Neue SMR-Atomreaktoren für Europa? Bundesamt nimmt Stellung

Die Europäische Kommission will 2026 eine EU-weite Strategie für den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) veröffentlichen. Dazu war auch ein formalisiertes Öffentlichkeitsverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen Stellungnahmen zu den Plänen mitgeteilt werden konnten. Unter anderen der Umweltverband BUND und auch Greenpeace. Eine weitere Stellungnahme zur den Risiken und Nebenwirkungen der Modul-Atommeiler hat nun auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung – BASE – bei der EU abgegeben.

„Kleine modulare Reaktoren (SMR) – künftige Entwicklung und Nutzung in Europa“, so lautet der Titel der Stellungnahme des Bundesamts, welches in Deutschland für den Umgang mit nuklearen Brennstoffen und radioaktiven Abfällen aller Art zuständig ist. In der Pressemeldung zur Stellungnahme an die EU-Kommission heißt es dazu auch: „Die nukleare Sicherheit muss bei der Entwicklung von Small Modular Reactors (SMR) oberste Priorität haben. Auch Fragen der nuklearen Entsorgung müssen schon in der Designphase und für den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden.“

Alles über die sogenannten SMR – Atomreaktoren auf umweltFAIRaendern.de

Dokumentation von der Seite von BASE, link siehe oben:

BASE äußert sich zum geplanten Einsatz von SMR in Europa

Die Europäische Kommission will 2026 eine EU-weite Strategie für den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) veröffentlichen. Diese hat zum Ziel, die Entwicklung und den Einsatz von SMR in Europa in den nächsten zehn Jahren zu beschleunigen.

SMR werden dabei als komplementäre Lösung zu den herkömmlichen großen Leichtwasserreaktoren gesehen, mit Leistungen in der Größenordnung von über 1000 MWe. Die Bezeichnung „klein“ bezieht sich damit mehr auf die im Vergleich dazu deutliche geringere Leistung und weniger auf die eigentliche Größe der Reaktoren.

„Bei SMR gibt es eine ganze Reihe an ungeklärten Sicherheitsfragen. Die Anlagen erzeugen hochradioaktive Abfälle, die tiefengeologische Endlager benötigen. Viele SMR produzieren neuartige radioaktive Abfälle, für die es heute keine Entsorgungslösung gibt“, so BASE-Präsident Christian Kühn zum geplanten Einsatz von kleinen modularen Reaktoren.

Das BASE ist der Aufforderung der EU-Kommission gefolgt und hat eine Stellungnahme eingereicht. Es weist darauf hin, dass nationale Sicherheitsstandards mit der Einführung der SMR-Technologie nicht unterschritten werden dürfen.

In seiner Stellungnahme hat das BASE folgende Bereiche beleuchtet:

  • Definition
  • Sicherheit
  • Abfallmanagement und -entsorgung
  • Transport
  • Stilllegung
  • Sicherung und Safeguards

Empfehlungen des BASE

Das BASE fordert die Europäische Kommission auf, Aspekte der nuklearen Sicherheit und der Abfallentsorgung zu Eckpfeilern ihrer geplanten Strategie für die Entwicklung und die Nutzung von SMR in Europa zu machen.

Die Maßnahmen der Kommission sollten das Ziel verfolgen, ein Höchstmaß an Sicherheit für den Betrieb, den Transport, die Abfallentsorgung und die Stilllegung von SMR zu gewährleisten und so sicherzustellen, dass die Risiken und Kosten für die heutige und zukünftige Generationen in Europa minimiert werden.

