Uran – Niger – AREVA – Frankreich: Widerstand gegen Uranabbau und AREVA

Uranmine bei Arlit im Niger. AREVA beutet aus... Foto: Davin Francois
Uranmine bei Arlit im Niger. AREVA beutet aus… Foto: Davin Francois

Rund 40 Prozent des Urans für den Betrieb seiner Atomkraftwerke erhält Frankreich aus dem Niger. Dort, in der ehemaligen Kolonie, betreibt der Atomkonzern AREVA seit rund 40 Jahren den umwelt- und gesundheitsschädlichen Uranabbau. Seit vielen Jahren formiert sich immer mehr Widerstand gegen die Abbaubedingungen und die Verträge. Erst vor wenigen Wochen demonstrierten tausende Menschen in Arlit, im Norden des Niger, gegen AREVA. Die Regierung des Niger versucht derzeit, neue Verträge zu faireren Bedingungen mit AREVA auszuhandeln.

Aktuell läuft eine Online-Petition gegen den Uranabbau von AREVA. Hier Infos: Uranbergbau: Petition „Areva – Stoppt den Druck auf den Niger“

„Während Areva einen Jahresumsatz von mehr als 13 Milliarden Euro erwirtschaftet, liegt das Bruttoinlandsprodukt des Staates Niger bei nur 2,7 Milliarden Euro. Die nigrische Bevölkerung lebt alltäglich die Paradoxie eines Landes, dass als drittwichtigster Uranproduzent der Welt den letzten Platz des Human Development Index einnimmt“, schreibt Hamadou Tcherno Boulama in einem Bericht für die Zeitschrift Luxemburg im März 2012. In dem Artikel unter der Überschrift „Kämpfe um Uran in Niger“ gibt er einen Überblick über die Anlässe und die Akteure im Widerstand gegen den Uranabbau und gegen AREVA. Hier den Artikel lesen

Gesundheitliche Folgen des Uranabbau, Beispiel Deutschland: Uranbergbau mit Todesfolge: Fast 10.000 Lungenkrebstote durch deutschen Uranbergbau bei der Wismut AG

Französische Atom-Interessen – AREVA in Afrika

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Massive Wirtschaftsinteressen in Afrika: Uran und der französische Atomgigant AREVA

Frankreich – AREVA – Uran – Afrika. Im Januar 2012 intervenierten französische Truppen in Mali. Jetzt beteiligt sich Frankreich an einem Militäreinsatz in Zentralafrika. Im Tschad sind französische Truppen stationiert und im Niger haben Spezialkräfte nach dem Einsatz in Mali auf dem Gelände der Uranminen des Atomkonzerns AREVA Stellung bezogen. Die alte Kolonialmacht Frankreich zeigt eine massive Präsenz in der Region südlich der Sahara. Und immer wieder ist dabei die Rede von Bodenschätzen, von Uran, von Gold und von Öl. Und der Name AREVA taucht immer wieder auf und immer wieder geht es um Uran, von dem Frankreich für seine fast 80-prozentige Stromerzeugung aus Atomenergie abhängig ist.

2012 erschien in Frankreich ein Buch von Raphaël Granvaud: Areva en Afrique. Auf der Homepage „Tlaxcala, das internationale Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt“ gibt es in deutscher Übersetzung unter der Überschrift „Frankafrika –  Das Gesetz des Dschungels: Die Machenschaften des frz. Atomkonzerns AREVA in Afrika“ ein Interview mit dem Autor. Dort finden sich auch weitere Hintergrundinformationen über Frankreichs Atomprogramm, über die AREVA und die wirtschaftlichen Interessen in Afrika.

Derzeit läuft mit Blick auf den Uranabbau von AREVA im Niger eine Online-Kampagne. Mehr dazu hier: Uranbergbau: Petition „Areva – Stoppt den Druck auf den Niger“

Weitere Informationen über Frankreich und AREVA, über Uran und Afrika:

Afrika – Uran – Atomenergie – AREVA – Frankreich: Atomic Africa – Film von Marcel Kolvenbach

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Mächtige Interessen in Afrika: Der französische Atomgigant AREVA

Nach dem Militäreinsatz Frankreichs in Mali im Januar 2013 intervenieren französische Truppen nun auch in Zentralafrika. Immer wieder kommt dabei die Frage auf, wie weit die Rohstoffe in der afrikanischen Region südlich der Sahara eine Rolle für Frankreich spielen, in den Gebieten seines ehemaligen Kolonialreichs auch militärisch einzugreifen. Die südliche Sahara-Region  gilt als ausgesprochen reich an Rohstoffen wie Uran, Gold und Öl. Besonders für seine Atomkraftwerke ist Frankreich von Uranimporten abhängig. Derzeit stammen rund 40 Prozent des Urans aus dem Niger. Nach dem Kriegseinsatz in Mali hat Frankreich auf den Uranminen im benachbarten Niger, die vom Atomgiganten AREVA seit Jahrzehnten ausgebeutet werden, Spezialeinheiten der Armee stationiert.

Starke wirtschaftliche Interessen, enorme soziale Spannungen, wachsende gesellschaftliche und militärische Konflikte sowie wachsende Umwelt- und Gesundheitsschäden: Das ist das Umfeld, in dem der Rohstoff Uran zu immer mehr Auseinandersetzungen bis hin zu Kriegen führt.

