Hamburg: Ökostrom billiger als Vattenfalls Klimakatastrophe – Energiewende retten!

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Atom- und dreckiger Kohlestrom von Vattenfall ist teurer als Ökostrom von Lichtblick. Am Samstag für die Energiewende demonstrieren! Foto: Dirk Seifert

„Lichtblick greift Vattenfall an“ titelt das Hamburger Abendblatt, weil das Ökostrom-Unternehmen mit Sitz in der Hansestadt die Strompreise von Vattenfall inzwischen unterbietet. Über 80 Prozent des Stroms von Vattenfall stammt aus der besonders klima- und umweltschädlichen Braunkohle. Schritt für Schritt nimmt das krisengeschüttelte Unternehmen derzeit das neue 1.600 MW Kohlekraftwerk in Moorburg in Betrieb und erhöht damit seinen Anteil an der Klimakatastrophe weiter. Zusätzlich profitiert Vattenfall von der Befreiung bei der Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG). Dennoch: Wie groß die Lüge vom Ökostrom als Preistreiber ist, zeigt das Beispiel von Lichtblick.

Laut Deutscher Umwelthilfe hat Vattenfall dadurch im Jahr 2013 rund 68 Millionen Euro gespart. Auch die seit Jahren sinkenden Strompreise an der Börse – verursacht vor allem durch die Erneuerbaren Energie – gibt der Atom- und Kohlekonzern nicht an die Haushaltskunden weiter.

Im Abendblatt heißt es: „Wir sind jetzt günstiger als der Vattenfall Basis-Tarif und können es sogar mit dem Vattenfall Easy-Tarif aufnehmen“, sagt LichtBlick-Geschäftsführer Heiko von Tschischwitz. „Wir haben bundesweit die Kosten gesenkt und damit die Ersparnis von 0,72 Cent durch niedrigere Einkaufspreise für den Strom an unsere Kunden weitergegeben.“ Seit März kostet die Kilowattstunde 26,76 Cent plus 8,95 Euro im Monat als Grundpreis. 29,50 Euro im Jahr sparen die LichtBlick-Kunden bei einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden gegenüber dem Basis-Tarif von Vattenfall.

Mit diesem Preis erhofft sich von Tschischwitz, die Anzahl der bislang knapp 612.000 Kunden in diesem Jahr nach einer Stagnation in 2013 wieder steigern zu können. Helfen soll dabei vor allem in Hamburg, dass der FC St. Pauli auf den Strom des Unternehmens setzt. „Das ganze Stadion, die Trainingsplätze und das Flutlicht werden mit unserem Strom betrieben“, so der Chef. Firmen, Privatkunden und Fans des Sportvereins sollen mit dem Tarif Kiez-Strom zum Anbieterwechsel gelockt werden.“ Auch in Berlin geht dem Bericht zu Folge, Lichtblick offensiver gegen Vattenfall vor.

Siehe auch: Energiewende retten: Demonstrationen am kommenden Samstag in sieben Landeshauptstädten: Wir sind der Strom – Energiewende retten (ROBIN WOOD).

Nordländer machen Wind gegen Gabriel – Initiativen fordern „Keinen Deckel für Sonne und Wind“

KeinDeckelFuerSonneUndWind-Maerz2014-HH-2Großes SPD-Gipfeltreffen der Nordländer in Hamburg mit Bundesenergieminister Sigmar Gabriel (SPD). Auf der Tagesordnung steht die Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Vor dem Rathaus rund 300 AktivistInnen für die Energiewende. Während Gabriel den Ausbau der Erneuerbaren bremsen will, fordern sie: „Keinen Deckel für Sonne und Wind. Sie wollen den schnelleren Atomausstieg und die schrittweise Reduzierung der Kohleverstromung. Neben Hamburg trafen sich im Hamburger Rathaus auch die Ministerpräsidenten und Bürgermeister der Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen. Die Nordländer fordern vom Energieminister mehr Möglichkeiten zum Ausbau der Windenergie.

