Knusper Knusper Knäuschen – Mit Vattenfall Kekse backen im Heizkraftwerk

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Kinder-Kekse-Backen bei Vattenfall: Welche Formen die wohl ausstechen?

Knusper, Knusper, Knäuschen… Wo unsereins einen kleinen Backofen benötigt, geht Vattenfall gleich ganz groß ans Werk: Weihnachts-Keckse im Heizkraftwerk in der Hamburger HafenCity! Großartig. Und weil es bei den Erwachsenen immer Ärger gibt, bei Volksentscheiden oder Lesetagen, nimmt sich Vattenfall nun die Kleinen vor – also lädt die ein: Vom 30. November bis 21. Dezember gibt es die Vattenfall-Weihnachtsbäckerei für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren. Ob dabei Fairtrade- oder Bio-Zutaten benutzt werden? Wissen wir nicht, aber „Naschkatzen (können) ihre Kekse ausstechen, backen und mit bunten Süßigkeiten verzieren. Diese gute Tradition richtet Vattenfall, vormals die HEW, schon seit 45 Jahren in Hamburg aus.“

Als wäre das nicht schon guter Zweck genug, wird der Teilnahmebeitrag (drei Euro!) von den Kindern – trotz schwerer wirtschaftlicher Krise – von Vattenfall verdoppelt und in vollem Umfang an die Radio Hamburg-Aktion „Hörer helfen Kindern“ gespendet! Oh du fröhliche…

AKW Brunsbüttel: Probleme bei der Stilllegung – Wie geht Rückbau – was passiert mit dem Atommüll?

Alles nicht so einfach mit der Stilllegung von Atomkraftwerken. Atomüllfass aus dem AKW Brunsbüttel
Alles nicht so einfach mit der Stilllegung von Atomkraftwerken. Atomüllfass aus dem AKW Brunsbüttel

Das AKW Brunsbüttel ist stillgelegt und Vattenfall hat jetzt einen Sicherheitsbericht für den Rückbau vorgelegt. Am 18. Dezember soll auf dieser Basis im Brunsbütteler Elbeforum der sog.  Scoping-Termin stattfinden, mit dem der Umfang der Prüfungen im Rahmen des Stilllegungsverfahrens ermittelt werden soll. Denn bevor Vattenfall mit dem geplanten Rückbau der Anlage beginnen kann, braucht es eine atomrechtliche Genehmigung, in deren Rahmen umfangreiche Sicherheitsuntersuchungen durchzuführen sind. Bereits am 9. Dezember wird Vattenfall – ebenfalls im Elbeforum in Brunsbüttel – eine weitere Info-Veranstaltung zum Stilllegungs-Antrag für die BürgerInnen durchführen.

Probleme im Stilllegungsprozess sind genug vorhanden – insbesondere in Brunsbüttel. Denn die Genehmigung für das Zwischenlager für hochradioaktive Brennelemente in Brunsbüttel ist erst vor wenigen Wochen per Urteil des OVG Schleswig aufgehoben worden, weil für diverse Risiken ein ausreichender Sicherheitsnachweis nicht erbracht werden konnte. Zwar ist das Urteil nach dem Einspruch der Beklagten (Bundesamt für Strahlenschutz) und des Betreibers (Vattenfall, E.on) noch nicht rechtskräftig, aber es kann gut sein, dass ein komplett neues Genehmigungsverfahren und Nachrüstungen die Folge sein werden. Dann aber stellt sich beim Rückbau die Frage: Wo soll eigentlich der hochradioaktive Atommüll gelagert werden, denn ein Lager zur dauerhaften Aufbewahrung ist weit und breit nicht in Sicht.

Massive Probleme gibt es nicht nur beim hochradioaktiven Atommüll, sondern auch mit den leicht- und mittelaktiven Abfällen. Eigentlich sollen die in den dafür vorgesehenen Schacht KONRAD abtransportiert werden. Doch immer neue Probleme beim unterirdischen Ausbau verzögern eine Inbetriebnahme immer weiter. Außerdem bestehen nicht nur bei der Stadt Salzgitter und Anti-Atom-Verbänden weiterhin massive Zweifel, ob die Sicherheitsanforderungen im Rahmen der Genehmigung ausreichend sind. So oder so: Die leicht- und mittelaktiven Atomabfälle werden bei einem Rückbau der Atomkraftwerke nicht sofort abtransportiert werden können. Daher muss in Brunsbüttel nun eine weitere Atommüll-Lagerhalle errichtet werden.