Bei der Ausarbeitung einer Strategie für die Entwicklung von SMR müssen die Grundprinzipien der Europäischen Union wie das Vorsorgeprinzip und das Verursacherprinzip berücksichtigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, richtet das BASE folgende Empfehlungen an die Europäische Kommission:

  • Übernahme der IAEO-Definition für SMR, um konzeptionelle Klarheit zu schaffen und definitorische Hindernisse für die Entwicklung oder Anpassung von Sicherheitsregulierungen zu beseitigen;
  • Sicherstellung, dass die nukleare Sicherheit bei den Bemühungen um eine Harmonisierung der Rechtsrahmen in allen europäischen Ländern oberste Priorität hat und dass nationale gesetzliche Anforderungen nicht umgangen oder abgeschwächt werden;
  • Angehen neuer Herausforderungen im Zusammenhang mit (neuartigen) Abfällen aus SMR durch Einbeziehung von Abfallentsorgungsaspekten in die frühe Entwicklung und Konzeption von SMR;
  • Appell an die IAEO, fundierte und angemessene Vorschriften für den Transport von SMR zu entwickeln;
  • Sicherstellung, dass Herausforderungen bei der Stilllegung von SMR bereits bei der Standortwahl, der Planung, dem Bau, der Inbetriebnahme und dem Betrieb von SMR berücksichtigt werden;
  • Unterstützung der Entwicklung eines wirksamen Schutzsystems, das den physischen Schutz von Kernmaterial und kerntechnischen Anlagen vor Sicherheits- und Proliferationsrisiken gewährleistet.

Hintergrund

Das BASE berät das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) in Fragen der Entsorgung radioaktiver Abfälle und der nuklearen Sicherheit. Es betreibt und koordiniert Forschung in Bereichen, die für den Entsorgungsaspekt neuer Reaktortechnologien relevant ist.

 

Theo Christiansen – ein Begleiter

Theo Christiansen ist tot. Eine der für mich intellektuell, politisch und moralisch wichtigsten Personen ist kurz vor seinem 68. Geburtstag gestorben. Viel zu früh und viel zu überraschend. Immer für Gerechtigkeit und Anteilnahme. Immer für das Wohl aller, Gemeinwohl. Mit so viel Vorsicht und Brüchen. Es sind so viele Spuren, die sein Leben in meinem hat. Und von so vielen von uns. Da bin ich sicher. Dafür bin ich dankbar. Und traurig. Theo Christiansen!

Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen, Freudinnen und Freunden.

++

# Das Komitee für Grundrechte und Demokratie, für das Theo lange Jahre im Vorstand und Geschäftsführung aktiv war, hat diesen Nachruf veröffentlicht.#

Von Brokdorf und Anti-AKW, von Antimilitarismus und Raketen, von Plutonium und Hanau, von Apartheid und Südafrika (Kein Geld für Apartheid, ein Alternativer Geschäftsbericht zur Hauptversammlung der Dresdner Bank in Hamburg, siehe auch hier ein weiterer Text in der Taz.), von Atomausstieg, HEW/Vattenfall, E.on und die Rekommunalisierung Hamburger Energienetze (Unser Hamburg Unser Netz) und noch so viel mehr, davor, dazwischen, für immer! Seine Beiträge zu G20 in Hamburg. Sein Blog mit Uli Hentschel gemeinsam. Linksabbieger. Was sonst. Da war immer und immer die Kirche. Die Opposition.

  • Hier zwei „Alternative Geschäftsberichte“ über die Finanzierung der Apartheid in Südafrika durch die Dresdner Band – „Kein Geld für Apartheid“ Bericht 1986 (PDF) und zur Hauptversammlung in Hamburg der Bericht von 1987.
  • Rede von Theo bei der Menschenkette mit 120.000 Teilnehmenden zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel zum Atomausstieg,
Taz-Anzeige vom 24. Januar 2026

Da war mehr, dass er mit sich trug: Die Beerdigung von Georg von Rauch, erschossen in Berlin. Beerdigt in Kiel. Von seinem Vater Theodor. „Grabrede für Georg von RauchAnstößige Predigt – Ist Pastor Christiansens Laufbahn gefährdet?“ Die Zeit spricht 1972 von „Anstössiger Predigt“. Als Schulpastor mit dem Dienstherrn Schleswig-Holstein erhielt er als Reaktion ein Berufsverbot. Ein Skandal. Georg von Rauch Haus – der Mariannenplatz war blau – ein paar Millimeter zu Rio Reiser und Ton Steine Scherben. Das war lange, bevor ich Theo kennenlernen durfte, in Pinneberg bzw. Eimsbüttel. Aber das dürften Erlebnisse und Erfahrungen gewesen sein, die in maßgeblich geprägt haben. Immer war er einer, der politischen Druck mit klarer Analyse entgegentrat, aufrecht und immer mit Rückgrat.

