Kennt ihr das von den Schmetterlingen? Eine wahnsinnig gute Neu-Interpretation hat der Hamburger Knarf Rellöm zu verantworten. Hier über eine datenfreundliche Instanz von Invidious, nicht immer verfügbar. HIER . Sonst eben doch Yotube: – Auch und besonders ÖRF, die das irgendwie nicht kommerziell für Demokratie zeigt.
Risiko und nicht geplant – Bundestag hört an: Atommülllagerung oberirdisch für viele weitere Jahrzehnte
Von einem „sachlichen Austausch“ sprechen die Bericherstatter:innen von „Heute im Bundestag“ mit Blick auf die heutige Anhörung im Umweltausschuss. Man könnte aber auch sagen: Da haben viele irgendwie jeweils erklärt und berichtet – nur miteinander diskutiert wurde in keiner Weise. Die Abgeordneten der Fraktionen und Gruppe hatten Sachverständige berufen, die zu einem Antrag der CDU angehört wurden: Beschleunungsmöglichkeiten bei der Endlagersuche für hochaktive Abfälle. Anlass oder Hintergrund für den CDU-Antrag im Bundestag ist das Eingeständnis der staatlichen Akteure im Verfahren, dass eine geplante Festlegung für einen Endlagerstandort bis 2031 – wie es im Standortauswahlgesetz festgelegt wurde – nicht haltbar ist und eine solche Entscheidung wohl erst Ende der 2040er oder gar erst in den 2060er Jahren möglich sein könnte. Dass bis dahin der gesamte Atommüll oberirdisch irgendwo rumliegt, ist halt so.
- Über den Antrag der CDU und die Anhörung und die Sachverständigen und ihre Beiträge hatte umweltFAIRaendern hier berichtet: Atommüll im Bundestag: Anhörung, Politik und Sachverständig:in:e und hier Radioaktiv: Anhörung im Bundestag – CDU will Endlagersuche beschleunigen
- Der NDR berichtet in dieser Weise über die Veranstaltung. „Experten fordern schnellere Endlagersuche“ – Die Überschrift hat nur begrenzt was mit dem Inhalt zu tun.
Vertreter:innen aus dem Nationalen Begleitgremium, aus der Begleitgruppe beim Suchverfahren und auch die von den Linken berufene Vertreterin des Atommüllreports listeten die brennenden Fragen auf: Was eigentlich passiert mit dem Atommüll, wenn er nun für weitere Jahrzehnte oberirdisch gelagert wird? Nicht nur hochradioaktiven Probleme sind elementar. Was passiert denn nun bei den Zwischenlagern für diese Abfälle, deren Genehmigungen nach und nach auslaufen. Schon ca. 2028 müssten die NEU-Genehmigungsverfarhren für Gorleben und Ahaus anlaufen. Wie aber muss denn das nach Stand von Wissenschaft und Technik heute aussehen? Wie ist das mit den Behältern und dem Inhalt und dem späteren Antransport an ein Endlager? Halten die solange oder bröseln die radioaktiven Inhalte im Behälter und könnten die Dichtungen versagen? Wird erforscht, heißt es. Endlager kommt 2050, hieß es. Endlager ist Gorleben, hieß es über Jahrzehnte.
Auch bei den leicht- und mittelradioaktiven Abfällen kommt im Grunde nichts voran. Immer wieder verzögert sich das geplante Endlager im Schacht Konrad. Selbst wenn es käme, wäre es zu klein. Aber eigentlich braucht es auch hier einen Neustart. Nur will darüber niemand reden. Auch die Grünen nicht. Das Kritikpotential der ehemaligen Anti-Atom-Partei ist schon erschreckend abgeschmolzen. Sollte das auch eine Folge der Klimakatastrophe sein?
