Ab 2016 werden Atomtransporte aus der zum URENCO-Konzern gehörenden Uranfabrik Gronau nach Großbritannien erfolgen. Das ist das Ergebnis aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Kleine Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Dorothée Menzner. (Drucksache 17/12446, PDF) „URENCO: Atomtransporte künftig von Gronau nach England“ weiterlesen
Schlagwort: Urananreicherung
Atomkraftgegner kritisieren Stresstest: „Entsorgungskommission blendet tatsächliche Gefahren aus“
Initiativen aus dem Münsterland haben heute den von der Entsorgungskommission durchgeführten Stresstest (PDF) der Bundesregierung über Atommüll-Zwischenlager und Uranversorgungsanlagen kritisiert. Besonderes Augenmerk haben die Initiativen dabei rund um die Uranfabrik in Gronau gerichtet. „Atomkraftgegner kritisieren Stresstest: „Entsorgungskommission blendet tatsächliche Gefahren aus““ weiterlesen
Uranfabriken der URENCO im Winterschlussverkauf?

Nachdem E.on und RWE sowie die britische Regierung bereits erklärt haben, dass sie ihre Anteile von zusammen 66,6 Prozent an den Uranfabriken der URENCO verkaufen wollen, verdichten sich nun die Hinweise, dass auch die niederländische Regierung ihren Anteil von 33,3 Prozent abgeben könnte. Damit stünden dann gleich vier Uranfabriken sowie der gesamte Bereich der Forschung, Entwicklung und des Baus von solchen Anlagen vollständig zum Verkauf. „Uranfabriken der URENCO im Winterschlussverkauf?“ weiterlesen
Uranfabrik Gronau in NRW: Initiativen fordern Taten der rot-grünen Landesregierung
Initiativen aus dem Münsterland und Gronau haben heute die Landesregierung in NRW aufgefordert, endlich mit sichtbaren Taten die Abschaltung der Uranfabrik in Gronau anzugehen. Die Anlage ist vom 2011 beschlossenen Atomausstieg ausgenommen und darf ohne jede Befristung dauerhaft weiter produzieren. Fast jedes zehnte AKW auf der Welt erhält aus Gronau seinen Uranbrennstoff. Erst letzte Woche hat die Umweltorganisation ROBIN WOOD in Düsseldorf über 10.000 Unterschriften mit der Forderung nach Stilllegung der Uranfabrik Gronau an die zuständige Atomaufsichtsbehörde im Wirtschaftsministerium übergeben. Die PM der Initiativen von heute:
„Ausstiegs-Initiativen nach Fukushima-Demo in Gronau: AtomkraftgegnerInnen fordern Taten von Landesregierung: – neue Initiative im Bundesrat und strengere Sicherheitsstandards – „Stilllegung der Urananreicherungsanlage konkret anpacken“
Nach der Demonstration am Samstag vor der Urananreicherungsanlage (UAA) Gronau aus Anlass des zweiten Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima fordern die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland von der NRW-Landesregierung drei neue Maßnahmen:
Bundesratsinitiative zur Stilllegung von der Urananreicherungsanlage Gronau
Die NRW-Landesregierung soll im Bundesrat zusammen mit der neuen rot-grünen Landesregierung von Niedersachsen eine frische Initiative zur sofortigen Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau, der Brennelementefabrik in Lingen sowie der AKW Lingen und Grohnde starten, um die offensichtlichen Fehler des Atomausstiegsgesetzes von 2011 zu beheben. „Die Uranfabrik Gronau und die Brennelementefabrik Lingen sind beim Atomausstieg komplett ausgeklammert worden und die Laufzeit der AKW Lingen und Grohnde wurde bis 2022 verlängert. Das muss nun geändert werden,“ so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau.
Sicherheitsüberprüfung von Gronau muss Gefahren neu bewerten
Die Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten von der NRW-Landesregierung, dass die anscheinend kurz vor dem Abschluss stehende Sicherheitsüberprüfung der Urananreicherungsanlage Gronau nicht eine reine Alibi-Veranstaltung wird und nur den – schon damals – geschönten Sachstand von vor 10 Jahren wiederholt. „Die Zeiten, wo unverbunkerte Atomanlagen und die Lagerung von Tausenden Tonnen Uran unter freiem Himmel akzeptiert wurden, wie dies in Gronau der Fall ist, müssen einfach vorbei sein. Aktuelle Verwaltungsgerichtsurteile werten die Gefahr von Flugzeugabstürzen viel strenger als früher – all dies muss die Landesregierung berücksichtigen, wenn sie die Sicherheitsüberprüfung der Uranfabrik in Gronau wirklich ernst nimmt,“ so Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.
