Bayernwerke kehren zurück – E.on Bayern unter neuem alten Namen

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BAYERNWERKE kehren zurück. Foto: Dirk Seifert

Der E.on Konzern wird die „E.on Bayern“ umbenennen und künftig wieder als „Bayernwerke“ führen. Das teilte der Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen am letzen Freitag (15. März 2013) auf einer Tagung des Politischen Clubs der Ev. Akademie in Tutzing mit. Über diesen Schritt war bereits im Spätsommer und Herbst letzten Jahres in den Medien spekuliert worden, z.B. in der Süddeutschen Zeitung. Auf der Tagung in Tutzing erklärte Teyssen im Beisein des ehemaligen Ministerpräsidenten Günther Beckstein, dass die E.on Bayern AG in den alten „Traditonsnamen“ Bayernwerk zurück genannt werden soll.

Nachfragen, ob sich E.on vorstellen könne, dass sich die bayerische Staatsregierung an den neuen Bayernwerken beteiligen könnte, beantwortete Teyssen nicht konkret.

 

Konflikte bei Vattenfall – Warnstreiks der Gewerkschaften

Vattenfall: Nicht mal eine fristgerechte Strompreiserhöhung bekommt das Unternehmen auf die Reihe. Foto: Dirk Seifert
Vattenfall: Warnstreiks und viele Konflikte. Foto: Dirk Seifert

Gestern haben sich bei Vattenfall rund „8.500 Angestellte des Energiekonzerns Vattenfall … nach Gewerkschaftsangaben an mehrstündigen Warnstreiks beteiligt“, schreibt der Focus. Anlass sind die laufenden Tarifverhandlungen, die nicht vorankommen. Zusätzlich hat Vattenfall die Stimmung mächtig angeheizt, nachdem der Konzern angekündigt hat, 1.500 Arbeitsplätze in Deutschland zu streichen.  Siehe auch: “Vattenfall – bald Tschüss und weg?”

Vattenfall steht vor großen Problemen: Schwere finanzielle Einbußen, Gewinn-Rückgänge, eine Debatte beim schwedischen Eigentümer, ob man sich nicht besser aus Deutschland zurückziehen solle und in Berlin und Hamburg betreiben starke Bündnisse die Rekommunalisierung der derzeit noch von Vattenfall betriebenen Energienetze.

Verdi hatte in Berlin zum Warnstreik für sechs Stunden aufgerufen: „Die Beschäftigten legen ihre Arbeit nieder, um sich gegen den Abbau von 1.500 Vollzeitarbeitsstellen zu wehren und sich für den Erhalt der Ausbildungsplätze bis 2020 und Regelung zur unbefristeten Übernahme sowie die Erhöhung der Vergütungen um 6,5 % für die Dauer von 12 Monaten einzusetzen.“

Focus: „Der Konzern hat bislang 2,2 Prozent höhere Einkommen für die kommenden zwölf Monate und weitere 1,6 Prozent für das folgende Jahr angeboten. Das ist den Gewerkschaften IG BCE, Verdi und IG Metall aber zu wenig.“

Über die Warnstreiks vom Dienstag berichtet der Focus weiter: „In Berlin legten über den Tag etwa 3500 Mitarbeiter in der Hauptverwaltung und drei Heizkraftwerken die Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher sagte. Gut 3000 Teilnehmer kamen nach Angaben der IG Metall zu einer Kundgebung in Hamburg. An anderen Standorten in Ostdeutschland traten laut IG BCE mehr als 2000 Mitarbeiter in den Ausstand. Vor der Einfahrt ins Kraftwerk Jänschwalde in Brandenburg hielten Beschäftigte vorübergehend einen Kohlezug auf. Andere blockierten ein Werkstor des Kraftwerks Boxberg in Sachsen.“

Heute sollen die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden.

Die IG Metall Küster hat gestern die folgende Pressemeldung veröffentlicht:

Warnstreik bei Vattenfall in Hamburg: Über 3000 Beschäftigte demonstrieren gegen massiven Personalabbau und für 6,5 Prozent mehr Geld

Hamburg, 19.3.2013. Mehr als 3000 Vattenfall-Beschäftigte beteiligten sich heute in Hamburg an einem Warnstreik. Sie gingen für ihre Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen und gegen den vom Unternehmen angekündigten Stellenabbau auf die Straße. „Wer mitten in den Verhandlungen über eine Beschäftigungssicherung die Streichung von hunderten Stellen verkündet, muss sich über eine Eskalation des Konflikts nicht wundern“, sagte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, auf der Kundgebung vor dem Vattenfall-Verwaltungsgebäude in der City Nord. „Kommen Sie zur Vernunft und lassen Sie uns in den Verhandlungen morgen ein Ergebnis vereinbaren, das für Beschäftigte wie Unternehmen Sicherheit und Verlässlichkeit bedeutet“, forderte Rainer Kruppa, Konzernbetriebsratsvorsitzender von Vattenfall, die Arbeitgeberseite auf.

IG BCE, Ver.di und IG Metall haben sich bei Vattenfall zu einer Tarifgemeinschaft zusammengeschlossen. Die Gewerkschaften fordern den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 2020, eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von 12 Monaten und die Sicherung der aktuellen Ausbildungszahlen bis 2020 und die  unbefristete Übernahme der Auszubildenden. Zwei Tarifverhandlungen für rund 15.000 Beschäftigte des Vattenfall-Konzerns in Deutschland sind ergebnislos geblieben. Die dritte Tarifverhandlung findet morgen statt.