Interessant der Beitrag aus Österreich, der sich noch mal mit dem Unsinn von Wiederaufarbeitung und Transmutation befasste, der im Antrag der CDU enthalten war und von dem die AfD schon seit Jahren schwärmt. Weder würde ein Endlager überflüssig, wenn das Transmutieren funktionieren würde, noch gibt es diese Technik überhaupt in irgendeiner behaupteten Weise, so die Sachverständige. Was nicht Thema war: Immer wieder wäre bei der Transmutation und Wiederaufarbeitung Plutonium im Spiel. Also der Stoff, aus dem die Atombombe ist. Der Traum aller, die gerne spalten.
- umweltFAIRaendern dokumentiert einstweilen von der Seite des Bundestages:
Sachlicher Austausch über schnellere Endlagersuche
Bei einer Anhörung des Umweltausschusses, wie mögliche Verzögerungen bei der Suche nach einem Atommüll-Endlager zu vermeiden sind, kam es zu einem sachlichen Austausch von Argumenten durch die Sachverständigen. Gegenstand der Anhörung am Mittwoch, 5. Juni 2024, war ein Antrag der CDU/CSU-Fraktion mit dem Titel „Endlagersuche beschleunigen – Akzeptanz sichern“ (20/5217).
Darin beziehen sich die Abgeordneten auf ein Papier der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), demzufolge sich die Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Atommüll unter Umständen bis ins Jahr 2068 hinziehen könnte, und fordern von der Bundesregierung Maßnahmen zur Beschleunigung von Verfahren sowie die Prüfung von Techniken zur Verringerung der einzulagernden Menge. Im geltenden Gesetz zur Endlagersuche ist eigentlich ein Zeitrahmen bis 2031 vorgesehen.
Zügige, aber ausdiskutierte Entscheidungen
Die Endlagersuche ist derzeit in Phase I, in der auf einer „weißen Landkarte“ von Deutschland flächendeckend geprüft wird, welche Gegend sich geologisch eignen könnte. Vorgesehen ist, dass daraus bis 2027 etwa acht Bereiche hervorgehen, die in Phase II und III eingehender geprüft werden sollen.
Dr. Klaus Nutzenberger vom Deutschen Städte- und Gemeindebund als Vertreter der kommunalen Spitzenverbände betonte das Interesse der Kommunalpolitiker an zügigen, aber auch ausdiskutierten Entscheidungen. Denn je enger sich das Netz für mögliche Standorte ziehe, „desto mehr Probleme werden wir mit der Umsetzung vor Ort haben“, sagte Nutzenberger mit Blick auf die betroffene Bevölkerung. Keinesfalls wollten die Kommunen schnelle Entscheidungen, die dann wieder zurückgenommen werden.
Verfahrensbeschleunigung erst in Phase III
Andreas Sikorski vom Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz wies auf die besondere Betroffenheit seines Landes hin, in dem nicht nur das ursprünglich für ein Endlager vorgesehene Gorleben liegt, sondern bundesweit auch die meisten Zwischenlager.
Eine Möglichkeit zur Verfahrensbeschleunigung sehe er in Phase I nicht, sagte Sikorski. Denn die vorhandenen Daten reichten noch nicht aus, um die Suchgebiete einzugrenzen. Mehrere andere Sachverständige stimmten ihm hierin zu. 2027 werde man Informationen haben, wie sich das weitere Verfahren beschleunigen lässt. Potenzial hierzu sehe er insbesondere in Phase III.
Bundestag soll „Richtung vorgeben“
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig von der Technischen Universität Clausthal warnte vor dem Risiko, dass ein Suchverfahren, das zu lange dauert, am Ende ganz scheitern könnte. Gleichzeitig müsse aber auch der Eindruck politischer Einflussnahme auf eine wissenschaftliche Diskussion vermieden werden. Ein solcher Eindruck hatte letztlich zum Scheitern des Projekts Gorleben geführt. Allerdings, so Röhlig, stehe es dem Bundestag durchaus zu, die „Richtung vorzugeben“. Das Verfahren sei ein „wissenschaftsbasiertes, aber nicht wissenschaftsgeleitetes“.
