Nordländer machen Wind gegen Gabriel – Initiativen fordern „Keinen Deckel für Sonne und Wind“

KeinDeckelFuerSonneUndWind-Maerz2014-HH-2Großes SPD-Gipfeltreffen der Nordländer in Hamburg mit Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD). Auf der Tagesordnung steht die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Vor dem Rathaus rund 300 AktivistInnen für die Energiewende. Während Gabriel den Ausbau der Erneuerbaren bremsen will, fordern sie: „Keinen Deckel für Sonne und Wind. Sie wollen den schnelleren Atomausstieg und die schrittweise Reduzierung der Kohleverstromung. Neben Hamburg trafen sich im Hamburger Rathaus auch die Ministerpräsidenten und Bürgermeister der Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Die Nordländer fordern vom Energieminister mehr Möglichkeiten zum Ausbau der Windenergie.

KeinDeckelFuerSonneUndWind-Maerz2014-HH-03Außerdem gab es einen weiteren SPD-Gipfel in Kiel. Dort trafen sich die SPD-Fraktionschefs aus Bund und Ländern ebenfalls zum Thema EEG-Reform. „«Der Onshore-Windstrom darf durch das Gesetz nicht abgewürgt werden», sagte Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner am Freitag nach Abschluss eines Treffens mit Amtskollegen aus Bund

Torsten Albig, SPD-Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein will mehr Wind machen als SPD-Energieminister Sigmar Gabriel erlauben will. Foto: Dirk Seifert
Torsten Albig, SPD-Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein will mehr Wind machen als SPD-Energieminister Sigmar Gabriel erlaubt. Foto: Dirk Seifert

und Ländern in Kiel.“ Der NDR berichtet über dieses Treffen hier, der BUND Hamburg hat dazu diese PM veröffentlicht.

Am 22. März demonstrieren Umweltverbände und BürgerInitiativen in zahlreichen Städten für unter dem Motto „Energiewende retten – Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atom„. Unter anderem finden Demonstrationen in Kiel und Hannover statt. Von Hamburg aus fahren Busse nach Hannover. Mehr Infos hier.

Vattenfall lässt Schornstein rauchen: Klimakiller-Kraftwerk Moorburg geht ans Netz

Die Krähne sind Geschichte. Das Klimakiller-Kraftwerk von Vattenfall in Hamburg erzeugte erstmals Strom.
Die Kräne sind Geschichte. Das Klimakiller-Kraftwerk von Vattenfall in Hamburg erzeugte erstmals Strom.

Sektkorken-Knallen bei Vattenfall. Das vollkommen überflüssige und mit 1.600 MW enorm klimaschädliche Kohlekraftwerk in Hamburg Moorburg hat erstmals Strom erzeugt. Mit fast zwei Jahren Verspätung und nach vielen zurückliegenden Pannen beim Bau der beiden Blöcke raucht nun der Schornstein erstmals bei einer Netzschaltung (es wurde Strom erzeugt und ins Netz eingespeist). Die PM von Vattenfall dazu hier. Bis beide Blöcke in den Dauerbetrieb gehen, wird es aber noch dauern. Zunächst werden noch diverse Testläufe erfolgen. Erst im Herbst 2014 soll dann der Dauerbetrieb des Block 1 erfolgen. Beim Block 2 hat es jüngst erneut Pannen gegeben, die die Inbetriebnahme noch einmal verzögern. Wichtige Komponenten waren falsch zusammen gebaut worden. Eine erste Netzschaltung wird erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Über acht Millionen Tonnen zusätzlicher CO2-Emissionen wird das neue Kraftwerk im Volllastbetrieb erzeugen. Insgesamt wird Vattenfall künftig rund 90 Prozent seines Stroms aus Kohle erzeugen, der größte Teil davon aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Dazu will Vattenfall künftig neue Braunkohle-Tagebaue in der Lausitz erschließen. Mehrere tausend Menschen sind davon direkt betroffen: Ihre Dörfer werden geräumt und abgebaggert, die Menschen umgesiedelt.

ROBIN WOOD-MAGAZIN: Alles Energiewende – Schlaglichter einer Katastrophe

Alle reden von der Energiewende. Doch kaum jemand vom Klimaschutz. Wie seit den 90er Jahren nicht mehr, erreicht die Braunkohleverstromung Rekordwerte. Nicht nur in Deutschland: Weltweit steigt der Anteil der Kohleverbrennung. Was da gerade geschieht, ist im neuen ROBIN WOOD-MAGAZIN nachzulesen. Schlaglichter einer Katastrophe, die zeigen, was hinter dem Wort Energiewende versteckt werden soll und wie die neue Bundesregierung Wind- und Sonnenstrom abdrehen will. Erschreckende Bilder von den Kohlefeldern in Jharia in Indien und genauso beklemmend, wie (deutsche) Banken das internationale Kohlegeschäft mit ihren Krediten anfeuern. Ach, und dann ist ja da noch das ungelöste Atommüll-Desaster und der nicht enden wollende Versuch, das Fracking schleichend zuzulassen.

