Kohle macht krank

kohlemachtkrankEine Studie des europäischen Dachverbands HEAL kommt zu dem Ergebnis, dass Kohlekraftwerke europaweit für 18.000 Todesfälle pro Jahr verantwortlich sind. HEAL – die Health and Environment Alliance – ist ein Bündnis von mehr als 70 Organisationen aus dem Gesundheitsbereich und Mitgliedern in 26 europäischen Staaten. Über die Studie informieren ausführlich die Klimaretter hier.

Bereits vor wenigen Wochen hatte Greenpeace zu den Gesundheitsrisiken der Kohleverstromung eine Untersuchung vorgelegt. Fazit: „Durch Deutschlands Kohlekraftwerke sterben statistisch gesehen rund 3.100 Menschen verfrüht. Sie verlieren zusammen rund 33.000 Lebensjahre.“ (Klimaretter)

Der Stromkonzern Vattenfall – der seinen Strom zu über 80 Prozent in Kohlekraftwerken erzeugt – dementiert – natürlich. Auf die Greenpeace-Untersuchungen hier und zu der HEAL-Studie hier.

Siehe auch hier: “Die Kohle ist blutbefleckt” – Die Zeit über die andere Seite der Kohleverstromung

Kohleimporte: Herkunft bleibt weiter verschleiert

kohlemachtkrankDie Bundesregierung hat kein Interesse für mehr Transparenz bei den Importen von Kohle für die Stromerzeugung zu sorgen. Eine Initiative der Grünen, die Stromkonzerne per Gesetz dazu zu zwingen, die Herkunft ihrer Kohle offen zu legen, ist gescheitert. Darüber berichtet die ZEIT in ihrer Online-Ausgabe.  Das Blatt berichtet auch: „Die Parlamentarier der SPD enthielten sich.“

Durch die fehlende Transparenz lassen sich die Importe von Kohle nur schwer den hiesigen Empfängern zuordnen. Auf diese Weise soll offenbar verschleiert werden, dass hiesige Unternehmen auch Kohle aus besonders problematischen Ländern importieren. So steht Kolumbien, drittgrößter Kohlexporteuer, immer wieder in den Schlagzeilen, weil dort nicht nur schwere Umweltschäden angerichtet, sondern auch Menschenrechte ignoriert und Gewerkschafter bedroht und umgebracht werden. Siehe mehr dazu hier:  “Die Kohle ist blutbefleckt” – Die Zeit über die andere Seite der Kohleverstromung

Z.B. Vattenfall gilt als Abnehmer von Kohle aus Kolumbien und berichtet bei offiziellen Führungen auf der Baustelle des Kohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg, dass die Kohle auch künftig von dort kommen wird. Entsprechenden Vorwürfen der Kampagne Gegenstrom13 hielt laut Wedel-Schulauer-Tageblatt die Vattenfall Sprecherin Barbara Meyer-Bukow entgegen: „Wir beziehen seit zwei Jahren keine Kohle aus Kolumbien mehr für unsere deutschen Kraftwerke.“ Woher das Unternehmen den Rohstoff für den Meiler an der Elbe bezieht, werde entsprechend des Angebots auf dem Weltmarkt erst später festgelegt. Die bisher einzige Steinkohle-Lieferung für das Anfahren der Kessel habe Vattenfall aus Nordamerika bezogen, so Meyer-Bukow.“

Die Betonung liegt auf „zwei Jahre“ und auf „deutsche Kraftwerke“! Gegenstrom13 berichtet, dass Kolumbien-Kohle bei Vattenfall in Dänemark und den Niederlande weiterhin im Einsatz ist.

Auf diese Probleme will die Aktion Gegenstrom13 aufmerksam machen. Dazu läuft eine Kampagne gegen das noch im Bau befindliche Vattenfall-Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg. Am 10. Mai findet als Höhepunkt der Kampagne eine symbolische Hafenblockade in Hamburg statt.

Mehr zum Thema:

 

Umweltbehörde Hamburg hilft Vattenfall: Gewässerschutz für die Elbe soll für Betrieb des Kohlekraftwerk Moorburg reduziert werden

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Noch im Bau und Anlass für jede Menge Streit. Das Vattenfall Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg. Foto: Jürgen Mumme

In scharfer Form hat der BUND Hamburg am Freitag die Hamburger Umweltbehörde kritisiert. Die Behörde unter der Leitung von Jutta Blankau, SPD, hat in der Auseinandersetzung um die Umweltschutzauflagen für das noch im Bau befindliche Vattenfall-Kohlekraftwerk Moorburg Revision gegen ein Urteil des Oberverwaltungsgericht Hamburg eingelegt. Darin ist Vattenfall verpflichtet worden, zum Schutz der Elbe nur begrenzt Kühlwasser zu entnehmen und stattdessen einen bereits im Bau befindlichen Kühlturm verstärkt einzusetzen, um die Elbe zu entlasten. „Umweltbehörde Hamburg hilft Vattenfall: Gewässerschutz für die Elbe soll für Betrieb des Kohlekraftwerk Moorburg reduziert werden“ weiterlesen

Vattenfall Kraftwerk Wedel – Mit Volldampf zur Genehmigung?

Vattenfall und die Stadt Hamburg drücken im Genehmigungsverfahren für das in Wedel geplante Mega-Kraftwerk auf die Tube. Nachdem erst vor wenigen Tagen das Einwendungsverfahren abgeschlossen worden ist und 1.600 Einwendungen der zuständigen Behörde überreicht worden sind, steht nun schon der Termin für die Erörterung fest: Am Mittwoch, den 28.11.2012, ab 10 Uhr soll dieser in der Wedeler TSV Halle im Vereinszentrum Wedeler TSV stattfinden. (Schulauer Straße 65, Ecke Bekstraße 22 in 22880 Wedel)

Unbeirrt von den zahlreichen Protesten vieler BürgerInnen und Umweltorganisationen verweigern die Stadt Hamburg und Vattenfall weiterhin jede konkrete Information über den geplanten Neubau.

 

Umweltbundesamt – Deutschland braucht keine neuen Kohlekraftwerke

Mit einem neuen Hintergrundpapier stellt sich das Umweltbundesamt gegen den Bau von neuen Kohlekraftwerken. In Deutschland gibt es derzeit genügend Kraftwerkskapazitäten, so das UBA. Es besteht kein Bedarf an zusätzlichen Kohlekraftwerken über die bereits im Bau befindlichen Anlagen hinaus. Eine Erkenntnis, die sich langsam auch bei Unternehmen durchsetzt, die bislang neue Kraftwerke bauen wollten. Erst vor wenigen Tagen wurde ein Neubauprojekt in Mainz beendet und in den nächsten Tagen dürften auch die Pläne für ein neues Kohlekraftwerk in Brunsbüttel eingemottet werden (siehe: Die Klimaretter).

Der Zuwachs erneuerbarer Energien, die effizientere Stromnutzung und die bereits im Bau befindlichen fossilen Kraftwerke können die wegfallende Kernenergie auch in den nächsten Jahren kompensieren, teilt das UBA mit. In den kommenden 3 Jahren werden zwar voraussichtlich ca. 6,6 Gigawatt der vorhandenen Kraftwerksleistung stillgelegt, im gleichen Zeitraum werden jedoch Kraftwerke mit einer Leistung von ca. 12,5 Gigawatt in Betrieb genommen. Erst gegen Ende des Jahrzehnts besteht ein Bedarf von rund 8 Gigawatt an neuen fossilen Kraftwerken. Diese sollten als klimafreundliche und flexible Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerke oder Gasturbinen-Kraftwerke realisiert werden.

 

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