Atomforschungsreaktor Garching: Fast 13 Millionen Euro für Entwicklung neuer Uranbrennelemente

Seit rund fünf Jahre liegt der angeblich so unverzichtbare Atomforschungsreaktor in München Garching, betrieben von der TU, still. Nach einem Störfall und Corona und vor allem, weil ein zentral bedeutsames Bauteil defekt ist und Neubeschaffung und Einbau immer wieder zu erheblichen Verzögerungen sorgten. Möglicherweise noch in diesem Jahr will die TU den FRM II wieder in Betrieb nehmen. Umstritten ist der Reaktor auch, weil er immer noch mit atomwaffenfähigem Uran mit einer Anreicherung von über 90 Prozent betrieben wird. Der Brennstoff wird bislang in einer russisch-französischen Kooperation hergestellt. Der BUND in Bayern klagt gegen diesen Brennstoff und fordert die Stilllegung. Für die Entwicklungen eines neuen Uranbrennstoffs unterhalb der Atomwaffen-Fähigkeits-Schwelle, der aber frühestens Anfang der 2030er Jahre einsatzfähig sein könnte, gibt es jetzt neue Forschungsgelder, teilt der Betreiber mit: Die EU, das Bundesforschungsministerium und das Land Bayern sorgen mit zusammen 12,8 Millionen Euro dafür, dass die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten fortgesetzt werden können. Unter anderem sollen demnächst Bestrahlungsversuche in Belgien stattfinden.

Dokumentation: PM der TU, Betreiber des FRM II:

Grünes Licht für weitere Forschungsprojekte an niedrig angereicherten Uran-Kernbrennstoffen: Europa, der Bund und der Freistaat Bayern finanzieren zwei entsprechende wissenschaftliche Programme an der Forschungs-Neutronenquelle FRM II der Technischen Universität München (TUM). Das bayerische Wissenschaftsministerium und das Bundesforschungsministerium teilen sich eine Fördersumme von 5,2 Millionen Euro. Und die EU gibt 7,6 Millionen Euro, wovon eine Million Euro direkt an die TUM als europäische Konsortialführerin fließen.

Prof. Christian Pfleiderer, Wissenschaftlicher Direktor des FRM II, betont: „Diese Finanzierungszusagen sind enorm wichtige Signale aus der Politik an die Forschung. Damit können wir die führende Position Bayerns, Deutschlands und Europas in der Kerntechnik nachhaltig stärken und die wichtige Forschung mit Neutronen in die Zukunft führen.“

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume erklärte: „Forschungsstärke und Technologieoffenheit ohne ideologische Scheuklappen sind Voraussetzung für eine gute und sichere Zukunft. Wir wollen Deutschlands leistungsfähigsten Forschungsreaktor zukünftig mit dem innovativen niedrig angereicherten Brennstoff betreiben – und zwar bei gleicher wissenschaftlicher Leistung wie bisher. Dass Forschung und Entwicklung für die Umrüstung im EU-weiten Projekt maßgeblich am TUM Center for Nuclear Safety and Innovations stattfinden, zeigt: Die bayerische Expertise in diesem Bereich hat Weltformat. Der Freistaat hat traditionell eine Vorreiterrolle bei der Kernforschung – und das gilt auch in Zukunft.“

Programm EU-CONVERSION

Wie der FRM II haben sich auch andere Forschungsreaktoren in Europa zur Umrüstung ihrer Brennelemente von hoch auf niedrig angereichertes Uran verpflichtet. Institute und Unternehmen aus Deutschland, Frankreich, Belgien und Tschechien haben sich daher im Projekt EU-CONVERSION zusammengeschlossen. Langfristiges Ziel der Kooperation und Grundlage für die Beteiligung der EU über die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) ist die sichere Versorgung Europas mit medizinischen Radioisotopen.

„Die TUM wird sich in diesem Forschungsverbund auf die Entwicklung von Simulationen und Experimenten zur Qualifizierung der neuen Brennelemente konzentrieren“, erläutert Dr. Bruno Baumeister, Projektleiter der FRM II-Umrüstung und Koordinator von EU-CONVERSION. Hinzu kommt ein internationales Masterprogramm mit führenden europäischen und internationalen Universitäten mit dem Ziel die Ausbildung in kerntechnischen Themen signifikant zu verbessern.

Passender Brennstoff für den FRM II

Im Rahmen des von Bund und Land bis Mitte 2027 geförderten Projekts FRM2427 sollen Forschende am FRM II unter anderem einen optimierten Entwurf für ein Brennelement mit niedrig angereichertem Uran entwickeln und wichtige Validierungsexperimente durchführen. Damit setzen sie ihre langjährige gemeinsame Förderung der Umrüstung fort. „Wir wollen für den FRM II das bestmögliche Brennelement zur Verfügung stellen“, sagt Dr. Christian Reiter, Leiter des TUM Center for Nuclear Safety and Innovation. „Schließlich geht es hier um eine Großforschungsanlage von Weltrang, die unter anderem für Medizin, Materialwissenschaften und Grundlagenforschung von enormer Bedeutung ist.“

Weitere Informationen und Links

Beteiligte des EU-Projekts:

  • Technische Universität München (Deutschland)
  • Framatome (Frankreich)
  • Institut Laue-Langevin (Frankreich)
  • Studiecentrum voor Kernenergie (Belgien)
  • Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives (Frankreich)
  • Université Grenoble Alpes (Frankreich)
  • Centrum Vyzkumu Rez (Tschechien)
  • Statni Ustav Radiacni Ochrany (Tschechien)
  • Societé technique pour l’énergie atomique Technicatome (Frankreich)

Technische Universität München

Corporate Communications Center

  • Ulrich Meyer

Kontakte zum Artikel:

Prof. Dr. Christian Pfleiderer
Wissenschaftlicher Direktor des FRM II
Technische Universität München
Tel. +49 89 289-14965
Christian.Pfleiderer@frm2.tum.de

 

UPDATE: SMR – Temelin – (Vorlage für) Stellungnahme gegen neue Atomreaktoren

Gestern war auf umweltFAIRaendern.de umfangreich über die Pläne der Tschechischen Republik zum Neubau von neuartigen Atomreaktoren berichtet worden. SMRs, die es eigentlich noch nicht gibt. Hier folgt als Update und Ergänzung die kurze, aber klare Stellungnahme von Global2000 aus Österreich und von Calla aus der Tschechischen Republik. Die Stellungnahmen ließen sich sicherlich ein wenig bearbeiten und bei Interessen als persönliche oder Sammel-Stellungnahme auf den Weg bringen, um als Einwendung gegen die Pläne für neue nukleare Risiken wirksam zu werden.

