Arbeitsplätze für die Ewigkeit: Atommüll strahlend – eine ECTS Sommerakademie

Arbeitsplätze für die Ewigkeit: So schlapp für eine Million Jahre werden sich Menschen – wenn es sie denn noch gibt – mit dem Atommüll-Erbe herumschlagen müssen. Sie müssen Techniken und Materialien beherrschen, diesen Atommüll von der Umwelt abzuschirmen. Der Wahnsinn, für ein paar Jahre Atommacht mit Atomstrom der Menschheit ein derartiges Problem aufzuhalsen, ist das eine. Dass es immer noch und immer wieder Interessierte gibt, die diesen Wahnsinn weiter machen wollen, das andere. Was bleibt? Atommüll und der darf nur bei Strafe der Verstrahlung „vergessen“ werden. Mit einer Sommerakademie richtet sich der Atommüllreport an Studierende, junge Akademiker*innen und andere interessierte junge Menschen, die mehr über die Probleme im Umgang mit Atommüll wissen wollen.

Sommerakademie vom 6.-10. August 2019 in Wolfenbüttel

  • Ihr wollt wissen, warum Atomenergie keine Antwort auf den Klimawandel ist?
  • Ihr wollt Euch intensiver mit den Vor– und Nachteilen unterschiedlicher Möglichkeiten der Atommülllagerung beschäftigen?
  • Ihr interessiert Euch für politische, ökonomische, physikalische oder geologische Aspekte der Atommülllagerung?

Dann macht mit bei der Sommerakademie! Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. (Anmeldungsfrist bis 21. Juli 2019)

[mehr zu Programm, Teilnahmebedingungen, etc.] [Flyer]

Anti-Atom und Kritische Wissenschaft: Gruppe Ökologie und INTAC in Rente

Eine der wichtigen „Erfindungen“ nicht nur der Anti-Atom-Bewegung waren in den Auseinandersetzungen um Gutachter und vermeintliche Fachleute der eher industrienahen Einrichtungen die „Kritischen WissenschaftlerInnen“ – diejenigen, die sich seit den 70er Jahren mit erheblichem Fachknowhow einmischten und deren Expertisen erheblich dazu beitrugen, dass der Ausbau der Atomenergie stockte und Sicherheit immer wieder verbessert wurde. Das ändert nichts daran, dass Atomenergienutzung unverantwortlich ist, hat aber die Kritik der Anti-Atom-Bewegung maßgeblich verstärkt. Egal ob zur WAA in Wackersdorf, über die Risiken der Atommeiler, die riskanten Atomtransporte quer durch die Republik oder die Mängel bei der geplanten „Endlagerung“ in Gorleben, ASSE oder dem Schacht Konrad. Zu diesen und vielen anderen Fragen nahmen Kritische WissenschaftlerInnen Stellung. Eine dieser Einrichtungen war die Gruppe Ökologie Hannover, die später zur „Intac“ mutierte. Die Journalistin Juliane Dickel schreibt auf ihrem Blog einen lesenswerten und wichtigen „Nachruf auf eine atomkraftkritische Instanz„.

Restrisiko – Broschüren über die Gefahren der Plutoniumfabriken in Frankreich und England

Immer wieder versuchte die deutsche Politik seit den 1950er Jahren zusätzlich zur nuklearen Uran-Linie bei der Nutzung der Atomenergie auch den Plutonium-Pfad zu realisieren. Als Forschungsanlage und damit sozusagen im Kleinen wurde dieser Pfad vor allem in Karlsruhe realisiert. Für die industrielle Linie sollten in Hanau, in Kalkar, in Gorleben und schließlich in Wackersdorf Plutonium-Fabriken entstehen. Die beiden Atomwaffenstaaten Frankreich und Großbritannien hatten mit Wiederaufbereitungsanlagen in La Hague und Sellafield solche Plutonium-Anlagen realisiert, in denen unter anderem aus abgebrannten Brennelementen von Atomkraftwerken Plutonium chemisch separiert wurde. Greenpeace hatte über die enormen Risiken dieser Anlagen eine Broschüren-Reihe „Restrisiko“ aufgelegt, die Ende der 1980 Jahre in mehren Folgen erschien. umweltFAIRaendern dokumentiert hier als Fortsetzung die Ausgaben 6 und 7, die 1990/91 veröffentlich wurden. Jahrzehntelang schickten deutsche Atomkraftwerke ihren Atommüll dort hin, – seit Jahren laufen nun die Rücktransporte des gefährlichen Atommülls. Demnächst gehen Castor-Atomtransporte zu den AKWs Brokdorf, Biblis, Philippsburg und Isar/Landshut. Früher nach Gorleben und demnächst auch erneut in das Zwischenlager Ahaus.

