Uranfabrik Gronau: Atommülllager nicht vor 2019 – Uran im Tauschhandel

Im großen Stil tauschen die zur URENCO gehörenden Uranfabriken in Gronau, Capenhurst (UK) und Almelo (NL) mit zahlreichen Atomtransporten Uran-Material untereinander aus. In Gronau verschiebt sich daher die Inbetriebnahme eines weitgehend fertiggestellten Zwischenlagers für insgesamt 60.000 Tonnen abgereichertem Uranoxids (U3O8). „Nicht vor dem Jahr 2019“ werde dieses Zwischenlager in Betrieb gehen, teilt die Bundesregierung jetzt auf eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) mit. Statt immer mehr Atommüll zu produzieren, fordert Zdebel die Stilllegung der Uranfabrik.

  • Die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage „URENCO – Umgang mit abgereichertem Uran“ (18/13287) ist hier als PDF online.

„Uranbrennstoff für marode belgische Atommeiler, zahlreiche riskante Atomtransporte und wachsende Atommüllberge mit abgereichertem Uran. Es gibt genug Gründe, warum die Uranfabrik in Gronau endlich stillgelegt und im Bundestag dazu das Atomgesetz entsprechend endlich geändert werden muss. Dabei muss auch die benachbarte Uranfabrik in Lingen einbezogen werden“, stellt Hubertus Zdebel fest.

Viele der Atomtransporte in Verbindung mit dem Betrieb der Urananreicherung in Gronau resultieren offenbar aus konzerninternen Uran-Deals mit den URENCO-Standorten in Almelo und Capenhurst. Das wird aus den Antworten der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage von MdB Hubertus Zdebel deutlich.

URENCO Gronau liefert z.B. abgereichertes Uran zur Bearbeitung nach Frankreich. Das dort zwischengelagerte Material wird nun aber mit der URENCO-Anlage in Capenhurst gegen anderes Uran für die Anlage in Gronau ausgetauscht. Die Bundesregierung bestätigte auf Anfrage von Zdebel, dass URENCO Gronau 10.117 Tonnen des in Frankreich zwischengelagerten Urantrioxids (U308) mit der britischen URENCO in Capenhurst getauscht habe und dafür im Gegenzug 12.689 Tonnen abgereichertes Uranhexafluorid (UF6) erhält.

Außerdem wurden laut Bundesregierung im Jahr 2016 von Gronau rund 1.300 Tonnen abgereichertes UF6 erneut zur Bearbeitung nach Frankreich transportiert. Auch zur URENCO Anlage im niederländischen Almelo werden aus Gronau Urantransporte durchgeführt. Im Jahr 2016 wurden zur Wieder-Anreicherung fast 2.500 Tonnen zur Anlage in Almelo geliefert.

Auf Anfrage von Zdebel teilt die Bundesregierung außerdem mit, dass die Inbetriebnahme des weitgehend fertiggestellten neuen Uran-Zwischenlagers in Gronau nicht mehr vor dem Jahr 2019 geplant sei. Die Landesregierung in NRW teilte jüngst mit, dass in Gronau Ende März 2017 rund 21.000 Tonnen Uran im sogenannten Freilager ohne weitere Schutzmaßnahmen unter freiem Himmel lagerten.

 

Zdebel ruft zu Anti-Atom-Demo am 9.9. in Lingen auf

„Deutsche Uranfabriken sorgen dafür, dass weltweit riskante Atomkraftwerke mit Brennstoff versorgt werden. Dazu gehören auch die maroden Atommeiler entlang der Grenzen zu Belgien und Frankreich. Deutschland darf nicht länger Lieferant der Atomkatastrophe sein, denn die radioaktiven Wolken aus Tihange oder Cattenom würden nicht an den Grenzen halt machen. Es ist daher höchste Zeit, dass die Uranfabriken in Gronau und Lingen endlich in den Atomausstieg einbezogen und stillgelegt werden“, mit diesen Worten unterstützt der aus Münster stammende Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) die von zahlreichen Anti-Atom-Gruppen organisierte Demonstration für den Atomausstieg am 9. September in Lingen und ruft zur Teilnahme auf.

Zdebel weiter: „Noch bis Ende 2022 ist auch das Atomkraftwerk Emsland in Lingen in Betrieb. Auch dort ist eine Atomkatastrophe jederzeit möglich. DIE LINKE will den Atomausstieg beschleunigen und die Atomgefahren schneller reduzieren. Dafür gehe ich gemeinsam mit den Anti-Atom-Initiativen am 9. September in Lingen auf die Straße.“

Die Demonstration am 9. September in Lingen findet unter dem Motto „Uranfabriken in Lingen und Gronau schließen! Atomkraftwerke abschalten! Atomzentrum Lingen stilllegen!“ statt. Weitere Infos: http://weltweit.nirgendwo.info/demo/

Wahlkampf und Atommüll: Staatliche Endlager-Gesellschaft startet Suchverfahren ohne Bundestagsabgeordneten von DIE LINKE.

Die neue Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) voll auf Wahlkampfkurs. Zum Start des Standortauswahlverfahrens (StandAG) für die Suche nach einem Atommülllager für hoch radioaktiven Abfall lädt die BGE wenige Tage vor den Bundestagswahlen am 5. September zu einer Veranstaltung in der Akademie der Wissenschaften Bundestagsabgeordnete von SPD, Grünen und CDU, nicht aber den zuständigen Abgeordneten der Fraktion DIE LINKE, Hubertus Zdebel, zum Impulsvortrag. Als einzige Fraktion im Bundestag hatten Zdebel und DIE LINKE gegen das StandAG gestimmt, u.a. deshalb, weil Gorleben immer noch im Verfahren ist.

