Atommülllagerung: Nationales Begleitgremium (NBG) nimmt „Nationales Entsorgungsprogramm“ des Umweltministeriums unter die Lupe

Die Lagerung für alle Arten von radioaktiven Abfällen aus der Atomenergienutzung ist nicht nur ein hohes Risiko für Mensch und Umwelt. Die sogenannte „Entsorgung“ läuft weitgehend jenseits aller Planungen bzw. Versprechungen oder Ankündigungen. Sogenannte Endlagerung verschieben sich immer wieder und immer weiter in die Zukunft. Die vermeintliche „Zwischenlagerung“ dauert oberirdisch immer länger und überall entstehen neue Lagerhallen. Vor allem aber: Mit Blick auf die Gefahren ist absolut gar nichts gelöst. Die EU fordert seit Jahren von den Mitgliedsstaaten die Vorlage eines „Nationalen Entsorgungsprogramms (NAPRO), in dem über Umgang und Pläne für die weitere oberirdische Aufbewahrung und die angestrebte unterirdische Dauerlagerung berichtet werden soll. Auch die Kosten sind dabei ein Thema. Jetzt hat das für die Endlager-Suche zuständige „Nationale Begleitgremium“ (NBG) ein Gutachten vorgelegt, in dem die bisher vorliegen Entwürfe aus dem Hause des noch grünen Umweltministeriums unter die Lupe genommen werden.

Auf seiner Sitzung am 6. März hatte sich das NBG mit dem Thema befasst: TOP 7 Präsentation NBG-Gutachten zum Nationalen Entsorgungsprogramm. Dort ist dieser Vortrag als PDF zu finden: „Empfehlungen zum Prüfungsumfang der Strategischen Umweltprüfung zum Nationalen Entsorgungsprogramm (NaPro) Prof. Dr. Gesa Geißler, Prof. Dr. Johann Köppel, unter Mitarbeit von cand B.Sc. Julia Neugebauer Sitzung des Nationalen Begleitgremiums 06.03.2025“  (95. NBG-Sitzung (6.3.2025/Berlin-Online)). Unter „Gutachten“ findet sich im weiteren die Studie mitsamt einer Kurzfassung beim NBG hier. Bereits am 28. Februar hatte das NBG gemeldet: „Gut­ach­ten nimmt das Na­tio­na­le Ent­sor­gungs­pro­gramm in den Fo­kus

Alles zum Thema „Nationales Entsorgungsprogramm“ auf umweltFAIRaendern.de

Das NAPRO betrachtet nicht nur die Lagerung hoch radioaktiver (wärmeentwickelnder) Abfälle, sondern alle Arten von Strahlenmüll, die im Zusammenhang mit der Atomenergienutzung entstanden sind. Das sich dann auch die nicht-wärmeentwickelnde Abfälle, die auch als leicht- und mittelradioaktive Abfälle bezeichnet werden. Während für einen Teil dieser leicht- und mittelaktiven Abfälle in Salzgitter der Schacht Konrad für ein unterirdisches Lager ausgebaut wird, wird für die hochaktiven Abfälle noch ein Standort gesucht. Das dafür geschaffene Standortauswahlgesetz enthält aber auch eine Anforderung, die sich auch die leicht- und mittelaktiven Abfälle bezieht: Denn im Schacht Konrad könnten, wenn er denn je in Betrieb geht, nur rund die Hälfte der erwarteten leicht- und mittelaktiven Abfälle eingelagert werden. Für rund 300.000 Kubikmeter solcher Abfälle soll daher im Rahmen des Standortauswahlgesetzes nachrangig auch geprüft werden, ob diese mit den hochaktiven Atommüll am gleichen Ort gelagert werden könnten. Daher ist das Nationale Begleitgremium sowohl bei der (Zwischen)-Lagerung der hochaktiven Abfälle „betroffen“ – und eigentlich auch für die Lagerung anderer Abfälle, wenn diese in Bezug zum Standortauswahlgesetz stehen.