Düsseldorfer Minister sollen für Ortstermin ins Münsterland kommen
Die zuständigen Landesminister Duin (SPD) und Remmel (Grüne) sollen endlich persönlich nach Gronau und Ahaus kommen und sich vor Ort im Gespräch mit AtomkraftgegnerInnen ein Bild von den gravierenden Sicherheitsproblemen und der völlig ungelösten Entsorgungsfrage für den Atommüll in Gronau und im Zwischenlager Ahaus machen. „In Niedersachsen traf sich der neue Umweltminister Wenzel (Grüne) nach nur zwei Wochen im Amt mit AtomkraftgegnerInnen, im Münsterland warten wir schon seit drei Jahren vergeblich auf ein solches Spitzengespräch,“ so Matthias Eickhoff von der Initiative SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster.
Neue Proteste für Atomausstieg geplant
Die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland kündigen weitere Proteste zur Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau an:
Geplant sind unter anderem Proteste auf den Jahreshauptversammlungen von RWE und EON im April und Mai, da beide Konzerne zusammen ein Drittel der UAA-Betreiberin Urenco besitzen.
Vom 19.-27. Juli wird dann ein großes Anti-Atom-Sommercamp im Münsterland stattfinden, auf dem es schwerpunktmäßig um die Urananreicherung in Gronau geht.
Weitere Infos: www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de
„Atomausstieg muss auch in NRW endlich ankommen“ – 1.200 Menschen demonstrieren vor Urananreicherungsanlage Gronau
PM über die Demonstration gestern in Gronau aus Anlass des zweiten Fukushima-Jahrestages: „Rund 1200 Menschen haben am Samstag, 9. März, aus Anlass des 2. Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau demonstriert. Sie forderten von der Bundes- und Landesregierung die sofortige Stilllegung der Urananreicherungsanlage, die derzeit rund 10. AKW weltweit mit Uranbrennstoff zur Brennelementefertigung beliefert.
Naho Dietrich-Nemoto aus Fukushima City schilderte eindrücklich die dramatischen Folgen der Atomkatastrophe. Insbesondere viele Kleinkinder haben inzwischen gesundheitliche Probleme. Die Demonstration in Gronau wurde ausdrücklich von mehreren japanischen Initiativen unterstützt, denn die Gronauer Betreiberfirma Urenco hatte in der Vergangenheit von anderen Betriebsstandorten auch den Fukushima-Betreiber Tepco mit angereichertem Uran beliefert.
Die russische Journalistin Swetlana Slobina aus Angarsk in Sibirien erinnerte an den Gronauer Uranmüll, der zwischen 1995 und 2009 nach Russland zur Endlagerung gebracht wurde. Einer der drei Atommüllstandorte ist dabei Angarsk am Baikalsee. Insgesamt 27 000 Tonnen Uranmüll gelangten von Gronau nach Russland, die Entsorgung ist jedoch völlig ungeklärt.
Die französische Umwelt- und Kletteraktivistin Cécile Lecomte rief zu weiteren Protestaktionen gegen die Urananreicherung in Gronau auf. Für den 19.-27. Juli ist deshalb ein großes Anti-Atom-Sommer-Camp im westlichen Münsterland geplant.
Kerstin Ciesla vom BUND Nordrhein-Westfalen kritisierte insbesondere die NRW-Landesregierung, die ihren vollmundigen Ausstiegsankündigungen im Koalitionsvertrag keine Taten folgen lässt. Sie forderte auch die sofortige Stilllegung der Atommüllkonditionierungsanlage in Duisburg sowie den Stopp aller Atomtransporte durch NRW. Der Atomausstieg müsse endlich auch in NRW ankommen.
Heiner Möllers von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ forderte angesichts der völlig ungeklärten Endlagerungsfrage einen sofortigen Einlagerungsstopp für das Zwischenlager Ahaus. Zugleich forderte er, dass das Endlagerprojekt endgültig aufgegeben werden müsse.
Udo Buchholz vom örtlichen Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz verdeutlichte die riesigen Ausmaße der Urananreicherungsanlage in Gronau. Tausende Tonnen Uran lagern unter freiem Himmel und nächstes Jahr soll ein neues Zwischenlager für 60 000 Tonnen Uranmüll in Betrieb gehen. Auch erinnerte er daran, dass die Urananreicherungstechnologie bei der Herstellung von atomwaffenfähigem Uran eine zentrale Rolle spielt.
Zeitgleich demonstrierten rund 20 000 AtomkraftgegnerInnen mit einer Aktions- und Menschenkette für die Stilllegung des AKW Grohnde an der Weser. Viele der Aktionen fanden dabei in Ostwestfalen-Lippe statt.
Am morgigen Sonntag, 10. März, findet am belgischen AKW Tihange, 60 km westlich von Aachen, eine internationale Demonstration mit starker Beteiligung aus dem Rheinland statt. Sowohl in Grohnde wie in Tihange gibt es schwerwiegende Sicherheitsprobleme.
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
Weitere Infos: www.fukushima-jahrestag.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.kein-castor-nach-ahaus.de, www.bbu-online.de“
