Vattenfalls Rückzug aus Deutschland ist im vollen Gange. Das Hamburger Stromnetz gehört inzwischen der Stadt Hamburg, bald wird die Fernwärme folgen (siehe hier). Auch die von Vattenfall betriebenen Müllverbrennungsanlagen sollen an die Stadt Hamburg verkauft werden. In Berlin dürfte der Konzern seine Netzbeteiligungen wohl ebenfalls verlieren. Außerdem steht der Verkauf der Braunkohlesparte in der Lausitz auf dem Plan. Da ist es eher eine Randnotiz, dass Vattenfall nun seine Service-Geschäfte verkauft hat. Betroffen sind 500 MitarbeiterInnen. Darüber informiert der Konzern hier. Eine Zusammenfassung von dpa findet sich z.B. bei der Wirtschafts-Woche.
Vattenfall verkauft seine Facility Services Tochtergesellschaften an die ISS Facility Services GmbH und schließt einen langfristigen Dienstleistungsvertrag
Vattenfall verkauft seine Facility Services Tochtergesellschaften an die ISS Facility Services GmbH
Vattenfall hat sich entschlossen seine operativen Facility Services Tochtergesellschaften VSG GmbH (einschließlich ihrer Beteiligung an der TEGEMA GmbH) sowie die Hanuman FO GmbH mit insgesamtüber 500 Mitarbeitern an die ISS Facility Services GmbH zu verkaufen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Transaktion soll zum 01.01.2015 abgeschlossen sein.
Als integraler Bestandteil der Veräußerung wurde mit dem neuen Eigentümer ein langfristiger, über fünf Jahre laufender Servicevertrag über Facility Operations-Dienstleitungen abgeschlossen.
Der Servicevertrag umfasst die Bereiche Gebäudemanagement, Kantinenbewirtschaftung, Fuhrpark und Transport, Sicherheit und Empfang, Reinigung, Außenflächen, Dokumentenmanagement sowie unterstützende Leistungen im gesamten Energie- und Kraftwerks- sowie im allgemeinen Dienstleitungsbereich. Die veräußerten Gesellschaften erbringen ihre Leistungen überwiegend für den Vattenfall Konzern.
Tuomo Hatakka, Head der Business-Region Continental/UK und Deutschland Chef von Vattenfall: „Mit dem Verkauf der Facility Management Tochtergesellschaften setzt Vattenfall ein Konsolidierungsprogramm als Reaktion auf die schwierigen Marktbedingungen in der Energiebranche konsequent fort. Unser Ziel ist es, allen ehemaligen Vattenfall-Mitarbeitern dabei ein Höchstmaß an Sicherheit zu bieten und den Gesellschaften zu ermöglichen, mit einem neuen Gesellschafter in den nächsten Jahren konsequent Wachstumschancen zu nutzen.“
Alexander Granderath von ISS: „Wir freuen uns, dass Vattenfall uns das Vertrauen entgegen bringt, den Vattenfall Facility Services Bereich im gemeinsamen Sinne weiter zu entwickeln. Mit dem gewonnenen Servicevertrag und den neuen Mitarbeitern wollen wir unsere Marktposition in Deutschland weiter ausbauen und sind überzeugt, unseren neuen Kollegen eine gute neue Heimat bieten zu können. Daran lassen wir uns messen.“
Die ISS Facility Services GmbH ist eine 100%ige Tochter der dänischen ISS Global A/S. Die ISS Global A/S wurde 1901 in Kopenhagen gegründet und ist zu einem der weltweit führenden Facility Services Unternehmen mit einem Umsatz von 10,52 Mrd. Euro im Jahr 2013 gewachsen. Heute hat sie weltweit mehr als 520 000 Mitarbeiter.