Noch in diesem Jahr muss die Bundesregierung ihre Berichte zum Nationalen Entsorgungsprogramm an die EU-Kommission übermitteln. Viel hat das BMUV dazu bislang nicht auf die Reihe bekommen, jedenfalls wenn man den Blick auf die Öffentlichkeitsbeteiligung richtet. Seit Jahren sind die zuständigen staatlichen Stellen eher damit befasst, die Öffentlichkeitsbeteiligung mit Blick auf die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle einzugrenzen oder auszuschließen. Nachdem das Standortauswahlgesetz noch die hohe Priorität von Transparenz und Partizipation im Umgang mit hochaktiven Abfälle betonte, ist seit dem eher festzustellen, dass ein Rollback in alte Umgangsweisen erfolgt. Ob das als „Beharrungsvermögen“ oder „Strukturkonservatismus“ von Behörden und Ministerien zu bewerten ist oder gezieltes Interesse, die Öffentlichkeit angesichts der enormen Risiken zu „schonen“ sei dahingestellt.

Dokumentation:

NBG: Gut­ach­ten nimmt das Na­tio­na­le Ent­sor­gungs­pro­gramm in den Fo­kus

Gutachten | 28.02.2025

Wie können bestrahlte Brennelemente und radioaktive Abfälle in Deutschland sicher und verantwortungsvoll entsorgt werden? Die Strategie der Bundesregierung dazu wird im Nationalen Entsorgungsprogramm (NaPro) festgehalten. Es wurde im August 2015 vom Bundeskabinett beschlossen und ist regelmäßig, mindestens aber alle zehn Jahre, zu überprüfen. Die nächste Aktualisierung steht 2025 an. Grund genug für das NBG, das Vorhaben in einem eigenen Gutachten zu beleuchten.

Federführend für die Erstellung des Nationalen Entsorgungsprogramms ist das Bundesumweltministerium (BMUV). Es führt hierzu eine sogenannte Strategische Umweltprüfung (SUP) durch. Einer der ersten Schritte dieser SUP war ein Termin zur Festlegung des Untersuchungsrahmens (sog. Scoping-Termin) im Oktober 2024. Dazu wurden u. a. zivilgesellschaftliche Organisationen und einige Behörden eingeladen – auch das NBG. Dabei wurde von den Teilnehmenden Kritik an der geplanten Durchführung der Strategischen Umweltprüfung geäußert – insbesondere an der Prüfung möglicher Alternativen und Szenarien.

Vor diesem Hintergrund beauftragte das Nationale Begleitgremium ein Gutachten, das untersuchen sollte, ob der geplante Prüfungsumfang den Anforderungen einer SUP nach Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) entspricht und inwieweit es möglich und erforderlich ist, im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung verschiedene Szenarien und Alternativen auf dem Weg zu einer sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle zu prüfen.

Das komplette Gutachten von Gesa Geißler und Johann Köppel finden Sie hier.

 

Atombrennstoff: Frankreich investiert mit Hilfe der EU in Erweiterung der Urananreicherung Georges-Besse-II

Der französische Atomkonzern Orano kann den Ausbau der Urananreicherung mit einem 400 Millionen Euro Kredit der Europäische Investitionsbank vorantreiben. Laut EIB basiert die Kredivergabe auf EU-Regelungen, die die Atomenergie als „CO2-arme Energiequelle“ einordnet. Der hochverschuldete Staatskonzern Orano will mit fast 1,7 Mrd. Euro die Kapazitäten seiner Urananreicherungsanlage in Tricastin um 30 Prozent steigern. Darüber hatte umweltFAIRaendern bereits mehrfach berichtet. Mit der Produktionserweiterung soll im Sinne der EU nicht nur Klimaschutz gestärkt werden, sondern angeblich auch ein Beitrag geleistet werden, um nukleare Abhängigkeiten von Russlands Atomgiganten Rosatom zu reduzieren. Gleichzeitig strebt Frankreich über seinen zweiten großen Atomplayer Framatome am bundesdeutschen Standort in Lingen an, künftig die Kooperation mit Rosatom sogar noch zu vertiefen. (FOTO: Orano)