Ein großer Teil der Bauabfälle soll nach geltenden Bestimmungen „freigemessen“ werden. Sobald diese Abfälle bestimmte Strahlen-Werte unterschreiten dürfen sie dann auf Hausmülldeponien oder im Straßenbau verwendet (Betonabfälle) oder ins Recycling (Stahlabfälle) gegeben werden. Auch wenn diese Abfälle nur sehr gering verstrahlt sind: Angesichts der großen Mengen und der zahlreichen Atomanlagen können diese Abfälle durchaus zu einer nennenswerten Erhöhung der Umweltradioaktivität führen. Für Vattenfall – so jüngst deren Geschäftsführer Wasmuth – sind das vor allem „emotionale Probleme“. Mit so einer Haltung dürfte eine ernsthafte Diskussion, was mit diesen Abfällen geschehen kann, sicherlich nicht geführt werden können. Zahlreiche Deponien weigern sich bundesweit inzwischen, derartige Abfälle anzunehmen und kritische Strahlenschützer halten höhere Sicherheitsanforderungen für notwendig.

In einem Artikel der SHZ kritisiert Karsten Hinrichsen, Anti-Atom-Aktivist aus der Unterelbe-Region (Brokdorf/Brunsbüttel) die im Vattenfall-Bericht dargelegten Vorschläge. Die SHZ fasst zusammen: Wie der etwa 15 Jahre dauernde Rückbau stattfinden kann, darüber gibt der vom Betreiber Vattenfall erstellte 169 Seite dicke Sicherheitsbericht zu Stilllegung und Abbau des Brunsbütteler Kernkraftwerks Auskunft. Grundsätzlich könne die Reststoffbearbeitung und Abfallbehandlung in bestehenden Kontrollbereichen der Anlage vorgenommen werden, heißt es dort. Denkbar sei auch die Errichtung eines rund 4000 Quadratmeter großen Gebäudes für diese Aufgabe. Laut Sicherheitsbericht sind lediglich zwei Prozent der Kraftwerksmasse von insgesamt 300.000 Tonnen strahlenbelastet (6.000 Tonnen), die übrigen 98 Prozent könnten demnach grundsätzlich wiederverwertet werden.

Verkürzend heißt es weiter: „Die schwach- bis mittelradioaktiven Materialien kommen in ein geplantes 15 000 Quadratmeter großes Lager – und sollen später in das Endlager Schacht Konrad gebracht werden. Der übrige strahlende Abfall kommt ins Standortzwischenlager, bis ein Endlager gefunden ist.“

Hinrichsen kritisiert den Vattenfall-Sicherheitsbericht als „zu unspezifisch“, berichtet die SHZ.  Im weiteren wird Hinrichsen laut eigener Aussage aber falsch wieder gegeben, wenn die SHZ schreibt, dass er für einen „sicheren Einschluss“ statt Rückbau plädiere. Vielmehr gehe es ihm darum, detailliert die Probleme bei der Stilllegung zu betrachten und möglicherweise aus Sicherheitsgründen ein anderes als das von Vattenfall vorgesehene Vorgehen durchzuführen.“ „Am sichersten ist, die Stoffe im Atomkraftwerk selbst zu lagern.“ Und zwar so lange, bis tatsächlich die Endlagerstätten feststehen. Dann bräuchten nicht zusätzliche Gebäude errichtet werden, die irgendwann ohnehin wieder abgerissen werden müssten.“

Vattenfall bestätigt: Strategischer Partner für die Braunkohle in der Lausitz gesucht

Vattenfall zieht sich zurück und holt einen strategischen Partner für die Braunkohle in der Lausitz. Foto: Dirk Seifert
Vattenfall zieht sich zurück und holt einen strategischen Partner für die Braunkohle in der Lausitz. Foto: Dirk Seifert

Vattenfall sucht für sein Braunkohlegeschäft in der Lausitz eine Lösung, in der ein „strategischer Partner“ eingebunden sein wird. So lautet das erste Ergebnis einer Dienstreise des brandenburgischen Wirtschafts- und Europaministers Ralf Christoffers (Linke) zum schwedischen Finanzmarktministerium und der Geschäftsführung von Vattenfall. Nach dem Treffen teilte Christoffers mit: „In den Gesprächen bestand Einvernehmen darüber, dass die weitere Strategie für Vattenfall Europe Continental langfristig angelegt sein muss und in diesen Kontext auch die Suche nach strategischen Partnern eingebunden sein sollte.“ (die gesamte PM gleich unten im Text).

