4ever Uranfabrik Gronau? Lets do Widerstand!

ESG-facebook-shareAlle reden vom Atomausstieg, aber in Gronau wird mit einer auch nach Fukushima unbefristeten Betriebsgenehmigung Uran für den weltweiten Export zum Einsatz in Atomreaktoren angereichert. Doch nicht nur das: Viele zig-tausend Tonnen Uranmüll werden ebenfalls ohne jede Befristung (!) vor Ort gelagert. Bis zu 100 Jahre soll dieses strahlende Material in Gronau bleiben – über Endlagerung oder ähnliches wird nicht gesprochen, geschweige denn geplant. Die erste Zwischenlagerhalle ist noch nicht fertig, da wird bekannt, dass alle 10 Jahre eine neue Lagerhalle hinzukommen wird. Da mögen die in Berlin noch so sehr “historische Kompromisse” in der Endlagersuche feiern: Gelöst ist gar nichts!

Im neuen ROBIN WOOD-Magazin informieren wir über den Wahnsinn mit der Uranfabrik Gronau und der ungelösten Atommüllentsorgung. Dort auch Infos zum anstehenden “Aktions-Campen gegen Atomkraft” (19. bis 27. Juli im Münsterland) und die Versuche, den Widerstand zu kriminalisieren. Alles hier in einer PDF-Datei zum Nachlesen: 4 ever Uranfabrik Gronau.

Eine Inhaltsübersicht und weitere Artikel zum Nachlesen aus dem aktuellen Magazin gibt es hier!

Infos zum Camp hier im Blog und Hintergründe von ROBIN WOOD über die Uranfabrik Gronau auch hier.

 

Brand auf Atomschiff: Grüne decken Mängel auf

atommüllfassNach dem Brand auf dem Frachter „Atlantic Cartier“, der mit radioaktivem Material an Bord am 1. Mai im Hamburger Hafen nur durch einen Großeinsatz der Feuerwehr gelöscht werden konnte, stellen sich immer mehr Fragen. Hamburgs Behörden hatten weder während noch nach der Beinah-Katastrophe über die brisante Atomfracht informiert (Siehe dazu hier). Am kommenden Freitag wird sich der Innenausschuss der Bürgerschaft mit dem Frachterbrand und dem Atommaterial befassen (31.5.2013, 17:00 Uhr , Rathaus, Raum 151).

Inzwischen liegt die Senats-Antwort auf eine weitere Kleine Anfrage vor (PDF). Die Grüne Bürgerschaftsfraktion in Hamburg stellt auf ihrer Homepage heute fest: „Die Besatzung des Frachters ,Atlantic Cartier‘ hat an wichtigen Stellen geschlampt. Wichtige Informationen zur Atomfracht waren nicht vollständig, auch die Ladeposition von Gefahrgutcontainern wurde nicht angegeben. Das aber kann im Unglücksfall entscheidend sein: Denn die Feuerwehr muss genau wissen, wo sich Gefahrgutcontainer befinden, um Schlimmeres zu verhindern. Schlamperei lässt sich auch beim Transport der Container mit radioaktiver Ladung feststellen: Auch hier wurden Formulare nicht vollständig ausgefüllt und wichtige Daten über die radioaktive Strahlung nicht erfasst. Das Schiff war bei Kontrollen schon mehrfach negativ aufgefallen. Die Reederei ACL ist den Hamburgerinnen und Hamburgern einige Erklärungen schuldig“, so Anjes Tjarks, hafenpolitischer Sprecher der Grünen Bürgerschaftsfraktion.