Der Kredit der EU-Bank ist natürlich auch als Signal von Bedeutung, dass die EU weiter auf die Atomenergie setzt und bereit ist, dafür öffentliche Unterstützung bereitzustellen. Es hatte vor einigen Jahren massive Auseinandersetzungen in der EU um den weiteren Kurz in Europa in Sachen Energiewende und Klimaschutz gegeben. Dabei haben Staaten wie Frankreich, aber auch Ungarn und andere massiv drauf gepocht, dass die Atomenergie als vermeintlich „CO2-arme Energiequelle“ künftig auch finanziell weitere gefördert werden darf. Das wird auch gern als „Technologieoffen“ bezeichnet, ohne dass dabei die nuklearen Risiken von Unfällen und das ungelöste Problem der dauerhaften Atommülllagerung betrachtet wird. Auch spielt bei dieser Bewertung keine Rolle, dass die Atomenergie aufgrudn seiner Kostenstruktur grundsätzlich nicht ohne Steuergelder bzw. Staatsgelder funktionieren kann. Allerdings: Die zivile Atomenergienutzung ist für viele Staaten und Akteure auch ein wichtiges Instrument, um im Vorfeld der Atomwaffe in die Liga der Atomstaaten aufzurücken.

Zum Hintergrund dieser Meldung siehe auch bisherige Berichte auf umweltFAIRaendern:

Mehr zum Hintergrund Uran-Brennstoffe:

In Lingen sollen künftig Uran-Brennelemente für den Einsatz in Atomreaktoren der russischen Bauweise VVER gefertigt werden. Das Genehmigungsverfahren dazu läuft. Aktivitäten, die Urananreicherungskapazitäten zu erhöhen, laufen auch am bundesdeutschen Standort in Gronau in NRW. Die dafür verantwortliche, teilweise deutsche URENCO ist (auch als Folge des Krieges in der Ukraine) dabei, an weiteren Standorten in Almelo (NL), Großbritannien und USA die Fertigungskapazitäten für Uran zu erhöhen. Nicht nur die Menge angereicherten Uran wird erhöht. An Standorten in den USA und GB wird auch angestrebt, den Anteil des spaltbaren Uran235 von rund vier Prozent auf 10 oder mehr zu erhöhen. Dieses Uran wird dann als HALEU bezeichnet.

10 März 2025 
  • Orano will mit fast 1,7 Mrd. Euro die Kapazitäten seiner Urananreicherungsanlage in Tricastin um 30 Prozent steigern
  • Projekt stärkt Europas Versorgungssicherheit und steht in Einklang mit Energiefinanzierungsleitlinien der EIB und REPowerEU-Plan der Europäischen Kommission
  • Kredit fördert CO2-arme Energiequelle, die etwa 25 Prozent des Stroms in Europa und fast die Hälfte des CO2-armen Stroms liefert

Die Europäische Investitionsbank (EIB) und Orano haben einen Kredit über 400 Millionen Euro unterzeichnet. Die Mittel fließen in den Ausbau der Urananreicherungsanlage Georges Besse 2 am Standort Tricastin (französische Departements Drôme/Vaucluse).

Die Finanzierung fällt unter die Strategie der EU, von Öl- und Gasimporten unabhängiger zu werden und den Umstieg auf CO2-arme Energiequellen zu beschleunigen. Sie stärkt Europas Energieautarkie und strategische Autonomität sowie die Versorgungssicherheit.

