AKW Brokdorf beantragt Änderungen für das Standort-Atommülllager

Im Bundesanzeiger ist die Bekanntmachung über eine Änderung für das Atommüllzwischenlager am AKW Brokodorf erfolgt.
Darin erfolgt die Feststellung, dass der Einsatz einer modifizierten Ausführungsform des Transport- und Lagerbehälters CASTOR® V/19 keiner Umweltverträglichkeitsprüfung zu unterziehen ist.

Bundesamt für Strahlenschutz

Bekanntmachung über eine Feststellung gemäß § 3a des Gesetzes über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) Standort-Zwischenlager Brokdorf (Ergebnis der Allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls gemäß § 3c) – Vom 21. Juni 2012

Die E.ON Kernkraft GmbH hat beim Bundesamt für Strahlenschutz für das Standort-Zwischenlager in Brokdorf folgende Sachverhalte zur Änderung der Aufbewahrungsgenehmigung vom 28. November 2003 in der Fassung der 1. Änderungs­genehmigung vom 24. Mai 2007 beantragt:

1. die Aufrüstung der Krananlage 20 UQ 01 mit Schreiben vom 18. Dezember 2009,
2. den Einsatz einer modifizierten Ausführungsform des Transport- und Lagerbehälters CASTOR® V/19 mit Schreiben vom 29. Juli 2008 sowie zusätzliche Beladevarianten und Behälterinventare mit Schreiben vom 30. Juli 2008.

Im Rahmen der gemäß § 6 Absatz 1 Satz 2 des Atomgesetzes durchzuführenden Genehmigungsverfahren war gemäß § 3e Absatz 1 Nummer 2 in Verbindung mit § 3c UVPG in der Fassung der Bekanntmachung vom 24. Februar 2010 (BGBl. I S. 94), zuletzt geändert durch Artikel 5 Absatz 15 des Gesetzes vom 24. Februar 2012 (BGBl. I S. 212), durch allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls zu ermitteln, ob die jeweilige Vorhabensänderung erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen haben kann, die nach § 12 UVPG zu berücksichtigen wären. In die für die jeweilige Vorhabensänderung getrennt durchgeführte Vorprüfung wurden auch die früheren Änderungen der Aufbewahrungsgenehmigung sowie die parallel beantragten Sachverhalte für das Standort-Zwischenlager Brokdorf einbezogen.

Die jeweils aufgrund überschlägiger Prüfung unter Berücksichtigung der Kriterien in Anlage 2 zum UVP-Gesetz durchgeführten Vorprüfungen des Einzelfalls haben ­ergeben, dass keine Verpflichtung zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung besteht. Weder durch die Umrüstung der Krananlage noch durch den Einsatz von modifizierten Behältern der Bauart CASTOR® V/19 einschließlich zusätz­licher Beladevarianten und Behälterinventare sind im Standort-Zwischenlager Brokdorf erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen zu erwarten. Dies gilt sowohl für jede Vorhabensänderung allein als auch unter Berücksichtigung der parallelen Vorhabensänderungen sowie der früheren Änderungen.

Gemäß § 3a UVPG ist diese Feststellung nicht selbständig anfechtbar.

Salzgitter, den 21. Juni 2012

Bundesamt für Strahlenschutz

Im Auftrag
Pautzke

Atomkonzern RWE streicht tausende Arbeitsplätze

Medienberichten zu Folge werden nun auch viele tausend Arbeitsplätze beim Atomkonzern RWE wegrationalisiert. RWE hatte bereits vor einiger Zeit angekündigt, dass in Zukunft rund 8.000 Stellen gestrichen werden sollen. Nun wird berichtet, dass bis zu 5.000 weitere MitarbeiterInnen ihren Arbeitsplatz verlieren könnten.

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert Verdi-Sprecher Christoph Schmitz:  „Es gibt die Ankündigung von RWE, dass weitere 2000 bis 5000 Stellen abgebaut werden sollen“. Diese Arbeitsplätze würden laut Schmitz zusätzlich zu den bereits angekündigten 8.000 künftig wegfallen. Reuters zitiert in dem Artikel auch eine „mit der Angelenheit vertraute Person“ aus dem Konzern, wonach die Größenordnung der zusätzlichen Streichungen eher bei 2000 Jobs liegen sollen. Im August will der Vorstand eine Entscheidung treffen.