Wie die eingeladenen Abgeordneten Miersch (SPD), Kanitz (CDU) und Kotting-Uhl (Grüne) war auch Hubertus Zdebel Mitglied der Endlager-Kommission, die zwei Jahre lang Empfehlungen für die Novellierung des StandAG erarbeitet hatte.

„Deutlicher kann sich die zu 100 Prozent staatliche Bundesgesellschaft für Endlagerung im Wahlkampf wohl nicht positionieren, wenn sie zum Start des neuen Suchverfahrens nur diejenigen Abgeordneten einlädt, die im Bundestag dem Gesetz zum Standortauswahlverfahren zugestimmt haben. Jahrzehntelang wurde in Gorleben die ignoranz staatlicher Stellen gegenüber den BürgerInnen und KritikerInnen demonstriert. Der Neustart sollte das eigentlich ändern“, kommentiert der Abgeordnete Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

Außerdem kritisierte Zdebel jüngst, dass die Doppelfunktion eines BGE-Geschäftsführers, der gleichzeitig als Kontrolleur der BGE im Bundesumweltministerium tätig ist, nicht akzeptabel wäre:

 

Demonstrationsrecht verteidigen! Aufruf zum Widerstand gegen den Abbau unserer demokratischen Grundrechte

Der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) gehört zu den Erstunterzeichnern des von zahlreichen Organisationen und Einzelpersonen initiierten Aufrufs zum Widerstand gegen den Abbau demokratischer Grundrechte. Nicht zuletzt die von einem rot-grünen Senat in Hamburg politisch zu verantwortenden polizeilichen Maßnahmen anlässlich des G20-Gipfels zeigen, dass es gilt, das „Demonstrationsrecht zu verteidigen„.

Zur Begründung sagte Zdebel: „Nicht nur in den europäischen Nachbarstaaten erleben wir, wie demokratische Grundrechte eingeschränkt oder gar abgeschafft werden. Auch die Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD greift mit zahlreichen Maßnahmen ein, um die Grundrechte zu unterhöhlen. Nicht nur das Vorgehen gegen die Proteste von vielen Tausend Demonstrierenden beim G20-Gipfel in Hamburg – wo ich als parlamentarischer Beobachter beteiligt war – hat gezeigt, wie wichtig es ist, für die Grundrechte einzustehen.“

 

Atomanlagen in Lingen und Gronau stilllegen – Zdebel bei Veranstaltung des AKU Schüttdorf am 28. August

Noch immer ist der Betrieb der Uranfabriken in Lingen und Gronau unbefristet und in Lingen ein Atommeiler am Netz. Grund genug, dass der AK Schüttdorf den Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) wenige Tage vor der Anti-Atom-Demonstration in Lingen (9.9.) zu einer Info-Veranstaltung (28.8) einlädt. (19.30 Uhr im Bürgerzentrum „Alte Kirchschule“ Schüttorf, Kirchgasse 2)

In einer Pressemitteilung vom 17.08.2017 teilt der AKU Schüttorf (auf Facebook) folgendes zum Anlass und Inhalt der Veranstaltung mit:

Atomzentrum Lingen & Gronau stilllegen

Der Arbeitskreis Umwelt Schüttorf lädt zu einer Informationsveranstaltung über die Atomanlagen in Lingen und Gronau ein.

Die Grafschaft Bentheim liegt zentral zwischen zahlreichen Atomanlagen, daher möchten wir Sie im Vorfeld der internationalen  Anti-Atom-Demonstration in Lingen am 09. September, über das AKW Emsland sowie über die internationale Bedeutung der Brennelementefabrik in Lingen  und der Urananreicherungsanlage in Gronau informieren.

Selbst wenn spätestens Ende 2022 das AKW Emsland abgeschaltet wird, bleibt unsere Region durch den unbefristeten Betrieb der Brennelementefabrik und der Urananreicherungsanlage ein international bedeutender Atomstandort.

Fast täglich rollen Uran-Transporte durch die Grafschaft von oder nach Lingen, Gronau und Almelo.

Durch den Betrieb der Uranfabriken in der Nachbarschaft wird dauerhaft weiter Atommüll produziert, für den es keine Lösung gibt.

Mit Brennelementen aus Lingen und angereichertem Uran aus Gronau, werden auch die von der Bundesregierung heftig kritisierten Pannen-Reaktoren in Belgien und Frankreich am Laufen gehalten.  Dabei ist die Energiewende auch im Emsland längst angekommen, der Atomausstieg kann und sollte deshalb sofort vollzogen werden!

Als Referenten konnten wir in diesem Jahr Hubertus Zdebel, MdB aus Münster, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE im Bundestag und Obmann seiner Fraktion für den Ausschuss Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gewinnen. Hubertus Zdebel hat die Fraktion der Linken  in der Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ des Deutschen Bundestages vertreten. Er ist  Aufsichtsratsmitglied der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) und Mitglied des Kuratoriums der Stiftung „Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung“.

Der AKU Schüttorf freut sich, Sie am Montag den 28. August um 19.30 Uhr im Bürgerzentrum „Alte Kirchschule“ Schüttorf, Kirchgasse 2, zu einem informativen Abend und anschließender  Diskussion einladen zu können. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.“

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