Update: Stellungnahme Bundesumweltamt Österreich, hier als Dokumentation (Auszug)

Im Auftrag des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie sowie unter Mitfinanzierung der Bundesländer Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg wurde vom Umweltbundesamt die Erstellung einer Fachstellungnahme koordiniert.

Fachstellungnahme (Jänner 2025)

Die Fachstellungnahme kommt zu folgenden Schlussfolgerungen:

  • Da sich das detaillierte Design aller vier SMR-Modelle, die für den Standort Temelin in Betracht gezogen werden, noch in Entwicklung befindet, sind der Sicherheitsanalysebericht und die probabilistische Sicherheitsanalyse noch nicht abgeschlossen. Dies würde bei der Durchführung einer UVP zu einer Situation führen, in der die Bewertungen weder realistisch sind, noch die Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung richtig bestimmt werden können. Es wird daher empfohlen, die Entwicklung einer umfassenden UVP, insbesondere in Bezug auf die Umweltauswirkungen radiologischer Freisetzungen, zu verschieben, bis das detaillierte Design des SMRs abgeschlossen ist.

  • Die Alternativen zum Bau des SMRs, die in der UVP berücksichtigt werden müssen, werden im Dokument nur auf einer groben Ebene beschrieben. Eine Analyse einer „Zero Option“ (d. h., dass der SMR überhaupt nicht gebaut wird) könnte eine sinnvolle Ergänzung sein.

  • Derzeit sind am Standort Temelin neben zwei großen Einheiten auch das Lager für abgebrannte Brennelemente und ein Lager für frische Brennelemente in Betrieb. Es wird empfohlen, dass der UVP-Bericht mögliche Wechselwirkungen zwischen mehreren Einheiten behandelt, einschließlich der Bewertung externer Auswirkungen, die alle Einheiten am Standort betreffen. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Bedingungen für andere Einheiten zu berücksichtigen, falls eine der Einheiten von einem Unfall mit Freisetzung radioaktiver Substanzen betroffen ist.

  • Im Notification Document wurde klar darauf hingewiesen, dass im Rahmen der UVP-Analysen von Szenarien umfassender Auslegungsstörfälle und Szenarien mit Auslegungserweiterungen vorgenommen werden, um die Auswirkungen auf die Bevölkerung und die Umwelt in den Nachbarländern zu ermitteln. Während angedeutet wird, dass selbst im Falle einer Beschädigung des Reaktorkerns in einem SMR die Freisetzung durch „Mikrolecks“ erfolgen würde, wird vorgeschlagen, dass eine DEC-B-Sequenz mit einem frühen Containmentversagen bewertet wird. In diesem Zusammenhang wird empfohlen, dass im UVP-Bericht die ausgewählten Sequenzen detailliert beschrieben werden.

  • Wie bei jedem Kernkraftwerk hat die Erzeugung radioaktiver Abfälle und abgebrannter Brennelemente besondere Auswirkungen auf die Umwelt. Es wird daher empfohlen, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung die Erzeugung, Verarbeitung/Behandlung, Lagerung vor Ort und Entsorgung der radioaktiven Abfälle und abgebrannten Brennelemente aus der Kernkraftwerksanlage in Temelin erörtert.

KI am Abend: radioaktive Fragen zu zivilen und militärischen Risiken neuer Atombrennstoffe – called HALEU

„Welche Informationen gibt es über die Proliferationsrisiken von HALEU, der Kritik dazu und den Maßnahmen der US-Behörden und was ist über Kritikalität von Kernbrennstoff für militärische Zwecke im Bereich von 10 – 19,75 Prozent Anteil Uran235 bekannt?“ Das war die Frage an eine KI. Klar. Die Frage könnte in jedem Fall noch viel präziser sein. Aber hier ist ja grad nicht Bundestag. Die Antwort von kostenloser ? KI Chatgpt lautet – mit einer langen Quellenliste … Als weiterführende Daten-Abfrage ging es darum: „Es gibt aktuelle berichte, dass usa behörden die Risiken von HALEU für schmutzige Bomben untersuchen wollen. Welche Informationen gibt es dazu und was genau wird mitgeteilt?“

  • Alles zum Thema HALEU auf umweltFAIRaendern.de

Zur Frage 1 die Antwort von Chatpgt am 12. Januar 2025 – die Frage 2 wird weiter unten HINTER den Quellen zu 1 dokumentiert! 

High Assay Low-Enriched Uranium (HALEU) ist Uran, das auf einen Anteil von 10 bis 19,75 % des spaltbaren Isotops Uran-235 angereichert wurde. Dieser Bereich liegt unterhalb der Schwelle von 20 %, ab der Uran als hochangereichert (HEU) und potenziell waffenfähig eingestuft wird. Dennoch birgt HALEU spezifische Risiken und Herausforderungen in Bezug auf Proliferation und Sicherheit.