Über diese Energie-Themen und mehr aus den Bereichen Verkehr, Tropen/Wälder berichtet das neue ROBIN WOOD-Magazin. Probeexemplare lassen sich hier bestellen, online als PDF gibt es das aktuelle Heft hier:

Alle Energie-Themen im Heft 1/2014 online als PDF hier:

Die Kohlefelder von Jharia, Indien

Banking on coal: Das weltweite Kohle-Desaster

Alles Energiewende – Schlaglichter einer Katastrophe

Erneuerbare ausgebremst: Die große Koalition und die Energiewende

Atommüll: “Irgendwo muss das Zeug ja hin”

Fracking: Die Große Koalition braucht öffentlichen Druck

Lesen gegen Vattenfall – Die HEW-Lesetage 2014

Auch 2014 bekommt Vattenfall was gelesen.
Auch 2014 bekommt Vattenfall was gelesen.

Auch wenn Vattenfall in Hamburg nach und nach die Segel streicht und seine eigenen Lesetage inzwischen als Sponsor aus dem Programm genommen hat: Der literarische Widerstand gegen den schwedischen Klimakiller- und Atom-Konzern geht in Hamburg weiter. Jetzt steht das Programm für die Anti-Vattenfall-Lesetage des Hamburger Energie Wechsel (HEW) 2014. Insgesamt 25 Veranstaltungen werden vom 13. bis 17. April stattfinden. Organisiert von einem Bündnis rund um die Edition Nautilus, die GWA St-Pauli und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW), unterstützt u.a. von ROBIN WOOD, der Kampnagel-Fabrik und vielen anderen. Mit im Programm ist auch ein Leseangebot für Schulen. Die AutorInnen der Lese-Reihe kommen auf Wunsch und Anfrage auch zu Lesungen und Workshops in die  Schulen. Weitere Informationen dazu gibt es hier: Schulleseangebot.

Das vollständige Programm gibt es hier als PDF, hier ist das Plakat (PDF). Weitere Informationen und wo man die Flyer auch zum Weiter-Verteilen bekommt, erfährt man unter dieser Mailadresse: hanna (at) edition-nautilus.de.

Auch die Reihe „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ geht 2014 wieder an den Start. Mehr dazu folgt…

Vattenfall und Bürgerentscheid Wedel: Irgendwie absurd

Bürgerentscheid wider Willen
Bürgerentscheid wider Willen

Na klar ist das was für Extra3. Monatelang haben BürgerInnen in Wedel gestritten, um mehr Mitsprache bei den Planungen für den Ersatz des alten Kohle-Heizkraftwerks von Vattenfall zu bekommen.  Da half nichts. Doch, in Schleswig-Holstein gibt es ein neues Gesetz, dass mehr Bürgerrechte ermöglicht: Die Bürgerinitiative musste also einen Bürgerentscheid anstrengen. Erfolgreich natürlich. Aber genau das ist nun das Dumme.

Denn Vattenfall weiß gar nicht mehr so recht, ob das neue GuD-Kraftwerk tatsächlich noch gebaut wird. Vor 2015 steht eine Entscheidung nicht an. Außerdem: Vattenfall ist auf dem Sprung, zurück nach Schweden, hat in Hamburg einen Volksentscheid verloren und in der Folge das Stromnetz verkauft und der Stadt Hamburg eine Kauf-Option für die Fernwärme angeboten. Und genau um die geht es in Wedel. Das alte Kohle-Heizkraftwerk für Hamburgs Wärmeversorgung soll weg, ein neues Gaskraftwerk her. So der bisherige Plan. Aber: Der gilt halt eben nicht mehr. Eigentlich will niemand mehr das Kraftwerk.

Mit dem anstehenden Bürgerentscheid soll nun also über etwas abgestimmt werden, was gar nicht mehr auf der Tagesordnung steht. Klare Sache: Die BI, die den Bürgerentscheid durchgesetzt hat, will verschieben. Nur: Das geht nicht. Ein einwandfreier Fall für Extra3, hier online (externer Videolink).

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