Immer mehr erhärtet sich auch der Verdacht, dass Hamburger Behörden das Risiko gezielt verharmlost haben.  So soll – ohne dass dies öffentlich bekannt wurde – der oberste Katastrophenschützer alarmiert worden sein. Antje Möller, innenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion, sagt dazu: „Die Schilderung des Senats zeigt, dass dies ein viel gefährlicherer Brand war als zunächst offiziell eingeräumt wurde. Die Lage war offenbar so ernst, dass Hamburgs oberster Katastrophenschützer sofort alarmiert wurde und den Einsatz bis 5 Uhr morgens im Lagezentrum begleitet hat. Es muss auch gefragt werden, warum das nötige Löschmittel Kohlendioxid in Hamburg nicht vorhanden war. Wir haben eine Selbstbefassung zu diesem Thema am 31. Mai im Innenausschuss beantragt. Es kann nicht angehen, dass die Behörden Informationen nur auf Anfragen an die Öffentlichkeit geben anstatt nach so einem Ereignis umfassend zu informieren.“

Zum Hintergrund über das Schiff und die Atomtransporte berichtet die Fraktion über weitere Mängel:

„Bei einer Eingangskontrolle der „Atlantic Cartier“ am 1. Mai 2013 um 08.40 Uhr wurde durch die Wasserschutzpolizei festgestellt, dass bei zwei Tank-Containern mit Klasse 8 (ätzende Stoffe), UN 2922, die Staupositionen im GEGIS fehlten. Durch die Wasserschutzpolizei wurde veranlasst, dass diese Staupositionen im GEGIS nachgetragen wurden. Zusätzlich wurde ein Verwarnungsgeld erhoben und ein Bericht über diese Feststellung gefertigt.

Außerdem wurde bei zwei in Göteborg geladenen Containern mit radioaktiver Ladung lediglich die maximal zulässige Radioaktivität vermerkt. Die vorgeschriebenen Angaben über die tatsächliche Radioaktivität der Ladung fehlten aber. Die erforderlichen Berichtigungen wurden veranlasst. Die Hamburger Polizei leitete deshalb ein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren ein.“

Die „Atlantic Cartier“ war auch in der Vergangenheit mehrfach bei Kontrollen auffällig geworden. Das zeigt ein Blick in das Inspektionsregister von 27 Hafenverwaltungen in Europa und Nordamerika, die sich über das „Paris Memorandum of Understandig“ vernetzt haben und Kontrollen erfassen.

Weitere Informationen:

 

Entsorgungslüge geht weiter: Immer mehr und “neuer” Atommüll

Gemeinsam mit der AG Schacht Konrad und dem AKU aus Gronau hat ROBIN WOOD heute in einer Pressemeldung begründet, warum wir an dem Bürger-Forum nicht teilnehmen und das Endlagersuchgesetz ablehnen. Dabei geht es nicht nur um Gorleben und Hinterzimmer-Diplomatie. Es geht auch darum, dass bei dieser Debatte das reale Atommüll-Desaster völlig ausgeblendet wird. Enorme Mengen Atommüll “vagabundieren” in der Republik herum, für die bis heute nicht einmal im Ansatz “Entsorgungs-Pläne” bestehen. Aber auch der “offizielle” Atommüll ist außer Kontrolle. Erst gestern meldete die taz, dass im Zwischenlager in Jülich die Genehmigung für die Lagerung von 152 hochradioaktiven Castor-Behältern ausläuft (siehe auch hier). Außerdem ist das Zwischenlager nach dem Stresstest der Entsorgungskommission als “unsicher” durchgefallen. Ausgerechnet (?) die rot-grüne Landesregierung arbeitet nun daran, diesen brisanten Atommüll in die USA zu verschieben. Wie war das doch gleich mit der vielbeschworenen “nationalen Verantwortung”, von der uns immer erzählt wurde, wenn Atommüll aus Frankreich oder England Richtung Gorleben rollte? Noch vor knapp einem Jahr hatten sich SPD und Grüne in NRW im Koalitionsvertrag klar positioniert: Der hochradioaktive Atommüll aus Jülich sollte nur noch eine Reise machen: Die ins Endlager. Doch das Problem ist noch viel gewaltiger….