Da war Dorothee Sölle, für die er arbeitete, der Student der Theologie. Kirche von unten. Die Befreiungstheologie. Dorothee Sölle im Gespräch – Herausgegeben von Theo Christiansen und Johannes Thiele. (PDF) und auch hier.

(Nachtrag Januar 2026) Da war auch diese Geschichte, die sich die offizielle Kirche und der Verfassungsschutz „erlaubten“. Als sich Spitzel unter gläubige Friedensfreunde mischten: „Unter den im Geheimdienstbericht erwähnten kirchlichen Aktivisten ist der damals 24-jährige Theo Christiansen.“ Was für ein Elend der Demokratie.

Der Theo Christiansen, der später die Ökumenische Arbeitsstelle für Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Ahrensburg (oder so) übernahm, die vorher Uli Hentschel innehatte. Hentschel war vorher Pastor in Rellingen und wegen seiner Kritik an Militarisierung und Nachrüstung für die herrschende Kirche „unangenehm“ aufgefallen war. Der Pastor bleibt im Dorf, hieß es gegen die Kirchenoberen. Damals, immer wieder. Kein Wunder, dass Theo an seiner Seite war und blieb.

Im Ev.-Luth. Kirchen Kreis Hamburg-Ost leitete er lange Jahre den Arbeitsbereich Diakonie & Bildung und war für die diakonischen Einrichtungen dieses Kirchenkreises. Da war Theo auch später – nach seiner Postion als Vertrauensperson für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze und in Verbindung mit dem Atomausstieg in Deutschland. Und da auch und besonders: Das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Was auch sonst? Na klar. Da war er lange im Vorstand. Es war immer sein Thema, die Sache mit den Grundrechten und der Demokratie. Seine online lesbaren Beiträge dort.

Davor war auch ein Hamburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen. „Die große Verlade – Atommüll auf Geisterfahrt“. Nach der BUU Pinneberg und der Inbetriebnahme von Brokdorf, nach der Katastrophe von Tschernobyl.  Hier ist die Geschichte dazu: Keine Atomtransporte durch Hamburg – 1989/90

Theo Christiansen auf umweltFAIRaendern.de

Theo Christiansen bei einer Aktion auf dem Rathausmarkt Markt für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze im September 2013. Fotos: Dirk Seifert

„Wir wollen Krieg nicht können!“ – Friedenskonzert mit dem Ersten Improvisierenden Streichorchester in Ottensen

Friedenskonzert 2025 in der Christians Kirche in Ottensen, Altona, Hamburg. Am Kloppstockplatz. Mit dem Ersten Improvisierenden Streichorchester. Ein Benefizkonzert für die »Schule ohne Grenzen«. Aber auch ein Statement: „Wir wollen Krieg nicht können“, sagt der ehemalige Pastor Uli Hentschel unter großem Applaus in der gut besuchten offenen Kirche. Töne von Marschmusik des Streichorchesters brechen gleich wieder zusammen, wechseln in Differenz, in Demokratie und Vielfalt. Und auch sonst ist die Veranstaltung ein Ort, bei dem Mitmenschlichkeit und Widerspruch zusammengehören. Es bräuchte sehr viel mehr Reden, wie die von Uli Hentschel. Und Taten. umweltFAIRaendern dokumentiert.

Das Erste Improvisierende Streichorchester ist – nicht nur bezogen auf die Ohren – ein Erlebnis. Töne und Personen und Farben sind schon sowas wie ein politisches und musikalisches Statement. Und Improvisieren ist vielleicht manchmal auch nur ein anderes Wort dafür, die Demokratie immer wieder lebendig zu erstreiten. Es ist Vielfalt und Demokratie im Raum und in der Zeit – mit Kontroversen und Harmonien, mit Obacht und Respekt. Ein sehr besonderes Streich- und vielleicht auch im besten Sinn pluralistisches Streitorchesters.