KeinDeckelFuerSonneUndWind-Maerz2014-HH-03Außerdem gab es einen weiteren SPD-Gipfel in Kiel. Dort trafen sich die SPD-Fraktionschefs aus Bund und Ländern ebenfalls zum Thema EEG-Reform. „«Der Onshore-Windstrom darf durch das Gesetz nicht abgewürgt werden», sagte Schleswig-Holsteins SPD-Fraktionschef Ralf Stegner am Freitag nach Abschluss eines Treffens mit Amtskollegen aus Bund

Torsten Albig, SPD-Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein will mehr Wind machen als SPD-Energieminister Sigmar Gabriel erlauben will. Foto: Dirk Seifert
Torsten Albig, SPD-Ministerpräsident aus Schleswig-Holstein will mehr Wind machen als SPD-Energieminister Sigmar Gabriel erlaubt. Foto: Dirk Seifert

und Ländern in Kiel.“ Der NDR berichtet über dieses Treffen hier, der BUND Hamburg hat dazu diese PM veröffentlicht.

Am 22. März demonstrieren Umweltverbände und BürgerInitiativen in zahlreichen Städten für unter dem Motto „Energiewende retten – Sonne und Wind statt Fracking, Kohle und Atom„. Unter anderem finden Demonstrationen in Kiel und Hannover statt. Von Hamburg aus fahren Busse nach Hannover. Mehr Infos hier.

Vattenfall lässt Schornstein rauchen: Klimakiller-Kraftwerk Moorburg geht ans Netz

Die Krähne sind Geschichte. Das Klimakiller-Kraftwerk von Vattenfall in Hamburg erzeugte erstmals Strom.
Die Kräne sind Geschichte. Das Klimakiller-Kraftwerk von Vattenfall in Hamburg erzeugte erstmals Strom.

Sektkorken-Knallen bei Vattenfall. Das vollkommen überflüssige und mit 1.600 MW enorm klimaschädliche Kohlekraftwerk in Hamburg Moorburg hat erstmals Strom erzeugt. Mit fast zwei Jahren Verspätung und nach vielen zurückliegenden Pannen beim Bau der beiden Blöcke raucht nun der Schornstein erstmals bei einer Netzschaltung (es wurde Strom erzeugt und ins Netz eingespeist). Die PM von Vattenfall dazu hier. Bis beide Blöcke in den Dauerbetrieb gehen, wird es aber noch dauern. Zunächst werden noch diverse Testläufe erfolgen. Erst im Herbst 2014 soll dann der Dauerbetrieb des Block 1 erfolgen. Beim Block 2 hat es jüngst erneut Pannen gegeben, die die Inbetriebnahme noch einmal verzögern. Wichtige Komponenten waren falsch zusammen gebaut worden. Eine erste Netzschaltung wird erst in der zweiten Jahreshälfte erwartet.

Über acht Millionen Tonnen zusätzlicher CO2-Emissionen wird das neue Kraftwerk im Volllastbetrieb erzeugen. Insgesamt wird Vattenfall künftig rund 90 Prozent seines Stroms aus Kohle erzeugen, der größte Teil davon aus der besonders klimaschädlichen Braunkohle. Dazu will Vattenfall künftig neue Braunkohle-Tagebaue in der Lausitz erschließen. Mehrere tausend Menschen sind davon direkt betroffen: Ihre Dörfer werden geräumt und abgebaggert, die Menschen umgesiedelt.

Wenn Vattenfall geht: Brandenburg plant Übernahme der Braunkohle-Sparte

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Auf Talfahrt: Vattenfall.

Schon seit längerer Zeit bahnt sich dieser Schritt an: Wenn der wirtschaftlich angeschlagene Stromkonzern Vattenfall seine Geschäftsfelder in Deutschland aufgibt, könnte das Bundesland Brandenburg zum neuen Eigentümer der Braunkohletagebaue und -Kraftwerke in der Lausitz werden. „Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) erwägt nach PNN-Informationen den Kauf der brandenburgischen Standorte des Energiekonzerns Vattenfall durch das Land. Christoffers informierte nach Angaben aus Teilnehmerkreisen in der Vorwoche in einer Routinesitzung die Abteilungsleiter seines Ministeriums über den Plan, der zu einer Verstaatlichung der politisch hoch umstrittenen Braunkohletagebaue und der Kohlekraftwerke in Süd-Brandenburg führen würde. Einen genauen Zeitraum für die Übernahme der Braunkohle-Sparte vom schwedischen Staatskonzern nannte der Wirtschaftsminister demnach nicht,“ berichten jetzt die Potsdamer Neueste Nachrichten.

