Von dort wird die Leitung weiter erdverlegt den Hang hinauf bis zur Elbchaussee geführt, biegt anschließend in die Parkstraße ein und folgt ihr bis zum Übergang in die Groß Flottbeker Straße. Dabei wird die S-Bahn-Brücke Höhe Jeppweg mit einem Rohrvortrieb untergequert. In der Groß Flottbeker Straße verläuft sie weiter, kreuzt den Osdorfer Weg und wird in der Straße Zum Hünengrab bis zur Notkestraße geführt. In der Notkestraße wird die FWS-West in das bestehende Fernwärmenetz (Weststrang) eingebunden.

Das Leitungssystem „FWS-West“ besteht aus zwei Rohren, dem Vorlauf und Rücklauf. Der Vorlauf dient dem Transport des Heizwassers in das Fernwärmenetz und damit zum Verbraucher. Der Rücklauf des kalten Heizwasser vom Verbraucher bis zur KWK-Anlage wird über die Pumpstation Haferweg gewährleistet.

UVP-Kategorie

Leitungsanlagen und vergleichbare Anlagen

Adressen

Ansprechpartner

Behörde für Umwelt und Energie (BUE)
Immissionsschutz und Abfallwirtschaft (I)
Betrieblicher Umweltschutz (I 1)
Referat Hafen, Störfallvorsorge und Planfeststellungen (I 11)

Neuenfelder Straße 19
21109 Hamburg
Deutschland

E-Mail:planfeststellung-fernwaerme@bue.hamburg.de

Verfahrensschritte

Öffentliche Auslegung

Zeitraum der Auslegung

24.06.2020 – 24.07.2020

Auslegungsinformationen

2020-6-17_Öffentliche Bekanntmachung FWS-West (final) ( 2020-6-17_Öffentliche Bekanntmachung FWS-West (final).docx 38.8 kB )

UVP-Bericht, ggf. Antragsunterlagen

01 Ordnerverzeichnis ( 01 Ordnerverzeichnis.pdf 49.4 kB )
02 Inhaltsverzeichnis_Rev2 ( 02 Inhaltsverzeichnis_Rev2.pdf 0.1 MB )
Ordner 1 Antrag + Erlaeuterungsbericht ( Ordner 1 Antrag + Erlaeuterungsbericht.zip 106.4 MB )
Ordner 2 Uebersichts + Abschnittsplaene ( Ordner 2 Uebersichts + Abschnittsplaene.zip 119.3 MB )
Ordner 3 Grunderwerb + Leitungstrassenplaene ( Ordner 3 Grunderwerb + Leitungstrassenplaene.zip 148.9 MB )
Ordner 4 Bauwerks Leitungstrassenverz Querungen Sonderbauwerke Bauzeiten Verkehr ( Ordner 4 Bauwerks Leitungstrassenverz Querungen Sonderbauwerke Bauzeiten Verkehr.zip 181.0 MB )
Ordner 5 Landschaftspflegerischer Begleitplan ( Ordner 5 Landschaftspflegerischer Begleitplan.zip 45.1 MB )
Ordner 6 Baugrunduntersuchung ( Ordner 6 Baugrunduntersuchung.zip 43.1 MB )
Ordner 7 Erschuetterung Baulaerm Lufthygiene ( Ordner 7 Erschuetterung Baulaerm Lufthygiene.zip 66.7 MB )
Ordner 8 Fauna Biotopkartierung Wasserrahmenrichtlinie FFH-VP UVP-Bericht ( Ordner 8 Fauna Biotopkartierung Wasserrahmenrichtlinie FFH-VP UVP-Bericht.zip 22.7 MB )

Weitere Unterlagen

FWS-West Planunterlagen (alle Ordner) ( FWS-West Planunterlagen (alle Ordner).zip 734.9 MB )

Kohleheizkraftwerk Wedel: Betrieb kann für Klimaschutz gedrosselt werden

Vor wenigen Wochen hatte die Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft den Vorschlag gemacht, das veraltete und klimaschädliche Heizkraftwerk Wedel wenigstens in den Sommermonaten abzuschalten. SPD und Grüne sowie CDU und Co lehnten das Ansinnen komplett ab. Jetzt legt die Energienetzgenossenschaft eine Studie des Ökoinstituts Freiburg vor, in der ein gedrosselter Betrieb von Wedel als klimapolitisch bedeutsam und wirtschaftlich machbar beschrieben wird. Darüber berichten auch der NDR und andere. UmweltFAIRaendern dokumentiert unten die Studie und die Zusammenfassung der Energienetzgenossenschaft.