  • Thomas Deuber hat aus Anlass des 40. Jubiläums das Orchester bei Proben, bei Gesprächen und bei einem Event in Osnabrück still und dezent gefilmt und gelauscht. Als Premiere gab es seinen Film „Improvisierend miteinander umgehen“ vor einem Jahr. Auf der Seite der „Kuhkoppel-Produktion“ gibt es dazu mehr. Töne und Demokratie und ein Orchester. Ein Erlebnisfilm.

Vom Konzert in der Christians Kirche 2025 gibt es hier zwei Audio-Mitschnitte als MP3.

und

 

Also Dokumentation die Ansprache von 

Uli Hentschel beim Friedenskonzert von EIS am 4. Advent 2025 in der Christianskirche (Es gilt das gesprochene Wort).

„Eure Musik – Eure Choreographie – „drücken die Sehnsucht nach Frieden, Lebendigkeit und Vielfalt aus“, wie ihr schreibt. Eure Improvisationen rufen aber auch Bilder von Leid, Krieg und Schmerzen wach. Ohne diese Bilder, diese Informationen zu verdrängen, soll die Sehnsucht gestärkt werden.

Das ist keine leichte Sache, sondern eine schwierige Herausforderung. Dissonanzen, Debatten und Kontroversen sind Elemente dieser Sehnsucht. Gestärkt wird sie, wenn es, wie in eurem Orchester, eine Verständigung über einige Grundregeln wie Respekt, Bereitschaft zum Zuhören, Mut zum Experiment, Veränderung des Vorgegebenen gibt.

Zu eurer Musik lässt sich nicht marschieren. Sie hat eine Richtung, verweigert sich aber dem Gleichschritt. Sie soll uns heute nach diesem kriegerischen Jahr wieder ermutigen zu einigen wenigen Überlegungen, die – wie soll es in der Kürze auch anders gehen, ganz persönlich von mir verantwortet werden:

1. Unsere Kräfte lassen nach. Wir sind erschöpft vom langen Kampf, von unseren Protesten, die, so sieht es derzeit aus, nicht erfolgreich waren. Wir sollten uns diese Erschöpfung, auch manche Ratlosigkeit nicht verbieten. Ich sage es auch mir selbst: Wir dürfen auch zur Ruhe kommen.

2. Ich vermute, dass wir hier in der Kirche unterschiedliche Auffassungen haben zum deutschen und europäischen Aufrüsten gegen das russische Großmachtstreben und den russischen Krieg gegen die Ukraine. Uns allen aber ist bewusst, dass die Aufrüstung zur Kriegstüchtigkeit mit massiven Kürzungen im sozialen Bereich, in der Ökologie und der Unterstützung armer Länder bezahlt wird.

3. Gegen die Militarisierung unserer Gesellschaft

Boris Pistorius, nach eigenem Verständnis nicht mehr nur Verteidigungsminister, sondern Kriegsminister, hat gefordert: Wir müssen kriegstüchtig werden. Wir müssen wehrhaft sein. Und die Bundeswehr und die Gesellschaft dafür aufstellen.“ Der letzte Satz wurde zu wenig beachtet: wie die Bundeswehr will Pistorius auch die Gesellschaft für diese Kriegstüchtigkeit „aufstellen“. Das ist nicht mehr Demokratie, sondern Militarisierung unsere Gesellschaft. Das wollen wir nicht.

Ebenso wenig wollen wir die atomare Aufrüstung Europas, wie sie von immer mehr Politikerinnen gefordert wird.