Gegenüber der Rheinischen Post reagierte der Verdi-Sprecher empört auf die neuen Informationen zum Arbeitsplatzabbau: „Der Konzern will von uns einen Freibrief für ungehemmten Personalabbau und Outsourcing im großen Stil“, sagte demnach Verdi-Sprecher Christoph Schmitz der Zeitung.

Große Probleme dürfte RWE mit den Gewerkschaften allerdings nicht bekommen. Bereits zu Jahresbeginn stimmten Verdi und die IG BCE bereits einem massiven Arbeitsplatzabbau bei dem Atomkonzern E.on zu.

Ende 2011 hatte E.on angekündigt, insgesamt rund 11.000 Arbeitsplätze weltweit zu streichen, davon 6.000 in Deutschland. Bereits kurz nach dieser Ankündigung hatten sich Gewerkschaften Verdi und IG BCE aber bereits im Januar 2012 mit dem Atomkonzern E.on auf einen entsprechenden Tarifvertrag geeinigt. Gegen das Versprechen, die 11.000 Arbeitsplätze sozialverträglich abzuschaffen, stimmte Verdi dem Umbaukonzept des Konzerns zu. Darüber berichtete Spiegel online. Über die Umsetzung dieser massiven Rationalisierungen berichtet Wallstreet online Ende Juli 2012.

Genosse Energiewende

Eine Studie des „Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverband e.V.“ zeigt, dass die Energiewende eine Sache der BürgerInnen ist. Nach dieser Studie haben Energiegenossenschaften bislang 800 Millionen Euro in die Energiewende investiert.

„Energiegenossenschaften bieten Bürgern einen idealen Rahmen, sich vor Ort für den Umbau der Energieversorgung zu engagieren und sie steigern damit die Akzeptanz für Energieprojekte in der Region“, sagt Dr. Eckhard Ott, Vorsitzender des Vorstandes des DGRV. Am 19. Juli 2012 stellte der DGRV gemeinsam mit dem Bundesverband Solarwirtschaft und der Agentur für Erneuerbare Energien diese neue Studie in Berlin vor.

Seit 2005 sind demnach bis heute über 500 Genossenschaften entstanden, die sich vor allem im Bereich der Photovoltaik engagieren.

Weitere Informationen unter den folgenden Links (PDF) des DGRV

 

Ökostromtarife günstiger als Grundversorgung

Nach Angaben des Verbraucherportals Verivox sind gute Ökostromtarife derzeit günstiger als herkömmliche Stromtarife im Bereich der Grundversorgung. Hauptgrund für diese Entwicklung soll demnach sein, dass Ökostromanbieter Neukunden mit niedrigen Preisen und strengen Ökostromgütesiegeln zu überzeugen versuchen. „Ein gutes Ökostromgütesiegel ist ein überzeugendes Verkaufsargument. Immer mehr Stromanbieter nutzen diesen ökologischen Vorteil. Für die Verbraucher ist das eine gute Nachricht, denn sie können ihre Stromkosten reduzieren und gleichzeitig etwas für die Umwelt tun „, sagt Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft bei Verivox. Der Verivox-Ökostrompreisindex fiel im Monat Juli auf durchschnittlich 24,3 ct/kWh, der bundesweite Durchschnitt bei der Grundversorgung lag hingegen bei 26,7 ct/kWh.

Bundesweit wirbt das Bündnis Atomausstieg selber machen für den Ökostromwechsel. Das Büdnnis wird von zahlreichen großen Umweltorganisationen gemeinsam getragen. Dort gibt es Informationen zum Stromwechsel und über die zu empfehlenden Ökostromanbieter.

Lichtblick ist Marktführer
Marktführer bei den Ökostromangeboten ist das Unternehmen Lichtblick. Dies habe das diesjährige Energieanbieter-Ranking der Fachzeitschrift „Energie&Management“ ergeben. Demnach versorgte Lichtblick zum Stichtag der Umfrage Ende 2011 rd. 495.000 Haushalte und 47.000 Großkunden mit Grünstrom. Bundesweit bezogen Ende 2011 vier Millionen Haushalte Ökostrom, rund eine Million mehr als 2010, so Lichtblick.

AKW-Katastrophenschutzpläne werden vor 10 Mio. BürgerInnen verheimlicht!