Seit Jahren laufen Auseinanersetzungen über den Ersatz des maroden Kohle-Meilers Wedel. Vattenfall hatte den Plan, Wedel durch das nächste Kohlemonster Moorburg zu ersetzen und damit für rund 30 Jahre die Kohle in der Fernwärme- und Stromerzeugung festzuschreiben. Durch den erfolgreichen Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ musste die SPD von diesen Plänen Abstand nehmen, denn nach der vollständigen Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze ist auch eine Ausrichtung der Energieversorgung auf erneuerbare Energie und mehr Klimaschutz vorgeschrieben. Dennoch sind die Planungen für einen Ersatz von Wedel mehr als nur schleppend. Daran hat auch die grüne Umweltbehörde bislang wenig geändert. Dies ist nicht nur klimapolitisch ein Ärgernis. Das Heizkraftwerk Wedel wird auch mit schädlichen Emissionen in Verbindung gebracht, die möglicherweise gesundheitsschädigend sind und die Nachbarn in der Umgebung gefährdet. Weiteren Druck macht dem rot-grünen Senat die angenommene Volksinitiative Tschüss Kohle. Neben dem Abschalten von Wedel geht es dabei auch um das ebenfalls mit Kohle befeuerte Heikraftwerk Tiefstack, das deutlich vor 2030 abgeschaltet werden soll, so die Vereinbarung zwischen der VI und dem Senat.

 

Dokumentation von der Seite der Energienetzgenossenschaft Hamburg:
Öko-Institut-Gutachten empfiehlt Wedel-Kraftwerk im Sommer mit reduzierter Leistung zu fahren

Hamburg, 31.1.2020 Die EnergieNetz Hamburg eG hat heute die Ergebnisse des von ihr beim Öko-Institut in Freiburg beauftragten Gutachtens zum Sommerbetrieb des Heizkraftwerk Wedel vorgestellt.

Als Ergebnis wird festgestellt, daß anhand der vorliegenden Informationen ein reduzierter Betrieb des HKW Wedel ohne Gefährdung der Wärme- und Stromversorgung möglich ist. Die Autoren des Gutachtens, die auch ähnliche Fragestellungen beim Münchner Kohlekraftwerk untersucht haben, empfehlen der Freien und Hansestadt Hamburg eine veränderte Fahrweise der Anlage in Wedel, die die Versorgungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig den jährlichen Einsatz an Kohle deutlich reduziert. Die Gutachter beschreiben zwei Umsetzungsalternativen: Entweder die Vorgabe eines Jahres-Kohle-Budgets oder die Beschränkung der Stromerzeugung im Sommer auf die technisch erforderliche Mindestlast. Sie empfehlen ein Jahres-Kohle-Budget, da es mehr Flexibilität für die Betreiberin bietet.

Ein reduzierter Einsatz der Anlage in Wedel führt zu Erlöseinbußen. Diese Einbußen sollten von der Stadt Hamburg als Eigentümerin der Wärme Hamburg GmbH getragen werden und nicht auf die Wärmekunden umgelegt werden.

Den Mehrkosten bei der Wärme Hamburg steht eine deutliche CO2-Minderung gegenüber. Die Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen wird vorrausichtlich für die Stadt Hamburg mit CO2-Minderungskosten verbunden sein, die niedriger liegen als die anderer Klimaschutzmaßnahmen im Zuständigkeitsbereich der Stadt. Deshalb ist damit zu rechnen, dass eine sachgerecht ausgestaltete Beschränkung des Betriebs des HKW Wedel eine für Hamburg relativ kostengünstige Maßnahme zur CO2-Reduktion darstellt.

Gleichzeitig werden durch eine verringerte Stromproduktion im Kraftwerk Wedel alle Strom-verbraucher in Hamburg unmittelbar durch geringere Umlagen für vermiedene Netznutzungsentgelte entlastet. Dies ist ganz im Sinne einer sozial gerechten Energiewende, der sich Hamburg bereits im Klimaschutzgesetz vom Juni 2019 verpflichtet hat.

Matthias Ederhof dazu: „Die Gutachtenergebnisse sind ein direkter Arbeitsauftrag für die am 23. Feb. neu zu wählende Hamburger Bürgerschaft und den dann neu zu bildenden Senat. Die Wärme Hamburg braucht jetzt schnell eine politische Vorgabe für eine klimaschutz-orientierte Fahrweise der beiden städtischen Kohlekraftwerke Wedel und Tiefstack.Im Einklang mit dem Hamburger Klimaschutzgesetz ergibt sich dadurch für die Stadt Hamburg die Möglichkeit, kurzfristig und eigenverantwortlich die größtmögliche CO2 Einsparung im Bereich der Energieversorgung umzusetzen, alle Stromverbraucher Hamburgs zu entlasten ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.“

Hintergrund und Anlass des Gutachtens:

Im Zuge der vollständigen Rekommunalisierung der Wärmeversorgung wurde auch das kohlebefeuerte Heizkraftwerk (HKW) Wedel im September 2019 von der Wärme Hamburg GmbH übernommen. Es speist Wärme in das zentrale Fernwärmenetz der Wärme Hamburg  und Strom in das 110 KV-Netz der Stromnetz Hamburg ein. Die Hamburgische Bürgerschaft hat im KlimSchGesetz vom Juni 2019 beschlossen, dass der Einsatz von Stein- oder Braunkohle in den eigenen Anlagen zur Wärmeerzeugung bis spätestens Ende 2030 eingestellt und im Zeitraum davor  „den Einsatz von unmittelbar aus Stein- oder Braunkohle produzierter Wärme […] möglichst weitgehend zu vermeiden.

Der Gutachtenauftrag an das Ökoinstitut in Freiburg lautete: „Möglichkeiten eines reduzierten Sommerbetriebs des Kohleheizkraftwerks Wedel“

Hier das vollständige Gutachten vom 30.1.2020 zum Download…

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