Proliferationsrisiken und Kritik:

  • Waffenfähigkeit: Obwohl HALEU unter der 20 %-Schwelle bleibt, kann Uran mit einem Anreicherungsgrad von 19,75 % unter bestimmten Bedingungen für den Bau von Atomwaffen missbraucht werden. Berechnungen zufolge könnte die Brennstoffmenge eines einzigen Kleinreaktors ausreichen, um innerhalb kurzer Zeit eine Atombombe zu konstruieren. citeturn0search0
  • Sicherheitsbedenken: Die geplante Verwendung von HALEU in neuen Reaktortypen, insbesondere in Small Modular Reactors (SMRs), hat Bedenken hinsichtlich der Sicherung und des Transports dieses Materials geweckt. Kritiker warnen, dass die derzeitigen Sicherheitsvorschriften möglicherweise nicht ausreichen, um die Risiken einer möglichen Weiterverbreitung zu minimieren. citeturn0search0

Maßnahmen der US-Behörden:

  • Regulatorische Anpassungen: Die US-Behörden prüfen derzeit die bestehenden Sicherheitsrichtlinien für HALEU. Es wird diskutiert, ob strengere Kontrollen erforderlich sind, um den spezifischen Risiken dieses Materials gerecht zu werden. Einige Experten schlagen vor, Uran-Brennstoffe mit mehr als zehn bis zwölf Prozent Uran-235 in die höchste Sicherheitskategorie aufzunehmen. citeturn0search0
  • Förderung von HALEU: Trotz der Bedenken fördern die USA die Entwicklung und Produktion von HALEU, um die nächste Generation von Kernreaktoren zu unterstützen. Dies umfasst Investitionen in die Infrastruktur zur Herstellung und den sicheren Transport von HALEU.

Kritikalität von Kernbrennstoff mit 10–19,75 % Uran-235 für militärische Zwecke:

  • Kritische Masse: Die kritische Masse für Uran hängt vom Anreicherungsgrad ab. Für reines Uran-235 beträgt die kritische Masse etwa 46,4 kg. Bei niedrigeren Anreicherungsgraden erhöht sich die erforderliche Masse entsprechend. Uran mit einem Anreicherungsgrad von 10–19,75 % erfordert daher eine größere Menge, um eine kritische Masse zu erreichen, bleibt jedoch potenziell gefährlich. citeturn0search3
  • Militärische Anwendungen: Uran mit einem Anreicherungsgrad unter 20 % wird in der Regel nicht für Kernwaffen verwendet, da für Waffen üblicherweise ein Anreicherungsgrad von mindestens 80 % erforderlich ist. Dennoch besteht die Sorge, dass HALEU als Ausgangsmaterial für eine weitere Anreicherung dienen könnte, was die Proliferationsrisiken erhöht. citeturn0search3

Zusammenfassend erfordert die Nutzung von HALEU eine sorgfältige Abwägung zwischen den potenziellen Vorteilen für die Energieerzeugung und den damit verbundenen Sicherheits- und Proliferationsrisiken. Strengere Kontrollen und internationale Zusammenarbeit sind entscheidend, um die Risiken zu minimieren.

Und als Quellen werden dafür aufgelistet:

Faviconscinexx | Das Wissensmagazin
Wie gefährlich ist HALEU-Uran? – Für nukleare Kleinreaktoren produzierter Uran-Brennstoff könnte waffenfähig sein – scinexx.de
FaviconAugsburger Allgemeine
Stichwort: Hochangereichertes Uran
Mehr
Faviconscinexx | Das Wissensmagazin
Wie gefährlich ist HALEU-Uran? – Für nukleare Kleinreaktoren produzierter Uran-Brennstoff könnte waffenfähig sein – scinexx.de
Der Kernbrennstoff für die geplanten nuklearen Kleinreaktoren könnte zum Bau von Atombomben missbraucht werden. © curraheeshutter/iStock Vorlesen Schneller Weg zur Bombe? Der für künftige Kleinreakt…
FaviconAUSgestrahlt
Auf dem Weg in den Krieg: Urenco expandiert
AUF DEM WEG IN DEN KRIEG: URENCO EXPANDIERT 07.03.2019 | Jan Becker Bislang galt der Anreicherungsgrad von 5 Prozent als Beleg dafür, dass die Urananreicherungsanlagen für „rein zivile Nutzung“ prod…
FaviconWikipedia – Die freie Enzyklopädie
Uran-Anreicherung – Wikipedia
VERWENDUNG DES ANGEREICHERTEN URANS Bearbeiten ^{235}U ist – wie einige andere Nuklide mit ungerader Neutronenzahl – durch thermische Neutronen relativ gut spaltbar und das einzige bekannte natürlic…
FaviconWikipedia – Die freie Enzyklopädie
Uranmunition – Wikipedia
HERSTELLUNG Bearbeiten Abgereichertes Uran fällt als radioaktiver Abfall bei der Anreicherung von Uran für die Energieerzeugung in Leichtwasser-Atomkraftwerken und bei der Produktion von Kernwaffen…
FaviconAugsburger Allgemeine
Stichwort: Hochangereichertes Uran
STICHWORT: HOCHANGEREICHERTES URAN ZZ Fallback STICHWORT: HOCHANGEREICHERTES URAN Hamburg (dpa) – Natur-Uran enthält nur zu etwa 0,7 Prozent das spaltbare Isotop 235. Der Rest ist nicht spaltbares…
Jewiki
Uran-Anreicherung – Jewiki
VERWENDUNG DES ANGEREICHERTEN URANS ^{235}U ist – wie einige andere Nuklide mit ungerader Neutronenzahl – durch thermische Neutronen relativ gut spaltbar und das einzige bekannte natürlich vorkommend…
Jewiki
Uran-Anreicherung – Jewiki
VERWENDUNG DES ANGEREICHERTEN URANS ^{235}U ist – wie einige andere Nuklide mit ungerader Neutronenzahl – durch thermische Neutronen relativ gut spaltbar und das einzige bekannte natürlich vorkommend…
Seilnacht
Periodensystem: Uran
Verwendung Uran und Urandioxid dient in Kernreaktoren als Kernbrennstoff. Dabei benötigt man angereichertes Uran mit einem Uran-235-Anteil von mindestens drei Prozent. Schwerwasserreaktoren können auc…
FaviconDeutschlandfunk
Zündstoff auf Abwegen
„Sichergestelltes Material war nur in den seltensten Fällen als gestohlen gemeldet. Das bedeutet, dass die Überwachung von Kernbrennstoffen und radioaktivem Material immer noch nicht so lückenlos ist,…
FaviconUmweltfairaendern
URENCO: Uranbrennstoff mit fast Atomwaffen-Anreicherung möglich – umweltFAIRaendern
URENCO: URANBRENNSTOFF MIT FAST ATOMWAFFEN-ANREICHERUNG MÖGLICH Der teilweise deutsche Urankonzern könnte zum Lieferanten für Entwicklungen des US-Militärs und anderer Interessierter für neue Mini-AK…
FaviconUmweltfairaendern
Grenzen verschwimmen: Atomwaffen-Komponenten aus zivilen Atomkraftwerken – Frankreich folgt Beispiel der USA – umweltFAIRaendern
Allerdings gilt der gesamte Bereich bis zu etwa einer Anreicherung von 19.75 Prozent als Low Enriched Uranium – LEU. Aus technischen Gründen ist bis hierhin ein sehr hoher technischer Aufwand erforder…
FaviconUmweltfairaendern
Aufrüstung ziviler Atomenergie: Teilweise deutscher Brennstoffkonzern erhöht Urananreicherung – umweltFAIRaendern
AUFRÜSTUNG ZIVILER ATOMENERGIE: TEILWEISE DEUTSCHER BRENNSTOFFKONZERN ERHÖHT URANANREICHERUNG * Dirk Seifert * 6. Mai 2021 * Atomenergie Der zu einem Drittel deutsche Urankonzern URENCO rüstet seine…
FaviconNuklearforum Schweiz
USA: DOE unterstützt Demonstrationsprogramm für inländische Haleu-Produktion | Nuklearforum Schweiz | Jetzt informieren
Rund ums Kernkraftwerk•Innovative Technologien USA: DOE UNTERSTÜTZT DEMONSTRATIONSPROGRAMM FÜR INLÄNDISCHE HALEU-PRODUKTION Das amerikanische Department of Energy (DOE) hat mitgeteilt, dass es mit r…
FaviconNuklearforum Schweiz
USA: Sechs Verträge für Dekonversionsdienstleistungen zur Haleu-Herstellung vergeben | Nuklearforum Schweiz | Jetzt informieren
Innovative Technologien•Stromzukunft USA: SECHS VERTRÄGE FÜR DEKONVERSIONSDIENSTLEISTUNGEN ZUR HALEU-HERSTELLUNG VERGEBEN Sechs Unternehmen haben vom amerikanischen Department of Energy (DOE) Aufträ…
Faviconinfosperber
Er erzählte einfach die Wahrheit über den US-Drohnenkrieg … – infosperber
Hale war bereit, seine eigene Freiheit zu riskieren, um uns diese Geschichte zu erzählen. Und das ist es, was die Regierung vor uns zu verbergen versucht, indem sie das Spionagegesetz zu einem Knüppel…
Faviconnetzpolitik.org
FISA Section 702: USA verlängern Lizenz zur Überwachung
1. Weil ich dazu neige, Informationsfreiheit (Offenlegung von Fakten durch Whistleblower) mit Meinungsfreiheit zu verwechseln, war ich baff, dass Ronen Steinke im Buch „Verfassungsschutz“ schreibt,…
FaviconDer Standard
Whistleblower, der Dokumente zu US-Drohnenangriffen leakte, drohen elf Jahre Haft – Netzpolitik – derStandard.de › Web
NETZPOLITIK WHISTLEBLOWER, DER DOKUMENTE ZU US-DROHNENANGRIFFEN LEAKTE, DROHEN ELF JAHRE HAFT Daniel Hale hat einen elfseitigen Brief an das Gericht verfasst, in dem er über seine Erlebnisse und Bew…
FaviconFAZ.NET
USA wollen Überwachungstechnologie-Export einschränken
Internationale Initiative : Amerika will Export von Überwachungstechnologie einschränken 03.12.2021, 09:18Lesezeit: 2 Min. Washington will mit seinen Verbündeten die Ausfuhr von Überwachungstechn…
Faviconhuawei
Stellungnahme-zum-Wall-Street-Journal-Artikel-zu-sogenannten-Hintertueren-in-Huawei-Produkten
Corporate Deutschland [Wechseln] * ### Huawei Global * Überblick * Geschäftsfelder * Wer leitet Huawei? * Nachhaltigkeit * Cyber Security HUAWEI DEUTSCHLAND News & Stories DigitalSeeds PRESSE &…
FaviconAcademia
(PDF) Weniger Souveränität – Mehr Sicherheit. Schutz der Heimat im Informationszeitalter und die Rolle der Streitkräfte | Ralph Thiele – Academia.edu
Ob und wann ein ähnliches Umdenken in den europäischen Staaten oder gar auf Ebene der EU geschehen wird, bleibt offen. Die Veränderungen an der Spitze der US-amerikanischen Exekutive haben auf jeden F…
FaviconCaschys Blog
Honor: US-Behörden wägen immer noch die potenzielle nationale Bedrohung ab
GEFÄLLT DIR DER ARTIKEL? DANN TEILE IHN MIT DEINEN FREUNDEN. André Westphal Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftstell…
FaviconSüddeutsche Zeitung
US-Geheimdienste warnen Bundesregierung vor Huawei – Wirtschaft – SZ.de
Zum Hauptinhalt springenAlle SZ-Produkte Login 1. Home 2. Wirtschaft 3. Tech-Industrie 4. US-Geheimdienste warnen Bundesregierung vor Huawei 5G:US-GEHEIMDIENSTE WARNEN BUNDESREGIERUNG VOR HUAWEI 29…
Faviconder Freitag – Die Wochenzeitung
NSA & FBI ǀ Außer Kontrolle — der Freitag
Anmelden Digitale Zeitung EMPFEHLUNG DER WOCHE CHINA – AUSWEGE AUS EINEM DILEMMA Felix Lee, Finn Mayer-Kuckuk Hardcover 256 Seiten 22 € Zur Empfehlung THE APPRENTICE – THE TRUMP STORY Ali Abb…
FaviconFuw
Das ominöse Schweigen der US-Behörden | Finanz und Wirtschaft
DIE REDAKTION EMPFIEHLT Mehr AboAnalyse zu den QuartalszahlenUBS kann es nicht allen recht machenDie Grossbank präsentiert ein starkes Quartalsergebnis, und trotzdem sacken die Titel ab.Halbjährlich…
Zur Frage 2 die Antwort von Chatpgt am 12. Januar 2025:

High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU) ist Uran, das auf einen Anteil von 5% bis unter 20% des spaltbaren Isotops Uran-235 angereichert wurde. Es wird für die meisten fortschrittlichen Reaktordesigns in den USA benötigt, um kompaktere Bauweisen und längere Betriebszyklen zu ermöglichen.