Orano setzt sein Know-how auf dem Gebiet der Urananreicherung für eine CO2-arme Energieerzeugung in vollem Umfang für diese Ziele ein. Mit dem Ausbau der Anlage in Tricastin trägt die Orano-Gruppe den Forderungen der Versorgungsunternehmen nach mehr Energiesicherheit Rechnung. Eine teilweise Inbetriebnahme ist für 2028, die vollständige Inbetriebnahme für 2030 geplant.

Die Kapazitäten der Anlage zur Urananreicherung sollen um 30 Prozent, also um 2,5 Millionen UTA (Urantrennarbeiten, internationale Einheit zur Messung der Produktion aus Anreicherungsaktivitäten) gesteigert werden, um die Urananreicherungskapazitäten in Europa insgesamt zu erhöhen. Die vier neuen Module, die die 14 vorhandenen ergänzen, verwenden alle dieselbe anerkannte und bewährte Technologie, die bestmögliche Ergebnisse in puncto Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Energieeinsparungen garantiert und die Umwelt weniger belastet.

Mithilfe des Kredits der EIB investiert Orano insgesamt fast 1,7 Milliarden Euro in Anlagen, in denen europäische Technologien und fast ausschließlich französische Unternehmen zum Einsatz kommen. Die Arbeiten begannen am 10. Oktober 2024.

Das Projekt wurde gemäß Artikel 41 des EURATOM-Vertrags am 7. September 2023 angezeigt. Die Europäische Kommission gab am 9. Oktober 2024 eine positive Stellungnahme ab, in der sie die Einhaltung des EURATOM-Vertrags durch das Projekt sowie seinen Beitrag zu Europas Versorgungssicherheit unterstrich.

Die EIB verfolgt einen technologieneutralen Ansatz, der in Einklang steht mit dem Dekarbonisierungsziel der EU und dem Bestreben, die Wettbewerbsfähigkeit und die Energieversorgung auf ökologisch nachhaltige, effiziente, sichere, sozialverträgliche und kostengünstige Weise zu sichern.

Unter dem REPowerEU-Plan der Europäischen Kommission fördert die EIB-Gruppe aktiv Projekte, die die Energiewende voranbringen und Europas Autonomie in diesem für Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Bereich stärken.

2024 genehmigte die Bank Rekordfinanzierungen von 31 Milliarden Euro für die europäische Energiesicherheit und stieß damit Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, Netze, Verbunde sowie Energieeffizienz und -speicherung an.

EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Der hohe EIB-Kredit bringt Europa auf seinem Weg zur Energieunabhängigkeit voran. Dekarbonisierte Energie trägt entscheidend dazu bei, dass die Europäische Union ihre ehrgeizigen Klimaziele erreichen kann.“

Orano-CEO Nicolas Maes: „Wir sind sehr stolz auf diese Zusammenarbeit. Die EIB erkennt damit den strategischen Wert unseres Investitionsprogramms für das Klima und die Produktion nachhaltiger, dekarbonisierter Energie an. Der Kredit der EIB für den Ausbau unserer Anreicherungsanlage Georges Besse 2 entspricht diesem Ziel, weil dadurch insgesamt 120 Millionen Haushalte mit CO2-armer Energie versorgt werden können. Außerdem können wir dank der EIB in der aktuellen geopolitischen Lage die Energiesicherheit der Europäischen Union stärken.“

Hintergrundinformationen  

EIB

Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Ausgehend von acht Kernprioritäten finanzieren wir Investitionen, die zu den strategischen Zielen der EU beitragen. So fördern wir die Bereiche Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovation, Sicherheit und Verteidigung, Kohäsion, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, Kapitalmarktunion und ein stärkeres Europa in einer stabileren und friedlichen Welt.

Die EIB-Gruppe, zu der neben der EIB auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört, unterzeichnete 2024 knapp 89 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für mehr als 900 wirkungsstarke Projekte und machte Europa damit noch wettbewerbsfähiger und sicherer.

