Bitte Petition unterstützen: Olympische Spiele in Hamburg? So nicht!

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Bild anklicken um die Online-Petition gegen die Olympia-Bewerbung von Hamburg zu unterstützen!

Am 21. März entscheidet der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), mit welcher Stadt er sich für die Spiele 2024 bewerben will. Hamburg oder Berlin? In beiden Städten läuft derzeit eine massive, von zahlreichen Unternehmen gesponserte Werbekampagne, um Stimmung zu machen. „Nebenher“ bin ich seit Juni 2014 mit dem Blog www.nolympia-hamburg.de aktiv. Dort haben wir uns nun entschlossen, eine Online-Petition gegen die Olympia-Bewerbung von Hamburg zu starten. Ich möchte euch hier bitten: Unterstützt diese Petition und unterschreibt hier: Olympische Spiele in Hamburg? So nicht!

Seit dem Jahreswechsel 2013/14 habe ich auf umweltFAIRaendern.de hin und wieder über die Bewerbung Hamburgs für Olympische Sommerspiele berichtet. Anlass war die massive Aufforderung der Handelskammer Hamburg an den Senat, sich für diesen Zweck auf den Weg zu machen. Nur drei Monate zuvor war die Bewerbung von München für Winterspiele 2018 in gleich vier Kreisen in Bayern durch Volksentscheide abgelehnt worden. Das scherte die Handelskammer nicht die Bohne – sogar dem Hamburger Sportbund ging das Vorgehen der Handelskammer zu weit und er forderte, dass doch vielleicht erstmal mal der Sport in Hamburg sagen müsste, ob er Spiele in dieser Stadt will.

Inzwischen sind fast 120 Artikel auf nolympia-hamburg.de erschienen, in denen wir uns intensiv und kritisch mit den vielen Aspekten der Olympia-Bewerbung auseinandersetzen. Dort findet ihr viele wichtige Informationen, warum ich mich in dieser Sache engagiere.

Gespräch im Abendblatt: „Olympia kann Brandbeschleuniger werden“

nolympia-hamburg-01Es muss ja nicht immer Energiepolitik sein. Manchmal beschäftigen mich auch andere Dinge in dieser Stadt, besonders zur Zeit die Olympia-Bewerbung von Hamburg. Dazu gibt es ja auch den Blog www.nolympia-hamburg.de. An dieser Stelle möchte ich nun auf einen Artikel im Hamburger Abendblatt von gestern hinweisen. Die beiden Redakteure Rainer Grünberg und Oliver Schirg sprachen mit mir über Risiken, Befürchtungen und Kosten einer Olympia-Bewerbung, aber auch über Wege und was sich ändern müßte…. Hier ein paar Auszüge.

„Olympische Spiele seien ein hohes Risiko für die Stadt, sagt Seifert. Unter großem Zeitdruck würden der Politik Entscheidungen abverlangt, die das Zusammenleben in Hamburg auf Dauer erschweren, soziale Konflikte verschärfen könnten. „Olympia kann zum Brandbeschleuniger werden. Alle Seiten müssen deshalb bereit sein, alles offen auf den Tisch zu legen und zu diskutieren.“ Der Senat müsse dafür endlich eine offene Plattform schaffen und ernsthafte Pro- und Kontra-Diskussionen möglich machen.“ So steht es im Hamburger Abendblatt von gestern als Teil eines längeren Interviews.

Und weiter: „Seiferts größte Sorgen: Mit Olympia kommen große, mächtige Investoren in die Stadt. Dadurch erhöhe sich der Druck auf begehrte citynahe Flächen, überall würden dann Mieten explodieren, die schon heute in einigen Bezirken kaum bezahlbar sind. „Hamburg muss aufpassen, dass es nicht sein kreatives Potenzial verliert. Der Erhalt der Subkultur ist viel entscheidender für die Entwicklung und Lebensqualität unserer Stadt, als es Olympia sein könnte. Um innovative Unternehmen in die Stadt zu holen, brauchen wir die Spiele nicht.“ Hamburg habe auch kein Tourismusproblem. Die Bewohner der innerstädtischen Stadtteile seien mit Besuchern und Events „bereits jetzt über die Maßen belastet. Genug ist genug!““

Das ganze Gespräch ist unter dem oben angegebenen Link nachzulesen.

