(N)Olympia Hamburg – Info- und Debattenseite wächst

SouvenirsPostkartenDie Debatte um die Olympia-Bewerbung von Hamburg nimmt Fahrt auf. Nachdem sich in den letzten Wochen und Monaten vor allem die Handelskammer, der Sportbund sowie der SPD-Senat und einige andere für eine Bewerbung formiert haben, regt sich nun auch der Widerstand. Ein Ratschlag über (N)Olympia wird am 14. August stattfinden und auf der Homepage www.nolympia-hamburg.de werden immer mehr Infomaterial und Kommentare veröffentlicht, die eine kritische Auseinandersetzung mit der Bewerbung unterstützen sollen. Zuletzt sind dort die folgenden Texte erschienen:

(N)Olympia Hamburg – Einladung zum Ratschlag

nolympia-hamburg-1Hamburg stellt sich auf für die Bewerbung zu den Olympischen Spielen 2024/28… Ganz Hamburg? Vermutlich nicht. Am 14. August wollen wir uns miteinander in einem Ratschlag darüber austauschen und diskutieren, wie wir mit der Olympia-Bewerbung umgehen wollen. Und auch: Wie und mit welchen Positionen und Zielen mischen wir uns ein?

(N)Olympia-Bewerbung Hamburg – Einladung zum Ratschlag, 14.8.2014, 19.30 Uhr, Werkstatt 3, Nernstweg 32 (Großer Saal gleich unten).

Die Einladung als PDF zu diesem Ratschlag steht hier. Bitte weiter verbreiten! Und: auf der Seite www.nolympia-hamburg.de gibt es auch eine Infoliste, wo ihr euch eintragen könnt, wenn ihr informiert werden wollt.

 

Olympia-Bewerbung Hamburg? Sportbund will das Tor zur Welt öffnen

nolympia-hamburg-1“Auf der Mitgliederver-sammlung des Hamburger Sportbundes (HSB) haben sich die Vereine der Hansestadt eindeutig für eine Bewerbung der norddeutschen Metropole für Olympische Sommerspiele ausgesprochen. In Anwesenheit von Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), wurde eine entsprechende Resolution unter dem Titel “Das Tor zur Welt begrüßt die Jugend der Welt” verabschiedet.” So ist es vor einigen Tagen im Hamburger Abendblatt nachzulesen. Damit wird das Bündnis der Befürworter einer Olympia-Bewerbung der Hansestadt für Sommerspiele 2024 oder 28 immer größer. Auch in Berlin läuft die Vorbereitung auf eine Olympia-Bewerbung. Den ganzen Artikel zur aktuellen Situation um eine Olympia-Bewerbung von Hamburg gibt es auf www.nolympia-hamburg.de …

Energiewende durch Kohleausstiegsgesetz absichern

04.07.2014 Hubertus ZdebelRede im Bundestag:

Sehr geehrter Herr Präsident! Sehr geehrte Damen und Herren! Die Fraktion Die Linke hat für die heutige Plenarsitzung einen Antrag auf ein Kohleausstiegsgesetz vorgelegt. Infolge eines solchen Gesetzes könnte – zumindest fordern wir das – spätestens 2040 das letzte deutsche Kohlekraftwerk vom Netz gehen.

(Beifall bei der LINKEN)

Warum legen wir zur heutigen Plenarsitzung einen solchen Antrag vor? Für einen erfolgreichen Klimaschutz ist ein Ausstieg aus der Kohleverstromung unserer Meinung nach unerlässlich. Diese Meinung teilt auch der Vorsitzende des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Martin Faulstich. Gegenüber der Zeit sagte er am 4. Mai mit Blick auf die Bundesregierung- ich zitiere mit Erlaubnis des Präsidenten -:

Wenn sie den Klimaschutz wirklich ernst nimmt, dann kommt sie aber am Kohleausstieg nicht vorbei.

In Deutschland existiert schon seit längerem, gerade was die Frage der Treibhausgase angeht, eine Lücke bei der Erfüllung des Minderungsziels. Seit 2010 steigen die Treibhausgasemissionen in Deutschland sogar wieder. Sie alle wissen, dass den größten Anteil an diesem Anstieg die emissionsintensive, aber betriebswirtschaftlich preiswerte Braunkohleverstromung hat. Nach wie vor stammen 25 Prozent der in Deutschland erzeugten Elektrizität aus der Braunkohle.

Vor diesem Hintergrund sagen wir: Damit muss endlich Schluss sein.