Der von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen benannte Einzelsachverständige Michael Sailer, der die BGE berät, begrüßte ausdrücklich den Antrag der Unionsfraktion. Der Bundestag müsse nochmals deutlich machen, dass es ihm um eine „starke Einengung“ des Suchgebiets geht. „Wir brauchen vom Auftraggeber eine klare Aussage dazu“, betonte Sailer. Egal wie die Standortentscheidung am Ende falle, es werde der dortigen Bevölkerung nicht gefallen, „aber wir brauchen ein Endlager“.
Dr. Tim Vietor von der Schweizer Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) berichtete, dass sein Land für die laufende Endlagersuche nur zwanzig Jahre benötige. Gründe seien unter anderem, dass die Zeitplanung beim Bund zentralisiert sei, alle Verfahrensbeteiligten eng zusammenarbeiteten und manche Schritte parallel erfolgten. „Die Lösung liegt nicht so sehr im Theoretisieren, sondern im Tun“, sagte Vietor.
Zwischenlager nicht aus den Augen verlieren
Elisa F. Akansu als Vertreterin der Gruppe der unter 35-jährigen im Planungsteam Forum Endlagersuche (PFE) wies darauf hin, dass sich heute im Gegensatz zur vorangegangenen Generation nur wenige junge Menschen für die Endlagersuche interessierten. Es gehe aber um den richtigen Umgang mit einem gefährlichen Erbe auch für künftige Generationen. Die Endlagersuche müsse beschleunigt werden, „soweit es nicht zu Lasten der Sicherheit“ gehe.
Arno Sittig als Vertreter der jungen Generation im Nationalen Begleitgremium (NPG) pflichtete ihr bei. Die BGE habe mit ihrem gestreckten Zeitplan „im NPG Vertrauen gebrochen“. Sittig wünschte sich vom Bundestag, schon jetzt und nicht erst in der nächsten Legislaturperiode die Diskussion über das weitere Vorgehen im Phase II und III zu führen. Sowohl Akansu als auch Sittig plädierten dafür, die Zwischenlager nicht aus den Augen zu verlieren. Selbst bei eingehaltenem Zeitplan für die Endlagersuche würden diese noch Jahrzehnte benötigt und bei einer Verzögerung erst recht. Es gelte auch eine Verlängerung der Zwischenlagerung gesetzlich abzusichern.
Unterstützung erhielten sie in dieser Forderung von Ursula Schönberger vom Fachportal Atommüllreport. „Dringender Handlungsbedarf“ bestehe zudem bei der Lagerung schwach- und mittelaktiver Abfälle. Seit 2015 sei klar, dass der dafür vorgesehene Schacht Konrad in Niedersachsen nicht geeignet ist. Schönberger forderte, auch für diese Abfälle ein Standort-Auswahl-Verfahren gesetzlich vorzuschreiben.
„Kein Müll, sondern Wertstoff“
Der von der AfD benannte Einzelsachverständige Dr.-Ing. Klaus-Dieter Humpich forderte, abgebrannte Brennstäbe von Atomkraftwerken zur Wiederaufarbeitung ins Ausland zu geben. Mit der in ihnen gespeicherten Energie ließe sich noch viel Strom erzeugen und Verbrennung von Öl oder Kohle vermeiden. Sie seien „kein Müll, sondern Wertstoff“. Sie zu verbuddeln verstoße „gegen jede Nachhaltigkeit“.
Humpich führte außerdem aus, warum aus seiner Sicht Salzstöcke besser als andere geologische Formationen für die Endlagerung geeignet sind. Wenn man die Politik beiseitelasse und rein wissenschaftlich entscheide, könne man die Endlagersuche schnell beenden, indem man Gorleben als „besterforschtes Projekt der Welt“ auswähle.