Das Abendblatt wird in den nächsten Wochen täglich über Hamburg und die olympische Bewerbung berichten. Ende Februar steht die nächste Umfrage des DOSB an, wie denn die Stimmungslage in Berlin und Hamburg für eine solche Bewerbung ist. Im März will der Verband sich dann festlegen, mit welcher Stadt er ins Rennen gehen will. Bis dahin dürfen wir uns darauf gefasst machen, dass die Werbetrommel mächtig geschlagen wird, um die Stimmungslage zu verbessern. Zu befürchten ist also, dass vor allem die vermeintlich schönen Dinge in den Vordergrund gestellt werden, die Risiken und Unsäglichkeiten z.B. des IOCs oder was Olympia mit den Mieten in dieser Stadt machen kann ausgeblendet bleiben. Der Blog www.nolympia-hamburg.de versucht seit Monaten mit einer intensiven Berichterstattung auf die Kritikpunkte, die möglichen Kosten und die ausgeblendeten Themen hinzuweisen und zu informieren.

Olympia Hamburg 2024 ist tot – wir reden drüber

Fussgaenger-kreuzt2Die Olympia-Bewerbung 2024 für Hamburg / Deutschland / Berlin ist tot – dafür gibt es eine Fußball-Europameisterschaft. Es wäre gemein, würde jetzt irgendwer sagen: Das wird ein überaus interessanter Volksentscheid im April oder Mai nächsten Jahres über Olympische Spiele 2024 in Hamburg, die garantiert nicht stattfinden werden. Das ist eine herbe (weitere) Niederlage für die olympischen Ambitionen nicht zuletzt der Handelskammer Hamburg oder dem Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB). In der SPD könnte auch einige die Auffassung erfinden: Wie saudoof war es, auf diese Handelskammer zu hören? Aber natürlich mag das niemand laut sagen. Besser jetzt Schweigen und irgendwas von 2028 zu nuscheln. Auch die Entscheidung von Oslo (Tagesspiegel), sich aus der Bewerbung für Olympische Winterspiele 2022 als letztes demokratisches Land zu verabschieden und damit China oder Kasachstan die Austragung zu überlassen, dürfte die Stimmung eher verhagelt haben. Da ist es ganz sinnvoll, mal über den weiteren Unsinn einer Partnerschaft von IOC-Olympia und Hamburg zu diskutieren. Und das auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft von Selbstständigen in der SPD und der SPD-Eimsbüttel. Hier folgt die Einladung mit dem Fragenkatalog… Weiter lesen auf nolympia-hamburg.de

(N)Olympia Hamburg – Info- und Debattenseite wächst

SouvenirsPostkartenDie Debatte um die Olympia-Bewerbung von Hamburg nimmt Fahrt auf. Nachdem sich in den letzten Wochen und Monaten vor allem die Handelskammer, der Sportbund sowie der SPD-Senat und einige andere für eine Bewerbung formiert haben, regt sich nun auch der Widerstand. Ein Ratschlag über (N)Olympia wird am 14. August stattfinden und auf der Homepage www.nolympia-hamburg.de werden immer mehr Infomaterial und Kommentare veröffentlicht, die eine kritische Auseinandersetzung mit der Bewerbung unterstützen sollen. Zuletzt sind dort die folgenden Texte erschienen:

Hamburger Sport-Bund: Reihen schließen für Olympia-Bewerbung.

Alles für den Sport
Alles für den Sport

Hamburgs Sport-Bund (HSB) hat einen neuen Chef. Und der soll sich für die Olympia-Bewerbbung der Hansestadt stark machen. „Die Mitgliederversammlung des Verbandes wählte am Sonnabendnachmittag im Emporio-Hochhaus am Dammtorwall den Juristen Dr. Jürgen Mantell, 70, für die nächsten vier Jahre zum neuen Präsidenten von Hamburgs größter Personenvereinigung. Im HSB sind 574.000 Mitglieder in 802 Vereinen und 54 Fachverbänden organisiert. Günter Ploß, 66, der bisherige Amtsinhaber, wurde anschließend einstimmig zum Ehrenpräsidenten ernannt. Ploß, derzeit noch Sprecher der 16 deutschen Landessportbünde, hatte nach neun Jahren an der Spitze des HSB erst am Donnerstagabend auf eine weitere Amtszeit verzichtet. Die großen Vereine und Verbände hatten ihn massiv zum Rückzug gedrängt.“ Das berichtet das Abendblatt.