Zu den anstehenden Rücktransporten von Atommüll aus La Hague und Sellafield siehe:

AKW Brokdorf – Beiträge aus der Geschichte des Widerstands

Ab 1976 eskalierten die Auseinandersetzungen um den Bau des Atomkraftwerks Brokdorf in der Wilster Marsch. Während das nicht einmal 20 Kilometer entfernt in Dithmarschen gelegene AKW Brunsbüttel noch weitgehend ohne Proteste gebaut und 1976/77 in Betrieb ging, sollte Brokdorf zu einem der wichtigsten Widerstandsorte für die entstehende Anti-Atom-Bewegung werden. Demonstrationen und Klagen sorgten dafür, dass die Bauarbeiten von 1976 bis Ende 1980 vorübergehend gestoppt wurden. Die ungeklärte Entsorgung des Atommülls hatten die Richter als ein Problem angesehen und damit Gorleben auf die Tagesordnung gesetzt. Der Widerstand gegen das AKW Brokdorf war von vielfältigen Initiativen und Organisationen mit sehr unterschiedlichen politischen Positionen charakterisiert. Viele Gruppen hatten sich zu den Bürgerinitiativen Umweltschutz Unterelbe (BUU) zusammen geschlossen. Auch Organisationen wie der Kommunistische Bund, die KPD oder der Kommunistische Bund Westdeutschland waren als sogenannten K-Gruppen im Anti-Atom-Widerstand dabei, oftmals auch mit ihren Mitgliedern in den BUU-Gruppen engagiert. Vor allem von diesen Gruppen gibt es Broschüren und Dokumentationen aus der Zeit. Frei nach dem Motto „Gibt es ja alles im Internet“ dokumentiert umweltFAIRaendern.de hier einige Broschüren aus den frühen Zeiten des Widerstands gegen das AKW Brokdorf. Die PDF-Dateien sind automatisch mit einer OCR-Texterkennung bearbeitet worden.

Zuvor erschienen zur Geschichte der Kämpfe um das AKW Brokdorf und anderer Atomstandorte auf umweltFAIRaendern.de:

Das sogenannte „MAO-Projekt“ (Materialien zur Analyse von Opposition) widmet sich der Dokumentation zahlreicher Dokumente aus den K- und autonomen Gruppen vor allem aus den 70er Jahren. Zur Anti-Atom-Bewegung und den Kampf um Brokdorf sind hier viele Dokumente veröffentlicht.

Die zweite industrielle Revolution – Atomenergie gegen den „Raubbau in den Kohlegruben“ – SPD zur Atomenergie 1956

Das Schmunzeln kann man sich nicht verkneifen, wenn ausgerechnet Franz Josef Strauß (CSU), Deutschlands erster Atomminister, sich in seinen 1989 veröffentlichten „Erinnerungen“ über die SPD und ihr Atomprogramm lustig macht. Er, der Machtpolitiker, widmet sich ausführlich einem SPD-Antrag voller prosaischer Schwärmereien und Heilsversprechungen. 386 Delegierte waren vom 10.-14. Juni 1956 in München auf dem Parteitag anwesend. Unweit entsteht das auch mit der Hilfe von Strauß initiierte „Atom-Ei“ in Garching. Die SPD debattiert den Einstieg in die Atomenergie mit dem Antrag „Die zweite industrielle Revolution“ von Carlo Schmid und Leo Brandt. Die Atomenergie, so heißt es, müsse zum „Wohle der Menschheit“ dafür sorgen, dass der „Raubbau in den Kohlegruben“ künftig vermieden werden könne. Historisch ist bislang soviel klar: Diese Seite des damaligen SPD-Programms hat irgendwie nicht funktioniert.