Im Sommer strahlte der WDR erstmals einen Film von Marcel Kolvenbach aus: Atomic – Africa. Darin geht Kolvenbach in einer detaillierten Spurensuche mächtigen Interessen und Auseinandersetzungen um das Uran in Afrika nach. Im Zentrum steht dabei immer wieder der Atomkonzern AREVA und Frankreich selbst. Aber der Film zeigt auch das Aufbegehren vieler afrikanischer Staaten, die mit dem Uran im eigenen Lande auch Forderungen nach einer eigenen Energieversorgung mit Atomkraftwerken verbinden.

Siehe auch hier: Uranabbau in Afrika

Atomic Africa – Film von Marcel Kolvenbach

Auf der Homepage von Phoenix wird der Film folgendermaßen angekündigt: „Seit Jahren schon sind es afrikanische Staaten, die weltweit die Riege der Länder mit dem stärksten Wirtschaftswachstum anführen. Doch der neue Boom braucht Energie, Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Immer mehr afrikanische Regierungen wollen deshalb auf Atomkraft setzen. Nach einer Prognose der Internationale Atomenergie-Organisation IAEA sollen bis 2050 in Afrika 40 neue Atomkraftwerke gebaut werden, ganz nach dem Motto: „We want power, no arms“ („Strom statt Waffen“).

Zwei Jahre lang reiste der Filmemacher Marcel Kolvenbach durch Afrika und recherchierte im Zeichen dieser neuen afrikanischen Atompolitik – vom Osten des Kontinents nach Südafrika, weiter in den Kongo und von dort in die Sahara.

Stets nah bei den betroffenen Menschen zeigt der Filmemacher, wie sich der Konflikt um die Uranvorkommen des Kontinents verschärft. Vom Krieg in Mali bis hin zum Raubbau an der Natur in Tansania prägen die Interessen mächtiger Konzerne wie dem französischen Stromriesen Areva immer mehr das Schicksal ganzer Regionen.

Zugleich zeigt der Film eindrucksvoll, welche Folgen der Einstieg in die Atomkraft für die Umwelt und Sicherheit eines Kontinents haben dürfte, auf dem die wenigen Atomkraftgegner um ihr Leben fürchten müssen. „Atomic Africa“ wird so zum politischen Road-Movie durch das nukleare Afrika.“

Dossier: Kampf um Rohstoffe – Der Uranabbau, der Niger und die AREVA

Uranmine bei Arlit im Niger. AREVA beutet aus... Foto: Davin Francois
Uranmine bei Arlit im Niger. AREVA beutet aus… Foto: David Francois/Wikipedia

Seit rund 40 Jahren wird im Niger durch den französischen Atomkonzern AREVA Uranerz abgebaut. Mit schweren Schäden für Umwelt und Gesundheit der Menschen. Seit Jahren wachsen die Proteste über den Uranabbau für Frankreich in dem armen Wüstenstaat an. Auch bewaffnete Auseinandersetzungen, Terroranschläge und Geiselnahmen kennzeichnen die Konflikte.

Im Nachbarstaat Mali setzte Frankreich Anfang des Jahres Truppen ein, Spezialkräfte der Armee besetzen auch die Uranminen im Niger, um diese vor Angriffen zu schützen. Dennoch kam es zu einem Terroranschlag mit vielen Toten und Verletzten. Immer häufiger ist die Rede davon, dass Frankreich als ehemalige Kolonialmacht in der Region seine Rohstoff- und Wirtschaftsinteressen schützen will.

Derzeit versucht die Regierung im Niger, bessere Abbaubedingungen gegen AREVA durchzusetzen. Zuletzt demonstrierten über 5.000 Menschen in dem dünn besiedelten Land in der Sahelzone.

Auch in Deutschland wird möglicherweise Uran aus dem Niger eingesetzt. Laut Bundesregierung beziehen deutsche Atomanlagen Uran aus Frankreich von AREVA. Z.B. in der Uranfabrik in Gronau könnte dieses Uran zu Brennstoff für Atommeiler in aller Welt weiter verarbeitet werden. (Alle Infos zu Uran und URENCO siehe hier: http://umweltfairaendern.de/?s=uran+urenco).

Internationale Organisationen versuchen, den Menschen im Niger zu helfen. Aktuell mit einer Kampagne gegen AREVA, die dem Niger bessere Abbaukonditionen und mehr Schutz für Umwelt und Menschen ermöglichen sollen. Das alles – und noch viel mehr – ist auf umweltFAIRaendern.de nachzulesen:

Der Kampf um Uran und Rohstoffe im Niger

 

Uranbergbau: Petition „Areva – Stoppt den Druck auf den Niger“

areva-01SwissAid und Avaaz betreiben aktuell eine Online-Petition gegen den französischen Atomkonzern AREVA, der im Niger Uranabbau betreibt und für schwere Umwelt- und Gesundheitsschäden verantwortlich ist. Mit der Aktion wollen die Organisatoren erreichen, dass die derzeit zwischen AREVA und dem Staat Niger bestehenden Verträge zugunsten des Wüstenstaats verbessert werden und mehr von den Gewinnen im Land bleiben. Die Petition ist in französischer Sprache verfasst. SwissAid informiert hier über die Aktion.

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