Lesen ohne Atomtrom 2015 – ohne Vattenfall

lesen_logo10.04.2011_025Während Vattenfall längst die Segel gestrichen hat, bleibt „Lesen ohne Atomstrom“ aktiv. Auch in 2015 setzen die Initiatoren ihre Aktion fort, die mit Günther Grass und Nina Hagen vor den Toren des AKW Krümmel als Gegenveranstaltung gegen das Vattenfall-Literatur-Hijacking im Jahr 2011 begann. Informationen über das aktuelle Programm gibt es hier.

09.04.11_00410.04.2011_045Über die Alternativen Lesetage, die Vattenfall gewaltig genervt haben, berichtete umweltFAIRaendern: Lesen ohne Atomstrom und die HEW-Lesetage.

Lesen gegen Vattenfall – Die HEW-Lesetage 2014

Auch 2014 bekommt Vattenfall was gelesen.
Auch 2014 bekommt Vattenfall was gelesen.

Auch wenn Vattenfall in Hamburg nach und nach die Segel streicht und seine eigenen Lesetage inzwischen als Sponsor aus dem Programm genommen hat: Der literarische Widerstand gegen den schwedischen Klimakiller- und Atom-Konzern geht in Hamburg weiter. Jetzt steht das Programm für die Anti-Vattenfall-Lesetage des Hamburger Energie Wechsel (HEW) 2014. Insgesamt 25 Veranstaltungen werden vom 13. bis 17. April stattfinden. Organisiert von einem Bündnis rund um die Edition Nautilus, die GWA St-Pauli und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaften (GEW), unterstützt u.a. von ROBIN WOOD, der Kampnagel-Fabrik und vielen anderen. Mit im Programm ist auch ein Leseangebot für Schulen. Die AutorInnen der Lese-Reihe kommen auf Wunsch und Anfrage auch zu Lesungen und Workshops in die  Schulen. Weitere Informationen dazu gibt es hier: Schulleseangebot.

Das vollständige Programm gibt es hier als PDF, hier ist das Plakat (PDF). Weitere Informationen und wo man die Flyer auch zum Weiter-Verteilen bekommt, erfährt man unter dieser Mailadresse: hanna (at) edition-nautilus.de.

Auch die Reihe „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ geht 2014 wieder an den Start. Mehr dazu folgt…

Vattenfall jetzt ohne Kultur – Ausgelesen: Günther Grass findet das gut

lesen_logoVattenfall bereitet Schritt für Schritt seinen Rückzug aus Deutschland vor. Vor wenigen hewlesetageTagen hatte der Konzern nun angekündigt, dass eines seiner Prestige-Projekte eingestellt wird: Die Vattenfall-Lesetage sind Geschichte. Gegen dieses Greenwashing des Konzerns hatte es in den letzten Jahren gleich drei literarische Gegen-Projekte gegeben, die mit unterschiedlichen Konzepten dem Konzern auf die Füße traten. Mit einer Anzeige (PDF) in der Hamburger Morgenpost am 15. Oktober reagieren jetzt zahlreiche AutorInnen gegen die Behauptung der Hamburger Kultursenatorin, dass Vattenfall „einen bedeutenden Beitrag zu Hamburgs Kultur geleistet“ hat „der (…) nicht ersetzbar“ sei.

Einer der Höhepunkte dieser Veranstaltungen war ganz sicher die Lesung mit dem Nobelpreisträger Günther Grass vor den Toren des Vattenfall-Schrottreaktors Krümmel 2011. Günther Grass und zahlreiche andere AutorInnen, die sich an dem Projekt „Lesen ohne Atomstrom – die erneuerbaren Lesetage“ beteiligt hatten, haben aktuell auf das Ende des Kultur-Sponserings von Vattenfall reagiert: „Vor und nach dem Vatten-Fall“, so Günther Grass, „gab und gibt es Literatur“. Und Konstantin Wecker erklärt: „Ich finde es großartig, dass der Kulturstadt Hamburg der Kulturmissbrauch durch die Atomindustrie ab jetzt erspart bleibt.“ Weitere Statements u.a. von Frank Schätzing, Henning Venske, Nina Hagen und vielen anderen auf der Homepage von „Lesen ohne Atomstrom„.

Auch die „HEW-Lesetage“ begrüßen das Aus der Vattenfall-Lesetage und haben angekündigt, 2014 wiederum Literaturtage für die Energiewende durchzuführen. Ebenso positiv hat das Projekt „Lesetage selber machen“ auf die Ankündigung von Vattenfall reagiert.