UmweltFAIRaendern widmet sich in unterschiedlichen Beiträgen immer wieder auch einer Spurensuche zur Geschichte der Entwicklung der Atomenergie. Es lohnt sich in jedem Fall, die Erinnerungen von Strauß zur Kenntnis zu nehmen, denn unter anderem machen die Passagen zum SPD-Programm auch klar, wie breit damals zumindest unter den Eliten bzw. den Parteien der Konsens über Einstieg in die Atomenergie war. Während Adenauer (CDU) und Strauß (CSU) für die wohl größte deutsche Atomforschungsanlage in Karlsruhe verantwortlich zeichnen, deren Stilllegung noch heute Milliardenbeträge verschlingt, sorgte die SPD in NRW maßgeblich z.B. für die Atomforschungsanlage in Jülich. Auch hier werden noch Milliardenbeträge benötigt, um die Atommüllberge soweit wie irgendmöglich sicher dauerhaft zu verwahren.

Strauß schreibt in seinen Erinnerungen (Second Hand, DLF): „Auf ihrem Münchner Parteitag von 1956, der die zweite industrielle Revolution zum Thema hatte, verabschiedete die SPD einen »Atomplan« (ab S. 228), der folgende Ziele nannte:

  • »die Erzeugung von Elektrizität aus Kernenergie hat in solchem Umfang zu erfolgen, daß die deutsche Wirtschaft nicht mehr auf die Einfuhr überteuerter Kohle angewiesen ist, der Raubbau in Kohlengruben vermieden und die schädigende Veränderung von Landschaft und Wasserversorgung beim Abbau von Braunkohle eingeschränkt werden;
  • der Aufbau und der Betrieb von Atomkraftwerken wird durch die öffentliche Hand durchgeführt, ihr Zusammenwirken mit den übrigen Elektrizitätserzeugungsunternehmen erfolgt nach langfristig festzusetzenden Plänen; die Entwicklung von Kernkraftmaschinen an Stelle der Dieselmotoren und anderer Verbrennungskraftmaschinen für feste und fahrbare Kraftstationen, für Schiffe, Flugzeuge und andere Verkehrsmittel muß den Platz Deutschlands in der Reihe der Industrievölker sichern;
  • die Verwendung der radioaktiven Isotope in Medizin, Biologie, Landwirtschaft und Industrie muß so gefördert werden, daß die großen Möglichkeiten für die Gesundheitspflege, die Züchtung neuer Pflanzenarten und die Anwendung für die technischen Produktionsprozesse auch für Deutschland voll erschlossen werden;
  • die Forschung im Bereich der Atomwissenschaft muß mit allen Kräften gefördert werden, dies darf aber nicht andere Gebiete der Wissenschaft benachteiligen;
  • die Ausbildung von Arbeitskräften aller Art, von Arbeitern und Angestellten in den neuen Energieanlagen und in allen Wirtschaftszweigen, die sich mit Kernstoffen befassen, bis zum Forscher und akademischen Lehrer muß energisch gefördert werden;
  • sowohl die mit Kernstoffen Arbeitenden als auch die gesamte Bevölkerung müssen mit allen Mitteln und mit aller Sorgfalt gegen die Strahlenwirkungen geschützt werden.«

Diese Forderungen aus dem Antrag sind auch – siehe weiter unten – bei der Friedrich-Ebert-Stiftung nachzulesen.

Strauß aus der Perspektive Ende der 80er Jahre, nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl und in einer Zeit, als in Wackersdorf die Bauarbeiten an der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) bzw. Plutonium-Separations-Fabrik noch im Gang waren und in der SPD allmählich ein langsamer Wandel von der Atomausbau- zu einer atomkritischen Partei sich entwickelt:

„Es lohnt auch nach mehr als drei Jahrzehnten, die SPD-Beschlüsse von damals im Wortlaut nachzulesen. Selten hat man eine kritiklosere Verherrlichung der Kernkraft gefunden. Die SPD stellte fest: »Die kontrollierte Kernspaltung und die auf diesem Wege zu gewinnende Kernenergie leiten den Beginn eines neuen Zeitalters für die Menschheit ein.«