Offiziell bestätigen die zuständigen Minister – betroffen wäre auch das Finanzministerium – die Einrichtung einer solchen Planungsgruppe nicht. Allerdings ist offenbar schon klar, dass der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium die Leitung dieser Planungsgruppe übernehmen wird. Vattenfall soll den Wert der Braunkohlesparte auf rund vier Mrd. Euro beziffern. Im Wirtschaftsministerium geht man jedoch davon aus, dass der Preis auf etwa zwei Mrd. Euro zu drücken sei.

Den Berichten zu Folge, wolle das Land Brandenburg mit einer solchen Übernahme verhindern, dass polnische oder tschechische Energiekonzerne einsteigen – oder gar Investoren-Fonds.

Der Wirtschaftsminister der Links-Partei führt seit Monaten Gespräche mit Vattenfall, sowohl vor Ort in der Lausitz, als auch in Schweden, wo er jüngst mit Regierungsvertretern und der Vattenfall-Spitze zusammen kam. Dabei soll auch schon über die Übernahme durch das Land Brandenburg nachgedacht worden sein.

„Über Erwägungen der schwedischen Konzernzentrale, die als dreckig und klimaschädlich geltende Braunkohlesparte abzustoßen, wurde im Vorjahr mehrfach berichtet. Reichstag und Regierung in Stockholm haben sich mehrfach kritisch über die klimaschädliche Kohleverstromung geäußert. Die Lausitzer Vattenfall-Kraftwerke gehören zu den größten Klimaschädigern in Europa. 2013 war der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) mit mehr als 60 Millionen Tonnen so groß wie seit 1990 nicht mehr. In Brandenburg betreibt Vattenfall die Kraftwerke in Jänschwalde und Schwarze Pumpe sowie die Tagebaue Welzow-Süd, Jänschwalde und Cottbus-Nord. Weitere Tagebaue sind geplant.“ (PNN).

Der Ausverkauf der nicht-skandinavischen Vattenfall-Bereiche ist auf dem Weg. In England verkauft das Unternehmen Anteile an Windparks,

in Hamburg werden nach dem erfolgreichen Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ im Rahmen der anstehenden Rekommunalisierung das Stromnetz und die Fernwärme verkauft,

in Berlin könnte es im Rahmen des Konzessionsverfahrens um das Stromnetz ebenfalls dazu kommen:

Vattenfalls Braunkohlekraftwerk Lippendorf: Kein Verkauf mit Verlusten

Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf wird vorerst nicht verkauft, sagt Vattenfall. Foto: Dirk Seifert
Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf wird vorerst nicht verkauft, sagt Vattenfall. Foto: Dirk Seifert

Vattenfall wird das Braunkohlekraftwerk Lippendorf bei Leipzig vorerst nun doch nicht verkaufen. Das erklärte laut Focus Unternehmenssprecher Stefan Müller letzte Woche: „Den Verkaufsprozess haben wir auf Eis gelegt“. Hintergrund dieser Entscheidung dürfte sein, dass Vattenfall keinen Käufer findet, der genug für das klimaschädliche Kraftwerk zahlen will. Zuletzt war aus Bankenkreisen bekannt geworden, dass nur ein Verkauf mit Verlust möglich wäre. Siehe dazu: Vattenfalls Rückzug: Verkauf des Braunkohlekraftwerks Lippendorf nur mit Verlust?

Vattenfall stellt diese Entscheidung erneut so dar, dass an den Hinweisen für einen Rückzug des Unternehmens aus Deutschland aufgrund der hohen Schulden und schlechten Wirtschaftslage nichts dran sei.

Siehe auch:

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