(Beifall bei der LINKEN)

Wir sind bis zu einem bestimmten Grade aus der Atomkraft ausgestiegen – noch nicht ganz; es wird in Deutschland nach wie vor Atomstrom produziert. Als Nächstes müssen wir meines Erachtens vor allen Dingen aus der dreckigen Braunkohleverstromung aussteigen, um in Deutschland die Energiewende hinzubekommen.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich weiß, wovon ich rede. Ich komme aus Nordrhein-Westfalen, wo es Garzweiler II gibt. Vor diesem Hintergrund denke ich, dass es absolut an der Zeit ist – nicht nur aus Gründen des schmutzigen oder sauberen Stroms, sondern auch mit Blick auf die Landschaftsfragen -, aus dieser Form der Energiegewinnung endlich auszusteigen.

Klimaforscher wie der ehemalige NASA-Direktor James Hansen gehen davon aus, dass schon die bislang ausgestoßenen Treibhausgase eine 2-Grad-Erwärmung auslösen könnten. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt der Weltklimarat in seinen Studien. Mit Planeten lassen sich allerdings keine Kompromisse ausverhandeln. Deswegen sagen wir: Es muss Schluss damit sein, dass Klimaschutzziele im Interesse der Stromkonzerne und der energieintensiven Industrie mit Füßen getreten werden.

(Beifall bei der LINKEN)

Wer den Klimaschutz ernst nimmt, muss endlich auf die Klimaforschung hören. Die Wissenschaft spricht eine deutliche Sprache. Für halbherzige Klimaschutzmaßnahmen ist keine Zeit mehr.

(Beifall bei der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)

Vor diesem Hintergrund ist die völlig verfehlte Änderung des EEG – das wird heute noch Thema sein – eine Katastrophe. Die Koalition hat das in seiner ursprünglichen Form so erfolgreiche EEG zerstört. Über das Ergebnis kann sich die Kohlelobby nur freuen. Durch die Befreiung von der EEG-Umlage sparen die Tagebaue 250 Millionen Euro, die Braunkohlekraftwerke 630 Millionen Euro. Das besagt eine Studie des BUND, die vor einigen Wochen bei einer Anhörung des Umweltausschusses vorgestellt wurde.

Damit gefährdet die Bundesregierung nicht nur die Energiewende in Deutschland, sondern auch die auf internationaler Ebene. Denn Deutschland hat – besser formuliert wäre vielleicht: hatte – in dieser Frage eine Vorreiterrolle. Dass die Bundesregierung die Energiewende hierzulande ausbremst, ist Wasser auf die Mühlen der Energiewendegegner anderswo in der Welt. Auch diese Zusammenhänge müssen klar werden.

Sie haben gerade zu Anfang der Diskussion im europäischen Sektor auf einige Widersprüchlichkeiten, was die Energiepolitik angeht, aufmerksam gemacht. Ich bin ganz bei Ihnen, wenn Sie zum Beispiel erwähnen, dass andere europäische Länder jetzt wieder verstärkt auf Atomkraft setzen und dass man bestimmte Entwicklungen in Europa nicht ausblenden darf.

(Beifall bei der LINKEN)

Das muss man meines Erachtens deutlich formulieren.

Ich bin sehr daran interessiert, mit Ihnen einen wirklich sachorientierten, konstruktiven Dialog darüber zu führen, wie eine Energiewendepolitik in Deutschland vor dem Hintergrund der allgemeinen weltwirtschaftlichen Entwicklung – Stichwort „Ressourcensicherheit“ – geführt werden kann. Damit habe ich gar keine Probleme. Allerdings müssen Sie auch tatsächlich dazu bereit sein, die Entwicklung hier in eine vernünftige Richtung zu lenken und Deutschland nicht die Vorreiterrolle zu nehmen, die es bisher hatte; denn dass es diese Rolle hat, ist sehr wichtig.