Deshalb fordere man »in großzügiger, abgewogener Planung, nicht zögernd, hin- und hergerissen von vielerlei auseinanderstrebenden Privatinteressen«, den »Anschluß an die vorausgeeilte Welt«. Deutschland habe schon fast zwei Jahrzehnte der Entwicklung auf dem Gebiet der Atomtechnik versäumt und müsse nun »so schnell wie möglich« nachholen.“

Wie kein zweiter hat Strauß nie einen Zweifel daran gelassen, dass die Atomenergie eine Art von Staatsräson für ihn darstellte. Doch anders als die „Verherrlichung“ der SPD, war Strauß vor allem auf die machtpolitische Bedeutung der Atomenergie fokussiert. Daran lässt er in seinen Erinnerungen keinen Zweifel. Über die Atomenergie will der Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg und den Verbrechen der Nazis wieder auf Augenhöhe mit den Weltmächten bringen, um insgesamt deutsche Interessenspolitik betreiben zu können.

Insofern amüsiert sich Strauß über die prosaischen oder philosophischen Darstellungen und Zukunftsbilder, die die SPD in ihrem Atomprogramm von 1956 weiter entwickelt und beschreibt:

„Die SPD fand beeindruckende Worte für den Segen, der von der Kernenergie ausgehe: »Die unerschöpflichen Energiequellen des neuen Zeitalters können entscheidend dazu beitragen, den Abstand zwischen den unterentwickelten und den entwickelten Industriestaaten zu verringern. Die Atomenergie kann zu einem Segen für Hunderte von Millionen Menschen werden, die noch im Schatten leben. Deutschland muß an der Hilfe für diese Völker mitwirken, aber auch die Lebensmöglichkeiten des eigenen Volkes verbessern . . . Die Hebung des Wohlstandes, die von der neuen Energiequelle als einem der Hauptfaktoren der zweiten industriellen Revolution ausgehen kann, muß allen Menschen zugute kommen. In solchem Sinne entwickelt und verwendet, kann die Atomenergie entscheidend helfen, die Demokratie im Innern und den Frieden zwischen den Völkern zu festigen.« Der Atomplan der SPD schloß mit der Parole »Frieden und Freiheit für alle!«“

Mit derartigen Bildern und Poesien kann Strauß ganz offenbar absolut gar nichts anfangen und kann auch nicht aufhören, die Schwärmereien der verantwortlichen SPD-Politiker weiter aufzulisten. Und in der Tat: Es ist einfach unglaublich, welche umfassende Heilswirkung der (vermeintlich friedlichen) Atomenergie – wenige Jahre nach den Atombomben von Hiroshima und Nagasaki – die SPD erdichtet.

Strauß weiter: „Einer der Diskussionsredner des SPD-Parteitages war Staatssekretär Leo Brandt aus Düsseldorf, einer der bedeutendsten Förderer moderner Wissenschaft und Technik, ein Mann mit großen Verdiensten. Er stellte die Frage: »Werden wir in dem Land Albert Einsteins und Otto Hahns künftig auf dem Gebiet der Atomwissenschaft und -technik überhaupt noch mithalten können?  Deutschland bemüht sich jetzt um Anfänge auf dem Atomgebiet, nachdem Jahre unnütz versäumt worden sind.«

Carlo Schmid, einer der großen Redner im Deutschen Bundestag, dessen poetische Begabung uns immer wieder faszinierte, sagte in seiner sich daran anschließenden Rede: »Bisher gab es Muße nur für die oberen gesellschaftlichen Schichten. Künftig aber könnte es Muße für alle geben. Dann wäre das Wort des Aristoteles gegenstandslos geworden, das besagt, die höheren Schichten kämpften, regierten und philosophierten, das Volk aber habe sich auf die Arbeit zu beschränken.« Beschwörend hieß es am Schluß: »Genossinnen und Genossen, es ist Ihnen der Entwurf eines Atomplans vorgelegt worden. Seine Absätze gehen auch dort, wo sie ganz technisch zu sein scheinen, alle darauf aus, den Menschen zu retten. Wir können nicht auf die Idee des Menschen verzichten, die im Begriff der Freiheit, des Schönen und des Guten wurzelt; und wir können nicht darauf verzichten, alles zu tun, was die Wirklichkeit des menschlichen Lebens wieder mit der Idee des Menschen zur Deckung zu bringen vermöchte – denn wenn wir darauf verzichten, wären wir keine Sozialisten mehr.«“

Auszüge aus dem Atomprogramm der SPD von 1956 sind auch auch hier bei der Friedrich-Ebert-Stiftung nachzulesen und werden hier unten ebenfalls dokumentiert:

Stichtag: 10./14. Juli 1956

Die zweite industrielle Revolution (C. Schmid und L. Brandt).