Alle von der EIB-Gruppe finanzierten Projekte entsprechen dem Pariser Klimaabkommen – so wie in unserem Klimabank-Fahrplan zugesagt. Fast 60 Prozent der jährlichen Finanzierungen der EIB-Gruppe fließen in Projekte, die direkt zu Klimaschutz, Klimaanpassung und einer gesünderen Umwelt beitragen.

Die Gruppe setzt sich für eine stärkere Integration der Märkte ein und mobilisiert mit ihrem Engagement zusätzliche Investitionen. 2024 stieß sie Rekordinvestitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in Europas Energiesicherheit an und mobilisierte 110 Milliarden Euro an Wachstumskapital für Start-ups, Scale-ups und europäische Pioniere. Rund die Hälfte der EIB-Finanzierungen innerhalb der EU fließt in Kohäsionsregionen, wo das Pro-Kopf-Einkommen unter dem EU-Durchschnitt liegt.

Auf unserer Website finden Sie hochwertige, aktuelle Fotos vom Sitz der EIB.

Orano

Als anerkannter internationaler Betreiber auf dem Gebiet der Kernmaterialien liefert Orano Lösungen zur Bewältigung gegenwärtiger und künftiger globaler Energie- und Gesundheitsherausforderungen. Das Know-how und die Beherrschung modernster Technologien ermöglichen es Orano, seinen Kunden Produkte und Dienstleistungen mit hohem Mehrwert während des gesamten Brennstoffkreislaufs anzubieten. Die 17 500 Beschäftigten der Orano-Gruppe setzen jeden Tag ihre Fähigkeiten, ihr unerschütterliches Engagement für Sicherheit und ihr ständiges Streben nach Innovation ein, um Know-how in der Transformation und Kontrolle von Kernmaterial zu entwickeln – für das Klima und für eine gesunde und ressourceneffiziente Welt, jetzt und in der Zukunft.

Orano hilft der Kernenergie, ihr volles Potenzial zu entfalten.

Statt nach Gorleben: Hochradioaktiver Atommüll per Schiff und Schiene aus Sellafield nach Bayern

Sieben Castorbehälter mit hochradioaktivem Atommüll aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield sind beladen und stehen bereit: Die Reise geht mit einem bewaffnetem Spezialschiff über die Nordsee nach Nordenham an der Weser und nach dem Umladen dann weiter per Schiene nach Niederbayern an die Isar ins Zwischenlager in Niederaichbach. Offiziell ist die Transportstrecke geheim! Der hochaktive, ehemals flüssige Atommüll ist in Glas eingegossen und ist bei der Verarbeitung von bundesdeutschem Uran-Brennstoff entstanden. Die Transportgenehmigung durch das zuständige Bundesamt BASE ist erteilt und seit dem 1. März gültig.  Die Genehmigung ist zwar noch bis Ende des Jahres gültig, aber bis Ende Juni, in der ersten Jahreshälfte 2025 soll der gefährliche Transport erfolgen. „Seven flasks will be transported from Sellafield via a German port to the Isar Federal storage facility in the first half of 2025“, heißt in einer Meldung der britischen Regierung vom Februar. Auch deutsche Stellen sprechen von diesem Korridor. Gegenüber umweltFAIRaendern bestätigt die GNS (siehe unten): „Wie von uns bereits veröffentlicht, planen wir den Transport nach Isar im ersten Halbjahr 2025 durchzuführen.“ Ehemals gingen solche Castor-Transporte vor allem nach Gorleben, in das dort weiterhin bestehende Atommüll-Zwischenlager.

Ein erster solcher Castor-Transport aus England hat bereits ins Zwischenlager Biblis stattgefunden. Ein weiterer Transport mit ähnlichem Atommüll kam zuletzt aus der französischen Atomfabrik LaHague in Frankreich ins Zwischenlager Philippsburg. Und im nächsten Jahren sollen dann noch Transporte aus Sellafield nach Brokdorf stattfinden.