(Beifall bei der LINKEN)

Was wir im Moment erleben, ist eine Rolle rückwärts im Interesse der großen Konzerne, deren Börsenkurse in Gefahr waren. Dort liegt nach meiner Einschätzung der eigentliche Grund dafür, dass das EEG vor kurzem geändert worden ist. Eine Rolle rückwärts erleben wir in vielen Bereichen, gerade was die Braunkohleverstromung angeht. Einen Dialog über all das würde ich mit Ihnen ganz gerne einmal vertiefend führen wollen. Dazu ist heute leider keine Zeit; aber bei nächster Gelegenheit sollten wir das tun.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich will noch kurz auf die Emissionspreise eingehen. Wie bereits etliche betont haben, ist es so, dass es da aufgrund der viel zu hohen Anzahl an Zertifikaten, die auf dem Markt sind, dringend Änderungen bedarf, was das ganze Handelssystem angeht. Ich will zum Schluss Frau Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung zitieren. Sie hat vor kurzem gesagt:

Um Braunkohlestrom zu vermindern wären aber CO2‑Preise von 40 bis 50 Euro pro Tonne CO2 notwendig. Da dies eher unwahrscheinlich ist, muss man über flankierende Maßnahmen diskutieren. Das kann ein Kohleausstiegsplan sein …

Recht hat sie.

(Beifall des Abg. Ralph Lenkert (DIE LINKE))

Für einen solchen Kohleausstiegsplan setzen wir Linken uns auf jeden Fall ein, sei es in Brandenburg, sei es in Nordrhein-Westfalen oder sei es anderswo.

Herzlichen Dank.

(Beifall bei der LINKEN – Oliver Krischer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Brandenburg! Oh!)

Tödlicher Zucker – Ein Krimi vom Hamburger „Neben-Bürgermeister“

cover_klein-3Eine investigative junge Frau, ein toter Forscher, ein Auftragskiller und Konzerne, die viel zu verlieren haben. Nicht nur einem Pharmakonzern drohen schwere Umsatzeinbußen, sollten die Forschungsergebnisse des Diabetes-Experten Matthias Bünz veröffentlicht werden. Das sind die Eckdaten des Krimis „Zucker und Altschnee“, der als Taschenbuch und Ebook vor wenigen Tagen erschienen ist. Es ist das Erstlingswerk des gelernten Ökotrophologen Manfred Braasch, den meisten besser bekannt als BUND-Geschäftsführer und „Neben-Bürgermeister“ (Bild) der Hansestadt Hamburg.

Der Mann hat viele Leidenschaften: Nicht nur die Umwelt will er retten. Ob er dabei mit seinen Mandini-Zaubertricks arbeitet, wissen wir nicht. Was wir aber jetzt wissen: Kurz vor dem Schlafen gehen, in der S-Bahn oder im Liegestuhl können wir nun einen recht flotten und schnörkellosen „Hamburg-Krimi“ mit überraschendem Ende lesen.

Viele Worte und sprachliche Umwege sind die Sache von Braasch nicht. Auf knappen 184 gedruckten Seiten führt er uns zwischen Forschungsinstituten, Konzernzentralen und der Henri-Nannen-Schule durch Ottensen über die Innenstadt bis zur Veddel. Ebenso knappe sozial-kulturelle Einsprengsel skizzieren die Lebenswelten der Romanfiguren. Kurzweilig und stringent erzählt Braasch über die angehende Journalistin Katharina Jensen, die mit ihren Nachforschungen unverhofft auf die Spur eines Verbrechens – und in Gefahr gerät. Mit einem kleinen Schuss kriminaler Verschwörungstheorie erfahren wir bei der Gelegenheit auch ein wenig über die Volkskrankheit Diabetes, über Macht und über Geld.

Wer der Lust verfällt, zwischen Braasch, den Personen und Handlungen im Roman, irgendeine Verbindung zur Wirklichkeit des Geschäftsführers zu suchen, dem erteilt der Krimi-Autor natürlich eine klare Absage: Fast alles sei frei erfunden oder reiner Zufall. Mit Ausnahme der Aussagen zum Thema Diabetes. Wenn das mal stimmt….

Im Klappentext ist zu lesen: „Katharina Jensen will unbedingt Journalistin werden und tritt ihre Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg an. Ihre erste große Reportage gilt der Volkskrankheit Diabetes. Voller Elan beginnt sie zu recherchieren und Fakten zu sammeln. Kurz bevor sie ein für ihre Arbeit zentrales Interview mit einem renommierten Diabetesexperten führen kann, verunglückt dieser auf einem Altschneefeld in Südtirol. Die junge Frau beginnt Nachforschungen anzustellen und stößt an der Seite des erfahrenen Spiegelredakteurs Walter Ramm auf Abgründe eines zuckersüßen Geschäfts.“

„Zucker und Altschnee – Diabetes, Macht, Geld“, ein Hamburg-Krimi von Manfred Braasch,Verlag ePupli, 184 Seiten, Softvcover, 13,50 Euro. http://www.epubli.de/shop/autor/Manfred-Braasch/8737. Dort kann das Buch auch als eBook bestellt werden.

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