Uranfabrik Gronau: Atommülllager für 100 Jahre – alle 10 Jahre neue Lagerhallen

Weitere Atommüllberge sind noch nicht einmal bei den Planungen für eine dauerhafte Lagerung berücksichtigt. So sind bei der Uranareicherung in Gronau bereits mehrere zehntaused Tonnen Uranmüll angefallen und täglich werden es mehr. Das Absurde: Offiziell gilt dieser Atommüll als Wertstoff; nur mit diesem Trick kann in Gronau unbefristet weiter der Brennstoff für Atomkraftwerke in aller Welt hergestellt werden. Weil es aber in Wirklichkeit gar keine Verwertung gibt, wird in Gronau ein Zwischenlager gebaut. Ab 2014 geht das in Betrieb und dort sollen dann zunächst 60.000 Tonnen Uranmüll gelagert werden. Und die Bundesregierung räumt ein: Das kann über einen Zeitraum von 50 – 100 Jahre dauern! Schlimmer noch: Etwa alle 10 Jahre muß bei “Normalbetrieb” in Gronau laut Bundesregierung eine neue Atommüll-Halle gebaut werden! Das ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken Bundestagsabgeordneten Dorothee Menzner (hier als PDF).

Der Spiegel (siehe auch hier) berichtete vor wenigen Wochen in seiner Print-Ausgabe über diesen Wahnsinn. “Als gäbe es nicht genug offene Fragen, ist zwischenzeitlich eine neue Sorte von Atommüll aufgetaucht, für die es bislang noch gar keine Endbestimmung gibt: Dabei handelt es sich um graphithaltige Abfälle sowie abgereichertes Uran, die nicht in den Schacht Konrad verbracht werden dürfen.” (Spiegel 19/2013, Seite 27). “Stattdessen müssen die mit Radionukliden vollgepumpten Materialien wohl in einem künftigen Endlager für hochradioaktive Stoffe beerdigt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beziffert ihre Menge auf bis zu 105500 Kubikmeter. Bislang wissen vor allem Fachkreise von diesem Abfallproblem.”

Diese “neuen” radioaktiven Abfälle sind so neu nicht: Bereits im Oktober 2011 hatte die Grüne Bundestagsabgeordnete Sylvia Kotting-Uhl dazu die Bundesregierung befragt. In der Mitteldeutschen Zeitung war zu lesen: “Zu dem hochradioaktiven Müll sollen auch bis zu 100 000 Kubikmeter abgereichertes Uran hinzukommen, das nicht in das Endlager Konrad für schwach- und mittelradioaktive Abfälle gebracht werden kann. … Die Mengen würden bei weiten das Volumen hochradioaktiver Abfälle übertreffen, die auf 29 000 Kubikmeter geschätzt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) rechnet zudem mit bis zu 5000 Kubikmetern Abfällen mit geringer Wärmeentwicklung, die nicht für Schacht Konrad geeignet sind. Die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) geht hier von bis zu 8800 Kubikmetern aus. Hinzu kommen graphithaltige Abfälle von 500 bis 1000 Kubikmetern.”

Im Spiegel heißt es weiter: “”Die Folgen für Deutschland könnten unangenehm sein. „Im schlimmsten Fall ist in dem Lager für hochradioaktiven Müll nicht genügend Platz für diese Sorte Abfall“, warnt der unabhängige Atomexperte Wolfgang Neumann aus Hannover: „Dann müsste man ein drittes Endlager suchen.“ Auch im Bundesumweltministerium hält man sich diese Option offen, obwohl offiziell mit zwei Standorten geplant wird.””

In der Pressemitteilung von ROBIN WOOD heißt es daher:„Es ist die nächste Entsorgungslüge, wenn jetzt im Rahmen der Debatte um das Endlagersuch­gesetz suggeriert wird, dass ‘nur’ noch das Problem der hochradioaktiven Atomabfälle geklärt werden müsse und damit viele 100.000 Kubikmeter Strahlenabfälle einfach ausgeblendet werden“, sagt Dirk Seifert, Energiereferent bei ROBIN WOOD. “Große Mengen Atom-Müll, die in Gronau ohne Ende weiter produziert werden, werden einfach nicht betrachtet, ebenso wenig der Atommüll aus Jülich oder der, der bei der Räumung von Asse II anfallen würde.”