Partitionierung und Transmutation
In einem Punkt des Antrags der Unionsfraktion goss Dr. Friederike Frieß von der Universität für Bodenkultur Wien Wasser in den Wein. Darin fordern die Abgeordneten Forschungsförderung im Bereich der Partitionierung und Transmutation (P&T), um mit diesen Verfahren die Menge des hochradioaktiven Abfalls deutlich zu verringern.
Frieß wies darauf hin, dass bei diesen Verfahren noch viele Jahrzehnte der Forschung nötig seien und sich noch nicht absehen lasse, ob eine großtechnische Umsetzung von P&T überhaupt jemals möglich sein wird. Und selbst wenn, helfe es nur bedingt, weil es dann mehr schwach- und mittelaktiven Abfall gebe, der ebenfalls endgelagert werden muss.
Gefahr für Wärmewende
Aus einem besonderen Grund warnte Gregor Dilger vom Bundesverband Geothermie vor Verzögerungen bei der Standortauswahl. Denn diese könnten wegen möglicher Konflikte zwischen Endlagerung und Nutzung der Erdwärme die Wärmewende bis 2045 gefährden.
Dilger äußerte deshalb drei Bitten an die Politik: Das Auswahlverfahren schnell voranzutreiben, bei der Standortprüfung Tiefen bis 400 Meter auszunehmen sowie klarzustellen, dass Standorte unter Wohngebieten nicht für die Endlagerung in Frage kommen. Außerdem äußerte er den Wunsch, die Daten aus der Endlagersuche auch für geothermische Informationssysteme zur Verfügung zu stellen. (pst/05.06.2024)
Zeit: Mittwoch, 5. Juni 2024, 11 Uhr bis 13 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E 700
Jahrestagung Kerntechnik 2024: Atombranche in Leipzig
Auch wenn in der Bundesrepublik die AKWs abgeschaltet sind: Zur „Jahrestagung Kerntechnik“ kommt die in der Bundesrepublik ansässige Atombranche vom 11. – 13. Juni in Leipzig zusammen. Rund 600 Teilnehmer:innen werden von den Veranstaltern erwartet. Neben vielen Vorträgen zu technischen und Forschungsfragen in Sachen Atomenergie wird es zum Auftakt auch um politischen Bewertungen und Ausblicke der einzelnen Atombereiche gegen, wie z.B. bei der Urananreicherung (URENCO), der Entwicklung neuer Reaktorkonzepte (SMR etc.) oder der weiteren Entwicklung bei der Kernfusion. Seitens der Bundesregierung ist das FDP-geführte Forschungsministerium mit am Start und wird in den Key-Notes zur „Förderung des Kompetenzerhalts in den Programmen der nuklearen Sicherheitsforschung und der Rückbauforschung beim BMBF“ berichten. Auch Speaker von Framatome und Westinghouse kommen zu Wort. Aus dem Forschungsbereich auch dabei ein Beitrag des European Commission Joint Research Centre JRC, welches in Karlsruhe einen bundesdeutschen Standort hat. Für Normalzahler kostet der Event 1.450,00 €, Rentner dürfen für 350 € dabei sein. Das Erbe – die nukleare Strahlenabfälle sind nicht mehr so richtig Thema: Mit der Verstaatlichung des nuklearen Abfallmanagements für leich-, mittel-, und hochradioaktiven Atommüll sind die bisherigen kommerziellen Atomstrom-Akteure nach einem Beschluss des Bundestages nur noch wenig befasst (hier z.B die GNS): Die stillgelegten Atommeiler müssen sie noch in eigener Verantwortung „rückbauen“ und den Müll für die staatlichen Unternehmen rausstellen.
- Das Programm der Jahrestagung Kerntechnik ist hier online. Dort sind auch weitere Einzelheiten für die Veranstaltung in Leipzig zu finden.