Aktuell gibt es Berichte, dass US-Behörden die potenziellen Risiken von HALEU im Zusammenhang mit „schmutzigen Bomben“ untersuchen möchten. Eine schmutzige Bombe kombiniert konventionellen Sprengstoff mit radioaktivem Material, um Kontamination und Panik zu verursachen. Die Sorge besteht darin, dass HALEU aufgrund seines höheren Anreicherungsgrades im Vergleich zu herkömmlichem Kernbrennstoff ein attraktives Ziel für den Einsatz in solchen Waffen darstellen könnte.

Die US-Behörden planen daher, die Sicherheitsmaßnahmen für die Produktion, den Transport und die Lagerung von HALEU zu überprüfen und gegebenenfalls zu verstärken, um das Risiko eines Missbrauchs zu minimieren. Dies umfasst die Evaluierung der aktuellen Schutzvorkehrungen und die Entwicklung neuer Richtlinien, um sicherzustellen, dass HALEU nicht in die falschen Hände gerät.

Es ist wichtig zu betonen, dass diese Untersuchungen präventiver Natur sind und darauf abzielen, potenzielle Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Die Entwicklung und Nutzung von HALEU für fortschrittliche Reaktoren bleibt ein zentraler Bestandteil der US-Energiepolitik, wobei gleichzeitig größter Wert auf Sicherheit und Nichtverbreitung gelegt wird.

Quellen zu Frage 2 laut ChatGPT:

FaviconEnergy.gov
What is High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU)?
HALEU is enriched between 5% and 20% in U-235 and is required for most U.S. advanced reactors to achieve smaller designs.
Mehr
FaviconEnergy.gov
What is High-Assay Low-Enriched Uranium (HALEU)?
HALEU is enriched between 5% and 20% in U-235 and is required for most U.S. advanced reactors to achieve smaller designs.
FaviconEnergy.gov
HALEU Availability Program – Department of Energy
The HALEU Availability Program is intended to spur demand for additional HALEU production and private investment in the nation’s nuclear fuel supply …
FaviconCEEOL
MONATSSCHRIFT – CEEOL
So ein Pech mußte man haben! Ausgerechnet im Hochsommer krank zu werden, gleich nach der Tagung des Gebietskomitees, wo man unbedingt sofort.
FaviconGemeinde Gaiberg
[PDF] Medienliste – Gemeinde Gaiberg
Terroristen planen, mitten in Berlin eine schmutzige Bombe zu zünden. Und es liegt am unscheinbaren. Herrn Müller vom BND, das Land zu retten. Bibl. Hinweise …
FaviconUplopen
[PDF] Studien des Göttinger Instituts für Demokratieforschung zur …
Inzwischen gilt 1968 in der Zeitgeschichtsforschung als eine Art Eruptionsjahr, in dem sich diverse Entwicklungen manifestierten, die bereits deutlich zuvor …
FaviconKatholische Sonntagszeitung
[PDF] Ein Himmelsgefährt als Hoffnungsbote – Katholische Sonntagszeitung
Chancen und Risiken, um Risiko management und Risikocontrol ling, das vorausgehende Aufstellen und dann disziplinierte Einhalten von Anlagerichtlinien, um …
FaviconEschborn K
[PDF] UNIVERSUM geküsst – Eschborn K
… USA/Australien, 2013. Drama Literaturverfilmung. Produktionsfirma:-Bazmark Films/Red Wagon Prod./Village Roadshow Pic. Verleih-Kino:Warner Bros. Länge: 142 …
FaviconFlickr
sicherheitsrat photos on Flickr
Die US-Militäraktivitäten in Syrien sind Kriegsverbrechen. Etwa 2 Millionen Menschen wurden von den USA und ihren Helfern in Syrien getötet. Deutschland …

Neue SMR – Atommeiler am Standort Temelín in der Tschechischen Republik? Einspruchsfrist läuft bis 20. Januar 2025

„SMR“ heißt eines der Kürzel, mit dem Atomfreunde für eine massive Ausweitung der nuklearen Stromerzeugung hausieren gehen – obwohl es bis heute solche Small.Modular.Reaktoren noch gar nicht gibt. Eine Vielzahl von Typen sind in der Entwicklung. Allen gemeinsam: Sie dürften extrem kostspielig sein, sind bislang weit davon entfernt, funktionsfähig sein und bergen vor allem auch aufgrund der besonderen Brennstoffe mit erheblichen Risiken im militärischen Bereich. Ein System auf Basis erneuerbarer Energie wäre global nicht nur gefahrloser, sondern auch erheblich kostengünstiger zu etablieren und wesentlich umwelt- und klimaverträglicher. Doch Vernunft spielt offenbar in Sachen Atomenergie keine Rolle. Für solche SMR-Fantasien führt jetzt die Tschechische Republik mit einem  Scoping-Verfahren (Vorverfahren) einen ersten Schritt im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zu einem geplanten Neubauvorhaben in Temelín durch. Deutschland, vertreten durch das Bundesland Bayern, ist über die Espoo-Leitstelle informiert worden und hat Einwendungen erhoben. Noch bis zum 20. Januar 2025 läuft die Einspruchsfrist. (Bild: KI-generiert mit der Aufgabe: Ein Bild mit dem Schriftzug „SMR – Reaktoren Temelin“ mit einer Baustelle und einem alten Atomreaktor in der Tschechischen Republik)

Das bayerische Umweltministerium verweist ausdrücklich auf eine Fristverlängerung, nach Bürger*innen noch bis zum 20. Januar Zeit haben, gegen die Pläne der Tschechen Einsprüche zu formulieren: „Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen haben die Möglichkeit, dem Ministerium für Umwelt der Tschechischen Republik bis zum 20.01.2025 Einwendungen und Stellungsnahmen auch in deutscher Sprache per E-Mail an: SMR_ETE@mzp.gov.cz oder postalisch an: Ministerstvo životního prostředí (Umweltministerium), Vršovická 1442/65, 100 10 Praha 10, Czech Republic zu übermitteln.“

In der Dokumentation Nr. 3 (unten) sind verschiedene Links zu PDF-Unterlagen und Übersetzungen. Die sind hier direkt auch als Zip-Datein von diesem Server.

