Uranbergbau mit Todesfolge: Fast 10.000 Lungenkrebstote durch deutschen Uranbergbau bei der Wismut AG

Fast 10.000 Menschen sind in Deutschland an Lungenkrebs infolge ihrer Tätigkeit im Uranbergbau der ostdeutschen Wismut AG erkrankt. Schon 1990, nach dem Ende der DDR, waren rund 5.500 Fälle von Lungenkrebserkrankungen bekannt, die meisten davon verliefen tödlich. Von 1991 bis (vermutlich) 2010 kamen noch einmal 3.700 Lungenkrebserkrankungen hinzu, die als Berufskrankheit anerkannt wurden (siehe hier, PDF). Das hatten Untersuchungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ergeben, die im April 2012 veröffentlicht wurden (siehe dazu dpa). Damit lagen die Erkrankungsraten deutlich über den Erwartungen: „Mit einer so hohen Zahl an Lungenkrebs-Fällen sei nicht gerechnet worden, sagte DGUV-Hauptgeschäftsführer Joachim Breuer.“
Die fast 10.000 (als Berufskrankheit anerkannten) Lungenkrebserkrankungen sind offenbar durch die Radioaktivität in den Bergwerken verursacht. Hinzu kommen noch weitere Erkrankungen wie Kehlkopfkrebs und Silikose, eine unter Bergleuten verbreitete Erkrankung durch die hohe Staubbelastung.
Uranabbau in Entwicklungsländern: Kaum Schutzmaßnahmen, enorme Umweltbelastungen.
Die dramatischen Folgen des Uranabbaus sind umso furchterregender, wenn man bedenkt, dass derzeit in vielen Entwicklungsländern von Atom-Konzernen wie AREVA (Frankreich) und ROSATOM (Russland) der Uranbergbau massiv betrieben bzw. vorbereitet wird. Im Niger häufen sich derzeit die Konflikte um den dortigen Uranabbau durch AREVA. In Tansania bereitet ROSATOM die Eröffnung der ersten Uranminen vor. Auch die Mongolei und Grönland wollen in den Uranbergbau einsteigen.
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Immer wieder gibt es Berichte von Betroffenen über mangelnden Arbeits- und Strahlenschutz. Hinzu kommen die massiven Umweltauswirkungen durch die enormen Mengen von radioaktivem Abraum, der meist unter freiem Himmel gelagert wird. Außerdem erfordert der Uranbergbau großen Mengen Wasser, die anschließend radioaktiv und chemisch schwer belastet sind.
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Wismut und die Folgen: Insgesamt fast 39.000 Menschen mit anerkannten Berufskrankheiten

In dem Bericht der DGUV heißt es zusammenfassend, dass bis 1990 insgesamt 31.000 Berufskrankheiten im Zusammenhang mit dem Uranbergbau in der Wismut anerkannt worden sind. „Fast die Hälfte davon waren Silikose-Erkrankungen, eine durch Staub hervorgerufene typische Lungenkrankheit bei Bergleuten. Dazu kamen rund 5.500 durch Strahlung ausgelöste Lungenkrebserkrankungen. Bis 2010 wurden noch 7.800 weitere Fälle von Berufskrankheiten anerkannt.“
Einen Überblick über die Geschichte der Wismut AG, die zahlreichen Produktionsstätten und die bis heute andauernde Sanierung der Uranhalden hier bei Wikipedia.
Angesichts der erschreckenden Zahlen über die gesundheitlichen Folgen des Uranabbaus in Deutschland und der seit nunmehr 20 Jahre andauernden Sanierung der Umweltschäden braucht es nicht viel Fantasie, um sich auszumalen, mit welchen katastrophalen Auswirkungen der Uranbergbau in Entwicklungsländern verbunden ist.
Seit 1991 dauert die Sanierung der Umweltschäden des Uranabbaus der Wismut AG an und hat bis heute um die sieben Milliarden Euro verschlungen. Beträge, die mit hoher Sicherheit für die Sanierung von Uranminen in Afrika (Namibia, Niger etc.) nicht zur Verfügung stehen werden.
So reagiert z.B. der französische Atomgigant AREVA auf Forderungen des Nigers nach besseren Konditionen beim Uranabbau für das bettelarme Land mit der Drohung, in andere Länder auszuweichen.
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