Die Menschheit steht an der Schwelle zur zweiten industriellen Revolution. Drei Elemente kennzeichnen sie: Die Atomenergie, die Automation und elektronische Maschinen.

Die Entfesselung der neuen Kräfte kann zur Vernichtung allen Lebens auf dieser Erde, ihre Bändigung zu nie geahntem Wohlstand für alle Menschen führen. Zum ersten Male können Armut und Hunger auf der ganzen Erde gebannt werden.

…

Der Parteitag verabschiedet einen Atomplan:

  • Die kontrollierte Kernspaltung und die auf diesem Wege zu gewinnende Kernenergie leiten den Beginn eines neuen Zeitalters für die Menschheit ein.
  • Die Erzeugung von Elektrizität aus Kernenergie hat in solchem Umfang zu erfolgen, daß die deutsche Wirtschaft nicht mehr auf die Einfuhr überteuerter Kohle angewiesen ist, der Raubbau in Kohlengruben vermieden und die schädigende Veränderung von Landschaft und Wasserversorgung beim Abbau von Braunkohle eingeschränkt wird;
  • der Aufbau und der Betrieb von Atomkraftwerken wird durch die öffentliche Hand durchgeführt, ihr Zusammenwirken mit den übrigen Elektrizitätserzeugungsunternehmen erfolgt nach langfristig festzusetzenden Plänen;
  • die Entwicklung von Kernkraftmaschinen an Stelle der Dieselmotoren und anderer Verbrennungskraftmaschinen für feste und fahrbare Kraftstationen, für Schiffe, Flugzeuge und andere Verkehrsmittel muß den Platz Deutschlands in der Reihe der Industrievölker sichern;
  • die Verwendung der radioaktiven Isotope in Medizin, Biologie, Landwirtschaft und Industrie muß so gefördert werden, daß die großen Möglichkeiten für die Gesundheitspflege, die Züchtung neuer Pflanzenarten und die Anwendung für die technischen Produktionsprozesse auch für Deutschland voll erschlossen werden;
  • die Forschung im Bereich der Atomwissenschaft und die Ausbildung von Arbeitskräften aller Art, müssen mit allen Kräften gefördert werden, sowohl die mit Kernstoffen Arbeitenden als auch die gesamte Bevölkerung müssen mit allen Mitteln und mit aller Sorgfalt gegen die Strahlenwirkungen geschützt werden.
  • Die deutsche Öffentlichkeit, das Parlament und die Regierung benötigen zur Beurteilung der Gesamtsituation und aller Veränderungen eine kontinuierlich arbeitende, unabhängig gutachterliche Beratung.

Die SPD fordert deshalb die Errichtung einer deutschen Atomkommission. Kernbrennstoffe können insbesondere durch Unglücksfälle oder Missbrauch große und fortwirkende Schäden an Leib, Leben und Gütern hervorbringen. Deshalb muß die Allgemeinheit über den Staat und seine Organe schärfste Kontrolle und sorgfältigste Aufsicht auf allen Gebieten der Erzeugung und Verwendung von Kernbrennstoffen ausüben.

Um dieses zu sichern, ist ein »Deutsches Organ für Kernbrennstoffe und die Überwachung ihrer Verwendung« durch Gesetz als Bundeseinrichtung zu schaffen.

Die Atomenergie kann zu einem Segen für Hunderte von Millionen Menschen werden, die noch im Schatten leben. Deutschland muß in der Hilfe für diese Völker mitwirken, aber auch die Lebensmöglichkeiten des eigenen Volkes verbessern.

Der Parteivorstand wird beauftragt, beschleunigt eine Arbeitsgemeinschaft für Forschung und Technik ins Leben zu rufen.

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