++

Dokumentation 1: Text des BMUV zu dieser Beteiligung:

Das BMUV erhielt die offizielle Notifizierung über eine anstehende grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aus der Tschechischen Republik bezüglich des Vorhabens „Neue SMR-Kernkraftanlage am Standort Temelín“.

Das BMUV erhielt am 20. November 2024 entsprechend Artikel 3 der Espoo-Konvention (Übereinkommen über die Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen) die offizielle Notifizierung über eine anstehende grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aus der Tschechischen Republik bezüglich des Vorhabens „Neue SMR-Kernkraftanlage am Standort Temelín“ mit einer elektrischen Nettoleistung von bis zu 500 MWe (Megawatt elektrisch) bestehend aus ein oder zwei Reaktoren in der Nähe des bestehenden Atomkraftwerks Temelín.

Das Umweltministerium der Tschechischen Republik bittet bis zum 19. Dezember 2024 um Mitteilung, ob sich Deutschland an dem grenzüberschreitenden UVP-Verfahren beteiligen möchte. Bis zum 19. Dezember 2024 können außerdem Stellungnahmen zur Bekanntmachung des Vorhabens sowie zum Untersuchungsrahmen (insbesondere zu der Frage, welche Bereiche der Auswirkungen des Vorhabens auf Umwelt und öffentliche Gesundheit in der UVP-Dokumentation stärker hervorgehoben werden sollten) abgegeben werden.

Im Falle einer grenzüberschreitenden UVP kann nach tschechischem Recht auf Antrag eines betroffenen Staates die Frist für die Abgabe einer Stellungnahme um bis zu 30 Tage verlängert werden. Weitere Informationen zu den Beteiligungsmöglichkeiten und zur beabsichtigten Maßnahme sind der Benachrichtigung über das Vorhaben in deutscher Sprache zu entnehmen.

28.11.2024 | Meldung Umweltprüfungen UVP/SUP
Aktualisierungsdatum: 13.12.2024
Dokumentation 2 – Bayerische Einwendungen zum Verfahren in Sachen SMR in Temelin:

Öffentliche Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (StMUV)

Öffentlichkeitsbeteiligung am grenzüberschreitenden Vorverfahren (Scoping) zum Verfahren zur Umweltverträglichkeitsprüfung betreffend der Errichtung einer neuen SMR-Kernkraftanlage am Standort Temelín in der Tschechischen Republik

In der Tschechischen Republik werden am Standort Temelín derzeit zwei Kernreaktoren zur Stromerzeugung betrieben. Der Standort befindet sich rund 60 km von der bayerischen Grenze entfernt. In den Jahren 2012/2013 führte die tschechische Regierung am Standort Temelín ein UVP-Verfahren zur Errichtung von zwei weiteren großen Kernkraftwerksblöcken durch, an dem sich Bayern beteiligt hat (s.u.Temelín).

Derzeit ist unklar, ob und wann diese beiden geplanten Reaktoren gebaut werden. Die tschechische Regierung hat kürzlich mitgeteilt, dass sie an diesem Standort eine weitere SMR-Kernkraftanlage (small modular reactor) zur Stromerzeugung errichten möchte. Als ersten Schritt führt die tschechische Republik derzeit ein Scoping-Verfahren (Vorverfahren) im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung zu diesem geplanten Neubauvorhaben in Temelín durch.

Bayern hat sich dafür entschieden, auch an diesem grenzüberschreitenden Scoping-Verfahren teilzunehmen, um die bayerischen Interessen zu wahren und der bayerischen Öffentlichkeit die Möglichkeit zu verschaffen, ihre Bedenken und Einwendungen von Anfang an in das Verfahren einzubringen.

Das Ministerium für Umwelt der Tschechischen Republik hat dem StMUV für die öffentliche Auslegung folgende Dokumente in deutscher Sprache übermittelt:

Hinweis: Die Dokumente liegen nicht in einer barrierenfreien Version vor)

Bürgerinnen und Bürger sowie Organisationen haben die Möglichkeit, dem Ministerium für Umwelt der Tschechischen Republik bis zum 20.01.2025 Einwendungen und Stellungsnahmen auch in deutscher Sprache
per E-Mail an: SMR_ETE@mzp.gov.cz
oder postalisch an:
Ministerstvo životního prostředí (Umweltministerium)
Vršovická 1442/65
100 10 Praha 10
Czech Republic

zu übermitteln.
Die eingestellten Unterlagen bleiben auch nach Ablauf der Einwendungsfrist auf der Webseite des StMUV verfügbar.

Weiterführende Informationen

******

Dokumentation Nr. 3 – Weitere Informationen zu den SMR-Planungen, Unterlagen und Einwendungen mitsamt Übersetzungen vom Bayerischen Umweltministerium (Siehe oben als Zip-File alle Dateien der hier im folgenden verlinkten Dokumente auf den Severn des Ministeriums). Die sind hier direkt auch als Zip-Datein von diesem Server.

Geplanter Neubau von zwei weiteren Reaktorblöcken am Standort Temelin in der Tschechischen Republik

Ausgangslage

In der Tschechischen Republik werden sechs Kernreaktoren an zwei Standorten (zwei in Temelín und vier in Dukovany) betrieben. Der Standort Temelín befindet sich im Süden der Tschechischen Republik, rund 60 km von der bayerischen Grenze. Dort will die Tschechische Regierung in den nächsten Jahren mit dem Bau von zwei weiteren Reaktorblöcken beginnen.

Zentrale Ziele der Bayerischen Staatsregierung

Für die Bayerische Staatsregierung steht der Schutz der bayerischen Bevölkerung im Mittelpunkt. Die Bayerische Staatsregierung hat den zügigen Ausstieg Deutschlands aus der Kernenergie in Deutschland maßgeblich mitgestaltet und lehnt den Neubau der Blöcke 3 und 4 am Standort Temelin ab. Ziel der Bayerischen Staatsregierung ist es, die Tschechische Regierung von der Energiewende und dem bayerischen Weg hin zu erneuerbaren Energien zu überzeugen.