Die geplanten Key-Note Speaker listet die Homepage auf (Dokumentation):
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Fachtagung Atommüllreport: Ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen des zivil-militärischen Atomkomplexes
Mit der Fachtagung „Nuklearer Fallout“ will der Atommüllreport im Oktober in Hannover über die „ökologischen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen des zivil-militärischen Atomkomplexes“ informieren und diskutieren. Der Atommüllreport ist ein wissenschaftsorientiertes Internetportal, getragen unter anderem von einem Fachbeirat und NGOs wie der IPPNW, dem BUND, .ausgestrahlt und zahlreichen anderen. Erstmals in diesem Format ist auch die „Internationale Kampagne für ein Atomwaffenverbot“ (ICAN) beteiligt. Der BUND ist seit November 2022 Partner von ICAN.
(Anmeldung per mail unter anmeldung@atommuellreport.de (Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung bis zum 7.10.2024 gebeten,Teilnahmebeitrag: 30.– Euro für Privatpersonen, 10.– Euro für Studierende, Auszubildende, Erwerbslose, o.ä., 100.– Euro für Vertreter*nnen von Behörden, Institutionen und Firmen. Im Beitrag enthalten sind Essen und Getränke.)
- Alles über den Atommüllreport auf umweltFAIRaendern.de
- Alles über ICAN (Atomwaffenverbot) und den BUND auf umweltFAIRaendern,de
- Siehe auch: Grenzen verschwimmen: Atomwaffen-Komponenten aus zivilen Atomkraftwerken – Frankreich folgt Beispiel der USA
Dokumentation: Der Atommüllreport informiert hier über die Fachtagung Nuklearer Fallout, am 25.10.2024, Raschplatzpavillon Hannover: Ökologische, ökonomische und soziale Auswirkungen des zivil-militärischen Atomkomplexes – Unter dem Link ist auch die Anmeldung möglich und erwünscht !
Deutschland hat vor 50 Jahren – wie fast alle Staaten – den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet. Eine Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags, der im letzten Jahre in Kraft getreten ist, lehnt die Bundesregierung jedoch ab. Ziel des Atomwaffenverbotsvertrages, den bisher 90 Staaten unterzeichnet haben, ist eine gänzliche Abschaffung aller Atomwaffen. Stattdessen hält die Bundesregierung explizit an der „nuklearen Teilhabe“, der direkten Beteiligung Deutschlands bei einem Einsatz von Atomwaffen fest.
Die zivile und die militärische Nutzung der Atomenergie sind zwei Seiten derselben Medaille. Der französische Präsident Macron sagte bei seinem Besuch in der Atomschmiede Le Creusot im Jahr 2020: „Ohne zivile Atomenergie gibt es keine militärische Nutzung der Technologie – und ohne die militärische Nutzung gibt es auch keine zivile Atomenergie.“ Der Atommüllreport will mit dieser Fachtagung die Zusammenhänge vertiefend betrachten und die sozialen Auswirkungen v.a. auf den globalen Süden thematisieren. In einer postkolonialen Welt entzieht sich die Kontamination der natürlichen Lebensgrundlagen durch Uranförderung oder Atomwaffentests allzu oft unserer Wahrnehmung und wird als hinzunehmender Kollateralschaden ignoriert. Nicht zuletzt stellt sich die Frage nach dem Umgang mit den bei der Abrüstung von Atomwaffen entstehenden Atommüll.