Ihr Ansprechpartner für weitere Informationen:
Stefan Müller, Vattenfall GmbH, Leiter Media Relations Germany
Zehn Jahre campact. Zehn Jahre immer größere und oft extrem druckvolle Kampagnen für Gerechtigkeit, gegen Atomenergie und für Klimaschutz und Demokratie. Dieses Wochenende feiert die in Verden an der Aller aufgewachsene junge Organisation mit vielen Menschen in Berlin, mit Gala, Kongreß und Party. Zurecht, campact hat viel bewegt, viele Menschen mobilisiert, Regierungen und Unternehmen in die Enge getrieben und nicht zuletzt hat CAMPagne und ACTion das Internet als politische Handlungsplattform mit der realen Welt verbunden. Auch von hier aus also die herzlichsten Glückwünsche und viele (gemeinsame) Kampagnen und Erfolge in der Zukunft!
Vor wenigen Tagen haben die Klimaretter das neue Jahrbuch Ökologie 2015 vorgestellt. „Re-Naturierung“ ist es betitelt und diskutiert mit zahlreichen AutorInnen ein wichtiges Fundament der Umweltpolitik, genauer: Das Naturverständnis. Wie geht das mit immer mehr Naturzerstörung und der Sehnsucht nach einer heilen – unberührten und wilden Natur? (Leider liegt mir das Jahrbuch nicht vor, hier ist die Inhaltsangabe mit Links auf jeweils die erste Seite der zahlreichen Aufsätze. Insofern ist das folgende keine Auseinandersetzung mit den dort veröffentlichten Texten, sondern nur eine Diskussion des Themas aus Anlass der Veröffentlichung.)
Das IÖW fasst das Jahrbuch so zusammen: „Was verstehen wir unter Natur? Dieser Frage geht der erste Teil des Buches nach und widmet sich Ideen zu einem grundlegenden Naturverständnis. Dass Renaturierung schon heute vielfältig stattfindet, zeigt der zweite Teil“Und: „Besonders wichtig ist Renaturierung auch, da sich Mensch und Gesellschaft stark von der Natur entfremdet haben. Dies zeigt der dritte Teil des Buchs: Global schreitet der Raubbau an Wäldern voran, Böden werden zerstört, die Natur wird bedrängt. Der vierte Teil des Buches zeigt ungelöste Konflikte im Mensch-Natur-Verhältnis…“
Außerdem wird dort betont: „Das Buch mag vielleicht noch nicht eine allseits befriedigende Definition des Begriffs „Renaturierung“ gefunden haben, so die Herausgeber selbstkritisch im Vorwort des Buches. Es legt jedoch das Potenzial der Idee offen und regt zum mitmachen an. Und wie immer enthält es die traditionelle Rubrik „Vordenker und Vorreiter“ und stellt ausgewählte Umweltinstitutionen vor.“
Dabei beziehen sich viele der Artikel auf sehr praktische Erscheinungen im Umwelt- und Naturbereich, sei es in den Städten, in der Landwirtschaft und anderen Lebensräumen.
Sandra Pietz schreibt bei den Klimarettern: „Die Sehnsucht nach unberührter Natur nimmt just in der Zeit zu, in der wirkliche Wildnis zur Seltenheit geworden ist. Die Naturzerstörung ist zu einem strukturellem Problem geworden, das die Menschheit zunehmend bedroht und uns das Mensch-Natur-Verhältnis neu hinterfragen lässt. Eine Re-Naturierung scheint immer wichtiger zu werden. Doch was können wir darunter verstehen? Wer oder was soll re-naturiert werden?
Dass es mit der Wiederherstellung naturnaher Lebensräume nicht getan ist und dass diese Vorstellung sogar „große Chancen für die Gesellschaft“ verbaut, darüber waren sich die Herausgeber des Jahrbuchs Ökologie 2015 einig. Auf 260 Seiten weist das Sachbuch auf diese verkürzte Sichtweise hin und sogleich darüber hinaus. Autoren aus verschiedenen Fachrichtungen und Perspektiven kommen zu Wort.“
Man muss kein Indianer sein, um zu verstehen, dass es eines besonderen Naturverständnisses bedarf, um mit der Welt so umzugehen, wie es die westlichen Gesellschaften nunmehr seit Hunderten von Jahren betreiben und sicherlich müsste man auch den Einfluss des Christentums auf diese Einstellung betrachten.