Die Bayerische Staatsregierung ist sich bewusst, dass jeder Mitgliedstaat der EU gemäß Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union das Recht hat, die Struktur seiner Energieversorgung selbst zu bestimmen. In jedem Fall müssen aber alle internationalen Anforderungen eingehalten werden, sollte es zum Neubau der Blöcke 3 und 4 am Standort Temelin kommen.

Die Nutzung der Kernenergie ist eine hochkomplexe Aufgabe, bei der höchste Sicherheitsanforderungen zu stellen und im Genehmigungsverfahren nachzuweisen sind. Im Hinblick auf den geplanten Neubau der Blöcke 3 und 4 setzt sich die Staatsregierung deshalb mit Nachdruck für folgende zentrale Ziele ein:

  • Einhaltung höchster Sicherheitsstandards,
  • Einhaltung aller internationalen Anforderungen und
  • größtmögliche Transparenz.

Verfahren zur Prüfung der Umweltverträglichkeit für den geplanten Neubau

Das Tschechische Umweltministerium hat für den geplanten Neubau ein Verfahren zur Prüfung der Umweltverträglichkeit (UVP-Verfahren) durchgeführt. Die Vertragsstaaten der Espoo-Konvention (Übereinkommen über die Umweltverträglichkeitsprüfung im grenzüberschreitenden Rahmen), darunter auch Deutschland und die Tschechische Republik, haben sich am 25. Februar 1991 verpflichtet, ihre Nachbarstaaten grenzüberschreitend an UVP-Verfahren zu beteiligen. In Umsetzung der Espoo-Konvention erfolgt eine Beteiligung Deutschlands/Bayerns am UVP-Verfahren für den geplanten Neubau der Blöcke 3 und 4 in Temelin.

Im Rahmen der Beteiligung hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit in der Zeit vom 07.05. bis zum 18.06.2012 das Gutachten zur Umweltverträglichkeitsprüfung im Internet der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und im Ministerium ausgelegt. Zusätzlich wurde das Gutachten in den grenznahen Landratsämtern Cham, Freyung-Grafenau, Hof, Neustadt a. d. Waldnaab, Passau, Regen, Schwandorf, Tirschenreuth, Wunsiedel und in den kreisfreien Städten Hof, Passau und Weiden i. d. Oberpfalz ausgelegt. Bürgerinnen und Bürgern und Einrichtungen hatten die Möglichkeit, bis zum 18.06.2012 die Dokumentation einzusehen und Stellungnahmen in deutscher Sprache dem Tschechischen Umweltministerium zu übermitteln.

Das StMUG hat dem tschechischen Umweltministerium eine detaillierte Stellungnahme übermittelt. Darin kommen die bereits genannte ablehnende Grundsatzposition der Bayerischen Staatsregierung gegenüber dem geplanten Neubau der Blöcke 3 und 4 in Temelin und die genannten zentralen Ziele der Staatsregierung deutlich zum Ausdruck. In diesem Zusammenhang werden eine Reihe von Einwänden erhoben und Forderungen vorgetragen. So fordert das StMUG z. B.

  • auch die Prüfung anderweitiger Lösungsmöglichkeiten anstelle des Neubaus der Reaktorblöcke,
  • die Klärung einer Reihe von radiologischen Fragestellungen (z. B. zu den radiologischen Auswirkungen von Stör- und Unfällen über die Luft und das Wasser einschließlich Grundwasser),
  • den Nachweis der Gewährleistung der Integrität des Sicherheitsbehälters bei Unfällen,
  • die Klärung von noch offenen Fragen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle.

Schließlich erbittet das StMUG die ehestmögliche Unterrichtung über die Auswahl des genauen Reaktortyps und weitergehende Informationen über den Fortgang des Verfahrens.

Am 12.06.2012 wurde vom tschechischen Umweltministerium in Passau eine informelle Diskussionsveranstaltung zum UVP-Verfahren durchgeführt. Die organisatorische Vorbereitung des Termins hatte das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit übernommen.

Am 22.06.2012 wurde vom tschechischen Umweltministerium die formelle öffentliche Anhörung im Rahmen des UVP-Verfahrens durchgeführt. Der Anhörungstermin diente dazu, die Fragen und Bedenken der Öffentlichkeit zu dem geplanten Neubau der Kernkraftwerke Temelin 3 und 4 zu erörtern. Zu der Veranstaltung war auch die bayerische/deutsche Öffentlichkeit eingeladen. Für die Teilnehmer aus Deutschland stand eine Übersetzung ins Deutsche zur Verfügung.

Als letzten Schritt im UVP-Verfahren hat das Tschechische Umweltministerium am 18.01.2013 seine Stellungnahme zum UVP-Verfahren in tschechischer Sprache veröffentlicht. Auf Bitten des StMUG wurde eine Übersetzung der Stellungnahme ins Deutsche übermittelt. Die Stellungnahme enthält 90 Forderungen an die künftige Anlage. Das StMUG veröffentlicht diese „Stellungnahme zur Prüfung der Auswirkungen der Realisierung des Vorhabens auf die Umwelt (PDF)“.

Im Rahmen dieser Stellungnahme sind auch Einzelstellungnahmen zu den Äußerungen aus der Bundesrepublik Deutschland erstellt worden. Diese hat das StMUV übersetzen lassen und veröffenlicht. Stellungnahmen aus der Bundesrepublik Deutschland (zip-Datei, 37,5 MB)

Weitere Schritte

Nach dem Abschluss des UVP-Verfahrens erfolgt nunmehr die atomrechtliche Prüfung des Vorhabens durch das Tschechische Staatliche Amt für Reaktorsicherheit. Das StMUG wird seine Position und seine Forderungen in einem Monitoring-Prozess im Rahmen der deutsch-tschechischen Kommission weiterhin mit Nachdruck einbringen.

Erläuterung zur Öffentlichkeitsbeteiligung

Die Öffentlichkeitsbeteiligung in Bayern erfolgte im Rahmen eines grenzüberschreitenden UVP-Verfahrens, zu dem sich die Vertragsstaaten der Espoo-Konvention verpflichtet haben. Nach der Espoo-Konvention sind den betroffenen Bürgern ebenso wie der tschechischen Öffentlichkeit Gelegenheit zur Beteiligung zu geben. Entsprechend der im tschechischen Gesetz vorgesehenen Frist von 30 Tagen war deshalb auch hier ursprünglich diese Einwendungsfrist eingeräumt. Bayern hatte beim Tschechischen Umweltministerium eine Fristverlängerung von weiteren 30 Tagen beantragt. Das Tschechische Umweltministerium hat auf diesen Antrag hin eine Fristverlängerung bis zum 18.06.2012 gewährt.