Damit ist klar, dass die bisher zahlreichen Gerüchte über einen Rückzug von Vattenfall aus der Lausitz zutreffen – die Frage bleibt nur noch, wie genau dieser erfolgen wird. Schon vor Monaten hatte die IG BCE gesagt, dass sie von einem Rückzug des Konzerns bis Ende 2014 ausgeht. Zuletzt war bekannt geworden, dass sich ein polnischer Stromerzeuger für die Braunkohle-Sparte von Vattenfall interessiert. Für ein weiteres Braunkohlekraftwerk in Lippendorf verhandelt Vattenfall offenbar bereits mit dem Mibrag-Mutterkonzern in Tschechien über einen Verkauf. Siehe dazu:

Nach den Gesprächen teilte der Minister mit:

„In den Gesprächen bestand Einvernehmen darüber, dass die weitere Strategie für Vattenfall Europe Continental langfristig angelegt sein muss und in diesen Kontext auch die Suche nach strategischen Partnern eingebunden sein sollte. Das Treffen mit dem Finanzmarktstaatssekretär Tedéen hat bestätigt, dass die Strategiesuche der schwedischen Regierung für eine zukünftige Eigentümerstruktur für VEC erst begonnen hat und kurzfristige Entscheidungen nicht zu erwarten sind. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Zielstellungen, die die Landesregierung mit dem Unternehmen vereinbart hat, langfristig umgesetzt werden können. Vorrang für die schwedische Politik haben der wirtschaftliche Erfolg und die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Es hat sich bestätigt, das VEC in diesem Zusammenhang eigenständig operative Entscheidungen für zukünftige Aktivitäten treffen kann. In den Gesprächen haben wir deutlich gemacht, dass wir eine verlässliche Unternehmensstrategie erwarten, die vom Eigentümer, dem Finanzmarktministerium, politisch bestätigt wird. Dazu haben wir einen Informationsaustausch vereinbart.“

Der Minister unterstrich, dass die Debatte über die Neuausrichtung des Unternehmens Vattenfall für die notwendigen Entscheidungen zur Nutzung fossiler Energieträger und deren Zusammenspiel mit den Erneuerbaren Energien in Deutschland nicht ausschlaggebend sei. „Die fossilen Energieträger werden noch für mehrere Jahrzehnte gebraucht, um die Versorgungssicherheit genauso wie bezahlbare Strompreise zu gewährleisten“, so Christoffers weiter.“

Was denn nun Vattenfall? Kraftwerk Wedel: Gehts nun voran oder nicht?

Wenn Wasmuth und  Foto: Jürgen Mumme
Wenn Vattenfall Wasmuth und Vattenfall Meyer-Bukow sich nicht einigen können… ein Fall für Vattenfall-SPD-Hamburg-Vorstand-und-Bundes-JUSO-Vorstands-Bewerber Hauke Eugen Wagner. Foto: Jürgen Mumme

Ach Vattenfall, was ist nur los bei euch. Noch vor wenigen Tagen sagt euer Geschäftsführer Pieter Wasmuth – und der sollte es ja wissen – dem NDR etwas sehr Verständliches: „“Bevor wir nicht wissen, wieviel Energie dieses Kraftwerk überhaupt produzieren soll, können wir nicht anfangen“, sagte Wasmuth.“ Da könnte man nun glauben, dass die ganze Sache mit dem Neubau des Kraftwerks irgendwie nicht voran kommt. Das aber scheint eine totale Falschinterpretation zu sein. Denn: Nun mischt sich die Unternehmenssprecherin ein und sagt dem Abendblatt: „“Nein, das sind alles reine Spekulationen“, hält Unternehmenssprecherin Barbara Meyer-Bukow von Vattenfall anderslautenden Meldungen entgegen.“ und behauptet: „Die Ausschreibung für die Bauausführung läuft.“ Schon merkwürdig irgendwie.

Vielleicht klären Wasmuth und Meyer-Bukow das mal untereinander? Oder noch hilfreicher: Warum übernimmt nicht der Sonderbeauftragte für die nicht mehr vorhandene Partnerschaft zwischen Vattenfall und Hamburg – Hauke Eugen Wagner?

Das Abendblatt scheint der Richtigstellung auch nicht so recht zu trauen, denn es meldet außerdem: „Die Baugenehmigung für das 500-Millionen-Euro-Projekt hat das Ministerium erteilt. Allerdings gibt es eine Widerspruchsmöglichkeit, von der auch die Wedeler Bürgerinitiative „Stopp! Kein Megakraftwerk“ Gebrauch gemacht hat. Doch nicht nur die BI bereitet Vattenfall Probleme. Durch den Volksentscheid und die Rückabwicklung der Verträge zwischen Hamburg und dem Unternehmen ist unklar, inwieweit sich der Bau des Kraftwerks für Vattenfall überhaupt lohnt.“ Ja, das ist alles richtig!