Gemeinschafts-Pressemitteilung: 59 Landkreise im Umkreis von 100 km um die Atomkraftwerke Grohnde und Lingen sollten ihre vorhandenen Katastrophenschutzpläne auslegen!

(Oldenburg, Recklinghausen, Braunschweig, Kassel, 18.07.2012) Anlässlich der heute beginnenden Auslegung aktualisierter Katastrophenschutzpläne im Umkreis von 25 km um die Atomkraftwerke Grohnde und Lingen 2 fordern UmweltschützerInnen 59 weitere Landkreise und kreisfreie Städte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf, ihre vorhandenen Katastrophenschutzpläne auszulegen.

Bereits in der letzten Woche hatten Umweltverbände und Anti-Atomkraft-Initiativen ihre Forderungen nach längerer Auslegung und Veröffentlichung der Unterlagen im Internet an neun Landkreise im Nahbereich der beiden Atomkraftwerke, sowie an das niedersächsische Innenministerium gerichtet. Antworten liegen bisher nicht vor. (siehe auch gemeinsame-pressemitteilung Katastrophenschutz Grohnde).

Im Umkreis von 100 km um Atomkraftwerke ist eine Versorgung der Bevölkerung mit Jodtabletten vorgeschrieben. Obwohl detailliert geplant ist, die Jodtabletten von den Feuerwehren über Wahllokale verteilen zu lassen, werden diese Pläne nicht ausgelegt, kritisiert Sigrid Quisbrok vom Aktionsbündnis“Bielefeld steigt aus“ und damit vor 10.192.550 EinwohnerInnen verheimlicht.

Die Verteilung der Jodtabletten ist einfach in den allgemeinen Katastrophenschutzplan eingefügt worden, statt einen Sonderplan zu erstellen, um eine Auslegung in weiten Gebieten zu umgehen, kritisiert Tobias Darge von der „Regionalkonferenz Grohnde abschalten“ (www.grohnde-abschalten.de).

Die betroffenen Gebiete reichen von Emden und Oldenburg über Münster bis Hamm und dem Landkreis Recklinghausen um das AKW Lingen mit 5.710750 Einwohnern und vom alten Regierungsbezirk Braunschweig über Kassel und Korbach bis zum Hochsauerlandkreis um das AKW Grohnde mit 6.633.850 Einwohnern. 2.152.050 Menschen in einem Streifen vom Landkreis Vechta bis Gütersloh liegen im Umkreis beider Atomreaktoren.

Dabei sollen in den Fernzonen von 25 km bis 100 km um diese AKWs Jodtabletten nur für Kinder, Jugendliche und Schwangere verteilt werden, moniert Dr. med. Angelika Claußen (Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges, IPPNW). Nach den Erfahrungen der Atomkatastrophe von Tschernobyl ist es jedoch zu einem erheblichen Anstieg der Schilddrüsenkrebserkrankungen, auch bei Erwachsenen, gekommen. Deshalb fordert die IPPNW eine umfassende Jodtabletten –Bevorratung und Vergabe auch für Erwachsene im Umkreis von bis zu 100 km. Falls es in einem der Reaktoren jedoch zu einer Kernschmelze kommt, ist mit langanhaltenden radioaktiven Kontaminationen zu rechnen, so dass mehrfach Jodtabletten verteilt werden müssen.

Weitere Katastrophenschutzmaßnahmen sind in der Fernzone nicht vorgesehen, obwohl die neue Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz nachweist, dass auch dort Maßnahmen wie der „Aufenthalt in Gebäuden“ oder eine Umsiedlung nötig werden könnten.

Udo Buchholz vom Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) fragt, welche Maßnahmen für die BürgerInnen in den Niederlanden von Apeldoorn bis Groningen vorgesehen sind. Das AKW Lingen liegt nur 27 km von der niederländischen Grenze entfernt.

Weitere Informationen unter www.grohnde-abschalten.de

Aktionsbündnis „Bielefeld steigt aus“
Anti-Atom-Bündnis Nienburg
Antiatom-Gruppe Osnabrück
Anti-Atom-OWL
Anti-Atom-Plenum Köln
Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD
BUND Kreisverband Werra-Meissner,
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW)
Laka foundation, documentation and research centre on nuclear energy (Amsterdam)
Regionalkonferenz Grohnde abschalten
Robin Wood

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