Natur als etwas dem Menschen äußeres, als Gegensatz zu Kultur, so ließe sich das vielleicht auf einen Punkt bringen, was Kern der katastrophalen Folgen menschlichen – industriell-kapitalistischen – Umgehens mit der Welt bestimmt. Pietz: „Unsere neuzeitliche – westliche – Kultur beruht im Wesentlichen auf der Abkehr von der „bedrohlichen und wilden“ Natur. Erst im Kontrast zu dieser Wildnis konnte sich die aufgeklärte Kultur definieren. Doch es wird immer offensichtlicher, dass die Lossagung von einer uns entgegenstehenden Natur zu ihrer grenzenlosen Ausbeutung und Zerstörung führt.“
Wenn man so will: Erst durch diese „Lossagung“, durch die Abtrennung des Menschen von der Natur, ließen sich Rohstoffe ausbeuten und Zerstörung auf der einen Seite und die Anhäufung von Reichtum (Waren, Kapital, Kultur) auf der anderen betreiben. Heute diskutieren und fordern wir das oft mit der „Internalisierung externer Kosten“. Das ist richtig und notwendig, dennoch reicht es nicht weit genug, weil es Umwelt weiterhin als „extern“, als immer noch irgendwie äußerlich definiert, Luft, Wasser etc. z.B. zu einer Ware macht.
Es lohnt sich durchaus über die Grundverhältnisse zu diskutieren, den Naturbegriff genauer unter die Lupe zu nehmen und sich dabei natürlich (!) auch mit dem Menschenbild auseinanderzusetzen. Die von Sandra Pietz geschriebene Aufspaltung von wilder Natur auf der einen Seite und Kultur auf der anderen, erinnert ja durchaus an z.B. Thomas Hobbes, der die Herleitung des modernen Staates (Der Leviathan) aus einer Gleichheit aller in Verbindung mit einem „Krieg aller gegen alle“ als Urzustand der menschlichen Natur betreibt. Nur durch die dem Menschen ebenfalls innewohnende Vernunft kann dieser Zustand überwunden werden, indem sie zu einem Gesellschaftsvertrag führt, in dem ein quasi Dritter das Gewaltmonopol zur Sicherung des Eigentums übertragen bekommt. (Siehe hier auf leftvision, keine Angabe über den Autor: Das Menschenbild und der Naturzustand in der Staatstheorie des Thomas Hobbes)
Setzungen wie diese von Thomas Hobbes – und vielen anderen – führen dazu, dass auf der Grundlage dieser Menschen- und Naturbilder im weiteren geschichtlichen Verlauf ein Rechtssystem als Rahmen der industriellen kapitalistischen Entwicklung entwickelt wird, in dem dieses eine unglaubliche Wirkmacht entfalten konnte und tief in staatliche und gesellschaftliche Realität und Normierung eingegraben ist.
Zum Jahrbuch Ökologie 2015 schreibt Pietz weiter: „Die Art und Weise, wie wir die Natur betrachten und ins Verhältnis zu uns setzen, hat enormen Einfluss auf unser Verhalten – und steht im Vordergrund des ersten Buchteils. Autoren wie Michael Succow oder Klaus Michael Meyer-Abich widmen sich dem Begriff „Natur“ und der Frage, wie sich unser Naturverständnis auf die Art und Weise unseres Umgangs mit dem Natürlichen ausgewirkt hat und auswirkt.“
Aber auch an anderer Stelle wird das offenbar angesprochen, jedenfalls scheint das so, wenn man die erste Seite des Beitrags von Michael Müller & Kai Niebert, beide von den Naturfreunden, sieht. Die widmen sich dort der „Ökologie als Anker politischer Entscheidungen“ und schreiben: „Seit mehr als 40 Jahren wissen viele, dass mit der Überlastung der natürlichen Senken, der Ausplünderung der Ressourcen und der Zerstörung der Biodiversität Grenzen des Wachstums überschritten worden sind. Nur wenige aber wissen, dass es einen engen Zusammenhang zwischen der Ausgrenzung der Natur und dem Aufstieg des Kapitalismus gibt. Um Nachhaltigkeit zu verwirklichen, bedarfes einer Wirtschaftsordnung, die von der Ökologie ausgeht – und die Natur in die Ökonomie zurückholt.“
