Radioaktiv durch Deutschland: Atomtransport aus dem Hamburger Hafen gestartet (Update 17.8.2014)

Uranerz in Containern im Hamburger Hafen: Kommenden Montag könnte die Reise quer durch Deutschland starten.
Reihenweise Uranerzkonzentrat in Containern im Hamburger Hafen: Kommenden Montag könnte die Reise quer durch Deutschland starten.

UPDATE: Atomzug aus dem Hamburger Hafen ist mit 36 Uran-Containern gestartet! Strahlende Reise durch Deutschland: Atomtransport aus Hamburg auf dem Weg!

Am Montag Nachmittag startet vermutlich Ein Uran-Zug mit mindestens 36 Containern aus dem Hamburger Hafen ist auf dem Weg quer durch Deutschland. Ab Mitternacht geht es vermutlich über Niedersachsen Bremen, Münster, Köln, Bonn weiter die Mosel entlang über Rheinland Pfalz nach Narbonne in Frankreich.

Möglicherweise sind es sogar noch mehr Container, in denen sich Uranzerkonzentrat, so genanntes Yellow Cake, aus Kasachstan und Namibia befindet. In diesen Ländern wird das Uran mit schweren Umweltzerstörungen und erheblichen Gesundheitsrisiken für die Bergbauarbeiter und AnwohnerInnen aus der Erde geholt. AtomkraftgegnerInnen, die die Hafenanlagen in Hamburg seit Tagen beobachten und dort auch bereits „Inspektionen“ durchgeführt haben, sprechen davon, dass am Südwest-Terminal der Firma C. Steinberg möglicherweise sogar um die 50 Container zum Transport bereit stehen.

Der NDR (siehe unten) berichtet online darüber, dass laut Angaben der Innenbehörde vier Container mit Uranerzkonzentrat bzw. Yellow Cake am Montag den Hafen verlassen sollen. Vermutlich am späten Nachmittag wird der Zug den Hafen in der Nähe der Veddel verlassen und zum Rangierbahnhof nach Maschen fahren. Dort werden die radioaktiven Behälter in einen Regelzug einsortiert, der üblicherweise gegen Mitternacht Maschen in Richtung Süd-West verlässt seine fast 2.000 Kilometer lange Reise bis Narbonne beginnt.

In ihrer Online-Ausgabe schreibt Kai von Appen von der taz-hamburg über die Atomtransporte, die vor wenigen Tagen mit Uranerzkonzentrat bzw. dem Yellow Cake mit Schiffen aus Namibia und Russland in Hamburg eingetroffen sind. Die insgesamt 32 Container lagern derzeit am Südwest-Terminal. AtomkraftgegnerInnen hatten vier weitere Container entdeckt. Diese stammen von einem Atomtransport mit dem Frachter Sheksna, der vor über drei Wochen stattgefunden hat. Dieser Frachterwar der Wasserschutzpolizei in den letzten Jahren in vielen Fällen bei Kontrollen „aufgefallen“. Zuletzt wurden vor drei Wochen eben diese vier Uran-Container aufgehalten, weil Sicherheitsmängel festgestellt wurden. Während der Senat in der Antwort auf eine Anfrage der Linken in der Bürgerschaft erklärt hatte, diese strahlenden Container seinen nach einer Überprüfung dann abtransportiert worden, hatten AtomkraftgegnerInnen jetzt festgestellt, dass das eine Falschaussage war. Der Innensenator musste gestern daraufhin erklären, dass es zutreffend ist, das die Aussage des Senats nicht zutreffend war.

Darüber berichtet auch der NDR: „Anti-Atom-Aktivisten entlarven Senat“ heißt es dort. Weiter schreibt der Sender auf seiner Homepage: „Montag sollen Container Hafen verlassen“ und auf „Anfrage von NDR 90,3 räumte eine Sprecherin der Innenbehörde ein, die Bürgerschaft habe „unvorsichtig geantwortet“. Die vier beanstandeten Container sollen nun am Montag per Bahn den Hamburger Hafen mit Ziel Frankreich verlassen, rund einen Monat später als ursprünglich geplant. Höchstwahrscheinlich gehen sie dann neben weiteren Behältern mit Uranerz, die die „Sheksna“ in dieser Woche nach Hamburg gebracht hat, auf die Reise.“ (Das ist – sorry NDR – etwas schlechtes deutsch: Gemeint ist sicherlich, dass der Senat gegenüber der Bürgerschaft „unvorsichtig geantwortet“ habe. Denn die Antworten gibt der Senat auf Schriftliche Kleine Anfragen von Abgeordneten der Bürgerschaft.)

Das Gespräch zwischen dem NDR und der Innenbehörde drehte sich offenbar nur um diese vier Container. Anzunehmen aber ist, dass auch die weiteren mindestens 32 Container mit Yellow Cake auf die Reise gehen werden, die oben beschrieben wurde.

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Anti-Atom-Camp Kiel: Aktion am Hauptbahnhof zu den Atomtransporten über den Nord-Ostsee-Kanal. Foto: anti-atom-camp.

Nicht nur in Hamburg haben AtomkraftgegnerInnen die geheimen Atomtransporte verschärft im Blick. Auch in Kiel war in den letzten Tagen Aktion in Sachen Atomtransporte. Seit einer Woche findet am Nord-Ostsee-Kanal – durch den fast jede Woche ein Atomtransport schippert – das Anti-Atom-Camp statt.

Nachdem vor einigem Tagen die Atomaufsicht in Kiel von den AktivistInnen Besuch bekam, war heute der Kieler Hauptbahnhof Kulisse für eine Aktion, mit der die KielerInnen auf die radioaktiven Frachten durch ihre Stadt aufmerksam gemacht werden sollten. Und auch die Stena Line in Kiel war Ziel einer Aktion. Vor allem über die Route Rostock – Trelleborg wickelt die Stena Line auf ihren Passagier-Fähren auch zahlreiche Atomtransporte ab.

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5 Gedanken zu „Radioaktiv durch Deutschland: Atomtransport aus dem Hamburger Hafen gestartet (Update 17.8.2014)

  1. Lt. SWR-Nachrichten wird der Uranzug vorraussichtlich die Strecke Koblenz-Trier benutzen. Der derzeitige Standort ist angeblich nicht bekannt.

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