Zum Tode Lutz Schulenburgs: Ein radikaler Optimist

Layout 1„Er war wie sein Nautilus-Verlag – undogmatisch, radikal, libertär, neugierig. Mit Lutz Schulenburg ist ein Verleger gestorben, der zu einer seltenen Spezies gehörte: Er machte Bücher, weil er die Gesellschaft verändern wollte.“ So schreibt Christopf Twickel auf Spiegel Online zum Tod von Lutz Schulenberg. Noch bis vor wenigen Tagen war Lutz mit den HEW-Lesetagen und seinem Verlag aktiv dabei, um Widerstand gegen den Atomkonzern Vattenfall zu leisten. (HEW-Lesetage)

Auf der Seite des Nautilus-Verlag :»Was suchst du Ruhe, wenn du zur Unruhe geboren bist.« (Thomas von Kempen)

Wir trauern um Lutz Schulenburg, der am 1. Mai 2013 nach kurzer schwerer Krankheit verstorben ist. Seit nahezu vierzig Jahren war Lutz Schulenburg als Verleger der Edition Nautilus eine feste, wenn auch subversive Größe in der Verlagswelt. Er wird fehlen.

Am 21. April 1953 in der Hamburger Vorstadt Bergedorf als zweites von drei Kindern geboren und in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, war er bereits mit 14 Jahren aktiv in der örtlichen sozialistischen Schüler- und APO-Gruppe. Die Schule brach er ab, ebenso eine Lehre als Dekorateur – doch seit der Lehrzeit ist er aktiv in der anarchistischen Bewegung, was ihm sogar einen Ausschluss aus der Gewerkschaft eintrug und ihn in der nach-68er-Zeit mit Pierre Gallissaires zusammenbrachte, mit dem er 1971 die anarchistische Theorie-Zeitschrift MAD (später umbenannt in Revolte!) gründete. Es folgte eine zweite, inoffizielle Lehrzeit, diesmal in Sachen Verlagsbuchhandel, beim Spartacus Buchvertrieb im Keller unter dem Abaton-Kino in Hamburg. 1972 begann das Trio Schulenburg, Gallissaires und Hanna Mittelstädt mit der Buchproduktion, am 1. April 1974 wurde ein Gewerbeschein beantragt für den MAD-Verlag, der 1976 aus juristischen Gründen in Edition Nautilus umbenannt wurde.

Als Verleger bewies er immer wieder das richtige Gespür für besondere Buchperlen. Die Crew der Nautilus wird nun in seinem Sinne weiter beweglich durch das Büchermeer kreuzen.

Nachrufe von Freunden und Kollegen:

Edition Nautilus auf Facebook am 2.5.2013

Hajo Steinert im Deutschlandfunk am 2.5.2013

Theodor Marloth auf Jasminrevolution am 2.5.2013

Schattenblick am 2.5.2013

Rainer Nitsche im Börsenblatt am 3.5.2013

Jochen Schimmang in der taz am 3.5.2013

Christoph Twickel auf Spiegel Online am 3.5.2013

Sabine Vogel in der Frankfurter Rundschau am 3.5.2013

Gerald Grüneklee auf Systempunkte am 3.5.2013

Tobias Gohlis im CULTurMAG am 4.5.2013

Jürgen Schneider in der jungen Welt am 4.5.2013

Raimund Samsun, Blog

Anares Buchvertrieb auf scharf-links

 

Medien und Konzerne: Vattenfall und der NDR

Vattenfall_AKW_Kruemmel_09-2012-23Für viel Streit und ein parlamentarisches Nachspiel haben erneut die sogenannten Vattenfall-Lesetage gesorgt. Mit den „HEW-Lesetagen“ und „Lesen ohne Atomstrom“ versuchen gleich zwei Gegenveranstaltungen dem Stromkonzern das Greenwashing zu verhageln. Während der Hamburger Senat Vattenfall unterstützt und die Kultursenatorin die „Schirmherrschaft“ übernommen hat, spielen aber auch die Hamburger Medien eine große Rolle. Z.B. ist das Hamburger Abendblatt Medienpartner von Vattenfall.

Auf www.ossietzky.net nimmt sich Rolf Gössner der Problematik an. Er widmet sich der Zusammenarbeit des NDR mit Vattenfall. Offiziell hatte der NDR im letzten Jahr nach massiven Protesten die Zusammenarbeit mit dem Konzern als Medienpartner eingestellt. Offiziell, so Gössner, sei die Kooperation beendet: “ Doch im Stillen machen die Nordfunker weiter was sie können – zugunsten der Atomstromer“. Der ganze Artikel unter dem Titel: „Der Atomkonzern und sein Nordfunk“  ist hier zu finden.

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