Den Rest muss man sich kaufen: Jahrbuch Ökologie 2015, Udo E. Simonis, Heike Leitschuh, Gerd Michelsen, Jörg Sommer, Ernst Ulrich von Weizsäcker (Hrsg.): Jahrbuch Ökologie 2015. Re-Naturierung. Gesellschaft im Einklang mit der Natur S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2014, 256 Seiten, 33 Abb. s/w , kartoniert, 21,90 Euro ISBN 978-3-7776-2455-6, www.jahrbuch-oekologie.de
Es war nur ein Satz, wie nebenbei. Die taz schrieb eigentlich von dem SPD-Parteitag in Hamburg, auf dem die Kandidaten für die kommende Bürgerschaftswahl im Februar 2015 gekürt wurden. Scholz wolle weiter „ordentlich regieren“, schrieb die taz – ohne zu erwähnen wie ordentlich ihm der Volksentscheid Unser Hamburg – Unser Netz in die Quere gekommen war oder er völlig durchgeknallte „Gefahrengebiete“ zuließ oder diese saudumme Olympia-Bewerbung auf Zuruf durch die Handelskammer an den Start brachte. Oder wie war das jetzt noch mit den Lampedusa-Flüchtlingen?
Ach, jetzt versabbel ich mich. Von Scholz wollte ich gar nicht reden. Sondern von diesem Satz: „…. und Umweltsenatorin Jutta Blankau scheiden aus dem Senat aus, egal, wie die Wahl ausgeht.“ http://www.taz.de/!148787/. Kann das sein?
Die amtierende Umweltsenatorin ist im neuen Senat nicht mehr dabei? Die umtriebige und versierte Umweltpolitikerin und ehemalige Chefin der IG Metall Küste soll womöglich nicht weiter kämpfen können, obwohl sie es beinahe geschafft hätte, dass Hamburg wegen seiner schlechten Luft und Nicht-Einhaltung von Schadstoff-Grenzwerten nicht von einem Hamburger Gericht verurteilt worden wäre? Elbvertiefung – ok, ging jetzt auch nicht so direkt reibungslos, war aber ja nur am Rande ihr Thema. Erinnert sei aber unbedingt an ihr Engagement in Sachen Anti-Rekommunalisierung der Energienetze. Auch hier scheiterte sie nur ganz knapp am Volk, das es irgendwie nicht mehr länger mit Vattenfall und E.on machen wollte. Na gut, dann war da noch irgendwas im Bereich Wohnungsbau (Basse) – aber das ist ja nicht so wirklich Umweltpolitik.
Dass die Umweltverbände die tolle Geschichte mit der Umwelthauptstadt so nervig zerredet haben, da konnte sie ja auch nichts für. Man muss einfach mal die Erfolge sehen. Z.B. hat sie jetzt die Konzession für den Stromnetzbetrieb für die nächsten 20 Jahre an die inzwischen wieder kommunalen Netze übergeben. Ok, sie wollte die eigentlich lieber Vattenfall lassen. Na ja, vielleicht ist es ein kleiner Fehler, wenn man die PM zu dieser Geschichte liest. Da heißt es in der PM „Stromverteilung bleibt in städtischer Hand“ und „Stromnetz Hamburg erhält erneut den Konzessionsvertrag für Strom in Hamburg.“ Einmal taucht sogar das Wort „Volksentscheid“ auf. Da will man nicht nörgeln, dass sie irgendwie in der PM vergisst, was das Abendblatt in Erinnerung ruft: „Jahrelange Streitigkeiten und Gerichtsverfahren waren von manchen Beobachtern vor dem Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze prophezeit worden.“
Ach, es gäbe noch so viel zu schreiben.
Aber das alles sollte nun vorbei sein? Liebe taz, ist es wirklich wahr, was ihr da schreibt? Oder kann jemand anderes zur Aufklärung beitragen? Vielleicht jemand von den Grünen?