Während sich die Wirtschaft, Politik und nun auch der Sport immer mehr für eine Olympia-Bewerbung formiert, bleibt es in den einschlägigen Kreisen der Stadt gegen eine solche Bewerbung recht still. Dabei sind Befürchtungen, dass derartige Spiele weitere Mietsteigerungen, Umstrukturierung und Verdrängung mit sich bringen wird, durchaus realisitisch. Ebenso zu befürchten ist, dass wie üblich bei solchen Großveranstaltungen die Gewinne bei privaten Investoren bleiben, die meist hohen Verluste aber von den SteuerzahlerInnen übernommen werden müssen. Da ist es schon erstaunlich, wie ruhig es in Sachen Gegenkampagne derzeit in Hamburg ist.

Reihen schließen

Doch zurück zum Sport-Bund: Nicht nur regionale Themen wie die Intregrations-Leistung der Vereine in den Stadtteilen und die dafür erforderliche finanzielle Unterstützung durch die Stadt Hamburg standen auf der Tagesordnung. Hohe Prominenz war angereist, um bei dieser wichtigen Versammlung des HSB dabei zu sein. „Ehrengast der HSB-Mitgliederversammlung war – neben Hamburgs Sport- und Innensenator Michael Neumann (SPD) und Bürgerschaftsvizepräsident Dr. Wieland Schinnenburg (FDP) – Alfons Hörmann, 53, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).“

Weiter berichtet das Abendblatt, dass es in den letzten Monaten offenbar zahlreiche Streitereien im HSB gegeben haben muss: „In seinem Grußwort mahnte Hörmann, ein geradliniger Mann und Freund klarer Ansagen, den HSB zu größerer Geschlossenheit nach den internen Machtkämpfen der vergangenen Wochen und Monaten um das Amt des Präsidenten: „Wenn es Ihnen nicht gelingt, die Reihen zu schließen, dann wird eine mögliche Olympiabewerbung Hamburgs nur ein Traum bleiben, der schnell platzen könnte.“ Das dann fast einstimmige Votum bei der Wahl Mantells demonstrierte später jenen wieder gewonnenen Zusammenhalt im HSB, den Hörmann angemahnt hatte.“

Querelen hatte es im Frühjahr wohl auch zwischen der Handelskammer und dem HSB gegeben. Die Handelskammer macht bereits seit längerer Zeit massiven Druck auf alle möglichen Beteiligten, damit sich Hamburg für eine Olympia-Bewerbung entscheidet. Zu viel Druck, meinte der HSB.

Während beim HSB die Ordnung noch gesucht wird, lobt der  DOSB-Präsident die bisherigen Bemühungen des Senats in Sachen Olympiabewerbung. „Die Stadt sei mit dem nötigen Sportsgeist in den Wettbewerb mit Berlin gegangen. „Hamburg, Bürgermeister Olaf Scholz und Sportsenator Michael Neumann, ist es gelungen, in der Startphase keinen Fehler zu machen“, sagte Hörmann. Das verdiene deshalb seinen Respekt, weil dies nicht jedem gelungen sei.“

Die Bürgerschaft mit Ausnahme der Linken-Fraktion hat den Senat aufgefordert, eine „ergebisoffene“ Analyse der Vor- und Nachteile einer Olympia-Bewerbung durchzuführen. Vermutlich mit den Bürgerschaftswahlen soll dann ein Referendum stattfinden, in dem die HamburgerInnen zu ihrer Meinung zu einer solchen Bewerbung befragt werden sollen. Dazu muss noch ein Gesetz auf den Weg gebracht werden, dessen Einzelheiten noch nicht geklärt sind. Die CDU-Fraktion, die ein solches Votum schon mal im Herbst durchführen wollte, hatte von einem „unverbindlichen“ Referendum gesprochen. Von SPD und Grünen war zu hören, dass das Ergebnis einer solchen Befragung in jedem Fall verbindlich sein müsse.

 

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