Ansprechpartner für die Medien:

Ina Morgenroth, IG Metall Region Hamburg,

Vattenfall sperrt 20.000 Berliner Haushalten den Stromanschluss

Berlin-Banner130x130g„Vattenfall stellte letztes Jahr fast 20.000 Berliner Haushalten den Strom ab. 1,8 Millionen mal mahnte Vattenfall fällige Rechnungen an. Dies ergab eine kleine Anfrage der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus“. Das teilt der Berliner Energietisch heute in einer Pressemitteilung mit. In Berlin läuft derzeit noch bis Juni 2013 das Volksbegehren für die Rekommunalisierung des Stromnetzes, dass derzeit noch von Vattenfall betrieben wird. Außerdem sollen in Berlin neue Stadtwerke gegründet werden. Vattenfall ist derzeit schwer angeschlagen. „Vattenfall sperrt 20.000 Berliner Haushalten den Stromanschluss“ weiterlesen

Bundesregierung gegen Energiewende und Arbeitsplätze

Windrad_Mallorca2013Die Politik der Bundesregierung führt immer mehr zu einer Blockade bei der Energiewende. Die Vorschläge aus Regierungskreisen, das Erneuerbare-Energien-Gesetz im Bereich der onshore Windenergie zu ändern, führen laut Meldungen aus der Branche immer mehr zur Verunsicherung bei Investoren. Das könne nicht nur negative Folgen beim Ausbau der Windenergie haben, sondern auch Arbeitsplätze gefährden.

„Der Bundesumweltminister gefährdet eine ganze Branche aufgrund nicht nachvollziehbarer und intransparenter Berechnungen“, griff der Vizepräsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), Andreas Jesse, Peter Altmaier an. Und weiter: „Die Bundesregierung gefährdet mit ihren geplanten Änderungen am Erneuerbare-Energiengesetz Milliarden-Investitionen und rund 100.000 Arbeitsplätze in Deutschland. Bereits jetzt sind Investoren stark verunsichert. Der Ausbau der Windenergie ist bereits völlig ins Stocken gekommen.“

Auf Telepolis berichtet Wolfgang Romrehm über ein Pressegespräch von Vertretern der Windenergiebranche. Dort wurde auch ein Modell für die künftige Vergütung von Windstrom vorgestellt: „Der BWE hat einige Vorschläge entwickelt, mit denen bei der Onshore-Wind-Vergütung nach seinen Berechnungen 60 bis 70 Millionen Euro jährlich gespart werden könnten, ohne dass der Ausbau gefährdet würde.

Unter anderem wird ein Modell vorgeschlagen, dass die Vergütung von Windstrom je nach Qualität des Standorts stark differenzieren würde. An den besten Standorten gebe es dann pro Kilowattstunde nur noch 5,9 Cent pro Kilowattstunde, an den schlechtesten hingegen 9,6 Cent. Das würde die Anreize für den Ausbau im Binnenland in Nähe zu den Verbrauchern sogar noch stärken und Dezentralisierung vorantreiben.“

Siehe Telepolis.

Radio Schweden: „Vattenfall lässt liberianische Bauern im Stich“

vattenfall-01Wo Vattenfall auftaucht gibt es Probleme: „Der staatliche Energiekonzern Vattenfall steht nach verfehlten Bioenergie-Investitionen im westafrikanischen Liberia unter Druck. Gemeinsam mit dem ebenfalls staatlichen Entwicklungsunternehmen Swedfund sollen die Schweden die Hauptverantwortung beim Scheitern eines großangelegten Entwicklungsprojekts tragen. Leidtragende sind die liberianischen Bauern, zeigt ein neuer Untersuchungsbericht“, berichtet Radio Schweden gestern auf seiner Homepage.

UPDATE 4. April: Die taz berichtet über den Konflikt um das Vattenfall-Geschäft in Liberia und die Folgen für die dortigen Bauern. Siehe hier.

Vattenfall will mit dem Einsatz von Biomasse seine extrem hohen CO2-Emissionen senken, z.B. in dem diese Biomasse in Kohlekraftwerken zugefeuert wird. In Liberia, einem der ärmsten Länder der Welt, wollte Vattenfall zu diesem Zweck im großen Stil einsteigen.

Doch nur zwei Jahre nach dem Start Mitte 2010 ist das Projekt auch schon zu Ende. Radio Schweden schreibt: „Vattenfall selbst war ursprünglich mit 30 Millionen Euro in das Projekt eingestiegen und hat letztlich laut dem Untersuchungsbericht einen Verlust von umgerechnet mehr als 150 Millionen Euro erlitten. Nach Aussage von Vattenfall habe die Infrastruktur vor Ort, sowie die Ausrüstung und Organisation in Liberia nicht den Erwartungen entsprochen.“

Den Schaden tragen jetzt die ohnehin schon armen Bauern, berichtet Radio Schweden auf Basis des genannten Berichts. Den vollständigen Artikel mit detaillierten Informationen gibt es hier.

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