Bei Mirragenews ist zu lesen: „These returns involve Sellafield Ltd working in partnership with Nuclear Transport Solutions (NTS) to return the waste to German customers. The waste will be transported by sea on a specialist vessel to a German port, then onwards by rail to its final destination.“

  • Über die Schiffe, die in Großbritannien für die Überfahrt von Sellafield bis Nordenham zum Einsatz kommen, sind hier bei PNTLS mehr Informationen. Zur Ausstattung der Schiffe von PNTLs siehe auch hier mehr Infos, oder direkt hier. (PDF) Hier gibt es Infos über das Schiff Grebe (PDF). Und außerdem: This is why armed police were in Barrow – (2019) „ARMED police carried out an operation in Barrow as a shipment of nuclear waste was safely moved from Sellafield to the docks to be sent abroad. Members of the public spotted a heavy police presence in the area of Roanhead close to the Dunes Hotel yesterday afternoon. Armed police lined the route travelled by train from Sellafield to Barrow on the nuclear site’s dedicated line to Barrow Docks. The shipment was carried out with support from police and officers from the Civil Nuclear Constabulary….“

Für die Sicherung der brisanten Atomfracht wird bundesweit ein Großaufgebot von Polizei und Sicherheitsorganen eingesetzt, denn die Transporte unterliegen extrem hohen Sicherungsmaßnahmen gegen Terrorgefahren. Dafür gelten geheime Richtlinien für den Schutz gegen Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter, kurz SEWD.

Zuständig für den Transport ist Preußen Elektra, die an der Isar direkt neben dem Zwischenlager die beiden AKWs betrieben haben und in der Namen Uran-Brennstoff zu Bearbeitung nach Sellafield transportiert worden ist. Diese Atomschiebereien, die die Menge radioaktiver Abfälle noch vergrößert haben, wurden von der Bundesregierung aufgrund ihrer Risiken in Verbindung mit Plutonium im Jahr 2005 verboten. Internationale Verträge, die allerdings öffentlich nicht einsehbar sind, regeln, dass Deutschland den Atommüll, der bei der Plutonium-Bearbeitung angefallen ist, zurücknehmen muss. Für die Durchführung der Atomtransporte ist in Deutschland die GNS, die Gesellschaft für Nuklearservice zuständig. Die GNS informiert hier über die Atommüll-Transporte. Dort hatte das Unternehmen mitgeteilt: „Der Transport soll in der ersten Hälfte des Jahres 2025 durchgeführt werden. Aus Sicherheitsgründen werden weder der Transporttermin noch die genaue Transportstrecke vorab bekanntgegeben.“

Für die Kosten des Transports sind die AKW-Betreiber zuständig. Die weitere Aufbewahrung wird dann von der Bundesgesellschaft für Zwischenlager (BGZ) übernommen. Unter anderem für deren Finanzierung ist ein eigener Staatsfonds aufgelegt worden, der sogenannte KENFO. Ein Endlager für diesen Atommüll gibt es bis heute nicht.

  • Doku (Link siehe oben) Second shipment of high level waste from the UK to Germany

Sellafield Ltd and Nuclear Transport Solutions are making preparations for the second return of high level waste, in the form of vitrified residue, to Germany.

Seven flasks will be transported from Sellafield via a German port to the Isar Federal storage facility in the first half of 2025. This will be the second of three shipments from the UK to Germany. The first shipment of 6 flasks, to Biblis, was successfully completed in 2020.

The waste results from the reprocessing and recycling of spent nuclear fuel at the Sellafield site in West Cumbria, which had previously been used to produce electricity by utilities in Germany.

Vitrified residue returns are a key component of the UK’s Nuclear Decommissioning Authority (NDA) strategy to repatriate high level waste from the UK, fulfil overseas contracts and deliver UK Government policy.

These returns involve Sellafield Ltd working in partnership with Nuclear Transport Solutions (NTS) to return the waste to German customers.