Plutonium im AKW Brokdorf: Grüne Partei demonstriert – Grüner Minister schweigt

AKW-Brokdorf-April2013-DirkSeifert05
Immer mehr Plutonium im AKW Brokdorf. Foto: Dirk Seifert

Aus Anlaß der Atomtransporte mit Plutonium-Brennelementen in das schleswig-holsteinische AKW Brokdorf demonstriert die Grüne Partei heute um 18 Uhr vor dem Kraftwerk. „Solange Brokdorf am Netz ist, produzieren wir hochradioaktiven Müll, für dessen Entsorgung überhaupt keine Lösung erkennbar ist“, heißt es in dem Aufruf. Vor dem Werkstor werden die Landesvorsitzende Ruth Kastner und der Landtagsabgeordnete Bernd Voss sprechen. Die Ärtzeorganisation IPPNW hatte gestern den grünen „Atomminister“ Robert Habeck aufgefordert, dein Einsatz von Plutonium-Brennelementen in Brokdorf zu stoppen. Während die Partei demonstriert, schweigt der Minister bislang. In Niedersachsen hat der Grüne Umweltminister inzwischen eine umfassende Prüfung zum Einsatz vom MOX in den dortigen AKWs angekündigt. Gestern und in der letzten Woche sind mit zwei geheim gehaltenen Atomtransporten insgesamt 12 Plutonium-Brennelemente (MOX) aus dem belgischen Dessel in das AKW Brokdorf gebracht worden. Am 26. Mai sind in Schleswig-Holstein Kommunalwahlen.

Siehe auch: Nix gelernt und falsch: Hamburger Umweltbehörde erklärt Plutoniumtransporte für harmlos

Unter strenger Geheimhaltung: Plutonium-Transport im AKW Brokdorf angekommen

AKW-Brokorf-21April2013147Der zweite Transport mit Plutonium-Brennelementen aus der belgischen Fabrik in Dessel ist bereits gestern am AKW Brokdorf eingetroffen. Das bestätigen der Betreiber E.on und die Polizei. Der gefährliche Atomtransport wurde unter strenger Geheimhaltung durchgeführt.

Zu den Risiken siehe z.B. Lübecker Nachrichten.

Der NDR berichtete gestern um 19.30: „Brennelemente in Brokdorf eingetroffen: Ein Transport mit sechs plutoniumhaltigen Brennelementen aus Belgien ist im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) eingetroffen. Das bestätigte eine Sprecherin des Kraftwerksbetreibers E.ON. Atomkraftgegner hatten die Lkw-Transporte wegen der aus ihrer Sicht mangelhaften Sicherheitsvorkehrungen kritisiert. Bereits vor einer Woche waren sechs Brennelemente nach Brokdorf gebracht worden. Nun ist die komplette Menge aus Belgien am Bestimmungsort. Betreiber E.ON und die Polizei hatten sich zum Zeitpunkt des Atomtransports und zur Strecke in Schweigen gehüllt. | 22.05.2013 19:31.“

Plutonium-Brennelemente gelten als besonders brisant. Das auch für Atomwaffen taugliche Material ist besonders giftig und löst schon in kleinsten Mengen Krebs aus. Im Reaktor führt es dazu, dass die Auslegungsgrenzen gegen Störfälle deutlich verkleinert werden und damit das Risiko schwerer Unfälle steigt.

Weitere Artikel auf umweltFAIRaendern.de:

Ärzteorganisation fordert “Atomminister” Robert Habeck auf, Plutonium-Einsatz in Brokdorf zu stoppen

Verdammt in alle Ewigkeit – Plutonium in Atomreaktoren (pdf, 1991)

Nix gelernt und falsch: Hamburger Umweltbehörde erklärt Plutoniumtransporte für harmlos

Plutoniumeinsatz im AKW Grohnde stoppen – die neue Regierung in Niedersachsen ist gefordert.

Risiko Atomtransporte – Radioaktiv quer durch Städte und Häfen

×