4. Viel zu wenig Proteste gibt es gegen die unredliche und unmenschliche und unmoralische Abweisung von Flüchtigen vor allem aus Afghanistan und dem Iran durch die deutsche, unsere Regierung. Und wo bleibt die Unterstützung für die Menschen, die sich dem Krieg verweigern. Das Recht auf Asyl muss auch für Deserteure und Kriegsdienstverweigerer gelten. Das Recht auf Asyl muss auch gelten für die Frauen, insbesondere aus dem Iran und Afghanistan.

5. Wir sehen, wie stark die Akzeptanz und auch Toleranz für faschistoide Gruppen und Strömungen (wie der AFD) wird. Ihr Verharmlosen und Relativieren der deutschen Verantwortung für den Holocaust und zwei Weltkriege braucht Widerspruch und nicht Verständnis.

Widerspruch braucht auch die Entscheidung von Senat und Bürgerschaft in unserer Stadt, mit einer 300-Millionen-Spende von Klaus-Michal Kühne einen neuen Kulturtempel zu bauen. Denn der Ursprungskern seines Vermögens ist eine NS-Erbschaft, die u.a. mit dem Transport des Eigentums von vertriebenen und ermordeten jüdischen Familien aus den Niederlanden, Belgien und Frankreich durch Kühnes Vater geschaffen wurde.

6. Mich sorgt vor allem der zunehmende Antisemitismus in Wort und Tat. Der Terrorangriff auf eine Chanukka-Feier in Australien ist der aktuellste Ausdruck einer Bedrohung für jüdische Menschen in aller Welt, auch hier in unserem Land und unserer Stadt. Da ist kein Frieden. Auch in meinen Milieus, dem linken und dem kirchlichen, kommen immer wieder antisemitische Einstellungen zum Vorschein.

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Woraus kann uns angesichts dieser Entwicklungen Klarheit und Kraft kommen? Wenige Tage vor dem Weihnachtsfest und hier in dieser Kirche will ich ganz fromm von Jesus sprechen. Man muss sich nicht auf ihn beziehen, aber für eine sich auch christlich verstehende Kultur kommt man an ihm nicht vorbei:

* Jesus war ein jüdischer Rabbi. Er war kein Christ, er war kein blonder Arier, er war ein Jude. Das muss immer wieder erinnert werden. Ausgrenzung von Juden, mit welchen Begriffen auch immer, ist unvereinbar mit meinem christlichen und meinem politischen Verständnis.

* Jesus war Pazifist. Er kritisierte Gewalt, auch die seiner Freunde. Er provozierte mit seinen Aufrufen zur Feindesliebe.

* Jesus kommt aus einer Flüchtlingsfamilie.

* Jesus war kein Familienmensch. Zu seiner „Familie“ zählte er seine BegleiterInnen ebenso wie unbekannte Menschen, auch oder gerade, wenn sie gesellschaftlich ausgegrenzt waren.

Ach wie gut wäre es, wenn in diesen Weihnachtstagen nicht nur ein Jesuskind verkitscht und gefeiert wird. Zu erinnern und ja auch zu feiern ist vielmehr der erwachsene Jesus.

Jesus als Pazifist – das wäre Weihnachten zu feiern, mit allen Zweifeln gewiss, aber doch als kollektive Leitidee, Leitstern …

Vor zwei Jahren fragte die Chefin eines großen Rüstungs-Unternehmens: „Können wir überhaupt noch Krieg?“

Wir? Noch?

Ja, „wir“ Deutsche konnten schon mal Krieg. 60 Millionen tote Menschen blieben zurück.

Nein, das wollen wir nicht mehr. Wir wollen Krieg nicht können!

Und nein: Wir sind nicht blind und naiv. Wir sind realistisch. Denn wir wissen aus unserer deutschen Geschichte: Aufrüstung und Nationalismus treiben zum Krieg.