The waste will be transported by sea on a specialist vessel to a German port, then onwards by rail to its final destination.

The shipments will be carried out in full compliance with all applicable national and international regulations, and subject to issue of all relevant permits and licenses.

Sellafield Ltd and NTS will provide further information on the shipments in due course.

Atomares Katastrophengebiet: Radioaktiv in Fukushima – Demos und Mahnungen – BN verleiht Bayerischen Naturschutzpreis

Die einen versuchen, die Atomenergie mit Zauberformeln und viel Geld und Propaganda zur radioaktiven Wunderwaffe gegen die Klimakatastrophe zu verwandeln. Die weltweite Entwicklung von Großmächten und Krisenherden lässt andererseits die Sorgen wachsen, dass Atomenergie als Atomwaffe über die Welt kommen könnte. Vielleicht aber – das zeigt der Krieg in der Ukraine auch – werden Atommeiler per konventionellen Raketenangriff selbst zu Atomwaffen. Vernünftig ist davon gar nichts. Japan hat beides erlebt: Atomwaffeneinsätze und explodierende Atomkraftwerke. Weltweit wird zum Jahrestag der mehrfachen Atomkatastrophe von Fukushima gemahnt. Der Bund Naturschutz nimmt das nukleare Desaster zum Anlass, den „Bayerischen Naturschutzpreis“ an Ruiko Muto (Foto) zu verleihen, die mit ihrem Engagement mit vielen Menschen gemeinsam Widerstand gegen die Atomkraft geleistet hat. In Hamburg demonstrieren und mahnen Atomkraftgegner*innen am 15. März. Am 15. wir auch in Ahaus demonstriert, wo Atommüll im großen Stil vermeintlich zwischengelagert wird.

Die Katastrophenschutz-Maßnahmen und die Sicherung der Reaktorruinen und Fukushima und Gebieten rund um die Atommeiler werden noch Jahrzehnte dauern und Milliarden-Summe verschlingen. Statt die Strahlung einzudämmen und so sicher wie möglich zu verpacken, hat sich Japan mit Unterstützung der Internationalen Atomenergie Agentur (IAEA) entschieden, riesige Mengen von angefallenen und weiter anfallenden radioaktiven Wassers zur Verdünnung und Verteilung in den Pazifischen Ozean abzulassen.

Anfrage der Hamburger Linksfraktion: Atomtransporte durch die Elbemetropole – Uranbrennstoff aus Lingen für schwedisches Vattenfall-AKW Forsmark

Regelmäßig fragt die Hamburger Linksfraktion nach den Atomtransporten in und durch Hamburg. Auf diese Weise soll auf die radioaktiven Nebenwirkungen der Atomenergienutzung aufmerksam gemacht werden. Vor allem Unfälle im Zusammenhang mit dem hochgefährlichen Uranhexafluorid – einem Zwischenprodukt zur Herstellung von Uran-Brennstoff – könnte katastrophale Folgen haben. Von Mitte November bis Mitte Februar rollen LKW mit Uran-Brennelementen in 11 Fällen aus dem emsländischen Lingen über Hamburg nach Schweden zum Vattenfall-Atomkraftwerk in Forsmark. Vattenfall plant, die Reaktoren in Schweden bis zu 80 Jahre in Betrieb halten zu wollen. In Forsmark sind die besonders riskanten Meiler vom Typ Siedewasserreaktor in Betrieb. Weitere 23 Transporte mit radioaktivem Material wurden über den Hamburger Hafen durchgeführt, darunter sehr strahlenintensive Kobaldquellen, aber auch radioaktiv kontaminierter Stahl. (Foto: AKWs Forsmark, Vattenfall) In Deutschland hatte Vattenfall zuletzt die maroden AKWs in Brunsbüttel und Krümmel – ebenfalls Siedewasserreaktoren – betrieben.

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