Das UVP-Verfahren wurde nicht nach deutschem Recht, sondern gemäß dem tschechischen Recht durchgeführt. Insbesondere die Vorschriften der deutschen Verordnung über das Verfahren bei der Genehmigung von Anlagen nach § 7 des Atomgesetzes (Atomrechtliche Verfahrensverordnung – AtVfV) sind nicht auf dieses Verfahren anwendbar. Auch die sonstigen im deutschen Verwaltungsverfahrens- und Prozessrecht eröffneten rechtlichen Möglichkeiten sind nicht anwendbar.

AKW Leibstadt Schweiz: Anwohnende gehen gegen „Rechtsverweigerung“ der Behörde wegen Langzeitbetrieb vor

Die schweizerische Energie-Stiftung SES, Greenpeace Schweiz und der trinationale Atomschutzverbands TRAS haben mitgeteilt, dass Anwohnende gegen die Untätigkeit der Schweizer Atombehörde vorgehen. Noch im Dezember hatten „Anwohnende des AKW Leibstadt … beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen das Bundesamt für Energie (BFE) wegen Rechtsverweigerung eingereicht. Nach internationalem Recht hätte die Schweiz die Umweltverträglichkeit aus eigenem Antrieb prüfen müssen, bevor das AKW Leibstadt in zehn Tagen den Langzeitbetrieb aufnimmt. Im Februar 2024 hatten Anwohnende ein entsprechendes Gesuch ans UVEK gerichtet. Das UVEK bzw. das BFE sind bisher nicht auf das Gesuch eingetreten.“ Darüber hatte auch umweltFAIRaendern im Zusammenhang von Aktivitäten der IPPNW Deutschland und Schweiz berichtet. Ebenfalls im Dezember hatten die beiden Verbände einen offenen Brief von über 500 Medizinerinnen aus der Grenzregion veröffentlicht, in der sie vor den Risiken eines weiteren Betriebs des Uralt-Reaktors in Leibstadt warnen. Das AKW Leibstadt soll wie auch die AKWs Gösgen und Beznau über 40 Jahre hinaus in Betrieb bleiben und damit länger, also die technische Auslegung ehemals vorgesehen hat. Eine international verbindliche und grenzüberschreitende Minimalanforderung nach Öffentlichkeitsbeteiligung in Verbindung mit einer Umweltverträglichkeitsprüfung, wie die Aarhus- und Espoo-Konventionen es vorschreiben, will die Schweiz nicht durchführen.

Dokumentation der PM von SES, GP und TRAS:

Umweltverträglichkeitsprüfung für Langzeitbetrieb AKW Leibstadt – Beschwerde gegen BFE wegen Rechtsverweigerung

Anwohnende des AKW Leibstadt haben am 5. Dezember 2024 beim Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen das Bundesamt für Energie (BFE) wegen Rechtsverweigerung eingereicht. Nach internationalem Recht hätte die Schweiz die Umweltverträglichkeit aus eigenem Antrieb prüfen müssen, bevor das AKW Leibstadt in zehn Tagen den Langzeitbetrieb aufnimmt. Im Februar 2024 hatten Anwohnende ein entsprechendes Gesuch ans UVEK gerichtet. Das UVEK bzw. das BFE sind bisher nicht auf das Gesuch eingetreten.

Das auf 40 Betriebsjahre ausgelegte AKW Leibstadt geht am 15. Dezember 2024 in den Langzeitbetrieb über. Die Schweiz betreibt den ältesten AKW-Park der Welt. Dieser stellt ein unvermeidliches Restrisiko für katastrophale Unfälle mit riesigem Schadenspotenzial dar.

UVEK verletzt Abkommen und missachtet Mitspracherechte der Anwohnenden

Fünfzehn Anwohnerinnen und Anwohner aus der näheren Umgebung des AKW Leibstadt beidseits der Rheingrenze haben bereits am 26. Februar 2024 ein Gesuch für eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) beim UVEK eingereicht. Als direktbetroffene Anwohnende fordern sie ihr Recht auf demokratische Mitsprache ein, das Bestandteil einer UVP ist. Das UVEK hat das Gesuch bisher nicht geprüft, geschweige denn eine UVP an die Hand genommen. Es schafft damit Fakten, verletzt internationale Abkommen und übergeht die Betroffenen. Weil der Bund nicht zeitgerecht auf das Gesuch eingetreten ist, haben die Anwohnenden beim Bundesverwaltungsgericht Beschwerde gegen das BFE wegen Rechtsverweigerung erhoben.

Bund verhält sich widersprüchlich

Die Weigerung, auf das Gesuch der Anwohnenden einzugehen, steht im Kontrast zur Art, mit welcher Bundesrat Albert Rösti versucht, die Atomkraft in der Schweiz wiederzubeleben. Mit grossem Tempo strengt er demokratische Prozesse an, um das AKW-Neubauverbot zu streichen. Hingegen werden beim Langzeitbetrieb des AKW Leibstadt internationale Abkommen, kritische Stimmen und demokratische Rechte von Betroffenen ignoriert.

Rechtzeitige UVP ist verbindlich

Die Umweltverträglichkeitsprüfung dient dazu, nachteilige und grenzüberschreitende Auswirkungen des AKW-Langzeitbetriebs auf Mensch und Umwelt zu erkennen und mögliche Alternativen aufzuzeigen. Teil einer UVP ist die Konsultation der betroffenen Bevölkerung. Dazu hat sich die Schweiz unter den Aarhus- und Espoo-Konventionen verpflichtet, worauf sich die Beschwerdeführenden berufen. Da das AKW Leibstadt in wenigen Tagen in den Langzeitbetrieb übergeht, hätte das UVEK also schon längst eine UVP veranlassen müssen.

Weitere Informationen

×