Und wir wissen, dass Aufrüstung asozial ist und lebensgefährlich, nicht nur für uns und unsere Kinder, sondern für viele Menschen in anderen Ländern. Manche der Geflüchteten haben das erlebt und können davon berichten. Auch sie brauchen unsere Solidarität!“

Atomforschungsreaktor München Garching: Weiterhin wegen Defekt abgeschaltet – aber neuer Uranbrennstofftest offenbar „positiv“

Der Atomforschungsreaktor der TU in München Garching liegt immer noch wegen eines Defekts im Zentralbereich des Reaktors still. Notwendige Bauteile sind erheblich schwieriger herzustellen, als gedacht. Materialprobleme sind obendrein viel früher eingetreten, als ehemals erwartet bzw. berechnet. Erklärungen sind öffentlich nicht bekannt. Auch ein Termin für die Wiederinbetriebnahme wird nicht genannt. Aber eine aus Sicht der Betreiber des Reaktors positive Meldung ist: „Wichtiger Brennstofftest für FRM II erfolgreich“. Bislang wird im Reaktor hochangereichertes atomwaffenfähiges Uran als Brennstoff eingesetzt. Nun soll ein Brennstoff entwickelt werden, der sogar die Anreicherungsgrenze von 20 Prozent unterschreiten soll. Bislang stammt das Waffenuran aus Russland und wird in Frankreich zum Brennelement verarbeitet. Mit Frankreich und einem Forschungsreaktor in Belgien arbeitet die TUM an dem neuen Brennstoff. Erste Tests an Brennstoffplatten wären nun erfolgreich und ein Genehmigungsantrag ist 2025 eingereicht worden, heißt es.

Auch die Seite Forschung und Lehre informiert Anfang Dezember in der Rubrik „Management“ darüber, dass die ehemals geplante Wiederinbetriebnahme bis Ende 2025 nicht erfolgen wird. Leider leistet die Quelle nichts weiter, als auf eine Meldung von dpa/cpy Bezug zu nehmen, in der vor allem die Antworten der bayerischen Staatsregierung auf die Nachfragen des  Landtagsabgeordneten Markus Büchler von den Grünen als Quelle dienen.

Die PM  vom Betreiber des FRM2 hier als Dokumentation:

Wichtiger Brennstofftest für FRM II erfolgreich

Umrüstung, Pressemitteilung 

Ein wichtiger Schritt für die Umstellung der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) der Technischen Universität München (TUM) auf niedrig angereicherten Kernbrennstoff ist gelungen: Zwei Brennstoffplatten aus einer monolithischen Uran-Molybdän-Legierung wurden erfolgreich bestrahlt. Damit ist nun erstmals ein Herstellungsprozess neuer Brennstoffe mit niedrig angereichertem Uran unter realistischen Bestrahlungsbedingungen erprobt.

Die Brennstoffplatten wurden von der französischen Firma Framatome im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts in Zusammenarbeit mit der TUM und weiteren europäischen Partnern hergestellt. Der Bestrahlungstest erfolgte über zwei Zyklen im BR-2-Reaktor des belgischen Forschungszentrums SCK CEN in Mol. Die Ergebnisse zeigen, dass die neu entwickelten Brennstoffplatten den Bestrahlungsbedingungen standhalten, wie sie im FRM II auftreten. Früher getestete Materialien hatten vergleichbare Tests nicht bestanden.

Genehmigungsantrag wird 2025 eingereicht

„Die Ergebnisse bestätigen unsere Strategie zur Umstellung auf einen niedrig angereicherten Brennstoff und sind ein wichtiger Datenpunkt für den Genehmigungsantrag, den wir noch in diesem Jahr bei den Behörden einreichen werden“, sagt Prof. Christian Pfleiderer, Wissenschaftlicher Direktor des FRM II. „Oberste Priorität hat für uns der sichere Betrieb des Forschungsreaktors. Gleichzeitig ist es unsere Aufgabe als internationale Großforschungsanlage, Wissenschaftlern aus aller Welt Neutronen für ihre Forschung zur Verfügung zu stellen – für Anwendungen in der Kernfusion bis zur Herstellung von Radioisotopen für die Krebstherapie.“