Mit:
- Dr. med. Angelika Claussen, Co-Vorsitzende der IPPNW Deutschland und Präsidentin der IPPNW Europa
- Juliane Hauschulz, Politologin, Campaignerin für nukleare Abrüstung, IPPNW und ICAN
- Prof. Dr. Wolfgang Irrek, Ökonom, Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft Hochschule Ruhr West
- Dr. Sophie Kretzschmar, Physikerin RWTH Aachen, Nuclear Verification and Disarmament Group)
- Dr. Christoph Pistner, Physiker, Öko-Institut
- Patrick Schukalla, Geograph, Fachreferent für Atomausstieg, Energiewende und Klima, IPPNW
Weitere Informationen zum downlaod:
Atommüll im Bundestag: Anhörung, Politik und Sachverständig:in:e
Am kommenden Mittwoch diskutiert der Bundestag im Umweltausschuss über Atommüll. Antragsteller ist die CDU. Sie will die aus nachvollziehbaren Gründen erheblich ins Stocken geratene Suche nach einem dauerhaften möglichst sicheren unterirdischen „Endlager“ beschleunigen. Ausgerechnet! Von Anfang an blockiert Partner CSU die Suche im eigenen Bundesland. Politisch motiviert ist auch das Drängen aus Reihen der CDU/CSU für neue Atomstrom-Reaktoren. Dafür hatte die AfD in den letzten Jahren intensiv gearbeitet. Klar ist: Der Atomausstieg galt als eine Grundlage, um die Endlagersuche für hochradioaktiven Abfall neu zu starten. Genau diese nach langen Konflikten mühselig erarbeitete Übereinkunft, – nach einer mehrfachen Atomkatastrophe in Fukushima, nach heftigsten Konflikten in Gorleben, kündigen gerade nicht nur extreme Rechte über AfD, weiter über die CSU und Aiwangers und CDU bis in die FDP und selbst in andere Regierungsparteien hinein, auf. Aber die CDU ist dabei, die Grünen so richtig an den Pranger zu liefern. Mit dem Antrag, der jetzt im Umweltausschuss stattfindet, ist einer von vielen Bausteinen, die Grünen zu Dämonisieren. Nicht Aufklärung sondern Interessen und Macht sind die Agenda der Rechten! Danach geht´s um höheres: Die CDU will jetzt einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss zum Ablauf über die Entscheidung zur Verlängerung der Laufzeit der letzten verbliebenen Atomreaktoren nach dem Angriff der Ukraine durch Russland.
- umweltFAIRaendern hatte berichtet: Radioaktiv: Anhörung im Bundestag – CDU will Endlagersuche beschleunigen
- Die Beiträge der Sachverständig:in:e sind direkt auch hier als PDF zu finden. (Stand. 4. Juni 2024, 1 Uhr) – 1. Ursula Schönberger, Atommüllreport, 2. Dr. Friederike Friess, Uni Wien, 3. Prof. Klaus-JürgenRöhling, TU Clausthal Zehlerfeld, 4. Klaus Dieter Humpich EINZELSACHVERStändiger
- Die Liste aller Sachverständ:in:e ist hier dokumentiert! (PDF) Dr. Klaus Nutzenberger1 – Deutscher Städte- und Gemeindebund – Elisa F. Akansu2 Vertreterin der Gruppe der unter 35-jährigen im Planungsteam Forum Endlagersuche (PFE) – Dr. Friederike Frieß Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) Andreas Sikorski2 Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz Gregor Dilger3 Bundesverband Geothermie e. V., Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig3 Technische Universität Clausthal Dr. Tim Vietor3 Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) Michael Sailer4 Einzelsachverständiger Arnjo Sittig5 Vertreter der jungen Generation im Nationalen Begleitgremium Dr. Klaus-Dieter Humpich6 Einzelsachverständiger Ursula Schönberger7 Fachportal Atommüllreport
Dokumentation: Unter diesem Link alle Infos zur Anhörung: https://www.bundestag.de/ausschuesse/a16_umwelt/anhoerungen/1001494-1001494
Ausschüsse
Anhörung zur Endlagersuche
Die Broschüre „suche:x“ informiert über die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle in Deutschland. (© picture alliance/dpa | Carsten Rehder)
Zeit: Mittwoch, 5. Juni 2024, 11 Uhr bis 13 Uhr
Ort: Berlin, Paul-Löbe-Haus, Sitzungssaal E 700
Antrag der Fraktion der CDU/CSU
„Endlagersuche beschleunigen – Akzeptanz sichern, (BT-Drs. 20/…
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Die Sitzung wird live im Parlamentsfernsehen und auf www.bundestag.de übertragen.