Und es fehlt noch: Die Genehmigung für den Bau ist an ein weiteres eigenständiges Genehmigungsverfahren gekoppelt: Für die irgendwie nicht ganz unwichtige Gas-Pipeline, mit der das zu bauende Kraftwerk mit dem erforderlichen Brennstoff versorgt werden muss, liegt – ooops – eine Genehmigung noch gar nicht vor! Teufel auch!

Und dann war da noch irgendwas mit so einem Bürgerentscheid der WedelerInnen…

Hier erfährt man mehr: Umsetzung Volksentscheid Energienetze Hamburg: Vattenfall verzögert neues Fernwärme-Kraftwerk in Wedel  und auch noch: Vattenfall-Manager will Chef der JUSOS werden

Auch das noch: Vattenfall sieht emotionale Probleme beim Rückbau von AKWs: Wohin mit dem kontaminierten Bauschutt?

Pieter Wasmuth, Generalbevollmächtigter für Hamburg und Norddeutschland: Atommüll wird stigmatisiert. Emotionale Probleme... Foto: Vattenfall
Pieter Wasmuth, Vattenfall: Atommüll wird stigmatisiert. Emotionale Probleme… Foto: Vattenfall

„Kernkraftwerk-Abriss in Brunsbüttel: Betreiber Vattenfall befürchtet, auf 291.000 Tonnen Bauschutt sitzen zu bleiben. 9000 Tonnen strahlender Abfall müssen zwischengelagert werden.“ Das meldet die SHZ auf Basis von Aussagen von Vattenfall. 15 Jahre wird der Rückbau nach den Planungen des Konzerns dauern, nach derzeitigen Planungen 1,7 Milliarden Euro kosten. Aber: Vattenfall sieht „emotionale Probleme“ mit dem Atommüll auf sich zukommen…

Es ist die besondere Art von Vattenfall mit Problemen umzugehen. Die großen Mengen kontaminierter Bauschuttabfälle dürfen rechtlich nach der sogenannten Freimessung grundsätzlich auf Hausmülldeponien oder im Straßenbau abgelagert werden. Allerdings sind viele Unternehmen bzw. Betreiber dazu nicht bereit. Richtig ist zwar, dass diese Abfälle nur sehr gering verstrahlt sind – richtig ist aber auch: Die enormen Mengen führen zu einer dauerhaft höheren Strahlung. Für Vattenfall vor allem ein emotionales Problem: „Und es geht um den größten Teil des anfallenden Bauschutts. Der gilt zwar als unbedenklich, doch sieht Pieter Wasmuth, Geschäftsführer Vattenfall Europe Nuclear Energy, emotionale Hindernisse, bei der Wiederverwertung von 97 Prozent der 300 000 Tonnen Gesamtmasse des Kraftwerks.“ Dumme Sache, diese Emotionen.

Wasmuth ist auch im weiteren unschlagbar. Er verweist auf die technischen Erfahrungen, die es beim Rückbau gibt, z.B. beim AKW Stade. Dort aber hat man eben dieses emotionale Problem: In Stade werde der unbedenkliche Bauschutt nun schön verpackt gelagert, weil ihn niemand haben wolle. 90 Prozent des Betons könnten wiederverwertet werden, ebenso die sieben Prozent Metalle aus dem Kraftwerk. Strahlender Rest falle lediglich in einer Größenordnung von drei Prozent an.

„Emotional ist das ein Riesenthema“, weiß Pieter Wasmuth. Denn selbst landeseigene Deponien wollten den Schutt nicht haben. Dies, obwohl zunächst eine behördliche Freigabe erfolgen müsse, die Unbedenklichkeit also offiziell bescheinigte werde, bevor das Material das Gelände in Brunsbüttel verlasse. Wenn also der Rückbau gesellschaftlich gewollt sei, dürften diese Abfälle nicht stigmatisiert werden, findet Wasmuth. „Alle finden den Rückbau toll, aber keiner will den Müll.“

Au Backe. Was ein Elend. Und während Wasmuth über diese emotionalen Probleme nachdenkt, wird der Bevölkerung eher am Rande mitgeteilt, dass es in Brunsbüttel ein neues Zwischenlager für leicht- und mittelaktiven Atommüll geben soll, der ebenfalls beim Rückbau anfällt und wo dummerweise dieses Endlager im Schacht KONRAD einfach nie fertig werden will, weil es immer neue Probleme dort gibt. Noch dümmer ist aber vielleicht: Das Atommülllager für hochradioaktive Brennelemente in Brunsbüttel ist – laut einem Urteil des OVG Schleswig – auch nicht so ganz sicher und muss entweder nachgerüstet werden und ein komplett neues Genehmigungsverfahren durchlaufen – oder aber … Genau: Keine Ahnung.

Mehr zum Thema demnächst in diesem Kino.

Bis dahin:

AKWs und der Bauschutt:

und:

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