Das Design des Tests und die Fertigung der Platten sind Teil eines seit 2019 laufenden Entwicklungsprozesses. „Die Zusammenarbeit zwischen der TUM und Framatome, unterstützt von europäischen Partnern, ebnet den Weg für eine neue Generation sicherer und leistungsfähiger Brennstoffe für Forschungsreaktoren weltweit“, sagt Ralf Gathmann, Vizepräsident von CERCA bei Framatome.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Die Entwicklung neuer Brennstoffe für den FRM II ist Teil internationaler Bestrebungen, Forschungsreaktoren auf den Betrieb mit weniger als 20 Prozent Uran-235 umzustellen. Auch die Betriebsgenehmigung des FRM II enthält die Auflage, den Reaktor umzurüsten, sobald ein geeigneter Brennstoff zur Verfügung steht. Seit 2003 arbeiten Forschende der TUM an entsprechenden Konzepten.

Nach einer intensiven Testphase fiel 2023 die Entscheidung, auf monolithisches Uran-Molybdän zu setzen, da es besonders dicht gepackt werden kann. „Seitdem haben wir das Kerndesign des niedrig angereicherten Brennstoffs weiterentwickelt und unter anderem die eingesetzte Brennstoffmasse reduziert. Damit bleibt in dem 60-Tage-Betriebszyklus die wissenschaftliche Leistungsfähigkeit des FRM II erhalten“, sagt der Professor für Angewandte Kerntechnologien, Christian Reiter, von der TUM School of Engineering and Design, der die Möglichkeit einer Umrüstung wissenschaftlich nachgewiesen hat.

Weitere Informationen zur Umrüstung


Viertes Quartal 2025 – 47 Atomtransporte durch Hamburg per Straße und Hafen

26 mal Atomtransporte mit Uranbrennelementen von Lingen für AKWs in Schweden (Forsmark) oder aus Schweden über Hamburg in die Tschechische Republik (Temelin) und nach Cattenom in Frankreich. Darin enthalten auch Transorte mit angereichertem Uran zur weiteren Verarbeitung für Brennelemente von URENCO in Gronau oder Orano Frankreich nach Schweden. Temelin erhält von Westinghouse in Schweden vermutlich sogenannte VVER bzw. WWER Brennelemente. Eine besondere Entwicklung von Russland und die vor allem in osteuropäischen Atomkraftwerken zum Einsatz kommt. Hinzu kommen noch  31 Transporte mit weiteren radioaktiven Stoffen. Z.B. mit kontaminierten Metallteilen möglicherweise aus dem Rückbau deutscher Atomanlagen in die USA, frisches Natururan als Yellow Cake und Rohstoff aus Namibia oder umgewandeltes Uranhexafluorid mit einem spaltbaren Urananteil unterhalb des Naturzustandes. Das internationale Urangeschäft zeigt deutliche Spuren im Transit über Hamburg – auf den Straßen und über den Hafen. Vom 6. September bis 5. Dezember rollen oder fuhren also 47 Atomtransporte durch die Hansestadt. Das ergab eine neue Schriftliche Kleine Anfrage von Stephan Jersch und Kay Jäger von der Linksfraktion in der Bürgerschaft. (Drucksache 23/2339). Viele der Transporte haben mit den Uranfabriken in Gronau und Lingen zu tun, die immer noch vom Atomausstieg ausgenommen sind und einen wichtigen Anteil im internationalen Uranhandel spielen.