Vattenfall in der Krise: So zerfressen wie die Atommüllfässer in Brunsbüttel. Foto: Energieministerium SH
Vattenfall systemrelevant? Der Bundeswirtschaftsminister macht den Ausverkauf von Vattenfall jetzt zur Chefsache. In einem Papier an den schwedischen Regierungschef fordert Sigmar Gabriel laut Handelsblatt, dass Vattenfall durch den Verkauf nicht zerschlagen werden dürfe. Bezogen auf die Braunkohle in der Lausitz soll damit die Einheit von Stromerzeugung und Braunkohletagebau gemeint sein. „„Eine Zerschlagung dieses Verbunds würde die Sicherung der Beschäftigung und der Zukunftsfähigkeit der Unternehmensbestandteile ebenso gefährden wie überzogene Preisvorstellungen.“ Er warnte, Fehlinvestitionen des Vattenfall-Managements in anderen Ländern dürften nicht auf dem Rücken der Arbeitnehmer und Stromkunden in Deutschland abgeladen werden.“
Vattenfall hat angekündigt, seinen Rückzug aus dem Deutschland-Geschäft weiter fortzusetzen und hat nun den Verkauf der Braunkohlesparte in der Lausitz auf die Tagesordnung gesetzt. Ein solcher Verkauf dürfte nicht einfach zu bewerkstelligen sein. Während Vattenfall einen Verkaufserlös von etwa drei Milliarden Euro erwartet, könnten tatsächliche Angebote deutlich niedriger liegen.
Die wichtigere Frage aber dürfte zur Zeit sein, wer eigentlich für einen Kauf in Frage kommt. RWE hat laut Medienberichten kein Interesse – oder kein Geld, eine solche Übernahme zu stemmen. Das Unternehmen ist aufgrund seiner völlig verfehlten Energiestrategie schwer angeschlagen. Reuters schrieb vor einigen Tagen: „Zwei mit der Strategie von Vattenfall vertraute Personen nannten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Finanzinvestoren wie KKK, Blackstone und CVC[CVC.UL] als mögliche Interessenten. Auch die tschechischen Versorger EPH und CEZ könnten ein Auge auf die Geschäfte werfen. Den Wert schätzten sie auf zwei bis drei Milliarden Euro.“
Das Handelsblatt dazu: „Bislang hat allerdings lediglich EPH Interesse an den Deutschland-Geschäften von Vattenfall angemeldet. EPH gehört bereits die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag). Ein Kauf durch deutsche Energieriesen ist derweil unwahrscheinlich, legen diese doch gerade reihenweise Kohlekraftwerke still und bauen stattdessen ihr Ökostromgeschäft aus.“
Es dürfte aber wenig wahrscheinlich sein, dass die Braunkohle in der Lausitz von Vattenfall einfach an ein tschechisches Unternehmen wechselt. Mindestens seit einem Jahr bereitet sich auch die Landesregierung in Brandenburg auf den Ausverkauf bei Vattenfall vor und hat dazu im Stillen eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Erst vor wenigen Tagen sagte der alte und neue Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Gabriels Parteikollege zu einer möglichen Kaufabsicht durch das Land Brandenburg: „Das wird eine Frage sein, die man prüfen muss, wenn entsprechende Verkaufsabsichten detaillierter dargelegt werden.”
Nun mischt sich also der Bundeswirtschaftsminister in die Verkaufsgespräche ein und ergänzt damit die Aktivitäten des Bundeslandes Brandenburg. Klar ist die Braunkohle in der Lausitz und die Stromversorgung von übergeordneter Bedeutung. Da geht es nicht nur – aber auch – um die Sicherung der rund 8.000 Arbeitsplätze in der Lausitz, sondern auch um den Umbau der Energieversorgung, um mehr Klimaschutz, um Strompreise, um die langfristige Sanierung der durch den Braunkohletagebau angerichteten Umweltschäden und auch um den strukturellen Umbau der Lausitz. Das könnte man also auch in neudeutsch als in gewissem Maße „systemrelevant“ bezeichnen.