++++ Über die Produktion von VVER-Brennelementen berichtet Westinghouse auf seiner Homepage. (Siehe unten als Dokumentation) International gibt es massive „geopolitische“ Verwerfungen, die vor allem wirtschaftlicher und politischer Natur sind. Dazu zählt die Energieversorgung und auch die Versorgung mit Uranbrennstoffen für den Einsatz in Atomkraftwerken, – und auch für militärische Anwendungen in U-Booten und anderswo. Der Krieg in der Ukraine hat offenbart, dass viele osteuropäische Länder auch von Atomtechnik von Russland abhängig ist.  Dazu gehören spezielle Brennelemente, die bislang nur Russland herstellen kann.  Während z.B. der US-nahe Atomkonzern Westinghouse schon vor dem Krieg versuchte, eigene sogenannte VVER-Brennelemente zum Einsatz ist russischen Atomkraftwerken zu entwickeln, hatte der europäische Atomkonzern Framatome erst spät nachgezogen. Um den Vorteil von Westinghouse aufzuholen, hat man in Frankreich trotz des Ukraine-Krieges die seit Jahrzehnten wachsende Zusammenarbeit mit Russland „intensiviert“. Dazu soll die russische TVEL unter Leitung von Rosatom mit den entsprechenden Lizenzen und Knowhow am bundesdeutschen Standort in Lingen beteiligt sein. Noch steht eine atomrechtliche Genehmigung aus. Erhebliche Sicherheitsrisiken einer russischen Beteiligung bei der Energieversorgung für Teile Europas sind zu prüfen. Eigentlich wäre ein Boykott und Atomausstieg die bessere Alternative. Hamburg ist von LKW-Atomtransporten in diesem „Deal“ betroffen. ### dazu gibt es auf umweltFAIRaendern weitere Hintergründe. Die Welt berichtet hinter einer Paywall über Hintergründe und Zusammenhänge über die deutsch-französische und europäische Seite dieses Deals. „Brisantes Nuklearprojekt mit Russen-Beteiligung ruft Merz und Macron auf den Plan“ // Urandeals: Lieferketten und Verarbeitung – Wie die Europäische Union den Brennstoff-Nachschub für den Betrieb von Atomkraftwerken organisiert

Dokumentation von der Westinghouse Homepage, siehe oben.

Westinghouse Completes First VVER Fuel Deliveries to Temelín and Dukovany Nuclear Power Plants

Key Milestone to Support ČEZ’s Long-Term Energy Security and Diversification Strategy

Cranberry Township, PA, June 16, 2025 – Westinghouse Electric Company recently completed the first VVER fuel reload deliveries to Temelín and Dukovany Nuclear Power Plants (NPP) in the Czech Republic, marking a key milestone in ČEZ’s strategy to enhance energy security through fuel diversification.

IMG_7457The VVER-1000 fuel reload for Temelín NPP is part of the long-term contract signed between Westinghouse and ČEZ in June 2022 and includes the Robust Westinghouse Fuel Assembly design (RWFA-T). Westinghouse also delivered the first VVER-440 fuel reload of its NOVA E-6 design to Dukovany NPP, under the fuel supply agreement signed between Westinghouse and ČEZ in March 2023. Both VVER fuel designs, manufactured in Västerås, Sweden, are fully compatible with non-Westinghouse fuel during the plants’ transition and offer increased fuel economy and extended fuel cycles.

“This is a step that significantly enhances the energy security of the Czech Republic. In addition to diversifying our nuclear fuel suppliers, we also maintain strategic reserves at both of our nuclear power plants,” said Daniel Beneš, Chairman of the Board and CEO of ČEZ.20250611_131522

“We are proud to continue supporting ČEZ to strengthen the Czech Republic’s energy independence with the Western VVER fuel offering,” said Tarik Choho, Westinghouse Nuclear Fuel President. “Westinghouse supplied VVER-1000 fuel to both Temelín units from 2000 to 2010. As the largest supplier of VVER fuel in Europe, we have continued to invest in advanced fuel designs to support energy security in the region. These fuel deliveries are a testament to our shared commitment to safety, reliability, and supply diversification for VVER reactors.”

IMG_7474Westinghouse is a leading supplier of nuclear fuel, providing a uniquely diversified portfolio in the industry across nuclear reactor types, including PWR, BWR, AGR, and VVER. Through our world-class manufacturing facilities in the United States, Sweden, and the United Kingdom, we focus on delivering innovative fuel technologies to meet our customers‘ needs for lower fuel cycle costs, increased operational flexibility and efficiency, diversity of supply, and accident-tolerant products.

Learn more about our advanced fuel capabilities and how they relate to different reactors around the world: Westinghouse Nuclear > Nuclear Fuel

Image Credit: ČEZ

 

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